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Full text of "Taschenbuch der mikroskopischen Technik. Kurze Anleitung zur mikroskopischen Untersuchung der Gewebe und Organe der Wirbeltiere und des Menschen unter Berücksichtigung der embryologischen Technik"

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PORCHÄSED FROMIHE INCOME OF THE 

SAMUEL WHEELER WYMÄN 



TASCHENBUCH 



der 

Mikroskopischen Technik. 

Kurze Anleitung 

zur mikroBkopischen Untersuchung der Gewebe und Organe 

der Wirbeltiere und des Menschen 

unter Berücksichtigung der embryologischen Technik. 

Dr. Alexander BShm und Dr. Albert Oppel, 

Frosektor. a. o. Professor. 

Mit einem Beitrag (RelconstruJdionsmethoden) von Prof. Dr. Q. BORN. 

« 

Sechste durchgesehene und vermehrte Auflage 

von 

Alexander Böhm. 




Münehen und Berlin. 

Druck und Verlag von B. Oldenbourg. 
1908. 



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SEPl 3 1918 




Seinem hochverehrten Chef 

Herrn Professor Dr. 8. MoUier 

in Dankbarkeit 

Alexander Böhm» 



Vorwort zur vierten Auflage. 



Seit dem Erscheinen der dritten Auflage unseres Taschen* 
buches sind drei vorzügliche technische Werke erschienen und 
zwar von A. Fischer (99), von P. Mayer (Lee und P. Mayer 98) 
und das leider nicht vollendete von 8. Apäthy (96), welche wir 
an passenden Stellen berücksichtigt haben. Manche kleinere 
Bemerkungen dieser Autoren haben wir auch ohne besondere 
Namensnennung in die neue Auflage eingesetzt. Da auch sonst 
die Fortschritte, welche die Technik in den letzten Jahren ge^ 
macht hat, berücksichtigt und der Umfang des Büchleins doch 
nicht zu groß werden sollte, haben wir den das Mikroskop be- 
handelnden ersten Abschnitt in dieser Auflage gestrichen. Wir 
verweisen auf die diesen Gegenstand behandelnden, im Literatur- 
verzeichnis aufgeführten Werke von Ambron n (92), Czaps- 
ki(93), Dippel (82 und 98), Neuhauss (98), Petri (96) und 
A.Zimmermann (95). Das Kapitel > Bekonstruktionsmethoden « , 
dessen Schwäche in der alten Auflage wir nicht verkannten, 
haben wir Herrn Professor Dr. G. Born gebeten, zu bearbeiten, 
und derselbe hat die große Liebenswürdigkeit gehabt, unserer 
Bitte zu entsprechen. 

München, im März 1900. 

ilezander Bfihm. Albert Oppel. 



VI Vorwort. 



Vorwort zur sechsten Auflage. 



Die vorliegende sechste Auflage ist die zweite von mir 
allein -besorgte. Aus der sehr großen Anzahl technischer Bei- 
träge der letzten 3^/, Jahre erklärt sich die bedeutende Zunahme 
des Textes. Das 10. nur kurze Kapitel »Das Mikroskop« habe 
ich auf vielfachen Wunsch aufnehmen müssen. — Borns 
>Bekonstruktionsmethoden<, 11. Kapitel, habe ich ohne Be- 
denken unverändert gelassen; es ist zwar vor 8 Jahren ge- 
schrieben, da es aber nur zur Einführung dienen soll, ist es 
meines Erachtens in der alten Form immer noch am Platze. 

München, im Mai 1908. 

ilezuider B6hm. 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

Allgemeiner Teil i— 104 

I.Kapitel. Einleitung 1 

2. > Fixation für allgemeine Zwecke 6 

3. > Durchtränkung 25 

mit Paraffin 26 

mit Zelloidin 32 

mit Zelloidin-Paraffin 34 

4. > Mikrotom 35 

Beschreibung eines Mikrotoms 36 

5. > Weiterbehandlung des Schnittes 48 

6. y Aufkleben 46 

von Paraffinschnitten 47 

von Zelloidin-Paraffinschnitten 51 

von Zelloidinschnitten 51 

7. y Paraffinbefreiung 56 

8. y Einschließen 56 

9. > Die Färbung 60 

Karminfärbung 66 

Hämatoxylinfärbung 69 

Anilinfarben 76 

Kemfärbung mit Anilinfarben 78 

Mehrfachfärbung 80 

10. > Das Mikroskop 89 

11. » Bekonstruktionsmethoden, von Professor Dr. 

G. Born in Breslau 94 



Vni Inhaltsverzeichnis. 

Seite 

Spezieller Teil 105—288 

I.Kapitel. Zelle . . ; 106 

2. » Epithelien und Endothelien 114 

3. » Blut und Lymphe 120 

4. » Bindegewebe ufid* Fett 136 

5. » Knorpel 149 

6. » Knochen und Zähne 151 

7. » Muskel, Nervenfaser und Nervenendigungen 

im Muskel 165 

8. » Bückenmark, Gehirn und Ganglien . ... 185 

9. » Herz, Blutgefäße und deren Verteilung, Lymph- 

gefäße und Saftkanäle 213 

10. » Lymphdrüsen, Milz und Knochenmark . . . 218 

11. » Darm und Drüsen 22S 

12. » Leber 233 

13. » Atmungsorgane; Thyi-eoidea und Thymus . . 239 

14. » Niere und Hamwege; Nebenniere 242 

15. » Geschlechtsorgane 245 

16. » Embryologische Technik 252 

17. » Haut, Haare, Nägel und sensible Nervenendi- 

gungen in der Haut 270 

18. » Auge 279 

19. » Ohr; 285 

20. » Nase 288 

. LiteratnrTerzeiehnis 289 

Antorenregister 318 

Sachregister 324 




je mehr der Mensch sieht, 
um so bedeutender werden seine 
Kenntnisse. Aus Büchern lernt man 
immer nur die Hälfte.« 

J. Stinde. 



Allgemeiner Teil. 



1. Kapitel. Einleitung. 

1. Es gibt eine Reihe von Organen und Geweben, 
welche ohne weiteres im frischen, resp. tiberlebenden Zu- 
stande (d.h. einem lebenden oder eben getöteten Tiere sofort 
entnommen, ohne vorher mit irgendeinem Reagens in 
Berührung gekommen zu sein) auf einen Objektträger ge- 
bracht, mit einem Deckgläschen bedeckt und untersucht 
werden können. Solche sind beispielsweise die Blut- 
körperchen, dünne Platten, wie Mesenterium, Omentum 
mancher Tiere; dünne, durchsichtige Nerven, Blutgefäße, 
Knorpelstücke, Haare usw.; abgestoßene oder abgeschabte 
Zellen (Epithelien der Mundhöhle), Spermatozoen, Eier 
und ähnHches. 

2. Die handlichste Größe der Objektträger (Glas- 
platten von Rechteckf orm)ist das engUsche Format 76 : 26 mm ; 
Deckgläschen (meist 0,1 — 0,2 mm dicke Glasplättchen) 
halte man in mindestens zwei Größen vorrätig. 

In bestimmten, gelegentlich zu erwähnenden Fällen, 
ist man genötigt, Objektträger imd Deckgläser aus Berg- 
kristall, Marienglas usw. anzufertigen. 

3. Das Toten der Tiere erfolgt zweckmäßig bei Luft- 
aitmern durch Einatmenlassen von Chloroform (indem man 
die Tiere etwa mit einem mit Chloroform getränkten 
Wattebausch unter eine Glasglocke oder in eine luftdicht 
schließende Kiste verbringt) oder durch Kopfabschneiden 
unter eventueller Zerstörung des Gehirns und Kückenmarks. 
Wasseratmer werden in mit Chloroform geschütteltes Wasser 
verbracht. H. Ranke fand, daß zu Tode chloroformierte 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 1 



2 Einleitung. § 4—6. 

Frösche, der Luft ausgesetzt, Starre bekommen ; das ist 
nicht der Fall bei ätherisierten Fröschen, oder die Starre 
tritt erst spät auf; amylenisierte Frösche werden über- 
haupt nicht starr. 

4. Bei einigen Tieren, z. B. ^beim Frosch, kann man 
an einem noch lebendeli Tiere -zahlreiche Organe, resp. 
Gewebe, beobachten (Lunge, Mesenterium, Zunge, Haut, 
Piffmentzellen, Nerven, Blutgefäße, Blut usw.); bei dem- 
selben Tiere kann man z. B. an einer ausgebreiteten Harn- 
blase glatte Muskeln, Epithelien etc. beobachten. 

Andere Organe lassen sich durch verhältnismäßig ge- 
ringe Eingriffe frisch in Stücke zerlegen, die ohne weiteres 
beobachtet werden können. Es lassen sich beispielsweise 
mit Leichtigkeit Sehnen und Muskeln durch Zupfen in 
Fasern und sog. Fibrillen zerlegen. 

5. Beim Zupfen bediene man sich zweier in Griffen 
befestigter Nadeln. Handelt es sich um ein Objekt, weiches 
in der Längsrichtung gefasert werden soU, so lege man 
dasselbe auf einen Objektträger, setze eine Nadel an einer 
Stelle des Stückes auf und zerfasere mit der andern, in- 
dem man dieselbe zur Längsrichtung des Obiekts senk- 
recht bewegt. Die Nadeln müssen stete rein und spitz sein. 

6* Einige Gewebe sind so konsistent, daß man sie mit 
einem gewöhnlichen Rasiermesser schneiden und in dieser 
Weise dünne, durchsichtige Lamellen gewinnen kann. Das 
Schneiden mit dem Basiermesser erfordert Übung, um 
gute Resultate zu geben. 

Eine ungezwungene Handhaltimg ist erforderlich. Man 
fasse das geöffnete Rasiermesser von oben mit dem Daumen 
auf der der Schneideseite enteprechenden Partie des Griffs 
und des anliegenden Messereinsatzes mit dem Zeige- und 
Mittelfinger auf dem der Rückenseite enteprechenden Teil. 

Das Stück, welches geschnitten werden soll, fasse man 
fest zwischen die drei ersten Finger der andern Hand, 
halte dieselbe so, daß der gekrümmte Zeigefinger parallel 
der Tischebene steht; man kann nun beim Schneioen den 
Messerrücken auf den Zeigefinger aufstützen. 

Zum Halten des Präparate, wenn es kleine Stücke 
sind, kann man Hollundermark oder in Alkohol gehärtete 
Leberstücke verwenden. 

Man schneide gegen sich (nicht von sich). Man schneide 
stete ziehend, d. h. so, daß man mit einer Stelle des 
Messers zu schneiden beginnt, aber nicht mit dieser Stelle 



-% 7—9. Einleitung. 8 

das Stück durchschneidet, sondern die Klinge während 
des Schneidens ihrer Längsrichtung parallel am Stück 
vorbeizieht. 

Man schneide stets feucht, d. h. das Stück, welches ge- 
schnitten wird, darf nicht trocken sein, und die Klinge 
muß mit einer geeigneten Flüssigkeit vor jedem Schnitt 
befeuchtet werden. 

Zuerst lerne man kleine, aber möglichst dünne Schnitte 
machen, dann erst größere. 

?• Wohlgeschliffene imd gut abgezogene Messer sind 
das erste Erfordernis für gutes Schneiden. Schleifen und 
Abziehen lernt man leichter und besser durch das Sehen. 
Das Rasiermesser muß vor dem Gebrauch auf dem Streich- 
riemen abgezogen werden. Hierbei lege man das Rasier- 
messer mit seiner ganzen Fläche auf den Riemen und ziehe 
es mit dem Rücken voran über denselben weg, indem 
man allmählich während eines Zuges die ganze Länge des 
Messers mit dem Riemen in Berührung kommen läßt, 
zuerst die dem Griff nahe Partie, dann die Spitze. Nun 
wende man das Messer, ohne es wegzunehmen, über den 
Rücken imd verfahre zurück eoenso mit der andern 
Seite usw. 

8. Durch frische, kompakte Organe, wie Niere, Speichel- 
drüsen etc., lassen sich mit dem Rasiermesser einigermaßen 
gute Schnitte bei großer Übung herstellen, die aber dick 
auszufallen pflegen. 

Dünnere, durchsichtige Lamellen durch solche Gewebe 
lassen sich eher mit einem sog. Doppelmesser anfertigen. 

9. Das Doppelmesser besteht in der Regel aus zwei 
Messerklingen an einem Heft; die parallel gestellten beiden 
Klingen liegen einander an, so daß sie sich an der Spitze 
berühren und nahe dem Heft etwas weiter voneinander 
entfernt sind. Durch eine Schraube können die beiden 
Messer einander mehr oder weniger genähert werden. Wird 
die Schraube gelöst, so kann das eine Messer an einem 
Scharnier aufgeklappt werden. Für feine Schnitte kommt 
nur die Stelle des Messers in Betracht, an der die beiden 
Klingen sich sehr nahe stehen, ohne sich jedoch zu be- 
rühren. 

Geschnitten wird, indem man mit dem benetzten 
Doppelmesser rasch ziehend ein Organ, z. B. frische Leber, 
durchschneidet. Dasselbe zerfällt dann in zwei Teile imd 
in eine feine, zwischen den beiden Klingen befindliche 



4 Einleitung, § 10—15. 

Scheibe. Diese entnimmt man, indem man die Klingen 
durch Lösen der Schraube und Aufklappen der einen 
Klinge unter geeigneter Flüssigkeit voneinander entfernt. 

10. Erik Müller (Enzykl. d. mikroskop. Technik) kon- 
struierte einen Apparat nach dem Muster einer Fleisch- 
zerkleinerungsmaschine. Dieser Apparat besteht aus einem 
hohlen Metallzylinder; in der Mitte desselben können mit 
verschieden großen Löchern versehene Platten angebracht 
werden, welche dann den Zylinder in zwei Räume teilen^ In 
einem der Räume befindet sich ein Messer (Kreuzmesser), 
dessen Schneiden durch eine Feder an die Platte ange- 
drückt werden und das in rotierende Bewegung versetzt wer- 
den kann. Von der anderen Abteilung wird das zu unter- 
suchende Gewebe durch die Löcher der Platte in die erste 
Abteilung durchgepreßt und durch das rotierende Messer 
sukzessive abgeschnitten. Diese kleinen Fetzen können dann 
gesammelt und in iso tonischen Lösungen untersucht werden. 
Innerhalb dieser Stückchen ist der Bau der Elemente durch 
das Schneiden kaum alteriert. 

11. Will man frische überlebende Organe längere Zeit 
möglichst unverändert beobachten, so gebraucht man als 
ZusatzflUssigkeit sog. indifferente Losungen, d. h. 
solche, in welchen erfahrungsgemäß die zu untersuchenden 
Elemente sich nur wenig verändern. Sie sind in der Regel 
isotonisch mit den zu untersuchenden Elementen. — 
Es ist aber sicher, daß auch bei diesen sog. indifferen- 
ten Flüssigkeiten von einer Erhaltung der Elemente, wie 
im Leben, auf die Dauer nicht die Rede ist. Als in- 
differente Lösungen wendet man an: 

12. Humor aqueus, Lymphe, Gewebssaft desselben 
Tieres ; 

13. die physiologische Kochsalzlösung; man ver- 
steht darunter eine ca. ^/4%ige wässerige Lösung. Iso- 
tonisch mit dem menschUchen Blutserum ist die 0,9 o/o ige, 
mit dem des Frosches die 0,64 o/q ige Lösung (E. Engel- 
mann, H. Hamburger.) 

14. Statt Kochsalz kann man auch andere Salze, 
z. B. 0,03^0 Calziumchloridlösung zur Herstellung isotoni- 
scher Lösungen verwenden (Deetjen.) 

Erwähnenswert sind auch folgende Zusatzflüssigkeiten : 

15. Das M. Schulzesche (64) Jodserum (Amnios- 
flüssigkeit bis zur Sättigung mit Jod versetzt; ein Ge- 
wichtsteil Jod löst sich in 7000 Teilen Wasser); 



§16-19. Einleitung. 5 

16. Kroneckersche Flüssigkeit: 

destilliertes Wasser 100 g 
Chlornatrium 6 » 

Natriumkarbonat 0,06 » 

17. Jod* Jodkalium nach Ranvier. 

100 Wasser, 

2 Jodkalium und 
Jod bis zur Sättigung. 

Diese Flüssigkeit färbt Glykogen, amyloide Substanzen, 
auch Fett, eigenartig und wird auch gebraucht bei Unter- 
suchung von Bindegewebe. 

Das Ganze ist unmittelbar nach der Mischung trüb, klärt 
sich aber nach ein paar Stunden und wird filtriert. 

18. Die meisten Organe lassen sich im frischen 
Zustande nicht in dünne Lamellen, weder mit Rasier- 
noch Doppelmesser, zerlegen; entweder sind sie* zu hart, 
z. B. infolge des Kalkgehaltes, wie Knochen, Zähne, und 
werden durch Entkalken schnittfähig gemacht, wenn sie 
nicht geschliffen werden; oder sie sind zu wenig konsi- 
stent. Will man sie dann doch in dünne Lamellen zer- 
legen, so muß man denselben durch künstliche Behand- 
lung (z. B. Entkalken) eine Konsistenz verleihen, die das 
Schneiden ermöglicht. 

Am besten läßt man weiche Organe gefrieren, oder 
kleinere Stücke trocknen und schneidet sie dann. Ersteres 
verdient den Vorzug, da das Trocknen eine zwar sehr ein- 
fache, aber sehr rohe Methode ist. Trockene Schnitte 
werden untersucht, indem man denselben Wasser zusetzt, 
bis sie ihr ursprüngliches Volumen annähernd erreicht 
haben. 

19. Man kann aber die Objekte auf eine andere Weise 
durch Wasserentziehen, resp. Koagulieren des Eiweißes, 
härten, nämlich durch Alkohol. Man wendet die Alkohol- 
härtung entweder in der Weise an, daß man die nicht zu 
großen Organstücke erst mit schwachen und dann mit 
stärkeren Alkohollösungen behandelt (für ein 1 ccm großes 
Stück mit 50-, 70-, 90 o/oigem Spiritus je 24 Stunden), oder, 
wenn die Stücke sehr klein sind, nicht über ein paar Milli- 
meter im kleinsten Durchmesser, indem man sie direkt mit 
^^.Vo^gem Spiritus und bei den allerkleinsten unter 1 mm 
mit absolutem Alkohol härtet. 



6 Fixation. § 20—22. 

80, Nebenstehende Tabelle zeigt an, wieviel Kubik- 
zentimeter destilliertes Wasser man 100 com Alkohol von 
bestimmtem Prozentgehalt hinzuzufügen hat, um einen 
schwächeren zu erhalten. 

21. An frischen Objekten imd ungefärbten Gefrier- 
schnitten sieht man zwar viele Dinge gar nicht, weil im 
frischen Zustande die Verschiedenheit des Lichtbrechungs- 
vermögens der einzelnen Bestandteile des Protoplasmas 
eine sehr geringe ist. Man sieht aber andererseits vieles, was 
sich an gewöhnlichen stark aufgehellten Dauerpräparaten 
ganz der Beobachtung entzieht, da sie deutüch nur schwach 
lichtbrechende und gefärbte EHemente im Präparat erkennen 
lassen. 

Beim Gefrieren kommt es, wie Key und Retzius 
(82) nachgewiesen haben, durch die sich bildenden Eis- 
kristalle zu Zerreißungen, die beim Auftauen des Schnittes 
kaum bemerkbar sind, aber doch nicht ganz ausgeglichen 
werden. * 

PI enge (96) empfiehlt, die Stücke vor dem Gefrieren- 
lassen mit Formol zu fixieren (es kann schon nach ^1^ bis 
1 Stunde geschnitten werden), für Schnelldiagnosen. Die 
so behandelten Schnitte sind viel resistenter und deshalb 
bequemer zu hantieren. 

Die Härtung mit Alkohol ist ebenfalls für die Erhal- 
tung feiner Strukturen nicht in allen Fällen geeignet, ja in 
sehr vielen Fällen^ z. B. für Kerne, Nerven, Fett, ganz 
unbrauchbar. 

In folgendem beschäftigen wir uns mit der Angabe 
von Methoden, welche die Einsicht in die Struktur mas* 
siger Gewebe \md Organe erlaubt, wobei die Struktur- 
verhältnisse, soviel man beurteilen kann, den im Leben 
bestehenden nach Möglichkeit nahekommen. Es unter- 
liegt aber keinem Zweifel, und das muß man nicht 
aus dem Auge lassen, daß so gewonnene feinere 
Strukturen stets mehr oder weniger Artefakte sind» 
welche im bestimmten Verhältnisse zum Zustande 
im Leben, je nach der Vorbehandlung, stehen. Das 
Studium dieser Artefakte wird wohl die Hauptaufgabe der 
Technik werden. 

2. Kapitel. Fixation für allgemeine Zwecke. 

82. Wir verstehen darimter jene Fixationsmethoden, 
die, traditionell, auf viele, ja manche auf alle Organe an- 
gewandt werden. Sie leisten, auf verschiedene Organe an- 



Beispiel: Man hat 90®/oigen Alkohol und wünscht 70%igen in er- 1 


halten: Man snche die Vertikalieihe des 900/oigen Alkohols. 


verf oljre 1 


dieselbe abwärts bis zur Horizontalreihe des 70<>/oigen Alkohols; an 1 


dieser Ereuzungsstelle findet man die Zahl 31,05; man muß also 1 


31,06 ccm Wasser zu 100 ccm 90%igen Alkohol hinzusetzen, um 70 %igen | 


zu erhalten. 


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8 Fixation. § 23—25. 

gewandt, nicht gleich Gutes, erlauben aber einen Einblick 
in den allgemeinen Aufbau derselben. 

23. Jede Fixierung geschieht in der Regel in der Weise, 
daß man einem frisch getöteten Tiere entnommene Stücke 
in bestimmte Flüssigkeiten, sog. Fixierungsflüssigkeiten, legt. 
Die Größe der einzulegenden Stücke ist eine verschiedene, 
je nach dem Gewebe und dem Diffussionsvermögen der 
Fixierungsflüssigkeit. Ist die Dicke des Stückes eine 
geringe, so kommt die Länge und Breite nicht in Betracht ; 
Beispiel: dünne Membranen, da solche von Fixierungs- 
flüssigkeiten rasch durchdrungen werden. Die Stückgröße 
kann demnach eine beliebige sein, wenn die kleinste Seite 
des Stückes die im folgenden meist angegebene Größe nicht 
überschreitet. Um die Einwirkung der Fixierungsflüssig- 
keit von allen Seiten her zu ermöglichen, ist es aus nahe- 
liegenden Gründen notwendig, den Boden der Gefäße mit 
Glaswolle, Filtrierpapier oder Watte zu bedecken und 
darauf erst die Stücke zu legen. Die Diffusion in die zu 
fixierenden Stücke geht sehr langsam vor sich, deshalb 
belasse man die Objekte, wenn sie größer sind, längere 
Zeit in den Fixierungsflüssigkeiten. Im nachfolgenden 
sind meist minimale Zeiten angegeben. 

24. Man fixiere, wie gesagt, womöglich unmittelbar 
nach dem Tode. Die meisten Organe verändern sich 
rasch; so haben Policard und Garnier 15 Minuten nach 
dem Tode relativ große Veränderungen an der Niere 
wahrgenommen. Die rasche Veränderlichkeit von Magen 
und Pankreas ist allgemein bekannt usw. 

Auffallend sind die Befunde von Bizzozero, daß 
noch 70 — 80 Stunden nach dem Tode in der Leiche Mi- 
tosen zu erkennen sind, und von Burchardt, welcher 
konstatiert hat, daß allerdings gefäßlose exzidierte Epi- 
dermisstückchen, vor Verdunstung und Fäulnis geschützt ge- 
halten, bis zum 12. Tage bei Transplantation anheilen, wie 
sich die faulenden Organe verändern, s. Falk. 

25. Stets hat man, wie schon erwähnt, bei der Fixie- 
rung im Auge zu behalten, daß die Flüssigkeiten die Ob- 
jekte nicht in dem Zustande zu erhalten vermögen, 
in welchem sie im Leben sind; vielmehr sehen wir 
ganz veränderte Verhältnisse und suchen aus diesen auf 
diejenigen zu schließen, welche im Leben herrschen. Der 
Kern der Zelle reagiert anders wie der Zellkörper. 

Obwohl nur die relativ gröberen Verhältnisse durch 
die Fixierungsflüssigkeiten erhalten werden, spricht man 



§ 26—27. Fixation. 9 

doch von der Konservierung eines Objektes. — Auch 
ist zu beachten, daß durch die verschiedenen Reagentien 
die Strukturverhältnisse in ganz verschiedener. Weise 
verändert werden, wie weiter angegeben wird. 

86. Die gröberen Veränderungen, welche die Objekte 
in den Fixierungsflüssigkeiten und bei der folgenden Nach- 
behandlung erleiden, lassen sich häufig schon äußerlich an 
der Änderung in Gestalt, Größe und Farbe des Objektes 
erkennen. So kann z. B. die Schrumpfung (eine infolge der 
Behandlung entstehende, mit einer Volumen Verminderung 
verbundene Gestalts Veränderung) eines größeren Objektes, 
bis dasselbe fixiert, nachbehandelt, gefärbt, durchtränkt, 
geschnitten und eingeschlossen fertig zur Untersuchung 
kommt, 200/o (bei zarten Objekten, z. B. manchen Em- 
bryonen bis zu 400/o) der ursprünglichen Größe betragen, 
bei relativ guter Konservierung jnifaoskopischer Strukturen 
(s. Tellyesniczky 98, 02). Kaiserling und Germer, 
auf Grund ihrer Experimente an Blutzellen, behaupten 
geradezu, daß alle Reagenzien, außer der physiologischen 
(isotonischen) Kochsalzlösung, schrumpfend einwirken. 

27. Bei der Fixierung spielt FSUangr der Elwelßklfrper 
durch die Fixierungsmittel eine wichtige Rolle. Die »Fällungs- 
kraft« zahlreicher Fixierungsmittel hat A. Fischer (99) an 
verschiedenen Eiweißkörpern untersucht, von denen er folgende 
drei herausgreift: 1. Nukleinsäure (aus Hefe), 2. Deuteroalbu- 
mose, 3. Serumalbumin. Die erstere wurde gewählt wegen ihrer 
engen Beziehungen zum Chromatin, die Albumose könnte viel- 
leicht als Verdauungsprodukt in gewissen Geweben erscheinen, 
das Serumalbumin charakterisiert die beiden großen, fixierungs- 
technisch übereinstimmenden Gruppen der Albumine und Glo- 
buline, überhaupt die Gerinnselbildner. Nach dem spezifischen 
Verhalten dieser Eiweißkörper zu den Fixierungsmitteln und 
nach der Löslichkeit oder Unlöslichkeit der Niederschläge in 
Wasser gruppieren sich die wichtigsten Fixierungsmittel fol- 
gendermaßen : 

I. Nukleinsäure wird nicht oder nur durch starke Konzen- 
tration gefällt, Deuteroalbumose wird gar nicht, Serumalbumin 
«owohl aus alkalischen als saueren Lösungen gefällt. 

Salpetersäure, Essigsäure und damit gesäuerter Alkohol. 
Unzuverlässige Fällungsmittel, die im Überschuß oft wieder 
lösen. 
U. Nukleinsäure wird gar nicht, Deuteroalbumose und Serum- 
albumin werden nur aus sauren, nicht aus alkalischen (oder neu- 
tralen) Lösungen gefällt. Die Niederschläge sind unlöslich. 
Osmiumsäure, Kaliumbichromat, Altmanns Gemisch, Müller- 
sche Flüssigkeit, molybdänsaures Ammonium. 



10 Fixation. § 27—28. 

ni. Nukleinsäure, Deuteroalbumose und Serumalbumin werden 
bei jeder Reaktion gefällt. 

1. Die Fällung der Nukleinsäure und der Deuteroalbumose 
ist in Wasser leicht löslich; Serumalbumin wird koa- 
guliert. 

Alkohol, Azeton, Pikrinsäure, Pikrin-Schwefel säure. 

2. Alle Fällungen in Wasser unlöslich. 

Chromsäure, Sublimat, Platinchlorid, Formaldehyd, 
Flemmingsche Flüssigkeit (Chrom-Osmium-Essigsäure), 
Hermannsche Flüssigkeit (Platinchlorid-Osmium-Essig- 
säure). 

Hier würden sich noch die meisten Gemische anschließen, 
z. B. Chrom - Essigsäure , Chrom -Ameisensäure, Chromsäure- 
Platinchlorid, Sublimat-Essigsäure, kurz alle, die mit Chrom- 
säure oder Sublimat oder Platinchlorid versetzt sind, wenn 
auch die andere Komponente zu Gruppe I, II oder III gehört. 

Eingehend bespricht Fischer (99) auch die Bedeutung des 
Um'standes, daß Eiweißkörper, welche durch Fixierungsmittel 
mit geringer Fällungskraft nicht gefäUt wurden, bei der Nach- 
behandlung durch Alkohol gefällt werden können, so daß 
das schließliche Resultat oft weniger der angewandten Fixie- 
rungsflüssigkeit als der Nachbehandlung mit Alkohol zuzu- 
schreiben ist. 

Wenn auch nicht alle Beobachtungen Fischers an Ei- 
weißkörpem in vitro ohne weiteres auf die lebende 
Zelle übertragen werden dürfen, so enthalten sie doch das 
erste methodische Studium der Fixierungsmittel und lehren auf 
jeden Fall so viel, daß nicht sämtliche in der Zelle nach Ein- 
wirkung von Fixierungsmitteln sichtbare Strukturen, ins- 
besondere jedes Kömchen, auch schon im Leben als vor- 
handen betrachtet werden müssen. Damit soll jedoch nicht 
gesagt sein, daß alle Strukturen in fixierten Objekten Kunst- 
produkte, Gerinnungserscheinungen sind; wir können viel- 
mehr behaupten, daß eine große Anzahl Differenzierungen des 
Protoplasmas und des Kernes, welche wir direkt im Leben 
zu beobachten imstande sind (Flemming 82), durch gewisse 
Fixierungsmittel erhalten werden. A. Fischer hat uns für 
alle Fälle gezeigt, auf welche Punkte bei der Fixierung der 
Zellen zunächst zu achten ist. 

Wir schildern der Reihe nach die heute gebräuch- 
lichsten Fixierungsflüssigkeiten (vgl. Tellyesniczky, 98 
und 02). 

28. Alkohol, angewendet in der in § 19 geschilderten 
Weise, namentlich in stärkeren Konzentrationen (907o^g> 
absolut), kann, wenn es sich nicht um feinere Struktur- 
verhältnisse handelt, auch als Fixierungsflüssigkeit dienen. 



Fixation. It 

29. Nach Fischer (99) wird der Alkohol infolge seiner 
großen allseitigen Fällungskraft und der Koagulierung der 
meisten Eiweißkörper wohl geeignet sein, dauerhafte Nieder- 
schläge zu bilden, während er anderseits vollkommen untaug- 
lich ist, aus Albumosen und Nukleinsäure bestehende, im 
Leben noch ganz oder halb gelöste Bestandteile der Zelle in 
den Präparaten zu erhalten. 

80. Ein sehr auffälliges Kunstprodukt nach der Alkohol- 
behandlung soll hier erwähnt werden : das Protoplasma und die 
Kemsubstanz entfernen sich innerhalb der Zelle möglichst 
weit von der Oberfläche des in Spiritus fixierten Stückes 
und werden in der sonst leeren Zelle wandständig (»die Flucht 
des Inhaltes der Zelle gegen den Mittelpunkt des Stückes «> 
Tellyesniczky 98). Diese Veränderungen sind an der Peri- 
pherie des Objektes am auffallendsten. 

Sl« Alkohol mit Zusatz von Eisessig bis zu 25% kurze 
Zeit, nicht über ein paar Stunden angewandt, dringt rasch 
ein und fixiert besser. Nach der Fixierung überträgt man 
die Stücke direkt in reinen Alkohol. 

32. Ghroms&ure, gegenwärtig selten allein gebraucht, 
wird meistens in einer Vs* bis 1/2% igen wässerigen Lösung 
angewandt. Die zu fixierenden Stücke, je kleiner, desto 
besser, nicht über 1 cm im kleinsten Durchmesser betragend, 
werden in sehr viel Chromsäure, mindestens 50 mal mehr 
Flüssigkeit als das Volumen des zu fixierenden Stückes 
beträgt, auf 24 Stunden gelegt. Bei größeren Stücken kann 
die Flüssigkeit nach 24 Stimden gewechselt werden und 
das Stück in einer frischen, ebenso starken oder etwas 
stärkeren, etwa V2Voig6ii> abermals 24 Stunden und länger 
verbleiben. Die Stücke werden nun ausgewässert, und zwar 
in großen Mengen Wassers, das oft gewechselt wird, oder 
noch besser im fließenden Wasser. Das Auswaschen 
dauert mindestens 24 Stunden; es sollen die Stücke nach 
dem Auswaschen möglichst wenig von der gelben Chrom- 
farbe mehr besitzen. Behandlung im Dunkeln. 

Sehr bequem zum Auswaschen von Präparaten ist eine 
Spritzflasche von etwas dickerem Glas wie gewöhnlich, in 
welche die auszuwaschenden Präparate hineingebracht 
werden \md welche dann durch die kurze Röhre mit 
Gummischlauch an die Wasserleitung angeschlossen wird 
(Muthmann). 

Aus dem Wasser kommen die fixierten, fast farblosen 
Stücke auf 24 Stimden in TOVoig^ii Spiritus, um nach 
24 Stunden in 90% igen Spiritus übertragen zu werden. 
Die Menge des zu benutzenden Spiritus muß mindestens 



12 Fixation. § 83—36. 

das Volumen des Stückes 50 mal überschreiten. Letztere 
Operationen werden im Dmikeln vorgenommen. 

Die Chromsäure wurde zuerst von Jacobson und Han- 
nover (40) als Fixati onsflüssigkeit empfohlen und wurde eine 
Zeitlang sehr allgemein benutzt; sie fixiert die chromatischen 
Substanzen des Kernes in der angegebenen Konzentration 
ziemlich gut, nicht aber das Pi'otoplasma. Sehr starke und 
sehr verdünnte Konzentrationen zerstören den Kerninhalt. Den 
Gebrauch von dünnen Lösungen führte Max Schnitze ein. 

Die Chromsäure geht mit Eiweiß und Leim schwer- 
lösliche Verbindungen ein und wird deshalb als Fixierungs- 
mittel gebraucht (v. Tappeiner (90)). 

33. Chromessigsäure, d. h. eine ^^Voig^ Chromsäure 
mit 5% Eisessig, fixiert besser als Chromsäure allein, 

34. Essigsäure allein wird nicht, oder nur in seltenen 
Fällen, als Fixierungsflüssigkeit angewendet. Sie spielt aber 
'eine wichtige Rolle bei fast allen gut fixierenden Flüssig- 
keiten. Setzt man verdünnte Essigsäure frischen Präpa- 
raten zu, so treten die Kerne deutlich hervor; Essigsäure 
löst zum Teil das Protoplasma der Zelle, und der Kern wird 
dunkler infolge der in ihm entstehenden Niederschläge. 

35. Das doppelt chromsaure Kalium (Synonyme: 
saures chromsaures KaHum, dichromsaures KaJium, Ka- 
liumbichromat) in von 2 auf 5% ansteigender (d. h. zu- 
erst in 2^/oigeTy beim Wechseln S^/oiger, dann 4 etc.) 
wässeriger Lösung, die Müll ersehe und Erlickische 
Flüssigkeit kommen bei der Untersuchimg verschiedener 
Organe in Anwendung. Das Kalium bichromicum und die 
MüUersche Flüssigkeit werden ziemlich in gleicher Weise 
benutzt, aber, wie gesagt, Kalium bichromicum in an- 
steigender Konzentration. Auch hier empfiehlt sich Be- 
handlung im Dunkeln. Die Zellen im ganzen werden 
gut erhalten. 

36. Die Kerne konservieren sich in Kaliumbichro- 

mat besonders schlecht, werden oft homogen (Tellyes- 
niczky,Held). Burchardt sagt in seiner ausführlichen 
Arbeit, daß unter den Chromsalzen, z. B. die des Kaliums, 
Natriums (vgl. Müller sehe Flüssigkeit) Litiums usw. kem- 
zerstörend sind ; dagegen die Bichromate von Calcium, Ba- 
rium und Cuprum die Chromatinstruktur des Kernes er- 
halten. Es gibt eine Anzahl gut fixierender Flüssigkeiten, 
welche auch die Struktur der Zellkörper erhalten. Ich 
führe drei davon an: a) Calcium bichr. 4^0 — 6Ö Vol., 



§ 37—41. Fixation. IS 

Kalium bichr. 5 Vo — 30 Vol., Eisessig 5 Vol. b) Barium bichr. 
40/0— 80 Vol., Kalium bichr. 57o— 30Vol., Eisessig 5 Vol. 
c) Cupr. bichr. 60/0— 6OV0I., Kalium bichr. 30 Vol., Eis^ 
essig 5%. 

37. Die Mfillersche (59) Flüssigkeit besteht aus 2 bis 
2 V2 g Kalium bichromicum, 1 g Natrium sulfuricum und 
100 com Wasser. 

Nicht allzu große Stücke werden in diesen Flüssig- 
keiten sehr lange Zeit im Dunkeln fixiert; in der ersten 
Woche wird die Flüssigkeit alle zwei Tage gewechselt^ 
später jede Woche zweimal; mitteldicke Objekte (wie schon 
gesagt worden, kommt bei der Beurteilung der Größe des 
Stückes die kleinste Dimension desselben in Betracht), wie 
z. B. Rückenmark des Menschen, brauchen mindestens 6 
bis 8 Wochen. Fixierungsresultate wie bei Kaliumbichro- 
mat allein. 

Das Originalrezept lautet: »Ich wende hierzu meist eine 
Flüssigkeit an, welche doppelt chromsaures Kali und schwefel- 
saures Natron enthält, von jedem etwa 1Vj*^/o o<l6r von dem 
einen etwas mehr, von dem andern weniger. Dazu setzt man 
noch etwas Chromsäure, je nachdem man mehr oder weniger 
erhärten will.« Müller H. (59). 

38. Beträchtlich kürzere Zeit bei ziemlich gleichen 
Resultaten und bei gleicher Anwendung nimmt die Er- 
lickisclie Flüssigkeit in Anspruch. Sie besteht aus 2 V2 g 
Kalium bichromicum, 1/2 g Cuprum sulfuricum und 100 ccm 
Wasser. 

Man wechselt die Flüssigkeit alle zwei Tage. Die 
Fixierung erfolgt in 3 — 4 mal kürzerer Zeit wie bei der 
Müllerschen. 

39. Orths Gemisch besteht aus 9 Teilen Müll er scher 
Flüssigkeit und 1 Teil Formol. Die Fixierung geht rascher 
vor sich, und die Resultate der Fixierimg sind unvergleich- 
lich besser wie bei Müller scher Flüssigkeit allein. 

40. Tellyesniczky (98) empfiehlt, 3%\gem Kalium 
bichromicum 5 Prozent Essigsäure zuzusetzen, nur 1-2 Tage zu 
fixieren, in reichlichem Wasser auszuwaschen und die Nach- 
behandlung mit 15%igem Alkohol zu beginnen (im Dun- 
keln). Diese Fixierungsflüssigkeit fixiert Kerne und Pro- 
toplasma gleich gut, sie dringt rasch ein und ist sehr ein- 
fach anzufertigen. Die Essigsäure füge man unmittelbar 
vor dem Gebrauch hinzu. 

41. Die Bedeutung des EssigsäiA-ezusatzes zu Kalium- 
bichromat erhellt aus den Untersuchungen von A. Fischer 



14 Fixation. § 42—46. 

{99), indem durch Kaliumbichromat zahlreiche Eiweißkörper, 
namentlich aus alkalischer Lösung, nicht gefällt werden, 
die alle beim Ansäuern sofort ausfallen. Außerdem diffun- 
diert Essigsäure sehr rasch. Eine ähnliche Rolle spielt 
die Essigsäure als Komponente anderer Fixierungsflüssig- 
keiten. 

42. Bei langsam fixierenden Flüssigkeiten kommt es 
klar zum Ausdruck, von welch großem Einflufi die Tem- 
peratur ist. Bei höherer Temperatur braucht man nämlich 
viel kürzere Zeit wie bei niederer; so kann man mit Er- 
lickißcher Flüssigkeit beispielsweise in einem künstlich auf 
4Cfi geheizten Räume, vor Verdunstung geschützt, ein Rücken- 
mark des Menschen in 4 — 5 Tagen genügend fixieren. 

MüUersche Flüssigkeit bei einer Temperatur von 30 
bis 40 •* C, also im Thermostat, fixiert in 8 — 10 Tagen. 

Der Flüssigkeit setze man in diesem Falle etwas Kampfer 
zu (gegen Mikroorganismen). Hier, wie überall, mache man 
es sich zur Regel, den Boden der Gefäße mit Glaswolle, Filtrier- 
papier oder Watte zu bedecken und darauf die zu behandelnden 
Stücke zu legen, damit sie von allen Seiten von der fixierenden 
Flüssigkeit umspült werden. 

Für allgemeine Zwecke werden in der Regel die fixierten 
Stücke mit oft zu wechselndem, resp. fließendem Wasser 
ausgewaschen» bis sie keine Farbe mehr abgeben, 1 — 2 Tage, 
dann in 70% igen Spiritus auf 24 Stunden übertragen, 
dann in SOo/ßigen. 

43. Um die lästigen Niederschläge nach der Fixierung mit 
Erlickischer Flüssigkeit zu beseitigen, genügt nach Löwen- 
thal ein Einlegen derselben vor Behandlung mit Alkohol in 
Vi7oig6 Chromsäure oder aber in warmes Wasser oder ein 
schwach mit Salzsäure angesäuertes Wasser (Edinger). 

44. Die oben erwähnten Substanzen eignen sich nicht für 
das Studium der Kerne, da letztere stark angegriffen und 
deren Bestandteile zum Teil darin gelöst werden. Diese Flüssig- 
keiten werden gegenwärtig viel weniger wie früher gebraucht, 
spielen aber noch heute, namentlich bei der Untersuchung 
des Nervensystems und des Auges, eine wichtige Rolle. 

45. Man gewöhne sich, mit chromhaltigen Flüssigkeiten 
im Dunkeln zu fixieren, namentlich ist es absolut nötig, 
wenn die Stücke in Alkohol kommen. Es bilden sich sonst 
sehr störende künstliche Pigmente, welche unter Umständen 
für natürliche gehalten werden können (H. Virchow). 

46. Osmiumtetroxyd, Synonyme: Überosmiumsäure. 
Osmiumsäure, wurde auf Veranlassung von F. E. Schulze 



S 47—48. Fixation. 16 

von Max Schulze und Rudnef f (65) in die Technik ein- 
geführt Die Osmiumsäure ist sehr teuer, lg kostet ca. 5 Mark; 
sie ist sehr giftig, und die Dämpfe derselben greifen die 
Schleimhäute stark an. Aus der wässerigen Osmiumsäure- 
lösimg bewirken die reduzierenden Agentien (auch Sonnen- 
licht) das Ausscheiden des metallischen schwarzen Osmiums ; 
dieselbe wird deshalb in schwarzen oder gelben Flaschen 
aufbewahrt. Fügt man zu 100 ccm der Lösung 10 Tropfen 
einer konzentrierten Sublimatlösung, so bleibt sie, auch dem 
Lichte ausgesetzt, im verändert (Paul Mayer Ol). Die 
Osmiumsäure ist in hermetisch verschlossenen, gewöhnlich 
0,5 oder 1 g haltigen Gläsern käuflich. 

47. Die Überosmiumsäure wird in einer ^/2- bis 1-, ja 
2% igen wässerigen Lösung angewandt. Gewöhnlich nimmt 
man eine l%ige Lösung. Die Osmiumsäure fixiert momen- 
tan, dringt aber nicht tief genug in die zu fixierenden Stücke 
ein ; man wähle deshalb möglichst kleine Stücke, denn bei 
einem größeren werden bloß die an der Oberfläche des 
Organs gelegenen Zonen etwa ^/iq mm tief durch die Os- 
miumsäure fixiert. Die Osmiumsäure hebt verschiedenes 
hervor, indem sie gleichzeitig durch Oxydieren die natür- 
lichen Farben verschiedener Gewebe verschieden verändert. 
So werden die Kerne schmutzig-gelb, Muskeln und elastische 
Fasern graubraun, Oleinfett, Milchkügelchen und Nerven- 
mark schwarz; es bilden sich dabei keine Myelintropfen, 
das Mark wird aber sehr brüchig. In einem sehr gut ver- 
schlossenen Glase läßt man die Flüssigkeit etwa 24 Stunden 
einwirken, man spült die Stücke etwa 2 Stunden, auch 
länger, mit destilliertem Wasser ab und überträgt dieselben 
direkt in 90% igen Spiritus (einige raten auch bei Osmium- 
säure den Gebrauch allmählich verstärkten Alkohols), wo 
sie bis zum weiteren Bearbeiten verbleiben. Osmiumsäure 
konserviert die Form der Zelle im ganzen sehr gut, fixiert 
aber die Strukturen in der Zelle schlecht. 

48. Nervenmark schwärzt sich auch an mit Chromsäure 
und Chromsäuresalzen fixierten Objekten. Auf vorgefärbte 
Präparate, welche eine geeignete Fixierung erhalten haben, 
kann die Osmiumsäure ebenfalls angewendet werden. 

Die Marksubstanz der Nebenniere schwärzt sich in ihr; 
die Außenglieder der Stäbchen der Retina des Frosches 
(nicht der Säugetiere) werden in ihr geschwärzt usw. Das 
Protoplasma embryonaler Zellen färbt sich viel intensiver 
wie das der fertigen (s. Nervensystem). 



16 Fixation. § 49— Ö4^ 

49. Die Osmiumsäure wird auch in Dainpfform an- 
gewandt (Hensen), namentlich, wenn sehr kleine Gewebs- 
teile oder Organismen sehr rasch getötet werden sollen. 

Die Osmlnmsftare-Bftaeheniiigr geschieht so, daß in ein 
Glas auf den Boden einige Tropfen Osmiumsäure gebracht 
werden. Man lege das Objekt oder hänge es mit einem Faden 
in das Glas, so daß das Objekt selbst von der Osmiumsäure 
nicht berührt wird, und bedecke das Glas mit einem Glas- 
deckel. 

50. Die mit Osmiumsäure fixierten Objekte lassen nach 
Flemming auch eine Nachfärbung mit Hämatoxylin oder 
mit Alaunkarmin zu, besonders schön werden Präparate 
der Retina. 

51. 0. Schnitze färbt mit guten Resultaten die mit 
0,5^0 Osminsäure- und dann mit lo/^iger KaHumbichromat- 
lösung mehrere Tage behandelten Stücke mit Alaun- 
cochenille; die Stücke werden aus dem Kaliumbichromat 
direkt in die Farbe übertragen, und es färben sich die 
Kerne besonders gut. 

52. Osmiumsäure allein ist nach A. Fischer (99) ein sehr 
schwaches und unvollständiges Fällungsmittel für Eiweiß- 
körper. Sie erzeugt nur dann Niederschläge in den Zellen 
(Gerinnungen), wenn sie sauer reagieren ; alkalischem Zellinhalt 
gegenüber wird sie stets versagen. Bei geringem Ansäuern 
mit Essigsäure fallen die genannten Stoffe sofort in wasser« 
unlöslicher Form aus. Bei der in § 53 erwähnten Flüssigkeit 
z. B. werden die zu fixierenden Elemente durch die rasch 
diffundierende Essigsäure angesäuert, bevor die Wirkung der 
Osmiumsäure zur Geltung kommt. 

53. Als eine ausgezeichnete Fixierungsflüssigkeit für 
Kerne und Protoplasmastrukturen wird die Chrom-Essig- 
Osmiamsäure-Mischung von Flemming (82, 84 und 95 a) 
angesehen. Die Formel für diese heißt: Chromsäure l^foig 
15 Vol., Osmiumsäure 2% ig 4 Vol., Eisessig 1 Vol. 

54« Die Anwendung dieser Flüssigkeit ist eine sehr 
ausgiebige, und zwar für die Gewebe der erwachsenen und 
sich entwickelnden Tiere. Man braucht nicht sehr viel 
von der Flüssigkeit beim Fixieren immer kleiner Stücke» 
nicht über ^/g cm Seite, anzuwenden. Man läßt die Flüssig- 
keit wenigstens 24 Stunden, besser länger, selbst wochenlang 
einwirken, wäscht die so fixierten Stücke 24 Stunden in 
fließendem Wasser aus und überführt sie dann durch 
70 o/o igen und 80 böigen Spiritus, je 24 Stunden angewendet^ 
in 90 o/o igen Spiritus. Flemmingsche Flüssigkeit fixiert 
Kern und Protoplasma gleich gut, auch die feinsten Struk- 



§ 55—60. Fixation. 17 

turen. Weitere Studien werden zeigen, ob letztere Be- 
hauptung berechtigt ist. 

55. Die beste Färbung der Schnitte nach dieser Fixation 
ist die mit Safranin. Alles das, was mit Safranin bei einer 
bestimmten Anwendung desselben intensiv rot gefärbt bleibt, 
wird für Chromatin gehalten. 

66. Eine schwächere, von Flemming angegebene LSsuiig^ 
ist folgende : auf 100 g Wasser : Chromsäure V4 g, Osmiumsäure 
Vio g» Eisessig Vio g- Bieses schwächere Gemisch wird aus 
dem in § 53 erwähnten, durch Verdünnung mit dem doppelten 
Volumen Wasser hergestellt; es wird nur selten angewendet. 

57. Folsche (84) Mischung: Osmiumsäure l^oig 
2 Vol., Chromsäure l^oig 25 Vol., Eisessig 20/oig 5 Vol., 
Wasser 68 Vol. Anwendung wie die der Flemmingschen 
Lösung. 

58. Uermannsche Mischung. Ebenfalls mit ausge- 
zeichnetem Erfolg wendet man Platinchlorid-Osmiumsäure- 
Eisessig (1 o/p ige wässerige Platinchlorid- Lösung 15 ccm, 
2 % ige Osmiumsäure 4 ccm und Eisessig 1 ccm) an. Be- 
handlung wie mit Flemmingscher Flüssigkeit (Her- 
mann [93]). 

59« Flemming (91) hat darauf aufmerksam gemacht, 
daß die chromatischen Substanzen in Hermannscher 
Flüssigkeit etwas quellen, und deshalb z. B. die frühen 
Verdoppelimgsstadien der Chromosomen an in ihr fixierten 
Objekten nicht zu sehen sind. 

Nach dieser, sowie der Flemmingschen Lösimg und 
ähnüchen Osmiumgemischen, kann roher Holzessig in An- 
wendung kommen. Man läßt die Objekte im letzteren 
12 — 24 Stunden liegen, wäscht kurz aus und behandelt mit 
Alkohol. Es tritt schon hierbei eine eigentümliche Fär- 
bung des Objektes ein, welche eine nachträgliche Färbung 
desselben oft entbehrlich macht (Hermann [93]). 

Von den von vom Rath (95) angegebenen Flüssigkeiten 
erwähnen wir drei: §§ 60, 61, 62. 

60. Die Pikrinosmium - Essigsäure. Zu 1000 ccm 
kalt gesättigter wässeriger Pikrinsäurelösung werden 1 g 
Osmiumsäure und nach einigen Stunden 4 ccm Eisessig 
hinzugefügt. Fixierung je nach der Größe des Objektes 
V4 — 1 oder 24 — 48 Stunden , dann direkt in 75 0/0 ig^i^ 
Alkohol. (Ein anderes Rezept lautet: 200 ccm Pikrinsäure- 
lösung, 12 ccm einer 12% igen Osmiumsäure und 2 ccm 
Eisessig.) Lange färben. Die Kerne und das Protoplasma 
werden gleich gut fixiert. 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 2 



18 . Fixation. §61—64. 

61. Die Pikrinosmiam-PJatinehlorid-Esslgrsftare« Zu 200 ccm 

wässeriger konzentrierter Pikrinsäure gieße man 25 ccm einer 
2°/oigen wässerigen Osmium säure, ferner 1 g Platinchlorid in 
10 ccm Wasser gelöst und schließlich 2 ccm Eisessig zu (starke 
Lösung). Will man eine schwache Lösung, so nehme man nur 
12 ccm einer 2 °/o igen Osmiumsäure an Steile von 25 ccm. Ein- 
wirkung, je nach Größe des Objektes V* Stunde bis tagelang, 
im letzteren Fall muß die Flüssigkeit gewechselt werden. Über- 
tragen in 75, dann in 95 '/q igen und absoluten Alkohol nach 
eventueller 12 — 24 stündiger Behandlung mit unreinem Holz- 
essig. In Safranin und dann Hämatoxylin lange färben, auch 
ungefärbt untersuchen. 

62. Pikrin-Sabllmat-OsmIamsSiire. Man gebe zu 100 ccm 
wässeriger Pikrinsäure 100 ccm Sublimatlösung und dann 
20 ccm 2 ^Iq iger Osmiumsäure. (Man kann auch noch 2 ccm 
Eisessig hinzufügen.) Nachbehandlung mit rohem Holzessig 
oder Tannin, Enflernung von Sublimatniederschlägen mit Jod- 
alkohol. Lange färben. 

63. Sublimat (Hydrargyrum bichloratum, Quecksilber- 
chlorid, in dieser Gebrauchsart eingeführt von A. Lang [78]. 
1 Teil löst sich in 16 Wasser, oder 4 Alkohol absolutus 
oder 4 Äther ; Lösungen von Sublimat in Wasser sind halt- 
barer bei Kochsalzzusatz) wird für gewöhnlich in einer 
gesättigten Lösung angewandt. Man stellt diese am besten 
folgendermaßen her : Man nehme etwa 75 g Sublimat auf 
10CN3 Wasser und löse es durch Erwärmen, filtriere die 
warme Lösung und lasse sie erkalten. Haben sich am 
Boden des kalt gewordenen Gefäßes weiße Kristallnadeln 
gebildet, so ist die überstehende Flüssigkeit als eine ge- 
sättigte zu betrachten. Stücke, nicht über ^/g cm Seite, 
werden in dieser Flüssigkeit je nach der Größe 3 bis 
24 Stunden fixiert, hierauf mit lO^/oigem Spiritus 24 Stunden 
lang behandelt, auf ebenso lange Zeit in 80^0 igen über- 
tragen und in 90%igem Spiritus bis zur Bearbeitung auf- 
bewahrt. Vor der Behandlung mit Spiritus kann auch 
kurze Zeit mit Wasser oder besser mit physiologischer 
Kochsalzlösung gewaschen werden. 

64. Da die Lösung eine gesättigte, auch in den Ge- 
mischen eine sehr starke ist (dieses gilt auch für Sublimat- 
gemische, 8. u.), so kommt es namentlich bei Temperatur- 
schwankungen im Zimmer zur Bildung von Kristallen 
in den zu fixierenden Stücken. Dabei kommt es nur 
selten zu bemerklichen Zerreißungen und Dislokationen in 
den Geweben. Die Kristalle erscheinen bei durchfallendem 
Lichte schwarz und verdecken so das Darunterliegende ; es 
ist also wünschenswert, diese Kristalle zu entfernen, ohne 



§ 65—70. Fixation. 19 

dabei die fixierten Gewebe irgendwie zu alterieren. Man 
tut am besten, wenn man kleine Mengen (einige Tropfen 
auf 100 ccm) einer Jodtinktur P. Mayer [87] (eine ge- 
sättigte alkoholische Jodlösung) oder Jodjodkalium in 
Wasser (s. § 17) zu dem wasserentziehenden Spiritus hin- 
zusetzt. (Ich ziehe die Jodtinktur vor). Es darf Jod so 
lange hinzugesetzt werden, bis die gelbe Farbe der Flüssig- 
keit nicht mehr schwindet, und zwar kann dieser Zusatz 
sowohl zu dem 70o/oigen Spiritus, als zu dem in Folge 
anzuwendenden erfolgen. Der nicht selten entstehende 
rote Niederschlag nach dem Gebrauch der Jodlösungen 
löst sich in Jodkalium. Die störenden Sublimatkristalle in 
den fixierten Stücken werden dadurch entfernt. 

65. Es wird oft empfohlen, die Sublimatkristalle erst auf 
Schnitten zu entfernen; Spuler (03) rät unter allen Um- 
ständen an, die Entfernung der Kristalle in Stücken vor- 
zunehmen. 

66« Für Sublimat hat man metallene Instrumente zu 
meiden; man verwende Hornlöffel, Glasnadeln und Holz- 
stäbchen. Sublimat läßt die meisten Färbungen zu, die 
Anilinfarben nicht ausgeschlossen; neben den Schnitt- 
färbungen sind besonders die Stückfärbungen, z. B. mit 
Boraxkarmin und Parakarmin vor dem Schneiden zu emp- 
fehlen. Sublimat aUein verursacht Protoplasmaschrump- 
fungen, soll aber Kerne besser, als in Verbindung mit 
anderen Stoffen, konservieren. 

€?• Eine raschere Fixation erhält man bei Anwen- 
dung einer auf etwa 40 ^ C erwärmten Sublimatlösung (im 
Thermostat). Stärkere Erhitzung auf die Koagulations- 
temperatur des Eiweißes, oder gar bis zum Kochen, geben 
auch für kleinere Objekte weniger reine Resultate, da hier 
mehr die Wärme, als die Wirkung des Sublimats aUein 
zur Geltung kommt. 

68« Sublimat-Kochsalzlösung; statt Wasser nehme 
man 0,75% Kochsalzlösung. Anwendung wie Subümat- 
wasser. 

69« »In der mit Sublimat gesättigten 4,5% igen Rohr- 
zaekerlösung haben wir eine für Warmblüter isotonische 
Fixierungsflüssigkeit gefunden, in der das Volumen der 
Organe so gut wie unverändert bleibt.« Stoelzner. 

70. Sublimatalkohol: 3 bis 4 g Sublimat, 0,5 g Koch- 
salz, 100 ccm 50®/oiger Spiritus, 12 bis 24 Stunden fixieren, 
dann Alkohol mit Jodzusatz etc., wie oben. 

2* 



20 Fixation. § 71— 76* 

71« Sublimat- Eisessig (Lang). Eine gegenwärtig 
viel gebrauchte Flüssigkeit, welche für embryonales Gewebe 
und für wenig Bindegewebe enthaltende Organe Vorzüg- 
liches leistet. Man nimmt eine gesättigte wässerige Sublimat- 
lösung und fügt, je nach Umständen, 5 bis 10% Eisessig hin- 
zu. Nach 2 bis 3 Stunden (auch länger) wird in schwachen 
Alkohol (36%) übertragen, welcher allmählich durch stär- 
keren ersetzt wird. Bei größeren Stücken ist die Nach- 
fixierung nach § 63 oder 68 anzuraten. Wird viel gebraucht 
für Kern- und Protoplasmastudien. 

72. Sublimat - ChromsSure (Lo Bianco). Konzentrierte 
wässerige Sublimatlösung und l%ige Ohromsäure werden im 
Verhältnis von 2 Vol. zu 1 Vol. gemischt. Darin wird, je nach 
der Größe des Objektes, 2 bis 4 Stunden fixiert, dann wird 
mit Wasser abgespült und in 70^/oigen Alkohol mit Jodzusatz 
wie in § 63 übertragen. Nur für kleine Objekte nicht über 
Vt cm im Durchmesser. Die Methode wird für spezielle Zwecke 
angewandt. 

73. Zenkersche Flüssigkeit. Zu 100 ccm Müller- 
scher Flüssigkeit fügt Zenker (94) 5 g Sublimat und 5 ccm 
Eisessig hinzu. Die Stücke werden in diesem Gemisch je 
nach der Größe bis zu 24 Stunden belassen, mit fließendem 
Wasser ausgewaschen und allmähhch in starken Alkohol 
überführt. Die Zenkersche Flüssigkeit dringt sehr leicht 
in die Gewebe und fixiert Kern- und Protoplasmastruk- 
turen gleich gut, ohne hierbei das Färbungsvermögen der 
Elemente zu beeinträchtigen (siehe auch Mercier [94] 
und Spuler [03]). 

74« Uelly nimmt statt Eisessig 5 ccm Formol. Seine 
Flüssigkeit soll schneller wie die vorige eindringen, man 
darf sie aber nicht länger als 6 Stunden einwirken lassen, 
womögüch im Thermostat. Größere Stücke fixiert man mit 
Müll er scher Flüssigkeit nach. Sorgfältiges Waschen mit 
gewöhnhchem und dann mit destilliertem Wasser folgt nach. 

7 5« Allesubümathaltigen Fixierungsflüssigkeiten können 
Niederschläge geben, welche zu zahlreichen Mißverständ- 
nissen in vielen Arbeiten geführt haben. Das Studium 
dieser Niederschläge ist demnach unentbehrlich. 

76. Eine 2— 3 o/p ige Salpetersäure (gemeint ist Aci- 
dum nitricum purissimum mit 70®/p Säuregehalt und mit 
1,40 spezifischem Gewicht) auf kleine Stücke angewandt, 
liefert sehr Gutes ; die Kernstrukturen namentlich erhalten 
sich gut. Man fixiere nicht über 6 Stunden und übertrage 
die Objekte direkt in 70% igen Spiritus, welcher nach 



§ 77—79. Fixation, 21 

24 Stunden mit 80%igeDa und nach abermals 24 Stunden 
nait 90%igem vertauscht wird, b^/oige und stärkere Lö- 
sungen verursachen Schrumpfungen, besonders an der 
Oberfläche des eingelegten Stückes; Chromatin erscheint 
vakuolisiert (Tellyesniczky). 

77« Kalt gesättigte wässerige Plkrinsftiire-Lösuiig (es löst 
sich ungefähr 1 g Pikrinsäure in 100 ccm kalten Wassers) 
allein kann mit !^olg für kleinere und auch mittelgroße Ob- 
jekte als Fixierungsflüssigkeit angewandt werden. Man kann 
sie, je nach der Größe des Objektes, einige Tage und selbst 
Wochen wirken lassen, auswaschen mit Spiritus von 70®/o. 
Letztere Prozedur, wenn man sie bis zur Entfärbung der Oh- 
jekte durchführen will, ist kostspielig. Färhung mit Häma- 
toxylin, Karmin usw. 

Pikrinsäure (allein oder in Kombination mit Überosmium- 
säure) wurde zuerst von Gasser (78) empfohlen. 

Bei Pikrinsäurefixierung erscheinen die ruhenden Keime 
oft homogen, Mitosen dagegen konservieren sich besser. 
Pikrinsäure gibt mit basischen Anilinfarben Niederschläge, 
keine aber mit sauren. 

78. Für Organe, die nicht viel Bindegewebe enthalten, 
und namentlich für embryologische Zwecke, wendet man 
die Pikrin-Schwef elsäupe von Kleinen berg (s. in Foster 
undBalfour 76) resp. die Pikrin-Salpetersäure von Paul 
Mayer (81), an. Die erstere Flüssigkeit wird in folgender 
Weise dargestellt: Man ninmit eine gesättigte Pikrinsäure- 
lösung in Wasser und bringt 1 Volumen konzentrierte 
Schwefelsäure in 1(X) Pikrinsäure, wobei sich ein reich- 
licher Niederschlag bildet. Nach 24 Stunden wird filtriert 
und das Filtrat mit zweifachem Volumen Wasser versetzt. 

79. Die Pikrin-Salpetersäure wird in der Weise bereitet, 
daß man zu 100 ccm gesättigter wässeriger Pikrinsäure 
2 ccm offizineller Salpetersäure zusetzt; es bildet sich nach 
und nach ein Niederschlag, der durch Filtrieren entfernt 
wird. Die so gewonnene Flüssigkeit ist nun zum Gebrauche 
fertig. 

Es werden möglichst kleine Stücke, auf keinen Fall 
über 1/2 cm Seite, in einer der beiden zuletzt genannten 
Flüssigkeiten nicht viel über 3 Stunden belassen. Die 
intensiv gelb gewordenen Stücke kommen in 70 ^/o igen 
Spiritus (Wasser darf nicht in Anwendung kommen) auf 
24 Stunden und werden dann mit oft zu wechselndem 
öOVoigem Spiritus gewaschen, bis die gelbe Farbe fast voll- 
ständig verschwindet. Pikrin-Schwef elsäure und Pikrin- 
Salpetersäure fixieren die Mitosen besonders gut. Man färbt 



22 Fixation. § 80—85. 

mit besonderem Erfolg Schnitte, so fixierten Präparaten 
entnommen, mit Hämatoxylinpräparaten. 

80. Pikrinsublimat« Babl (94) empfiehlt folgendes Ge- 
misch: konz. wässerige Sublimatlösung 1 Vol., konz. wässerige 
Pikrinsäurelösung 1 Vol., Aqua dest. 2 Vol. ; Fixierung 12 Stunden ; 
dann ein paar Stunden in Wasser, dann in Alkohol von an- 
fangs schwacher, jedoch rasch ansteigender Konzentration, so 
daß das Präparat schon nach etwa 24 Stunden in starkem, 80 
bis 90°/oigem Alkohol liegt. Jodtinkturzusatz zum absoluten 
Alkohol. Speziell für Embryonen, namentlich ältere, auch für 
Keimscheiben. 

Schaffer (96) empfiehlt diese Lösung unverdünnt (also 
Sublimatiösung 1 Vol., Pikrinsäurelösung 1 Vol.) für Gewebe und 
Organe. Das Auswaschen nach der Fixierung (12—48 Stunden) 
soll unterbleiben, vielmehr kommen die Stücke direkt in Al- 
kohol, dem man Jodtinktur und Lithionkarbonat zur Entfer- 
nung des Sublimats und der Pikrinsäure zufügt. 

81. Per^nyisehe (82) FlUssigrkeit hat folgende Zusammen- 
setzung: Salpetersäure von 10% 40 ccm, abs. Alkohol 30 ccm, 
wässerige Chromsäure von Vs % ^ ^cm ; sie fixiert kleine Ob- 
jekte in wenigen Stunden; Auswaschen in lO^loigem Spiritus. 
Das Protoplasma wird gut erhalten, ebenso die Chromatinfäden ; 
das Achromatin löst sich auf. 

Für die Fixation sowohl chromatischer, wie achromatischer 
Figuren hat Rabl (85) folgende zwei Flüssigkeiten emp- 
fohlen : 

82. Die Chrom- AmeisensSure wird in der Weise bereitet, daß 
man zu 100 ccm einer ^l^^/gigen Chromsäure -Lösung 2 — 3 
Tropfen Ameisensäure zusetzt. Möglichst kleine Stücke werden, 
auf 12 — 24 Stunden in diese Flüssigkeit gebracht, ebenso lange 
Zeit mit Wasser gewaschen. Dann werden sie in 60 bis 
70 °/o igen Spiritus auf 24 — 36 Stunden übertragen und kommen 
direkt in absoluten Alkohol. (Die chromatischen Figuren quellen 
in dieser Lösung etwas auf.) 

83. In analoger Weise für dieselben Zwecke wird eine 
Vs^^/oige Platinehlorid - Lösnngr angewandt. Sie wird weder 
durch Licht, noch Wärme reduziert. (Dieses Fixierungsmitlel 
bewirkt eine geringe Schrumpfung der chromatischen Fäden.) 

84. Platinehlorid-Sublimat. Rabl (94): Platinchloridlösung 
17oig 1 Vol., Sublimatlösung konz. wässerige 1 Vol., Aqua 
destill. 2 Vol. 

Behandlung wie bei Pikrinsublimat (siehe § 80). 
Große Quantitäten Fixierungsflüssigkeit I Geeignet besonders 
für Embryonen. 

85. Sehr rasch eindringende Gemische, welche Kern- 
strukturen gut fixieren, sind: Carnoysehe Flüssigkeit» 



§ 86—88. Fixation. 23 

welche aus 10 ccm Eisessig, 60 com absolutem Alkohol 
und 30 ccm Chloroform besteht, und das Gilsonsehe Ge- 
misch ; Alkohol, Chloroform und Eisessig zu gleichen Teilen 
mit Sublimat in konzentrierter Lösung. Die fixierten Ob- 
jekte werden direkt in starkem Alkohol weiterbehandelt. 

86. Trichloressigsäure (Holmgren, HeidenhainOö) 
fixiert gut in 5 — 10%iger Konzentration und in kurzer 
Zeit, da sie rasch eindringt. Nach der Fixierung behandle 
man die Stücke direkt mit absolutem Alkohol, den man 
oft wechselt, vermeide das Wasser, da in diesem Binde- 
gewebe stark quillt. 

87« Friedenthal und Pohl nehmen konzentrierte 
Uranylazetatlösung; 50% ige Trichloressigsäure und destil- 
liertes Wasser zu gleichen Teilen, »ein Fixationsgemisch, 
das aus theoretischen Gründen bei guter Fixation alle bis- 
herigen Fixationsmittel an Tiefenwirkung übertreffen muß.« 
Pohl hat auch dieses Gemisch mit gutem Erfolge ange- 
wandt. Nach der Fixierung wird mit Wasser gewaschen 
(bei reiner Trichloressigsäure ist das ausgeschlossen) und 
dann mit Alkoholen von steigender Konzentration nach- 
behandelt. Das Friedenthalsche Gemisch entkalkt. 

88. Formol, eingeführt von F. Blum, dessen Vater 
und Hermann (das käufliche Formol enthält 40% 
Formaldehyd), wird für mikroskopische Zwecke meist in 
der Konzentration von 1 Volumen Formol auf 10 Volumina 
Wasser angewandt. Man läßt die Objekte in Formol 
12 Stunden oder länger, wäscht sie in fließendem Wasser 
und überführt sie allmählich in 807oig®^^ Spiritus. 

Diese Flüssigkeit eignet sich vorzüglich zur Konser- 
vierung für makroskopische Zwecke, da sie die Formen 
und natürlichen Farben gut erhält. Für histologische 
Zwecke hat sich diese Lösung nicht in allen Fällen be- 
währt. 

Fischer (99) meint, die gebräuchliche Konzentration 
wäre viel zu schwach und sieht die 25 o/o ige Formollösung 
als die rationellste an. 

Formol ist auch insofern von Wert, als Präparate, 
welche mit der G olgischen oder Weigert sehen Methode 
bebandelt werden sollen, in Formol vorher längere Zeit 
aufbewahrt werden können. In Formol fixierte Objekte 
eignen sich fürs Schneiden auf dem Gefrier-Mikrotom. Es 
lassen sich daraus viel dünnere Schnitte wie aus frischen 
Stücken gewinnen und, wie schon bemerkt, sind die 



24 Fixation. § 89—93. 

Schnitte resistenter wie die aus frischen Geweben her- 
gestellten. Daß dabei die eigentliche Absicht, Schnitte, 
welche mit keiner Fixierungsflüssigkeit in Berührung kamen, 
zu gewinnen, verloren geht, ist selbst verständhch. Eiweiß- 
körper werden durch Formol nicht gefällt, aber gehärtet. 
Hämoglobin kann sich in Methämoglobin, ev. in Hä- 
matin verwandeln, auch in den Kern diffundieren. Die 
Beurteilung des Pigments ist dadurch erschwert (Weigert 
93, Browicz 00). Formol wird oft in Verbindimg mit 
anderen Flüssigkeiten kombiniert. Formol soll sehr rasch 
diffundieren (vgl. Artikel Formaldehyd von F. Blum 
in der Enzykl. d. mikrosk. Technik). 

89. Betreffend die Darstellung histologischer Feinheiten 
mit Lysol in 10<>/oiger Lösung (ev. Lysol 10, Aq. 60, Alk. 30; 
oder Lysol 10, Aq. 50, Alk. 30, Glyzerin 10) an frischen Ge- 
weben (Spermatozoon, Haare, Auge, Niere, Epithelzellen, glatte 
und quergestreifte Muskelfasern, Nerven, Bindegewebe, hyaline 
Knorpel, Knochen, verhornte Epithelien) verweisen wir auf 
Reinke (93) und A. Fischer (99, pag. 9). 

90. De et Jen (04) hat als Vehikel für Fixierungsstoffe 
0,03—0,05 Kalziumchloridlosung empfohlen. 

91. Man hat auch Azeton sehr kurze Zeit, nicht über 
^ine Stunde angewandt, als Fixierungsmittel empfohlen. 
Dann werden die Stücke in Xylol gebracht, um durchtränkt 
zu werden (s. weiter unten [Brunk, Sitten]. 

92. Rudnew (07) legt frische Organe in eine dünne 
Zelloidinlösung (3. Lösung, s. unten) und beläßt sie darin 
längere Zeit , Wochen. Zelloidin- Alkohol-Äthermischung 
fixiert, wird dabei dicker, so daß die fixierten Stücke 
schließUch eingebettet werden können. Die Fixierung, 
namentlich des Nervensystems, ist gut und die Färbbarkeit 
"der Schnitte ausgezeichnet (vgl. Zelloidineinbettung). 

93. Hat man Objekte nach den in diesem Kapitel 
gegebenen Vorschriften fixiert und nachbehandelt, so können 
die in Alkohol befindlichen Präparate, wie dies in den fol- 
genden Kapiteln geschildert wird, durchtränkt und ge- 
schnitten werden. Bleiben aber solche Präparate längere 
Zeit im Alkohol liegen, so gehen sie noch weitere bemerk- 
bare Veränderungen ein, manche Objekte werden z. B. so 
hart, daß sie nur schwer zu schneiden sind. Es kann da- 
her unter Umständen vorteilhaft sein, Material, welches 
man nicht sofort schneiden will und für welches man bei 
längerem Verweilen in Alkohol Schaden fürchtet, sofort 
mit Paraffin zu durchtränken oder, was weniger sicher ist. 



§94—97. Durchtränkung. 25 

wegen der Schrumpfung, in Parafflnum liquidum (Sa- 
massa) überzuführen und darin aufzubewahren. Man ver- 
fährt dabei nach den im folgenden Kapitel angegebenen 
Regeln. 

Weitere Fixierungsflüssigkeiten, mehr spezieller Natur, 
findet man an geeigneten Stellen erwähnt. 

3. EapiteU Durchtränkung. 

94. Fixierte Objekte besitzen nicht immer die zum 
-Schneiden nötige Konsistenz, manche sind zu zart, als daß 
man sie überhaupt mit der Hand anfassen könnte. Man 
emanzipiert sich von der Konsistenz des Objekts, indem 
man dasselbe mit einem Medium durchtränkt, welches 
nachher erstarrt. Dann schneidet sich das Ganze wie die 
Durchtränkungsmasse aUein, vorausgesetzt, daß das Objekt 
nicht härter als die Durchtränkungsmasse ist. Die ge- 
bräuchhchsten Durchtränkungsmassen sind Paraffin und 
-Zelloidin. 

96. Paraffin als Einschmelzungsmethode 
wurde von Klebs (89), Kollodium und dann Zelloi- 
-din von Duval (79) und Schieff erdecker (82) emp- 
fohlen. 

96. Für die Mehrzahl der bei histologischer und em- 
bryologischer Untersuchung verfolgten Zwecke ist Paraffin 
das geeignetste Durchtränkungsmittel; Paraffin ist unent- 
behrlich, wenn es sich darum handelt, Serien dünner 
'Schnitte durch kleine Objekte, z. B. Embryonen und Eier, 
auf Objektträger nach den später zu erörternden Methoden 
sicher und in einfacher Weise aufzukleben und durch 
verschiedene Färbungen und sonstige spezielle Behandlung 
für Untersuchungen in geeigneter Weise vorzubereiten. 

97. Das Durchtränken mit Zelloidin ist bei großen 
-Stücken (2 cm Seite und darüber) vorzunehmen, aber auch 
bei kleineren, die aus Geweben verschiedener Konsistenz 
bestehen oder zu hart sind, um in Paraffin geschnitten zu 
werden: Epidermis, entkalkter Knochen, dicke Schichten 
glatter Muskulatur ; für Erforschung der zentralen nervösen 
Organe mit einigen Methoden sowie für einige andere 
Zwecke ist Zelloidin schwer zu entbehren. Mit Zelloidin 
durchtränkte Stücke lassen sich nur angefeuchtet und in 
der Regel nicht so dünn wie die mit Paraffin durchtränkten 
schneiden. 



26 Durchtränkung. § 98—101. 

98. Die Paraffindurchtränkung hat so zu geschehen, 
daß alle kleinsten Bestandteile des Objekts von Paraffin 
durchdrungen sind. 

Würde man einfach das Objekt aus dem Alkohol in 
geschmolzenes Paraffin übertragen, so würde das Paraffin 
in absehbarer Zeit nicht eindringen, da es sich mit Alkohol 
nicht mischt; ließe man dann das Ganze erstarren, so würde 
das Stück nur eingeschmolzen, aber nicht durchschmolzen 
oder durchtränkt sein. Man hat daher, ehe man das Objekt 
in das Paraffin bringt, dasselbe in eine Flüssigkeit zu bringen, 
welche sich einerseits mit Alkohol, anderseits mit Paraffin 
mischt. 

99. Solcher gibt es eine ganze Reihe, z. B. Toluol, 
Xylol, Schwefelkohlenstoff (außerordentlich feuergefähr- 
lich), M. Heidenhain, Azeton, Chloroform, dann ver- 
schiedene Öle, Terpentinöl, Bergamottöl (ist teuer), Zedern- 
holzöl« Giesbrecht hat Chloroform als wertvolle Zwischen- 
flüssigkeit zuerst empfohlen. 

Soweit diese Flüssigkeiten, vor allem Chloroform, eines 
für das andere angewandt werden können, sprechen wir 
der Einfachheit halber in der Regel nur von Xylol. Für 
zarte Objekte ist Chloroform vorzuziehen. 

100. Es ist zu beachten, daß sich Xylol mit Wasser 
fast gar nicht mischt, es darf daher das Objekt nicht aus 
dem 90% igen Alkohol in Xylol gebracht werden, sondern 
es muß erst wasserfrei gemacht werden durch absoluten 
Alkohol. 

Der im Handel käufliche absolute Alkohol ist meist nur 
98—99 °/o ig. Wasserfrei kann derselbe gemacht werden durch 
Einlegen von pulverisiertem, geröstetem Kupfervitriol in den- 
selben. 

Letzterer ist im Handel käuflich und wird in kleine Lein- 
wandsäckchen mit Faden eingebunden oder eingenäht; der- 
artige Kupfervitriol säckchen legt man in die Gefäße, in welchen 
absoluter Alkohol aufbewahrt wird. Diese Gefäße müssen 
stets gut verschlossen sein, da der absolute Alkohol auch 
Wasser aus der Luft aufnimmt. 

101. In der Regel genügt die Konzentration des käuf- 
lichen sog. absoluten Alkohols. Das geröstete Kupfervitriol 
ist eigentlich nie ganz wasserfrei, namentlich nie, wenn es 
einige Zeit nach der Herstellung gebraucht wird, so daß die 
Wasserbefreiung auf diesem Wege meist illusorisch ist. Will 
man wirklich völlig wasserfreien, absoluten Alkohol haben, 
so greife man zu anderen komplizierteren Mitteln. 



§ 102—106. Durchtränkung. 27 

102. Will man Alkohol aus irgendeinem Grunde ver* 
meiden, so gebrauche man kurze Zeit Azeton und dann 
Xylol usw. 

103. Beim Übertragen des Objekts aus einer Flüssigkeit 
in eine andere entstehen Diffusionsströme, die namentlich 
bei zarteren, größere Hohlräume enthaltenden Objekten 
zu Zerreißungen und Schrumpfungen Veranlassung geben, 
welche das Objekt oft bis zur Unkenntlichkeit entstellen. 
Deshalb kann man bei dieser Prozedur nicht vorsichtig 
genug sein: man läßt das Objekt aus dem Alkohol lang- 
sam in die Zwischenflüssigkeit hineinsinken. Dieses ge- 
schieht, indem man in ein Probierröhrchen zuerst die spe- 
zifisch Schwerere Zwischenflüssigkeit, z. B. Chloroform^ 
und auf diese langsam absoluten Alkohol aufgießt. Man 
bringt dann die Stücke vorsichtig in das aufrecht stehende 
Gläschen und sieht, daß sie an der Stelle, an welcher sich 
die beiden Flüssigkeiten berühren, stehen bleiben; erst 
wenn sie von der Zwischenflüssigkeit durchtränkt sind, 
senken sie sich zu Boden ; dann kann man den sich zu 
Oberst befindlichen Alkohol entweder vorsichtig abgießen 
oder mit einer Glaspipette wegsaugen. 

104. Es ist klar, daß die Objekte sich in die Zwischen- 
flüssigkeit um so langsamer senken, je schwerer diese im 
Vergleich zum Alkohol ist; will man ein langsamoa 
Tersenken erzielen, so gebrauche man Chloroform. 

Will man zarte Objekte schonend aus absolutem Alkohol 
in Xylol überführen, so setze man nur allmählich Xylol 
zu Alkohol zu und gehe erst dann zu reinem Xylol über. 

105. Man bringt die Objekte aus dem Xylol nicht direkt 
in reines Paraffin, sondern zunächst in eine Mischung von 
mehr Xylol und weniger Paraffin. Stellt man die Mischung 
in einen Thermostat von 37 ® C, so verdunstet allmähhch 
das Xylol im Verlauf einiger Stunden, so daß fast reines 
Paraffin zurückbleibt. Ganz rein wird dasselbe jedoch nicht ; 
es muß daher das Objekt zum Schluß noch in reinea 
Paraffin auf einige Stunden übertragen werden. Die 
Präparate schrumpfen in der Regel bei diesem Verfahren 
bedeutend. Das am meisten Schädliche ist wohl dabei die 
hohe Temperatur, der die Präparate längere Zeit ausgesetzt 
werden. 

106. Um die Schrumpfung auf das Minimum zu redu- 
zieren, empfiehlt Ben da (00), daß man den Präparatblöcken 
mögUchst viel Paraffin auf kaltem Wege einverleibt, ehe 



28 Durchiränkung. §107—109. 

man sie, aber dann auf kürzere Zeit, in den Paraffinofen 
bringt (§ 112.) 

107. Nachdem 0. Schnitze (07) darauf aufmerksam 
macht, daß seine Osmium-KaliumbichromatlSsung weniger 
wie die üblichen Fixierungsflüssigkeiten die Präparate zum 
Schrumpfen bringt, fährt er fort: »Aber auch diese sind 
bei der üblichen Paraffineinbettung, welche mit oft lange 
wirkenden Hitzegraden von 50 — 60 ^ arbeitet, bekanntlich 
nachträghchen Schrumpfungen ausgesetzt. Meine Methode 
ist deshalb folgende : In die Schale, welche die in absolutem 
Alkohol liegenden und einzubettenden Stücke enthält, gieße 
ich vom Rande her langsam so viel Zedernöl, daß die am . 
Boden sich ansammelnde Ölschicht hoch genug ist, um die 
zunächst mit dem Alkohol auf dem Öl schwimmenden, 
allmählich untersinkenden Stücke ganz aufzunehmen Nach 
einigen Stunden, je nach der Größe der Objekte, wird die 
Flüssigkeit abgezogen und durch reines Zedernöl ersetzt. Aus 
diesem kommen die Stücke in Paraffin von nur 36 ^ Schmelz- 
punkt (von Grübler bezogen) und schließlich möglichst 
kurz (je nach der Größe, z. B. Retina nur für eine Minute) 
in Paraffin von 45 — 48 o.« Um mit diesem Paraffin dünne 
Schnitte zu gewinnen, muß die Temperatur der Umgebung 
niedrig (10— 12^) sein, was im Sommer durch Abkühlung 
der Blöcke in Eis-Salzmischung erzielt ^vird, wenn nicht 
spezielle Kühlräume für diese Zwecke vorhanden sind. 

108. Paraffinsorten. Je nach der Temperatur, bei 
welcher man schneiden will, ist man gezwungen, Paraffin 
von verschiedenen Schmelzpunkten zu benutzen, bei niederer 
Temperatur zu 50® C, bei höherer zu 60° C. 

Man tut gut, mit verschiedenen Paraffinsorten von verschie- 
denen Schmelzpunkten zu arbeiten und diese zu mischen. 
Man nimmt als weichste Sorte ein Paraffin von 45—50® Schmelz- 
punkt, als härteste ein solches von 55 — 60° Schmelzpunkt. Je 
nachdem man von dem einen mehr oder weniger als von dem 
anderen nimmt, erhält man durch Probieren ein Paraffin, das 
bei der gewünschten Temperatur flüssig wird. 

109. Graf Spee (85) empfiehlt Uberffärmtes Paraffin, 
namentlich für Bändersehneiden (s. § 159), zu verwenden. 
Barstellung : Paraffin von 50 ** C Schmelzpunkt wird in einer 
offenen Porzellanschale über einer Flamme geschmolzen und 
dann weiter erhitzt, bis es unter Entwickelung unangenehm 
riechender weißer Dämpfe, geringer Reduktion seines Vo- 
lumens und Erhöhung seines Schmelzpunktes um einige 
Grade eine braungelbe, dem gelben Wachs oder Honig ähnliche 
Farbe angenommen hat. (Dieses Paraffin erhält man auch 
durch Dr. Grübler in Leipzig.) 



§ 110—113. 



Dnichtränkang. 



29 



110. Die Zeitdauer, welche das zu durehtränkende 

Stück in den einzelnen Medien zu bleiben hat, richtet sich 
nach der Größe des Stückes. Am längsten muß es in 
absolutem Alkohol bleiben, um das Stück wasserfrei zu 
machen, und in der Mischung Xylol-Paraffin, um ein mög- 
lichst vollständiges Verdunsten aes Xylols und so ein aU- 
mähliches Überführen in reines Paraifin herbeizuführen. 

Die Zeit, welche sich für Stücke verschiedener Größe 
als Optimum empfiehlt, ist in Stunden: 



Kleine Ob- 
jekte unter 
1 mm Seite 



Mittlere 
Objekte bis 
6 mm Seite 



Große Ob- 
jekte über 
6 mm Seite 



Sehr große Objekte 



Absol. 
Xylol 



Alkohol 



2 

V, 



6 
2—3 



von jetzt an weiter im Thermostat 



Xylol-Paraffin . 
Paraffin . . . 



1 
V, 



24 
3—4 

6 
3-4 



längere Zelt» 

aber 

auf Kosten 

der Güte. 



In Xylol werden die Stücke ganz durchsichtig und 
dürfen keinen dunkleren Kern aufweisen. 

111. Es ist nicht Bedingung, daß der Prozeß des Durch- 
tränkens zeitlich ununterbrochen verlaufe, man kann z. B. 
in reines Paraffin oder Paraffin-Xylol gelegte Stücke abends 
aus dem Thermostaten herausnehmen, um sie morgens 
wieder hineinzustellen. Dies verdient jedenfalls den Vor- 
zug gegenüber dem Verfahren, daß die Stücke über Nacht 
im Thermostat verbleiben und so vielleicht Schaden nehmen 
könnten. 

112. WiU man den Vorgang sehr allmählich und gleich- 
mäßig machen, so kann man, anstatt das Objekt aus Xylol 
in die Mischung überzuführen, dem Xylol Stücke im- 
geschmolzenen Paraffins zusetzen. Dieses wird schmelzend 
sich allmählich dem Xylol beimischen, während das Xylol 
verdunstet. 

113. Als Thermostat dienen doppelwandige Kästen, welche 
eine Türe besitzen. Der Kaum zwischen den doppelten 
Wänden wird mit Wasser oder Glyzerin gefüllt. Heizung am 
besten mit Gas. Zahlreiche Firmen liefern solche Wärme- 
kästen. Ein Regulator vermindert oder vermehrt den Gas- 
zufluß, wenn die Temperatur, deren Höhe ein ins Innere des 
Kastens reichender Thermometer anzeigt, von der gewünschten 
abweicht. 



BO Durchtränkung. § 114—116. 

Ein hübscher Apparat, der unter dem Namen ,,Neapler 
Wasserbad** zu begehen ist, ist vielleicht deshalb nicht populär 
geworden, weil er zu klein ist. 

114. Der Thermo-Begalator besteht in einfachster Form 
aus 2 Glasröhren, welche ineinander geschoben sind, ohne 
sich zu berühren. Durch die innere, engere Röhre strömt 
Gas in die weitere, umfassende. Letztere ist oben und unten 
geschlossen; durch eine seitliche Öffnung strömt das Gas 
wieder aus zum Brenner. 

Die engere Röhre reicht nicht ganz bis zum Boden der 
weiteren Röhre. Ein Teil der weiteren Röhre ist mit einer 
Flüssigkeit, z. B. Quecksilber, gefüllt. In dieses taucht man, 
wenn die gewünschte Temperatur des Ofens erreicht ist, die 
Spitze der engeren Röhre, welche schief abgeschnitten ist, ein. 
Steigt die Temperatur, so wird auch die Quecksilbersäule 
steigen und das Loch allmählich verschließen, so daß weniger 
Gas durchströmt. Um bei raschem Steigen und vollständigem 
Verschluß der Röhre ein Erlöschen der Flamme zu verhüten, 
befindet sich oben in der engen Röhre eine kleine öffaung, 
welche stets ein sehr geringes Ausströmen des Gases gestattet. 
Moderne Regulatoren sind zwar nach diesem Prinzip, aber 
abweichend in der Ausführung gebaut. 

115. Ist SO das Objekt mit reinem Paraffin durchtränkt, 
so wird es in eine Form gegossen, „eingebettet^^. 

Die Form muß mit Glyzerin in dünner Schicht aus- 
gestrichen sein, wenn die Wände der Form nicht absolut 
glatt und rein sind, damit sich der erstarrte Paraffinblock 
wieder leicht herausnehmen läßt. 

Als Form dienen für mittelgroße Objekte zwei auf 
eine Glasplatte aufgestellte Winkel. Dies sind unter 
rechtem Winkel gebogene Metallplatten, welche, je nach- 
dem sie zusammengestellt werden, eine größere oder kleinere 
Form geben. 

Vielfach werden als Form Papierkästchen oder Stanniol- 
kästchen benutzt, wie sie sich jedes leicht selbst anfertigt. 

Für sehr kleine Objekte bedient man sich mit Vorteil eines 
Uhrschälchens als Form; auch können glattrandige Deckel 
der käuflichen Glasdosen in verschiedenen Größen benutzt 
werden (s. weiter unten). 

116. Das Verfahren ist folgendes. Nachdem die Form 
mit der den Boden bildenden Glasplatte mit Glyzerin aus- 
gestrichen und auf eine etwas über den Schmelzpunkt des 
Paraffins angewärmte Platte gestellt ist, werden ein Spatel 
(eine Platte mit Stiel, erstere gewöhnlich aus vernickeltem 
Blech, die besten fertigt man aus Platin) und eine 



§ 117—118. Purchtränkung. 31 

Präpariemadel über der Flamme leicht erwärmt, Paraffin wird 
in die Form gegossen mid das Objekt mit dem erwärmten 
Spatel übertragen. Das Objekt wird dann orientiert, 
d. h. mit der erwärmten Nadel in die Lage gebracht, in der 
es nachher geschnitten werden soll. Die Orientierung ist 
für manche Objekte sehr notwendig, da später, wenn das 
Paraffin erstarrt mid midurchsichtig geworden ist, eine 
solche (beim Einspannen in das Mikrotom, s. miten) er- 
schwert, bisweilen mimöglich ist. Ist das Objekt orientiert, 
so wartet man, bis das Paraffin ein Häutchen bekommt, 
was man durch Anblasen desselben befördern kann. Dann 
wird die ganze Form in kaltes Wasser gebracht, wenn 
keine Vorrichtungen zur direkten Abkühlung der vorher 
erwärmten Platte vorhanden sind, um ein möglichst rasches 
Erstarren von allen Seiten herbeizuführen. Letzteres ist 
notwendig, da das langsam erstarrende Paraffin nicht so 
homogen wird und sich nicht so gut schneidet wie das 
rasch erstarrte. Nach längerem Liegen in kaltem Wasser 
sind die Stücke erstarrt und können aus der Form ge- 
nommen werden. 

117. Um die in durchsichtigem flüssigem Paraffin 
orientierten Objekte auch nach der Erstarrung des Paraffins 
auf dem Paraffinblocke zu markieren, bringt man sie in 
Lagebeziehung zu geraden Rinnen, welche man sowohl 
auf der Glasplatte, als auch auf der Innenseite der Ein- 
bettungsrahmen, die beim Ausgießen des Paraffins benutzt 
werden, anbringt. Diese Rinnen hinterlassen deutüche 
Spuren auf dem erstarrten Paraffinblock. 

118. Für kleine Objekte, welche nicht orientiert zu 
werden brauchen, geben Caullery und Charppellier 
an : Eine Glasröhre von 10 cm Länge und 5 mm Durch- 
messer wird an einem Ende mit feiner Leinwand ver- 
schlossen, und auf diese werden die zu fixierenden kleinen 
Objekte gebracht. Die Fixierung usw. geht in der Weise 
vor sich, daß man die Röhre samt Inhalt mit dem ver- 
schlossenen Ende voran in den betreffenden Flüssigkeiten 
die erforderliche Zeit liegen läßt; zum Schluß taucht man 
die Röhre in Paraffin, zieht sie heraus, verschließt die obere 
Öffnung der Röhre eine Zeitlang mit dem Finger, taucht die 
Röhre in kaltes Wasser usw. Man entfernt dann die 
Leinwand und bringt durch leichtes Erhitzen den Block 
heraus. Die Obiekte befinden sich im Paraffin unmittelbar 
unter der Oberfläche desselben. 



32 Durchtränkung. § 119—120^ 

119« Die Zelloidindurehtränkung wird folgender- 
maßen ausgeführt: Das in Tafeln käufliche Zelloidin 
ist wasserhaltig und liefert deshalb nur schlecht schneid- 
bare Massen ; man schneide dieses Zelloidin in kleine Stücke 
und trockne es an der Luft oder im Thermostaten, wobei 
es hart, gelblich und durchsichtig wird. Die getrockneten 
Zelloidinstückchen werden mit nur so viel Alkonol-Schwefel- 
ätiier (gleiche Volumteile) übergössen, daß sich nach einigen 
Tagen und mehrmahgem Umrühren nicht die ganze Zelloidin- 
menge auf einmal löse, sondern ein Teil derselben ge- 
quollen, aber ungelöst auf dem Boden des Gefäßes zurück- 
bleibt. Der gelöste Teil, eben noch flüssig, ist die 
Urlösung. Man stelle aus dieser Urlösung 3 Lösungen 
her: 1. eine gesättigte, in abs. Alkohol-Schwefeläther zu 

fleichen Teilen, 2. eine Lösung aus gleichen Teilen der 
iösung 1 und Alkoholäther und 3. eine Lösung, die au& 
einem Teil der Lösung 2 imd einem gleichen Volumen 
Alkoholäther besteht. Man achte darauf, daß sowohl 
Alkohol als Schwefeläther absolut wasserfrei sind. — Die 
zu durchtränkenden Objekte kommen aus dem abs. Alkohol 
in Alkohol- Schwefeläther zu gleichen Teilen, worin sie 
etwa 24 Stunden verbleiben, dann kommen sie auf 24 Stunden 
oder länger in die Lösung 3, aus dieser auf ebenso lange 
Zeit in die Lösung 2 und schließhch auf 48 Stunden in 
die Urlösung 1. In dieser Lösung werden die Stücke ein- 
gebettet, und zwar so, daß man das Zelloidin samt dem 
Stücke in ein trockenes, passendes Gefäß mit flachem, 
ebenem Boden (z. B. Glasdosendeckel) gießt, luftdicht 
schließt (mit Vaseline eingeriebene Glasplatte), damit die 
Luftblasen entweichen; nach einigen Stunden ivird der 
Deckel entfernt und das GlasgefäJß samt dem Präparat 
unter eine kleine Glasglocke gebracht. Nun bildet sich 
auf dem Zelloidin eine Kruste ; nach 6 — 12 Stunden kann 
das Ganze vorsichtig in 70 ^/o igen Spiritus gebracht werden ; 
nach 24 Stunden kann das Zelloidin vom Glase abgelöst 
und entweder weiter zum Schneiden behandelt oder be- 
liebig lange in 70 — 80%igem Spiritus aufbewahrt werden, 
noch besser aber in Glyzerin, worin die zugeschnittenen 
ZeUoidinstücke ganz durchsichtig werden. — (Die Zelloidin- 
durehtränkung nahen wir nach von Apäthy (89) ge- 
schildert.) 

120. Will man die so eingebetteten Stücke in Schnitte 
zerlegen, so schneide man zuerst das Zelloidin mit den 
Objekten so zu, daß die zu schneidende Fläche etwa ein 



§ 121—122. Diirchtränkiing. 33 

Quadrat darstellt, und befestige den Zelloidinblock auf 
einem Holzklotz. — Der Holzklotz wird in abs. Alkohol, 
oder besser, in Alkohol -Äther gelegt und ebenso die zu 
befestigende Fläche des Zelloidinblockes ein paar Minuten 
in abs. Alkohol eingetaucht, um die oberflächliche Zelloidin- 
schicht aufzuweichen; nun wird der Block mit einer eben 
zugeschnittenen Fläche auf den Träger mit Zelloidin 2 
(siehe § 119) aufgelegt, vorsichtig angedrückt, damit die 
Zelloidinschicht dünn wird, das hervorquellende Zelloidin 
entfernt und nach einigen Minuten das ü anze in 70 ^/o igen 
Spiritus getaucht; nach ein paar Stunden kann geschnitten 
werden. 

121. Eine zweite grobe Art in Zelloidin einzubetten 
(nur für Übersichtsbilder und Schnelldiagnosen zu ge- 
brauchen), besteht darin, daß das betreffende Stück aus 
dem Zelloidin genommen und direkt auf einen Kork- oder 
Holzklotz gelegt wird. Ist das Zelloidin nach einer Stunde 
in der Luft etwas härter geworden, so überträgt man Klotz 
mit Präparat in 80 o/o igen Alkohol, in welchem die Be- 
festigung nach wenigen Stunden erfolgt. In Zelloidin ein- 
gebettete Präparate müssen feucht unter Spiritus geschnitten 
werden. 

122. Eine Zelloidintrockenmethode stammt von Lee 
her und ist auch von Wolfrum näher beschrieben 
worden. Die Objekte kommen aus dem abs. Alkohol in 
eine dünne Zelloidinlösung , die man alimähHch durch 
Verdunstung eindicken läßt. Hat das Zelloidin eine solche 
Konsistenz angenommen, daß es bei Neigung der Schale 
nicht mehr fließt, so gibt man diese Schale in einen zweiten 
luftdichten Behälter mit Chloroform auf dem Boden. Die 
Chloroformdämpfe härten das Zelloidin ohne Schrumpfung 
(2 cm dicke Schicht ist in 12 Stunden durchgehärtet!). 
Die Blöcke, welche man aus der Masse ausschneidet, kommen 
in ein Gemisch aus Zedernholzöl und Chloroform zu gleichen 
Teilen; man bedecke das Gefäß und stelle es in einen 
Paraffinofen bei 30—40®. Das Chloroform verdunstet in 
1 — 2 Tagen fast ganz, doch übertrage man lieber das Objekt 
auf 12 Stunden in reines Zedernholzöl, um die letzten 
Spuren des Chloroforms zu verdrängen. Der Block bleibt 
dann einen halben Tag in der Luft liegen, man klebt ihn 
dann auf wie gewöhnlich, aber mit dickem Zelloidin und 
ohne zu pressen; die Bindeschicht wird in der Luft hart 
und die Blöcke halten fest. Man schneidet trocken bei 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 3 



34 Durchtränkung. §123—127. 

senkrechter oder leicht schräger Messerstellung, sammelt 
die Schnitte in, 85 o/q Alkohol, welcher einigemal zu wechseln 
ist, um das Öl zu entfernen usw. Man kann die Blöcke 
im Mikrotom einen Tag ohne Schaden eingespannt lassen. 
In einem verschließbaren Gefäß mit etwas Zedernholzöl 
auf dem Boden kann man solche Blöcke beliebig lang 
aufheben. Die Blöcke sind durchsichtig wie Glas, und läßt 
sich deshalb diese Methode für makroskopische oder Lupen- 
demonstrationen in Zedernöl verwerten. 

123. An Stelle von Zelloidin kann man sich auch für manche 
Zwecke Photoxylins , Krysinski (87), bedienen, welches 
sich vielleicht etwas weniger gut schneidet, aber durchsich- 
tiger bleiben soll und so die Orientierung beim Schneiden er- 
leichtert. 

124. Für die Beurteilung der später einzuschlagenden 
Operationen (s. § 169) behalte man im Auge, daß Zelloidin 
in starkem Alkohol und namentlich in absolutem leicht 
löslich ist. Sehr viele ätherische öle, in erster Linie das 
Nelkenöl, lösen Zelloidin, dagegen nicht Bergamottöl, 
Origanumöl, Zedernholzöl. Ne eisen und Schieffer- 
decker (82). 

125. Um die Vorteile, welche Zelloidin- und Paraffin- 
durchtränkung bieten, zu vereinigen und womöglich die 
Fehler beider zu vermeiden, hat man versucht, ein Objekt 
zunächst mit Zelloidm und das so gewonnene Stück nach- 
träglich noch mit Paraffin zu durchtränken. Zelloidin- 
Paraffindurchtränkung. Zu empfehlen für sehr 
zarte Objekte, für welche bei Paraffindurchtränkung allein 
in Xylol und Thermostat ein Schrumpfen befürchtet wird. 

126. Die einfachste und die beste Methode für Zelloi- 
diiiparaffin-Durchtränkung ist die von v. Apäthy (96): 
statt die mit Zelloidin durchtränkten Stücke zum Härten 
in 10^/oigen Spiritus zu bringen, bringt man sie in Chloro- 
form und durchtränkt mit Chloroform - Paraffin, Paraf- 
fin etc. 

127. Bei sehr brüchigen Objekten behilft man sich, 
indem man die Schnittflächen mit einer dünnen Zelloidin- 
lösung (1^0 ig) oder heißem Paraffin überstreicht (C. Rabl), 
diese erstarren läßt und dann einen neuen Schnitt an- 
fertigt. Zu der Zelloidinlösung ist es zweckmäßig, Rizinus- 
oder Zedernholzöl zuzusetzen, 5 Tropfen auf 100 ccm, 
Jordan. Heider nimmt Mastix gelöst in Äther. Dieses 
Verfahren ist sowohl bei der kombinierten Zelloidin-Paraffin- 
Methode, als auch bei Paraffin allein anwendbar. 



§ 128—129. Mikrotom. 35 

128. Schema fUr Durchtränkung. 

900/oiger Alkohol. 

Sttickfärbung 
und Auswaschung 

i 

Absoluter Alkohol. 
Xylol Alkohol-Schwefeläther 

i i 

Xylol-Paraffin Zelloidinlösung Nr. 3 

vi/ 4^ 

Paraffin Zelloidinlösung Nr. 2 

i i 

Einbetten Zelloidinlösung Nr. 1 

i 

Einbetten 

i 

SOVoiger Alkohol. 

4. Kapitel. Mikrotom. 

129. Um das Schneiden von der geringeren oder größeren 
Geschicklichkeit des einzelnen unabhängig zu machen, 
wurde eine Reihe von Apparaten konstruiert, welche den 
Namen Mikrotom führen. Diese Apparate, sehr verschieden 
gebaut, haben das gemeinschaftlich, daß das Präparat bei 
gleichstehendem Messer nach jedem Schnitt um so viel ge- 
hoben wird, als die Dicke des nächsten Schnittes betragen 
soll. Dies wird erreicht, z. B. bei dem Jungschen Mikrotom, 
durch eine schiefe Ebene, auf welcher das Präparat bewegt 
wird, während das Messer in derselben Ebene bleibt, bei 
anderen z. B. dadurch, daß das Präparat direkt durch eine 
Mikrometerschraube, auf der es befestigt ist, gehoben wird, 
R a n V i e r sches Mikrotom z. B. Bedingung für das Schneiden 
ist nun, daß stets nur so viel durch das Messer weggenommen 
\\ird, als das Objekt eben gehoben wurde. Dies geschieht 
bei manchen Mikrotomen dadurch, daß das durch die Hand 
geführte Rasiermesser einer festen Unterlage aufliegt, welche 
verhindert, mehr wegzunehmen, als was eben über diese 

3* 



36 Mikrotom. § 130—133. 

Unterlage hervorragt. Bei anderen Mikrotomen ist das 
Messer an einem Blocke befestigt, welch letzterer auf 
Schienen bewegt werden kann. Das Messer beschreibt so 
bei jeder Bewegung wieder denselben Weg und nimmt 
jedesmal das, um was das Objekt gehoben wurde, weg. 
Die letzteren sind die sog. Schlittenmikrotome. 

Wieder bei anderen Mikrotomen steht das Messer fest, 
und das Objekt wird durch einen Hebel an demselben 
vorbeibewegt. 

Beschreibung eines Mikrotoms. 

180. Es wird hier nur ein relativ einfach gebautes und 
doch vorzügliches Schlittenmikrotom von Jun g in Heidelberg 
geschrieben, um das Verständnis des Baues anderer Mikro- 
tome, welche im Grunde genommen nach demselben Prinzip 
gebaut sind, zu erleichtern. 

131. Bestandteile des Jungschen von Prof. Thoma 
verbesserten Rivet-Brandtschen Mikrotoms. 

Das Stativ desselben ist aus vier Metallplatten zusammen- 
gesetzt. Die erste liegt als Fuß auf dem Tisch; senkrecht 
zu derselben ist auf derselben eine zweite befestigt. An 
den beiden Seiten der senkrechten verläuft je eine Platte 
unter einem nach oben offenen spitzen Winkel. In diesen 
beiden Winkeln kann jederseits ein schwerer metallener 
Keil eingesetzt werden. Diese füllen den Winkel genau 
aus und können auf an den Platten befindlichen Schienen 
verschoben werden. Die Keile laufen, um die Reibung zu 
vermindern, auf Metallknöpfen oder Elfenbeinfüßchen. 
Diese Keile werden Schlitten genannt. Rechts befindet 
sich der das Messer tragende Schlitten, der Messerschlitten, 
links der das Objekt tragende Objektschlitten. 

132. Das Messer wird am Messerschiitten in zum 
Tisch wagerechter Richtung durch eine Schraube befestigt. 

Die Messerschlitten tragen meist mehrere Bohrungen zur 
beliebigen Befestigung des Messers. 

133. Zu empfehlen sind Messerhalter von S. v. Apäthy 
(97), welche in die Schraube eingespannt werden können. 
Das Messer kann im Messerhalter in verschiedenen Winkeln 
zum Objekt durch Klemmschrauben befestigt, und die ganze 
Länge der Schneide ausgenutzt werden: es ist möglich, 
wenn eine Stelle des Messers nicht mehr gut schneidet, 
dasselbe zu verschieben. 



§ 134—137. Mikrotom. 37 

134. Der Objektschlitten trägt den Objekthalter. Der 

Objekthalter ist eine Klammer, welche an einem Stift durch 
die Halteschraube höher oder tiefer gestellt werden Isann. 
In dieser Klammer wird das Objekt, resp. der Kork oder 
Holzklotz, auf welchen dasselbe befestigt ist, durch eine 
Schraube »eingespannt«. 

185. An Stelle der eine Klammer tragenden Objekt- 
schlitten wurden solche konstruiert, welche eine Drehung 
des Objekts nach allen Seiten und Feststellung desselben 
in einer beliebigen Lage gestatten: Orientierungsapparate. 
Ein solcher ist für feinere, speziell embryologische Unter- 
suchungen unentbehrlich. 

Der Orientierungsapparat des Jungschen Mikrotoms 
besteht aus zwei ineinander befindlichen Rahmen, welche 
um zwei aufeinander senkrecht stehende Achsen durch 
Schrauben bewegt, durch Triebbewegung (nach L. Koch) 
vertikal verstellt und in jeder beliebigen Stellung festgestellt 
werden können. 

Im inneren Rahmen kann ein Zylinder festgestellt 
werden, auf welchen das Objekt aufgeschmolzen wird. Der 
Zylinder, mit ihm das Objekt, kann gehoben oder gesenkt 
werden, auch ist er um seine Längsachse drehbar. 

136. Wird nun der Messerschlitten bei ruhigstehendem 
Objektschlitten durch die Bahn geführt, so wird er ein über 
Messerhöhe hervorragendes Stück des Objekts abschneiden. 
Nim wird der Messerschlitten zurückgeschoben. Die Bahn 
des Messerschlittens ist überall in gleicher Höhe vom Tisch 
entfernt. Die Bahn des Objektschlittens steigt dagegen all- 
mählich an: wird daher der Objektschlitten etwas vorwärts 
geschoben, so steht das Objekt etwas höher, es wird dem- 
nach, wenn der Messerschlitten wieder durch die Bahn 
bewegt wird, ein Schnitt abgeschnitten usf. 

Einfache Überlegung zeigt sofort, daß der vielleicht auf- 
tauchende Gedanke, es könnte sich hier nicht um platten- 
förmige (planparallele) Schnitte, sondern um keilförmige han- 
deln, unrichtig ist. 

187. Die Bewegung des Obiektschlittens erfolgt durch 
eine Mikrometerschraube, welche ein eigener Schlitten, 
der MikrometerschraubenschlitteiL, führt. Dieser Schlitten 
befindet sich in der Objektschlittenbahn und wird dem 
Objektschlitten näher geschoben, bis die Spitze der Mikro- 
meterschraube den Objektschlitten berührt. Die Spitze 
der Mikrometerschraube ruht dann auf einer eigenen Platte 



38 Mikrotom. §138-141. 

des Objektschlittens. Dann wird der die Mikrometer- 
schraube tragende Schlitten mittels einer Halteschraube 
befestigt. 

Wird nun die Mikrometerschraube um ein Bestimmtes 
gedreht — wie weit, kann an einer an derselben befind- 
lichen Trommel abgelesen werden — , so wird der Objekt- 
schlitten um ein Bestimmtes vorgeschoben, das Objekt um 
ein Bestimmtes gehoben, und aus der Größe der Drehung 
der Mikrometerschraube ergibt sich nach ihrem, für jedes 
Mikrotom bestimmten Umdrehungswert die Schnittdicke. 
Diese beträgt für das Jungsche Mikrotom für eine Um- 
drehung der Mikrometerschraube 15 ^. 

188. Eine Skala mit Nonius, an der abgelesen werden kann, 
wie weit der Objektschlitten vorgeschoben wurde, und nach 
der unter Berücksichtigung der Steigung der Bahn die Schnitt- 
dicke berechnet werden kann, bleibt an den neueren Jung- 
schen Mikrotomen weg. 

139« Für die Mikrotome wurden besondere Messer in 
Keilform konstruiert. 

Die Mikrotommesser sind in der Regel plan-konkav ; 
die zum Präparat gekehrte Seite, die untere, ist plan. Das 
Messer wird nur an der Schneide von beiden Seiten ge- 
schliffen, wodurch zwei neue Flächen entstehen, Schneide- 
facetten, welche verschiedene Winkel miteinander bilden 
können. Es ist klar, daß beim Schneiden nur die Lage 
der erwähnten Facetten zueinander imd zur Schnittfläche 
und nicht die der eigenthchen Flächen des Messers in 
Betracht kommen. Siehe v. Apäthy (97). 

Die Messer sind nicht wie die Mikrotome durch ölen 
vor dem Rosten zu schützen, vielmehr bediene man sich 
dazu des Paraffins. Mit einem Stück vorher filtrierten 
reinen Paraffins reibt man die ganze Fläche des Messers ein. 

Um das Rosten zu verhüten, halte man die Messer in 
Etuis und bewahre sie wie die Mikrotome vor Berührung 
mit Säuren und Feuchtigkeit. 

Nebenapparate des Jungschen Mikrotoms: 

141. Gefrierapparat. Derselbe wird am Jungschen 
Mikrotom am Objektschhtten befestigt, in ähnhcher Weise 
wie der Objekthalter und an Stelle desselben. Er besteht 
aus einer Platte von Metall, auf welche das Objekt, nicht 
über 5 mm dick, gelegt wird ; gegen ihre Unterseite wird 
durch ein Gebläse Äther zerstäubt. Hierdurch wird die 
Platte stark abgekühlt, und das Objekt friert an. Ist das- 



§ 142-146. Mikrotom. 39 

selbe fest gefroren, so wird in der gewöhnlichen Weise, 
aber trocken, ohne das Messer irgendwie zu benetzen, ge- 
schnitten. 

Nach Benutzung des Gefrierapparates ist eine besonders 
genaue Reinigung und Ölung des Mikrotoms erforderlich, 
um das Rosten desselben zu verhüten. 

Es werden auch verschiedene spezielle Gefriermikrotome 
angefertigt, sowohl für Äther, als auch für flüssige Kohlen- 
säure. Näheres darüber S olger »Gefriermethoden« und 
Thom^ »Mikrotome« in der Encyklopädie der mikro- 
skopischen Technik. 

142. Weltberühmt sind die an flüssige Kohlensäure adap- 
tierten Gefriermikrotome von F. Sartorius in Göttingen. 
Man schneide aber nie damit, ohne die beigegebene Ge- 
brauchsanweisung sich eingeprägt zu haben. 

148. Um den Druck der Hand bei Führung des 
Messerschlittens auszuschalten, wird an Jungschen Mikro- 
tomen ein tischwärts ragender Zapfen angebracht. 

144« Für spezielle Zwecke, z. B. Schnitte durch das 
ganze Gehirn, sind eigene Mikrotome konstruiert worden. 
Beim Schneiden mit dem Mikrotom muß man folgendes 
berücksichtigen : 

145. Ölen. Die Schienen der Schlittenbahnen des 
Mikrotoms werden vor dem Gebrauch gesäubert und mittels 
eines Pinsels mit einer Ölschicht überzogen Es empfiehlt 
sich hierfür: 4 Teile Knochenöl auf 1 Teil Petroleum. 

Die Prozedur der Säuberung und des ölens erfordert 
eine besondere Sorgfalt, da sie die Vorbedingung des 
ruhigen Ganges des Schlittens ist. Geht der Schlitten 
schwer, was bald der Fall ist, besonders wenn man das 
Mikrotom nicht vor Staub schützt, indem man es z. B. 
nicht mit einem Glassturz bedeckt, so darf nicht sofort 
neues Öl aufgetragen werden, sondern es müssen sorg- 
fältig die Schienen der Schlittenbahnen mit einem Tuche 
gereinigt werden, dann erst ist frisches öl aufzutragen. 

Die Ölschicht muß eine dicke sein, so daß der Messer- 
schlitten, dessen Bahn beim ölen besonders zu berück- 
sichtigen ist, leicht mit dem Finger angestoßen, von selbst 
durch die Bahn läuft 

Laufen die Schlitten auf Glasschienen, so wird nicht 
geölt. • 

146. Einspannen des Objekts. Das in Paraffin ein- 
gebettete Objekt wird mit einem Messer als Würfel aus- 



40 Mikrotom. § 147—152. 

geschnitten, dann schneidet man von 5 Seiten des Stücks 
möglichst viel überflüssiges Paraffin weg. Mit der sechsten 
Seite wird das Stück auf ein in die Klammer des Objekt- 
schlittens passendes Stück harten Paraffins, Kork, Holz 
oder StabiUt aufgeschmolzen. Letzteres geschieht in der 
Weise, daß man mittels eines an der Flamme erhitzten 
dicken Drahtes das Paraffin schmilzt und dann das Stück 
rasch auflegt. Etwaige Unregelmäßigkeiten werden noch 
mit dem heißen Draht geebnet und das Stück für etwa 
zehn Minuten in kaltes Wasser gebracht. 

147« Fixierte Stücke können auch undurchtränkt, jedoch 
feucht geschnitten werden, vorausgesetzt, daß sie hierfür hart 
genug sind. Dieselben werden auf einem Kork oder Holz- 
stück mittels Gummileim befestigt (Weigert). Stück und 
Block werden einige Zeit mit der Hand zusammengehalten 
und kommen dann, um den Gummi zum Erstarren zu bringen, 
in Alkohol. 

Nun wird das Ganze in den Objekthalter fest ein- 
geschraubt, eingespannt. 

148. Am Messerschlitten wird das Messer so befe- 
st igt, daß seine Längsachse einen nach der Konsistenz des 
Objekts und Härte des Paraffins, resp. Temperatur, zu 
wählenden Winkel zu der Längsachse des Mikrotoms 
bildet, s. unten. 

149. Alle Schrauben müssen fest angezogen werden, 
so daß Objekt und Messer unbeweglich mit ihren Schlitten 
verbunden sind. 

150. Jetzt wird das Objekt so weit gehoben, daß die 
nach oben gerichtete Seite desselben möglichst genau die 
Höhe des Messers hat. Das Messer wird versuchsweise 
über das Objekt weggeführt, event. der Objektschlitten 
noch wenig verschoben, bis das Messer faßt. 

151. Grundregel ist: Niemals dürfen dicke Scheiben 
mit dem Mikrotommesser abgeschnitten werden. Will man 
z. B. einen Teil des durchtränkten Stückes entfernen, um 
aus der Mitte des Stückes Schnitte zu bekommen, so ge- 
schieht dies entweder mit einem gewöhnhchen scharfen 
Messer, oder man schneidet mitteldicke Scheiben allmählich 
mit dem Mikrotommesser ab, indem man den Objekt- 
schlitten jedesmal höchstens um Bruchteile eines Milli- 
meters verschiebt und abschneidet, so lange, bis man das 
Gewünschte entfernt hat. 

152. Ist so in richtiger Schnitthöhe eingestellt, so 
wird mit einem Messer von den Rändern des Paraffinblocks 



§ 153-155. Mikrotom. 41 

Paraffin abgeschnitten, so daß die Schnittfläche des Objekts 
eine möglichst kleine ist. Es empfiehlt sich hierbei, wenn 
man mit schief gestelltem Messer schneidet, den Block so 
zuzuschneiden und zu befestigen, daß die Schnittfläche 
gegen das Messer eine Spitze bildet; es greift dann das 
Messer leichter an, doch ist dies unwesentlich. Dann wird 
der Schlitten mit der Mikrometerschraube dem Objekte 
Schlitten so genähert, daß die Spitze der Mikrometer- 
schraube den Objektschlitten berührt, und der Schütten 
wird mit der Halteschraube befestigt. Das Schneiden kann 
beginnen. 

158. Beim Schneiden führt die rechte Hand den 
Messerschlitten, indem sie denselben mit zwei Fingern an 
der dem Schneidenden zugekehrten und der entgegen- 
gesetzten Seite anfaßt. Niemals darf von oben aufgedrückt 
werden, da sonst die zwischen Schlitten imd Schlittenbahn 
befindliche Ölschicht verdrängt wird und Schneiden und 
Schnitt unregelmäßig werden. Die linke Hand führt einen 
Pinsel, um den Schnitt während des Schneidens zu ver- 
hindern, sich aufzurollen. Bessere Mikrotome haben, wie 
erwähnt, am Messerschlitten eine seitlich angebrachte, nach 
xmten gerichtete Stange, welche man vorsichtig faßt, um 
das Messer zu führen; durch diese Vorrichtung ist die 
Möglichkeit eines Druckes auf den Mikrotomschlitten auf- 
gehoben. 

154. Es sind auch Sehnittstrecker (Born, 93) konstruiert 
worden ; dieselben sind jedoch in der Mehrzahl der Fälle ent- 
behrlich. 

155. Zunächst wird die Mikrometerschraube gedreht, 
und zwar für den Anfang in der Regel zur Erzielung einer 
Schnittdicke von 15 /w, bei Jung eine Umdrehung, später 
10 fx und weniger, d. h. es wird die Schraube nur zu zwei 
Drittel und weniger gedreht, was an der Trommel abgelesen 
werden kann. 

Dann wird der Messerschlitten langsam durch die Bahn 
geführt, indem, sowie das Messer faßt, mit dem Pinsel der 
Schnitt gehalten wird, ehe er sich zu rollen beginnt. 

Die Pinselführung macht im Anfang viel Schwierigkeit. 
Einmal sollen die Pinselhaare nicht mitgeschnitten werden, 
dann muß der Schnitt während des Schneidens frei in 
der Luft gehalten werden, ohne daß er mit dem Pinsel 
aufs Messer aufgedrückt wird. Doch wird die erforderliche 
Übung bald erreicht. 



42 Mikrotom. § 156—159. 

156. Die untere (dem Objekt zugekehrte) Facette (vergl. 
§ 139) des Messers muß mindestens der Objektfläche parallel 
sein, wenn sie beim Schneiden keinen Druck ausüben soll. 
Gewöhnlich ist eine geringe Neigung des Messers, so daß 
zwischen der unteren Facette und der Schnittfläche ein 
kleiner Winkel entsteht, von Vorteil. Dieser Winkel darf 
nicht 16 ö übersteigen Die schiefgestellten Messer schneiden 
auf einem gewöhnhchen Mikrotom nicht mit Zug, wie 
etwa aus freier Hand geschnitten wird, sondern wie bei 
quergestellten Messern durch Druck. Mit Zug kann man 
nur mit speziellen Mikrotomen, deren Objektschlitten- imd 
Objektmesserbahnen miteinander einen Winkel bilden , 
schneiden. Je schiefer die Messerstellung, desto weniger 
Widerstand bietet das Messer, weil der in Betracht kommende 
Facettenwinkel nicht in ganzer Größe zur Wirkung kommt. 
Weiche Objekte schneide man mit schiefer SteUung des 
Messers (Zelloidin z. B.). Die Form der Schnitte ändert 
sich stets am meisten bei weichem Paraffin, weniger bei 
hartem Paraffin und Zelloidin. v. Apäthy (97). 

157. Ist so der Schnitt gelungen, so wird derselbe 
mit einem oder zwei Pinseln oder auch vermittelst einer 
Nadel oder eines spitz ausgezogenen Glasstäbchens weg- 
genommen, um weiter behandelt zu werden. Dann wird 
der Messerschlitten zurückgeführt, und zwar durch die 
ganze Bahn. Der Messerschlitten muß stets deshalb durch 
die ganze Bahn geführt werden, damit eine gleichmäßige 
Abnützung erzielt wird. 

158. Hat man eine Zeitlang geschnitten, so wird die 
Mikrometerschraube ihre ganze Bahn durchlaufen haben, 
sie muß dann zurückgedreht werden. Dabei ist zu beob- 
achten, daß die zurückgedrehte Mikrometerschraube den 
MesserschUtten nicht mehr berührt. Es muß demnach die 
Halteschraube des MikrometerschraubenschHttens gelöst, 
derselbe in der früher angegebenen Weise vorsichtig an 
den Objektschhtten angeschoben und dann wieder fest- 
geschraubt werden. Der Objektschlitten darf während der 
ganzen Operation nicht bewegt werden. Ist dies aus Un- 
vorsichtigkeit doch geschehen, so muß das Objekt vor- 
sichtig wieder in Schnitthöhe gebracht werden, wie es an- 
gegeben wurde. 

159. Es empfiehlt sich oft, das Messer quer zur Längs- 
achse der Bahnen zu stellen. Dadurch wird das sog. 
Bänderschneiden ermöglicht, was für eine bestimmte 
Paraffinsorte bei einer gewissen Temperatur stets möglich 



§ 160—163. Weiterbehandlung des Schnittes. 43 

ist. Hierbei wird der Schnitt nicht vom Messer weg- 
genommen, er bleibt an der Schneide kleben, und beim 
Schneiden wird er Rand an Rand mit dem nun folgenden 
Schnitt innig verbunden. So kann man eine ganze Reihe 
von Schnitten aneinander kleben lassen. Bänderschneiden 
ist, wie gesagt, nur möglich bei nicht zu dicken Schnitten, 
bei einer bestimmten Paraffinsorte und bei geeigneter Tem- 

Seratur. Das Bänderschneiden gestattet ein rasches Arbeiten, 
ötig ist es, die Oberfläche des das Objekt einschließenden 
Paraffinblocks so zuzuschneiden (am besten rechteckig), 
daß die der Messerschneide imd die dem Schneidenden 
zugekehrte Seite beide der Messerschneide parallel sind. 
160. Um bei hoher Zimmertemperatur das Schneiden von 
Paraffin auch von verhältnismäßig niedrigem Schmelzpunkt zu 
ermöglichen, kann man sog. Ktthlmesser benützen (Stoß 91). 
Solche Messer (welche Katsch in München liefert) sind nahe 
dem Rücken der Länge nach durchbohrt; durch die so gebildete 
Röhre im Messer wird ein Eisvasserstrom durchgeleitet Wenn 
das Paraffin infolge zu hoher Zimmertemperatur zu weich wird, 
kann man sich auch dadurch helfen, daß man das eingespannte 
Paraffinstück mit einem mit Äther getränkten Stückchen Zeug 
umwickelt. 

161« Mit Zelloidin durchtränkte Schnitte werden naß 
geschnitten, d. h. es müssen vor jedem Schnitt das Stück 
und das Messer mittels eines Pinsels mit 70 — 80%igem 
Spiritus befeuchtet werden. Man schneidet mit schräg ge- 
stelltem Messer und mit raschen Zügen. 

Nach dem Feuchtschneiden bedarf das Mikrotom einer 
besonderen Reinigung, um das Rosten zu verhüten. 

162« Mit dem Gefriermikrotom wird trocken ge- 
schnitten, die Schnitte werden mit einem Pinsel vom Messer 
abgenommen und in destilliertes Wasser, physiologische 
Kochsalzlösung, Formol oder schwachen Alkohol über- 
führt. 

5. Kapitel. Weiterbehandlung des Schnittes. 

163. Die Weiterbehandlung des Schnittes richtet sich 
nach dem Medium, mit welchem derselbe durchtränkt war. 
Paraffinschnitte müssen zunächst von dem darin befind- 
lichen Paraffin befreit werden. An aufgehellten Schnitten 
von Objekten, welche auf keine Weise gefärbt sind, sieht 
man nur wenig. Ungefärbte Schnitte müssen daher ge- 
färbt werden, Schnittfärbung, wenn nicht Stück- 
färbung vorausgegangen ist. Dann können dieselben zur 
Aufbewahrung eingeschlossen werden. 



44 Weiterbehandlung des Schnittes. § 164—166. 

164. Es hat sich als praktisch herausgestellt, große, 
leicht zerfallende einzelne Schnitte, ebenso zarte, sehr kleine 
Objekte oder Serien von Schnitten, welche geordnet bleiben 
sollen, vor diesen Manipulationen auf den Objektträger zu 
befestigen. — Aufkleben. Dies bietet u. a. den Vorteil, 
daß man eine große Anzahl von Schnitten zugleich und 
daher rascher und gleichmäßiger behandeln kann. Uner- 
läßlich ist das Aufkleben, wenn es sich um Anfertigung 
sog. Schnittserien, z. B. für embryologische Untersuchungen 
oder für Rekonstruktionen (siehe diese), handelt. Man hat 
beim Serienschneiden darauf zu achten, daß kein Schnitt 
verloren geht; ist dies doch geschehen, so ist dies sofort 
zu notieren (etwa so, daß man in den Serienkatalog ein- 
schreibt: Serie 1, Objektträger 2, Schnitt 3 fehlt), oder 
eine entsprechende Lücke, wo das verlorene Stück hegen 
soUte, auf dem Objektträger läßt. Die Weiterbehandlung 
von Paraffinschnitten, welche aufgeklebt werden sollen, 
ordnet sich folgendermaßen:' Aufkleben, Paraffin- 
befreiung, Schnittfärbung, Einschluß. 

165« Es soll zunächst die Weiterbehandlung nichtauf- 
geklebter (Paraffinschnitte und ZeUoidinschnitte geschildert 
werden. Die Weiterbehandlung nichtaufgeklebter Schnitte 
ist namentlich für Mediziner gut einzuüben, da dieselbe in 
der pathologisch-anatomischen Technik bei SchneUdiagnosen 
eine große Rolle spielt. 

166. Paraffin schnitte werden vom Mikrotom mit Pinsel 
resp. mit einer Nadel direkt in ein flaches Schälchen, ent- 
haltend eine der im § 99 angegebenen Flüssigkeiten, ge- 
bracht, in denen sich Paraffin löst, z. B. Xylol. Im Xylol 
müssen die Schnitte mindestens so lange verweilen, bis 
sich Paraffin löst, was man mit bloßem Auge beurteilen 
kann: der Schnitt wird sehr durchsichtig. Ist das Schnei- 
den beendigt, so können die Schnitte zusammen weiter 
behandelt werden. Aus dem Xylol können die Schnitte 
direkt eingeschlossen werden, vorausgesetzt, daß die Ein- 
schlußmasse dies gestattet, also z. B. nicht wasserhaltig ist. 
Man verfahre dann nach § 206. Beim Übertragen des 
Schnittes benutze man Spatel und Nadel und sorge, daß 
der Schnitt sowohl auf dem Spatel wie auf dem Objekt- 
träger glatt liegt. Sollen die Schnitte vor dem Ein- 
schließen gefärbt werden, so übertrage man sie aus dem 
Xylol mit Spatel und Nadel in ein Schälchen mit abso- 
lutem Alkohol und beginne dann mit der Färbung, z. B. 
der Hämalaunfärbung. Darnach färbe man weitere Schnitte 



§ 167—170. Weiterbehandlung des Schnittes. * 45 

nach in Kapitel 9 angegebenen Methoden. Endlich schließe 
man die gefärbten Schnitte nach Kapitel 8 ein. 

167« Es ist wichtig, zu wissen, daß Paraffinschnitte auch 
vor der Paraffinlösung gefärbt werden können, und zwar 
auch mit in Wasser gelösten Farben. Das Paraffin macht 
die Schnitte resistenter. Sie färben sich aber viel länger, 
wie bei gewöhnlichem Verfahren. 

168« Es können aber auch die Schnitte vor dem Ein- 
schluß untersucht werden, was unter Umständen vorteil- 
haft ist, namentlich wenn man dieselben aus dem Xylol 
in Flüssigkeiten von verschiedenem Lichtbrechungs ver- 
mögen überträgt und darin auf den Objektträger bringt 
und untersucht. Häufig bedient man sich hierzu des 
Nelkenöls (besitzt ein starkes Lichtbrechungsvermögen), 
in welches die Schnitte aus dem Xylol direkt übertragen 
werden können. Will man in Glyzerin untersuchen 
(siehe auch § 209), dann kommen die Schnitte aus dem 
Xylol in absoluten Alkohol, von da in QO^o^g^i"»» ^OVo^g^'^ 
Alkohol, in destilliertes Wasser, in zu zwei Drittel, dann 
zur Hälfte mit Wasser verdünntes Glyzerin, je etwa eine 
Minute, endlich in reines Glyzerin. Kommt es auf 
Schrumpfung nicht an, so verfahre man in der Reihen- 
folge: Xylol, Alkohol, Wasser, Glyzerin. 

16t)« Die Zelloidinschnitte dürfen nicht mit ab- 
solutem Alkohol in Berührung kommen, falls man Zel- 
loidin erhalten haben will, da Zelloidin in starken Alkoholen 
sich löst. Sie werden also, nachdem sie geschnitten smd, 
zunächst in ein Schälchen mit 70 — SOVoig^^n Alkohol ge- 
bracht. Die Schnitten können gefärbt (außer in wenigen 
Farben, die in absolutem Alkohol gelöst sind), ausge- 
waschen usw., mit95 7oigem Spiritus kurze Zeit behandelt 
(1 — 3 Minuten, je nach der Dicke des Schnittes) und in 
Origanumöl, Zedernholzöl z. B., nicht aber in Nelkenöl, 
welches Zelloidin lösen würde, aufgehellt werden. Nach 
Entfernung des Öles (etwa mit Xylol) erfolgt Einschluß in 
Kanadabalsam (s. § 206). 

170. Als Aufhellungsmittel für Zelloidin wurde zu- 
erst von Hauptmann Urban die konzentrierte Karbol- 
säure vorgeschlagen. Dies wurde von Weigert mit Er- 
folg in der Weise modifiziert, daß er auf ein Volumen 
krystallinischer Karbolsäure, je nach Bedarf, ein, zwei oder 
drei Volumina Xylol zusetzt und, um das Ganze wasserfrei 
zu erhalten, verfährt er wie beim absoluten Alkohol (s. § 100). 
In einzelnen Fällen kann verlangt werden, die Flüssig- 



46 Aufkleben. § 171—173. 

keiten, mit denen der Schnitt gerade in Berührung ist, 
rasch zu entfernen. In diesen Fällen legt man einen oder 
mehrere Streifen Fließpapier übereinander auf die Schnitte, 
welche auf dem Objektträger liegen, dann streicht man 
mit dem Finger darüber, wobei sich die Schnitte glätten 
(Welch, 76). Diese scheinbar rohe Prozedur läßt die 
Schnitte intakt und auf dem Objektträger liegend. 

6. Kapitel. Aufkleben. 

171. Es ist zweckmäßig, schon der Raum- und Zeit- 
ersparnis halber, aber namentlich, um die Schnitte wäh- 
rend der Behandlung vor mechanischen Angriffen mög- 
lichst zu schützen, dieselben auf den Objektträger 
aufzukleben. Will man Raum und Material sparen, so klebe 
man Schnitte auf Deckgläschen. Das empfienlt sich z. B. bei 
Behandlung der Schnitte mit teueren Substanzen oder bei 
Herstellung von Präparaten in einzelnen Schnitten in 
großer Zahl, z. B. für Kurse. Statt Deckgläschen kann man 
in diesem Fall auch Plättchen aus Marienglas verwenden. 
Das fertige Präparat wird schließlich mit dem Marienglas 
nach unten auf einen Objektträger gelegt und mit einem 
gewöhnlichen Deckglase zugedeckt. 

172« Man gewöhne sich von Anfang an, beim Schnei- 
den mehrerer Schnitte oder Serien, die Schnitte in be- 
stimmter Ordnung, z. B. wie Buchstaben und Zeilen im 
Buche, aufzulegen. — Um sich die Reihenfolge der Ob- 
jektträger und eine bestimmte Folge der darauf aufge- 
klebten Schnitte zu merken (was z. B. für Serienschnitte 
unumgänglich notwendig ist), pflegt man dieselben mit 
aufeinanderfolgenden Zeichen, Nummern oder Buchstaben 
zu markieren. Dazu bediene man sich am zweckmäßigsten 
eines Schreibdiamanten. Bezeichnet wird stets an der- 
selben Stelle des Objektträgers, z. B. in der Ecke rechts 
unten. — Empfehlenswert sind auch die käuflichen Glas- 
tinten, mit welchen man am besten eine große Anzahl von 
Objektträgern vor Benutzung numeriert. Auch werden 
Schreibstifte aus hartem Stahl gebraucht. 

Die sonst üblichen Mittel zur Bezeichnung der Objekt- 
träger, wie gewöhnliche Schreibtinte, ölstifte usw., sind nicht 
zu empfehlen, da sie leicht und namentlich bei eventueller 
Weiterbehandlung verschwinden und dabei die Präparate ver- 
unreinigen. 

173. Je nach der Wahl der Masse, welche zum Auf- 
kleben verwendet wird, richtet sich die nachfolgende Be- 



§ 174--176. Aufkleben. 47 

handlung der aufgeklebten Schnitte. Ist die klebende Masse 
in Wasser, Alkohol usw. unlöslich, so ist selbstverständlich 
auch die Färbung der bereits aufgeklebten Schnitte nicht 
ausgeschlossen. 

Man kann Paraffinschnitte, auch Paraffinzelloi- 
dinschnitte mit Wasser (auch sehr schwachem Spiritus, Alt- 
mann) oder Eiweiß aufkleben; weniger gebräuchhch sind 
Schellack, KoUodium, Gelatine ;Zelloidinschnitte nach 
dem Verfahren von Weigert, Obregia, v. Apäthy usw. 

174. Aufkleben mit Wasser (nur im Notfall, wenn 
die Objektträger absolut nicht benetzt werden, mit sehr 
schwachem Spiritus) ist die einfachste Methode, die aber 
einer gewissen Vorsicht bedarf und deshalb in den Händen 
der Anfänger nicht immer dasjenige leistet, was sie leisten 
soll; sie ist von Gaule (81), Altmann (verdünnten Spiri- 
tus) und Gull and (91) (Wasser) empfohlen. 

Die Fixierung der Schnitte beruht in diesem Falle auf 
einer Kapillar- Attraktion. Mit Osmiumsäure und Osmium- 
säuregemischen fixierte Objekte lassen sich nur unsicher 
oder nicht mit Wasser aufkleben. 

176. Sehr sorgfältig gereinigte Objektträger (s. § 176) 
werden mit Wasser oder sehr verdünntem Spiritus gleich- 
mäßig benetzt. Man breite nun die Paraffinschnitte auf 
der Wasserschicht aus. Dann erwärme man (falls die 
Schnitte sich noch nicht ausgebreitet haben), den Objekt- 
träger leicht auf dem Bornschen Tischchen (s. weiter; 
Paraffin darf nicht schmelzen), wobei sich die Schnitte 
glatt legen, entferne mit Filtrierpapier die überschüssige 
Flüssigkeit von den Seiten, ordne die Schnitte definitiv, 
etwa mit einem Pinsel, und lasse die Schnitte, die gut vor 
Staub geschützt werden müssen, 24 Stunden lang, eventuell 
im Thermostaten, bei 35 ^ C trocknen. (Thermostat bei 
trockener Witterung nicht unbedingt nötig.) Die so ge- 
getrockneten Schnitte können bei einer gewissen Vorsicht 
allen möglichen Behandlungen unterzogen werden. 

Man kann so fixierte Schnitte, sagt Altmann, sogar 
künstlich verdauen, ohne daß die unveränderten Teile des 
Schnittes ihre Lage zum Objektträger im geringsten wechseln. 

176. Eine sehr einfache und außerordentlich wirksame 
Methode, um das beim Aufkleben mit Wasser hinderliche 
Fett von Objektträgern radikal zu entfernen, ist von Helly 
empfohlen worden : man zieht die Objektträger durch eine 
rußfreie Flamme, und das Fett und der organische Schmutz 
verbrennen. 



48 



Aufkleben. 



§ 177—180. 




Fig. 1. Wftrmetischchenjnach G. Born. 



177. Mit Vorteil legt man die Objektträger mit den 
auf Wasser ausgebreiteten Schnitten auf einfache Wärm- 
tische von Metall (Born, 88), siehe Fig. 1, deren Tisch- 
platte, gewöhnlich aus Eisenblech angefertigt, am einen 

Ende aufgebogen 
ist ; eine unter den 
aufgebogenenArm 
des Tisches ge- 
stellte Lampe läßt 
dieTemperatur des 
Tisches beliebig re- 
gulieren. Man 
wählt einen nach 
^ Bedarf erwärmten 
Streifen des 
Tisches und legt 
darauf auf kurze 
Zeit einen Objektträger mit Schnitten. Die Schnitte legen sich, 
noch ehe das Paraffin zum Schmelzen kommt (was sorg- 
fältig vermieden werden soll), ganz glatt. Dann trocknet 
man die Schnitte, wie angegeben worden, usw. 

178. Handelt es sich nicht um Serien, so kann man 
Paraffinschnitte direkt vom Mikrotom in eine Schale mit 
lauwarmem Wasser, ca. 35 °, übertragen ; hier legen sie sich 
glatt. Man fängt dieselben mit dem Objektträger aus dem 
Wasser auf und läßt sie auftrocknen; ebenso wird mit 
Objektträgern, welche vorher mit Eiweiß sehr dünn be- 
strichen wurden, (§ 181) verfahren. 

179. P. Mayer (96) empfiehlt, die Paraffinschnitte 
statt mit Wasser oder schwachem Alkohol mit der Farb- 
lösung selber aufzukleben. Dabei wirkt der Farbstoff, 
wenn man die Schnitte, um sie sich dehnen zu lassen, in 
die Wärme bringt, meist ebenso rasch wie energisch, und 
so lassen sich Färbungen erzielen, die sonst nicht leicht 
zustande kommen. Man muß nur dafür Sorge tragen, daß 
die Schnitte auf der Farblösung anfänglich schwimmen, 
daß diese später gut mit Wasser abgespült wird, und daß 
die Schnitte wirklich ganz trocken sind, bevor man sie in 
Xylol (zum Entfernen des Paraffins) und von da in Balsam 
überträgt. 

180. Diese wichtige Beobachtung, daß die Schnitte, 
ohne daß Paraffin entfernt zu werden braucht, auch für 
wässerige Lösungen permeabel sind, kann mit kleinen 



§ 181—182. Aufkleben. 49 

Modifikationen in verschiedenen Fällen nutzbar gemacht 
werden, so beim Färben loser Schnitte, bei Behandlung 
der Paraffinschnitte mit Verdauungsflüssigkeiten, Silber- 
nitrat etc. 

181. Wegen der Raschheit des Verfahrens und Sicher- 
heit der Resultate noch jetzt beliebt ist das von P. Mayer 
(83) eingeführte aufkleben mit £i>yeiß. Möglichst frische 
Hühnereier, etwa 3 Stück, werden aufgeschlagen, das Ei- 
weiß in eine Schüssel abgelassen, wobei man sorgfältigst 
die Verletzung der Dotterhaut des Eigelbs zu vermeiden 
hat. Es wird einige Zeit mit einem Holzstabe geschlagen, 
und durch Filtrierpapier filtriert. Da Eiweiß sich ziemlich 
rasch zersetzt, so ist das Hinzufügen eines Kampferstück- 
chens sowohl zu der filtrierenden Flüssigkeit, als zu dem 
Filtrat sofort anzuraten. Eiweiß filtriert sehr langsam, man 
erhält aber doch nach 12 Stunden ein paar Kubikzenti- 
meter Eiweiß. Zu diesem füge man ebensoviel des chemisch 
reinen Glyzerins, um das Präparat vor Vertrocknung zu 
schützen, dann ebenfalls ein kleines Stückchen Kampfer 
oder Natriumsalizylat hinzu imd bewahre das Ganze in 
einem gut vor Staub geschützten Gefäß. Nachdem sich 
Glyzerin mit Eiweiß gemischt hat, was man durch Schütteln 
beschleunigen kann, ist es zum Gebrauche fertig. Man 
kann das Filtrieren beschleunigen, wenn man Eiweiß und 
Glyzerin zu gleichen Teilen schon vor dem Filtrieren 
mischt. 

182. Es wird auf einem gut gereinigten Objektträger 
etwa mit einem feinen Pinsel eine möglichst dünne 
Schicht des Eiweißes aufgetragen und mit reiner Finger- 
beere oder einem Glasstabe geglättet. Auf diese so prä- 
parierte Fläche werden die Paraffinschnitte gelegt und 
eventuelle Falten mit einem weichen Pinsel ausgeglichen 
und so aufgedrückt, daß sich keine Luftblasen zwischen 
Schnitt und Eiweiß befinden. Dabei liegt der Objektträger 
auf dem Tisch. 

Will man einen vorgeschriebenen Kaum, etwa die Größe 
eines Deckglases, vollkommen ausnützen, so kann man den- 
selben auf einem Stück Papier mit Bleistift oder ähnlichem 
vorzeichnen und den Objektträger in passender Lage darauf- 
legen. 

Ist eine gewünschte Menge Schnitte auf der so prä- 
parierten Eiweißfläche sortiert und aufgedrückt, so erwärme 
man das Ganze bis auf die Koagulationstemperatur des 
Eiweißes. 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 4 



50 Aufkleben. § 183—185. 

Dies geschieht, indem man den Objektträger kurze 
Zeit über einer kleinen Spiritus- oder Gasflamme erhitzt, 
bis Paraffin geschmolzen ist. Diese Eiweißmethode gestattet 
ein rasches imd sicheres Arbeiten, man muß sich nur hüten, 
durch zu starke Erhitzung das Präparat zu verderben. 

Die Schnitte kleben nun so fest, daß z. B. fließendes 
Wasser dieselben nicht wegschwemmt; es können damit 
alle folgenden Operationen, wie sie im weiteren angegeben 
werden, vorgenommen werden. 

183. Bestimmten Reagenzien dürfen jedoch mit Eiweiß 
aufgeklebte Schnitte nicht ausgesetzt werden, und zwar 
derartigen, welche Eiweiß lösen und dadurch die Schnitte 
ablösen würden. Solche sind starke Säuren imd Alkalien. 

Man könnte also beispielsweise mit Borax-Kannin 12 bis 
24 Standen färben , ebensolange mit einem Va °/o Salzsäure 
enthaltenden Spiritus ausziehen, mit Spiritus waschen, mit 
absolutem Alkohol entwässern und einschließen. Man würde 
aber beispielsweise den übrigens nur für sehr spezielle Zwecke 
brauchbaren Karmin TOn Sehneider (Karmin bis zur Sätti- 
gung gelöst in einer 45 % igen Essigsäure) selbstredend aus 
angedeuteten Gründen (wegen der dabei mitwirkenden Essig- 
säure) zu vermeiden haben. 

Ferner sind es bestimmte Farben, welche Eiweiß ablösen, 
z. B. Pikro-Karmin ; andere nur in stärkeren Lösungen, z. B. 
Benzo-Azurin. 

184. Als Eiweißlösung verwertet M. Heidenhain 
eine schwache alkoholische Lösung von Serumalbumin 
(Albumin aus Blut, puriss., von Merk in Darmstadt). Das Al- 
bumin wird in einer Reibschale zu feinstem Mehle gerieben ; 
4 g davon werden auf 100 Wasser gegeben imd die Mischung 
kräftig geschüttelt. Darauf läßt man 24 Stunden lang ab- 
setzen, dekantiert und filtriert die Lösung und versetzt sie 
schließlich mit dem gleichen Volumen 50 % igen Alkohols. 
Man klebt mit dieser sehr dünnflüssigen Lösung wie mit 
Wasser, indem man sie zwischen Schnitt und Objektträger 
zufließen läßt. Die Schnitte läßt man auf einem Born- 
schen Tischchen sich strecken, läßt die überschüssige Flüssig- 
keit ablaufen und trocknet im Thermostat bei 35 ö. Heiden- 
hain (05). 

185. Henneguy, auch Reinke (95), beschicken 
Objektträger, resp. Deckgläser oder Glimmerplatten mit sehr 
wenig Eiweißglyzerin un d verstrei chen dasselbe mit der 
Fingerbeere, bis schein^^r^ppij^ft:^pur mehr vom Ei- 
weiß vorhanden ist.ylQ»h werden m^^vpi^^^'*äger vor der 
Benutzung im Thjfrftostat bei 70® (bes&^als über der 




§ 186—189. Aufkleben. 51 

Flamme), um das Eiweiß zu koagulieren, erwärmt. Diese 
Platten werden nun mit Wasser beschickt, dann folgt vor- 
sichtiges Erwärmen, bis sich die Schnitte faltenlos ausge- 
breitet haben. (Paraffin darf nicht schmelzen). Dann Trocknen 
im Thermostat bei 30 — 35 ^ C, einige Stunden genügen in 
der Regel. 

186. Enthalten Schnitte viel Bindegewebe oder sind 
sie zu groß, so schlägt Michaelis folgenden Weg vor: 
Die Schnitte werden auf Wasser von etwa 40^0 glatt 
gemacht, mit dem Objektträger aufgefangen und mit 
glattem Schreibpapier fest an denselben angedrückt. Man 
zieht dann das Papier mit dem Schnitt ab, schneidet das 
Papier dicht um den Schnitt herum ab und klebt den 
Schnitt samt Papier fest andrückend auf einen anderen 
Objektträger mit Eiweiß § 181. Man bringt das Eiweiß zum 
Koagulieren etc. Bei Weiterbehandlung fällt das Papier ab. 

187. Kleben die Schnitte aus irgendeinem Grunde 
nicht fest genug (nach Wasser-, Eiweißaufklebung), so kann 
man die Schnitte in der Weise retten, daß man sie mit 
Kollodium 2, Äther 2, Rizinusöl 4 Raumteile mit der Finger- 
beere dünn überstreicht. Dann wendet man längere Zeit 
Xylol und kurze Zeit Alkohol an und fährt weiter fort. 
(Filatoff.) 

188. Die in Zelioidin - Paraffin eingebettet gewesenen 
Schnitte können wie Paraffinschnitte mit Wasser aufgeklebt 
werden. Es empfiehlt sich jedoch (v. Ap&thy), die Objekt- 
träger mit den aufgeklebten Schnitten in ^/2%ige Zelloidin- 
lösung in Alkohol - Äthyläther (3:1) einzutauchen. Sind 
dieselben getrocknet, so können sie in gewöhnlicher Weise 
weiter behandelt werden. 

189. Schnitte, mit Zelioidin eingebetteten Objekten 
entnommen, werden feucht geschnitten und können in der 
bisher angegebenen Weise nicht aufgeklebt werden. 

Eine von Weigert (85) besonders für das Zentralnerven- 
system und namentlich für große Schnitte ausgearbeitete Me- 
thode läßt jedoch auch hier die Behandlung vieler Zelloidin- 
schnitte auf einmal zu. 

Die Schnitte werden mit Streifen aus ungeleimtem Papier 
(sog. Klosettpapier) in einer bestimmten Reihenfolge auf- 
gefangen, indem man das Papier auf die auf dem Messer 
befindlichen Schnitte legt; sie bleiben daran haften, und 
das Papier kann behutsam mit dem Schnitt abgenommen 
werden. Damit der Papierstreifen samt den Schnitten nicht 

4» 



t^ 



52 Aufkleben. § 190. 

trocknet, legt man ihn, während man den nächsten Schnitt 
anfertigt, auf eine mit lO^/pigem Alkohol befeuchtete Lage 
von Fließpapier ; mit dem nächsten Schnitt wird in derselben 
Weise verfahren, bis man eine gewisse Anzahl von Schnitten 
in einer gewünschten Reihenfolge auf dem Papier erhal- 
ten hat. 

Es Avird nun auf einer entsprechend großen Glasplatte 
dünnflüssiges Kollodium (welches man eventuell mitSchwefel- 
äther nach Wunsch verdünnen kann) nach Art, wie es die 
Photographen tun, ausgebreitet. Wenn die Kollodium- 
schicht trocken geworden ist (ein paar Minuten genügen), 
drückt man die Schnitte, indem man über die Papierfläche 
vorsichtig mit der Hand streicht, an die dünne Kollo- 
diumschicht an. Das Papier kann nun vorsichtig abge- 
zogen werden, die Schnitte bleiben an der Kollodiumfläche 
in der Regel haften. Dieselben dürfen nicht eintrocknen 
und müssen deshalb mit 70 ^/o igem Spiritus feucht gehalten 
werden. Es wird eine zweite Kollodiumschicht in einer 
ähnlichen Weise, wie die erste, auf der Glasplatte mit 
den Schnitten, die man zuvor mit daraufgelegtem Fließ- 
papier getrocknet hat, ausgebreitet. Ist diese zweite Schicht 
ebenfalls trocken geworden, so muß man die Platte samt 
den Schnitten sofort in die Farbe übertragen, wo die Schnitte 
mit der Kollodiumschicht von der Glasplatte abgehen und 
miteinander weiter behandelt werden können. Vor dem 
Einschließen kann man die Kollodiumplatte mit der Schere 
beliebig zuschneiden und so, wenn nötig, einzelne Schnitte 
isolieren. 

190. Nach einer in letzter Zeit oft angewandten Me- 
thode von Obregia (90) werden Zelloidinschnitte zu- 
nächst auf Papierstreifen, wie vorhin, und dann auf Zucker- 
platten überführt. Letztere werden in folgender Weise 
bereitet: Gut gereinigte Glasplatten werden mit einer sirup- 
dicken Lösung von gewöhnlichem Zucker (in Wasser oder 
ca. 30% igem Alkohol) übergössen oder besser mit einem 
Pinsel bestrichen. Dann werden die Platten in einem Ther- 
mostat bei ca. 30 o getrocknet. Die Oberfläche des Zuckers 
muß an gelungenen Platten glatt erscheinen, und die Zucker- 
schichte darf keine Blasen haben. — Die Schnitte werden 
mit dem Papier auf die Zuckerplatten gelegt und leicht an- 
gedrückt, dann wird das Papier langsam abgehoben, so daß 
die Schnitte am Zucker kleben bleiben. Ist der an den 
Schnitten haftende Alkohol zum größten Teil verdunstet, 
so werden die Schnitte mit einer mitteldicken Zelloidin- 



§ 191—193. Aufkleben. 53 

lösung in dünner Schicht übergössen. Ist diese getrocknet, 
so werden die Platten in Wasser gelegt; der Zucker löst 
sich und damit auch die durch die aufgegossene Zelloidin- 
schicht als Serie vereinigten Schnitte, welche in gewöhn- 
licher Weise gefärbt und weiter behandelt werden können. 
Vermittelst dieser Methode kann man auch Paraffin- 
schnitte, wenn es nötig ist (z. B. zur Weigertschen Färbung), 
in Zelloidinschnitte umwandeln. 

191. Statt der erwähnten Zuckerlösung empfiehlt Pe- 
tersen die von Bauer vorgeschlagene Lösung: Zuckerlösung 
— 1 Zucker auf 1 Wasser — 300 ccm, Alkohol von 80 ^/o 
200 ccm, Dextrin auf 1 Wasser 100 ccm. Die Substanzen 
sind in der angegebenen Reihenfolge zu mischen. 

192. V. Apathy (87, 88) bringt die Zelloidinschnitte 
auf Bergamottöl, das grün sein, nicht nach Terpentinöl 
riechen soll und sich mit 900/oigem Alkohol vollkommen 
mischen muß. Ehe die ausgebreiteten Schnitte untersinken, 
zieht man einen nach dem anderen mit einer Nadel an ihren 
Platz auf ein in das öl eingetauchtes Stück (so breit wie 
der Objektträger und dreimal so lang wie das Deckglas) 
Pauspapier. Dann hebt man letzteres aus dem Öl, läßt ab- 
tropfen, trocknet die andere Seite des Papiers auf Filtrier- 
papier, legt es dann mit den Schnitten auf einen ganz 
trockenen Objektträger und drückt es mit Filtrierpapier 
fest. Dann rollt man es so auf, daß die Schnitte auf dem 
Glase bleiben, wo sie mit einem Streifen glatten Fließ- 
papiers durch Andrücken vom überschüssigen Bergamottöl 
befreit werden. Gefärbte Schnitte werden direkt mit Ka- 
nadabalsam eingeschlossen, erst zu färbende setzt man 
Dämpfen von Alkohol und Äther einige Minuten aus, bringt 
sie auf 15 Minuten in 90% igen Alkohol und kann dann 
in Farben färben, welche TO^oig^i^ oder stärkeren Alkohol 
enthalten. In wässerige Lösungen kann man die Schnitte 
bringen, wenn man sie auf dem Papier so ordnet, daß sich 
das Zelloidin an den Rändern deckt, damit sie durch den 
Ätherdampf verkleben und sich zusammen als Membran, die 
dann weiter behandelt wird, im Wasser vom Glase abheben. 

193. V. Apdthy (89) verfährt so, daß er die Schnitte 
auf dem mit gelbem Vaselin eingefetteten und mit 70 bis 
900/oigem Alkohol benetzten Messer selbst entsprechend 
der Deckglasgröße mit einer Nadel ordnet. Die Schnitte 
müssen mit den Zelloidinräiidern übereinandergreifen oder 
sich mindestens berühren. Abtrocknen der Schnitte mit 
Filtrierpapier und Bepinseln mit konzentrierter Zelloidin- 



54 Aufkleben. § 194-195. 

lösung, 5 Minuten verdunsten lassen. Dann benetzt man 
sie mit 70% igem Alkohol und schneidet weiter oder legt, 
wenn man nicht mehr schneiden will oder das Messer 
ganz voll ist, das Messer samt den Schnitten in 70 7o igen 
Alkohol. Darin wird das Zelloidin als einheitliche Mem- 
bran gehärtet, welche mit einem Skalpell vom Messer weg- 
genommen und weiter behandelt wird. Man kann solche 
Membranen direkt auf den Objektträger legen, die Ränder 
mit Äther und Alkohol festkleben und dann färben. 

194. Um die Zelloidinschnitte direkt auf dem Objekt- 
träger zu befestigen, empfiehlt v. Apathy folgende Me- 
thode: ein ganz reiner Objektträger wird mit einer dünnen 
(20/oigen) Zelloidinlösung oepinselt mid getrocknet. — Da- 
mit (fie Zelloidinschicht bei folgenden Prozeduren nicht 

. vom Objektträger sich ablöst, bringe man vorher auf diesem 
ein paar dünne Linien mit verdünntem Hühnereiweiß (etwa 
entsprechend den Deckglasrändern, Eiweißrahmen) an ; man 
läßt das Eiweiß durch Erhitzen koagulieren. An den rauhen 
Eiweißstreifen haftet das Zelloidin nun fest. — Auf die so 
präparierte und befestigte Zelloidinschicht werden die (etwa 
auf Wasser) glatt gemachten Schnitte nach Wunsch ge- 
ordnet, mit feinstem Fließpapier getrocknet und mit Al- 
koholäther-Dämpfen kurze Zeit in geschlossenem Gefäß 
behandelt, wodurch die Schnitte an die Zelloidinschicht an- 
schmelzen. Weitere Behandlung, wie gewöhnlich, unter 
Vermeidung von zelloidinlösenden Flüssigkeiten wie Alkohol 
von 90% aufwärts, Äther etc. 

195. Argutinsky (1900) empfiehlt folgendes Verfahren 
zum Aufkleben von Zelloidinschnitten. Eine Anzahl sorg- 
fältig gereinigter Objektträger wird (wie beim Aufkleben 
von Paraffinschnitten, siehe § 181) mit einer gleichmäßig 
dünnen Eiweißschicht beschickt und letztere durch Erhitzen 
auf beinahe 100® C zum Gerinnen gebracht. Die in 
lO^/oigem Alkohol geschnittenen Zelloidinschnitte werden 
in einem Schälchen mit 70%igem Alkohol sorgfältig ent- 
faltet, dann auf den, wie angegeben, vorbereiteten Objekt- 
träger übertragen und geordnet. Dann wird der den Ob 
jektträger und die Schnitte reichlich bedeckende Alkoho' 
am Rande des Glases mit Filtrierpapierblättchen vor 
sichtig abgesogen. Um mm das Autkleben der Schnitte 
zu bewirken, wird ein etwa acht bis zwölfmal gefalteter 
Streifen von glattem Filtrierpapier auf das mit Schnitten 
beschickte Objektglas gelegt. Durch ziemüch starkes 
Streichen mit dem Finger wird das Filtrierpapier an die 



§196-198. Aufkleben. 55 

noch nasse Oberfläche des Objektglases gepreßt, wodurch 
der Alkohol aufgesaugt wird und die Schnitte an die Eiweiß- 
schicht sorgfältig angedrückt werden. Dann wird der 
Filtrierpapierstreifen abgenommen, und der Objektträger 
kommt mit den fest klebenden Schnitten sofort (damit 
sie nicht austrocknen) in ein Gefäß mit destilliertem Wasser, 
um sogleich oder später weiter behandelt zu werden. Sie 
ertragen alle Flüssigkeiten, sofern solche das Eiweiß oder 
das Zelloidin nicht auflösen (starke Säuren und absoluter 
Alkohol z. B. sind ausgeschlossen). Will man erst nach 
Tagen färben, so bewahrt man die Objektträger in 70%- 
igem, resp. schwächerem Alkohol, auf. 

196. Tellyesniczky (04) nimmt statt des Eiweiß- 
glyzerins eine sehr stark mit destilliertem Wasser ver- 
dünnte (1 : 5) Eiweißlösung ohne Glyzerin. 

197. Rubaschkin klebt Schnitte mit Eiweißglyzerin 
(2 : 1) auf. Die Objektträger werden dünn bestrichen, die 
Schnitte darauf glatt gelegt und mit einer Mischung von 
Nelkenöl und Anilin zu gleichen Teilen Übergossen, bis 
sie klar und durchsichtig werden. Das öl wird abgegossen 
und der Objektträger mit den nunmehr geklebten Schnitten 
in 90% igen Alkohol getaucht, dann in 70% igen Alkohol 
und kann nunmehr mit allen möglichen Flüssigkeiten be- 
handelt werden, ohne daß die Schnitte sich ablösen. 

198. Gestützt auf die Tatsache, daß Gelatine mit For- 
mol behandelt eine unlösüche Verbindung gibt, beschreibt 
01t eine für alle Objekte passende Klebemetliode. 10 g 
Gelatine werden in 100 ccm Wasser auf dem Wasserbade 
gelöst und mit dem Eiweiß eines Hühnereies versetzt, 
damit nach weiterem Kochen unter Umrühren der Mischung 
alle Verunreinigungen durch das gerinnende Eiweiß aus- 
gefällt werden. Man filtriert die Mischung und setzt 10 ccm 
einer 5% igen Phenollösung zu. Die gewonnene klare 
Phenolgelatinelösung ist in einem weithalsigen Gefäß auf- 
zubewahren. Ein Stückchen Gelatine wird mit dem Finger 
auf dem Objektträger verteilt, und die Schnitte werden 
darauf gelegt und geglättet. Sind die Schnitte nicht trocken, 
wie z. B. Zelloidinschnitte, Gefrierschnitte usw., so entfernt 
man die Flüssigkeit vorsichtig durch Absaugen mit Fließ- 
papier, aber, wenn die Schnitte es gestatten, mit Fließ- 
papier glatt drückend und setzt das Ganze einige Zeit 
der Einwirkung von Formal indämpf en und dann einer 
10% igen Formalinlösung aus. Die Schnitte sind nim 



56 Paraffinbefreiung. — Einschließen. § 199—202. 

befestigt und können allen möglichen Prozeduren ausge- 
setzt werden. Paraffin und Zelloidin können in bekannter 
Weise gelöst werden. Vgl. Kraus, Arch. f. Dermatol. u. 
Syph. 06. 

7. Kapitel. Paraffinbefreiung. 

199. Die Befreiung des Schnittes von Paraffin ge- 
schieht durch Lösung desselben in einer der oben (§ 99) 
angegebenen Flüssigkeiten ; billig und wohlgeeignet hierfür 
ist Xylol. 

Der Objektträger mit den (nach Kapitel 6) aufgeklebten 
Schnitten wird auf kurze Zeit in ein Glas (siehe § 235) 
mit Xylol gesteckt. Gleichzeitige Weiterbehandlung mehrerer 
Objektträger auch mit anderen Flüssigkeiten ist in Porzellan- 
schalen mit Rillen (siehe § 235) oder einem analog mit 
diesen gebauten Behälter möglich. 

200. Mit Eiweißglyzerin aufgeklebte Schnitte müssen 
stets vor der Weiterbehandlung und dem Einschließen 
aus dem Xylol noch einmal in absoluten Alkohol über- 
führt werden, um Glyzerin in Lösung zu bringen Man 
hat vielfach mit schlechten Resultaten zu kämpfen, wenn 
man aus dem Xylol direkt in Xylol-Kanadabalsam ein- 
schließt, da ja das Aufklebe -Eiweiß mit Glyzerin gemischt 
ist. Dieses, wenn es auch sehr wenig ist, mischt sich 
nicht mit Xylol und erzeugt Flecken. 

8. Kapitel. Einschließen. 

201. Nachdem die Schnitte in der bisher angegebenen 
Weise behandelt worden sind, können sie untersucht werden. 
Hierbei empfiehlt es sich, namentlich gefärbte Schnitte in 
stärker lichtbrechenden Medien zu betrachten, z. B. Xylol, 
Nelkenöl, Glyzerin (siehe § 168). 

202. Es ist wünschenswert, Schnitte für spätere Unter- 
suchungen aufbewahren zu können. Die Schnitte werden 
zu diesem Zweck in eine Einsclilußmasse eingeschlossen, 
welche durchsichtig sein muß und die Schnitte wie die 
Farben, womit dieselben gefärbt sind, möglichst wenig 
verändern soll. Viele Medien eignen sich hierzu wenig. 
Xylol verdunstet rasch, Nelkenöl ändert manche Farben. 
Glyzerin hat sich für viele Fälle zweckdienlich erwiesen. 

Bei flüssig bleibenden Einschlußmassen muß der Rand 
des Deckgläschens mit dem Objektträger durch eine Kitt- 



§ 203—206. Einschließen. 57 

masse verbunden werden : Umranden, um das Abfließen 
derselben zu verhindern. 

203. Die besten Einschlußmassen sind Harze, z. B. 
Kanadabalsam, welche zunächst in Lösung auf den Schnitt 
gebracht werden, dann trocknen, fest werden und damit 
zugleich das Deckgläschen festhalten. Man muß jedoch 
im Auge behalten, daß die Harzmassen ein hohes Licht- 
brechungsvermögen besitzen und daher ungefärbte Gewebe 
sehr wenig deutlich erkennen lassen. 

204. Clarke Lackhart (57) hat zuerst die Methode der 
Aufhellung mit Terpentinöl und des Einschließens in Kanada- 
balsam angegeben. 

205. Anfertigung des Kanadabalsams. Der im 
Handel käufliche Kanadabalsam ist meist in Terpentinöl 
gelöst. Er muß in einer Schale bei nicht zu hoher Tem- 
peratur zum Trocknen eingedampft werden und wird dann 
wieder in Xylol gelöst. Anstatt Xylol können auch andere 
Lösimgsmittel, z. B. Chloroform, verwendet werden. 

Der so zubereitete Kanadabalsam wird in Flaschen auf- 
bewahrt, deren Stopfen einen bis nahe dem Boden der 
Flasche reichenden Glasstab trägt, um ein tropfenweises 
Entnehmen des Kanadabalsams zu gestatten. 

206. Einsehließeu in Kanadabalsam* Der Schnitt, 
welcher in Xylol oder einer der in § 99 angeführten Flüssig- 
keiten gewesen sein muß, wird auf den Objektträger ge- 
bracht, ein Tropfen Kanadabalsam kommt darauf, und ein 
Deckglas wird imter Vermeidimg von Luftblasen aufgelegt. 
Kleine Luftbläschen schaden nicht, sie verschwinden 
später von selbst. 

Aufgeklebte Schnitte, die nach § 199 behandelt sind, 
kommen, um den darin befindlichen Alkohol zu entfernen, 
noch einmal in Xylol, dann läßt man abtropfen (nicht 
trocknen I), bringt einen Tropfen Kanadabalsam auf den 
Schnitt und deckt rasch mit einem Deckgläschen zu. Man 
muß sich hüten, den Objektträger anzuhauchen, da das 
hierbei sich niederschlagende Wasser eine störende Trü- 
bung ergibt. 

Die Präparate sind in den nächsten Tagen imd Wochen 
bisweilen nachzusehen und, wenn durch Verdunstung des 
Xylols der Raum unter dem Deckglas nicht mehr gefüllt 
ist, nachzugießen. Dies geschieht, indem man einen Tropfen 
Kanadabalsam an den Rand des Deckglases auf den Objekt- 



68 Einschließen. §207—912. 

träger setzt. Man kann durch vorsichtiges Erwärmen des 
Präparats über der Flamme und vorsichtiges Drücken auf 
das Deckglas nachhelfen. (Man kann auch die Blasen 
zuerst mit Xylol füllen und dann am Rande Kanadabalsam 
zusetzen, welcher an Stelle des verdunsteten Xylols ein- 
gesaugt wird.) 

207. Sollen Präparate, welche noch Spuren von Ter- 
pentinöl enthalten, rasch trocknen — und dies kann 
nötig werden, wenn sie mit Ölimmersionen bald nach der 
Anfertigung derselben betrachtet werden sollen, und ein 
Abwischen des öltropfens ohne Zerstörung des Präparats 
wünschenswert ist — , so können solche Präparate auf etwa 
24 Stunden und länger in einen Thermostat bei 40® C ohne 
Schaden gebracht werden. 

Von selbst trocknen die Präparate desto rascher, je 
dicker der angewandte Kanadabalsam war, d. h. je weniger 
er Xylol oder dgl. enthielt; meist genügen etwa 14 Tage, um 
die Präparate wenigstens transportfähig zu machen. 

208. Statt Kanadabalsam kann man in derselben Weise 
Damniarliarz (Pfitzner, 82) anwenden. Das letztere, 
namentlich in Benzin und Terpentinöl zu gleichen Teilen 
gelöst, hat den Vorzug, nicht so stark wie Kanadabalsam 
aufzuhellen. Dam mar harz wird nach Jahren trüb. 

209. Einlegen in Glyzerin. Wird jetzt hauptsächlich 
angewandt für Schnitte, welche nach der Färbung nicht 
mehr mit Alkohol in Berührung kommen sollen. Es bietet 
ferner den Vorteil, daß es weniger stark Licht bricht und 
daher ungefärbte Gewebe leichter erkennen läßt. 

Auf die Schnitte, welche aus Alkohol, oder besser, 
aus Wasser kommen müssen, wird ein Tropfen Glyzerin 
gebracht und das Deckgläschen aufgelegt. Dann wird, 
wenn das Präparat aufbewahrt werden soll, umrandet 
(siehe § 214). 

210. Statt Glyzerin wurde früher in derselben Weise 
Kali aceticum verwendet. Man gebraucht eine 33% ige 
Lösung in destilliertem Wasser (M. Schnitze, 71). 

211. 0. Schnitze (07) wendet Kali aceticum, Methyl- 
alkohol und Wasser zu gleichen Teilen an. 

212. \Vill man Präparate aus Toluol, Xylol etc. in 
weniger wie Kanadabalsam brechende Medien einschließen, 
so verwende man Parafftnum liquidum. In dieser sirup- 
ähnlichen Flüssigkeit, welche nicht, wie Glyzerin z. B., 



§ 213—218. Einschließen. 59 

hygroskopisch ist, sieht man feinere Strukturen ebenfalls 
deutlicher wie in Kanadabalsam. Für Dauerpräparate muß 
das Deckgläschen umrandet werden. 

213. Für spezielle Zwecke, z. B. Amyloidfärbung, wird 
Lävulose als Einschlußmittel gebraucht. Fruchtzucker 
wird mit etwas weniger wie gleichem Volumen Wasser 
angerührt und in den Thermostat bei 37 o C auf 24 Stunden 
gestellt. Die Lösung muß ganz dick sein. (Ehrlich.) 

214. Die Umrandung geschieht, indem man einen 
dicken Draht über der Flamme erhitzt, mit demselben von 
der Umrandungsmasse einen Tropfen abschmilzt und diesen 
zunächst an eine Ecke des Deckgläschens bringt, so daß 
er Objektträger imd Deckgläschen verbindet, dann an die 
anderen Ecken, und nun die Seiten zuschmilzt, indem man 
mit dem heißen Stabe den Tropfen an den Seiten entlang 
führt. Der Verschluß soll ein vollständiger sein, dabei 
aber muß beachtet werden, daß der Rand nicht zu weit 
auf die Fläche des Deckglases übergreift. 

Vorbedingung für das Umranden ist, daß der Tropfen 
Einschlußflüssigkeit nicht über den Rand des Deckglases 
hervorquillt. Ist dies doch geschehen, so muß er vor der 
Umrandung sorgfältig abgewischt werden. 

Als Umraudungsmassen können dienen: 

215. Paraffin. Dasselbe ist für den dauernden Ein- 
schluß wenig zu empfehlen. 

216. Paraffin und Kanadabalsam (v. Apäthy, 89). 
Gleiche Teile Paraffin (von 60^ Schmelzpunkt) und Kanada- 
balsam werden in einer Porzellanschale so lange erhitzt 
(Vorsicht!), bis keine Terpentindämpfe mehr aufsteigen, 
oder mit terpentinfreiem Kanadabalsam zu gleichen Teilen 
in der Wärme gemischt (s. § 205). 

217. Der Kronigsche Lack (86) ist eine sehr gute 
Umrandungsmasse. Anfertigung: 2 Teile Wachs werden 
geschmolzen, hierzu stückweise 7 — 9 Teile Kolophonium 
unter Umrühren zugesetzt. (Vorsicht, da die Masse Feuer 
fangen kann!) Man kann die Masse durch Gaze heiß 
filtrieren. 

Vor Anwendung einer Ölimmersion empfiehlt es sich, 
den Rand mit alkoholischer Schellacklösung zu überstreichen. 

218. Der Dr. Kaisersche Maskenlack, der sich nament- 
lich für das Umranden mit dem Drehtisch (runde Deck- 
gläschen) empfiehlt, ist käuflich. 



60 Die Färbung. § 219—221. 

219. Schema für Weiterbehandlung des Paraffin- 
schnitts. ^ _ , ... 
i^aratfinschnitt. 



I 



i 

Aufkleben 




/AbsoL Alkohol 

( i 

I Färben 

i \ Auswaschen 

\\ i 

Absei. Alkohol 

Nelkenöl 

Xylol 

i 

Kanadabalsain. 

9. Kapitel. Die Färbung. 

220. Betrachtet man einen dünnen Schnitt, welcher 
in der bisher angegebenen Weise angefertigt und einge- 
schlossen ist, so sieht man noch sehr wenig, da das Licht- 
brechungsvermögen allein die verschiedenen Gewebe nicht 
genügend unterscheiden läßt. 

Deutlicher sieht man gefärbte Objekte, z. B. natürliche 
Färbungen, Pigmente, Pigmentzellen. Viele Fixierungs- 
methoden färben bestimmte Gewebe in einer Weise, welche 
dieselben deutlicher erkennen läßt, z. B. Osmiumsäure, 
Chromverbindungen, Pikrinsäure. 

Mit Vorteil bedient man sich jedoch gewisser Farb- 
stoffe, um die Gewebe zu färben. 

221. Es ist ein erstrebenswertes Ziel einer auf wissen- 
schaftlicher Erkenntnis basierenden Färbetechnik, sich dar- 
über klar zu werden, mit welchen Vorgängen wir es bei 
den verschiedenen Färbungen zu tun haben. Doch ist 
dies heute noch keineswegs für alle Fälle sichergestellt. 



§ 222—228. Die Färbung. 61 

Eine Reihe von Färbungen beruht zweifellos auf chemischen 
Vorgängen, so z. B. die Berlinerblaureaktion zum Nachweis 
von Eisen in Schnitten, ferner die Reduktion von Osmium- 
säure durch bestimmte Fette usw. In solchen Fällen sind 
wir berechtigt, von einer mikrochemisclien Färbung zu 
sprechen. 

222. Wenn wir also auch die Mehrzahl der Färbungen 
nicht als mikrochemische Reaktionen bezeichnen dürfen, 
so haben dieselben doch den Wert einer tinktoriellen 
Reaktion und gestatten uns, Schlüsse zu ziehen, die imter 
Umständen an Sicherheit hinter den durch mikrochemische 
Reaktionen gestützten nur wenig zurückbleiben. Wenn es 
z. B. gelingt, vermittelst bestinmiter Methoden bestimmte 
Gewebe und Gewebsteile, z. B. einige Kernbestandteile, 
ZeUgranula, elastische Fasern, kollagene Bindegewebs- 
fibrulen, Schleim, Fett und ähnliches so zu färben, daß 
eben nur diese allein und zwar stets gefärbt werden, so 
können wir mit großer Wahrscheinlichkeit darauf schließen, 
daß wir es, wenn eine solche Färbung in einem anderen 
Präparat auftritt, auch wieder mit demselben Gewebsteil, 
demselben Stoff e zu tun haben, namentlich wenn auch andere 
Eigenschaften des untersuchten Objekts, ihr Verhalten gegen 
Lösungsmittel , Verdauungsflüssigkeiten , optische Eigen- 
schaften ebenfalls übereinstimmen. Dabei ist aber stets 
im Auge zu behalten, daß sehr oft ganz verschiedene 
Gewebsteile ein gleiches Verhalten gegen Farbstoffe zeigen 
können. Es würde daher zu falschen Resultaten führen, 
wollte man sich gleichfärbende Dinge stets für gleich halten. 
Solche Schlüsse dürfen nur bei besonderer Vorsicht und 
einer gewissen Erfahrung gezogen werden. Als sicherster 
Grimdsatz der Färbetechnik muß daher gelten: Was sich 
bei gleicher Behandlung verschieden färbt, ist auch ver- 
schieden. 

223. Über das Wesen der Färbung herrschen die 
allergrößten Meinungsverschiedenheiten, sowohl im allge- 
meinen, als speziell auf histologischem Gebiet. Die während 
der Färbung stattfindenden Prozesse sind schon als Tat- 
sachen schwierig festzuhalten, da die Chemie und Physik 
der Zelle und ihrer Bestandteile sehr wenig bekannt und 
die in Frage kommenden Färbungen in der Regel sehr 
kompliziert sind. Man ist also vorläufig in diesen Sachen 
auf reine Empirie angewiesen, da die existierenden allge- 
meinen Theorien keinen heuristischen Wert haben ; daß bei 
rein theoretischen Forschungen eine stattliche Anzahl 



62 Die Färbung. § 224—227. 

E Taktisch wichtiger Tatsachen und ursächliche Zusammen- 
änge zu Tage befördert worden sind, ist besonders hervor- 
zuheben. Heidenhain (03) leugnet die Möglichkeit der 
Entstehung einer Theorie der Färbung auf synthetischem 
Wege, weil die in Betracht kommenden Stoffe zu mannig- 
faltig sind (Enzykl. p. 335). Auf alle Fälle gehören der- 
artige Untersuchungen in die Hände »gewichtiger Fach- 
leute der Chemie« (Heidenhain 03c), welche mit physi- 
kalischen Kenntnissen ausgerüstet, tüchtige Histologen sind. 
Näheres über das Thema: Fischer (99), Heidenhain 
(02, 03, 03a, b, c, . .), Bethe (05). 

224. Da von verschiedenen Fabriken unter demselben 
Namen oft nicht dieselben Farbstoffe geliefert werden, so 
ist zu beachten, daß sich die folgenden Angaben auf Farb- 
stoffe beziehen, welche von Dr. G. Grübler & Co. in 
Leipzig bezogen wurden. 

225. Man hat schon früh bemerkt, daß es bestimmte 
Gewebsteile sind, welche eine Reihe von Farbstoffen mit 
größerer Intensität aufnehmen und festhalten als andere ; 
solche sind z. B. die Kerne. Kernfärbung. 

Um eine gute Färbung, z. B. Kernfärbung, zu erhalten, 
ist das Verfahren stets folgendes: Man bringt den Schnitt 
in die betreffende Farbstofflösung. Nachdem dieselbe eine 
bestimmte Zeit eingewirkt hat, überträgt man den Schnitt 
in eine Flüssigkeit, in welcher der überschüssige Farbstoff 
in Lösung geht, z. B. Wasser oder Alkohol; man wäscht 
den Schnitt aus. Die Kerne sind es dann, welche allein 
den Farbstoff festhalten, und zwar meist nur ein Teil des 
Kerns, das Chromatin. 

226. Läßt man den Schnitt nur so lange in der (ge- 
wöhnlich sehr verdünnten) Farbe, bis die Färbimg eine 
genügende ist, so spricht man von progressiver Färbung; 
beläßt man ihn länger darin, bis er überfärbt ist, in welchem 
Fall man dann mit geeigneten Flüssigkeiten auswaschen 
(differenzieren) muß, so spricht man von regressiver 
Färbung. Letzteres Verfahren ist besonders für die Färbung 
mit manchen Teerfarbstoffen (siehe diese) von großer Be- 
deutung. 

227. Man spricht auch von einer Substantiven und 
adjektiven Färbung. Wenn die Objekte unmittelbar aus 
einer Farblösung sich tingieren, so färben sie sich Substantiv ; 
wenn sie sich aber erst nach vorausgegangener Behandlung 
mit einem anderen Stoff, den man Beize nennt, färben, 
dann spricht man von einer adjektiven Färbung. 



§228—231. Die Färbung. 63 

228. Die regressiven Färbungen geben nur in sehr 
geübten Händen annähernd konstante Resultate. »Ich er- 
kläre ohne Bedenken, daß vorsichtig ausgeführte Karmin- 
und Hämatoxylinfärbungen (Delafield) bei progressiver 
Verwendung gewöhnlich weiter führen als ungenügend 
geleitete regressive Anilin tinktionen. Ich schlage daher 
vor, auch die basischen Anilinfarben (Safranin, Sentiana, 
Toluidinblau etc.) möglichst dem progressiven Verfahren 
entsprechend zu gebrauchen, d. h. sie sehr stark zu ver- 
dünnen und lange Zeit einwirken zu lassen.« (Heiden - 
hain, 07). 

229. Gefärbt werden entweder ganze Stücke vor dem 
Schneiden, StUckfärbung, oder Schnitte, Schnittfärbung. 

Die erstere gestattet rascheres Arbeiten, die letztere 
bietet z. B. folgende Vorteile : Es kann die Färbung imter 
dem Mikroskop stets kontrolliert werden; man kann sich 
vieler Farben bedienen, welche zur Stückfärbung nicht an- 
gewendet werden können. Vor allem gehört hierher die 
Mehrzahl der Mehrfachfärbungen. Man kann unter Um- 
ständen auch beide Färbungsarten verbinden und dasselbe 
Objekt zuerst im Stück und dann im Schnitt färben. 

230. Es empfiehlt sich, bei Einübung der Färbe- 
technik mit Hämatoxylin zu beginnen (etwa mit Häm- 
alaun, siehe § 249), und zwar zunächst mit dem Färben 
nicht aufgeklebter Schnitte, erst in zweiter Linie mit dem 
historisch ältest angewandten Farbstoff, dem Karmin, zu 
färben, hierbei auch die Stückfärbung einzuüben und 
dann sich mit den verschiedenen Anilinfarben zu be- 
fassen. 

281. Bei der Färbung verfährt man im allgemeinen 
folgendermaßen : 

Nicht aufgeklebte Schnitte werden mit Spatel und 
Nadel in ein Uhrschälchen gebracht, welches etwa 5 ccm 
Farbe (z. B. Hämalaun) enthält. Die Schnitte müssen 
hierbei wie bei den folgenden Manipulationen stets glatt 
auf dem Spatel liegen. 

Ist die Farblösung nicht alkoholisch, sondern wässerig, so 
empfiehlt es sich, die Schnitte (welche in der Regel nach § 166 
von Paraffin befreit sind) aus Alkohol nicht direkt in die 
Farbe (z. B. Hämalaun) überzuführen, sondern vorher in Wasser, 
oder, bei Hämalaun, in eine 1— 2Voige Alaunlösung und sie 
darin einige Minuten zu belassen, da der im Schnitt enthaltene 
Alkohol mit der Farbe in unserem Fall einen Niederschlag 
geben könnte, welcher störend wirkt. Aufgeklebte Schnitte 



64 Die Färbimg. § 232—234. 

können ohne fühlbaren Schaden von absolutem Alkohol in 
Wasser übertragen werden; bei zarten, nicht aufgeklebten 
Schnitten empfiehlt es sich hier stets, eine oder mehrere Mi- 
schungen einzuschalten, z. B. 50 Vo und 70 Vo oder 40, 60, SO'»/© 
Alkohol, um die die Gewebe lädierenden starken Mischungs- 
ströme zu vermeiden. 

Ist die Zeit vorbei, welche die Schnitte in der Farbe 
zu bleiben haben und welche im folgenden jedesmal ange- 
geben ist, so werden die Schnitte aus wässerigen Farben 
(z. B. Hämalaun) in eine größere Schale mit Wasser über- 
tragen, wo sie wenigstens 10 Minuten ausgewaschen wer- 
den. (Beläßt man sie nach Hämalaunfärbung längere 
Zeit, etwa 1 — 2 Stunden, im Wasser, so wird die Färbung 
eine distinktere. In alkoholischen Farblösungen gefärbte 
Schnitte werden in Alkohol ausgewaschen; je nachdem 
man dazu 50, 70, 95 etc. %igen oder absoluten Alkohol 
verwendet, erzielt man unter Umständen verschiedene Re- 
sultate.) 

2tJ2. In Wasser ausgewaschene Schnitte müssen her- 
nach wasserfrei gemacht werden; sie werden zu diesem 
Zweck mit Spatel und Nadel, je etwa 3 Minuten, erst in 
ein Schälchen mit 707oig6m, dann 960/pigem und endlich 
absolutem Alkohol übertragen, von da in ein ebensolches 
mit Xylol. 

Namentlich das. Übertragen in absoluten Alkohol muß mit 
großer Vorsicht geschehen, damit die Schnitte sich nicht 
rollen oder falten. Solche Falten bleiben, da die Schnitte in 
absolutem Alkohol so hart werden, daß ein nachheriges Glatt- 
legen mit Instrumenten meist eine Beschädigung des Schnittes 
herbeiführt. Leicht zu korrigieren ist eine solche Faltung da- 
durch, daß man den Schnitt, wenn er es verträgt, zurück ins 
Wasser bringt, wo die Faltung durch Bewegung des resistent 
gedachten Schnittes aufgehoben wird. 

233. Aus dem Xylol werden die Schnitte auf den Objekt- 
träger gebracht ; es kommt ein Tropfen Kanadabalsam und 
das Deckgläschen darauf (s. § 205). 

Nelkenöl ist zu vermeiden oder wieder gut mit Xylol aus- 
zuwaschen, weil Erfahrungen vorliegen, daß dasselbe nach- 
teilig auf das Halten der Farben einwirkt. 

234. In derselben Weise wie Schnitte können auch auf 
Deckgläschen u. dgl. befestigte Präparate behandelt werden. 
Doch werden die Deckgläschen nicht mit dem Spatel, son- 
dern besser mit einer passenden Pinzette aus einer Flüssig- 
keit in die andere übertragen. 



§ 235—236. 



Die Färbung. 



65 




Fig. 2. Rillentrog.. 



235. Viel einfacher ist die Operation mit aufge- 
klebten Schnitten. Als Gefäße, in welche die aufgezählten 

Flüssigkeiten gebracht _ 

werden, dienen hier pas- 
sende Gläser , welche 
durchweg für die Färbe- 
technik auf dem Objekt- 
träger angewandt werden. 
Dieselben sind z. B. zylin- 
derförmig, ohne Hals, 
mit einem Glasdeckel ver- 
schließbar. Sie sind so 
hoch, daß ein hineinge- 
stellter, z. B. englischer 
Objektträger noch um etwa 5 mm über den oberen Rand 
hervorsieht. Dieselben dürfen nicht so weit sein, daß ein 
hineingestellter englischer Objektträger noch zu Boden 
fallen kann. Beabsichtigt man, eine größere Anzahl von 
Objektträgern gleichzeitig zu färben, so bedient man sich 
mit Vorteil z. B. der Porzellantröge oder Glaströge mit 
Rillen (siehe Figur 2). Solche sind z. B. bei Martin Wal- 
lach in Kassel zu haben. Auch andere zweckmäßige Vor- 
richtungen sind dafür angegeben worden und werden viel- 
fach gebraucht. 

236« Die Objektträger, auf welchen die Paraffinschnitte 
nach § 171 ff. aufgeklebt sind, kommen zunächst in ein 
Glas (resp. einen Rillentrog) mit Xylol, von da in ein Glas 
mit absolutem Alkohol, je etwa fünf Minuten, dann in die 
Farbe. Auch hier wird, wenn nötig, Wasser zwischen Al- 
kohol und Farbe eingeschaltet. 

Im übrigen ist die Weiterbehandlung im wesentlichen 
dieselbe wie für nicht aufgeklebte Schnitte, nur ist zu be- 
achten, daß aufgeklebte Schnitte eher etwas länger in den 
Flüssigkeiten verbleiben müssen, da letztere nur von einer 
Seite einzuwirken vermögen. 

Bei aufgeklebten Schnitten kann eventuell am Mikro- 
skop bei schwacher Vergrößerung schon während des Aus- 
waschens durch Besichtigung der herausgenommenen Ob- 
jektträger kontrolliert werden, ob die Färbung eine ge- 
nügende ist, was z. B. leicht am deutlichen Hervortreten der 
Kerne erkennbar ist. Endlich hat sich der Anfänger beim 
Einlegen davor zu hüten, die falsche Seite des Objekt- 
trägers mit Kanadabalsam und Deckgläschen zu versehen 
und die Schnitte abzuwischen. 

Böhm, Taschenb. d. mlkrosk. Technik. 6. Aufl. 5 



66 Die Färbung. § 237—240. 

Karminfärbung. 

Die Karmine, die jetzt mit Vorliebe benützt werden, 
sind die folgenden, von Grenacher (79) angegebenen: 
Alaun- und Boraxkarmin, letzterer etwas modifiziert, und 
die P. May ersehen: Karmalaun und Parakarmin. Reiner 
Karmin, nicht verunreinigt, löst sich restlos in Ammoniak. 

237. Alaunkarmin. Anfertigung. 100 ccm einer 
1- bis 5 o/o igen Lösung des gewöhnlichen oder Ammoniak- 
alauns werden mit 1/2 bis 1 g Karmin vermengt und 
1/4 Stunde anhaltend gekocht und dann nach dem Erkalten 
filtriert. 

Färbung: Die Schnitte kommen aus dem Wasser in 
diese Lösung und sind nach V2 Stunde gefärbt. Ausge- 
waschen mit Wasser und weiter mit Alkohol etc. behan 
delt, zeigen sie eine fast ausschließliche Kernfärbung. Von 
sonstigen Gewebsteilen nehmen nur Muskeln etwas Farbe 
an. Sehr wichtig ist es, daß Alaunkarmin, auch längere 
Zeit angewandt, nicht diffus färbt, und daß man ihn in- 
folgedessen mit dem besten Erfolge zur Stückfärbung ge- 
brauchen kann. Die Lösung schimmelt leicht, es muß der- 
selben etwas Karbolsäure zugesetzt werden. 

238. Karmalaun nach P.Mayer (92). Karminsäure 
1 g und Alaun 10 g löse man warm (oder auch bei ge- 
wöhnUcher Temperatur) in 200 ccm destilliertem Wasser, 
lasse absetzen und gieße ab oder filtriere; Thymolzusatz. 
Die Lösung ist haltbar. Stückfärbung. Auswaschen mit 
Wasser (will man eine ganz reine Kernfärbung haben, mit 
Alaunlösung, die wieder im Wasser fortzuschaffen ist, oder 
in hartnäckigen Fällen mit schwacher Säure). 

Zur Färbung, namentlich größerer Stücke, besitzen wir 
folgende zwei Borax-Karminlösungen: 

239. Nach Schridde und Fricke ist die folgende 
Alaun-Karminlösung die rationellste. Man löst 5 g Kali- 
alaun in 100 g Wasser unter Erwärmen und fügt 1 g 
Karmin hinzu, welcher durch Kochen in Lösung gebracht 
wird. Nach dem Erkalten wird filtriert. Schnittfärbung 
15 Minuten, Stückfärbung im Thermostaten (35 o) 3 bis 
4 Tage. Nach dem Färben Wasser, Alkohol etc. 

240. Die wässerige Borax -Karminlösung wird fol- 
gendermaßen bereitet: 8 g Borax werden mit 2 g Karmin 
in einem Mörser verrieben und 130 ccm destilliertes Wasser 
hinzugesetzt. Nach 24 Stunden wird dekantiert und filtriert. 
Stücke, namentlich mit Sublimat fixierte, V2 — 1 cm im 



§ 241—244. Die Färbung. 67 

Durchmesser, verbleiben in dieser Lösung, in welcher sie 
wenig oder gar nicht angegriffen werden, 24 Stunden. Nun 
werden sie in eine V2- bis l^/oige Salzsäure in 700/oigem 
Spiritus übertragen und bleiben darin ebensolange; sie 
werden dann mit reinem TOVoigeoni Spiritus 1 Tag behan- 
delt, in 950/Qigen übertragen, durchtränkt und geschnitten. 
Sie zeigen eine exakte Chromatinfärbung, die mit Safranin 
wetteifern kann. Eine nachträgliche Färbung zur Doppel- 
färbung ist selbstverständlich zulässig. 

241. Will man die zu färbenden Stücke nicht in Kon- 
takt mit Wasser bringen, so bediene man sich der Spiri- 
tuosen, resp. alkoholischen Karminlösung. Viel gebraucht 
wird die alkoholische Borax - Karminlösung : 2—3 g 
Karmin, 4 g Borax, 93 ccm Wasser werden zur Lösung 
gebracht, 100 ccm 70 0/0 igen Alkohols zugesetzt, dann wird 
geschüttelt und filtriert. Färbung wie in § 240. 

242. Für Stück- und Schnittfärbung hat P. Mayer 
(81) folgende Karminlösung empfohlen: 

4 g Karmin werden in 15 ccm Wasser suspendiert, 
es werden dann 30 Tropfen Salzsäure unter Erwärmen hin- 
zugefügt. Nun kommen 95 ccm Spiritus von 85 o/q hinzu, 
das Ganze wird aufgekocht und mit Ammoniak neutrali- 
siert, nach dem Erkalten filtriert. Färbung wie § 240. 

Wegen der Entzündlichkeit der Alkoholdämpfe ist das 
Kochen von Spiritus mit Vorsicht auszuüben. 

243. Hier genannte verschiedene Karminfarben 
können von Grübler in Leipzig in Pulverform bezogen 
und dann nach beigegebenen Angaben gelöst werden. 
Z. B. 10 g Boraxkarmin in Pulverform werden unter Er- 
wärmen in 150 ccm dest. Wassers gelöst und nach dem 
Erkalten 150 ccm 96^/0 igen Alkohols hinzugefügt. Nach 
24 Stunden wii'd filtriert. Karmalaunpulver wird im Ver- 
hältnis von 1 g zu 20 — 25 ccm Wasser gelöst. 

244. Parakarmin nach Paul Mayer (92), ein Doppel- 
lack mit Kalk und Tonerde: Karminsäure 1 g, Chlor- 
aluminium V2 g) Chlorkalzium 4 g, Spiritus 70% 100 ccm. 

Es ist hiermit eine Farbe gegeben, die sehr einfach her- 
zustellen ist und die, was von großem Wert, in 70%igem 
Spiritus gelöst ist; Schnitte und Stücke brauchen nach der 
Fixierung nicht mit Wasser in Berührung zu kommen. 
Aber auch die Anwendung der Farbe ist eine möglichst 
einfache ; Parakarmin färbt rasch, und bei kleineren Stücken 
ist Überfärbung nicht zu befürchten; das Auswaschen ge- 

5* 



68 Die Färbung. § 245—247. 

schiebt ebenfalls in TOVoig^i» Spiritus; auch ein paar 
millimetergroße Stücke lassen sich in 24 Stunden durch- 
färben. Bei starker Verdünnung mit 70%igem Alkohol 
säuere man etwas an, um Niederschlag zu vermeiden. 

Ist Überfärbung eingetreten, so wäscht man in i/2%igem 
Chloraluminium, in TO^oig^"^ Spiritus, event. 2,5®/oigem 
Eisessig, in TO^/oig^m Spiritus aus. Parakarmin ist haupt- 
sächlich kernefärbend. Die Objekte dürfen nicht alkalisch 
reagieren oder viel Kalk enthalten, sonst entstehen Nieder- 
schläge. 

245. Cochenilletinktur nach P. Mayer (81). Pulveri- 
sierte Cochenille läßt man mehrere Tage lang mit dem 
8— 10 fachen an Alkohol von 70 7o ^^ der Kälte in Be- 
rührung, schüttelt sie öfters um und filtriert die klare 
Tinktur ab. Die Objekte bringt man vorher in Alkohol 
von 70 o/o ^^^ wäscht nachher die überflüssige Farbe mit 
ebenso starkem Alkohol wieder ganz sorgfältig aus (zum 
Verdünnen der Tinktur muß gleichfalls Alkohol von 70 o/o 
genommen werden). 

246. Cochenille-Alaun. Man mische 25 g pulverisierter 
Cochenille und nahezu ebenso viel gebrannten Alauns und 
gebe es in ungefähr 800 g Aqua dest. ; das Ganze wird in 
einer Abdampfschale unter beständigem Umrühren eine 
halbe Stunde lang bis auf 600 g eingekocht; Thymolzusatz 
und nach dem Erkalten mehrmals filtrieren. Darin werden 
z. B. Embryonen, je nach der Größe, eine Stunde bis einen 
Tag und darüber gefärbt und so lange ausgewaschen, als 
noch eine Farbwolke herausgeht. Vor der Färbung müssen 
die Embryonen aus dem Alkohol so lange in Wasser 
kommen, bis sie untersinken und der Alkohol ganz ent- 
fernt ist (Czokor, C. Rabl, 94). 

247. Stückfärbung mit Cochenille. Spul er verfährt 
in folgender Weise: 40g gepulverter Cochenille (von Merk 
bezogen) wird in etwa 500 ccm dest. Wasser längere Zeit 
gekocht, nach dem Erkalten filtriert und auf 200 ccm ein- 
gedampft; zu diesem Cochenilledekokt setzt man 96% igen 
Spiritus zu, bis eine Fällung eintritt (ca. 300 ccm) ; nach 
dem Absetzen wird filtriert und auf 400 ccm eingedampft. 
Diese Lösung wird entweder unverdünnt, oder mit gleichem 
Volumen Wasser verdünnt, zur Stückfärbung angewendet ; 
man färbt 6 — 48 Stunden im Thermostaten bei 40° C, 
kleine Stücke kurz, größere länger. Die Stücke werden 
dann mit ^AVoig^r Eisenalaunlösung 24 Stunden und 



§ 248—251. Die Färbung. 69 

weitere paar Tage mit l%iger Lösung desselben Salzes 
behandelt, mit dest. Wasser gewaschen imd weiter, wie 
sonst, verfahren. Bei sehr großen Objekten ist das Vor- 
beizen mit 1/2 — ^/4%iger Eisenalaunlösung zu empfehlen. 
Resultate: Basalkörner der Flimmerhaare, Schlußleisten, 
sonst viele Protoplasmastrukturen etc. erscheinen deutlich 
gefärbt. 

Hämatoxylinfärbung. 

248. Hämatoxylin (eingeführt in die mikroskopische 
Technik von Waldeyer) hat eine sehr mannigfache An- 
wendung gefunden, zur Färbung von Kernen und als Färbe- 
mittel für andere bestimmte Zwecke. Hämatoxylin ist schwer 
löslich in kaltem Wasser, leicht löslich in Alkohol. 

Es kann zur Schnittfärbung und zur Stückfärbung 
verwendet werden. (Stückfärbung: §§249, 256, 258, 263, 265.) 

Voraus stellen wir Hämalaun, da hier für die Anferti- 
gung der Farbe präzise Daten gegeben werden können. 

249. PaulMayer(91 und 92) empfiehlt eine Hämatein- 
Alannlösung, Hämalaun. 1 g Hämatein wird in 50 ccm 
Alkohol von 90% unter Erwärmen gelöst und zu einer 
Lösung von 50 g Alaun in 1 1 Wasser unter Thymolzusatz 
gegossen. Nach dem Erkalten wird event. filtriert. Hämatein 
ist unter dem Namen Hämateinum crystalüsatum im Handel 
bekannt. Es wird in der Weise bereitet, daß man eine 
wässerige Hämatoxylinlösung (1 : 20) unter Erwärmen löst, 
mit 1 ccm Ätzammoniak versetzt und, vor Staub geschützt, 
abdunsten läßt. Die Vorzüge des Hämalauns sind große; 
die Farbe kann sofort nach dem Bereiten benützt werden 
(das Reifen fällt weg), färbt rasch, überfärbt (namentlich 
mit Wasser verdünnt), nicht, dringt tief ein, ist also auch 
mit Vorteil für Stückfärbung anzuwenden. Nach der 
Färbung wird mit destilliertem Wasser gewaschen. 

250. Hämatoxylinlösung lA nach vonApäthy (97) 
besteht aus gleichen Teilen von 1. Glyzerin, EL. 9 g Alaun, 
3 ccm Eisessig und 0,1 g Salizylsäure auf 100 ccm Wasser. 
III. 1 % Hämatoxyliiüösung in 70 0/0 igem Alkohol, welche 
6 — 8 Wochen lang gestanden (gereift) hat. Statt III nimmt 
P. Mayer (Ol) eine l^/oige Hämateinlösung. Hämatoxylin 
I A kann für Schnitt- und Stückfärbungen gebraucht werden. 
Nach dem Färben wird sorgfältigst mit destilliertem 
Wasser gewaschen und dann mit Spiritus behandelt. 

251. Böhmersehes Alaimhämatoxylln. Die Zubereitung 
ißt nach Böhmer (65) und Frey (68) folgende: 0,35 Teile 



70 Die Färbung. § 252—253. 

Hämatoxylin werden in 10 Teilen absoluten Alkohols gelöst. 
Eine zweite Lösung besteht aus 0,1 Alaun (Alumen depuratum) 
und 30 destillierten Wassers. 

Man bringt einige Tropfen der ersteren Lösung in letztere, 
bis sich ein schönes Violett entwickelt. 

Ebenso kommt man zum Ziel auf folgende Weise: Man 
fertige sich an : eine 1 bis 2 °/o ige Alaunlösung in Wasser und 
eine gesättigte Hämatoxylinlösung in absolutem Alkohol, lasse 
letztere tropfenweise in erstere einfließen, bis eine violette 
Lösung entsteht. (Die zuzusetzenden Mengen sind, je nach 
dem Hämatoxylinpräparat, verschieden). 

Diese Lösung wird beim Stehen dunkelblau ; sie muß aus- 
reifen, d. h. sie kann erst nach etwa 14tägigem Stehen (in 
offenem, vor Staub geschütztem Gefäß) verwendet und muß 
vor dem Gebrauch filtriert werden. Ist die für die Zubereitung 
verwandte alkoholische Hämatoxylinlösung alt (einige Monate) 
und rostbraun geworden, so ist das Ausreifen tiberflüssig (von 
Apäthy, 96). 

Das Böhmersche Hämatoxylin wird zur Schnittfärbung, 
stark verdünnt auch zur Stückfärbung benützt. Es eignen 
sich hierfür am besten mit Salpetersäure, Pikrinsäure oder 
Sublimat fixierten Stücken entnommene Schnitte, weniger gut 
solche von Chromsäurepräparaten und solche, welche mit 
Osmiumsäure oder einem Osmiumsäure enthaltenden Gemisch 
behandelt wurden. Solche Schnitte können aufgeklebt oder 
nicht aufgeklebt gefärbt werden. 

Mit Böhmer schem Hämatoxylin (gut ausgereifte Lösung) 
kann man entweder kurz, etwa 5 Minuten, färben und dann 
10 Minuten in gewöhnlichem Wasser auswaschen (beläßt man die 
Schnitte längere Zeit, etwa 1—2 Stunden, im Wasser, so wird 
die Färbung eine distinktere), oder man färbt längere Zeit. 
Die Zeit muß dann ausprobiert werden, d. h. man muß bis- 
weilen einen Schnitt herausfangen und in Wasser bringen, 
um zu sehen, ob er die richtige Farbe hat. Der Schnitt soll 
hellblau, nicht aber zu dunkel werden. Danach ist etwa 
10 Minuten auszuwaschen und in der angegebenen Weise 
weiter zu behandeln. Es besteht bei diesem Verfahren die 
Möglichkeit, daß die Schnitte überfärbt werden; man verfahre 
dann nach § 253. 

252. Den im Bö hm er sehen Hämatoxylin sich bilden- 
den*Niederschlag löse man in einer 1 o/o igen Alaunlösimg 
mid bekommt dann das sog. neue Uämatoxylin von 
Ranvier. 

253. Mit Hämatoxylin (rasch geschieht dies z. B. bei 
dem Böhm ersehen) ist es möglich, zu stark zu färben, 
zu überfärben. Ist dies geschehen, so sind die Schnitte 
dunkelblau geworden. Hier hilft ein Auswaschen in Wasser, 



§ Ö54— 256. Die Färbung. 71 

auch wenn man es lange fortsetzt, nichts. Wohl aber können 
die Schnitte noch gut werden, wenn man solch aufgeklebte 
oder nicht aufgeklebte Schnitte in Wasser bringt, welchem 
etwas Säure zugesetzt ist, z. B. ein Tropfen Salzsäure auf 
30 ccm Wasser. Hier bleiben die Schnitte, bis sie violett 
geworden sind (einen roten Schimmer bekommen). Dann 
kommen sie in Leitungswasser und werden in der gewöhn- 
lichen Weise weiter behandelt. 

Ähnliche Dienste leisten auch andere Säuren, z. B. Schwefel- 
oder Oxalsäure. Für Oxalsäure hat man sich als Regel zu 
merken, daß hier nur mit destilliertem Wasser gearbeitet 
werden darf, um Kristallbildung zu vermeiden. 

Eine entgegengesetzte Korrektion von z. B. durch zu langes 
Verweilen in der Säure rot gewordenen Schnitten kann man 
hervorrufen, indem man dieselben sehr lange in fließendes 
Leitungswasser bringt, oder rasch, indem man dem Wasser 
Spuren Salmiakgeist zusetzt, z. B. einen Tropfen auf 100 ccm. 
Die Schnitte werden dann wieder blau. 

Was ist nun das Resultat einer gut gelungenen Häma- 
toxylinfärbung! Intensiv blau gefärbt ist, wie es scheint, 
nur das Basichromatin der Kerne, leicht bläulich in verschie- 
denen Abstufungen sind die verschiedenen Bestandteile der 
Zellen, ziemlich stark färbt sich die Grundsubstanz des hya- 
linen Knorpels usw. Die mit Böhmer schem Hämatoxylin 
gefärbten Präparate dunkeln oft nach. 

254. Setzt man zum Hämatoxylin Eisessig, auf 10 g 
einen Tropfen, so tritt keine Überfärbung auf, sondern es 
werden nur die Kerne gefärbt (Filatoff). 

255. Delafieldsches Hämatoxylin (siehe Prudden, 
85). um 600 ccm Flüssigkeit zu erlangen, löse man 4 g 
des kristallisierten Hämatoxylins in 25 ccm absoluten Alko- 
hols. Diese Lösung gieße man in 400 ccm einer konzen- 
trierten wässerigen Ammoniak -Alaunlösung. Nach 3 bis 
4 Tagen, während welcher die Flüssigkeit offen in einer 
Flasche im Lichte stehen gelassen wird, filtriert man und 
gießt je 100 ccm Glyzerin und Methyl- Alkohol hinzu. Nach 
ein paar Tagen filtriere man abermals ; es wird diese Flüssig- 
keit vor dem Gebrauche gewöhnlich mit Wasser verdünnt. 

Färbung wie beim Böhmerschen Hämatoxylin; mit 
Wasser auszuwaschen. Schnitt- und Stückfärbung, in 
letzterem Falle verdünne man die Lösung stark und färbe 
längere Zeit. 

256. Friedländersches (82) Hämatoxylin besteht aus : 
Hämatoxylin 2,0, Alkohol 100,0, Aqua dest. 100,0, Gly- 
zerin 100,0, Kalialaun 2,0. 



72 Die Färbung. § 257—261. 

257. Eventuell können der Lösung 10 com Eisessig zu- 
gesetzt werden, um Überfärbung zu vermeiden (Ehrlichsches 
Hämatoxylin). Färbung: Ein in diese braune Lösung 
eingelegter Schnitt wird in kurzer Zeit ebenfalls braun ge- 
färbt ; der Schnitt wird in destilliertem Wasser ausgewaschen 
und verändert binnen wenigen Minuten seine Färbimg in 
blau. Stückfärbung gleichfalls möglich. 

258. Kleinenbergrsehes (76) Hämatoxylin (alkoholisch). 
1. Man bereitet eine gesättigte Lösung von kristallisiertem 
Chlorkalzium in 70°/oigem Mkohol und fügt soviel Alaun, 
als sich lösen will, hinzu. 2. Eine gesättigte Lösung von Alaun 
in 70 °/o igem Alkohol wird mit der ersteren im Verhältnis von 
8 : If gemischt. 3. In diese Mischung bringt man tropfenweise 
Hämatoxylin in konzentrierter alkoholischer Lösung bis zur 
Blaufärbung des Ganzen. — Die Herstellung der Farbe er- 
fordert infolge der unbestimmten Angaben persönliche Er- 
fahrung. Die exakt färbende Flüssigkeit ist aber von Wert 
für Präparate, welche nicht mit wässerigen Flüssigkeiten in 
Berührung kommen dürfen. 

259. EinUämatoxylin, bei welchem das lästige »Reifen« 
wegfällt, stellt Hansen (95) durch Oxydation der Hämatoxy- 
lin- Alaunlösung in der Wärme auf folgende Weise dar : a) 1 g 
Hämatoxylin wird in 10 g Alkohol abs. gelöst, b) 20 g 
Kalialaun werden in 200 g Aqua dest. warm gelöst, nach der 
Abkühlung wird filtriert. Am folgenden Tage Mischung 
von a) und b). 3 ccm von einer bei 15 ^ C konzentrierten 
wässerigen Kaliumpermanganatlösung mißt man in eine 
Porzellanschale, gießt dann die Hämatoxylinalaunmischung 
zu und erwärmt unter stetem Umrühren bis zum Sieden 
Man läßt Va bis 1 Minute sieden, kühlt rasch ab und filtriert- 

Wasserstoff hyperoxyd wird analog wie Kaliumh3'per- 
manganat für Reifen von Hämatoxylin angewandt (U n n a). 

P. Mayer (04) fügt Natriumjodat, um Hämatoxylin reif zu 
machen, hinzu. 0,2 Natriumjodat auf 1 1, mit 1 g Hämatoxylin 
und 50g Alaun. Vgl. auch von Apäthy, §251. Harris 
empfiehlt zu demselben Zwecke Quecksilberoxyd (mercurius 
praecipitates ruber). 

260. Glychämalann von P. M a y e r (96), sehr lange haltbar. 
Hämatein 0,4 g, Alaun 5 g, Glyzerin 30 ccm, dest. Wasser 70 ccm. 
Man löse unter Zerreiben im Mörser das Hämatein in ein 
wenig Glyzerin und setze dann den Rest des Glyzerins nebst 
der (warm oder kalt bereiteten) Alaunlösung hinzu. Da leicht 
etwas Alaun ausfällt, so filtriere man die Lösung erst nach 
einigen Tagen. 

261. Mallorys Hämatoxylin (91): Hämatoxylin 0,1, 
Wasser 80, Phosphorwolframsäure (Merk) einer lOVoig©^ 



§ 262—263. Die Färbung. 73 

wässerigen Lösung 1 com, Wasserstoffhyperoxyd 0,2. Man 
löse Hämatoxylin unter Erhitzen in etwas Wasser und 
setze nach einigem Abkühlen den Rest des Wassers und 
die Säure zu, dann Wasserstoffh3rperoxyd. Es wird nach 
der Färbung rasch im Wasser gewaschen, dann 95% Al- 
kohol Origanumöl, Xylol, Kanadabalsam. — Resultate: 
unter anderem Neurogliafasem blau, Nervenfasern rosa, 
Bindegewebe tiefrosarot. 

Ein älteres Mallorysches Hämatoxylin (91) hat folgende 
Zusammensetzung: Hämatoxylin 1 g, Phosphormolybdän, 
säure 10% ig 1 ccm, Wasser 100, Chloralhydrat 5— 10 g. 
Die Lösung muß reifen, event. mehr Hämatoxylin erhalten. 

262. Tanadium-Uämatoxylin nach M. Heidenhain. 
Es werden 60 ccm einer 0,5% igen Lösung von Haematox. 
purissim. mit 30 ccm einer 0,25 % igen Lösung von Ammonium 
vanadinicum zusammgegossen (bei Zimmertemperatur! cave: 
Erhitzen). Es entsteht eine schöne blaue Lösung, welche 
etwa am 3. — 4. Tage brauchbar wird, aber schon nach 
8 — 10 Tagen ihre guten Eigenschaften gänzlich eingebüßt 
hat. Man kann mit Vorteil nur feine Schnitte von in 
Sublimat fixierten Stücken tingieren und es sollen sich 
bei diesen starke Metachromasien zeigen. 

Färbungsresultate: Starke Protoplasmafärbimg in ge- 
wöhnlich sepiabraunem Tone (besonders schön: Schleim- 
speicheldrüsen), starke Färbung des Oxychromatins, schwache 
des Basichromatins, gewöhnlich Gelbfärbung der Nukleolen, 
oft Blaufärbung des Mucins und des Bindegewebes, Orange- 
färbung der roten Blutkörperchen, die Muskulatur meist 
schön goldbraun (Sarkolemm und Streifen Z wurden am 
Herzen bläuhch erhalten! 

Diese Färbung ist üoer Jahre hinaus konstant, dürfte 
aber nur von geübten Händen mit Vorteil benutzt werden. 
Heidenhain M. (03.) 

863. Die B. Heidenhainsche (86) Hämatoxylinfär- 
bung ist eine Stück färbung. Anfertigung der Farbe : 
Eiae Vs^/oig© wässerige Lösimg von Hämatoxylin wird 
bereitet. Dieselbe kann frisch verwendet, aber im Licht 
nicht lange aufbewahrt werden. 

Färbung: Die in Alkohol oder gesättigter Pikrin- 
säurelösung fixierten Objekte kommen in die Farbe für 
24 Stunden, dann ebenfalls 24 Stunden in eine ^/2 7oige 
wässerige Lösung von einfach chromsaurem Kalium (Kalium 
chromicum flavum). Dieses wird durch die auftretenden 



U Die I'ärbung. § 264. 

Farbwolken rasch gefärbt und muß daher mehrmals ge- 
wechselt werden. Dann werden die Stücke in Wasser aus- 
gewaschen und kommen in Alkohol von steigender Kon- 
zentration. — Alk. abs., Xylol, Paraffindurchtränkung ist 
zulässig. Bedingung ist Anfertigung feinster Schnitte von 
5 fn und weniger. Neben der Kemfärbung erhält man aus- 
gezeichnete Protoplasmafärbung. 

Am besten eignen sich für diese Färbung Präparate, welche 
mit Alkohol oder Pikrinsäure (siehe § 28 resp. 77) fixiert 
wurden. Wenn man eine VaVoig© Hämatoxyliniösung und 
eine V2 bis l**/oige Chromkaliumlösung nur wenige Stunden 
einwirken läßt, beide in großen Mengen und letztere öfters 
wechselt, so erhält man nach v. Apäthy eine reine aschgraue 
Färbung, die auch bei dickerem Schneiden noch deutliche 
Bilder gewährt. 

264. Boehmer schrieb (65): > Vorher in Chromsäure oder 
doppeltchrom saurem Kali gelegen oder mit Kupfervitriol oder ge- 
wissen anderen Metallsalzlösungen behandelte Präparate werden 
auch durch einfach in Wasser (statt Alaunlösung) geträufelte alko- 
holische Hämatoxyliniösung blau. Die Färbung beruht, soweit 
Chrompräparate in Betracht kommen, hier wohl wesentlich auf 
den Prinzipien der seiner Zeit von Leu kauf aufgegebenen 
Schreibtinte«. Leukaufs Tinte besteht aus 1000 g Blauholz 
lösung (1 Teil Blauholz auf 8 Wasser) und 1 Teil neutralem, 
chromsaurem Kali, welchem man etwas Quecksilberchlorid zu- 
setzt. Das färbende Prinzip ist eine Verbindung von Hämatein 

's und Chromoxyd. Wagner, Die chemische Technologie (63). 

265. Für Stückfärbung von 0. Schnitze (04) wendet 
man Chromhämatoxylin in folgender Weise an: Fixiert 
werden die Objekte in Chromsäure oder Chromsäuresalze 
enthaltenden Flüssigkeiten, z. B. Chromosmiumessigsäure 
von Flemming, Kaliumbichromat 3% ig mit Osmium- 
säure 2 % ig, im Verhältnis von 3 zu 1 gemischt, usw. Die 
fixierten Stücke werden nicht gewässert, sondern gleich mit 
50%igem Spiritus gut gewaschen und dann in 70% igen 
Spiritus, welcher mit Hämatoxylin gesättigt ist, auf 12 bis 
24 Stunden übertragen. Dann wendet man, wie sonst, 
80 0/0 igen Spiritus etc. bis zum Einschließen in Paraffin an. 
Enthalten die Stücke zu wenig Chrom, und fällt die Fär- 
bung nicht intensiv genug aus, so behandelt man die 
Stücke vor dem Hämatoxylinalkohol mit 1 %iger Bichromat- 
lösung in öO^/oig®'^ Alkohol. Bergamo ttöl löst den 
Chromlack. 

Resultate: Viele Protoplasmastrukturen, Kittleisten, 
Nerven- und Bindegewebsfibnllen erscheinen gefärbt. 



§266—267. Die Färbung. 76 

266. Uämatoxylin-Eisenalaan nach M. Heidenhain 
(92, 94 und 96). Mit Wasser aufgeklebte Schnitte (höchstens 
5/m), besonders von Sublimatpräparaten, kommen in eine 
1,5 bis 4 o/o ige (für Zentralkörper ausschließlich 2^/2% ige) 
wässerige Eisenalaunlösung (Synoym : Eisen- Ammon-Alaun, 
schwefelsaures Eisenoxydammoniak, Perriammoniumsulfat 
kommt im Handel in violetten Kristallen vor), auf 2 bis 
3 Stunden (für Zentralkörper nicht unter 3, besser 6 bis 8, 
ja bis 12 Stunden); nach kurzem Abspülen in destilliertem 
Wasser wird in der Hämatoxylinlösung (1 g Hämatoxylin 
auf 10 Alkohol und 90 Wasser, lasse man 4 Wochen reifen, 
verdünne zum Gebrauch mit dem gleichen Volumen Aqua 
dest.) 24 bis 36 Stunden gefärbt. (Die Güte der Zentral- 
körperfärbung wächst bei längerem Gebrauch ein und der- 
selben Farbflüssigkeit.) Ausziehen der pechschwarz ge- 
wordenen Schnitte in derselben (2^/2 böigen) Eisenalaun- 
lösung. Die Entfärbung kontrolliere man (für Zentralkörper 
mit Wasßerimmersion) nach Abspülen des Objektträgers in 
einer großen Quantität Leitungswasser. Man unterbreche 
die Differenzierung je länger, desto häufiger. Zum Schluß 
10 biß 15 Minuten in fließendem Wasser abspülen. Re- 
sultat: es färbt sich verschiedenes, einzeln oder kombiniert, 
der Chromosomen und der gröberen Teile der Chromatin- 
struktur, der Gallenkapillaren, des Schlußleistennetzes, 
bestimmter Teile der quergestreiften Muskulatur, der 
Zymogenkömchen, Zentrosomen, Polradien, Mitochondrien 
usw. Man kann auch mit Bordeaux R., Fuchsin S. oder 
Anilinblau vor- oder nachfärben. Bordeaux R. in wässeriger 
dünner Lösung für Vorfärben, Rubin S. für Nachfärben 
fünf Minuten; Ausziehen mit 50 böigem Alkohol. Die Re- 
sultate dieser Färbung richten sich nach Beizung und 
Ausziehen und müssen vorsichtig beurteilt werden. Ist 
aber die Färbung in irgend einer Richtung vollständig ge- 
lungen, so geben sie die schönsten und klarsten Büder. 

267. Gurwitsch beschleunigt die Prozedur, indem er 
aufgeklebte, entparaffinierte, mit Alkohol entwässerte imd 
gründlich mit destilliertem Wasser gewaschene Schnitte mit 
2,50/oiger Eisenbeize aus einer Pipette reichlich beschickt 
und auf offenem Wasseibade so lange erhitzt, bis sich 
Blasen bilden, resp. die Beize sich trübt. Nach kurzem 
Abspülen mit destilliertem Wasser wird dieselbe Prozedur 
nodt der Hämatoxylinlösung wiederholt. Wird eine sehr 
intensive Färbung gewünscht, so dampft man die Häma- 
toxylinlösung, bis sie von den Rändern aus einzudicken 



76 Die Färbung. § 268—271. 

anfängt, oder schichtet eventuell die Farbe zum zweiten 
Male auf. Die DifEerenzierung wird bei gewöhnlicher Tem- 
peratur vorgenommen. 

268. Strasburger (05) fixiert mit Flemmingscher 
Flüssigkeit, schneidet, klebt die Schnitte mit Wasser auf, 
und nachdem, wie gewöhnlich, Xylol und Alkohol angewandt 
wurde, behandelt er die Schnitte mit käuflichem Wasserstoff- 
superoxyd bis die Schwarzfärbung durch Flemming sehe 
Flüssigkeit verschwunden ist (etwa 1 Stunde) unter Kon- 
trolle mit dem Mikroskop. Weitere Behandlung nach 
M. Heidenhain §266. 

269. Nißlsehe (94 b) HämatoxylinfSrbnngr. Bie sehr feinen 
Schnitte kommen eine halbe Stunde lang in Tinctura ferri 
acetici Rademacberi, worauf sie oberflächlich mit Wasser ab- 
gespült werden, um sodann wiederum eine halbe Stunde 
lang in die Weigertsche Hämatoxylinlösung (Hämatoxylin 1, 
Alkohol 10, 100 Wasser) zu kommen. Nach oberflächlichem 
Abspülen in Wasser werden sie kurz zur Differenzierung in 
1 Sa-zsäure auf 100 70 Vo Igen Alkohol verbracht, um dann 
10 Minuten in Wasser zu kommen, worauf nach Verbringung 
des Schnittes in Alkohol und öl sein Einschluß in Balsam 
erfolgt. 

270. Die besonderen Zwecken dienenden Hämatoxylin- 
färbungen werden später erwähnt. 

Anilinfarben. 

271. Bei der Färbung kann im allgemeinen mit Vor- 
teil in zweierlei Weise vorgegangen werden : Entweder be- 
läßt man die Schnitte nur so lange in der Farbe, bis das 
zu Färbende genügend gefärbt ist, progressive Fär- 
bungsmethode, oder aber man überfärbt den Schnitt (bis 
sämtliche Elemente desselben gleichmäßig gefärbt er- 
scheinen) und wäscht dann mit dazu geeigneter Flüssigkeit 
so lange aus, bis alle Teile des Schnittes den Farbstoff 
abgegeben haben, bis auf diejenigen, welche die Farbe am 
längsten festhalten, regressive Färbungsmethode. (Vgl. 
auch § 225 ff.) 

Gute, zum Teil progressive, zum Teil regressive Kern- 
färbimgen erhält man mit Safranin, Thionin, Gentiana- 
violett, Methylgrün, auch Bismarckbraun. Aber auch zur 
Färbung anderer Zellbestandteile werden die Anilinfarben 
verwendet, so Eosin, Orange G., Fuchsin S. usw. — Für 
letztere Zwecke werden sie jedoch seltener allein, sondern 
meist im Anschluß an eine Kernfärbung angewandt und 



§ 272—275. Die Färbung. 77 

sollen daher erst in den folgenden Kapiteln : Doppel- und 
Mehrfachfärbung — abgehandelt werden. 

Das Färbevermögen eines großen Teils der Anilinfarben 
ist, abgesehen von der Zeit, fast unabhängig von der Kon- 
zentration; man mache es sich zur Regel, bei der pro- 
gressiven Färbung mit dünnen Lösungen zu färben. Für 
die regressive Färbung wird man dagegen in den meisten 
Fällen mit konzentrierteren arbeiten. 

272. Ehrlich (91) klassifiziert die Anilinfarbstoffe von 
anderen Gesichtspunkten wie die Chemiker in saure, 
basische und neutrale. Er nennt saure Farbstoffe jene 
Verbindungen, bei denen, wie in pikrinsaurem Ammon, 
eine Säure das färbende Prinzip darstellt. Säurefuchsin, 
Orange, Nigrosin, Bordeaux, Kongorot, Benzoazurin, Eosin, 
Erythrosin, Lichtgrün SF., Indulin, Aurantia. Sie färben 
hauptsächlich das Protoplasma der Zellen und viele ihrer 
Produkte. Sie sind schwer löslich in Alkohol imd leichter 
löslich in Wasser. 

Die basischen Farbstoffe sind, wie das essigsaure 
Rosanilin, aus einer Farbbase und einer indifferenten 
Säure entstanden, gedacht. Dazu gehören : Methylenblau N., 
Safranin, Methylgrün, Thionin, Gentiana violett, Fuchsin 
(Magenta), Bismarckbraun , Methylviolett etc.; sie sind 
chromatinifärbend, färben aber auch Granula, Schleime usw. 
Sie sind leicht in Alkohol und schwer in Wasser löslich. 

Die neutralen schließlich denke man sich als Salze, 
welche^, wie das pikrinsaure Rosanilin, durch Zusammen- 
tritt einer Farbbase und einer Farbsäure entstehen. 

273. Wenn die Objekte mit saueren Farben sich färben, 
so werden sie acidophil genannt; mit basischen oder neu- 
tralen — basophil und neutrophil. 

In seltenen Fällen ist die Fixation von Einfluß auf 
die Baso-, resp. Acidophilie der Elemente. (Corti und 
Ferrate.) 

274. Metachromatisch färben sich die Elemente, 
wenn sie eine andere Farbe als die der Farblösung an- 
nehmen, z. B. Thionin (siehe unten) färbt Kerne blau, 
den Schleim aber rötlich ; Kresylviolett R. extra färbt 
Kerne blau, Granula der Mastzellen und Schleim rot, 
Muskeln grünlich. 

275. Die im folgenden wiedergegebenen Anilinfärbungen 
und die im Kapitel Doppel- und Mehrfachfärbung erwähnten 
reichen für (fie gewöhnhchen Zwecke der Schnitt- und 



78 Die Färbung. § 276—279. 

Stückfärbung aus. Teerfarben, welche speziellen Zwecken 
dienen (z. B. Methylenblau, Dahlia etc.) werden im spe- 
ziellen Teil erwähnt. 

Kernfärbung mit basischen Anilinfarben. 

276. Safranin ist ein wertvolles Kernfärbemittel, vor 
allem für Präparate, welche mit Flemmingscher Lösung 
behandelt sind. 

Safraninlösung wird hergestellt nach Pfitzner (80): 
1 Teil Safranin, 100 Teile Alkohol abs., 200 Teile Aqua dest. 

Man löse zunächst Safranin in Alkohol, was 24 Stunden 
und länger dauert, und setze nach erfolgter Lösung 
Wasser zu. 

Schnittfärbung 24 Stunden, dann wird in Alkohol abs. 
ausgezogen; Alkohol abs., Xylol, Kanadabalsam. Zieht 
man Schnitte, welche mit Safranin stark gefärbt sind, mit 
reinem Alkohol oder mit schwach angesäuertem (lO/ooig^Da) 
Alkohol, wenn die Präparate in Osmiumsäure fixiert waren, 
aus, so erhält man nur bestimmte Teile des Kerns gefärbt: 
Chromatin (Basichromatin Heidenhain). Podwissotzki 
gebraucht zum Ausziehen und Fixieren der Farbe pikrin- 
säurehaltigen absoluten Alkohol. 

277. Liegen Präparate sehr lange in Alkohol, so färben 
sie sich schlecht oder garnicht in Safranin. Man kann ihre 
Färbbarkeit dadurch herstellen, daß man sie 5 — 10 Minuten 
mit verdünnter Flemmingscher Lösung beizt: 10 bis 
15 Tropfen auf 5 ccm Wasser. (Ssobolew [00].) 

278. Thionin, Toluidinblau färbt nach P. Mayer 
(98) progressiv und regressiv vorzüglich Chromatin; in 
letzterem Fall nach längerer Färbung. Differenzierung 
(Stunden) mit Alkohol für Präparate aus Sublimat mid 
Flemmingscher Lösung. 

Thionin färbt Schleim, Knorpelgrundsubstanz, Mast- 
zellengranula metachromatisch. 

»Das von einigen beklagte Verschwinden der me- 
tachromatischen Färbung des Thionins in Alkohol, bzw. 
in Glyzerin, läßt sich ohne stärkere Einbuße der Farbnuance 
vermeiden, wenn man die aufgeklebten und von Paraffin 
befreiten Schnitte etwa 45 Minuten in Eisenalaun beizt. 
Nach der Beizung und Wasserspülung 10 — 20 Minuten 
langes Färben in einer dünnen oder mäßig konzentrierten 
Lösung von Thionin, Differenzierung mit öO^oigGi^ Alkohol 



§ 279—283. Die Färbung. 79 

bis keine blauen Wolken mehr abgehen. Wenn sich die 
Schnitte ablösen sollten, so gebrauche man eine alkoholische 
Lösung von Eisenalaun, aber diese länger, etwa 40 Stunden 
und ebenso alkoholische Thioninlösung. « (Metzner.) 
Thionin kann in Schnitten mit ö^oig^i« molybdänsaurem 
Ammoniak (5 — 10 Minuten) fixiert werden. 

279. Methylgriin ist Kernfärbemittel. Zubereitung: 
1 auf 100 Aqua dest. (4- 25 Alkohol abs.) ; es wird 10 Minuten 
gefärbt. Für 24stünaige Färbimg mit 20%igem Spiritus 
auf das Doppelte oder mehr zu verdünnen. Schnittfärbung, 
dann Waschen in Wasser, Ausziehen in 70 böigem Spiritus 
kurze Zeit (1 — 2 Minuten), Alkohol abs. 1 Minute, Aylol, 
Kanadabalsam. 

Die Hauptbedeutung des Methylgrüns im Vergleich zu 
Safranin liegt in seiner besseren Verwendbarkeit zu Mehr- 
fachfärbimgen mit roten Farbstoffen (z. B. Eosin, Fuchsin S., 
auch Orange). 

Über die Verwendung des Methylgrüns als Kernfarb- 
stoff für frische Gewebe siehe § 357. 

280. Bismarekbraun nach Weigert (78). Anferti- 
gung : 1 auf 100 Wasser wird aufgekocht und filtriert, dann 
wird ein Drittel des Volumens absoluter Alkohol zugesetzt. 
Färbung (Schnittfärbung): Die Färbezeit ist beliebig (etwa 
2 — 24 Stunden, da Bismarekbraun nicht leicht überfärbt: 
dann Auswaschen in Wasser; weiter in absolutem Al- 
kohol, Xylol, Kanadabalsam, auch aus Wasser in Gly- 
zerin. — Kernfärbung; färbt auch intensiv die Knorpel- 
grundsubstanz. Eignet sich nach P. Mayer auch für 
Stückfärbung. 

281. Fuchsin (Magenta, Rubin, basischer Farb- 
stoff), Anwendung wie Safranin. Nach Sereni besitzt 
es metachromatische Eigenschaften, färbt z. B. Schleim 
violett. 

282. Geutianaviolett, Anfertigung und Färbung wie 
Safranin, oder man löst viel Farbstoff in Anilin wasser 
und färbt nach Gram, d. h. färbt, spült mit Wasser ab, 
behandelt mit Jod- Jodkalium (§ 17) 2 Minuten, entfärbt in 
absolutem Alkohol, Xylol, Kanadabalsam. 

283. Äeutralrot ist basisch, ist von Ehrlich in die 
Technik eingeführt. J^s hat demnach die Eigenschaft, alles 
Basische rot zu färben; Kerne, N iß Ische Granula, Schleim, 
den Lymphecytenleib, Knorpel. Das Acidophile färbt sich 
gelb und die Mastzellengranula orange. So färben sich 



80 Die Färbung. §284—285. 

frische Gefrierschnitte, aber auch solche, welche vorher mit 
Alkohol oder Formal fixiert und in Paraffin oder Celloidin 
eingebettet und geschnitten waren. Man färbt mit wässer- 
igen Lösungen etwa 15 Minuten. 

284. Der Farbestoff ist ungiftig imd man kann mit ihm 
noch lebende Wesen, resp. Gewebe, färben ; z. B. Kaulquappen, 
welche man statt im Wasser in einer Neutralrotlösung 1 : 
10000 hält, färben sich vital; Kerne und Schleim 
werden rot. In isotonischer konzentrierter Lösung kann 
man frische Präparate untersuchen. Auch bei Untersuchung 
gewöhnlicher Zupfpräparate nehme man statt Kochsalz- 
lösung Neutralrot-Kochsalzlösung. Der Farbstoff läßt sich 
mit pikrinsaurem Ammoniak fixieren. Auch einige andere 
Farbstoffe, z. B. Methylenblau, Safranin, färben vital. 

Mehrfachfärbung. 

285. Wendet man bestimmte Farben in Mischung 
(simultan) oder nacheinander (succedan) auf denselben 
Schnitt an, so findet man die bemerkenswerte Tatsache, 
daß sich nicht etwa alle Gewebsteile des Schnitts in der 
Farbe der Mischung färben, sondern die einen Gewebsteile 
mit der einen, andere mit der anderen Farbe. 

Man benutzt dieses elektive Vermögen der Gewebe zur 
Färbimg und spricht bei Anwendung von zwei Farben 
von einer Doppelfärbung, bei mehreren von Mehrfach- 
färbungen. 

Wenn sich ein Schnitt gegen zwei Farben ganz gleich 
verhält, so ist das keine Doppelfärbung in unserem Sinne. 
Mehrfachfärbungen geben nur ganz bestimmte Farbenzu- 
sammenstellungen; solche haben aber auch, unter Um- 
ständen, großen Wert für histologische Untersuchung. 

Beispiele von Mehrfachfärbungen nacheinander : Man kann 
eine kernfärbende Farbe verwenden und hernach eine andere 
Farbe, welche dann das Chromatin nicht färbt, wohl aber den 
übrigen Teil des Kerns und der Zelle. Solche sog. plasma- 
färbende, saure Farben sind z. B. Eosin und Orange. 

Einen andern Zweck verfolgt eine Zusammenstellung meh- 
rerer kernfärbender Farben; sie ermöglichen, verschiedene 
Teile des Kerns oder verschiedene Kernarten (z. B. sog. saure 
Kerne) auseinanderzuhalten. 

Man kann auch wieder mehrere nicht kemfärbende Farben 
mit einer kernfärbenden zweckmäßig zusammenstellen und er- 
hält so drei- und mehrfache Färbungen. 



§ 286—287. Die Färbung. 81 

►^3 Eine Reihe von Farben wird für ganz bestimmte Gewebe 
angewandt. Diese werden bisweilen auch mit einer kern- 
färbenden Farbe verbunden. 

Im nachfolgenden ist eine Auswahl der wichtigeren Mehr- 
fachfärbungen zusammengestellt, und zwar der Keihe nach : 
Anwendung verschiedener Farben zugleich mit Karmin, Häma- 
toxylin, Safranin, Methylgrün. 

Als geeignete Farbe zur Doppelfärbung mit Häma- 
toxylin empfiehlt sich besonders Eosin und Fuchsin S 
oder Rubin S; mit diesem ist die Doppelfärbung einzu- 
üben (siehe § 296). 

286. P. Mayers Pikromagnesiakarmin. Zu 1 Vol. 
Magnesiakarmin (Karmin 1 g, Magnesia usta 0,1 g mit 
20 ccm dest. Wassers 5 Min. gekocht, auf 50 ccm verdünnt, 
dann filtriert und mit 3 Tropfen Formol versetzt) setzt 
man 9 Vol. einer Lösung von pikrinsaurer Magnesia (200 ccm 
einer 5 % igen Lösung von Pikrinsäure in dest. Wasser mit 
0,25 g kohlensaurer Magnesia bis zum Kochen erhitzen, 
absetzen lassen imd filtrieren [feste Pikrinmagnesia ist von 
Grübler in Leipzig zu beziehen]) hinzu. Man kann auch zu 
1 Vol. Magnesiakarmin 4 Vol. der erwähnten Lösung von 
pikrinsaurer Magnesia imd 5 Vol. des schwachen Magnesia- 
karmins in 100 ccm Magnesiawasser (0,1 g Magnesia usta 
mit 100 ccm gewöhnl. Wasser eine Woche lang unter öfterem 
Schütteln in Kontakt stehen, dann absetzen lassen, dann 
abgießen) hinzusetzen. Auswaschen in dest., event. in 
Magnesiawasser. Färbt Schnitte rasch, kann auch zur 
Stückfärbimg benützt werden. 

287. Pikrokarmin nach van Wijhe. Eine alte ammonia- 
kaiische Lösung oder eine künstlich gereifte wird mit Al- 
kohol versetzt, zu Pulver eingedampft und mit Ammonium- 
pikrat zu Pikrokarmin gemischt. — Die künstliche Reife 
des Ammoniakkarmins wird dadurch erzielt, daß man 10 g 
trockener Karmin (der käufliche enthält ca. 10 7o Wasser), 
10 ccm Ammoniak und 20 ccm Wasserstoffsuperoxyd (oder 
ebensoviel einer IVo^gen Kalium permanganatlösung) kurze Zeit 
kocht und mit dem vierfachen Volumen 967oigen Alkohols 
versetzt; nach einer Stunde wird filtriert. Das auf dem Filter 
befindliche Präzipitat wird mit 100 ccm 96''/oigem Alkohol ge- 
waschen und schließlich im Thermostat bei 40 — 45° getrocknet. 
0,5 g dieses Ammoniakkarminpulvers wird zu 100 ccm einer 
l^lpigen Ammoniumpikratlösung (das Salz darf keine 
freie Pikrinsäure enthalten!) zugesetzt, V4 Stunde auf dem 
Wasserbad gekocht, nach dem Erkalten filtriert. Die Lösung 
ist neutral. Die gefärbten Schnitte werden kurze Zeit mit 
Wasser gewaschen, mit Alkohol bis zur gewünschten Difife- 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 6 



82 • Die Färbung. § 288—291. 

renzierung behandelt und durch Toluol in Kanadabalsam 
übergeführt. 

288. Weigrertseher (81) Pikrokarmin. 2 g Karmin werden 
mit 4 ccm Ammoniak übergössen und bleiben 24 Stunden, 
geschützt vor Verdunstung, stehen: es werden dann 200 g 
wässerige konzentrierte Pikrinsäure zugesetzt und wiederum 
24 Stunden stehen gelassen. Es werden nun ganz kleine 
Mengen Essigsäure hinzugesetzt, die allmählich einen starken 
Niederschlag verursachen, der auch beim Umrühren nicht ver- 
schwindet. Nach 24 Stunden filtriert man. Geht der feine 
Niederschlag durch den Filter, so setze man Spuren von Am- 
moniak hinzu, wodurch der Niederschlag gelöst wird. Löst 
Eiweiß ab. Nachdem man mit diesem Pikrokarmin gefärbt 
hat, ist es mitunter ratsam, mit V2— l^/oig^r Salzsäure in 
70°/oigem Alkohol, ähnlich wie nach Borax-Karmin, aber kür- 
zere Zeit, zu differenzieren. 

289. Pikrokarmin ist von Ranvier in die Technik 
eingeführt; sein Rezept ist sehr unbestimmt gehalten; der 
berühmte Forscher arbeitete fast ausschließlich mit diesem 
Farbstoff. Heute wird Pikrokarmin nur von wenigen ge- 
braucht und die übrigen stimmen Weigert (95) bei: 
»Wenn man von der Kernfärbung absieht, die man mit 
einiger Sicherheit erreichen kann, so färbt das eine Pikro- 
karmin so, das andere anders, je nach dem Präparate, 
das man gerade besitzt, und das ist der Grund, warum 
dieser Farbstoff jetzt schon so ziemlich außer Gebrauch 
gesetzt ist, zumal man ja auch für die Kernfärbungen viel 
bessere andere Karmine hat.« 

290. Karmin-Bleu de Lyon, von Baumgarten (92) 
empfohlen, ist Anilinblau, löslich in Alkohol imd unlöslich 
in Wasser. Rose gibt folgende Gebrauchsanweisung an: 
Man schicke eine Karminfärbung (Stück- oder Schnittfär- 
bung, z. ß. Alaunkarmin, Boraxkarmin) voraus. Bleu de 
Lyon wird in absolutem Alkohol gelöst und so stark mit 
absolutem Alkohol verdünnt, daß die Flüssigkeit kaum 
mehr blau erscheint. Darin werden die Schnitte 24 Stunden 
nachgefärbt. Die Färbung ist als Doppelfärbung für all- 
gemeine Zwecke geeignet; ihre Verwendung für spezielle 
Zwecke siehe § 553. 

Bleu de Lyon färbt viel rascher und intensiver, 
wenn man zu der Farbe Jodtinktur (1 Tropfen auf 30 ccm 
Farbe) zusetzt, oder die Schnitte vor der Färbung mit 
sehr verdünnter Jodtinkturlösimg behandelt. Tonkoff. 

291. Skrobansky (04) färbt mit Boraxkarmin vor 
und dann mit Bleu de Lyon-Pikrinsäure nach. Zu 100 



§ 292—295. Die Färbung. 83 

Teilen Wasser werden 4 com einer in 95 Voig®™^ Alkohol 
gesättigten Bleu de Lyon-Lösung und 10 ccm einer in 
Wasser gesättigten Pikrinsäurelösung zugesetzt. Man färbt 
2 — 3 Minuten, führt die Schnitte durch Alkohol von 70, 
80, 90% durch, dann durch absoluten Alkohol und Xylol, 
schließt in Kanadabalsam ein. 

292. Paul Mayer (96) machte darauf aufmerksam, 
daß Indigokarmin in folgender einfacher Weise angewandt 
werden kann: Er setzt von einer Lösung von 0,1 g Indigo- 
karmin in 50 ccm dest. Wasser oder 5%iger Alaunlösung 
dem Hämalaun oder dem Karmalaun nach Bedürfnis 1/20 
bis Vö seines Volumens zu. 

293. Schuberg kombiniert mit der Earmindurcli- 
färbung der Präparate in Stücken eine Naehfärbung der- 
selben mit einer V2 7oig^i^ Osmiumsäure 12 — 24 Stunden 
und dann eine eljensolange Behandlung der Stücke mit 
Holzessig. Letztere wird mit gleichem oder doppeltem 
Volumen Wasser verdünnt. 

294. Von Apäthy(96) empfiehlt Indigokarmiu zur 
Nachf&rbung mit Safranin an in Hermann scher Flüs- 
sigkeit fixierten Präparaten. 

295. Die Pikrinsäure als zweite Farbe ist außer 
ihrer Anwendung in der Form, wie es bei den Pikrokar- 
minen geschieht, auch zu anderen Doppelfärbungen ge- 
eignet. Man hält sich eine gesättigte wässerige Lösung vor- 
rätig (wie für die Fixation). Diese wird für die Färbung 
im Verhältnis von 1 : 3 mit Wasser verdünnt. Diese Lö- 
sung kann zur Nachfärbung von mit Karmin, Hämatoxy- 
lin oder Safranin (bei letzterem in alkoholischer Lösung) 
vorgefärbten Präparaten benutzt werden. Bei Schnitten 
genügt kurze Nachfärbung von 2 — 5 Minuten. Dann wird in 
Wasser ausgewaschen, Alkohol, Xylol, Kanadabalsam. Beim 
Auswaschen behalte man im Auge, daß die Pikrinsäure in 
fließendem Wasser rasch und fast vollständig weggeht; man 
kann jedoch schon mit bloßem Auge den Moment er- 
kennen, in welchem der Schnitt eben noch einen gelben 
Ton besitzt. — Weiter kann diese Nachfärbung mit Pikrin- 
säure auch im Stück geschehen; diese erfolgt, je nach der 
Größe des Objekts, in 2 — 24 Stunden. Auf Präparate, 
welche mit Boraxkarmin im Stück gefärbt sind, wirkt die 
Pikrinsäure als Säure (Karmin ausziehend) ; es können da- 
her solche Stücke direkt aus dem Boraxkarmin in die 
Pikrinsäure übertragen werden (ohne vorher in sauren 

6* 



84 Die Färbung. § 296—299. 

Alkohol zu kommen). Wenn man Stücke zuerst in Pikrin- 
säure auf 24 Stunden legt und dann mit ELarmin, z. B. 
Alaunkarmin, nachfärbt, erhält man für manche zpezielle 
Zwecke gute Färbungen. So können sowohl in Pikrin- 
säure selbst fixierte Stücke behandelt werden, als auch 
z. B. in Sublimat oder Alkohol fixierte. Für manche 
Zwecke wird Pikrinsäure auch in alkoholischer Lösung an- 
gewandt. 

296. HämalaunEosin oder -Erythrosin. Zeitlich 
getrennte Färbung. Für diese Färbung wird zunächst 
(nach § 231) ein Präparat in Hämalaun gut gefärbt und 
mit Wasser ausgewaschen. Dieses Präparat kommt in eine 
Eosinlösung. Es empfiehlt sich, eine 1 o/o ige Eosinlösung 
in Wasser anzufertigen (Eosin gelblich). Für die 
meisten Objekte genügt es, diese Lösung um das 3 bis 
5 fache zu verdünnen. Darin bleiben die Schnitte 3 bis 
5 Minuten. Bei stärkeren Lösungen genügt etwa 1 Minute; 
dann werden sie zunächst gut in Wasser ausgewaschen. 
Dasselbe muß so lange gewechselt werden, bis es nicht 
mehr rot erscheint. Nun kommen die Schnitte für 2 bis 
5 Minuten in 96o/oigen Alkohol, von da je eine Minute in 
absoluten Alkohol, Xylol, Kanadabalsam. Es ist sehr 
wesentlich, daß die Eosinfärbung nicht zu stark ist, da 
ein überfärbtes Präparat undeutlich wird. 

Korrektion von mit Eosin überfärbten Präparaten ist 
möglich durch Ausziehen mit schwächerem Alkohol, 70% 
oder 80%; Zeit: Minuten, eventuell Stunden. 

297. Eosin wurde als Tinktionsmittel von Fischer 
(75) vorgeschlagen; eosinophile Granula, Kernkörperchen 
und rote Blutkörperchen (Hämoglobin) halten den Farbstoff 
am längsten. 

208. Rawitz (95b) empfiehlt, zuerst mit Eosin imd 
hernach mit Hämatoxylin zu färben. Er färbt in sehr 
verdünnter Eosinlösung (1 — 3 Tropfen der konzentrierten 
Eosinlösung auf 25— 50ccm destilliertes Wasser) 24 Stunden. 
Dann wird flüchtig (bis 10 Minuten) in destilliertem Wasser 
abgew\ischen, in einer verdünnten Hämalaun-, bzw. Häma- 
tüxylinlösung, gefärbt und, wie üblich, weiter behandelt. 

299. van Giesonsche Färbung (cit. nach v. Kahl den 
95). 1. Fixierung in Müllerscher Flüssigkeit oder in Alkohol. 
2. Färben V2 Stunde lang in Hämatoxylin. 3. Gründliches 
Auswaschen in Wasser. 4. Färben 3 — 5 Minuten lang in 
einer Mischung von Pikrmsäure, gesättigter, wässeriger 



8 300—301. Die Färbung. 85 

Lösung und Säurefuchsin, gesättigter, wässeriger Lösung so 
viel, daß die Mischung eine tief rote (dunkelgranatrote) Farbe 
erhält. 5. Abspülen in Wasser, 1/2 Minute lang. 6. Spiritus, 
Alkohol, Hopfenöl, Kanadabalsam. Die Methode ist sehr 
bequem zu handhaben und gibt eine sehr schöne Doppel- 
färbung. Die Kerne werden braunrot, das Bindegewebe 
leuchtend rot Gleichzeitige Färbung von Amyloid, Kolloid, 
Hyalin und Schleim, van Gieson hat ursprünglich als Vor- 
färbung speziell die Hämalaunlösung von Delafield empfohlen. 
Die gewöhnliche Alaunhämatoxylinlösung gibt auch sehr 
gute Resultate. Man überfärbe die Schnitte, weil die Pikrin- 
säure zum Teil eine entfärbende Wirkung ausübt. 

300. Rubin-Ammoniumprikat. Naehfärbung nach 
V. Apäthy. Vorfärbung in Hämatoxylin 1 A, Abspülen 
mit dest. Wasser, ev. in Leitungswasser, wenn die Tmktion 
dunkler werden soll. Dann färben in: Konzentrierte Am- 
moniumpikratlösung in l%iger Lösung von Natrium sali- 
cyhcum 100 Teile, dazu 2 Teile einer 10^/oigen Rubinlösung. 
Die Färbung dauert wenige Minuten, darauf wird in dest. 
Wasser mit Zusatz von etwas Ammoniumpikrat abgespült, 
mit 90^/oigem Alkohol ganz flüchtig entwässert imd 
durch Chloroformalkohol und reines Chloroform möglichst 
rasch in Chloroform- Kanadabalsam eingeschlossen. 

301. Weigert (04) empfiehlt folgende Hämatoxy lin- 
Säurefui'hsin-rikrinsäure-Färbung. Für die Hämatoxylin- 
färbung bereitet man: a) Hämatoxylinalkohol, 1 g auf 
100 ccm 96Voigß^^ Spiritus, b) Eisenchloridlösung mit Salz- 
säure, d. h. 4 ccm Liquor ferri sesquichlorati Ph. G. IV, 1 ccm 
der offizinellen Salzsäure (sp. G. 1,124 mit 25 7o ^^^lorwasser- 
stoff) und 95 ccm dest. Wasser. Zum Gebrauche gießt man 
a und b zu gleichen Raumteilen zusammen. Dieses neue 
Weigertsche Hämatoxylin überfärbt nicht (färbt mit- 
unter auch elastische Fasern und die Scheiden der Knochen- 
körperchen und Primitivröhrchen). Nachdem die Schnitte 
gefärbt wurden, werden sie mit Wasser abgespült und 
kommen in ein Gemisch von 10 Teilen einer 1 obigen 
Säurefuchsinlösung in Wasser auf kurze Zeit; sie werden 
dann mit Wasser kurz gewaschen, mit 907oig6m Alkohol 
entwässert und durch Karbolxylol in Kanadabalsam ein- 
geschlossen, ebensogut durch Azeton und dann Xylol, 
statt Karbol^lol. Dabei wird die Neuroglia nicht, wie es 
beim van Giesonschen Verfahren der Fall ist, gefärbt. 

Das eben erwähnte neue W e i g e r t sehe Hämatoxylin 
wird auch bei der Markscheidenfärbung angewendet. 



86 Die Färbung. § 302—308. 

302. Hämatoxylin-Orangre G, Es kann nach der Kernfärbung 
mit Hämatoxylin (z. B. nach Böhmer) mit Orange G. in ähnlicher 
Weise und mit ähnlichen Resultaten wie mit Eosin nachgefärbt 
werden; doch empfiehlt es sich hier, mit stärkeren Lösungen 
etwa 1 °/o ig, ungefähr 24 Stunden oder auch kürzere Zeit zu 
färben, in 96°/oigem Alkohol zu extrahieren, absoluter Alko- 
hol, Xylol, Kanadabalsam. 

303. Hämatoxylin -Kongorot siehe weiter unten. 

304. Httmatoxylin,HämatoxylinlackfSr]|>uiig. y.ApdthyC89) 
empfiehlt folgende Färbung (besonders für Nervensystem von 
Hirudineen), welche zu recht instruktiven Bildern führen 
kann: Kleine Objekte werden in Vj^/oig© wässerige Hämatoxy- 
linlösung auf V» Stunde gelegt, kurz mit Wasser gewaschen, 
dann mit l^oigör Kalium bichromicum - Lösung in Wasser 
2 Stunden lang behandelt, wieder gewaschen, geschnitten. Die 
Schnitte werden mit schwachem wässerigem Alaun-Hämatoxy- 
lin in üblicher Weise nachgefärbt (v. Apäthy rät zu Zelloidin- 
durchtränkung). 

305. Methylgrün-Eosin in Mischung. 

l%ige wässerige Methylgrünlösung, davon 60 Teile. 

l°/oig6 wässerige Eosinlösung, davon 1 Teil. 

Durch Alk. abs. auf 100 Teile zu ergänzen. 

10 Minuten färben, in Wasser 5 Minuten auswaschen. 

Alk. abs. 1 Minute, Xylol, Kanadabalsam. 
Bei dieser und der folgenden Färbung ist Methylgrün Kern- 
färbemitte], die begleitende Farbe Eosin, resp. Fuchsin S., 
färbt andere Zellteile. 

306. MethylgrUn kann mit Fachsin S. in Mischung ver- 
bunden werden, auf l°/oige wässerige Methylgrünlösung 60, 
l°/oigö wässerige Fuchsin S.-Lösung 20; gefärbt wird wie im 
vorigen, aber nur kurz im Wasser ausgewaschen, da das 
Fuchsin S. im Wasser rasch weggeht; dann Alk. abs., Xylol, 
Kanadabalsam. 

307. R. y Cajal schlägt in seinem Lehrbuch der 
Histologie eine dreifache Färbung vor. Zunächst kommen 
die Schnitte in gesättigte wässerige Mageutalösung (Fuchsin, 
basisch), und nachdem sie mit Wasser gewaschen worden 
sind, bis die Farbe nicht mehr abgeht, kommen sie auf 
5 Minuten in eine Mischung: gesättigte wässerige Pikrin- 
sänrelSsung, in welcher V4 7o Indlgokannin gelöst worden 
ist. Es folgt eine Waschung in Wasser, zu welcher eine 
Spur Essigsäure zugesetzt wurde, dann rasche Entwässe- 
rimg mit Alkohol, Xylol, Kanadabalsam. Acidophile Sub- 
stanzen färben sich feuerrot, basophile in Farben von grau 
bis bimmelblau. 

308. Delamare färbt gleichzeitig Kerne violett, Proto- 
plasma und Muskeln gelb, kollagene Bindegewebsfasern rot, 



§ 809—310. Die Färbung. 87 

elastische Fasern schwarz. Es werden Orzein 1 g, Salzsäure 

1 g und abs. Alkohol 50 g genommen, und man mischt 
diese Lösung mit gleichem Volumen einer zweiten Lösung 
folgender Zusammensetzimg : saures Hämatoxylin (Ehrlich) 

2 com, gesättigte wässerige Lösung von saurem Fuchsin 
(Grübler) 1 ccm, wassergesättigte Lösung von Pil^rin- 
sAure 200 ccm. "(^ie Mischung hält sich nicht länger wie 
eine Woche.) Die mit Alkohol oder Formol fixierten Prä- 
parate werden geschnitten, mit Wasser aufgeklebt imd in 
der Delam areschen Mischung 30 Minuten bei 45^0 ge- 
färbt, mit etwas sauerem Wasser abgespült (4 — 5 Tropfen 
Salzsäure auf 100 ccm Wasser), mit gewöhnlichem Wasser 
gewaschen, mit Alkohol entwässert und durch Xylol in 
KajQadabalsam eingebettet. 

309. Methylgriin • Fuchsin S- Orange — (Biondi- 
Ehrlich) von R. Heidenhain (88) empfohlen und 
M. Heidenhain (92) modifiziert. Ist ein neutrales Ge- 
misch. Man spricht auch von Triazid. 

Anf erligimg : Es werden gesättigte wässerige Lösungen 
der drei Farben angefertigt. Dieselben müssen mehrere Tage 
stehen und öfters geschüttelt werden. Dann werden ge- 
mischt: 100 ccm Orange, 20 ccm Fuchsin S. , 50 ccm 
Methylgrün. 

Es empfiehlt sich weniger, die Farbmischung als Pulver 
direkt von Grübler in Leipzig zu beziehen. Färbung : Zur 
Färbung wird 1 Teil der gesättigten Lösung mit 60 bis 
100 Teilen Wasser verdünnt. Es wird 24 Stunden gefärbt, 
unter Wasserleitung gespült, kurz mit Alkohol ausgezogen 
und durch Xylol in Kanadabalsam eingeschlossen. Geeignet 
für Sublimatpräparate. Bietet außer den bei Methylgrün- 
Eosin und Fuchsin S. erwähnten Resultaten noch orange 
Färbung der Blutkörperchen. 

Die ursprüngliche Ehrlich-Biondische Lösung ist: 
von der gesättigten Lösung 10 ccm Orange, 1 ccm Fuchsin S., 
3 ccm Methylgrün. 

310. R. Krause (93) entnehmen wir: Die besten Fär- 
bungen in Triazid geben in Sublimat oder mit Sublimat- 
gemischen fixierte Präparate. Zubereitung der Farbe: 
Rubin S. (löst sich 20 g in 100 ccm Wasser), Orange G. 
(8 g in 100 Wasser), Methylgrün (8 g in 100 Wasser). Von 
den gesättigten wässerigen Lösungen mischt man 4 ccm 
der ersten mit 7 ccm der zweiten, dann gebe man 8 ccm 
der dritten zu. Verfährt man so, dann entsteht kein 
Niederschlag, welcher sonst fast unvermeidUch ist. Zur 



88 Die Färbung. § 311—313. 

Färbung wird 1 ccm dieser Stammlösung auf 50 oder 
100 ccm Wasser verdünnt. Zeit der Färbung 24 Stunden 
(mit Wasser, resp. dünnem Spiritus, angeklebte Schnitte). 
Vor der Färbung ist es manchmal vorteilhaft, die Schnitte 
1 — 2 Stunden in 2^/qo Essigsäure zu belassen. (M. Heiden- 
hain [92] setzt der Farbe tropfenweise Essigsäure 1 : 500 
unter stetem Umrühren so viel zu, bis der Farbenton in 
ein kräftiges Karminrot umschlägt.) — Ausziehen mit 
reinem oder etwas angesäuertem 9ü böigem Alkohol. Die 
Färbung mit Triazid muß fleißig eingeübt werden. 

311. Dem Buche von L. Michaelis (02) entnehme 
ich: »Als Ursache dafür, daß die neutralen Farbstoffe im 
Überschuß der Säuren wieder in Lösung gehen, wird ge- 
wöhnlich die Annahme der Bildung eines dreisäurigen 
Farbsalzes der Farbbase mit der Farbsäure angenommen; 
daher der Name »Triazid«. Also würde z. B. Methylgrün, 
welches eine dreisäurige Farbbase enthält, von denen für 
gewöhnlich nur zwei abgesättigt sind, nach dieser Auf- 
fassimg mit einem Überschuß von Säurefuchsin das drei- 
säurige Salz bilden.« 

312. Morel und Doleris (02) geben zum Triazid 

8 o/o Formol und I^/qo Eisessig. Dadurch wird das 
Methylgrün in den Kernen ausgezeichnet fixiert. 

313. Schridde und Fr icke schlagen ein Verfahren 
vor, mit dem man gleichzeitig fixieren und färben kann. 
4 — 5 mm große Stücke werden in Alaunkarmin (§237) 

9 Teile und Formol 1 Teil gebracht. Hierauf werden die 
Stücke 12 — 24 Stunden, in fließendem Wasser gewaschen und 
dann in die Lösung überführt : Alkohol von 75 ® — 200 ccm 
und Ammoniaklösung 250/q (spez. Gewicht 0,908) 1 Teil. 
In diesem Ammoniakalkohol bleiben die Stücke 12 Stunden. 
Handelt es sich um sehr blutreiche Organe, in denen 
starke Niederschläge zu befürchten sind, so nimmt man 
am besten eine Mischung von 1 Teil Ammoniaklösung auf 
100 ccm 75% igen Alkohols, in welchem dann ein Ver- 
bleiben von 6 Stunden genügt. Aus dem Ammoniakalkohol 
kommen die Präparate sofort in 96% igen Alkohol, auf 
weitere 6 — 12 Stunden in abs. Alkohol usw. bis Paraffin. 
Die Kerne, die Zellgrenzen und das Protoplasma sind 
besser erhalten als bei Behandlung mit Formol und Alaun- 
karmin nacheinander. Hämoglobin wird mehr oder weniger 
ausgelaugt. 



§ 314. ^ Bas Mikroskop. 89 

314. Tabelle der häufiger angewandten Mehrfachfärbungen. 

Karmin. 

Karmin -Hämatoxylin § 551 

> -Pikrinsäure § 295 

> Indigokarmin § 292 

> -Indulin § 766 

> -Dahlia § 421 

> -Bleu de Lyon § 290 
Pikrokarmin § 288 
Pikromagnesiakarmin § 286. 

Hämatoxylin. 

Hämatoxylin-(Hämalaun)-Eosin § 296 
-Orange § 302 
-Pikrinsäure §295' 
-Kongorot § 750 und § 766 
-Orzein § 463 
-Muzikarmin § 759 
-Fuchsin S.-Pikrinsäure § 299, 308 
(nach M. Heidenhain)-Rubin § 266. 

Safranin. 

Safranin-Gentianaviolett § 855 

> -Gentianaviolett-Orange § 348, 350, 353 

> -Pikrinsäure § 295 

> Indigokarmin § 294. 

Methy Igrtin. 

Methylgrün-Eosin § 305. 

> -Fuchsin S. § 306 

> -Fuchsin S.-Orange § 309 
Magen ta-, Indigo-, Pikrinsäure § 307. 

10. Kapitel. Das Mikroskop. 

Es liegt nicht im Rahmen dieses Buches, eine aus- 
führliche Schilderung des Mikroskops und seiner Neben- 
apparate zu geben. Wenn wir trotzdem einige Bemerkungen 
hierüber folgen lassen, so geschieht dies hauptsächlich des- 
wegen, um die Gegenstände, mit welchen der Anfänger zu 
arbeiten hat, anzuführen und zu benennen, und hiermit 
eine Verständigimg zwischen ihm und seinem Lehrer von 
vornherein anzubahnen. Genaueres über die Theorie des 
Mikroskopes findet man z. B. in den Werken von Am- 
bronn, Czapski, Dippel, Neuhauß, Petri imd A. Zimmer- 
mann. 



90 Bas Mikroskop. ^ § 315—317. 

315. Zur Untersuchung histologischer Objekte bedient 
man sich des Mikroskops, das mit Hilfe seiner optischen 
Apparate die Objekte vergrößert. Hierbei genügen »ein- 
fache« Mikroskope, die man auch Lupen nennt, nicht; 
man muß seine Zuflucht zu einem »zusammengesetzten« 
Mikroskope nehmen, das eine Kombination von mehreren 
Linsensystemen enthält. Je nach Bedarf kann man diese 
Systeme wechseln und dadurch die durch das Mikroskop 
gelieferten Vergrößerungen des Bildes ändern. Der übrige 
Teil des Instrumentes besteht aus einem fest zusammen- 
gefügten Apparate, den man im ganzen als Stativ be- 
zeichnet: unten ruht das letztere auf einer Fußplatte, die 
fest auf dem Mikroskopiertisch stehen muß ; an dem Fuße 
ist die Säule und an der letzteren sind die übrigen Teile 
des Mikroskopes befestigt, die, von unten nach oben ge- 
zählt, 1. aus einem beweglichen Spiegel, 2. aus einem 
Objekttisch und 3. aus dem Tubus bestehen. Die eine 
Seite der Spiegelplatte ist meist konkav und dient dazu, 
die Lichtstrahlen gegen eine sich im Objekttische befind- 
liche Öffnimg zu konzentrieren: ein an der anderen Seite 
der Spiegelplatte angebrachter Planspiegel wird seltener 
verwendet. Will man Objekte bei auffallendem Lichte 
beobachten, so stellt man den Spiegel derart, daß die reflek- 
tierten Strahlen nicht in die Öffnung des Objekttisches 
fallen. 

316- Auf dem Objekttische, über der Öffnung, befindet 
sich das zu betrachtende Objekt. Ist dasselbe viel kleiner 
wie die Öffnung, so kann man die letztere durch Blend- 
Torrichtungeii verkleinern. Bei den neueren Instrumenten 
sind diese Blenden entweder durchlöcherte Scheiben, welche 
man in die Öffnung des Objekttisches einsetzt, oder es ist 
eine größere, mit mehreren Löchern von verschiedenen 
Kalibern versehene Scheibe, welche an der Unterfläche des 
Objekttisches derart befestigt ist, daß durch eine Drehimg 
derselben ihre Öffnungen in (he Mitte der Objekttisch- 
öffnung nacheinander gebracht und beliebig gewechselt 
werden können. Eine Blende anderer Konstruktion ist die 
sog. Irisblende. Sie bietet keine genauen Kreise, ist aber 
insofern sehr bequem, als ihre Öffnung durch übereinander- 
greifende gekrümmte Blechplatten vermittelst eines Hand- 
griffes leicht weiter oder enger gemacht werden kann. 

317. Der Tubus befindet sich in einer Hülse, welche 
an der Säule des Mikroskops befestigt ist. In der Hülse 
muß der Tubus bei einfacheren Mikroskopen mit der Hand 



§ 318—320. Bas Mikroskop. 91 

gesenkt, gehoben und gedreht werden; bei den kompli- 
zierten Instrumenten wird seine Hebung und Senkung 
durch Zahn und Trieb bewerkstelligt. Vermittelst einer 
Mikrometerschraube, die am oberen oder am unteren 
Ende der Säule angebracht ist, kann der den Tubus tragende 
Hebel etwas gesenkt und gehoben werden. Der Tubus 
selbst besitzt eine obere und untere Öffnung, welche zum 
Anschrauben oder zum Einlegen der optischen Apparate 
dienen. 

318. In die obere Öffnung wird das Okular eingefügt, 
eine Röhre, deren Enden mit Linsen versehen sind: die 
obere, dem Auge zugekehrte, nennt man die Okularlinse, 
die untere die Kollektivlinse. Die untere Öffnung des 
Tubus dient zum Anschrauben des Objektivsystems, und 
dieses ist eine Kombination von mehreren Linsen, von 
welchen die dem Präparat zugekehrte kleinste Linse Front- 
linse benannt wird. 

319. Jedes größere Instrument besitzt mehrere Oku- 
lare und mehrere Objektivsysteme, welche beide ver- 
schiedene Vergrößerungen liefern und je nach Bedarf ver- 
schieden kombiniert werden können. Für die meisten 
Objekte reicht eine Vergrößerung bis zu 500 mal aus. Um 
diese Vergrößerimg zu erreichen und dabei ein helles und 
deuthches Bild zu erhalten, genügen gewöhnliche Linsen 
nicht: je stärker das Bild vergrößert wird, um so dunkler 
erscheint dasselbe. Um diesem Übelstande abzuhelfen, hat 
man Beleuchtimgsapparate (Kondensoren, Abbesche Be- 
leuchtungsapparate) konstruiert, welche die Lichtstärke 
durch Konzentration beliebig abzustufen gestatten und für 
feine Untersuchung unentbehrlich sind. 

320. Aber selbst bei Zuhilfenahme dieser Apparate 
reichen die »Trockensysteme« nicht aus; bei ihnen muß 
der Lichtstrahl verschiedene Medien von verschiedenem 
Brechungsvermögen passieren ; die Strahlen gehen vom Ob- 
jekte durch das Deckgläschen, dann durch die zwischen 
dem letzteren imd dem Obiektivsystem befindliche Luft; 
hierbei werden sie in verschiedener Weise abgelenkt, — 
Fehler, welche dadurch ausgeglichen werden könnten, daß 
man den Lichtstrahl nur durch ein einziges Medium gehen 
ließe. Diesem tTbelstande konnte nur zum Teil dadurch 
abgeholfen werden, daß man zwischen Frontlinse des Ob- 

i'ektivsystems und dem Deckglase einen Tropfen Flüssig- 
keit setzte, welche annähernd dasselbe optische Verhalten 



92 Das Mikroskop. § 321—323. 

wie das Glas hatte; die Linse wurde in diese Flüssigkeit 
eingetaucht. Da diese Erfindung sich bewährte, so ist in 
den letzten Jahren eine ganze Reihe von Tauch- oder 
Immersionslinsen angefertigt worden. 

321. Wir haben also zwei Arten von Linsensystemen 
zu unterscheiden: 1. Trockenlinsen und 2. Tauch- oder 
Immersionslinsen. Die letzteren zerfallen wieder in zwei 
Gruppen : in Linsen mit Wasserimmersion und in solche 
mit Oelimmersion. Das in letzterem Falle verwendete öl 
leistet vermöge seines hohen Brechungsvermögens bessere 
Dienste als das Wasser, so daß zur Zeit die ÖUinsen über- 
haupt die besten Objektive sind, die wir besitzen — sie 
werden als homogene Immersionssysteme bezeichnet. In 
den letzten Jahren hat Karl Zeiß in Jena Öllinsen aus 
einer besonderen Glassorte angefertigt, welche es ermöglicht, 
die chromatische und sphärische Aberration der durch die 
Linsen gehenden Lichtstrahlen fast gänzlich zu beseitigen 
(Apochromate). 

322. Die vom Spiegel reflektierten, durch das Objekt 
gehenden Lichtstrahlen werden durch das Objektivsystem 
in der Weise gebrochen, daß sie ungefähr in der Mitte der 
Tubuslänge das sog. Luftbild entwerfen, das, wie man sich 
ausdrückt, ein umgekehrtes ist: die rechte Seite des Gesichts- 
feldes befindet sich im Luftbilde links, die obere unten; 
das Bild ist also um 180^ gedreht. Durch das Okular wird 
das Luftbild abermals vergrößert, aber nicht mehr um- 
gekehrt, so daß dem Auge das Gesichtsfeld sich tatsächlich 
als ein umgekehrtes darbietet. Zur Beseitigung der Seiten- 
strahlen, (fie nur diffuse Bilder geben, sind sowohl im 
Tubus wie im Okular an passenden Stellen Diaphragmen 
(Blenden) angebracht. 

323. Das Einstellen mit schwachem Objektiv ge- 
schieht in folgender Weise: 

Zuerst wird das Mikroskop auf einen feststehenden 
Tisch nahe einem Fenster, das den Ausblick auf einen 
möglichst großen Abschnitt des Himmels gewährt, gestellt. 
Das Mikroskop bleibt während der ganzen Untersuchung 
an derselben Stelle und wird nicht verschoben. 

Jetzt schraubt man an das untere Ende des Tubus 
das schwache Objektiv an. Dabei hüte man sich, die 
Windungen durch unrichtiges, namentlich gewaltsames Ein- 
drehen zu beschädigen. Dann setzt man in das obere 
Ende des Tubus ein schwaches Okular, z. B. Leitz Nr. 1, 



§324—325. Das Mikroskop. 93 

ein und sieht hinein. Zunächst sieht man unter Umständen 
noch nichts. 

Man verschiebt dann den Spiegel, indem man die- 
jenige Spiegelstellung sucht, bei welcher derselbe das vom 
Fenster auf ihn fallende Licht, am besten das einer weißen 
Wolke (schlechter: der blaue Himmel), so reflektiert, daß 
die Stralilen in den Tubus, durch denselben und in das 
Auge des Beobachters fallen. Man sieht dann einen hellen 
Kreis, welcher Gesichtsfeld genannt wird ; in dem Gesichts- 
feld erscheint später das mikroskopische Bild. 

Nun legt man das Präparat auf den Objekttisch und 
zwar so, daß die Stelle des Objekts, welche man besehen 
will, in der Mitte des Loches im Tisch sich befindet. 

324. Dann wird der Tubus mit der ihn umfassenden 
Hand langsam stets in drehender Bewegung in der Hülse 
nach abwärts geschoben, bis die Frontlinse etwa noch 
IV2 cna vom Objekt entfernt ist. Dann wird wieder hinein- 
gesehen und sehr langsam, stets drehend, nach abwärts ge- 
schoben, bis irgend etwas, wenn auch kein deutliches Bild 
im Gesichtsfeld erscheint. Wird etwas, wenn auch nur 
undeutlich, sichtbar, so hört man sofort auf zu senken. 
Es beginnt dann die feinere Einstellung mit der Mikro- 
meterschraube. 

Zur Einstell uDg mit der Mikrometersekraube genügt 
meist eine geringe, halbe bis höchstens ganze Umdrehung, 
um das vorher verschwommene Bild in seiner ganzen 
DeutUchkeit hervortreten zu lassen. Von nun an bleibt 
während des Sehens die eine Hand stets an der Mikro- 
meterschraube, imd zwar aus folgendem Grunde: Da man 
stets nur in einer Ebene gut sieht, der Schnitt aber eine 
bestimmte Dicke hat, so muß man bald etwas höher, bald 
etwas tiefer einstellen. Das geschieht dadurch, daß man 
während des Sehens die Mikrometerschraube von Zeit zu 
Zeit um ein geringes nach beiden Richtungen abwechselnd 
dreht. 

Die Mikrometerschraube läuft bei längerem Gebrauch, 
wenn nach einer Seite mehr als nach der anderen gedreht 
wird, zu Ende und muß dann um einige Windungen zurück- 
gedreht werden. 

Für den Anfänger empfiehlt es sich, beim Mikrosko- 
pieren das eine Auge zu schließen. Später lernt man auch 
bei offenem anderen Auge sehen. 

325. Will man ein stärkeres Objektiv einstellen, 
so wird in derselben Weise, wie oben, verfahren, nur ist 



94 Hekonstruktionsmothoden. § 326—328. 

hier zu beachten, daß die Entfernung der Frontlinse vom 
Deckglas nur noch eine ganz geringe ist. Man schiebt 
daher den Tubus zunächst nach abwärts, bis die Front- 
linse etwa noch 1 mm vom Deckglas entfernt ist, sieht 
dann ins Mikroskop und schiebt nun äußerst vorsichtig 
und langsam mit der Hand den Tubus immer in drehender 
Bewegung nach abwärts. Ist etwas sichtbar. geworden, so 
folgt feine Einstellung mit der Mikrometerschraube. Das 
Einstellen mit starkem Objektiv erfordert größte Vorsicht, 
da es sich hier um Bruchteile eines Millimeters handelt. 
Hat man zu tief nach abwärts gedreht, so passiert es leicht, 
daß das Deckgläschen eingedrückt und so mit dem Objekt 
zerstört wird. Auch eine Beschädigung der Linse ist nicht 
ausgeschlossen. 

Es bleibt auch für weitere Untersuchungen, wenn 
stärkere Systeme dabei angewandt werden sollen, Regel, 
stets mit dem schwachen Objektiv zu beginnen. Stärkere 
Okulare sind nur ausnahmsweise anzuwenden. Sie sind 
für die Regel unnötig. 

326. Die Benützungder Blende ist auszuprobieren, 
man lernt sie meist erst bei feineren Untersuchungen 
in ihrem vollen Werte würdigen. Für den Anfang gelte 
es als Regel, daß für eine schwache Vergrößerung keine 
engen Blenden angewandt werden. 

327. Eine bedeutende Rolle spielt die Blende bei An- 
wendung des Abbeschen Beleuclitungsapparates. Hier 
empfiehlt es sich stets, wenn man Strukturen sehen will, 
die Randstrahlen abzublenden. Will man dagegen nur 
Farben sehen, z. B. gefärbte Bakterien oder gefärbte Ele- 
mente überhaupt und dabei auf schwach oder gar nicht 
gefärbte verzichten, so lasse man das Licht voll einwirken. 

11. Kapitel. Rekonstruktionsmethoden 

von G. Born, Breslau. 

328. Eine körperliche Anschauung der zelligen 
Elementarteile läßt sich meist leicht aus einem imd 
demselben Schnitte durch sukzessives Einstellen der 
aufeinanderfolgenden optischen Durchschnittsebenen ge- 
winnen; wo dies wegen der ungewöhnlichen Form oder 
Ausdehnung der Elementarteile Schwierigkeiten macht 
(Purkynesche Zellen der Kleinhirnrinde), da hilft die Kom- 
bination von Bildern, die mehreren, verschieden 
orientierten Schnitten entnommen sind. 



§ 329. Rekonstroktionsmethoden. 95 

Schwieriger wird das Gewinnen körperlicher (drei- 
dimensionaler) Anschauungen mitunter schon bei den sich 
zunächst aus Zellen aufbauenden Organulis; — wurden 
doch die Endteile vieler Drüsen nach den einzelnen Schnitt- 
bildern bis vor kurzem fälschlich als »azinös« (beeren förmig) 
bezeichnet, während es in Wirkhchkeit alveoli, — längere, 
aber mannigfach hin- und hergebogene und ausgebauchte 
Schläuche sind. In vielen solchen Fällen führt die Be- 
nützung stark aufgehellter Dickschnitte und der bei der 
älteren Histologenschule vielbeliebten spezifischen Maze- 
rationsmittel (Holzessig, Salzsäure, starke Alkalien u. dgl. 
mehr) zum Ziele; gewisse Objekte dieser Art hat man jedoch 
aus den Schnitten rekonstruieren müssen (körperliche Form 
der Schilddrüsenfollikel nach J. StreifE u. dgl.). 

Es bleibt aber noch eine große Zahl von anatomi- 
schen und namentlich von embryologischen Objekten übrig, 
die einerseits zu klein und von zu komplizierter Form sind, 
als daß sich von ihnen durch Präparation und direkte Be- 
trachtung mit der Lupe oder mit schwachen Mikroskop - 
Vergrößerungen eine ausreichende körperliche (plastische) 
Vorstellung erwerben ließe, die aber anderseits viel zu 
groß und wieder zu kompliziert sind, als daß aus einzelnen 
Schnitten oder aus Mazerationspräparaten ihre Form (nament- 
lich auch die der Binnenräume) richtig erschlossen werden 
könnte. In diesen Fällen ist man gezwungen, eine Re- 
konstruktion solcher Gebilde aus den Bildern, die die 
aufeinanderfolgenden Schnitte einer Serie gewähren, aus- 
zuführen. 

329. Die Rekonstruktion kann entweder eine flächen- 
hafte (rein zeichnerische) sein, bei der die Tiefendimension 
nur durch Verkürzung und Schattierung in der Fläche 
einigermaßen dargestellt wird, oder sie ist eine körperliche 
— plastische. In beiden Fällen wird die Rekonstruktion 
wohl immer mit einer mehr oder weniger erheblichen Ver- 
größerung verbunden sein. Wie leicht verständlich, 
erscheint die zeichnerische Rekonstruktion häufig nur als 
ein provisorisches Hilfsmittel und muß auf leichtere Fälle 
beschränkt werden. 

Alle Rekonstruktionsmethoden sind mühsam und zeit- 
raubend; man vermeide sie also, wenn man mit anderen 
Hilfsmitteln, mit Präparation, Mazeration, Injektion, Korro- 
sion usw. auskommt; anderseits kann nicht genug davor 
gewarnt werden, sich auf die vielfach beliebte »Rekon- 
struktion im Köpfet (aus den Schnittbildern) bei irgend- 



96 Rekonstruktionsmethoden. § 330—331. 

welchen schwierigen Objekten zu verlassen. Außerdem 
liefern namentlich die plastischen Rekonstruktionen ver- 
größerte und darum leichter demonstrable Präparate. 

330. Die Voraussetzung jeder Rekonstruktion 
ist die Herstellung einer lückenlosen Serie von paral- 
lelen Schnitten durch das Objekt, — eine Forderung, 
die (mit Ausnahme einiger besonderer Konstruktionen) mit 
allen modernen Mikrotomen leicht zu erfüllen ist. Meist 
wird die Serie gleichmäßig dick sein ; — doch kann es sich 
in besonderen Fällen empfehlen, zwischen dickere Schnitte 
in bestimmten Abständen einen halb so dünnen einzu- 
schalten. Unter allen Umständen muß die Schnittdicke 
bestimmt und bekannt sein; man wähle je nach der 
Größe und Schneidbarkeit des Objekts Schnittdicken von 
6, 8, 10, 12, 15, 20 (,1, Die Sclinittrichtung ist zwar 
theoretisch beliebig, in praxi aber ist meist eine zu der 
Hauptachse des Objekts parallele oder senkrechte Richtung 
zu bevorzugen. 

Stückfärbung ist der Schnittfäbung durchaus vorzu- 
ziehen; ebenso Paraffin- oder Zelloidineinbettung. Unter 
allen Umständen müssen die Schnitte in richtiger Auf- 
einanderfolge ganz glatt — ohne irgendwelche Verschie- 
bung (auch von ringsum isolierten Teilen !), ohne Verzerrung 
und Faltenbildung auf den Objektträger aufgelegt und auf- 
geklebt werden. Die hierfür gebräuchlichen und empfehlens- 
werten Verfahren siehe oben § 171 u. ff. und unten § 334. 

Die Zuverlässigkeit und Schönheit jeder Rekonstruktion 
hängt durchaus von der Vollkommenheit der Schnittserie 
ab; man verschwende keine Mühe und Zeit mit 
Rekonatruktionsversuchen aus lückenhaften, 
ungleichen und schlecht aufgelegten Serien! 

331. Methoden von Rekonstruktionen in der 
Fläche : 

1. Die Herstellung eines Bildes, dessen Fläche 
senkrecht zur Schnittebene der Serie liegt (pro- 
jektive Konstruktion nach His, das älteste und 
auch jetzt noch vielfach und mit Erfolg benützte Verfahren). 
— Beispielsweise Aufgabe : Es sei das Bild der Organe eines 
kleinen menschlichen Embryos im Medianschnitte 
nach einer gleichmäßigen Querschnittsserie von 20 i^i Dicke 
in 60 f acher Vergrößerung herzustellen. — Lösung: Von 
dem in Zedernholzöl (oder dgl.) aufgehellten, im Stück 
gefärbten Embryo werden möglichst vielseitige Zeichnungen 



§ 331. Rekonstruktionsmethoden. 97 

bei bestimmter (5 oder lOfacher) Vergrößerung abgenom- 
men ; für unser Beispiel ist eine genaue Profilzeichnunc 
notwendig. Die Zeichnungen sind wo möglich, während 
der Embryo im flüssigen Paraffin liegt, zu wiederholen). 

Jeder Schnitt der 20 ^i dicken Querschnittsserie ist 
bei öOfacher Vergrößerung zu zeichnen, um diesen Zeich- 
nungen die nötigen Maße direkt entnehmen zu können. 
Arbeitet man a) ohne Richtebene (siehe § 333), so muß 
die Schnittrichtimg genau bekannt sein, — oder dieselbe 
muß durch Vergleich der Lage bestimmter Punkte in den 
Schnitten und im Protilbilde aufgesucht und in dieses ein- 
getragen werden. Arbeitet man b) mit Richtebene, so ist 
die genaue Fixierung der Schnittrichtung entbehrlich. 

Ad a). Eine Pause der auf 50 mal gebrachten Profil- 
zeichnimg wird so auf »Millimeterpapier« geklebt, daß die 
Querlinien des Papiers der bekannten oder nachträglich be- 
stimmten Schnittrichtung genau parallel laufen; nun nume- 
riert man die Querlinien vom Kopfende an, entsprechend 
den Schnittnummern und trägt auf jeder Linie die Abstände, 
die die Organe auf der 50 fach vergrößerten Zeichnung des 
zugehörigen Schnittes in der Medianlinie vom Umriß der 
Profilzeichnung und voneinander zeigen, ab. Die Verbin- 
dung der entsprechenden Punkte gibt dann den Umriß der 
betreffenden Organe im Medianschnitte. 

Ad b). Die Medianlinie jedes 50 mal vergrößerten 
Schnittbildes wird so weit verlängert, bis sie die mitgezeich- 
nete Richtlinie schneidet. Die Medianschnittpunkte der 
Richtlinien werden in der Reihenfolge der Schnitte auf 
einer Senkrechten des Millimeterpapiers markiert und 
numeriert. Die Abstände, welche (ue Umrißlinien und 
die Organe in der Medianlinie auf den 50 mal vergrößerten 
Zeichnungen von diesen Punkten zeigen, werden an den 
zugehörigen Horizontalen des Millimeterpapiers abgetragen 
und die entsprechenden Punkte der aufeinanderfolgenden 
Linien miteinander verbunden. Bei diesem Verfahren ent- 
steht der Umriß des ganzen Embryos erst nachträglich, zu- 
gleich mit den Umrissen der Organe bei der Konstruktion 
des Medianschnittes. 

Es ist klar, daß sich nach dieser Methode auch laterale 
Teile, auf die Medianebene projiziert, darstellen lassen, so 
daß man z. B. nicht nur den Umriß, sondern auch an- 
nähernd das abschattierte TiefenbUd der median durch- 
schnittenen Organe hersteUen kann. In gleicher Weise 

Böhm, Tascbecb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 7 



t 



98 Bekonstruktionsmethoden. § 332. 

lassen sich auch Lateralansichten, Frontalschnitte, Frontal- 
aufsichten usw. aus einer Querschnittsserie gewinnen. 

Nach einer solchen zeichnerischen »Durcharbeitungc 
einer Serie in den verschiedensten Schnitten und Aufsichten 
ging His daran, das betreffende Objekt (oder bestimmte 
Organe desselben), unter stetiger Berücksichtigung der den 
Schnittbildern entnommenen Maße, »freie zu modellieren 
— ein Verfahren, das trotz ausgezeichneter Resultate in 
den Händen seines Autors wegen der hohen Anforderungen 
die es bei mannigfachen subjektiven Fehlerquellen an das 
künstlerisch-technische Geschick des Arbeiters stellt, kaum 
Nachahmung gefunden hat. 

2. Die ,, graphische Isolierung'' nach Kastschenko 
86, 87, 88 ; siehe in Zeitschr. f. wiss. Mikr. 87, p. 355 auch 
le Vorläufer.) Vorausgesetzt ist, daß (nach Kastsch.) das 
Objekt im Paraffin von ihm dicht anliegenden, sich winklig 
schneidenden und zur Schnittebene senkrechten „Definier- 
fiächen'' umgeben ist, oder daß sich neben demselben eine 
»Richtfläche mit Richtleisten« (siehe § 333) befindet. — 
Die vergrößerten Schnittbilder der »graphisch zu isolieren- 
den Organe« werden der Reihenfolge nach übereinander auf 
Karton gezeichnet, wobei aber dafür gesorgt wird, daß sich 
jedesmal die Durchschnittslinien der Definierflächen, resp. 
die gezackten. Richtlinien, genau decken. So entsteht ein 
richtig orientiertes System um- und nebeneinander ge- 
lagerter Umrißlinien, nach denen sich die Aufsicht auf 
das Organ senkrecht zur Schnittebene leicht entsprechend 
schattiert herstellen läßt. 

332. Für plastische Rekonstruktionen wird jetzt all- 
gemein die Plattenmodelliermethode (Born) benutzt: — 
Ihr Prinzip ist folgendes: 

Aus jedem Schnitt einer gleichmäßigen Serie werden 
die Teile, die man plastisch rekonstruieren will, in einer 
bestimmten Vergrößerung auf Platten aufgezeichnet, die 
ebensovielmal dicker als die Schnitte der Serie sind, wie 
die Flächenvergrößerung beträgt. Die interessierenden 
Teile werden dann aus den Platten herausgeschnitten und 
die Ausschnitte der Reihenfolge nach aufeinander geklebt. 
Geschieht dies in der richtigen Weise — ohne seitliche 
Verschiebungen — , so muß, nachdem die Stufen zwischen 
den Rändern der Platten geglättet sind, ein in allen drei 
Dimensionen richtig vergrößertes plastisches 
Abbild des durch die Schnittserie zerlegten Objekts heraus- 
kommen. 



§ 333. Rekonstruktlonsmethoden. 99 

Nehmen wir zur Erläuterung ein ähnliches Beispiel 
wie oben: — Aus der gleichmäßig 20 jn dicken Quer- 
schnittserie durch einen kleinen menschlichen Embryo 
sei der Darmkanal 50 mal vergrößert plastisch zu rekon- 
struieren. — Man hat dazu die Durchschnittsfigur des Darm- 
kanals aus ledern Schnitte in 50facher Vergrößerung auf 
50 X 20 ii«, d. h., 1 mm dicke Platten, aufzuzeichnen. Die 
richtig übereinander geklebten Ausschnitte der Durch- 
schnittszeichnungen des Darmes aus diesen Platten ergeben 
die 50 mal vergrößerte, plastische Rekonstruktion des Organs. 

In betreff der Einzelheiten des Verfahrens sei hier 
noch folgendes bemerkt — für Genaueres muß auf die an- 
geführte Literatur verwiesen werden: 

333. Richtfläche mit Bichtleisten. Wenn man 
nicht nach einer fertigen Serie modeUieren muß, versäume 
man nicht, an dem Paraffinblock dicht neben dem Objekt 
eine zur Schnittebene senkrechte Richtebene mit ebenso 
senkrechten Richtleisten anzubringen ; auf den Schnitten 
resultiert daraus eine neben jedem Schnitte liegende, 
gezackte Richtlinie (über Zweck und Bedeutung der- 
selben siehe unten § 337). Das neue, hier wiedergegebene 
Verfahren von Born und Peter (98, 99), das jetzt schon viel- 
fach erprobt ist, schließt sich direkt an oie gewöhnliche 
Art, nach der man Paraffinblöcke gießt, an. Über andere, 
ältere, in einzelnen Fällen sogar unentbehrliche Verfahren 
zur Herstellung von Richtlinien siehe die angeführte 
Literatur. 

Man stellt sich eine rechteckige Kammer her, indem 
man zwei rechte Winkel (Neapler Rähmchen) auf einer 
plangeschUfEenen , mit drei Füßchen versehenen Grund- 
platte so zusammenfügt, daß ihre imteren Ränder genau 
mit den (2 cm langen) Seiten eines auf der Grundplatte 
eingeritzten Quadrates zusammenfallen. Dieses quadra- 
tische Feld der Grundplatte, das den Boden der Kammer 
bildet, trägt in einem mittleren Streifen ein System von 
untereinander und zu zwei Seiten des Quadrates parallelen, 
dicht nebeneinander liegenden Ritzen. Am vorteühaftesten 
ist es, Grundplatte und Winkel aus Glas herzustellen (in 
vorzügUcher Ausführung faber nicht billig] von Zeiß-Jena 
zu beziehen); aus Metall kann dieselben leicht jeder 
Mechanikus anfertigen (event. Kleinert, Breslau, Breite- 
straße). In diese rechteckige Kammer, deren Grund- 
platte und Seitenwände vorher sehr sorgfältig mit Alkohol 



100 Rekonstruktionsmethoden. § 333, 

und dann mit Chloroform geputzt wurden (ev. zuletzt 
noch mit einem minimalen Tröpfchen eines Gemisches 
von gleichviel konz. Glyz. und Alk. ahs. abgerieben), 
und die im ganzen auf einige 50 ^ C erwärmt war, wird 
auf etwa 70^0 erhitztes Paraffin eingegossen, — das 
imbibierte Objekt eingebracht und (für eine Querschnitt- 
serie) mit seiner Längsachse senkrecht zu der dem Arbeiter 
zugewandten Seitenfläche (der Fußfläche) orientiert. 
Bei gläserner Grundplatte benutzt man dazu bei durch- 
fallendem Lichte sichtbare, sich senkrecht überkreuzende, 
geschwärzte Linien, die auf der Unterseite des quadratischen 
Feldes eingraviert sind. Die Kammer wird außen mit 
Eiswasser umgeben und das Erstarren durch Zutropfen 
heißen Paraffins so geregelt, daß sich keine Seite des 
Blockes einzieht. Nach längerem Liegen in Eiswasser lösen 
sich Winkel und Grundplatte glatt ab; — man erhält 
einen rechteckigen (parallelepipedischen) Paraffinblock. Die 
Fußfläche desselben wird auf die mit definitiv fest- 
gestelltem Quermesser auf dem Paraffintische des 
Mikrotoms angeschnittene Fläche aufgestellt und mit über- 
hitztem Paraffin an dieser festgeschmolzen ; dann stehen die 
Längsachse des Objekts, die von der Grundplatte 
abgelöste, mit parallelen Leisten versehene 
Fläche des Blockes (die Richtfläche) sowie 
diese Leisten selbst (die Bichtl eisten) senkrecht 
zurSchnittebene. Die Leistenfläche erhält einen dünnen 
Anstrich von schwarzem Alkohollack; nur wenn nachge- 
färbt werden soll — was besser zu vermeiden ist — , be- 
nutzt man dazu mit Ruß geschwärztes, dünnes Kollodium. 
Nach vollständiger Trocknung des Lacküberzuges schneidet 
man um das Objekt und von der Leistenfläche alles, was 
nicht notwendig ist, vorsichtig ab; der Best wird auf einen 
AugenbUck in Paraffin von 75 ® C getaucht und nach dem 
Erkalten dieses Eintauchen so oft wiederholt, bis die Leisten- 
fläche (Richtfläche mit Richtleisten) einen etwa einen Milli- 
meter dicken Paraffinüberzug trägt. 

Wenn nun das Quermesser beim Schneiden der Serie 
nicht mehr verrückt wird, wird das Objekt in Schnitte 
zerlegt, die senkrecht zur Längsachse desselben stehen und 
welche gleichzeitig die geschwärzte Riehtfläche mit den 
Richtleisten senkrecht treffen« Dicht neben jedem Schnitte 
liegt dann eine feine, gezackte, schwarze »Richtlinie« 
(mit vom Schnitte abgewendeten Zacken I). — Würde man 
sämtliche Schnitte derReihenfolge nach so auf- 



§ 334 --ad6. Rekonstroktionsmethoden. 101 

einander legen können, daß alle gezackten Richt- 
linien sich wieder zu einer senkrechten Richt- 
fläche mit senkrechten Richtleisten zusammen- 
fügten, so würden auch alle Organ durchschnitte 
richtig, d.h. ohne seitliche Verschiebune, auf- 
einanderfallen. — In der hier angedeuteten Weise — 
nur daß nicht die Schnitte, sondern deren vergrößerte 
Bilder aufeinandergelegt werden — werden die lücntlinien 
bei Flächenrekonstruktionen (§331) sowie bei derPlatten- 
modelliermethode benutzt. 

334. Die Schnittserie« Man lege die mit warmem 
Wasser (bis 40 ^ C) gestreckten Schnitte reihenweise auf den 
Objektträger auf und überstreiche nach dem Lufttrocken- 
werden dünn, aber voUständig mittels eines weichen, gut 
abgestrichenen Pinsels mit Kollodium-Rizinusöl nach Strasser 
(10 Vol. KoUod., 10 Vol. Äther, 15 Vol. Olei Ricini). — 
Nun läßt man die Objektträger kurze Zeit liegen und taucht 
sie dann nur gerade so lange in Toluol (od. dgl.), bis das 
Paraffin gelöst ist, darauf deckt man sogleich mit einem 
an der Unterseite mit einem Tropfen Balsam armierten 
Deckglase ein. Bei längerem Verweilen in Toluol, Xylol 
od. dgl. leidet die feine Lacklinie leicht. Für die seltenen 
Fälle, in denen man nachfärben oder in Zelloidin ein- 
schließen will, muß auf die Literatur verwiesen werden. 

335. Das Zeichnen« Man zeichne . mit Benutzung 
des Oberhäuserschen Prismas, des Abbeschen Spiegels oder 
am besten unter Zuhilfenahme eines Projektionsapparates, 
da dieser selbst bei starken Vergrößerungen (100— 150 mal), 
die immer zu bevorzugen sind, eiR großes und ebenes Ge- 
sichtsfeld gewährt. Walzt man die Platten selbst aus, so 
zeichne man mit Kopierstiften (um Kopien abnehmen zu 
können) auf ein mögUchst ungeleimtes Druckpapier; auf 
fertige Platten wird mit einem weichen Bleistift gezeichnet. 
Man mache es sich zur Regel, eher etwas zu viel als zu 
wenig zu zeichnen. 

336« Die Platten wurden anfängUch aus Wachs ge- 
gossen. Jetzt werden meist gewalzte, planparallele Wachs- 
gapierplatten (nach Strasser - Borns Vorschriften) benutzt. 
ei diesen ist eine Wachsschicht zwischen zwei Papier- 
blättem eingeschlossen ; das eine Blatt dient zur Aufnahme 
der Zeichung (mögUchst ungeleimtes Druckpapier, siehe 
den vorigen Paragraphen), das andere Blatt ist nur eine 
Decklage von Florpapier. Die Papierüberzüge verleihen 



102 Rekonstruktionsmethoden. § 337—338. 

den Platten und damit dem ganzen Modell einen hohen 
Grad von Elastizität. Solche Wachspapierplatten liefert 
Dr. Grübler -Leipzig in den gebräuchlichsten Dicken. Da 
man aber von jeder Platte nur einen kleinen Ausschnitt 
braucht, kommt die Benutzung der käuflichen Platten ziem- 
lich teuer zu stehen; es ist daher dringend anzuraten, die 
Wachspapierplatten nach den bei Born (88) gegebenen 
Vorschriften selbst herzusteUen. Andere, mitunter benutzte 
Materialien, wie Pappen, Bleche u. dgl., sind weniger zu 
empfehlen. 

337« Das Ausschneiden und das Aufeinanderpasseu 
der Ausschnitte. Zum Ausschneiden werden am besten 
ganz kurze, schmale und spitze Messerchen (abgeschliffene 
Skalpelle) benutzt. Man beginne mit den Hohlräumen und 
lasse zwischen allen, gar nicht oder nur schmal zusam- 
menhängenden Teilen provisorische Verbindungsstreifen 
(»Brücken«) stehen, die später — wenn die vorher getrennten 
Teile sich beim Aufeinanderpassen vereinigt haben — ent- 
fernt werden; bleiben Modellstücke dauernd isoliert, so 
werden die »Brücken« zuletzt durch Drahtstifte u. dgl. 
ersetzt. An der »Richtlinie« bleibt ein fingerbreiter 
Wachsstreifen stehen, aus dem die Richtzacken heraus- 
stehen; natürlich wird dieselbe auch mit den Schnitten 
durch »Brücken« verbunden. 

Muß man ohne »Richtlinien« modellieren, so braucht 
man doch keine allzugroßen Fehler zu befürchten: »Die 
Profilkontur, durchgehende gestreckte Gebilde, wie Chorda, 
Blutgefäße usw., schützen meist vor falschen seitlichen 
Verschiebungen bei dem^ufeinanderpassen der Ausschnitte ; 
außerdem besitzen die Schnitte durch ein einigermaßen 
kompliziertes Gebilde so viele Merkmale zweiter und dritter 
Ordnung, die immer nur eine bestimmte Art der Auf- 
einanderpassung möglich oder wahrscheinlich machen, daß 
ein Abirren nicht leicht vorkommen kann.« 

Besser und sicherer aber ist es, eine »Richtlinie« neben 
jedem Schnitte zu haben. Man braucht dann nur die die 
Richtlinien tragenden Wachsstreifen so aufeinander zu 
passen, daß die Richtlinien mit ihren Zacken senkrecht 
übereinander fallen, damit alle Ausschnitte des Objekts 
richtig — ohne seitliche Verschiebungen — aufeinander 
zu liegen kommen (siehe den Schluß von § 333). 

338. Die Vollendung des Modells. Man lege zuerst 
etwa 5 Ausschnitte richtig übereinander und befestige die- 



§ 339. Rekonstruktionsmethoden. 103 

selben provisorisch, indem man ihre breiteren Teile mit 
einem stark erhitzten, schmalen Modellierspatel durchsticht ; 
dann glättet man die Stufen rmd verschmilzt die Ränder 
mit dem heißen, breiten Spatel. Darauf werden wieder 
5 — 6 Ausschnitte aufgelegt usw. Man glaube nicht, wie 
dies manche tun, daß ein Modellstück mit ungeglätteten 
Stufen »naturwahrer« sei als ein ausgeglättetes. 

Im Interesse des Einblicks in Hohlräume usf. wird 
man das Modell häufig nicht in einem zusammenhängen- 
den Stücke fertigstellen, sondern dasselbe lieber nach pro- 
visorischer Vereinigung und oberflächlicher Glättung in 
bestimmten Ebenen wieder in getrennte Stücke zerlegen. In 
anderen Fällen schneidet man »Fenster« ein, setzt »Stütz- 
und Verbindungsdrähte« an und was dgl. mehr ist. Über 
die rechtzeitige Entfernung der Brücken siehe oben. 

Zuletzt glättet man mit dem heißen Spatel, mit einem 
breiten, in Terpentin getauchten Pinsel, mit der Finger- 
beere usf., so weit wie möglich; ein glattes Modell, 
an dem die zufälligen Unebenheiten entfernt 
sind, läßt die charakteristischen Formen viel 
besser erkennen als ein rauhes. 

Ein Anstrich der verschiedenen Teile mit verschiedenen 
Temperafarben erhöht die Deutlichkeit sehr merklich. 

Literatur zu Kapitel 11. 

Born G. 83 und 88, Born G. und Peter K. 98, 
His W. 68 und 87, Kastschenko N. 86, 87 und 88, 
Peter K. 99, Strasser H. 86 und 87; soweit hier nicht 
aufgeführt, zitiert bei Strasser 86 und Born-Peter 98; 
— ein letzter polemischer Aufsatz von G. Alexander 
in Zeitschr. f. wiss. Mikrosk., Bd. XV, Peter 03, 06, 
Röthig 04 

339. Tabelle der Termini technici.^) 

Ein Organ wird fixiert, konserviert, es braucht für die Regel 
nicht gehärtet zu werden; Härtung ist nur ausnahmsweise not- 



*) In den Lehrbüchern etc. werden die technischen Termini 
in verschiedenem Sinne gebraucht, z. B. muß der Ausdruck > ein- 
betten« bei verschiedenen Autoren und oft bei ein und dem- 
selben Autor für alles Mögliche dienen. Da dies nun oft zu 
Mißverständnissen Anlaß gibt, so stellen wir hier einige der 
häufigeren Termini, deren wir uns bedienen und die wir zum 
allgemeinen Gebrauch vorschlagen, zusammen. 



104 Rekonstruktionsmethoden. § 339. 

wendig; z. B. für das Schneiden mit dem Rasiermesser. Nach 
der Fixierung wird das Objekt eventuell ausgewaschen und dann 
mit Alkohol naohbehandelt, um wasserfrei gemacht zu werden 
(nicht um gehärtet zu werden). Dann wird es mit Paraffin etc. 
durohtränki Die Durohtränkung gliedert sich in verschiedene 
Abschnitte; das Objekt muß zuerst mit Xylo! etc., dann mit 
reinem Paraffin durchtränkt werden. Dies geschieht, indem das 
Objekt aus einer dieser Flüssigkeiten in die andere übertragen 
wird. 

Dann wird das Objekt in eine Form eingebettet, dabei muß 
es orientiert werden. Vor dem Schneiden am Mikrotom muß das 
Objekt in den Objekthalter eingespannt werden, nachdem es auf 
einem Zylinder, Holzblock etc. befestigt, aufgeschmolzen ist. Dann 
wird es eventuell mit dem Orientierungsapparat orientiert wer- 
den. Je nachdem das Objekt mit Paraffin oder Zelloidin durch- 
tränkt war, erhält man Parafflnschnitte, Zeiloidinschnitte. Bei der 
Weiterbehandiung des Schnittes kann derselbe zunächst aufgekiebt 
werden, dann folgt die Parafflnbefreiung des Schnittes mit Xylol 
etc., dann die Schnittfärbung, wenn nicht StUckfärbung voraus- 
ging. (Durchgefärbt muß sowohl der Schnitt wie das Stück 
werden.) ^ach der Färbung wird ausgewaschen, eventuell aus- 
gezogen. Die Färbung kann KernfSrbung sein, es kann dann mit 
weiteren Farben nachgefärbt werden (sog. Plasmafärbung). 
Man spricht dann von Mehrfachfärbung. Mehrfachfärbung mit 
nur zwei Farben nennt man Doppeifärbung. Endlich erfolgt der 
Einschiuß in Kanadabalsam; der Einschluß kann auch so ge- 
schehen, daß man erst in Glyzerin einiegt und dann umrandet. 



Spezieller Teil. 



1. Kapitel. Zelle. 

340* Die Zelle im ganzen ist von Gewebe zu Gewebe 
verschieden. Es ist aber möglich, in den verschiedensten 
ZeUen durch die gleichen Methoden ähnUche Dinge zur 
Anschauung zu bringen : z. B. ChromatliL des Kernes, ge- 
wisse Strukturverhältnisse des Protoplasmas usw. 

341. Chromatin (der Hauptsache nach) ist sauer und 
färbt sich mit basischen Farbstoffen; man nennt diesen 
Teil des Chromatins Basichromatin im Gegensatz zu 
basisch reagierenden mit sauren Farbstoffen sich färbenden 
Kernstrukturen, Oxychromatin. 

342* Um das Vorkommen der Mitosen zu studieren, 
fixiere man die Stücke mit Sublimat, § 63, Pikrinsäure, 
§ 77, Salpetersäure, 8 76, und wende entweder Stückfär- 
bung mit Hamatoxylin, § 263, oder Karmm, §§ 237 ff., 
244 oder Schnittfärbung mit Hamatoxylin, 249, 255, Kar- 
min §§ 237, 244, Safranin, § 276, überhaupt basische 
Anilinf arbstoff e , Karmine und Hämatoxylme an. Als 
Untersuchungsobjekte wähle man wegen der bedeutenden 
Größe der Elemente von den Wirbeltieren Anophibien, 
namentlich Quappen von Fröschen, Kröten, Tritonen. 
Noch günstiger, aber nicht so leicht zu bekommen, sind 
Embryonen von Salamandra mac. und atra. Man studiere 
Mitosen auch an Pflanzenzellen, z. B. in den Spitzen junger 
Wurzeln der Zwiebel. (Einsetzen in ein Hyazinthenglas.) 
Behandlung wie tierische Gewebe. 

343. Ob sich die Färbungen mit Karmin und Hama- 
toxylin mit denjenigen mit basischen Anilinfarbstoffen 
vollständig decken, ist eine noch nicht gelöste Frage. 
Kannin leistet wegen seiner relativ wenig intensiven Fär- 
bung bei Untersuchungen allerfeinster basichromatischer 
Bildungen weniger wie intensiv färbende dunkle Farben. 



106 Zelle. § 344—348. 

344. Hammer (91) sagt, daß die Mitosen beim Menschen 
naeh dem Tode nicht ablaufen, sondern durch Chromatolyse 
zugrunde gehen, und daß sich die achromatische Spindel lange 
erhält. 

345. Die Methoden, die für die genauere Untersachung^ 

der Kerne am meisten geleistet haben, sind, auf lebens- 
frische Objekte angewandt: a) Fixierung mit Flemmingscher 
Lösung, § 53 mit nachfolgender Schnittfärbung mit Safranin, 
§ 276 (Flemming); — b) die Rabische Fixierung mit 
Vio — ^/sVoiger Platinchloridlösung, Auswaschen mit Wasser, 
Übertragen in Alkohol von allmählich steigender Konzen- 
tration, Färben mit Delafieldschem Hämatoxylin, § 255, 
Untersuchen in Methylalkohol (auch Wasser); — c) die 
Hermannsche Fixierung mit modif. Flemmingscher 
Lösung (§ 59) einige Tage bis eine Woche lang. Waschen 
mit fließendem Wasser, Übertragen in Alk. abs. auf einen 
Tag; aus dem Alkohol kommen die Stücke in rohen Holz- 
essig auf 12 — 24 Stunden, dann wird wieder 24 Stunden 
gewaschen und in Alkohol übertragen. Färbung der Schnitte 
mit Safranin, §276, resp. mit Safranin-G r a m scher Farbe, 
§ 856, ist zulässig, nicht aber absolut notwendig, da man 
auch ohne Färbung vieles sieht. — Die Methoden b) und c) 
zeigen auch deutlich einige Protoplasmastrukturen und c) 
mitunter besonders deutlich das Centrosoma. — d) Subli- 
mat-Eisessig, siehe § 71, andere Methoden weiter unten. 
Viele von den im Kapitel »Embryologische Technikc 
für Fixierung und Färbung von Eiern gegebene Vor- 
schriften erweisen sich auch für die Zelle im allgemeinen 
als nützlich. 

346. Der Kern ist nicht nur basophil, sondern auch 
cyanophil. Wenn man den Kern in einem Gemisch von 
basischen Farben färbt, so wird von ihm die blaue 
Farbe bevorzugt. Auch aus einem Gemisch verschieden- 
farbiger saurer Farben zieht er die blaue an. Aus einem Ge- 
misch von sauren und basischen Farben wird stets 
die basische bevorzugt. 

347. Besonders wertvoll für das Studium des Chro- 
matins ist die progressive Färbung mit stark verdünntem 
Hämatoxylin, § 228. 

348. Um das Centrosoma, Spindelfäden, Lininfäden 
und Polstrahlen zu färben, empfienlt Flemming folgende 
Methode: Fixierung etc. nach § 53: Schnitte oder dünne 
Lamellen werden in Safranin, § 276, 2 — 3 Tage gefärbt; 



§ 349—350, Zelle. 107 

kurzes Waschen in dest. Wasser, Übertragen in schwach 
mit HCl angesäuerten abs. Alkohol (Viqoo)» Ws sich wenig 
Farbe mehr löst; kurzes Waschen mit dest. Wasser. Es 
werden die Schnitte nun 1—3 Stunden in eine sehr dunkle 
wässerige Gentianaviolettlösung übertragen, kurz mit dest. 
Wasser gewaschen und dann in eine konzentrierte wässerige 
Orangelösung (Orange G) gebracht, bis (wenige Minuten) 
die Schnitte anfangen, violett zu werden. Es wird kurz 
mit abs. Alkohol gewaschen, in Nelken- oder Bergamottöl 
übertragen und in Kanadabalsam eingeschlossen. Auf das 
Abpassen der Zeit, wo Zentralkörper und Spindeln gerade 
noch Farbe enthalten, kommt es an. Resultate : Chromatin 
purpurrot, achromatische Spindelfasern graubraun, grau 
oder auch violettgrau, Zentralkörper ebenso oder rötlich. 

349. Reinke modifizierte diese Methode in ihrem 
zweiten Teil in folgender Weise: Zu einer konzentrierten 
wässerigen Lösung von Gentiana setzt man einige Tropfen 
einer ebensolchen Lösung von Orange G hinzu. Es bildet sich 
ein neutraler Farbstoff (neutrales Gentiana, Reinke),. 
der die Lösung trübt. Man verdünnt mit Wasser, wodurch 
die Lösung wieder so gut wie klar wird. 

In die verdünnte, unfiltrierte Lösung bringt man die 
Objekte auf 24 Stunden hinein, spült sie dann mit Wasser 
ab, taucht sie kurz in absoluten Alkohol ein und überträgt 
für kurze Zeit in Nelkenöl. Das Resultat ist dasselbe wie 
bei der Fl emming sehen Dreifachbehandlung. 

350. B o n n e y modifiziert ebenfalls die Flemming> 
sehe Dreifachfärbung. Kleine Stücke müssen in Flem- 
mingscher, Hermann scher Flüssigkeit oder auch in 
einem Gemisch von 1 Teil Eisessig und 2 Teilen abs. 
Alkohol fixiert werden; in letzterem Gemisch fixiert 
naan 5 — 15 Minuten und überträgt die Stücke in abs. 
Alkohol. Es wird in Paraffin geschnitten; die entparaffi* 
nierten Schnitte kommen auf eine Stunde in eine ge- 
sättigte wässerige Safraninlösung, dann, nachdem sie mit 
Wasser abgespült wurden, auf 1/4 Stunde in eine gesättigte 
wässerige Methylviolettlösmig. Nachdem man den Objekt- 
träger um die Schnitte herum geputzt hat, tropft man auf 
die Schnitte eine Orange G.-Lösung in Azeton. (Zu 20 ccm 
Azeton wird tropfenweise eine gesättigte Lösung von 
Orange G. in Wasser hinzugesetzt, bis der flockige Nieder- 
schlag, der zuerst auftritt, sich wieder auflöst. Die Lö- 
sung wird filtriert). Man tropft diese Lösung auf die 



108 Zelle. § 351—354. 

Schnitte; sofort kommt eine Färb wölke heraus und macht 
sie unsichtbar; man saugt die Farbe mit Fließpapier weg 
imd wiederholt diese Prozedur, bis die Farbwolken sehr 
dünn werden. Haben die Schnitte eine blaßrosa Farbe 
angenommen, so wird mit reinem Azeton gespült, mit 
Xylol flüchtig (ein paarmal wechseln) gewaschen und in 
Kanadabalsam eingeschlossen. Resultate: Alles Basichro- 
matische ist tief violett, achromatische Spindeln blaßrosa, 
Protoplasma rosarot, interstitielle Granula blaßgelb. Läßt 
man Orange G. zu lange einwirken, so wird alles gelb, und 
zu kurz, dann wird das Präparat fleckig. Wirkt Safranin 
zu lange, so wird Chromatin rot; lange Einwirkung des 
Methylenblaus macht die Schnitte fleckig. Ist die Fär- 
bung mißraten, so bringe man die Schnitte sukzessive in 
Xylol, Azeton, Wasser und beginne von vorne. 

351. An Eiern von Ascaris megalocephala, die nur 
2 oder 4 Chromosomen besitzen, treten chromatische und 
achromatische Bestandteile der Zelle viel elementarer hervor. 
Schneidet man die Uterusschläuche heraus und bringt sie 
auf einer flachen Schale in eine feuchte Kammer bei 25 ^ C, 
so entwickeln sich die Eier weiter, und man kann sich bald 
Furchungsstadien verschafEen. Die Schläuche dürfen dabei 
in keiner Weise mit Wasser direkt in Berührung kommen. 
(Van Beneden und Neyt). 

352. Für die Darstellung der Centrosomen und an- 
derer Zellstrukturen eignet sich besonders gut die 
Hämatoxylin • Eisenalaun - Methode M. Heidenhains, 
siehe § 266. Die Handhabung dieser Färbemethode ist, 
im Vergleich zu den vorigen und der nachfolgenden, 
einfach. 

353. Als günstigstes Objekt, um die Centrosomen 
ungefärbt zu sehen, nennt Solger (89b) die Pigment- 
zellen (in der Kopfhaut der Frontal- und EthmoidaSregion 
des Hechtes). Fixierung: Flemmingsche Lösung oder Su- 
blimat. Der Hecht wird vor der Tötung ^/2 Stunde im 
Dunkel gehalten, damit die Pigmentkörnchen sich gleich- 
mäßig in der Pigmentzelle verteilen. 

354. Zur Darstellung der Mitochondria wendet ihr 
Entdecker C. Benda (Ol) folgendes Verfahren an: 

A. Härtung. 

1. Die lebensfrischen kleinsten Gewebstücke kommen 
für 8 Tage in ziemlich reichUche Flemmingsche Lösung. 



§ 354. Zelle. 10» 

2. Nach flüchtiger Wässerung in dest. Wasser (ca. 
1 Stunde) auf 24 Stunden in Acetum pyrolignosum recti- 
ficat. -}- Sol. acid. chromic. (1 : 100) ää. 

3. Auf 24 Stunden in Sol. kalii bichromic. 2 : 100,0. 

4. Ca. 24 Stunden in mehrfach erneutes Wasser, dann 
Alkohol in steigender Konzentration, Paraffindurchtränkung. 

NB. Die Stücke sind nach dieser Behandlung makro- 
skopisch goldbraun, ohne intensivere Osmiumschwärzung. 
'Eja empfiehlt sich, die Durchtränkung mit Paraffin gleich 
der Härtung anzuschließen, da sich bei längerem Verweilen 
in Alkohol das Material wieder etwas ändert. 

B. Färbung. 

1. Die (von mir stets auf dem Deckgläschen) auf- 
geklebten, etwa 5 fi dicken Schnitte werden vom Paraffin 
befreit, mit Alkohol, Wasser behandelt und kommen auf 
24 Stunden in ca. 4%ige Lösung von Eisenalaun. 

2. Nach Abspülen in dest. Wasser kommen die Deck- 
gläschen in eine bernsteingelbe wässerige Lösung von sulf - 
alizarinsaurem Natron (Kahlbaum), welche durch 
Verdünnung von 1 ccm einer gesättigten wässerigen Lö- 
sung mit 80 — 100 ccm dest. Wassers hergestellt wird. Sie 
verbleiben hierin 24 Stunden. 

NB. Die Schnitte müssen frei von der Farbe bespült 
sein; ich lege deshalb die Deckgläschen in eine flache 
Schale nebeneinander, mit der beklebten Seite nach oben. 

3. Nach Abspülen in dest. Wasser kommt jedes Deck- 
gläschen in ein Uhrschälchen mit meiner haltbaren Kristall- 
violettlösung (käuflich bei Grübler) und Wasser zu glei- 
chen Teilen. 

NB. Die Kristallviolettlösung ist eine 3 o/o ige Lösmig 
in TOO/ßigem Alkohol, welche mit gleichem Volumen 
Anilinwasser verdünnt worden ist. 

4. Die Lösung wird erwärmt, bis Dämpfe aufsteigen,, 
und noch 3 — 5 Minuten darin belassen, dann 3 — 5 Min. 
abkühlen. 

5. Abtrocknen auf Fließpapier oder kurze Abspülung 
mit dest. W^asser, dann 1 — 2 Min. in 300/oiger Essig- 
säure. 

6. Dann wird längere Zeit, 5—10 Min., in fließendem 
Leitungswasser ausgewaschen, um jede Spur der Säure zu 
entfernen. Dabei wird der durch die Alizarinfärbung be- 
wirkte Tarbenton wieder rötlich. 



110 Zelle. § 355-^57. 

7. Abtrocknen mit Fließpapier, Eintauchen in Alkohol 
absol., dann in Bergamottöl, Xylol, Balsam. 

NB. Wenn man guten absoluten Alkohol verwendet, 
kann man die Deckgläschen (nach G. Fritsch) auch 
direkt auf Balsam auflegen. 

Der schwierigste Moment ist die Abspülung in Alkohol. 
Wenn man zu lange hierin verweilt, werden die Faden- 
kömer ausgewaschen und man muß alsdann die Färbung 
von 3. an wiederholen. Ist man zu hastig gewesen, so 
daß anderes mitgefärbt blieb, so kann man nach Entfer- 
nung des Balsams durch Xylol noch ganz vorsichtig mit 
Kreosot nachdifferenzieren, wobei man am besten das 
Kreosot mit Xylol versetzt, um den Waschungsprozeß zu 
verlangsamen. 

In den so gefärbten Präparaten sind die Kerne und 
das färbige Cjrtoplasma braunrot, ebenso das Archiplasma 
(Idiozoma) ; die Zentralkörperchen haben eine rötlich- violette 
Farbe. Einige Sekretgranula, z. B. die eosinophilen Leuko- 
zytengranula, sind blaß violett. Die Fadenkömer und ihre 
Derivate sind von intensiv violetter Farbe und so scharf 
abgegrenzt, daß sie oft wie Bakterien erscheinen. Ben da, 
Ol. Änderungen, welche von Benda selbst herrühren, 
habe ich der Abhandlung von Meves und Duesberg (08) 
-entnommen. 

355. Mit der Osmiumsäuremethode von Kopsch, § 643, 
und der Formaldehyd -Wasser -Osmiumsäuremethode von 
Sjövall, § 644, schwärzen sich die Chromidien der 
Oeschlechtsorgane , wie die »Netzet der Ganglienzellen 
<M. Popoff). 

356. Besonders deutlich färben sich die Chromidien 
mit R. Heidenhains Hämatoxylin-chromsaurem Kali; 
man nehme aber frisch bereitetes Hämatoxylin. Mit 
^tem, gereiftem färben sich Protoplasmastrukturen und 
Fibrillen. Delafieldsches Hämatoxylin, kombiniert mit 
Eosin, V. Apdthys Hämatein la führen ebenfalls zum 
Ziele. Es muß sehr dünn (2 — 6 /.i) geschnitten werden. 
Ooldschmidt. Nach Fixierung mit Flemmingscher Lö- 
sung färben sich Mitochondrien mit Eisenhämatoxylin 
vorzüglich. Fr. Meves. 

857. Für Darstellung sonstiger Protoplasmastruktoren heben 
wir technisch hervor: 

Die Stücke werden mit Pikrinsäarelösungen oder schwach 
jodiertem Alkohol fixiert, mit Eisenhämatoxylin gefärbt (Vor- 



§ 358. Zelle. 111 

behandlung mit essigsaurem F^isenoxyd, kurzes Auswaschen, 
Vs^/o wässerige Hämatoxylinlösung, siehe auch § 263) und 
sehr dünn Vj — 1 f^ geschnitten. Bei günstiger Beleuchtung, 
starken Vergrößerungen und in schwach lichtbrechenden 
Medien untersucht, zeigen sich gefärbte, wabige (alveoläre, 
schaumige) Strukturen des Protoplasmas : an tierischen Zellen, 
z. B. an Ovarialeiern der Knochenfische, Blntzellen des Fro- 
sches, Dünndarmepithel (Bütschli, 92). 

Belgische Forscher (Van Beneden und Xeyt) gebrau- 
chen mit Vorliebe und JCrfolg entweder als Färbemittel allein 
oder als Fixations- und Färbemittel Hethylgrttn — P^isessig- 
U')sung. Methylgrün wird in 2— 3<^/oiger EssiirsSiii'e gelöst 
(Carnoy), nach der Färbung (Vj Stunde) wird mit 2 bis 
3Voigör Essigsäure ausgewaschen und diese durch Glyzerin 
substituiert. 

358« Für Darstellungr der Zellengrraniüa bedient sich Alt- 
in an n (94) folgender Methode: Fixierung in einer Mischung, 
welche durch Zusammengießen gleicher Volumina einer 5°/o^gen 
Lösung von Kaliumbichromat und einer 2 ^/o igen Lösung der 
tTberosmiumsäure erhalten wird. Die dem eben getöteten 
Tiere entnommenen Organstückchen kommen in diese Lösung, 
werden 24 Stunden darin belassen, dann in fließendem Wasser 
mehrere Stunden gewaschen und, nachdem sie einige Zeit 
nacheinander in Alkohol von 75°/o, 90 Vo» 100 Vo gelegen haben, 
mit Hilfe des Xylols (zwischen absolutem Alkohol und Xylol 
wird Xylol 3 und abs. Alk. 1 Teil eingeschaltet) mit Paraffin 
durchtränkt und 1—2 n dick geschnitten. 

A 1 1 m a n n klebt nach folgender Methode auf : P]ine Lösung 
von 1 Guttapercha in 6 Chloroform (als Traumatizin in den 
Apotheken käuflich) wird für den Gebrauch mit dem 25 fachen 
Volmnen Chloroform verdfinnt, die verdünnte Lösung Über 
den Objektträger gegossen, abgetropft und der Objektträger 
nach dem Verdunsten des Chloroforms über der Gasflamme 
stark erhitzt. Auf solche vorrätig gehaltene Objektträger 
kommen die Paraffinschnitte und w^erden hier mit einer Lö- 
sung von Schießbaumwolle in Azeton und Alkohol angepinselt. 
(2 g Schießbaumwolle in 50 ccm Azeton gelöst und hiervon 
5 ccm mit 20 ccm Alkohol verdünnt.) Nach dem Anpinseln 
werden die Schnitte mit Fließpapier stark an den Objekt- 
träger angedrückt und nach dem Trocknen angeschmolzen. 
Solche Schnitte können dann ohne Gefahr mit verschiedenen 
Lösungs- und Färbungsmitteln behandelt werden. 

So aufgeklebte Schnitte werden mit Xylol von Paraffin 
befreit und in Alkohol übertragen. Dann wird eine kalt ge- 
sättigte und filtrierte Lösung von Anilin und Wasser her- 
gestellt und in 100 ccm derselben 20 g Säurefuchsin gelöst. 
Von dieser Lösung bringt man eine Quantität auf den Ob- 
jektträger und erwärmt denselben über freier Flamme, bis 
sich seine ünterfläche empfindlich heiß anfühlt und die Färb- 



112 Zelle. § 359. 

stofflöBung dampft. Dann läßt man abkühlen und spült den 
Farbstoff mit einer Pikrinsäurelösung ab, welche durch Ver- 
mischen eines Volumens konzentrierter Pikrinsäurelösung in 
absolutem Alkohol mit 2 Volumina Wasser hergestellt ist. Dann 
gießt man eine neue Portion der Pikrinsäurelösung auf den 
Objektträger und erwärmt denselben. Dauer etwa 30 — 60 Se- 
kunden (event. das Verfahren wiederholen). Da Xylol die 
Osmiumschwärzung extrahiert, so empfiehlt es sich, statt 
Xylol-Kanadabalsam entweder Panaffin um liquidum nach Alt- 
mann, oder abgedampften Kanadabalsam zu gebrauchen 
(siehe § 205). Die Granula sollen scharf gefärbt hervortreten» 
das übrige dagegen keinen oder nur einen graugelblichen 
Farbenton zeigen. 

359. Schridde (05) hat die Altmannsche Methode 
wesentlich modifiziert und vereinfacht. Fixiert wird zu- 
nächst in Orth scher Flüssigkeit bei 35 o 24 Stunden^ 
darauf werden die Stücke (nicht über 1 cm) auf 1 bis 
2 Tage in reine Müll ersehe Flüssigkeit gebracht (bei ge- 
wöhnlicher Temperatur), dann 12 — 24 Stunden in fließen* 
dem Wasser gewaschen. Man zerschneide nun das Objekt 
in 2 mm dicke Stückchen und lasse sie 6 Stunden in aest. 
Wasser liegen. Die kleinen Stückchen legt man auf 
24 Stimden in eine l%ige Osmiumsäure unter Lichtab- 
schluß, wäscht sie sorgfältig 12 Stunden lang in fließendem 
Wasser, entwässert sie allmähHch in öO^/oigem bis absolutem 
Alkohol und bettet durch Chloroform in Paraffin ein. 
Schnitte von 1 — 2 fi Dicke werden mit Eiweißglyzerin 
aufgeklebt und entweder nach Altmann, wie oben, ge- 
färbt oder in folgender Weise auf kaltem Wege. Aus 
Söo/ßigem Alkohol kommen die Präparate auf 2 — 24 Stunden 
in Anilinwasser-Säurefuchsinlösung (zu 1(X) ccm einer kalt- 
gesättigten und filtrierten Lösung von Anilin in dest. Wasser 
trägt man 20 g Säurefuchsin und filtriert) imd werden darauf 
mit alkohohscher Lösung von Pikrinsäure differenziert 
(1 Teil gesättigter Lösung Pikrinsäure in abs. Alkohol und 
7 Teile 20 7o igen Alkohols, Metzner), indem man etwas 
von dieser Lösung auf den Objektträger gießt, imd wiegt 
den Objektträger mit dem Präparat auf und ab. Diese Pro- 
zedur wiederholt man, bis die Schnitte einen hellgelbUch- 
roten Ton bekommen. Mit dieser Färbung erzielt man fol- 
gendes: die Körnelung der Belegzellen erscheint violett, 
die eosinophile Granula schwarzrot, die neutrophile bräun- 
lichrot; Mastzellengranula färben sich grauschwarz usw. Man 
kann auch mit anderen Flüssigkeiten fixierte Präparate, 
z. B. mit Formol, mit Orthscher Flüssigkeit oder Kalium- 



§ 360—363. Zelle. 113 

bichromat und dann mit Osmiumsäure beizen, und bei der 
Weiterbehandlung, wie oben, die gleichen Resultate er- 
zielen. 

360. Eine Methode (Alt mann, 94), welche die » Reaktions- 
fähigkeit der Gewebe« in ihrem natürlichen Zustande konser- 
viert und daher einen durchaus »universellen Charakter« hat, 
und vermittelst der selbst die subtilsten Formen so vollkom- 
men erhalten werden, wie auf keine andere Weise, sieht AI t- 
mann in folgendem Vorgehen : Man läßt frische Organstück- 
chen gefrieren und trocknet dieselben in gefrorenem Zu- 
stande bei einer Temperatur von unter — 20^ C über Schwefel- 
säure im Vakuum vollkommen aus. Das Austrocknen dauert 
ein paar Tage, man erhält der Sicherheit wegen die Tempe- 
ratur während dieser Zeit am besten nahe an — 30 ° C, da bei 
— 10® bis — 15° die Objekte schrumpfen. >Austrocknen unter- 
halb der kritischen Temperatur.« Maschinelle Einrichtungen 
verdienen für dieses Verfahren den Vorzug. Die im Volumen 
unveränderten Präparate werden mit geschmolzenem Paraffin 
im Vakuum direkt durchtränkt. Mit dieser Methode ist unseres 
Wissens nicht weiter gearbeitet worden. 

861. Altmanns (92) Methode der Darstellung des inter- 
granulären Netzwerkes in der Zelle; Mischung A : 
Molybdänsaures Ammoniak 2,5, Chromsäure 0,25, Wasser 100 
(je nach den Objekten wird die Chromsäuremenge zwischen 
V* — IVo variiert). Mit molybdänsaurem Ammoniak allein er- 
scheinen die Zellen homogen, mit Zusatz von 0,5— l*/o Ohrom- 
säure grobnetzig. — In der Mischung A läßt man die frisch 
eingelegten Stücke etwa 24 Stunden, dann übertrage man sie 
direkt in Alkohol und nach einigen Tagen in Paraffin. Fär- 
bung wie gewöhnlich, HämatoxyÖn, Gentiana etc. 

862. Nach Fischer (99, vgl. auch 93) liefern Niederschläge, 
welche sich aus sauren Eiweißlösungen durch das A 1 1 m a n n - 
sehe Gemisch (s. § 358) erhalten lassen, dieselben Färbungen 
wie die Altmann sehen Granula. Wenn man, statt nach 
der Altmann sehen Vorschrift zu verfahren, zur simultanen 
Doppelfärbung greift (Gemisch aus Pikrinsäure und Säure- 
fuchsin), 80 erhält man eine Inversion der Granulafärbung, 
indem sich die großen und mittleren Granula rein pikringelb, 
alle kleineren und kleinsten intensiv rot färben. Hieraus 
folgert Fischer, daß die A 1 1 m a n n sehe Färbung kein spe- 
zifisches Reagens auf Zellgranula ist. 

S63. An fixierten pigmentierten Zellen kann man auf 
Kosten der guten Konservierung das Pigment mit Wasser- 
stoffhyperoxyd entfernen. 

Mit diesem Mittel kann man nach Unna vielfaches 
erzielen. Es bleicht alle Pigmente, entfärbt Ghromsäure 
und Osmiamsäurepräparate, sowie auch mit Hämatoxylin 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 8 



114 Epithelien und Endothelien. § 364—367. 

tiberfärbte; gegen Gold- und Silberniederschläge ist es un- 
wirksam, reduziert aber frische Goldchloridpräparate augen- 
blicklich und vollständig; schwache und starke Lösungen 
•wirken, abgesehen vom Zeitunterschied, gleich. 

Zu ähnUchen Resultaten ist Solger (83) gekommen. 
(Duval [78] hat im Jahre 1878 eine ähnliche Bleich- 
methode als eine alte, von Pouch et angegebene, erwähnt.) 

864. WasserstofEhyperoxyd bleicht sehr wenig energisch. 
P. Mayer macht in der letzten Zeit auf Ghlorwasser und 
Kaliumhypermanganat 1 : 2000 als recht gute Bleichmittel 
aufmerksam; beim Bleichen mit letztgenannter Substanz 
bildet sich Manganoxyd im Gewebe, welches mit 
VsVoiger Oxalsäure zu entfernen ist. 

S65. Man kann das Bleichen sehr resistenter Pigmente 
(und zu dimkel gewordener Osmiumsäurepräparate) mit 
naszierendem Chlor (P. Mayer, 81) bewerkstelligen. Die 
zu bleichenden Objekte kommen in ein mit Alkohol ge- 
fülltes Gefäß, auf dessen Boden Kristalle von KaUum chlori- 
cum deponiert werden. Es wird nun Salzsäure (bis 1^/^) 
hinzugefügt und das Gefäß verschlosssen. 

866. Man unterlasse nicht, Zellen ohne Zusatz oder 
mit Zusatz von isotonischen, indifferenten Lösungen zu 
beobachten; amöboide Bewegungen, Kriechen der Zellen, 
Flimmerbewegungen usw. Sog. Bro wüsche Molekular- 
bewegungen, z. B. in Leukozyten und in Speichelkörperchen, 
werden gegenwärtig nicht als vitale, sondern als ein Teil 
der Absterbungserscheinungen aufgefaßt. Vgl. § 408. 

Wertvolle technische Untersuchungen findet man in 
Heidenhain 07. 

2. Kapitel. Epithelien und Endothelien. 

867. Frisch werden die Epithelien durch leichtes Ab- 
schaben von der Oberfläche mit einem scharfen Messer 
gewonnen. Für die Entnahme der PflasterepitheUen ist 
die Mundhöhle zu empfehlen. Für die Beobachtung der 
Flimmerepithelien dienen als klassische Objekte die Gaumen- 
schleimhaut der Frösche oder die Kiemenplättchen der 
Muscheln. Viele in der Harnblase und Kloake des Frosches 
stets anzutreffende Parasiten haben eine flimmernde Ober- 
fläche. 

Die Untersuchung geschieht zunächst in der physio- 
logischen Kochsalzlösung, und man würde gut daran tun, 



§368—374. Epithelien und Endothelien. 115 

sich über die Einwirkung der schwachen Säuren und Al- 
kalien auf die Flimmerung zu orientieren (1 Kalilauge auf 
1000 Wasser, Alkalien wirken erregend). In den Präparaten 
des Mundspeichels trifft man neben den Epithelien Speichel- 
körperchen an ; bei Untersuchung derselben achte man auf 
molekulare Bewegung. 

368. Dann werden Epithelien untersucht, indem man 
dieselben isoliert. Dies geschieht durch Einlegen von 
Epithelfetzen, eventuell von Stücken mit Epithelien aus- 
gekleideter Organe (z. B. Darm, Trachea) in Isolierungs- 
flüssigkeiten. Nach verschiedener Zeit können die Zellen 
durch Schütteln oder Zupfen mit Nadeln isoliert werden. 
Untersucht kann in der Isolierungsflüssigkeit werden oder 
aber, indem man Glvzerin zusetzt, färbt (einen Tropfen 
Pikrokarmin am Rande des Deckgläschens zufließen lassen) 
und umrandet. Zu den besten Isolationsmitteln für Epi- 
thelien gehört: 

869. Der sog. Vs^ll^ohol von Ran vi er (28 Alk. absol. 
und 72 Wasser). Nicht allzu große Fetzen eines frischen 
Epithels werden in wenig Flüssigkeit 12 — 24 Stunden 
belassen, und es erfolgt die Isolation in der Regel schon 
durch bloßes Schütteln oder aber durch Zupfen mit Nadeln 
auf einem Objektträger. Die Zilien der Flimmerepithelien 
werden erhalten, und die nachträgliche Färbung auf dem 
Objektträger ist zulässig. 

Alß weitere Isolationsmittel für EpitheHen werden an- 
gewendet : 

370. Jodserum von M. Schnitze (siehe § 15). 

371. Osmiumsänre 1 auf 1000. Kleine Stücke werden 
in dieser Flüssigkeit 24 Stunden und mehr belassen, mit 
Wasser gewaschen und im Wasser selbst oder in Glyzerin 
zerzupft. 

S72. Sehr sehwache GhromsäurelSsung Vio % ^^• 
Einwirkung 24 Stunden bis Wochen; im letzteren Falle 
mit Zusatz eines Stückchens Kampfer. 

S7S. Sehr sehwache V2 ^^ I^oo^S^ Kiilium- imd 
Ammon . • bichrom. • Lösung oder verdünnte Mttllersohe 
Fittssigkeit. Einwirkung mindestens 24 Stunden bis 
Wochen; im letzteren Falle mit Zusatz eines Stückchens 
Kampfer. 

874. 1 bis 2 0/0 Natron-Fluoridlösung, wenige Stunden. 
Für Epidermis, Linsenfaaern, glatte Muskelzellen (L e vi , 04). 

8* 



116 Epithelien und Endothelien. § 375—378. 

875. Ewald (97) isoliert Schleimhautepithelien mit 
Ranviers Drittelalkohol 24 Stunden, fixiert mit ^/z^/oiger 
Osmiimisäure mid wäscht miter Abhebern (s. § 376) einige- 
mal aus. Für Flimmerzellen ist die Mazeration in Müller- 
scher Flüssigkeit besser als in Drittelalkohol. Man kann die 
durch Zupfen oder Schütteln isolierten Zellen färben, z. B. 
mit verdünnter Hämatoxylinlösung oder Pikrokarmin, unter 
Benutzung des May sehen Hebers oder der Zentrifuge. 

876. Bei Dr. Mays' Ueber, welchen Ewald (97) 
empfiehlt, ist der in Flüssigkeit versenkte kürzere Heber- 
schenkel am unteren Ende nochmals nach oben um- 
gebogen und dann kurz über der Biegung abgeschnitten, 
so daß die freie Öffnung des Hebers nach oben gerichtet 
ist. Mit einem derartigen Heber kann die Flüssigkeit fast 
bis zum letzten Tropfen, ohne irgend etwas vom Boden- 
satz mitzunehmen, aogehebert werden. 

877. Noch besser behandelt man vorher isolierte Zellen 
und Fasern mit einer Zentrifuge. 

»Hat man das Gewebe in geeigneter Weise mazeriert, 
so wird es im Reagenzglas geschüttelt, bis die Elementar- 
teile sich in gewünschter Weise isolieren. Bleiben dabei 
noch grobe Gewebeteile übrig, welche von vornherein be- 
seitigt werden sollen, so läßt man kurz absetzen und de- 
kantiert dann die überstehende zellenreiche Flüssigkeit. 
Nunmehr schleudert man letztere auf die Zentrifuge aus 
und erhält die Masse der Zellen als dicken Bodensatz; 
man gießt jetzt die Mazerationsflüssigkeit ab und schwemmt 
die Zöllen in destilliertem Wasser auf, um sie zu waschen, 
schleudert abermals aus, dekantiert das W^aschwasser und 
gibt über den Bodensatz die Farbflüssigkeit, schwemmt die 
Zellen in der Farbe auf, läßt färben, schleudert wiederum 
aus, gießt die Farbe ab, mischt zum zweitenmal mit Wasser, 
schleudert aus, härtet auf der Zentrifuge in steigendem 
Alkohol nach, indem man die Zellen immer wieder als 
Bodensatz auf dem Grund des Gefäßes sammelt, bringt 
sie auf diese Weise schließlich in absoluten Alkohol, 
schleudert aus und gießt Xylol auf, mischt die Masse sorg- 
fältig mit dem Xylol, schleudert zum letztenmal aus und 
gießt reines Xylol über.« Heidenhain, 03 a. 

878. Bei der Beobachtung der Epithelien oder Endo- 
thelien, frisch von der Fläche, sieht man die Zellgrenzen 
entweder gar nicht, oder sehr undeutlich. Um diese her- 
vortreten zu lassen, bedient man sich der sogenannten 
Tersilberangsmethode (Ran vi er [68 und 89]). 



§ 379—382. Epithelien und Endothelien. 117 

Dünne frische Membranen, Mesenterien, Perikardium- 
stücke, aufgeschnittene dünne Gefäße, aufgeblasene Lungen- 
alveolen usw. werden mit destilliertem Wasser kurze Zeit 
abgespült, um die anhaftenden Blutkörperchen etc. fortzu- 
schwemmen. Sie werden alsdann in eine ca. V2%ig® 
wässerige Höllensteinlösung übertragen und solange darin 
belassen, bis die Stücke anfangen, undurchsichtig zu werden. 
Ist das der Fall, so werden die Stücke aus der Höllen- 
steinlösimg in viel destilliertes Wasser übertragen und an 
einem von der Sonne beschienenen Orte solange stehen 
gelassen, bis die Stücke anfangen, sich zu bräunen. Darauf- 
hin werden sie noch einige Male mit destilliertem Wasser 
tüchtig abgespült und entweder in Glyzerin und ähnlichem 
untersucht, oder aber allmählich in absoluten Alkohol 
übertragen, wobei für eine geeignete Spannung der Mem- 
branen (z. B. Aufspannen mit Nadeln auf einem Kork) 
Sorge zu tragen ist. Xylol, Kanadabalsam. An solchen 
Stücken erscheinen, wenn die Versilberung gelungen ist, 
die Zellgrenzen, resp. die Kontaktflächen der Zellen schwarz, 
der Zelleib und die Kerne derselben gar nicht oder wenig 
tingiert. 

Eine nachträgliche Färbung der Kerne, etwa mit Borax- 
fcarmin Hämalaun, ist zulässig. Sie wird am besten nach 
dem Behandeln mit Alkohol eingeschoben. 

379. Achard und Aynaud führen die Schwärzung 
der Kittlinien auf das Vorhandensein von Kochsalz in den 
Kittsubstanzen zurück. 

880. 1844 hat C. Krause (44) an der Epidermis mit Silber- 
nitrat Zellgrenzen dargestellt und in einer Dissertation, die 
unter Coccius 1854 erschienen ist, hatFlinser darauf auf- 
merksam gemacht, daß nach der Ätzung des Hornhautepithels 
mit einem Höllensteinstift Niederschläge zwischen den Zellen 
entstehen. 

381. Als Lösungsmittel fär Silbernitrat kann statt 
des Wassers eine V2Voige Osmiumsäure (0. und R. Hert- 
wig) oder eine 2 bis B^/oige Salpetersäure genommen 
werden. Man lasse die Flüssigkeit etwa V4 Stunde ein- 
wirken, wasche mit destilliertem Wasser längere Zeit, etwa 
V2 Stunde, ab, übertrage in Spiritus von 70%, färbe event. 
nach (Hämatoxylin oder Karmin) und überführe in Kanada- 
balsam nach bekannten Regeln. 

382, 0. Schnitze 07 setzt zu einer 2 0/0 igen Silber- 
lösung iVoo Osmiumsäure zu und läßt das Gemisch 30 Mi- 
nuten einwirken, dann exponiert er in vollem SonnenUcht 



118 Epithelien und Endothelien. § 383—387. 

30 ' ; nachdem mit dest. Wasser gewaschen wurde, reduziert 
man mit 1 obiger Hydrochinonlösung oder l%iger Pyro- 
galluslösung. Man kann auch erst eine 2% ige Osmium- 
säure 24 Stunden und darnach Silbernitratlösung von 2% 
einwirken lassen. 

S88. Der Kontakt von gewöhnlichen Biechspateln, 
eisernen Nadeln, Pinzetten etc. mit Silberlösungen ist auf 
das sorgfältigste zu vermeiden, und man kann sich leicht 
mit improvisierten Instrumenten helfen, die man aus Holz, 
Hörn, Borsten, Stacheln etc. zusammenbaut. Zwei Igel- 
stacheln würden ohne weiteres Nadeln ersetzen, zwei ge- 
eignet zugeschnittene Stückchen Holz oder Hörn, in der 
Verlängerung einer gewöhnlichen Pinzette festgebunden, 
eine breitere dünne Lamelle aus hartem Holz werden in 
diesem Falle im allgemeinen zum Ziele führen. 

884. Behandelt man die überlebenden Gewebe: Mesenterien, 

Sehnen, kleinere Nerven usw. mit Methylenblau-Kochsalzlösung 

(s. § 622), so kann man Zellgrenzen von Endothelien (resp. 

Sehnenzellen, Ranviersche Kreuze) nebenbei zur Darstellung 

bringen. 

385. Das Schlußleistennetz stelle man nach § 266 dar. 

386« Um Interzelliüarbrtteken darzustellen, empfahl Ko* 
lossow (92): Feine Membranen, kleinste Gewebsstücke (auch 
vorher fixierte Stücke), kommen auf kurze Zeit (etwa V* Stunde) 
in eine Vj— l^/oige Osmiumsäure oder in Alkohol 50 ccm, 
Wasser 50 ccm, Acid. nitr. conc. 2 ccm, Osmiumsäure 1 — 2 g 
und dann in eine 10®/oige wässerige Tanninlösung oder den 
sog. Entwickler: Wasser 450, 85 ®/o iger Alkohol 100, Glyzerin 50, 
Tannin puriss. 30, Pyrogallußsäure 30. (Zur Darstellung des 
Entwicklers werden 30 g Tannin in 100 Wasser gelöst, nach 
1 oder 2 Tagen wird filtriert, zum Filtrat gibt man 30 g Pyro- 
gallussäure, die in 100 ccm Wasser gelöst sind, und darauf 
die übrige Quantität Wasser, den Alkohol und das Glyzerin). 
Im Entwickler verbleiben die Stücke einige Minuten, werden 
dann 5 Minuten in einer schwachen Osmiumsäure abgespült. 
Waschen mit destilliertem Wasser, Alkohol etc. Vgl. auch § 930. 

387. Nmimehr empfiehlt Ko lossow (98) folgende 
Methode: Nachdem die Blutgefäße der zu untersuchenden 
Organe mit 0,6^0 Kochsalzlösung ausgespült worden sind, 
injiziert man in die Blutgefäße die Mischung: ^k^lo Os- 
mmmsäurelösung (in Wasser) 100 ccm, 1/2 — 1 ccm einer 
30^/0 igen Salpetersäure, 1 ccm Eisessig, Kalium nitricum 
10—12 g. 

Die in kleine Stücke zerschnittenen Organe kommen 
alsdann auf 16 — 24 Stunden in V2Voig® ösi^t^i^n^^re und 



§388—390. Epithelien und Endothelien. 119 

auf ebensolange in eine 10 o/p ige zu wechselnde (bis die^ 
Schwäxzung schwindet) Tanninlösung. Wasser, Alkohol 
von 700/o> 85%, 96 o/o, abs. ; Schneiden in Paraffin. Färbung 
nicht nötig. 

888» Eine analoge Methode hat Woronin (98) für 
Schnittfärbung vorgeschlagen. Er färbt Schnitte in l^/o 
Osmiumsäure — 10 Minuten oder länger — , behandelt 
sie ebensolange mit gesättigter Tanninlösung, überträgt sie 
auf etwa 20 Minuten in Osmiumsäure und wäscht dann 
längere Zeit mit abs. Alkohol. 

389. Die Präparate, die in Pikrinsäuresublimat, For- 
malinalkohol, Formalin und Formalin-MüUer möglichst 
frisch, hin und wieder lebenswarm, fixiert sind, färbt 
man nach der von Unna angegebenen Methode (nach 
Schridde 07). 

Man stellt sich nachstehende zwei Lösungen her: 

I. Wasserblaa 1, Orcein 1, Eisessig 5, Glyzerin 20, 
Alkohol 96 o/o 50, Aqua dest. 100. II. Eosin 1, Alkohol 
80 o/o 100. 

Von Mischung I werden 10 ccm mit 3 ccm der zweiten 
Lösung gut gemischt mid hiermit die Präparate 10 Minuten 
lang gefärbt. Ich habe durchweg 5 f.i dicke, mit Eiweiß- 
glyzerin aufgeklebte Paraffinschnitte verwandt. • 

Die weitere Behandlung wird folgendermaßen gehand- 
habt: 

1. Abspülen in Wasser. 2. Einstellen in eine 1 o/o ige 
wässerige Lösung von Safranin (Grübler) 10 Minuten. 
3. Abspülen in destilliertem Wasser. 4. Einstellen in eine 
^j5®/oige wässerige Lösung von Kalium bichromicum 10 bis 
30 Minuten. 5. Abspülen in destilliertem Wasser. 6. Alkohol, 
Toluol, Kanadabalsam. 

Die Schnitte sollen violett aussehen. Es färben sich 
Zellengrenzen, Flimmerhaare mit ihren basalen Knötchen- 
säumen, insbesondere auch eine recht gute Tinktion der 
Protoplasmafasern der bisher sog. Stachelzellen (Faser- 
zellen). 

390. In Organen mit gemischtem Epithel (Pflaster- und 
Flimmer- oder Zylinderejpithel) kann man die Verteilung 
des Epithels von der Oberfläche aus mit der Lupe be- 
urteilen; Zilliacus gibt folgende Methode an: Man 
schneidet die Organe, wie Kehlkopf, Uterus usw., auf, 
fixiert sie nach sorgfältigem Reinigen in physiologischer 



120 Blut und Lymphe. § 391—392. 

Kochsalzlösung in natürlicher Lage 24 Stunden in : gesät- 
tigter Pikrinsäurelösung 1 Vol., gesättigter Sublimatlösung 
1 Vol. und dest. Wasser 2 Vol. ; aus diesem Gemisch ge- 
nommen, werden die Stücke 1 Stunde in fließendem Wasser 
gewasclien und auf 2—3 Tage in eine gesättigte wässerige 
Pikrinsäurelösung übertragen. Nach Abspülung des Prä- 
parates in gewöhnlichem Wasser wird es wenige Minuten 
(2') in P. Mayerschem Hämalaun unter Kontrolle ge- 
färbt. Zum Schluß spüle man, wenn nötig, mit lo/ßiger 
Sodalösung, dann wasche man usw. Das Plattenepithel er- 
scheint gelb, das zylindrische grünschwarz. 



3. Kapitel. Blut und Lymphe. 

391. Die roten Blutkörperchen können ohne Zu- 
satz imtersucht werden. Mangewinnt einen Blutstropfen, 
wenn man z. B. sich selbst in die vorher sauber gewaschene, 
vom Fett befreite Fingerbeere einsticht; bei passendem 
Druck auf den Finger pflegt der Tropfen hervorzutreten 
und kann ein Teil davon auf den Objektträger gebracht, 
indem man denselben mit dem Objektträger berührt, mit 
einem Deckgläschen bedeckt und untersucht werden. 

Will man die Geldrollenanordnung der Blut- 
körpercheli im Präparat erhalten, so muß man eine größere 
Quantität nehmen. 

Hat man nicht genügend rasch operiert, so findet man 
bereits alle Blutkörperchen hochgradig verändert infolge 
der Verdunstung usw. Bessere Resultate bekommt man, 
wenn man über die Stichwunde zwei aneinandergedrückte 
Deckgläser hält und den Tropfen nun auspreßt. Er gerät 
in den kapillaren Raum mid verbreitet sich dort in dünner 
Schicht. Statt zweier Deckgläser kann man natürlich auch 
Objektträger und Deckglas in einer passenden Weise kom- 
binieren. 

Ist das Präparat fertig, so sorge man dafür, daß keine 
weitere Luft zu dem untersuchten ftopfen hinzutrete, indem 
man das Deckgläschen z. B. mit Öl umrandet. 

392. Albrecht nimmt für rote Blutkörperchen eine 
fettartige Membran an, gestützt auf Löslichkeitsverhältnisse 
derselben und den Umstand, daß sich beim Erwärmen des 
Blutes auf 45 — 50 ® von der Oberfläche der Blutkörperchen 
Kügelchen ablösen — offenbar flüssig gewordene, myelin- 
artige (Schichtung) Substanz. 



§ 393—398. Blut und Lymphe. 121 

393. Hat man genügend unveränderte rote Blutscheiben 
studiert, so untersuche man zunächst einen Blutstropfen 
an einem nicht fixierten, ohne besondere Vorsichtsmaßregeln 
angefertigten Präparate. Die Blutkörperchen werden zackig, 
»steehapfel-«, »morgensternförmig«. Man setze anderen 
Präparaten Wasser zu; man sieht alsbald, daß die Blut- 
körperchen, wo sie vom Wasserstrom getroffen werden, sich 
zunächst aufblähen. Dann löst sich im Wasser der Blut- 
farbestoff (Hämoglobin), die Blutkörperchen werden blaß 
imd entziehen sich mehr und mehr dem Auge des Be- 
obachters. (Sehatten.) Setzt man nun ö^/q Kahchloricum- 
lösung hinzu, so schrumpfen die Blutkörperchen stark 
zusammen und nehmen dabei das verlorene Hämoglobin 
wieder auf. Ähnlich wirkt Kochsalz und Glaubersalz. 
Schwalbe E. 

394. Man setze einem anderen Präparate verdünnte 
Essigsäure zu; die roten Blutkörperchen blähen sich im 
Momente der Berührung mit der Essigsäure auf, werden 
zunächst etwas dunkler, um dann rasch den Farbestoff 
abzugeben. 

395. Man vergesse nicht, auch Galle desselben Tieres 
zuzusetzen, namentlich weil man dabei eine direkte Lösung 
der Blutkörperchen beobachten kann; sie blähen sich auf 
und explodieren förmlich. 

396. Die Rindensehieht der Erythroiyten ist für Kochsalz- 
lösungen nicht durchgängig (Schrumpfung), wohl aber für 
Harnstoff. 

Die Erythrozyten sind weiter impermeabel für: Natrium-, 
Kalium-, Kalzium-, Baryum-, Strontium- etc. Salze, ferner für 
Dextrose und Inosit; sie schrumpfen in diesen Substanzen. 
Permeabel sind sie für Ammoniumchlorid, Ammoniumacetat, 
Ammoniumoxalat, Methyl-, Äthylalkohol, Glyzerin, Acetamid, 
Biuret, Pyridin (Cohnstein, 96). 

397. Den Bandfaden von Meves demonstriert man 
an frischen roten Blutkörperchen von Salamandra mac. 
oder atra, indem man zu einem Blutstropfen Gentiana- oder 
Methyl violett in einer V4— ^/2%igen Lösung in physiolo- 
gischer Kochsalzlösung zusetzt. 

398« Für Untersuchung der Blutplättchen braucht man die 
Afanassievrsehe (84) Flttssigkeit: 0,6 des trockenen Peptons, 
gelöst in 100 physiologischer Kochsalzlösung. Zu dieser 
Flüssigkeit wird im Verhältnis von 1 : 10000, ja sogar 1 : 20000 
Methyl violett hinzugesetzt. Die Mischung wird gekocht. Ein 
Tropfen dieser Flüssigkeit wird auf der Haut, etwa der Finger- 
beere, die vorher gut gereinigt worden ist, deponiert, unter 



122 Blut und Lymphe. § 399—403. 

derselben ein Nadelstisch gemacht, so daß das Blut in die 
Flüssigkeit direkt eindringt, ohne mit Luft in Berührung zu 
kommen. Diese Flüssigkeit konserviert auch die roten und 
weißen Blutkörperchen. 

Da diese Flüssigkeit leicht fault, so müssen die Gefäße» 
in welchen sie aufbewahrt wird, vorher sterilisiert, die gekochte 
Flüssigkeit filtriert und eine unbedeutende Menge von Sub- 
limat oder Karbolsäure zugesetzt werden. 

399. Ewald (97) empfiehlt für Blutkörperchen-Unter- 
suchung Osmiumsäure ; rote Blutkörperchen nehmen da- 
rin olivgrüne Farbe an (für Amphibien und Reptilien 
V2^/oig in 0,6% Kochsalz, für Säugetiere VaVoig in 0,9 o/o 
Kochsalz), 3 — 4 Tropfen Blut auf 10 ccm Flüssigkeit. Auf 
die Einschnittstelle kommt Flüssigkeit, damit das Blut gar 
nicht mit Luft in Berührung kommt, wie in § 398. Nach 
24 Stunden bringt man den Bodensatz in ein Probier- 
röhrchen, füllt mit Wasser auf, läßt absitzen und hebert 
mit dem von Mays eingeführten Heber (siehe § 376) die 
Flüssigkeit ab rnid wiederholt dies; für kernhaltige Blut- 
körperchen 24 Stunden in Alaunkarminlösung färben, dann 
wieder abhebem und 50^/oigen Alkohol zusetzen, in welchem 
sich die Blutkörperchen jahrelang (für Kurszwecke) halten. 
Einschließen entweder durch abs. Alkohol, Nelkenöl, Ka- 
nadabalsam in derselben Weise (Heber) oder in Glyzerin. 
Auch in diesem Fall kann man die Zentrifuge mit Erfolg 
anwenden, Heidenhain (03a). 

400. Um rote Blutkörperchen auf Schnitten (in den 
Gefäßen, fixierten Objekten entnommen) zu erkennen, gibt 
es eine Reihe von Färbemethoden. 

401. Bei der Doppelfärbun^ mit Hämalaun-Eosin 

(siehe § 296) nehmen die roten Blutkörperchen eine eigen- 
tümliche leuchtendrote Farbe an, welche dieselben sofort 
als solche erkennen läßt. 

402. Wissozky (77) hat das Eosin als Reagens auf 
hämoglobinhaltige Zellen in folgender Zusammensetzung 
empfohlen: Eosin 1, Alaun 1 und Alkohol 200. 

Noch besser gelingt diese Reaktion, wenn man das 
Präparat vorher ein paar Minuten mit einer l%igen 
Osmiumsäure behandelt (Thanhoffer, 77). 

408. Eigentlich die stärkste Affinität zu roten Blut- 
körperchen zeigt die Pikrinsäure. Aus einer Mischung von 
Pikrinsäure mit einem anderen sauren Farbstoff färben 
sich die roten Blutkörperchen mit Pikrinsäure. 



§ 404—408. Blut und Lymphe. 123 

404. Für Sublimatpräparate empfiehlt R. Heidenhain 
(88) die Ehrlieh-Biondische Färbung (siehe § 309), mittels 
welcher sich Blut orange färbt. — Sublimat-Koch- 
salz fixiert die roten Blutkörperchen relativ gut (besser 
wie Sublimat in Wasser gelöst) und löst das Hämoglobin 
nur wenig. (H. F. Müller.) 

405. Zum Nachweis der weißen Blatkörperehen im 
Blut der Säugetiere setzt man einem Blutstropfen unter 
dem Objektträger einen Tropfen Essigsäure zu. Nachdem 
die roten Blutkörperchen imdeutlich geworden sind (siehe 
§ 393), treten die Kerne der weißen deutlich hervor. 

406. Amöboide Bewegangen der weißen Blutkörper- 
chen der Säugetiere kann man im Präparate sehen, wenn 
man dieselben einer Temperatur aussetzt, die etwa der 
Körpertemperatur entspricht; dies geschieht mittels des 
Wärmetisches. Dabei muß man rasch arbeiten. Bei ge* 
wohnlicher Temperatur kann man amöboide Bewegungen 
der weißen Blutkörperchen von Amphibien (Frosch, Sala- 
mander) beobachten. Noch ausgiebigere Bewegungen sieht 
man an der Lymphe des Flußkrebses; siehe § 408. 

407. Um mikroskopische Präparate einer andauernden, be- 
stimmten höheren Temperatur aussetzen zu können, wurde 
eine Reihe von Apparaten, sogenannte erwttrmbare Objekt- 
tisehe, konstruiert. Ein einfacher und wohlgeeigneter ist der 
von M. Schnitze (65) angegebene. Derselbe besteht au& 
einer Tischplatte von Messing, welche auf dem Objekttisch 
des Mikroskops durch Klammern befestigt werden kann. In 
der Mitte hat dieselbe eine auf das Loch des Tisches passende 
öfinung, um die Lichtstrahlen durchzulassen. Ganz in der 
Nähe dieser Öffnung ist ein Thermometer so befestigt, daß^ 
man stets die Temperatur des Tisches und damit des darauf 
liegenden Objektes ablesen kann. Seitlich läuft der Messing- 
tisch in zwei Arme aus, unter welche Spirituslampen gestellt 
werden können. Durch Leitung wird so dem Tisch Wärme 
zur Erzeugung der gewünschten höheren Temperatur zugeführt. 
Es gibt moderne Apparate, welche handlicher sind und exakter 
arbeiten. 

408. Beobachtet man amöboide (und andere vitale) 
Bewegungen in einer heizbaren Kammer auf Objektträgern 
aus gewöhnlichem Glas, so erlöschen die Bewegungen bald, 
das Glas ist giftig. Nimmt man aber Objektträger aus 
Bergkristall oder Quarz und ebensolche Deckgläschen 
(oder letztere aus Marienglas), so sind die Lebensäußerungen 
viel intensiver imd dauern viel länger ; so kann man einen 
Lymphozyten und Leukozyten tagelang beobachten. Die 



124 Blut und Lymphe. § 409—413. 

erwähnten Objektträger und Deckgläser sind von Zeiß in 
Jena zu beziehen. (Deetjen 06.) 

409. Einen indirekten Beweis der amöboiden Bewegung 
der Leukozyten erhält man, wenn man ein kleines Stückchen 
Hollundermark in den Lymphsack (am Rücken unter der Haut) 
eines Frosches bringt und die Wunde vernäht. Nach 24 Stunden 
tötet man das Tier, fixiert das Hollundersttickchen, durchtränkt 
es mit Paraffin, schneidet und färbt es. Man findet dann 
dasselbe durchzogen von Leukozyten. 

Arnolds Methode ist die folgende: >Ich war so verfahren, 
daß ich die mittels des Mikrotoms möglichst fein geschnittenen 
und in kochender Chlornatriumlösung (0,6— 0,7 ^/^ ig) sterili- 
sierten Plättchen in den Lymphsack einschob. Nach wenigen 
Stunden sind die Maschen dieser mit Wanderzellen gefüllt. 
Nach ihrer Entfernung aus dem Lymphsack werden sie an 
einem mit Yaselin umrandeten größeren Deckglas aufgehängt 
und dieses auf einen hohlgeschliffenen Objektträger aufgelegt. c 

410. Um die roten oder weißen Blutkörperchen zu 
fixieren, empfiehlt es sich, eine sehr dünne, auf dem Objekt- 
träger ausgeoreitete Blutschicht mit Osmiumsäuredämpfen 
^/4-V2 Minute zu räuchern (§ 49). Der Fleck des Objekt- 
trägers, welcher mit dem Blutstropfen in Kontakt kommen 
soll, wird ebenfalls vorher geräuchert. Untersucht wird in 
Wasser oder Kochsalzlösung. 

411. Auf nach § 410 bereiteten Präparaten sieht man 
deutlich Glockenformen der Erythrozyten. Weidenreich 
will nachgewiesen haben, daß die Glockengestalt der roten 
Blutkörperchen die ihnen im lebenden Körper zukommende 
sei. »Die Weidenreichsche Ansicht über die Glocken- 
form der roten Blutkörperchen wird von den meisten 
Hämatologen nicht geteilt.« (Nägeli.) 

412. Räueherungen mit Formalindämpf en, 5 Minuten 
lang, mit nachträglicher Fixierung in 957oig6ni Alkohol, 
empfiehlt F. Hu her. 

413. Die Ausbreitung des Blutstropfens auf dem 
Objektträger, resp. Deckgläschen, geschieht, indem man 
einen frisch entnommenen Tropfen Blut sich zwischen zwei 
aufeinandergelegte Deckgläschen durch Kapillarität ein- 
saugen läßt imd dann die Gläschen auseinanderzieht. 
Oder man fängt einen kleinen Blutstropfen auf ein Deck- 
glas, bringt ein zweites, ohne zu drücken, darauf, wartet 
bis sich das Blut zwischen ihnen ausgebreitet hat, und 
zieht sie mm langsam voneinander ab. 

Die so ausgestrichenen lufttrockenen Präparate werden 
entweder bei 120 ^ im Trockenschrank oder auf einem 



§ 414—416. Blut und Lymphe. 125 

Born sehen Tisehehen an der Stelle, wo Wassertropfen 
als Kugeln fortrollen (Leidenf rostsches Phänomen) etwa 
30 Sekunden getrocknet (Ehrlich). 

Erwärmt man ein kupfernes Bornsches Tischchen 
stark, so sind die verschiedenen Stellen desselben nicht 
gleich stark erwärmt: die der Flamme näher gelegenen 
stärker, die davon entfernteren weniger stark. Tröpfelt 
man Wasser auf so ein Tischchen, so verdunstet es unter 
Kochen mehr oder weniger rasch. Eine schmale Zone 
macht davon eine Ausnahme; die Wassertropfen behalten 
ihre kugeUge Form, bewegen sich lebhaft, sich fortrollend^ 
und verdunsten erst, wenn sie in Nachbargebiete geraten. 
Die Temperatur dieser Zone beträgt 120 — 125 o. 

414. So behandelte Präparate kann man noch nach- 
träglich färben, indem die Blutkörperchen durch die Ge- 
rinnung des im Serum enthaltenen Eiweißes (Serumalbumin) 
genügend auf dem Objektträger angeklebt sind, um die 
erforderlichen Operationen zu gestatten. 

Sehr dankbar erweist sich hier die Doppelfärbung mit 
Hämatoxylin und nachträglich (oder zuvor) mit Eosin. 

415. Eine sehr gute Methode zur Herstellung von 
BlutprSparaten besteht darin, daß man Blut auf dem Ob- 
jektträger möglichst dünn ausbreitet (siehe § 413) in der 
Luft trocknen läßt mid dann rasch den Objektträger auf 
10 Minuten in eine konzentrierte Sablimatlösang in 
physiologischer Kochsalzlösung (siehe § 68) steckt. Dann 
wird mit Wasser, welches mehrmals gewechselt wird, ab- 
gewaschen. Es kann aus dem Wasser direkt in die Farbe 
übertragen oder Alkohol eingeschaltet werden. Diese 
Methode fixiert Bli^t- und Lymphkörperchen relativ gut 
und gestattet, indem sie gleichfalls anÜebt, eine Reihe von 
Doppelfärbungen (z. B. Hämatoxylin-Eosm , Methylgrün- 
Eosin, resp. statt Eosin Orange u. a. m.). 

416. Das Trocknen bei einer Temperatur von 120^^ 
die man nicht ohne spezielle Vorrichtungen, vgl. § 413,^ 
erlangen kann, soll nach Nikiforoff vollkommen das 
Behandeln mit einer Mischung von absolutem Alkohol 
und Äther zu gleichen Teilen auf 1 — 2 Stunden ersetzen. 
(Alkohol soll ganz wasserfrei sein, was man mit geglühtem 
Kupfervitriol [siehe § 100] erzielen kann.) Nun werden 
die Präparate an der Luft getrocknet, und es kann weiter 
nach Enrlich gefärbt werden, und zwar mit demselben 
Erfolge. 



126 Blut und Lymphe. §417—421. 

417. EhrlicJi hat Zellen mit granuliertem Zelleib 
nach ihrem Färbungs vermögen mit Anilinfarben (vergleiche 
Ehrlichs Klassifikation der Anilinfarben in § 272) in ver- 
schiedene Gruppen eingeteilt, die er a — e benennt. Die- 
selben sind folgende: 

418. 1. Eosinophile oder azidophile Zellen mit a-6ra- 
nulationen kommen vor in Blut, Lymphe und Geweben. Diese 
charakterisieren sich durch ihre Verwandtschaft zur großen 
Keihe der sauren Teerfarbstoffe, d. h. solcher, in denen die 
öäure das färbende Prinzip darstellt. 

In erster Linie gehört hierher Eosin. 

Man färbt entweder in in Glyzerin gesättigtem Eosin 
(resp. Indulin) oder gesättigter wässeriger Orange , Eosin- 
oder Indulin • Lösung 12 Stunden, Spülen mit Wasser, 
Trocknen, Kanadabalsam. — Granula purpurrot. Um auch 
die Kerne zu färben, färbt man mit Hämatoxylin vor 
oder nach. — Oder: zu Ehrlichs Hämatoxylin (siehe § 257) 
kommt 1 g oder 0,5 g Eosin hinzu. Die Flüssigkeit läßt 
man vor dem Gebrauche 3 Wochen im Lichte stehen ; sie 
färbt in einigen Stunden, Spülen in Wasser — Kerne blau, 
-Granula leuchtend rot. 

419. 2. Zellen mit /^-Oranulationen (amphophile, in- 
dulinophile) tingieren sich in sauren und basischen Farben. 
Sie kommen vor im Blut von Meerschweinchen, Kaninchen 
und Vögeln. — Darstellung: Gesättigte Lösung von Eosin, 
Naphthylamingelb, Indulin in Glyzerin ; färbt, auf trockene 
Präparate angewandt, Hämoglobin gelb, Kerne schwarz, 
.«-Granulationen rot, /ö?-Granulationen schwarz. 

420. 3. Zellen mit basophilen y-Granalationen und 
»Mastzellen« färben sich mit allen basischen Farbstoffen, 
sie kommen vor im Bindegewebe (Mastzellen) und im Blut. 
Basophile Granula lösen sich leicht in Wasser imd wässe- 
rigen, auch in schwachen alkoholischen Lösungen, sehr leicht. 
In starken alkoholischen basischen Farben bleiben sie da- 
gegen unverändert. (Türks Lehrbuch). Ehrlich färbt sie 
mit Dahlia in gesättigter Lösung in: Acid. acet. glac. 12,5, 
Alkohol absol. 50, Aq. dest. 100 an getrockneten Präpa- 
raten oder in Alkohol mindestens 24 Stunden fixierten 
Stücken entnommenen Schnitten oder nach folgender Me- 
.thode : 

421. Aiaiin-Kaniiiii-Dahlia (Westphal 80) wird auf Schnitte 
angewandt, welche mindestens eine Woche lang in Alkohol 
fixiert worden sind: Karmin 2 g, destill. Wasser 200 ccm, 
Alaun 2 g. 



§ 422—425. Blut und Lymphe. 127 

Das Ganze wird */* Stunde gekocht, filtriert (Partsch- 
Gre na eher scher Kaimin) und 1 ccm Karbolsäure hinzu- 
gesetzt. Zu dieser Karminlösung werden 200 ccm gesättigte 
Dahlialösung in absolutem Alkohol, 100 ccm Glyzerin und 
20 ccm Eisessig hinzugefügt. Das Ganze wird umgerührt und 
einige Zeit stehen gelassen. In dieser Flüssigkeit beläßt man 
die in Alkohol fixierten Stücken entnommenen Schnitte 
24 Stunden und länger und überträgt sie dann auf ebenso 
lange Zeit in absoluten Alkohol. Die Schnitte entfärben sich; 
nur die Kerne behalten etwas von der rötlichen Farbe, es 
bleiben aber die Granulationen der Mastzellen (auch Knorpel 
grundsubstanz) intensiv blau. Material:. Interlobuläres Binde 
gewebe der Leber, Darm etc., dünne Nerven des Frosches 
Die /-Granula färben sich metechromatisch. 

422. 4. Zellen mit (^-Granulationen (basophile) Ehrlichs^ 
es sind sehr feine Granula, die in mononusleären Leuko 
isyten des menschlichen Blutes vorkommen. Sie werden 
an erhitzten und unerhitzten Präparaten mit wässeriger 
konz. Methylenblaulösung dargestellt. 

423. 5. Neutrophile Granulationen (^-Granula) in Leuko- 
zyten des menschlichen Blutes, auch Eiters, werden an ge- 
trockneten Präparaten gefärbt. Darstellung des neutralen 
Farbstoffes nach Ehrlich: 5 Volumina einer gesättigten 
Säurefuchsinlösung in Wasser, setze unter Umrühren 1 Vo- 
lumen einer starken wässerigen Methylenblaulösung und 
5 Volumina Wasser zu, lasse einige Tage stehen und fil- 
triere. Man lasse die Farbe 2 — 5 Minuten einwirken, spüle 
kurz mit Wasser ab; mit Fließpapier absaugen, trocknen, 
Kanadabalsam. Rote Blutkörperchen werden dann rot, 
^-Granulationen violett, «Granula leuchtend purpurn. 

424« Lefas (04) fixiert Blutausstrichpräparate in Alkohol 
oder Eisessig-Sublimat 1 — 2 Stunden und färbt mit Vesuvin S 
(5®/o) 10 Minuten. Die neutrophilen Granula werden hell- 
braun, die acidophilen dunkelbraun. 

Färbt man mit der Ehrlich -Biondischen Lösung 
{siehe § 309) wenige Minten, so werden Hämoglobin gelb, 
«-Granulationen leuchtend rot, «-Granulationen rot. Die 
basophilen Granula sind nicht gefärbt. Für die Darstel- 
lung der neutrophilen Granulationen ist die Ehrlich- 
Biondische Färbung die allein maßgebende. 

425. May und Grünwald haben einen Farbstoff 
angegeben, der bei einer äußerst einfachen Anwendimg 
außerordentllich viel leistet. 

Der Farbstoff entsteht bei Mischung von Methylenblau- 
lösung mit Eosin als Niederschlag; seine Lösung in Methyl- 



128 Blat und Lymphe. § 426—427. 

alkohol ist haltbar und zur Färbung vorzüglich geeignet. 1 I 
l°/(»ig. Eosin »wasserlösliches, gelbliches,« wird mit 
111 °/ooig' Methylenblau medizinale gemischt und nach 
einigen Tagen mit Hilfe der Saugpumpe filtriert. Das Filter 
wird mit kaltem, destilliertem Wasser so lange gewaschen, bis- 
das Filtrat fast ungefärbt bleibt. Der Filterrückstand bildet 
eine nach dem Trockenwerden dunkle, sich abblätternde Masse,, 
den neuen Farbstoff. 

426. Die gesättigte methylalkoholißche Lösung dient 
zum Färben ; sie ist haltbar. Die Präparate brauchen nicht 
fixiert zu werden. Die Lösung hält sich am besten in 
einem weiten, gut verschließbaren Standgefäß vorrätig. In 
dieses wird der frisch mit Blut beschickte Objektträger nach 
dem festen Antrocknen auf 3 Minuten (eventuell länger, 
bis zu 24 Stunden) eingestellt und dann in destilliertem 
Wasser, welchem einige Tropfen der Lösung zugesetzt sind, 
im Standglas 10 — 15 Minuten ausgeschwenkt. Dann über- 
trägt man die Präparate direkt für einen Augenblick in 
dest. Wasser, trocknet mit Fließpapier. Die Prozedur 
dauert 5 Minuten. Resultate: Erythrozyten hellrot, Kerne 
tiefblau, Leukozytenkerne mäßig tiefblau, a-Granula tief- 
rot, y-Granula tiefblau, scharf erkennbar, «-Granula feine, 
heUrote Körnchen auf ungefärbtem Grunde, Blutplättchen 
blaßblau. Die Präparate müssen in einem absolut neutra- 
len Wasser differenziert werden. Man prüfe das Wasser 
zuvor mit Phenolphtalein ; bei Gegenwart von Alkali tritt 
bekanntlich rote Färbung ein. 

Die Präparate blassen unter dem Deckglase in Kanada- 
balsam bald ab ; deshalb ist es ratsam, die Deckgläser mit 
der Blutschicht nach oben auf den Objektträger mit Kanada- 
balsam aufzukleben und so aufzubewahren. E. Meyer- 
Rieder. 

427. Die neue Methode von R. May 06 besteht darin, 
daß man die mit der vorhergehenden Methode gefärbten 
Präparate mit Metliylenazur nachffirbt. Die Blutpräpa- 
rate werden zunächst nach der Färbung nach May -Grün- 
wald, d. h. mit einer ca. 0,25% igen methylalkoholischen 
Lösung von eosinsaurem Methylenblau, 1 Minute in dest. 
Wasser ausgewaschen und dann mit 0,50/oiger Methylen- 
azurlösung gleichmäßig bedeckt. Nach 2 — 4 Minuten ist 
die gewünschte Färbung erreicht; man trocknet die Prä- 
parate mit Fließpapier sofort, oder nachdem man sie mit 
Wasserleitungswasser abgespült hat und schließt in Ka- 
nadabalsam ein. Die Kerne werden rot, auch die der 



§428--430, Blut und Lymphe. 129 

Blutplättchen, welche am raschesten die Farbe annehmen. 
Das Protoplasma der Ljmaphozyten erscheint bläulich, die 
roten Blutkörperchen rötlich, Granula der Leukozyten grau, 
die der Mastzellen rotviolett. Man darf keine zu konzen- 
trierten Azurblaulösungen anwenden. Saubere Arbeit ist 
für das Gelingen der Präparate unerläßlich. Hat man auf 
dem Präparate nach der Differenzierung mit dest. Wasser 
einen Niederschlag von essigsaurem Methylenblau erhalten, 
so kann man ihn durch längeres Waschen, namentlich in 
dest. Wasser, mit Leichtigkeit entfernen. 

428. Azurfärbungen (modifizierte Romanowsky- 
färbungen) beruhen auf der Anwesenheit einer von L. Mi- 
chaelis untersuchten Modifikation des Methylenblaus, die 
sich leicht in allen Methylenblaulösungen bildet: Methylen- 
azur. In Form von Giemsascher Lösung, die Methylen- 
azur, Methylenblau und Eosin in Glyzerin und Methyl* 
alkohol enthält, gibt die Methode verhältnismäßig zuver- 
läßige Resultate, a) Fixation des Ausstrichpräparates in 
reinem Methylalkohol 2 — 3 Minuten ; b) Trocknen zwischen 
Fließpapier imd Färben 10 — 15 Minuten in der frisch bereite- 
ten Verdünnungslösung der Giemsaschen Originallösung: auf 
je 1 ccm destilliertes Wasser einen Tropfen Farblösung; 
c) Abspülen mit Wasser, Abtupfen mit Fließpapier, Einlegen 
in Kanadabalsam. Die roten Blutkörperchen sind gelbrot, 
die Kerne der Leukozyten und Erythroblasten sind violett- 
rot, die eosinophile Granula hellrot, die neutrophilen Gra- 
nula der poljrmorphkernigen Leukozyten violettrot, das 
Protoplasma der Lymphozyten blau gefärbt. Außerdem 
erkennt man in großen Lymphozyten, Übergangsformen 
und manchen anderen Zellen azurophile Granula. E. Meyer 
und H. Rieder 08. 

429. R. Heidenhain (88) empfiehlt die von ihm modifi- 
zierte Biondi-Ehrlichsche Färbung (siehe § 309) zur Unter- 
scheidung folgender Arten von Wanderzellen in Schnitten: 

1. Zellen mit einem sehr kleinen, fast farblosen Protoplasma- 
leibe, 

2. mit größerem hell-rosa gefärbtem Protoplasma, 

3. Kömchenzellen, 

4. Zellen mit intensiv dunkel-blaugrünem Kern und intensiv 
dunkelrotem Protoplasma (nach der Annahme Heiden- 
hains untergehende Formen). 

430. Bürker empfiehlt eine einfache Methode, Blut- 
plättchen in Mengen zu gewinnen. Man reinigt eine 
Fingerkuppe, wie gewöhnlich mit Alkohol-Äther, sticht ein 
und läßt einen großen Blutstropfen auf eine glatte Paraffin- 
Böhm, Taschenb. d. mlkrosk. Technik. 6. Aufl. 9 



130 Blut und Lymphe. § 431—434. 

fläche, z. B. einen paraffinierten Objektträger, fallen. Man 
stellt dann das Ganze auf 20 — 30 Minuten in einen auf 
370 geheizten Thermostaten. Der Tropfen gerinnt nicht, 
und die spezifisch leichteren Blutplättchen sammeln sich 
oben. Wenn man nun die Kuppe des Tropfens mit einem 
Objektträger oder einem Deckglase berührt, bleiben Blut- 
plättchen massenhaft kleben. 

431. Thrombozyten (Blutplättchen) kleben bei gewöhn- 
Hcher Herstellung der Blutpräparate am Glase so fest, 
daß sie durch einen durchziehenden Wasserstrom nicht 
weggeschwemmt werden. Sie sind in Kalilauge von 33 0/0 
unlöslich, wohl aber in schwachen Konzentrationen. Am 
besten konservieren sich die Thrombozyten in Osmiumsäure 
oder osmiumsäurehaltigen Gemischen ; auch Jod- Jodkalium- 
lösimg, Hayemsche Müssigkeit usw. erhalten sie. Tetra- 
Jodfluoreszein, gelöst in Toluol oder Chloroform, färbt 
das Protoplasma der Thrombozyten und das der Leuko- 
zyten rot. Um die Kerne (?) der Thrombozyten zu färben, 
nehme man Thionin ; nach Kurzer Färbung spüle man mit 
Wasser ab und färbe mit einer halbgesättigten Pikrinsäure- 
lösung nach. Kops eh. 

432. Schridde (05) stellt Leukozytengranula usw. 
auf Schnitten her. Fixation mit Orthscher Flüssigkeit. 
Man befestigt die Schnitte von 5 /u Dicke mit Wasser oder 
mit dünner Eiweißglyzerinlösimg. Man färbt mit ver- 
dünnter, frisch zubereiteter Giemsalösimg (§428), 1 Tropfen 
auf 1 ccm Wasser, 20 Minuten. Nach sorgfältiger Waschung 
mit Wasser trocknet man die Schnitte mit Fließpapier, 
bringt sie auf 1 Minute in Azeton, überträgt sie dann in 
Xylol und Kanadabalsam. Alle zur Verwendung kom- 
menden Flüssigkeiten müssen säurefrei sein. Die Methode 
ist sicher und geht nach jeder Fixienmg, wenn auch nicht 
Bo gut wie nach der mit Orthschem Gemisch. Neutrophile 
Granula erscheinen violett, basophile dunkelblau ; die Kerne 
werden rot, rote Blutkörperchen grasgrün usw. 

Ziel er färbt Schnitte nach demselben Prinzip in kon- 
zentrierter Lösung der May -Grün waldschen Farbe, 
§ 425, 2—3 Minuten. 

483. Plehn (90) untersucht Blut zwischen zwei Tropfen 
Paraffinum liquidum (erst ein Tropfen, darauf Blut, darauf 
zweiter Tropfen, Deckgläschen). 

434. Um die Hftmoirlobiii- (Blut) Kristalle (vergleiche 
darüber G. B. Beichert [49b]) herzustellen, verfahre man 
folgendermaßen : man entnehme einem frisch getöteten Tiere, 



§435-436. Blut und Lymphe. 131 

Pferde, Meerschweinchen, etwas Blut und defibriniere es durch 
Schlagen oder durch Schütteln mit Quecksilber. Das so defi- 
brinierte Blut wird mit Schwefeläther, welchen man tropfen- 
weise zusetzt, längere Zeit geschüttelt, bis die bekannte Lack- 
farbe auftritt. Dieses lac^arben gewordine Blut darf unter 
dem Mikroskop keine intakten roten Blutkörperchen mehi* zeigen. 
Der rote Blutfarbestoff ist gelöst. So defibriniertes und lack- 
färben gewordenes Blut wird in einem flachen Gefäß auf 12 
bis 24 Stunden auf Eis gestellt. Wenn man nun einen 
Tropfen auf einen Objektträger bringt, V, Stunde liegen läßt 
(man kann die Prozedur dadurch abkürzen, daß man den 
Objektträger gelinde erwärmt), so fängt der Tropfen an zu 
trocknen, und zwar zunächst am Rande, wo sich ein dunkler, 
fester Ring bildet. Bedeckt man den Tropfen mit einem nicht 
allzugroßen Deckglase, so fangen zunächst in der unmittel- 
baren Nähe des Ringes und an demselben zahlreiche Kri- 
stalle an sich zu bilden, deren Entstehen man unter dem 
Mikroskop auch mit starker Vergrößerung direkt beobachten 
kann. 

Das Anfertigen eines Dauerpräparates ist nicht lohnend 
wegen der Kompliziertheit des hierbei einzuschlagenden Ver- 
fahrens. 

Man kann diese Kristalle in dickem Kanadabalsam sich 
bilden lassen. Solche Kristalle halten sich monatelang. 

435. Schließt man defibriniertes Blut hermetisch in eine 
Glasröhre, läßt sie in einem Thermostat (40 ° C) zwei bis drei 
Tage liegen, zerbricht das Gläschen und läßt das so behandelte 
Blut in eine flache Schale ausfließen, so bilden sich schon 
mit bloßem Auge sichtbare HSmogrloMnkristalle (Gscheid- 
len, 76). 

436. Man nehme einen Tropfen Blut und verreibe den- 
selben mit einem ebenso großen Tropfen Kochsalzlösung (auf 
die Konzentration kommt es nicht an), etwa mit einer Nadel- 
spitze, sorgfältig. Dann erwärme man vorsichtig, bis ein 
trockener, rostbrauner Rückstand verbleibt, bedecke diesen mit 
einem Deckglase, lasse Eisessig zufließen und bringe durch 
Erwärmen den Eisessig ein paarmal zum Kochen, wobei darauf 
zu achten ist, daß das Deckgläschen nicht abspringt. (Die 
Prozedur des Aufkochens wird wiederholt, indem man die 
verdunstete Flüssigkeit [Eisessig] durch eine frische ersetzt.) 
Ist der Eisessig verdunstet, so kann man direkt Kanadabalsam 
anter das Deckgläschen zufließen lassen. Es haben sich zahl- 
lose braunschwarze Kristalle gebildet, welche in Kanadabalsam 
dauernd aufgehoben werden können. Es sind die Teich- 
mann sehen (53) Hftmiiikristalle (Hämin = salzsaures Hä- 
matin). 

Diese Kristalle sind fast unlöslich in Wasser, Alkohol, Äther^ 
Ammoniak, Eisessig, verdünnter Schwefel- und Salpetersäure ; 
sie lösen sich in Kalilauge. 

9» 



132 Blut und Lymphe. § 437—441. 

Als Verunreinigung kommen amorphe Hämatinmassen und 
Kochsalzkristalle in solchen Präparaten vor. 

437. Man kann gelegentlich noch ein Derivat des Blut- 
farbestoffes in apoplek tischen Herden, in den gelben Körpern 
der Eierstöcke us^r. antreffen. Es sind rotgelbe Massen, die 
aus fuchsroten, rhombischen, eisenfreien HSmatoidinkristallen 
bestehen (Virchow, 47). 

Man kann sie in Kanadabalsam aufbewahren. 

438. Kristallhaltige Blutkörperchen erhält man bei Sala- 
manderblut, wenn man 3 — 4 liopfen in einem' Uhrschälchen 
mit 10 ccm verdünnter, 0,45Voiger Kochsalzlösung auffängt, 
24 Stunden stehen und absitzen läßt ; sie können dann in der 
von Ewald (97) in §375 f. angegebenen Weise durch l%ige 
Osmiumsäure (Zusatz einer gleichen Menge zur Kochsalz- 
lösung) konserviert werden. Es lassen sich nach der Rollett- 
schen Methode durch Gefrieren und Wiederauftauen erhaltene 
kristallhaltige Säugetier-Blutkörperchen (am besten Hundeblut) 
in derselben Weise mit Osmiumsäure konservieren. 

439. Um Fibrin auf dem Objektträger darzustellen, lasse 
man einen Blutstropfen ein paar Stunden in einer feuchten 
Kammer ruhig liegen, bedecke das Ganze mit einem Deckglase 
und wasche mit Wasser ab, indem man von der einen Seite 
des Deckglases Wasser zusetzt und auf der anderen Seite 
mit Fließpapier absaugt. Sind die meisten Blutkörperchen 
weggeschwemmt, setzt man Jod-Jodkaliumlösung hinzu, wo- 
durch sich die Fibrin fädchen und -netze intensiv gelb bis 
braun färben. 

440. Fibrinfärbang (Neelsen, Grundriß der path.-hist. 
Technik). Methode von Weigert. Härtung am besten 
in Alkohol. Die Schnitte kommen auf mindestens 10 Mi- 
nuten in konz. Anilinwasser-GentianavioletÜösung, dann 
werden sie flüchtig in 0,6 o/o ig^r Kochsalzlösung abgespült 
und in einem SchäJchen (oder bei empfindlichen Schnitten 
besser auf dem Objektträger) mindestens 10 Minuten lang 
mit Jod Jodkalilösung (1:2: 3(X)) oder gesättigter Lösung 
von Jod in ö^/q Jodkalilösimg behandelt, dann auf dem 
Objektträger ausgebreitet, durch Abtupfen mit Fließpapier 
möglichst getrocknet und so lange mit mehrfach gewech- 
seltem AnUinöl (2 Teile auf 1 Teil Xylol) entfärbt, bis sie 
durchsichtig geworden sind und die Färbung distinkt er- 
scheint. Das Anilinöl wird durch das Xylol sorgfältig ent- 
fernt, dann wird in Balsam eingeschlossen. 

441. Fibrinfilrbiiiiy nach Ko ekel (99). Die in Paraffin 
eingebetteten Stücke (56 ® C Schmelzpunkt wird empfohlen 1) 
werden dünn geschnitten (i ^), nach der in § 185 angegebenen 
Methode (mit EiweiJßglyzerin) auf dem Objektträger befestigt» 



§ 442—444. Blut und Lymphe. 133 

von Paraffin befreit und durch Alkohol und Wasser in eine 
1 — 5®/oige wässerige Ohromsäurelösung für 5—10 Minuten 
übergeführt. Nach kurzem Waschen in destilliertem Wasser 
(Sekunden! Die Schnitte dürfen ihre gelbe Farbe nicht ver- 
lieren) kommen die Schnitte auf 15—20 Minuten in die ur- 
sprüngliche Weigert sehe Hämatoxylinlösung (1,0 Häma- 
toxylin, Ale. abs. 10,0, Aq. dest. 90,0, nach Lösung wird 
1 ccm konz. wässerige Lithionkarbonatlösung hinzugefügt). 
Mit Wasser abgespülte Schnitte werden ca. 1 Minute mit 
konz. wässeriger Alaunlösung (etwa 10 ^/q), bis sie sich dunkel- 
blau färben, behandelt, um wieder mit Wasser ausgewaschen 
zu werden. Jetzt wird 3—6 Minuten in Weigert scher Borax - 
Ferricyankaliuinlösung (Borax 2,0, Ferricyankalium 2,5, dest. 
Wasser 100,0), die mit etwa der dreifachen Menge Wasser 
verdünnt wird, differenziert. Auswaschen in Wasser. Fär- 
bung, um die Kerne hervorzuheben, etwa mit Alaun-Karmin. 
Einschließen sofort in Kanadabalsam. Diese Ko ekel sehe 
Methode färbt zwar nicht Fibrin ausschließlich, sondern auch 
(wie mitunter die Weigertsche) Muskeln (glatte zeigen 
fibrilläre Streif ung), Blutkörperchen, Gallenkapillaren etc. ; 
dieser Umstand gibt aber zu keiner Verwechslung Veran- 
lassung. 

448. Sehnen in off flirbt Fibrin mit Malloryschem phos- 
. phorwolframsäurehaltigem Hämatoxylin, siehe § 261, 15 — 20 Mi- 
nuten, spült mit Wasser ab, behandelt die Schnitte weiter mit 
5 — lOVoigör Phosphorwolframsäure 20 Minuten bis 20 Stunden, 
wäscht mit Wasser aus und schließt durch Alkohol und Xylol 
in Kanadabalsam ein. 

443. Man kann den Blutkreislauf an zahlreichen Objekten 
studieren. Die bequemsten sind die im Sommer so zahlreich 
zu habenden Kaulquappen der Frösche und Kröten (auch 
Tritonenlarven). Der dicke Körper und der Kopf solcher 
Quappen wird in mit Wasser getränktes Fließpapier einge- 
wickelt, und das Tier so auf den Objektträger gelegt. Die 
Quappe bewegt sich zunächst lebhaft, fängt aber bald an, 
asphyktisch zu werden und beruhigt sich. In dünnen Mem- 
branen, z. B. auslaufenden Händern und der Spitze des 
Schwanzes, kann man schon mit mittelstarker Vergrößerung 
den Blutkreislauf beobachten. Beim ausgewachsenen Frosch 
können zahlreiche Stellen für die Beobachtung des Blut- 
kreislaufes zugänglich gemacht werden. 

444. Um Frösche unbeweglich zu machen, pflegt man sie 
mit Kurare zu vergiften. Dieses Gift wirkt bekanntlich auf 
die motorischen Endorgane der willkürlichen quergestreiften 
Muskulatur, nicht aber auf die des Herzens und der glatten 
Muskeln. Auch die sensiblen Bahnen bleiben frei. Wenn man 
einem Frosch eine geeignete Dose in den Lymphsack ein- 
spritzt, so wird er nach einiger Zeit bewegungslos. Die Herz- 
bewegungen aber, resp. der Blutkreislauf, dauern fort. 



134 Blut und Lymphe. § 446—447. 

Da man bis jetzt nur mit dem Extrakt Kurare und nicht 
mit einer rein dargestellten chemischen Substanz arbeiten 
kann, so ist eine genaue Dosierung eine Unmöglichkeit. Von 
der sog. 1 ^/^ igen wässerigen Lösung wende man etwa Vio ^i® 
Vj g für einen Frosch mittlerer Größe an. Dasselbe wini in 
den Rückenlymphsack injiziert. Tritt der erwartete Erfolg nach 
einer Stunde nicht ein, so wiederhole man die Einspritzung. 
Eine zu starke Wirkung bei den angegebenen Dosen, die den 
Stillstand des Herzens herbeiruft, haben wir bisher nicht be- 
obachtet. 

445. Führt man in das Maul des Frosches ein paar Tropfen 
Weingeist ein, so wird das Tier in einigen Minuten auf kurze 
Zeit unbeweglich. (Rudnew 76). 

446. An einem so kurarisierten Frosch kann man den 
Blutkreislauf, z. B. an den durchsichtigen Schwimm-Mem- 
brauen, ohne weiteres beobachten. Um die Membran zu 
spannen, zieht man zwei Zehen auseinander und befestigt sie 
vermittelst zweier sog. Insekten- (Karlsbader-) Nadeln über eine 
in eine Korkplatte mit einem Locheisen gemachte Öffnung. 
Die Platte wird so groß gewählt, daß der Frosch auch darauf 
Platz hat. Man bringe die Öffnung der Korkplatte über die 
Öffnung der Tischplatte des Mikroskops und beobachte. 

Die Stellen, an welchen man den Blutkreislauf beobachten 
kann, sind sehr zahlreich. Man kann, um beim Frosche zu 
bleiben, die aus dem Munde gezogene und mit Nadeln über 
eine mit Ausschnitt versehene Korkplatte gespannte Zunge 
dazu verwenden; auch das Mesenterium läßt sich durch 
einen in der Axillarlinie gemachten Einschnitt mit einer 
Darmschlinge aus der Bauchhöhle hervorziehen, siehe Cohn- 
heim (67b); für die Lunge verfahre man nach Ho Imgren 
(74) (Ho Imgren sehe Kammer). 

Ewald (97) emfiehlt die Untersuchung des Blutkreislaufs 
an der Tritonlunge und gibt die erforderlichen Anweisun- 
gen hierzu, S. 248. 

Femer kann der Blutkreislauf der Harnblase (H allsten, 
86) an den quergestreiften Muskeln usw. untersucht 
werden. 

Schwanzpartien kleiner Fische und Fischembryonen, 
äußere Kiemen von Tritonenlarven und namentlich die so 
langen und üppigen äußeren Kiemen der Salamanderembryonen 
können, wenn gerade das Material hierzu vorhanden ist, ver- 
wertet werden. Auch Keimscheiben vom 2. oder 3. Tage 
der Vogelembryonen (Hühnchen, siehe § 894) können zu dem- 
selben Zwecke gebraucht werden. 

447. Man achte bei diesen Untersuchungen auf das Vor- 
handensein des axialen und Wandstromes, auf das Pulsieren 
in den Arterien usw. Man sieht unter günstigen Umständen 
die Umkehr des Stromes in den Kapillaren. An den Bifur- 



§ 448. Blut und Lymphe. 135 

kationsstellen der Kapillaren bleiben oft die Blutkörperchen 
hängen und werden ganz enorm (auf das zwei- bis dreifache 
ihrer ursprünglichen Länge) gedehnt. Wird ein Blutkörperchen 
wieder frei, so nimmt es die ursprünglichen Dimensionen an 
(Elastizität). 

An Mesenterien, aber auch in der Lunge, treten alsbald 
infolge der Vertrocknung, Temperaturschwankungen usw. Zu- 
stände auf, die als Anfänge der Entzündung aufgefaßt werden, 
und man sieht u. a. das Auswandern der weißen Blutkörperchen 
durch die Gefäßwände. 

448. Der Blutkörperchen-Zählapparat von Thoma 
(Abbe, 78), zu beziehen durch C. Zeiß in Jena, besteht aus 
einer gläsernen Kapillarröhre, welche in ihrem oberen Drittel 
mit einer Ausbuchtung versehen ist, in der eine kleine Glas- 
kugel liegt. Das vordere Ende des Röhrchens ist mit einer 
Teilung versehen, und zwar von 0,1, 0,5, 1, bis zur Marke 101. 
Weiter ist dem Apparate eine von Abbe und Zeiß kon- 
struierte Zählkammer beigegeben. Dieselbe ist auf einem Objekt- 
träger auf gekittet, genau 0,1 mm tief. Der Boden derselben 
ist in mikroskopische Quadrate geteilt. Der Raum über jedem 
Quadrat beträgt V4000 t^^^- J© 16 solcher Quadrate sind durch 
besonders starke Linien markiert. Ausführung der Bestim- 
mung: Es wird Blut in die Kapillare bis zur Marke 0,5 oder 
1 eingesaugt. Dann wischt man die Spitze des Kapillar- 
röhrchens ab und saugt in die Kapillare ^/^ % Kochsalzlösung 
bis zur Marke 101 ein. Dann wird die Flüssigkeit gut durch- 
gemischt und die in der Kapillare befindliche Flüssigkeitssäule 
durch Lufteinblasen entfernt (die Kapillare wird nach dem Ge* 
brauche mit Wasser, dann mit Alkohol, dann mit Äther ge- 
reinigt). Mit dem Blutkochsalzgemenge füllt man die Glas- 
kammer des Objektträgers, legt das Deckglas darauf und unter- 
sucht, nachdem man das Präparat einige Minuten stehen ließ. 
Man zählt immer 16 Quadrate durch und zieht aus den er- 
haltenen Zahlen das Mittel. Die Berechnung der Zählungen 
geschieht folgendermaßen : War das Blut bis zur Marke 0,5 
aufgesogen, so ist die Verdünnung 1:200; war Blut bis zur 
Marke 1 in der Kapillare, so ist die Mischung 1 : 100. Multi- 
pliziert man die in den gezählten Quadraten gefundene An- 
zahl von Blutzellen mit 4000 und je nach der Verdünnung 
noch mit 100 oder 200 und dividiert durch die Zahl der ge- 
zählten Quadrate, so erhält man die Anzahl der Blutzellen in 
1 ccm Blut. Zieht man eine mit etwas Gentianaviolett ge- 
färbte,'/4°/pige Kochsalzlösung in Anwendung, so iöt es leichter,, 
die auf diiese Weise blau gefärbten Leukozyten von den meist 
blaß-roten Blutzellen zu unterscheiden, also auch zu zählen. 

Weitere Literatur für Kap. 4: Ehrlich 91, E. Meyer und 
H. Rieder, Nägeli. 



136 Bindegewebe und Fett. § 449—454^ 

4. Kapitel. Bindegewebe und Fett. 

449. Man fange mit parallelfaserigem Bindegewebe 

an; am leichtesten findet man bequeme Objekte in den 
Sehnen des Schwanzes einer eben getöteten Maus oder 
Ratte. Wenn man ein paar Endwirbel des Schwanzes mit 
den Nägeln samt der Haut abzwickt und die Wirbel durch 
Ziehen entfernt, so folgen einige dünne, glänzende, lange 
Fäden nach, die Sehnen. 

450. Ein Stückchen solcher Sehne wird mit einer 
scharfen Schere abgeschnitten imd nach der Methode der 
Halbeintrocknung (Ran vier, 89) auf dem Objektträger 
gefasert, d. h. es wird mit möglichst wenig Flüssigkeit ge- 
zupft, wobei man jedoch sorgt, daß das Objekt während 
des Faserns nicht eintrockne, was man am besten dadurch 
bewerkstelligt, daß man während des Faserns den Objekt- 
träger anhaucht. Man untersuche solche Präparate zunächst 
in einer konzentrierten Lösung von Neutralrot in phy- 
siologischer Kochsalzlösung. 

451. Solchen gefaserten Präparaten setze man etwas 
von einer z. B. l7oigeii Essigsäurelösung zu; die Fasern, 
resp. die Fibrillen, quellen sehr stark auf und werden zu- 
letzt so durchsichtig, daß sie kaum mehr zu sehen sind. 
DeutUch werden dann die Kerne der SehnenkÖrperchen. 

452. Kalilauge, namentlich verdünnt und in der 
Wärme, bringt diese Sehnenfasern imd Fibrillen in Lösung. 

453. Die die Fibrillen verklebende muzinartige Sub- 
stanz löst sich in Kalk- und Barytwasser — eine für Binde- 
gewebsfibrillen von Rollett (58) empfohlene Isolations- 
methode. Mit Kalkwasser behandle man Sehnenfasern 
6— 8 Tage; mit Barytwasser 4— 6 Stunden. Will man 
solche Präparate dauernd konservieren, so muß man vor- 
her das Kalk-, resp. Barytwasser, vorsichtig neutraüsieren. 
Im nekrotischen Gewebe zeigen die Fasern einen fibril- 
lären Zerfall. (Ran vi er, 89.) 

454. In Schnitten bringe man Bindegewebsfihrillen 
nach der Methode von Hansen zur Darstellung. 

Hansens Bindegewebsfärbung. Hansen 98a, 05, 
fertigt eine Stammlösung: 

100 ccm gesättigte wässerige Pikrinsäurelösung, 
5 ccm 2^loige Säurefuchsinlösung in Wasser. 
Will man intensivere Färbungen erzielen, so nehme 
man etwas mehr Säurefuchsin — 7,5 — 10 ccm — , färbe aber 



§ 455—456. Bindegewebe und Fett. 137 

dann kürzere Zeit — 1 Minute oder nur 20 — 30 Sekunden, 
(Diese Mischung kann längere Zeit aufbewahrt werden.) 

Vor dem Gebrauche setzt man zu 30 ccm dieser Stamm- 
lösung 7 Tropfen lo/^iger Essigsäure hinzu. Man färbt 
20 Minuten bis 24 Stunden, tropft ab imd bringt in Wasser, 
welchem man auf 30 ccm 20 Tropfen der zuletzt genannten 
angesäuerten Farbe zusetzt, für wenige Sekimden, entwässert 
in 96 o/o igem Alkohol, den man einmal wechselt, 3 Minuten 
und überträgt in abs. Alkohol, den man ebenfalls erneuert, 
auf 5 Minuten. Dann kommt Xylol, dicker Kanadabalsam. 
— Bindegewebsfibrillen rot, alle anderen Bestandteile der 
Schnitte gelb. Vorfärbung, z. B. mit Hämatoxylin, ist zu- 
lässig. Pikrinsäure löst sich in starkem Alkohol rascher, 
wie Säurefuchsin. Die Färbung vergeht bald, wenn man 
Schnitte mit Objektträgern und Deckgläsern aus gewöhn- 
lichem Glas in Berührung bringt. (Schaffer 96.) Man 
kann die Präparate unbegrenzt lange erhalten, wenn man 
Objektträger und Deckgläser aus Quarz z. B. benützt. Vgl. 
§ 299 und 301. 

455. Schaffer (96, 99) verwendet zur elektiven Binde- 
gewebsfärbung gesättigte, wässerige Pikrinsäure 100, Patent- 
Säurerabiu 0,15, Eisessig 2 Tropfen. Vorbehandlung Subli- 
mat oder Alkohol, Färbedauer 1 Minute bis Stunden, wenn 
mittels Hämatoxylin-Tonerde vorgefärbt wurde; direkt in 
95% igen Alkohol, darin gut ausschwenken. 

Wo es sich um die Wahrnehmung dünnster Häutchen 
von der Fläche handelt, empfiehlt Schaffer (99) eine 
von Freeborn angegebene Pikro-Nigrosinfärbung. Die 
mit Wasser aufgeklebten Schnitte werden V2 Stunde (Free- 
born sagt 3 Min.) oder länger in einem Gemische von 
gesättigter wässeriger Pikrinsäurelösung 90, l^/ßiger wäs- 
seriger Nigrosinlösung 10 gefärbt, ausgewaschen, entwäs- 
sert und in Balsam eingeschlossen: Muskelfasern grau- 
grün (Verdichtungs- imd Kontraktionsknoten leuchtend 
gelb), Bindegewebe blauschwärzlich. 

456. Mallory (00) gibt eine, wenn gelungen, aus- 
gezeichnete Bindegewebsfärbung an : in Sublimat oder 
Ze nkerscher Flüssigkeit fixierte Objekte werden geschnitten, 
mit Wasser auf dem Objektträger befestigt und in folgender 
Weise gefärbt: 1. 3 Minuten in einer 0,1 böigen Säure- 
fuchsin -Lösung in destilliertem Wasser, 2. Auswaschen 
in Wasser, 3. einige Minuten in l^/oiger Phosphor- 
JVIolybdänsäure,4. gut auswaschen in Wasser, 5. Färben 



138 Bindegewebe und Fett. § 457—468. 

in einer Lösung von Anilinblau 0,5, Orange G 2,0> 
Oxalsäure 2,0 in 100 Wasser (die Lösung wird gekocht und 
dann abgekühlt), 2 Min. lang, 6. Auswaschen in Wasser, 
7. Alkohol, 8. Xylol, 9. Kanadabalsam. Resultate: Binde- 
gewebe und retikuläres Bindegewebe blau, Achsenzylinder, 
Neuroglia etc. rot. Man kann auch Säurefuchsin weglassen. 
NB. Säurefuchsin wird von Alkohol gar nicht, stark aber 
von Wasser angegriffen, umgekehrt verhält sich das Anilin- 
blau. 

467. Frl. Sabin behandelt die Schnitte nach etwas modi- 
fizierter M a 11 ory scher Methode: nach Fuchsin S folgt 
gleich Phosphor-Molybdänsäure, und dann färbt sie direkt 
mit dem Gemisch : Anilinblau, Orange G, Oxalsäure (in 5.), 
nimmt aber 1 g Anilinblau. Nach 6. trocknet Sabin die 
Schnitte mit Fließpapier und geht zu 8. über. (Mall, Ame- 
rican Journ. Bd. 1.) 

458. Marcs ch hat die Methode von Bielschowsky 
auf Bindegewebsflbrillen mit großem Erfolg angewandt 
und populär gemacht. Sie färben sich sehr intensiv und 
konstant schwarz, so daß man viel feinere Gebilde färberisch 
darstellen kann wie mit anderen Methoden. Ob k o 1 - 
lagen e Fibrillen allein sich färben, ist noch nicht aus- 
gemacht. Man fixiert mit 10%iger Formollösung, wäscht 
in fließendem Wasser ca. 6 Stunden aus und zerlegt das 
Objekt mit dem Gefriermikrotom in etwa 10 ^ dicke 
Schnitte. Die Gefrierschnitte werden in dest. Wasser ge- 
bracht und kommen nach kurzer Zeit in 2% Silbernitrat- 
lösung, worin sie 24 Stunden, und auch länger, verweilen. 
Nach raschem Spülen mit Wasser kommen die Schnitte 
in eine frisch zu bereitende ammoniakalische Silbersalz- 
lösung: zu 20 ccm einer 2 o/o igen Silbemitratlösung setzt 
man unter Schütteln 1 — 3 Tropfen einer 40% igen Natron- 
lauge zu, wobei sich ein schwarzbrauner Silberoxydnieder- 
schlag bildet; dieser wird durch tropfenweisen Zusatz von 
Ammoniak unter Schütteln resp. Umrühren mit Glasstab 
eben gelöst. — In dieser Lösung verbleiben die Schnitte 
2 — 10 Minuten. Nach Durchziehen durch dest. Wasser 
werden sie in 207oig®> mit gewöhnlichem Wasser (Brunnen-, 
Wasserleitungswasser) hergestellte Formollösung übertragen, 
in welcher sie schiefergrau werden ; nach etwa 10 — 15 Mi- 
nuten werden die Schnitte mit Brunnenwasser gewaschen 
und in ein Goldbad übergeführt (2 — ^^3 Tropfen Goldchlorid- 
lösung von 1% auf 10 ccm dest. Wasser und ebensoviele 
Tropfen Eisessig) ; man beläßt sie im Goldbad, bis sie eine 



§459^461. Bindegewebe und Fett. 139 

rot-violette Farbe angenommen haben; die Umfärbung 
dauert 1 — 2 Stunden, selten länger. Die in dest. Wasser 
gewaschenen Schnitte werden nun in Natriumthiosulfat 
(Fixiernatron) fixiert (1 Minute), sehr sorgfältig in dest. 
Wasser 12 — 24 Stunden gewaschen, entwässert usw. und 
in Kanadabalsam übergeführt. 

Man kann auch Paraffinschnitte, nach Fixierung 
mit Formol, fast in derselben Weise und mit demselben 
Erfolge nach Bielschowsky behandeln. Man versilbert 
aber im Thermostaten (37 % und zum Schlüsse fischt man 
die Schnitte mit mit Eiweißglyzerin z. B. beschickten 
Objektträgern auf und behandelt sie wie mit Eiweiß- 
glyzerin usw. angeklebte Schnitte weiter. 

459. Grobe Fasern des elastischen Gewebes verschafft 
man sich vom Ligamentum nuchae, z. B. eines Rindes. 
Das Fasern geht hier bei weitem nicht so leicht von 
statten; die isolierten Fasern krümmen sich eigentümlich 
(Bischofstabform). 

460. Die Reagenzien, Essigsäure und Kalilauge wirken 
auf solche Fasern, in der eben angegebenen Weise an- 
gewandt, kaum ; elastische Fasern sind sehr resistent, 
namentlich der Kalilauge gegenüber. Diese letztere Eigen- 
schaft kann man mit Vorteil benützen, um die feinen und 
feinsten elastischen Fasern zur Darstellung zu bringen. Man 
verfahre also: Eine dünne Lamelle, z. B. einer frischen 
Lunge entnommen, wird mit Kalilauge behandelt; nach 
einiger Zeit ~ ein paar Stunden — fangen Bindegewebe, 
Blut usw. sich zu lösen an, und es bleiben die feinsten 
Fäserchen, welche die Alveolen umspinnen, übrig. 

Zum Nachweis der elastischen Fasern in Schnitten 
bediene man sich des Weigertschen Verfahrens und der 
Methode mit angesäuertem Orzein. 

461. Weigerts (98) Färbung elastischer Fasern gelingt 
nach allen üblichen Fixierungen, besonders nach Alkohol 
und Formolfixation, aber auch nach Müll er scher und 
Flemmingscher Lösung und bei Zelloidin- und Paraffin- 
schnitten. Man bereitet sich eine Lösung von 1 % Fuchsin 
(Synonyma: Rubin [nicht Rubin S. II, Magen tarot, AnUin- 
rot) in 2%igeT Resorzinlösung in Wasser. Von der Re- 
sorzin-Fuchsinlösung werden 200 ccm in einer Porzellan- 
schale gekocht. Wenn richtiges Kochen eingetreten ist, 
setzt man 25 ccm Liquor ferri sesquichlorati Ph. G. lEI 
zu und kocht dann unter Umrühren 2 — 5 Minuten. Man 



140 Bindegewebe und Fett. § 462—463. 

läßt nun abkühlen und filtriert. Der auf dem Filter 
bleibende Niederschlag wird mit dem Filter in die vorher 
l^enützte, getrocknete Porzellanschale gelegt, in welcher 
ebenfalls Niederschlag geblieben ist. Das Ganze wird unter 
stetem Umrühren nach Zusatz von 200 ccm 95 % igen Alko- 
hols gekocht, wobei das Filtrierpapier stückweise entfernt 
wird. Schließlich läßt man erkalten, filtriert und füllt das 
Filtrat mit Alkohol von 95% auf 200 ccm wieder auf. 
Nach Zusatz von 4 ccm Salzsäure ist die Farblösung fertig. 
Die Schnitte kommen auf etwa 20 — 60 Minuten hinein, 
werden im Alkohol (95%) abgewaschen und mit Xylol 
aufgehellt. Die Schnitte können auch länger (einige Stunden) 
in der Farbe bleiben, müssen aber dann unter Umständen 
in Alkohol-Salzsäure differenziert werden. Nach der Färbung 
erscheinen die elastischen Fasern dunkelblau, fast schwarz 
auf ganz hellem Grunde. Die Kerne sind bei kurzer Färbung 
nicht tingiert, sie können vor oder nach der Färbung durch 
Karmin gefärbt werden; hierbei kann Differenzierung in 
HCl- Alkohol angewandt werden. Bei der Behandlung des 
Fuchsins in der angegebenen Weise entsteht nach Weigert 
ein neuer Farbstoff, der in Wasser unlöslich, in Alkohol 
aber löslich ist. 

462. Hart färbt Schnitte mit Orthschem Karmin (in 
konzentrierter Lösung von Lithionkarbonat werden durch 
Kochen 2,5 — 5% Karmin gelöst) und behandelt sie dann 
nach Weigert scher Elastinfärbung mit etwas mehr Salz- 
säurezusatz. Während sich die elastischen Fasern färben, 
wird das überschüssige Karmin durch die Säure extrahiert. 
Nachbehandlung mit 90%igem Alkohol usw. Kerne er- 
scheinen rot, elastische Fasern dunkelblau. 

463. Die Orzeinmethode (Taenzer) nach Unna (91): 

Orzein .... 0,1 

950/oiger Alkohol 20,0 

Aqua dest. ... 5,0 
wird zur Hälfte verdünnt (eventuell das Mischungsverhält- 
nis ausprobieren, bei welchem in gegebenem Fall die elasti- 
schen Fasern sich gesättigt dunkelbraun von dem weit 
schwächer gefärbten übrigen Gewebe abheben) mit 

Acid mur. ... 0,1 

95 %igem Alkohol 20,0 

Aqua dest. ... 5,0; 
darin färben 24 Stunden (am besten nicht aufgeklebte 
'Schnitte), dann kurz (ca. V2 Minute) differenzieren in an- 



§ 464—470. Bindegewebe und Fett. 141 

gesäuertem, 95 7o ig®^^ -A.lkohol (eventuell Kernfärbung mit 
Hämatoxylin oder Methylenblau), absolutem Alkohol, Xylol^ 
Kanadabalsam. 

464. Pranther gibt etwas abweichende Rezepte an: 
a) Orzein D (Grübler) 0,1, offiz. Salpetersäure 2, 70%iger 
Alkohol 100; Färbezeit 8— 24 Stunden, b) Orzein 1, offiz, 
Salpetersäure 5, 70%iger Alkohol 100; Färbezeit V2 bia 
1 Stunde. 

465. Sehr einfach verfährt Benda. Es mrd eine 
gesättigte Stammlösung von Orzein in 90^/oigem Alkohol 
hergestellt. Diese Lösung muß ein paar Wochen am Lichte 
bei Luftzutritt reifen. Von dieser unfiltrierten Lösung wird 
soviel in eine l%ige Salzsäurelösung in 70 %igen Alkohol 
getropft, bis die Mischung weinrot wird. In dieser Mischung 
färbt man die Schnitte 12 — 24 Stunden. Bei eventueller 
Überfärbung Behandlung der Schnitte mit 707oig6i^ -A.lko< 
hol mit 1% Salzsäure. 

466. Für die Färbung elastischer Fasern empfiehlt 
Röthig Kresofuchsin. Man nimmt z. B. die folgende 
Lösung: Kresofuchsin (Spiegel) 0,2, offiz. Salpeter- oder 
Salzsäure 3 ccm, 700/oigen Alkohol 100. Färbezeit 12 bis 
24 Stunden. 

467. Das bequemste Objekt, um die Entwicklung der 
elastischen Fasern zu verfolgen, sind die Eihäute. 

468. Das areoläre Gewebe wird am besten dem großen 
Netze, z. B. eines Kaninchens, entnommen und wie fibrilläres 
Bindegewebe behandelt. Es empfiehlt sich, kleinere Stücke 
des Netzes zu versilbern (siehe § 378) und alsdann mit 
Karmin (Pikrokarmin) zu färben. Dabei sieht man, wie 
die Endothelzellen dicke Maschen bildende Bindegewebs- 
bündel bekleiden. 

469. Das retikuläre (adenoide) Gewebe studiert man 
am besten in Lymphdrüsen und ähnlich gebauten Organen. 

470. Um die Elemente des Koriums darzustellen, be- 
dient man sich folgender Methode : Einem eben getöteten 
Hunde wird die Haut leicht abgehoben und eine Silber- 
nitratlösung 1 pro mille subkutan (oder vielmehr sub- 
epidermoidal) eingespritzt. Es bildet sich dann eine kleine 
Ödemkugel, innerhalb welcher die Fasern etwas gedehnt, 
und im gedehnten Zustande fixiert werden. Es wird ein 
einer solchen Ödemkugel mit einer krummen Scheere ent- 
nommenes Fetzchen auf dem Objektträger gewaschen und 



142 Bindegewebe und Fett. § 471—472. 

unter der Lupe zerfasert, eventuell durch Zusatz eines 
Tropfens Pikrokarmin auf dem Objektträger gefärbt. Dabei 
isoliert man Bindegewebsbündel, elastische Fasern, gut 
^xierte Bindegewebszellen, eventuell Fettzellen. An den 
Bindegewebsfasern sieht man oft spiralig verlaufende, ein- 
schnürende Fasern, die sich anders verhalten wie die Binde- 
gewebsfibrillen. Vergl. Kapitel Haut. 

471, Ewald und Kühne (74) unterwerfen die folgen- 
den Gewebe der Trypsinyerdannng, z. B. mit einem 
«chwach alkalischen Glyzerinpankreasextrakt, bei der Tem- 
peratur von 35 ö C. 

1. Sehnen zerfallen in einzelne Faszikel oder in Fibrillen ; 
von allen anderen Bestandteilen bleiben nur geschrumpfte 
Kerne erhalten, die leicht abfallen. 

2. Alveoläres Bindegewebe des Mesenteriams ver- 
hält sich wie Sehne; Endothelien werden gelöst bis auf die 
Kerne. 

3. Retikuläres Bindegewebe wird in vollkommener 
Reinheit dargestellt. 

4. Hyaliner Knorpel. Die Zellen werden bis auf die 
Kerne gelöst, die Grundsubstanz stellt ein eigenartiges, etwas 
kömiges Netzwerk dar, von dem Verhalten des Kollagens. 

5. Elastischer Knorpel verhält sich wie hyaliner; die 
«lastischen Fasern verschwinden. 

6. Elastisches Gewebe wird gelöst. 

7. Sogenannte strukturlose Membranen werden 
vollkommen gelöst. 

8. Die Leber ist bis auf die Kerne und das Kollagen voll- 
kommen verdaulich. Das fibrilläre Bindegewebe erstreckt sich 
bis zur Vena intralobularis. 

9. Muskeln werden bis auf die bindegewebigen Bestand- 
teile verdaut. 

10. Von den Epithelien der Schleimhäute bleiben 
nur die Kerne zurück. 

11. Bei Schnitten menschlicher Oberhaut fällt zuerst das 
Rete Malpighii heraus, dann werden Stachelzellen isoliert, 
hierauf zeigen sich die Zellen der Hornschicht wie hohl mit 
doppelter Kontur. 

Das Trypsin ist also ein Mittel, um aus jedem tierischen 
Oewebe kollagene Fibrillen und Netze, Homsub- 
fitanz und Kerne zu isolieren. 

472. Untersuchungen von P. Mall (91 und 96) ver- 
danken wir zahlreiche Angaben über das Verhalten des 
Bindegewebes ge^en Reagenzien und greifen davon fol- 
gendes heraus: 

Die elastischen Fasern bleiben in Essigsäure (auch beim 
Kochen in 20Voigör) unverändert, sie werden nur brüchig; 



% 472. Bindegewebe und Fett. 143 

in konzentrierter Salzsäure gekocht, zerfällt die elastische Faser 
sehr rasch ; in lO^oigör bleibt sie bei gewöhnlicher Temperatur 
unverändert, in 50®/oiger löst sie sich in 7 Tagen, in kon- 
zentrierter schon am zweiten Tage ; zuerst löst sich das Innere 
der Faser, dann die > Fasermembran«. Zur Darstellung der 
letzteren kocht man die elastischen Fasern ein paarmal in 
konzentrierter Salzsäure auf und gießt das Ganze in kaltes 
Wasser aus. Manchmal sieht man an den Membranen eine 
longitudinale Strichelung, welche auf einen fibrillären Bau 
hindeutet. Konzentrierte Kalilauge zerstört die Faser in wenigen 
Tagen, schwache Lösungen nur sehr langsam; eine IVoig© 
braucht dazu Monate, eine ^^/^ige einen Monat, eine 5^/oige 
S TagOj 10% ige ©inen Tag, 20— 40% ige Stunden. Eine 
schwache Kalilauge löst, auch kochend angewandt, die elasti- 
schen Fasern nicht auf ; sie werden darin auch nicht brüchig. 
In 5- oder 10%iger Kalilauge gekocht, isolieren sich die 
>Fasermembränen«, ebenso in 20<*/^iger kalter Lösung in 1 bis 
2 Tagen. Durch Pepsin zerfällt der Inhalt der Faser, die 
»Membranen« bleiben übrig. 

Trypsin löst die elastischen Fasern rasch auf, nicht aber 
das Sehnen- und das retikulierte Gewebe, welch letztere tage- 
lang darin unverändert bleiben. Die Fäulnis zerstört das Lig. 
nuchae in wenigen Tagen; zuerst zerfällt das Innere der 
Faser, dann die > Fasermembranen «. 

Um den Faserinhalt und die »Fasermembranen« zu demon- 
strieren, empfiehlt sich eine Färbung mit Magentarot (ein 
Kömchen Magentarot auf 50 g Glyzerin + 50 g Wasser). Der 
Inhalt färbt sich rot, die Faserscheide bleibt farblos. 

Wird eine Sehne gekocht, so wird sie kürzer. • Fixiert 
man die Sehne vor dem Kochen, so verkürzt sie sich nicht. 
Das adenoide Gewebe schrumpft beim Kochen, quillt nach 
kurzer Zeit und löst sich später auf. Sehnengewebe und 
adenoides Gewebe schrumpfen schon bei 72 ° C. Behandelt 
man sie aber eine kurze Zeit mit Va'^/oiger Osmiumsäure, so 
tritt die Schrumpfung erst bei 95 • ein. Sind das Retikulum 
oder die Sehne durch Erwärmung geschrumpft, so lassen sie 
sich sehr leicht mit Pankreatin (Trypsin) verdauen und werden 
durch Fäulnis sehr leicht zerstört. 

In konzentrierter und in einer Essigsäure von unter 
Vio*/o quellen die Sehnenfasern nicht. In Säuren zwischen 
Vi und 25®/o quellen sie hingegen auf; in 25®/oiger werden 
sie nach 24 Stunden gelöst. Ameisensäure in stärkster 
Verdünnung, Vßoo^/oig 2. B , bringt Sehnenfasem in kurzer Zeit 
zum Quellen. Zachariadös. !hi Salzsäure von 0,01^0 ^ia 
6®/o quellen die Sehnenfasem auf. In einer 6- bis 25% igen 
Lösung bleiben sie eine Zeitlang ganz unverändert, und erst 
in konzentrierter Säure lösen sie sich. lO^oige Salpeter- 
säure verändert das Volumen der Sehnenfaser kaum; Vb© Voige 
wirkt am stärksten quellend. Zacha riadös. Das retiku- 



144 Bindegewebe und Fett. § 473—474. 

1 i e r t e Gewebe quillt in Salzsäure bis 3 %, bleibt unverändert 
zwischen 3 — 10 Vo und löst sich nach 24 Stunden in 25 böiger 
Säure und in höheren Konzentrationen derselben. Nach Be- 
handlung mit verdünnter Säure löst sich beim Kochen die 
Sehne viel rascher auf als das retikuläre Gewebe. 

Im natürlichen Magensaft des Hundes lösen sich die Sehnen 
nicht schneller als das elastische Gewebe auf; im künstlichen 
dagegen löst sich zuerst die Sehne, dann das retikulierte Ge- 
webe, dann die elastische Faser auf (vgl. über fraktionierte 
Verdauung, Spalteholz, 03). Pankreatin greift weder die 
Sehne, noch das retikulierte Gewebe an. Werden beide ge- 
kocht, so werden sie leicht in Pankreatin verdaut. 

Die Fäulnis zerstört weder die Sehne, noch das Retikulum, 
wenn sie der Leiche entnommen worden sind. In der Leiche, 
und namentlich bei höherer Temperatur (37®), zerfallen beide 
Gewebe in kurzer Zeit. 

473. Höhl (97) empfiehlt, mit Wasser aufgeklebte 
Schnitte von fixierten ODJekten zu verdauen. Nach Ent- 
fernung des Paraffins mit Xylol kommen die Objektträger 
in Alk. abs. und dann (da Pankreatin exakt nur bei voll- 
ständig entfettetem Präparat wirkt) in ein gut schließendes 
Gefäß mit Benzin 24—72 Stunden bei 37 o C, dann in abs., 
90, 70 böigen Alkohol und dann 10 — 20 Minuten in fließendes 
Wasser, dann in die Verdauungsflüssigkeit, 100 ccmVs^iger 
Sodalösung und ein e Messerspitze pancreatinum siccum 
(depuratum) Grübler. Darin bleiben sie bei 20 — 37^ C 
24 — 10 Stimden. Nach der Verdauung werden die Präparate 
in fließendem Wasser 10 — 20 Minuten vorsichtig ausge- 
waschen. Dann kommen die Objektträger zur Färbung in 
eine V2Voig® wässerige Lösung von Ferridammonium tar- 
taricum für 1—24 Stunden, dann kurz in Wasser und 
3 — 24 Stunden in eine V2%ige wässerige (gereifte) Häma- 
toxvlinlösung. Sind nach Abspülen des Farbstoflfes die 
Bälkchen des Retikulums noch nicht tief schwarz, so kommt 
das Präparat noch auf 20 — 30 Minuten in die Eisensalz- 
lösung (die jedesmal frisch zubereitet werden muß) zurück. 

474. Björkenheim schildert die Methode der Ver- 
dauung aufgeklebter Schnitte sehr eingehend: Die Objekt- 
träger müssen rein und fettfrei sein, damit die Schnitte 
bei der Verdauung sich nicht loslösen. 3— 4tägige Auf- 
bewahrung der Objektträger in einer Seifenlösung ist das 
einfachste und zugleich das sicherste Mittel. Die mit 
Wasser regelrecht aufgeklebten Schnitte werden von Pa- 
raffin befreit, indem man sie bei Zimmertemperatur 
a) 3 — 4 Stunden in Xylol, b) absol. Alkohol, c) in Benzia 



-§ 475. Bindegewebe und Fett. 145 

bringt, um das Fett gleichzeitig zu entfernen; die Ver- 
dauung geht leichter vor sich, Wenn die Schnitte längere 
Zeit, 6 — 7 Tage, in Benzin gelegen haben, d) absol. Alkohol, 
e) 967oig6^ Alkohol, f) einige Minuten Spülen mit dest. 
Wasser, g) Barytwasser 24 Stunden, um die Schnitte etwas 
lockerer zu machen und dadurch die Verdauung zu be- 
günstigen, Kolster 87, h) Abspülen der Schnitte in 
fließendem Brunnenwasser, i) Nun kommen die Schnitte 
in die Verdauungsflüssigkeit, welche man in der Weise 
herstellt, daß man zu 40 — 45 ccm einer l%igen Soda- 
lösung eine Messerspitze pancreatinam siccum Grübler 
zusetzt; man läßt diese Flüssigkeit bei 35 — 37^0 6 bis 
24 Stunden und länger einwirken, k) spült die Schnitte 
vorsichtig in dest. Wasser aus, 1) färbt mit Hämatoxylin 
von Mallory § 261, m) spült abermals mit dest. Wasser 
vorsichtig, damit die Schnitte nicht abgehen, aus, und n) 
überführt durch Alkohol usw. in Kanadabalsam. Die Zeit, 
wie lange die Schnitte in der Verdauungsflüssigkeit liegen 
sollen, läßt sich von vornherein nicht bestimmen; junge 
Uteri brauchen etwa 6 Stunden, Vaginen von Greisinnen 
3 Tage bis das Reticulum frei liegt; verdaut man längere 
Zeit, als es nötig ist, so löst sich das Bindegewebe vom 
Objektträger ab. Das Abspülen mit Wasser nach der Ver- 
dauung muß behutsam erfolgen. Das Optimum der Schnitt- 
dicke ist 6 — 8 /u. Vorbehandlung des Materials : Fixiermig 
in Alkohol oder Sublimat, nicht aber in Formol, Chrom- 
säure und Osmiumsäure. 

475. Von außerordentlich großem Wert für die Ver- 
dauung zarter Schnitte ist die folgende Modifikation von 
C. M. Jackson: »Ich fand auch, daß es möglich ist^ 
die Parafflnschnitte (5u bis 10 fi Dicke), mögen sie frei 
schwimmen oder auf dem Objektträger festgeklebt sein, 
erfolgreich zu verdauen, ohne das Paraffin vorher zu ent- 
fernen; nur muß man die Trypsinlösung etwas länger 
(1 — 4 Tage) einwirken lassen. Die vercmuten Schnitte 
werden (im Paraffin) mit Eisenhämatoxylin gefärbt (1 Tag 
im Eisenalaun, 1 Tag im Hämatoxylin). Dann kann 
man das Paraffin mit Xylol entfernen, oder man kann 
auch die Schnitte nach gründlicher Trocknung direkt in 
Balsam einschließen, ohne das Paraffin vorher aufzulösen. 
Der Vorteil dieser Methode besteht darin, daß selbst die 
zartesten Fasern, die sonst beim Waschen leicht verloren 
gehen, im Paraffin an ihrem Platze festgehalten werden. 
Allerdings sind die Präparate nicht so sauber wie die mit 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 10 



146 Bindegewebe und Fett. § 476—481. 

der gewöhnlichen Methode hergestellten, doch wird meiner 
Meinung nach dieser Nachteil durch die Vorteile bedeutend 
überwogen.« Vgl. Spalteholz (03). 

476. Flint verdaut Stücke verschiedener Organe in 
folgender Weise: Die Organe werden in van Gehuch- 
tenscher Flüssigkeit fixiert, in nicht über 3 mm große 
Stücke zerschnitten und mit Äther im Soxlethschen 
Apparat entfettet. Die Entfettung dauert etwa eine Woche. 
Die Präparate werden durch allmählich steigenden Alkohol 
bis zimi absoluten übergeführt, während 24 Stunden aus- 
gewaschen und mit Grüblers Pankreatin im Thermostaten 
verdaut. Pankreatinlösung wird alle 48 Stunden erneuert. 
Die Verdauung wird solange fortgesetzt, bis reines Binde- 
gewebe übrig bleibt, was bei verschiedenen Organen ver- 
schiedene Zeit in Anspruch nimmt. Die ganze Prozedur 
dauert einen vollen Monat. 

477. Vor Fäulnis schützt man die Pankreatinlösungen 
durch geringen Zusatz von Chloroform, Thymol, Toluol 
oder Äther. 

478. Junge kollagene Fibrillen leisten dem 
Trypsin wenig Widerstand und färben sich schlecht nach 
Bielschowsky. (Golowinski 07.) 

479. Die Vorbehandlung des Bindegewebes hat 
einen wesentlichen Einflufi auf die Resultate der Ver- 
dauung desselben. So sind z. B. in Osmiumsäure fixierte 
elastische Fasern in Pepsin unlöslich. Mit sehr schwachen 
Chromsäurelösungen (Vsooo) ^ Lichte behandelte elastische 
Fasern sind in Tiypsin unveränderlich, werden dagegen 
verdaut, wenn sie im Dunkeln ebenso fiixiert waren. Das- 
selbe gut für kollagene Gewebe. (Ewald 90.) 

480. Man hat Gelegenheit genug, Fettzellen (Fett ist 
löslich in Äther, heißem Alkohol, Benzol und Chloroform) 
in frischem Zustande an überlebenden Gewebsstücken zu 
untersuchen, beispielsweise an den Mesenterien kleinßrer 
Tiere in einer Schicht. Man trifft unter besonderen Um- 
ständen auch Margarinkristalle in Fettzellen an. 

481. Das Fett ist so glänzend und die Fettzellen sind 
so groß, daß die feineren Strukturverhältnisse derselben 
am frischen Material unmöglich erkannt werden können. 
Um sich über den Bau einer Fettzelle zu orientieren, ist 
die im § 470 angegebene subepidermoidale Silbemitratlösung- 
Injektion zu empfehlen. An Zupfpräparaten der Oedem- 
kugel erhält man konstant isolierte Fettzellen, und diese zeigen 
einen deutlichen Fettropfen, umgeben (im optischen Durch- 



§ 482. Bindegewebe und Fett. 147 

schnitt) von einem Protoplasmaring, der an einem Zellenpol 
sich verbreitert und den Kern der FettzeUe einschließt. 

482. Behandelt man ganz frisch herausgenommene 
Fettstückchen 24 Stunden lang in einer V2 ^is iVoig^n 
Osmiumsäure, so zeigen die Fettzellen eine schwarze 
Färbung infolge der Anwesenheit von Oleinfett, welches 
allein durch Osmiumsäure direkt geschwärzt wird, weil es 
Osmium reduziert ; die übrigen reinen Fette, ohne Oleinfett 
als Beimischung, werden durch Osmiumsäure fixiert und 
nur gebräunt, in Alkohol aber erst nachträglich geschwärzt. 
Alt mann (94). Starke. Die in Osmiumsäure fixierten 
Stücke eines Fettläppchens werden mit destilliertem Wasser 
gewaschen, auf dem Objektträger gezupft und in Glyzerin 
(siehe § 209) übergeführt, das Deckgläschen wird umrandet, 
und so ein dauerndes Präparat angefertigt. 

Um Fett mit Osmlnrnsttnre nachzuweisen, übertrage man 
die mit Osmiumsäure behandelten Präparate nicht direkt in 
Alkohol, weil sie dadurch im ganzen geschwärzt werden. Am 
besten verfahre man so : Man behandle mit 1 — 27©igör Osmium- 
säurelöflung im Dankein, wasche mit destilliertem Wasser aus 
und übertrage allmählich in Alkohol, worin erst die inten- 
sive Färbung der Fettropfen zum Vorschein kommt. 

Das mit Osmiumsäure, resp. Osmiumsäuregemischen, 
schwarz gewordene Fett löst sich in Terpentin , Xylol, 
Toluol, Äther und Klreosot, nicht aber in Nelkenöl, Berga- 
mottöl und Chloroform. (Bergamottöl und Chloroform 
lösen osmiertes Fett der Nebenniere, H. Rabl [91], aus 
der Gegend der Thymus und das Fett der Winterschlaf- 
drüse, Schaffer [96]). 

Die Löslichkeit des Fettes in mit Osmiumsäure 
allein behandelten Präparaten ist eine viel geringere als in 
mit Osmiumgemischenr fixierten (Flemming, 89a und 
89 b). — Das mit Müll er scher Flüssigkeit behandelte Fett 
schwärzt sich mit Osmiumsäure ebenfalls. — Über Fett- 
osmieren nach verschiedener Vorbehandlung auf Schnitten 
siehe Unna (98). 

Fetthaltige Gewebsteile werden also zweckmäßig nicht 
durch Xylol etc., sondern durch Chloroform in Paraffin 
übergeführt, wenn man mit geschwärztem Fett gefüllte 
Zellen erhalten will. 

Osmiertes Fett kann man entfärben, entosmieren, 
wenn man dasselbe z. B. mit naszierendem Chlor behandelt. 
Vgl. Bleichen der Pigmente. § 363 u. ff. 

Vgl. auch die Färbung von Azoulay in § 685. 

10» 



148 Bindegewebe und Fett. § 483— 485. 

483. L. Daddi hat neuerdings Sudan III als Fär- 
bungsmittel für Fett empfohlen. Dasselbe kann in dop- 
pelter Weise angewandt werden: 1. entweder füttert man 
die Tiere mehrere Tage lang, wobei sich das ganze Fett 
rot färbt, oder 2. man färbt fnsche oder fixierte (in Medien, 
welche das Fett nicht lösen, z. B. in Müll er scher Flüssig- 
keit) Stücke und Schnitte. Es wird eine gesättigte alko- 
holische Sudanlösung angewendet, welche in 5 — 10 Minuten 
färbt. Man wäscht in Spiritus aus und schließt in Glyzerin 
ein. Sudan III wird gegenwärtig allgemein gebraucht und 
hat vielfach die Osmiumsäure verdrängt. 

4&4t. W. Rosenthal empfiehlt folgende Methode: 

Etwa 5 mm dicke Scheiben werden in einem Gemisch 
von 5 ccm Formol und 100 ccm gesättigter wässeriger 
Pikrinsäurelösung 24 Stunden lang fixiert, kurze Zeit mit 
fließendem Wasser gewaschen und auf dem Gefriermikro- 
tom möglichst dünn geschnitten. Die Schnitte werden im 
Wasser gewaschen, in 50 o/o igen Spiritus auf kurze Zeit 
übertragen, um in Sudan III auf 10' (höchstens 30' I) zu 
kommen (Sudan III -Lösung in 70 — 80%igem Alkohol); 
die im Sudan III gefärbten Schnitte werden flüchtig 
(Sekunden!) in 50<^/oigem Alkohol gewaschen, in Wasser 
übertragen und in Glyzerin, resp. Glyzerin-Leim, ein- 
geschlossen. — Eine Färbung, z. B. mit Hämatoxylin, ist 
zulässig. 

Statt mit Formol-Pikrinsämremischung kann man auch 
mit Formol allein fixieren und dann auf dem Gefrier- 
mikrotom schneiden. Sudan HE färbt auch oleinfreies 
Neutralfett, was Osmiumsäure nicht tut. Lecithin 
und Myelin färben sich schwach rosa. Scharlach R. (Fett- 
ponceau) verhält sich dem Fett gegenüber wie Sudan III, 
d. h. wird in Fetten gelöst (Herxheimer). Man nehme 
eine gesättigte Lösung in 80 Teilen absoluten Alkohols, zu 
dem 20 Teile einer 5 obigen Natronlauge zugesetzt worden 
sind. Eine Durchfärbung im Stück ist zulässig. Linde- 
mann W. 

485. Untersucht man frische Fettzellen, die mit einem Deck- 
glase bedeckt sind, in Wasser oder indifferenter Flüssigkeit, 
so gewahrt man, daß einige oder viele Fettzellen (die Mem- 
branen derselben) zerplatzen und größere oder kleinere Fett- 
tropfen frei werden und oft konfluieren. Man kann die Pro- 
zedur dadurch beschleunigen, daß man auf das Deckgläschen 
(etwa mit einer Nadel) drückt. 



§ 486-491. Knorpel. 149 

486. Die Fettablagerangen in der Zelle bestehen nicht aus 
gleichartigen Stoffen, sondern aus verschiedenen in der Peri- 
pherie und im Zentrum. Solger (93). 

5. Kapitel. Knorpel. 

487. Der Knorpel kann an vielen Stellen, namentlicb 
der hyaline, schon frisch untersucht werden. Man nimmt 
zu diesem Zweck entweder den knorpeligen TeU des Hypo- 
oder Episternums, oder aus der Skapula eines Frosches, 
oder auch des Processus xiphoideus kleiner Säuger. Solche 
dünne Knorpellamellen können, mit einem Stück Lein- 
wand von Weichteilen gesäubert, in indifferenter Flüssig- 
keit (siehe § 11 ff.) untersucht werden. Man kann auf 
diese Weise die Knorpelgrundsubstanz, die Kapseln und 
die Zellen darin, welche die Kapseln ganz ausfüllen, mit 
Leichtigkeit sehen. 

488. Aber auch große Stücke Knorpel sind der Unter- 
suchung frisch zugängig. Die Konsistenz des Knorpels ist 
nämlich eine derartige, daß man trocken oder mit einem 
mit indifferenter Flüssigkeit benetzten Rasiermesser dünne 
Schnitte anfertigen und in derselben Flüssigkeit sich an- 
sehen kann. 

489. Auf dieselbe Weise können frische Netzknorpel- 
ßtücke mit dem Rasiermesser geschnitten (siehe § 6) oder, 
wenn sehr dünn, wie die Ränder der Ohrmuschel einer 
Maus, nach der Entfernung der beiden Hautlamellen un- 
geschnitten untersucht werden. 

490. Die hyaline Knorpelgrundsubstanz mit Sublimat 
fixiert und nachträglich mit Safranin tingiert, zeigt eine 
prägnante Orangefärbung. Sie ist basophil und läßt sich 
besonders gut mit mit Salzsäure angesäuerter, 1 — 5 Tropfen 
einer lo/oigen Salzsäurelösung auf 100 ccm Viooo bis Vioooo 
Methylenblaulösung färben. Man fixiert die Farbe mit 
3%igem Ferricyankalium oder öligem Ammonium- 
molybdat. 

491. Hansen (98b, 05) beschreibt im hyalinen 
Knorpel der Wirbeltiere feine Bindegewebsfibrillen in der 
hyalinen Grundsubstanz. Die Basophilie des Knorpels rührt 
von der im Chondromucoid vorhandenen Chondroitin- 
«chwefelsäure her. Das Chondromucoid umhüllt die Fi- 
brillen so, daß sie unsichtbar, maskiert sind. Entfernt man 
die Chondroitinschwefelsäure aus einem unfixierten oder 
besser fixierten Knorpelschnitte durch sehr vorsichtige Be- 



150 Knorpel. § 492—497. 

handlang mit Alkalien, so läßt sich mit Hansens Binde- 
gewebsfärbung (siehe § 454) alles Kollagen (Bindegewebs- 
fibrUlen) im Knorpel färben; es wird demaskiert. 

492. In fixierten Schnitten, besonders in Fonnol oder 
Formol-Alkohol, löst sich das Chondromucoid in Baryt- 
wasser, Barytwasser und lOO/oig^ Kochsalzlösung zu gleichen 
Volum teilen, in Kalkwasser und besonders gut in dünner 
KaUlauge, welche, wenn die Schnitte gut und lange fixierten 
Objekten entnommen sind, nicht besonders destruierend 
einwirkt. Hansen (05). 

493. Von Weichteilen gesäuberte hyaline Knorpelscheibenj 
z. B. der Fatella oder den Kondylen entnommen, lasse man B 
bis 7 Tage in einer mittelstarken Lösung von Kalium hjrper- 
manganicum oder in einer 107oigou Kochsalzlösung maze- 
rieren. Die erstere wechsle man 4—6 mal täglich. Die hyaline 
Grundsubstanz zerfällt dann in sehr feine Fibrillen, welche 
den Bindegewebsfibrillen gleichen (Tillmanns). 

494. Knorpel der Kephalopoden zeigt yerzweigrte Knorpel* 
Zellen, welche miteinander anastomosieren. Nach Chat in 
kommen verzweigte Knorpelzellen in der Sclera von Gecko, 
Lacerta und Cameleon, sowie in der Cartilago cricoidea des 
Dachses vor. 

495. Um Netzknorpel zu untersuchen (Ohrmuschel, 
Epiglottis etc.), fertige man sich, nachdem man ihn mit 
Alkohol fixiert hat, dünne Schnitte, welche nun beliebig 
gefärbt werden können, z. B. Borax-Karmin, Safranin etc. 

An solchen Präparaten aber, namentlich in Kanada- 
balsam, sieht man die feinen und dichten elastischen 
Netze kaum. Um diese darzustellen, kann man die Schnitte 
aus dem Wasser in eine sehr dünne Jodlösung ein- 
legen, welche in kurzer Zeit die elastischen Netze braun 
färbt. 

Bei Jodzusatz achte man auf das event. Vorhandensein des 
Glykogens in den Knorpelzellen (es kommt auch im hya- 
linen Knorpel vor), welches mahagonibraun erscheint (vgL 
§ 797). Diese Farbe schwindet beim Erwärmen. 

496. Will man Dauerpräparate anfertigen, so tingiere 
man dünne Netzknorpelschnitte nach dem Weigert- 
schen Verfahren (siehe § 461) oder nach der Orzemmethode 
(siehe § 463). 

Mit Pikrokarmin färben sich elastische Netze gelb, 
die Kerne der Knorpelzellen rot. 

497. Tingiert man dünne Schnitte mit einer wässerigen 
Fuchsinlösung, wäscht dann dieselben längere Zeit in 



§;498— 504. Knochen und Zähne. 151 

Alkohol ans und überträgt sie nach den allgemeinen Regeln 
in Kanadabalsam, so erscheinen die Netze intensiv rot, das 
übrige, außer den Kernen, farblos. 

498. Knorpel bei älteren Individuen, namentlich Rippen- 
knorpel, aber auch Larynxknorpel etc. zeigen Kalkein- 
lagerangen und müssen daher, nachdem sie fixiert worden 
sind, entkalkt werden (siehe § 504 ff.). 

499. Rippenknorpel des Erwachsenen und embryo- 
nale Knorpel bieten häufig Material für das Studium von 
mehreren Tochterknorpelzellen in einer Kapsel. 

500. Die knorpelhaltigen Organe lassen sich nicht gat auf 
dem Objektträger, namentlich wenn die Schnitte etwas dick 
sind, aufkleben, weil sie sich beim Erhitzen werfen. 

501. Der bindegewebige Knorpel wird aus der 
Zwischenmrbelscheibe etc. entnommen und entweder mit 
Osmiumsäure, oder noch besser, mit Pikrinsäure fixiert 
und mit Pikrokarmin oder nach Hansens Methode 
(siehe § 454) gefärbt. 

502. Um embryonale Knorpelskeletteile oder ganze 
Embryonen als Übersichtsbilder zu montieren, verfährt 
Lunavall, wie folgt: a) Fixierung in IQO/oigem Formol, 
48 Stunden und darüber, b) Behandlung mit 957oigem 
Spiritus, eben solange, c) Färbung in Toluidinblau bei 
40® C (man löse 0,25 g Toluidin in 100 ccm einer ^/2^/oigen 
Lösung von Salzsäure in 70 % igem Alkohol, füge nach er- 
folgter Lösung noch 0,5 ccm Salzsäure hinzu und filtriere 
nach 24 Stunden), d) Entfärbung in 0,25%iger oft zu 
wechselnder Salzsäure in 70^/oigem Spiritus bei 40 ^ C, 

e) Entsäuern in oft zu wechselndem 95% igem Alkohol^ 

f) Abs. Alk. etc. Statt Xyiol nehme man für diesen Zweck 
Benzol. 

508. Färbung mit Methylenblau, Ausziehen des über* 
schüssigen Farbstoffes mit verdünnter Salzsäure, Entwässern 
und Einlegen in eine Mischung von Benzol-Schwefelwasser- 
stoff geben dieselben Resultate. Lenhoss^k und Bokay 
färben mit Bismarckbraun im Stück, ziehen den Farbstoff 
mit 96% igem Alkohol aus und hellen in Zedernholzöl auf. 

Ältere Literatur zu Kap. 6 : F 1 e s c h 80, neue : Hansen 05.^ 

6. Kapitel. Knochen und Zähne. 

504. In der organischen Grundmasse des Knochen» 
sind verschiedene anorganische Substanzen und namentlich 
Kalksalze enthalten, welche dem ganzen Knochen die 



152 Knochen und Zähne. § 505— 507. 

Festigkeit verleihen. Will man den Knochen schnittfähig 
machen, so muß man diese Kalksalze entfernen, ent- 
kalken. Man behandelt zu diesem Zweck den Knochen, 
auch Zähne mit Säuren, welche an Stelle der Säuren der 
Kalksalze im Knochen treten. Unter Freiwerden dieser 
Säuren entstehen neue Verbindungen, die aber in Wasser, 
resp. Spiritus, löslich sind. Auf diesem Prinzip beruht die 
Entkalkung. 

505. Unter den Entkalkangsflüssigkeiten steht nach 
P. Ziegler (99) an erster Stelle die schweflige Säare, 
deren Wirkung darauf beruht, daß das unlösliche Trikalzium- 
phosphat, das neben dem kohlensauren Kalk die Haupt- 
masse der anorganischen Bestandteile des Knochens dar- 
stellt, unter dem Einflüsse der schwefligen Säure in Mono- 
kalziumphosphat, welches leicht löslich ist, umgewandelt 
wird. 

Nachdem bei kleineren Knochen eine Fixation 
vorausgegangen ist, — bei größeren Knochen, da die 
gewöhnlichen Fixierungsmittel nicht rasch genug in die 
Tiefe eindringen, fixiere man am zweckmäßigsten mit For- 
mol, — verbringt sie P. Ziegler auf kürzere oder längere 
Zeit in die gesättigte wässerige schweflige Säure mit ca. 
50/q Säuregehalt. Es wird dann ebenso lange mit fließen- 
dem Wasser gewaschen, in allmählich steigendem Alkohol 
nachbehandelt und in Zelloidin geschnitten. 

Dieselbe Säurelösung entkalkt den Humerus eines aus- 
gewachsenen Meerschweinchens in 1 — 2 Tagen und alteriert 
dabei die Struktur der Weichteile nicht, wie die im folgen- 
den erwähnten Verfahren; die Entkalkung erfolgt voll- 
ständig gleichmäßig, und die Färbbarkeit mit allen Farben 
ist eine vorzügliche. Tritonenextremitäten bleiben nur 
2 — 3 Stunden in der Säure, größere menschliche Knochen 
8 Tage. — Kleinere, passend fixierte und nicht länger wie 
2 — 5 Stunden entkalkte Knochen zeigen in ihren Weich- 
teilen die feinsten Zellstrukturen gut erhalten. 

Von weiteren Entkalkungsflüssigkeiten (siehe Hang, 91 a, 
und Schaffer, 03) nennen wir folgende: 

506. Salzsäure (offizineile) V2— 1 7o. ^^ oft zu wechseln 
ist; sie wird auf vorher fixierte Objekte angewendet. Offi- 
zinelle Salzsäure hat 25 o/^ HCl, rohe 30— 33 0/o. 

507. Eine 1^/oige Salzsäurelösung zu gleichen Teilen 
mit einer lo/^igen Chromsäurelösung. 



8 508—511. Knochen und Zähne. 153 

508. Für kleinere Objekte : konzentrierte Pikrinsäure- 
iösung und Pikrinsalpetersäure, nicht aber Pikrinschwef el- 
«äure wegen der Entstehung des schwerlöslichen Gipses. 

509. Salpetersäure (gemeint ist Acidum nitricum 
crudum mit 61 % Säuregehalt und von 1,40 spezifischen 
<jrewichts); die 2 — 15% ige Säure ist die rascheste und 
öchonendste Entkalkungsflüssigkeit; nach der Entkalkung 
behandelt man die Stücke mit 5 % Alaunlösung und wäscht 
dann mit Wasser aus. Schaffer (03). Auch alkoholische 
Lösimgen, gewöhnlich in 70 % Spiritus, werden gebraucht ; 
in ihnen können auch in Zelloidin eingebettete 
Stücke entkalkt werden, (Schaffer (03). Auch die er- 
wähnte Salpetersämre 70, Formol 50, Wasser 1000 mrd 
auf fixierte Objekte mit guten Resultaten angewandt. 
Alexander, siehe Kapitel Ohr. 

510. Trichloressigsäare 5^0 ig- Sie entkalkt in re- 
lativ kurzer Zeit und fixiert gleichzeitig; Dauer der Ein- 
wirkung 12 Stunden bis 2 Tage; darauf starker Alkohol: 
in Wasser quillt Bindegewebe nach dieser Vorbehandlung 
a,uf. (Holmgren.) 

511. Salzsäure darf wohl nie auf ganz frische Objekte 
angewandt werden, sondern nur auf vorher fixierte; aber 
auch diese, wenn sie groß sind und längere Zeit in der 
Entkalkungsflüssigkeit liegen, verändern sich sehr stark. 
Besser entkalkend und fixierend zugleich wirkt Salzsäure- 
CJhromsäure • Gemisch. Gute Resultate erzielt man mit 
Pikrin- und Pikrinsalpetersäure, aber diese Flüssigkeiten 
dringen nur sehr wenig in die Tiefe, und die Entkalkung 
geht außerordentlich langsam von statten. Die Salpeter- 
säure (namentlich schwächere Lösungen derselben auf 
kleinere Objekte angewandt, die vorher gut fixiert waren) 
liefert ebenfalls sehr Gutes, Statt des Wassers wird Koch- 
salzlösung als Vehikel empfohlen, durch welche die quel- 
lende Wirkung der Säuren bei passender Konzentration 
aufgehoben werden kann (siehe § 512). Bei allen diesen 
Flüssigkeiten gilt die Regel, möglichst viel Flüssigkeit zu 
nehmen und diese möglichst oft zu wechseln. 

Die Zeit der Entkalkung richtet sich nach der an- 
gewandten Flüssigkeit, Konzentration derselben, Tempe- 
ratmr usw., dauert aber immerhin ziemlich geraume Zeit, 
mitunter wochenlang. Der Knochen ist dann entkalkt, 
wenn er so weich geworden ist, daß man ihn schneiden 
kann. Dies muß man durch Probieren feststellen, indem 



154 Knochen und Zähne. § 512—514» 

man versucht, Schnitte darzustellen oder mit einer feinen 
Nadel in den Knochen einzustechen. 

Die in einer dieser vier Flüssigkeiten entkalkten Stücke 
werden längere Zeit ausgewaschen, 24 Stunden und darüber, 
bis sie die Säuren vollkommen dem Wasser abgegeben 
haben und farblos geworden sind ; sie kommen dann, wie 
die fixierten Stücke, in Spiritus von allmählich steigender 
Konzentration usw. 

512. Alle diese Flüssigkeiten bringen die Grundsub- 
stanz des Knochens mehr oder weniger zum Quellen, und 
so kommen die meisten Primitivröhrchen in der Regel 
zimi Verschluß; die feinere Struktur der Grundsubstwiz 
und namentlich die der Lamellen geht ebenfalls verloren. 
Um auch diese zu erhalten, hat v. Ebner (75) eine 
wässerige Kochsalz -Salzsäarelösung vorgeschlagen , die 
folgendermaßen zusammengesetzt ist: 

Eine kaltgesättigte Kochsalzlösung wird mit zwei Volu- 
mina Wasser verdünnt und 2% Salzsäure (für Zähne 10 
bis 20%) zugesetzt. Während die zu entkalkenden Knochen 
in dieser Flüssigkeit verweilen, wird tägüch etwas Salzsäure 
zugesetzt, bis Sie Knochen biegsam geworden sind. Sie 
werden dann' mit zur Hälfte gesättigter wässeriger Koch- 
salzlösung gewaschen. Diese nimmt bald saure Reaktion 
an, welche durch allmähliches spurweises Zusetzen von 
Salmiakgeist nach und nach gehooen wird, und zwar so 
lange, bis der Knochen neutral geworden ist. Der Knochen 
kann geschnitten werden. Diese Flüssigkeit entkalkt sehr 
langsam, liefert aber gute Resultate. Es empfiehlt sich, 
die gut gewässerten dünnen Schnitte mit Gentianaviolett 
(§ 440) zu färben ; statt der dort angegebenen Entfärbungs- 
flüssigkeit nehme man 2 Teile Anilinöl auf 3 Teile Xylol 
(Beneke). Die Grundsubstanzfibrillen von v. Ebner 
und die Sharp ey sehen Fasern färben sich dabei. 

513. Schnitte nach Bielschowsky-Maresch be- 
handelt, zeigen die Fibrillen ausgezeichnet. (H. v. Baeyer, 
Studnicka.) 

514. Will man Kalk nachweisen, so behandle man 
unentkalkte oder nicht ganz entkalkte Schnitte etwa 5 Mi- 
nuten mit Silbernitrat, spüle mit dest. Wasser aus und 
übertrage sie in eine dünne Pyrogallussäurelösung. In dieser 
tritt augenblicklich die Silberfärbung der verkalkten Stellen 
dunkel hervor. Aber nicht nur Silber, sondern fast alle 
Metalle haben Affinität zu verkalkten Geweben, so kann 



§ 515—519. Knochen und Zähne. 155- 

man Kupferazetat mit Schwefelammonium oder Eisen- 
chlorid mit Ferrocyankalium mit demselben Erfolg wie bei 
Silberreaktion kombinieren. 

515. Für sehr zarte Objekte, also kleine embryonale 
Knochen oder für Felsenbeine ganz kleiner Tiere kann 
man sich auch der Flemmingschen Lösung bedienen 
und läßt diese 1 — 2 Tage und länger einwirken. 

516. Für sehr kleine Objekte, die sehr wenig Kalk 
enthalten, genügt aber schon der Aufenthalt derselben in 
einer schwachen Chromsäure, wie sie zum Fixieren ge- 
braucht wird, resp. in der MüUerschen I^ösung, welche 
auch etwas freie Chromsäure zu enthalten pflegt. 

517. Man gewöhne sich, die Entkalkung erst an fixierten 
Stücken vorzunehmen ; wenn auch die Zeit, die zur Entkalkung 
solcher notwendig ist, eine viel längere ist, so werden doch 
die Weichteile viel besser geschont. 

518. In den Angaben über Phloroylazin (Hang, 91b) 
folgen wir v. Kahlden (95). Das Phlorogluzin wirkt nicht 
selbst entkalkend, schützt vielmehr die Gewebe vor der 
gleichzeitig anzuwendenden Säure; man kann daher letztere 
in so starker Konzentration einwirken lassen, daß die Ent- 
kalkung bei kleinen Knochen nach einer halben Stunde, bei 
härterem Knochenmaterial nach wenigen Stunden vollendet, 
ist. Das Präparat ist deshalb während der Anwendung der 
Methode fortwährend zu kontrollieren. — Herötellung der 
Lösung: Phlorogluzin 1,0 wird in reiner, nichtrauchender 
Salpetersäure 10,0 unter vorsichtigem Erwärmen gelöst, am 
besten unter dem Abzug des chemischen Herdes, da bei der 
Mischung unter stürmischer Entwicklung braunroter Dämpfe 
von salpetriger Säure eine bedeutende Wärmeentwicklung 
eintritt. Zu fieser (rubinroten) Stammlösung wird hinzugesetzt 
10% ige wässerige Salpetersäurelösung 100 ccm. 

Eine etwas langsamer wirkende Entkalkungsfiüssigkeit ist. 
die folgende: 

Phlorogluzin 1,0 
Acid. nitric. 5,0 
Alkohol 70,0 

Aqua dest. 30,0. 

519. Als eine schonend entkalkende Flüssigkeit, auch 
auf bereits fixierte Objekte anzuwenden, empfiehlt Thoma. 
(91) Alkohol-Salpetersäure (abs. Alkohol 5 Vol., Acid. nitr. 
konzentr. [Sp. G. 1,3] 1 Vol.). Diese Flüssigkeit ist täglich 
zu wechseln und entkalkt in wenigen Tagen. Ausgewaechen 
wird in 95Voigöm Spiritus mit Zusatz von präzipitiertem 
kohlensaurem Kalk im Überschuß. Nach 8 — 14 Tagen 



156 Knochen und Zähne. § 520—522. 

verlieren die Präparate jede Säurespur und werden, um 
Kalk zu entfernen, mit reinem 95^/oigem Spiritus ge- 
waschen. Vgl. § 509. 

520. »Fourgeroux zerlegte den Knochen in La- 
mellen, indem er ihn nach Extraktion der Kalkerde in 
heißes Wasser tauchte, wodurch die einzigen Lamellen sich 
freiwillig aufblätterten« nach He nie (41). 

521. Der so vorbereitete und ausgewaschene Zahn, 
resp. Knochen, läßt sich, mit Zelloidin (siehe § 119) durch- 
tränkt, schneiden. Man kann sehr gut entkalkte und kleine 
Knochen auch in Paraffin einbetten und schneiden, aber 
nur dann, wenn man möglichst weiche Paraffinsorten ge- 
braucht. 

522. Schmorl verdanken wir zwei elegante Methoden, 
um Knochenhöhlensysteme und deren Grenz- 
scheiden darzustellen. 

A. Man fixiert Knochenstücke beliebig, nur nicht in 
eublimathaltigen Flüssigkeiten, entkalkt sie, schneidet in 
Zelloidin und färbt entweder in Karbol -Thionin nach 
NicoUe, (Karbolwasser 100 und 10 ccm einer gesättigten 
Thioninlösung in 50% Alkohol) oder mit konzentrierter 
Thioninlösung in 50% Alkohol 10 Minuten lang; die 
Schnitte spült man in Wasser ab und überträgt sie auf 
1 Minute m eine gesättigte wässerige Pikrinsäurelösung; 
dann werden die Schnitte wieder mit Wasser gespült und 
mit 70% Spiritus gewaschen, bis keine Färb wölken ab- 
gehen (5 — 10 Minuten) ; man entwässert sie dann in 96 % 
Alkohol, hellt mit Karbolxylol auf und schließt in Kanada- 
balsam ein. — Wenn die Färbung nicht recht gelingen 
will, setzt man zu der Farbe 1 — 2 Tropfen Ammoniak- 
flüssigkeit. Resultate: Knochenhöhlen dunkelbraun 
auf hellbraunem Grunde, die Zellen rot. — Dieselbe Methode 
gilt auch für Zähne. 

B. Man fixiert dünne Knochenscheiben in Formol, 
härtet sie dann 5—8 Wochen in Müllerscher Flüssigkeit 
und entkalkt nach v. Ebner. Man macht Zelloidin- 
oder Paraffinschnitte, färbt in oben angegebener Thionin- 
lösung mit Zusatz von Ammoniak, spült gut mit dest. 
Wasser ab und differenziert mit konzentrierter Phosphor- 
wolfram- oder Phosphor molybdänsäure kurze Zeit. 
{Die Säuren greifen Metalle an, Glasinstrumente 1) ; die 
Schnitte wäscht man nun aus, bis sie hellblau werden, 
10 Minuten, und fixiert in Salmiakgeist, 1 zu 10 Wasser, 



§ 523—525. Knochen und Zähne. 15T 

3 — 5 Minuten lang und überträgt direkt in 90^0 Alkohol^ 
welchen man wechselt; durch absoluten Alkohol und 
Karbolxylol kommen sie in Kanadabalsam. Ist die Gnmd- 
Substanz zu dunkel geraten, schiebt man vor dem abso- 
luten Alkohol l^/oigen salzsauren Spiritus 5 Minuten ein. 
Die Methode gelingt nicht immer und paßt überhaupt nur 
für noch wachsende Knochen. Resultate: Grundsubstana 
hellblau, Grenzscheiden schwarzblau. 

523. Goetsch verfährt etwas anders. Fixierte und 
entkalkte Stücke werden geschnitten imd in öo/^igem. 
Neutralrot in Karbol wajsser 2 — 3 Stunden gefärbt; nach 
kurzem Abspülen in Wasser werden die Schnitte mit Glas- 
nadeln in eine gesättigte Pikrinsäurelösung und 0,1 Subli- 
matlösung zu gleichen Teilen auf 2 — 4 Minuten übertragen^ 
kurz in Wasser abgespült, auf einen Objektträger gelegt, 
mit Fließpapier getrocknet und in Xylol 3 Teile und Anilinöl 
1 Teil differenziert. Diese letzte Prozedur ist die schwierigste^ 
und es ist ratsam, die Resultate unter dem Mikroskop 
zu beobachten; man wasche mit Xylol und schließe in 
Kanadabalsam ein. Resultate: Knochen rotgelb, Zellkerne 
graublau, Knochenhöhlen und ihre Ausläufer mahagoni- 
braun, mit einem Niederschlag ausgefüllt. Man kann auch 
mit Hämatoxylin vorfärben und statt mit Anilin-Xylol — 
5 Minuten mit durch Pikrinsäure gelb gefärbtem Alkohol 
von 70%, dann 96 7o igem Alkohol, bis keine Farbteilcheu 
aufsteigen, behandeln und durch abs. Alkohol usw. in 
Kanadabalsam einschließen. Beim Differenzieren mit Anilin- 
Xylol tritt der fibrilläre Bau des Knochens ebenfalls hervor, 

524. Für Präparate iunger Knochen und Zähne, die 
in chromsäurehaltigen Flüssigkeiten fixiert und entkalkt 
waren, empfiehlt v. KorfF zur Färbung: Rubin S 2 g. 
Orange Gig, Glyzerin 7 ccm. Aqua dest. ad 100. Färbung 
1/2 Minute; differenzieren in 95%igem Alkohol. Resultate: 
Osteoblasten, Knochenzellen und Odontoblasten orange^ 
ebenso ihre Ausläufer ; die Fibrillen der un verkalkten Grimd^ 
Substanz rot, die verkalkt gewesenen Stellen der letzteren 
orange- oder gelb. 

525. Will man die Weiehteile für sich allein unter- 
suchen , so kann man durch geeignetes Sprengen des 
Zahns, resp. der Diaphyse des Knochens, welches bei einer 
gewissen Spannung im Schraubstock plötzlich und ohne 
Splittern zu erfolgen pflegt, große StücKe der Pulpa, resp. 
des Marks, intakt herausnehmen, oder man spalte mit 



158 Knochen und Zähne. § 526—529. 

Hammer mid Meißel, wobei man die Weichteile weniger 
leicht lädiert. Falls diese keine Hartteile, sekundäre Dentin- 
bälkchen, resp. spongiöse Bälkchen der nicht ganz resor- 
bierten endochondralen Diaphyse enthalten, können sie 
ohne weiteres fixiert und nach den allgemeinen Regeln 
weiter behandelt werden; sonst müssen sie auch noch 
entkalkt werden. 

526. Gulenko verfährt anders. Er feilt den in einen 
Schraubstock vorsichtig eingespannten Knochen bis zur 
Markhöhle ab, dabei wird der Knochen, nach Abfeilen 
einer Fläche um die Längsachse gedreht und die an- 
stoßende Fläche ebenso in Arbeit genommen, bis das Mark, 
ohne gedrückt zu werden, herausgeschält werden kann. 
Das Knochenmark junger Frösche, Mäuse, z. B., habe ich 
in dieser Weise isoliert und tadellos erhalten gesehen ; die 
Elemente waren in normalem Zusammenhange und haben 
<iurch Erschütterungen beim Feilen keine Dislokation er- 
litten. Diese Methode bei Anwendung passender Instru- 
mente läßt sich auf dickere Knochen übertragen. — Läßt 
man eine sehr dünne Knochenlamelle stehen, so ist die 
•Gefahr der Verletzung des Markes nicht vorhanden, man 
braucht aber dann nur sehr kurze Zeit zu entkalken. Fär- 
bung der retikulären Grundlage nach § 458. 

527. Die Elemente des vorher gezupften Knochen- 
markes können an ausgebreiteten und fixierten Präparaten 
{s. § 391 ff.) untersucht werden. 

528. Malassez tupft mit einem frischen Knochen- 
markstückchen senkrecht auf den Objektträger. Der Druck 
darf so gering sein, daß nur ein Nebelfleck auf dem Ob- 
jektträger entsteht; dieser wird nun fixiert, z. B. mit Os- 
miumdämpfen. Man darf dieses Verfahren nicht mit der 
Ausstrichmethode verwechseln, bei welcher die Elemente 
•des Markes sehr alteriert werden. 

529. Will man die Hart- und Weichteile im Zusammen- 
hange untersuchen, ohne die Entkalkung vorher vorzunehmen, 
so bediene man sich der von v. Koch (78) mit großem Er- 
folge bei seinen Korallenuntersuchungen angewandten Ter- 
Bteinernngsmethode. Diese wurde von Weil für die Her- 
stellung der Zahnschliffe mit Erhaltung der Weichteile ange- 
wandt. Zähne oder Knochen werden, nachdem durch geeignetes 
Absprengen der Hartteile der Zugang zu den Weichteilen ge- 
Bichert ist, fixiert und nach den allgemeinen Regeln bis zur 
eventuellen Stückfärbung inkl. behandelt. Dann werden sie 
durch absoluten Alkohol und Terpentinöl, resp. Chloroform, 



§ 530-^32. Knochen und Zähne. 159 

' in eine Mischung von Kanadabalsam und Terpentinöl, resp. 
Chloroform, übertragen. Durch allmähliches Verdunsten des 
Chloroforms, resp. Eindicken des Terpentinöls, zumal bei einer 
höheren Temperatur, was unter Umständen mehrere Wochen 
in Anspruch nimmt, werden der den Zahn imprägnierende 
Kanadabalsam und die Umgebung steinhart. Rose (92) 
empfiehlt, die Präparate im Wärmofen bei 50 * C trocknen zu 
lassen, wozu etwa 3 — 4 Monate nötig sind. Man kann, ohne 
Schrumpfung befürchten zu müssen, am Schlüsse etwas rascher 
eindampfen, nur muß man bei Beginn des Eindampfens mög- 
lichst geringe Temperaturgrade wählen. Dann kann das Ganze 
nach denselben Regeln geschliffen werden wie die Hartgebilde 
allein. 

5R0. Will man die Uartgebilde allein untersuchen, 
so wähle man ganz dünne Knochenlamellen : Nasen- 
muscheln und Siebbeinzellenwände usw. kleinerer Tiere 
liefern solche, die man ohne weiteres, wenigstens bei 
schwacher Vergrößerung, nachdem man Periost etc. ab- 
geschabt hat, untersuchen kann. Oder man bereite sich 
mit einem scharfen Knorpelmesser von einem dickeren 
Knochen eine genügend transparente Lamelle, die eben- 
falls ohne weiteres untersucht werden kann. 

531« Befreit man dünne Knochenplättchen der Kiemen- 
deckel kleiner Fische durch Schaben mit einem Skalpell 
vom umgebenden Bindegewebe und legt dieselben eine 
Stunde in absoluten Alkohol, so füllen sich die Knochen- 
körperchen nach Ewald (97) mit Luft (Gas) und können 
dann durch Nelkenöl in Kanadabalsam (auch den gewöhn- 
lichen Xylol-Kanadabalsam) übertragen werden. 

532. Will man aber ausgedehntere Territorien, einen 
dickeren Knochen studieren und namentlich die Ver- 
breitung der Hohlräume im Zahn imd Knochen zur Dar- 
stellung bringen, so stelle man Schliffe her, indem man 
folgendermaßen verfährt: Man wähle alte, gut mazerierte 
und möglichst fettarme Knochen. Aus den Hohlräumen 
dieser luiochen ist durch die kombinierte Wirkung der 
Fäulnis und Austrocknung fast die ganze organische Sub- 
stanz entfernt, und die kleinsten Hohlräume im Knochen, 
auch Primitivröhrchen, sind mit Luft gefüllt. In gewöhn- 
licher Weise mazerierte Knochen sind nicht geeignet, viel- 
mehr wähle man verweste, im Lauf der Jahre vom Regen 
ausgewaschene alte Knochen, wie man sie in Abdeckereien 
etc. findet. 

In neueren Mazerationskammern der Anatomien sollen die 
Knochen so vollkommen entfettet werden, daß sie nach dem 



160 Knochen und Zähne. § 633«. 

Trockenwerden ohne weiteres für diese Zwecke ebenfalls be- 
nutzt werden können. 

Man bereite eich durch zwei parallele Schnitte, ver- 
mittelst einer Laubsäge z. B., eine dünne Lamelle, die man 
einer Region im Knochen entnimmt, welche man gerade 
studieren will; man beginnt mit Quer- und Längsschliffen. 
Auf einem harten und planen Schleifstein oder zwischen 
zwei solchen werden die Flächen möglichst enge gemacht. 
Die eine Fläche wird auf einer matten Glasplatte poliert. 
Der Knochen wird gewaschen und getrocknet und die 
fertig polierte Fläche auf eine dicke, mit abgeschliffenen 
Rändern versehene Glasplatte mit Kanadabalsam, § 205, 
befestigt, welche sich leichter mit der Hand fassen läßt al& 
der dünne Schliff allein. Es geschieht dies, indem man 
auf der Glasplatte ein Stück festen Kanadabalsams 
(Grübler) durch Erwärmen über der Flamme flüssig^ 
macht. Dann legt man den Schliff auf und achtet darauf, 
daß zwischen Schliff und Glasplatte keine Luftblasen ver- 
bleiben. Nun kann die andere Fläche auf einem Schleif- 
stein geschliffen werden, bis die Lamelle eine sehr dünne 
wird. 

Ist das Knochenstück nicht genügend auf der Glas- 
platte mit Kanadabalsam befestigt gewesen, was man an 
den glänzenden Luftblasen zwischen dem Schliff und der 
Glasplatte erkennt, so pflegt der Schliff gerade zu der Zeit,, 
wenn er anfängt brauchbar zu werden, zu zerbrechen. 

533. Man kann sich auch in der Weise den Schliff 
anfertigen, daß man ihn, ihn auf eine Schleifsteinplatte 
einfach mit dem Finger oder mit einem Stückchen Kork 
andrückend, von der einen und dann von der anderen 
Seite abreibt, bis er genügend dünn, durchscheinend wird. 
Diese Methode ist keine sichere, und namentlich der An- 
fänger mache sich auf viel Materialverlust gefaßt. Die 
Methoden des Schleifens sind namentlich von den Minera- 
logen ausgebildet worden, imd man kann, wie gesagt, auch 
sehr harte Gebilde, Minerale, Gehäuse von Mollusken etc., 
nach ihnen schleifen, nur daß man, je nach der Härte, 
entweder härtere Steine, Schmirgel oder gar Demantpulver 
anwendet 

Große, gleichmäßig dünne Schliffe ohne Sprünge und 
Spalten wird man ohne maschinelle Vorrichtungen (rotierende 
Steine der Mineralogen etc.) nur mit der größten Übung 
erzielen können. 



§ 534—536. Knochen und Zähne. 161 

534. Aus freier Hand angeschliffene Zähne (resp. 
Knochen) werden in eine alkoholische, mit Benzol geklärte, 
Lösung von ungebleichtem Schellack, dem, um saure 
Reaktion zu vermeiden, etwas Natriumkarbonat zugesetzt 
wurde, auf 24 Stunden gebracht. Die Schliffe werden dann 
mit einem großen Tropfen der Schellacklösung auf Objekt- 
träger bei Ofenwärme bis zum Festwerden des Schellacks 
belassen, fein geschliffen und nach Lösung des Schellacks 
in Alkohol poliert usw. (v. Ebner 05). 

535. Der Schliff kann, nachdem er auf einer Glas- 
platte poliert worden ist, gleich in Kanadabalsam ein- 
geschlossen werden, indem man die Glasplatte als Objekt- 
träger benützt; dieses führt aber im allgemeinen zu keinem 
Ziele, da die Hohlräume durch den darin enthaltenen 
Kanadabalsam, welcher annähernd ebenso Licht bricht wie 
die hell gewordene Grundsubstanz des Knochens, unsicht- 
bar werden. Man löst daher besser die nun sehr vorsichtig 
zu behandelnde zarte Knochenlamelle mit Chloroform von 
der Glasplatte ab. Man reinigt den Schliff mit Äther 
oder Xylol, wäscht mit abs. Alkohol, trocknet ihn und 
betrachtet denselben etwa im Wasser; man sieht in der 
ersten Zeit außerordentlich deutliche, schwarz gefärbte, mit 
Luft gefüllte Knochenkörperchen und Primitivröhrchen, 
und es tritt allmählich und sehr langsam Wasser an Stelle 
der austretenden Luft ein. Auf dieser Tatsache beruht 
nun die folgende einfache Darstellung der Primitivröhrchen 
und Knochenkörperchen. 

536. Einschluß des lufthaltigen Schliffes. Man 

erwärme ein Stückchen festen (durch Grübler zu be- 
ziehen) Kanadabalsam auf dem Objektträger, bis es 
flüssig wird, und nehme entstehende Luftblasen mit einer 
heißen Nadel weg. Nun lege man den vorher lufttrocken 
gemachten, weißgewordenen SchUff auf den flüssigen Ka- 
nadabalsam imd bedecke rasch mit einem erwärmten Deck- 
gläschen. Dabei hat man darauf zu achten, daß besonders 
auch der Raum zwischen Schliff und Deckgläschen mit 
Kanadabalsam gefüllt wird, was man eventuell durch 
Drücken mit der Nadel auf das Deckglas oder Nachwärmen 
erreichen kann. Der Kanadabalsam erstarrt in der kürzesten 
Zeit, und es bleibt die Luft in den Knochenräumen ge- 
fangen. Die Prozedur gelingt nur, wenn man rasch arbeitet. 
Man hat also ein Dauerpräparat von Knochenkörperchen 
und Röhrchen gewonnen. 

Böhm, Taschenb. d. mlkrosk. Technik. 6. Aufl. H 



162 Knochen und Zähne. § 537—539. 

5S7. Auch an den Schnitten durch entkalkte Knochen 
gewinnt man durch Eintrocknen, aber nur an kleinen 
Bezirken, mit Luft gefüllte Primitivröhrchen und Knochen - 
körperchen, die man auf dieselbe Weise dauernd ein- 
schließen kann. Flemming (86). 

538. Man kann bei Schliffen anstatt der Luft einen 
geeigneten Farbstoff substituieren, so Anilinblau (Ran- 
vier [75], löslich in Alkohol und unlöslich in Wasser, 
oder einen anderen, z. B. Methylviolett oder Fuchsin 
(basisch). — Man verfährt dabei folgendermaßen: Man 
nimmt eine alkoholische, konzentrierte Lösung von Anilin- 
blau, am besten in einem kleinen ca. 5 ccm fassenden Ab- 
dampfschälchen, legt den lufttrockenen Schliff hinein und 
erwärmt das Ganze langsam, bis der Alkohol verdunstet 
ist. Bei diesem Erwärmen entweicht in der Regel die 
ganze Luft, und es werden die Räume im Schliffe mit dem 
feinen Anilinblaupulver gefüllt. Da aber die Flächen des 
Schliffes bei dieser Prozedur mit Niederschlägen verun- 
reinigt werden, so entferne man diese mit Messer, Pinzette 
und Pinsel, soweit es geht, und schließlich durch Polieren 
auf einer Glastafel, die mit einer 2- bis SVoig^i^ Koch- 
salzlösung, welche Anilinblau nicht löst, benetzt wird. Man 
spüle den Schliff in derselben Kochsalzlösung ab und 
schließe definitiv in Glyzerin-Kochsalz ein; oder, nachdem 
der Schliff ganz flüchtig mit destilliertem Wasser abgespült 
worden ist, um Kochsalz zu entfernen, wird er schnell 
getrocknet und nach der vorhin erwähnten Methode in 
harten Kanadabalsam eingeschlossen. Diese Methode ge- 
lingt nur an gut mazerierten Knochen (s. § 532). Vorsicht 
ist notwendig beim Erhitzen der Farbe; entzündet sich 
dieselbe, so bedecke man die Abdampfschale bis zum Er- 
löschen der Flamme mit einem bereitgehaltenen, flachen 
Deckel und fahre dann mit dem Abdampfen fort. 

Das gewöhnliche Überführen in flüssigen Kanadabalsam ist 
in diesem FaUe deshalb nicht zulässig, weil Anilinblau durch 
Alkohol, ätherische Ole etc. gelöst, resp. angegriffen wird. 

539. Ganz dieselben Methoden können ohne weiteres 
auf die Zähne (s. v. Ebner [91]) übertragen werden, wo- 
bei die DentinrShrchen mit Luft, resp. Farbe, gefüllt 
werden. Schleifen mazerierter Zähne, Koch sehe Ver- 
steinerungsmethode [s. § 529]. 

Die Struktur der Zähne kann auch an Schnitten unter- 
sucht werden. Selbstverständlich müssen die Zähne vorher 
entkalkt werden. Man wendet dieselben Methoden wie beim 



§ 540—546. Knochen und Zähne. 163 

KnocheD an. Salzsäure, verdünnte Chromsäure und Pikrin- 
säure lösen jedoch die Schmelzprismen auf, wobei 
die Kittsubstanz der letzteren zuerst in Lösung tritt (von 
Ebner). 

540. Schmelz junger Zähne färbt sich in Chromsäure 
und deren Salzen braun, in Osmiumsäure schwarz; schon 
in den Schmelzzellen (Adamantoblasten) sieht man 
Tropfen, welche Färbung mit Osmiumsäure annehmen 
(Graf S p e e , 87). Ätzt man Längsschliffe durch den Schmelz 
mit Salzsäure, so tritt die Kreuzung seiner Prismen deut- 
lich hervor (Retziussche Linien). 

541. Um die Fibrillen des Dentins zu sehen, entkalke 
man einen Zahn in der von v. Ebner empfohlenen 
Flüssigkeit Tsiehe § 512); Zähne jugendHcher Individuen 
sind hierzu besonders geeignet. Auch kariöse Zähne liefern 
mitunter sehr deutliche Bilder. Ätzen der Schliffe mit 
Salzsäure führt ebenfalls zum Ziele. 

542. V. Ebner (06) machte darauf aufmerksam, daß 
die Dentinfibrillen keine koUagenen sind im Gegensatz zu 
denjenigen, welche man in der Pulpa findet. 

543. Das Zement, und namentlich das zellenarme, ent- 
hält eine große Zahl von Sharpey sehen Fasern. 

544. DieEntwickelungder Zähne (auch Knochen) 
studiere man an Embryonen, deren Kiefer man fixiert, 
entkalkt und in Serienschnitte zerlegt. Am bequemsten 
verschafft man sich Schaf embryonen, welche in Schlacht- 
häusern fast immer zu haben sind. 

545. Kleine frische Knochen oder Zähne oder mit der Säge 
dargestellte Plättchen solcher, die nicht über »/^ mm dick sein 
dürfen, kommen in ein Gemisch von l^/giger Goldchlorid- 
lösnng und reiner Ameisensäure (2 Vol. zu 1 Vol.) auf 24 Stun- 
den, werden mit destilliertem Wasser kurze Zeit gewaschen 
und in eine Lösung von Gummi arab. in Glyzerin auf 
24 Stunden übertragen. Nach abermaligem Waschen mit 
destilliertem Wasser und Überführung in Alkohol kann mit 
Zelloidin oder Paraffin durchtränkt und geschnitten werden 
usw. Die Schnitte zeigen exakt dunkelviolett gefärbte Primi- 
tivröhrchen, resp. Dentinröhrchen, in heller Grundsubstanz 
(Lepkowsky, 92). 

546« An den mit Anilinblau behandelten Knochen- 
schliffen sieht man, namentüch an Querschliffen, farblose, 
scharf begrenzte Kreise. Es sind Sharpeysche Fasern 
(Ranvier). Vgl. § 547 f. 

!!• 



164 Knochen und Zähne. § 547—562. 

547. Feine Knochenschliffe können im rotglühenden 
Platintiegel über einer Grasflamme 1/2 — 1 Minute geglüht 
(bei längerem Glühen werden die Schliffe meist midurch- 
sichtig) imd dann mitersucht werden. Beim Glühen wird 
die organische Substanz zerstört, und man bekommt unter 
anderem die Sharpey sehen Fasern, wenigstens die 
nicht verkalkten, äußerst deutüch zu Gesicht (Kölli- 
ker, 86). 

548. Die Sharpey sehen Fasern kann man auch durch 
Färbung am entkalkten Knochen darstellen. Kölliker (86) 
verfährt folgendermaßen: Ein Schnitt von demselben wird 
mit Acid. acet. conc. durchsichtig gemacht und sofort auf 
kurze Zeit, V4» V2 — 1 Minute, in konzentrierte Indigo- 
karminlösung gebracht, hierauf in destilliertem Wasser aus- 
gewaschen und dann entweder in Glyzerin oder in Kanada- 
balsam aufgehoben. Die Sharpeyschen Fasern werden blaß- 
rot bis dunkelrot, die übrige Knochensubstanz blau. 

549. Um die KnoehenkSrperchen Virchows zu isolieren, 

d. h. die Knochenhöhlen mit dazugehörigen Primitivröhrchen 
mit den sie begrenzenden Grenzscheiden, verfährt man in der 
Weise, daß man dünne Schliffe in einer konzentrierten Sal- 
petersäure Vir che w (50) einige Stunden bis einen Tag ver- 
weilen läßt; die Schliffe werden auf einem Objektträger depo- 
niert und mit einem Deckgläschen bedeckt. Drückt man auf 
das Deckgläschen mit einer Nadel, so kommen in der Regel 
ellipsoidische Körper mit zahlreichen Ausläufern isoliert zum 
Vorschein. 

550. Für Studium der Ossifikation nehme man als 
Material am besten Röhrenknochen embryonaler Säuge- 
tiere, entkalke dieselben und schneide in der Längsrich- 
tung etc. 

551. Als Färbung kann man anwenden: Methylgrün- 
Eosin (siehe § 305) oder Karmin-Hämatoxylin. Nach der 
Färbung mit Borax-Karmin nachzufärben mit Hämatoxy- 
lin (Strelzoff, 73), Bismarckbraun, Thionin usw. Siehe 
auch V. Korff, § 524. Knorpelgrundsubstanz ist 
basophil, Knochengrundsubstanz acidophil. 

552. Strelzoff selbst operierte wie folgt: Mit Müller- 
scher Flüssigkeit fixierte Objekte wurden gewässert und in 
konzentriertem Holzessig 2 — 8 Tage entkalkt; nach aber- 
maligem Waschen und Behandlung mit Alkohol (von steigender 
Konzentration) wurde geschnitten. Er färbte dann mit Häma- 
toxylin nach Boehmer § 251 und dann mit neutralem karmin- 
saurem Ammoniak § 646. Die verkalkt gewesene Grundsub- 
stanz des Knorpels färbte sich blau, die Knochengrundsub- 



§ 553 — 556. Muskel, Nervenfaser a. Nervenendigungen etc. 165 

stanz rot. Auch die die Knochengrundsubstanz begleitenden 
Osteoblasten, welche Kalk enthalten, sind blau ; die am Periost 
gelegenen Osteoblasten dagegen rot. Strelzoff macht auf 
die färberische Affinität der Knochengrundsubstanz zu Gold- 
Chlorid und Chlorpalladium aufmerksam. 

Demnach färben sich kalkhaltige Elemente wie ein Teil der 
Osteoblasten, Osteoklasten mit Hämatoxylin und mit basischen 
Farbstoffen überhaupt (Askanazy). 

553. Vermittelst der Doppelfärbung Borax-Karmin — 
Bleu de Lyon (siehe § 290) färbt sich außer dem Knochen- 
gewebe imd den BindegewebsfibriUen auch das entkalkte 
Dentin, und man kann die feinste Ablagerung desselben 
auf diesem Wege nachweisen (Rose, 93). 

554. Färbt man die zum Studium der Ossifikation be- 
stimmten Präparate mit Hämatoxylin und behandelt dieselben 
sehr kurze Zeit mit Pikrinsäure, so erzielt man eine sehr in- 
struktive Doppelfärbung, indem die Knorpelsubstanzüber- 
reste blau und die neugebildeten Knochenlamellen gelb bis 
bräunlich erscheinen (Klaatsch, 87). 

555« Besonders zum Studium der Knochenbildung 
geeignete Dauerpräparale durchsichtiger Embryonen er- 
hält man nach 0. Schnitze (97), indem man die mit Al- 
kohol mindestens 8 Tage (nicht mit Säuren) fixierten Em- 
bryonen in wässerige Lösung von Kalium causticum von 
3 — 50/0 überträgt (bei größeren Embryonen das Hirn mit 
Pinzette und kleinem Löffel entfernen und die Bauch - 
und Brusteingeweide nach einem Medianschnitt durch die 
Bauchdecken). Sind die Embryonen durchsichtig, so 
können sie in Glyzerin mit Formolzusatz (Wasser 100, 
Glyzerin 30, Formol [357oig] 2) konserviert werden. Vgl. 
§ 503. 

Literatur zu Kapitel 6: Schaff er (88, 93 und 03), für 
Zähne v. Ebner (91). 

7. Kapitel. Muskel, Nervenfaser und Nervenendigungen 
im Muslcel. 

556. Die quergestreiften Muskeln, z. B. einem Schen- 
kel eines Frosches entnommen, werden Mach auf einem 
Objektträger in physiologischer Kochsalzlösung oder einer 
anderen indifferenten Flüssigkeit untersucht. Die Quer- 
etreifung von solchen Muskeln ist kaum zu sehen, besser 
die Fibrillärstreifung. 

Bei Fröschen sieht man oft zwischen den Fibrillen glän- 
zende Pünktchen (namentlich bei Winterfröschen) ; es sind in 
der Regel Fettkügelchen. 



166 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigangen etc. § 557 — 662. 

557. Nach einiger Zeit hebt sich schon bei dieser 
Untersuchungsweise das Sarkolemma gewöhnHch ab. 

Noch rascher kann man das Sarkolemma dadurch zur An- 
sicht bringen, daß man zu frisch gezupften Muskelfasern 
etwas Wasser zusetzt; es hebt sich alsdann das Sarkolemma- 
häutchen so ab, daß es mehr oder weniger auffällige Hervor- 
ragungen bildet. 

558. Nach Ewald (90) verhält sich das Sarkolemma 
anders wie koUagenes Bindegewebe Trypsin gegenüber; 
Sarkolemma wird nämlich ohne weiteres darin gelöst. Wenn 
man es aber mit Osmiumsäure fixiert, dann kocht und 
nun mit Trjrpsin behandelt, so bleibt es unverändert, Binde- 
gewebe aber, ebenso behandelt, löst sich auf. 

559. Für die Darstellimg des Sarkolemmas emp- 
fiehlt Solger (89 a) statt des gewöhnlichen Wassers, resp. 
Kochsalzes, die Anwendung einer kalt gesättigten Lösung 
des kohlensauren Ammoniaks. Schon nach 5 Minuten 
hebt sich der Sarkolemmaschlauch an sehr vielen Stellen ab. 

560. Nach Froriep (78) verhält sich das Sarkolemm 
gegenüber mikrochemischen Reagenzien nicht wie eine 
ZeBmembran, sondern wie Bindegewebe; es wird von 
Trypsin nicht angegriffen, löst sich (bis auf einen ganz 
kleinen Rest) durch Kochen in verdünnter Säure, »verhält 
sich also wie leimgebendes Bindegewebe und ganz entgegen- 
gesetzt den protoplasmatischen Gebilden«. 

561. Man sieht die Qaerstreifung sehr gut an alten, 
in Spiritus längere Zeit (Monate, Jahre) aufbewahrten 
Wirbeltiermuskeln, die man nach der Isolation auf dem 
Objektträger oder in Schnitten mit Hämatoxylin färben 
und in verdünntes Glyzerin einschließen kann. Die doppelt- 
brechenden Substanzen erscheinen dunkelblau, das übrige 
heller bis farblos. Denselben Effekt bewirken auch andere 
Farbstoffe, z. B. die basischen Aniline. 

562. Färbt man z. B. mit 0,5 — l%iger Thiazinrot- 
lösung Muskelschnitte, bis sie kräftig gefärbt, aber doch 
noch durchsichtig bleiben imd färbt dann mit einer basi- 
schen Farbe, z. B. Thionin oder Methylenblau 1 — 12 Stunden 
nach, differenziert dann mit Alkohol, oder, wenn dieser 
nicht energisch genug die Farbe auszieht, mit Methylalkohol, 
so erhält man eine sehr präzise Färbung von Z, M, J, 
h; Q bleibt ungefärbt. Auch die Schaltstücke in der 
Herzmuskulatur färben sich sehr schön, M. Heiden- 
hain, 03. 



§ 563 — 567. Muskel, Nervenfaser a. Nervenendigungen etc. 167 

563* Es ist eine Anzahl von Reagenzien vorhanden, 
die den flbrillären Zerfall der Muskelfaser beim Zupfen 
begünstigen. 

Spiritus in allen Konzentrationen (ausgenommen 
die allersch wachsten etwa bis 10%). 

Sehr dünne Chromsäurelösungen (unter Vio Vo); dünne 
Lösungen der chromsauren Salze. 

564. Schwache Essigsäure (V2 bis 1%)» ^^^ 1 bis 
5 0/00 ige Salzsäurelösung. Magensaft etc. bewirken dagegen 
den Zerfall der Muskelfasern in Scheiben (aber in keine 
Bowmanschen). 

565. Verschiedene Käferarten (z. B. Hydrophilus piceus) 
werden nach RoUett (85) äußerlich abgetrocknet und lebend 
in Alkohol von 93°/o gebracht. Die Muskeln zeigen unter 
Umständen Zerfall in Bowmanselie Seheiben (Querscheiben) 
bei erhaltenem Sarkolemma. Man untersucht sie nach 24 bis 
48 Stunden in verdünntem Glyzerin. Nach 10 — 12 Tagen ver- 
wende man, um sie, wenn man, was sehr zu empfehlen ist, 
beabsichtigt, mit Hämatoxylin zu tingieren, Glyzerinhämatoxy- 
lin. Man setze zu mit Wasser verdünntem Glyzerin wenig Häma- 
toxylin zu, zupfe in demselben und färbe 6 — 12 Stunden. 

Verdünnte Säuren dagegen machen die Substanz der Bow- 
manschen Scheiben selbst quellen und lösen dieselbe end- 
lich auf (Krause). Die Säurewirkung studiere man nach 
Rollett, indem man Käfermuskeln, welche 24 Stunden in 
9d®/oigem Alkohol gelegen haben und die den früher be- 
schriebenen Scheibenzerfall zeigen, in Glyzerin zupfe und an 
den Rand des Deckgläschens einen Tropfen Glyzerin bringe, 
welchem eine Spur von l%iger Ameisensäure zugesetzt 
worden war. Dann untersuche man auch in 1 7o ig^r Ameisen- 
säure direkt. 

566. Zum weiteren Studium (auch der Cohnhelmseheii 
Felder) empfiehlt sich Vergoldung (siehe § 606 ff.)- Rollett 
verfährt folgendermaßen : Man bringe ganz frische Käfer- 
muskeln nach Retzius in Vö — VjVoig© Goldchloridlösung, 
ziehe sie mit Platinnadeln etwas auseinander, lasse sie 20 bis 
25 Minuten im Goldbade verweilen und bringe sie dann in 
l®/oige Ameisensäure oder Bastian-Prichardsche Reduktions- 
flüssigkeit (siehe Prichardsche Lösung). 

567. Es ist nicht gleichgültig, ob man einen gedehnten 
oder nicht gedehnten, kontrahierten oder schlaffen Muskel 
untersucht. 

Um sich alle diese Zustände des Muskels zu beschaffen, 
verfährt man in der Weise, daß man durch eine passen(Je 
Lage der Extremitäten, z. B. an einem Muskel oder einer 



168 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 568—571. 

ppe, den gedehnten oder nicht gedehnten Zustand 
Ist das geschehen, so injiziert man durch Ein- 
stich mit einer Pravazschen Spritze etwa 1/4 — V2 ccm einer 
lo/oigen Osmiumsäure oder einer anderen geeigneten Fi- 
xienmgsflüssigkeit, welche sich den Fasern entlang ver- 
breitet imd diese sofort fixiert. Nach 15 — 20 Minuten 
schneidet man mit einer krunamen Schere in dieser Weise 
fixierte Stücke aus, wäscht sie mit destilliertem Wasser und 
fasert auf dem Objektträger. Man sieht die Querstreifung 
sehr deutlich, schon an ungefärbten und in Glyzerin ein- 
geschlossenen Präparaten. 

Solche gedehnte und nicht gedehnte Muskeln können 
aber auch in Tetanus versetzt werden, indem man die 
Muskeln beispielsweise elektrisch reizt und in kontrahiertem 
Zustande, wie oben erwähnt, fixiert imd in ganz gleicher 
Weise weiter behandelt (Ran vi er, 89). 

568« Auch rote und weiße Maskeln sehen nicht ganz 
gleich aus, namentlich, was die Höhe der Scheiben und 
die Verteilung des Sarkoplasmas betrifft. 

Die Mehrzahl der Muskeln der unteren Extremität des 
Kaninchens ist weiß, hat wenig Sarkoplasma und zuckt schnell, 
rot sind dagegen der Semitendinosus, Cruralis, Adductor brevis, 
Soleus, Quadratus femoris, sie zucken träge, haben reich- 
licheres Sarkoplasma, welches die Fibrillen in Gruppen zer- 
teilt. (Ran vi er 89, Pantul 04.) 

569. Die Beziehungen der Fibrillengruppen zum Sarko- 
plasma (Cohnheimsche Felder) und die Kerne studiere 
man an Querschnitten mit Osmiumsäure in gedehntem 
Zustande fixierter Muskeln. Auffallend viel Sarkoplasma 
im Verhältnis zu der Menge der Fibrillen sieht man bei* 
spielsweise an den die Rückenflosse des Seepferdchens 
bewegenden Muskeln; unter den Säugetieren bieten die 
Brustmuskeln der Fledermäuse ähnliches (Rollett, 89). 

570. Um die Verteilung der Kerne in verschiedenen 
Muskelarten der verschiedenen Tiere zu studieren, schneide 
man die Muskelfaser quer; auf sehr dünnen Schnitten 
kann man auch die Verteilimg der Fibrillen in der Faser 
studieren. Muskelfasern, die vorher vergoldet (siehe § 606 ff.) 
und quer, resp. längs geschnitten waren, zeigen auf das 
deutlichste das dunkel gefärbte Sarkoplasma. 

571. Um die Beziehangen der Muskelfaser zur Sehne 
zu studieren, werden außer dünnen, gut fixierten, orien- 
tierten und gefärbten Schnitten die Methode von Weis- 
mann und die von Ran vi er angewendet. 



§ 572 — 577. Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. 169 

572. Kleine Muskeln mit entsprechenden Sehnen 
werden mit 35%iger Kalilauge V* Stunde lang behandelt 
und dann auf dem Objektträger die Stelle zwischen Muskel 
und Sehne gefasert. So lassen sich Muskelfasern im Zu- 
sammenhang mit der entsprechenden Sehne isolieren 
(Weismann, 61). 

573. Ran vi er empfiehlt, einen lebenden Frosch in 
Wasser von 55 o C zu setzen ; er verendet darin sehr bald, 
und die Muskeln werden starr. Man lasse den Frosch in 
dem kälter werdenden Wasser 1/4 Stunde, dann wird er 
herausgenommen. Man schneidet mit einer Schere einen 
kleinen Streifen aus, der gleichzeitig Muskel und Sehne 
enthält, und fasert im Wasser. 

574. Für Isolation der freien Enden der Muskel- 
fasern gibt es eine Methode von Rollett (vgl. Kühne, 
62), nach der man Muskelfasern im zugeschmolzenen Röhr- 
chen etwa 10 Minuten auf 120— 140 im Sandbade erhitzt, 

575. Zum selben Zwecke empfiehlt Kühne (62): In 
0,1 g Schwefelsäure (0,83 spez. Gew.) auf 1 1 Wasser bringe 
man den Muskel auf 24 Stunden; während dieser Zeit 
prüft man die Reaktion der Flüssigkeit, und wenn dieselbe 
nicht mehr sauer ist, ersetzt man die Flüssigkeit durch eine 
neue. Man schüttelt nun den Muskel mit destilliertem 
Wasser in einem Probierglase, erneuert das Wasser, bis es 
nicht mehr sauer reagiert, und setzt dann den Muskel in 
einem größeren Gefäß mit destilliertem Wasser in einen 
Thermostat von 35 — 40 C. Nach 24 Stunden bei aber- 
maligem Schütteln in einem Probierglas mit destilliertem 
Wasser zerfallen die Muskeln in Fasern. 

576. Auf die Beziehungen der Muskelfibrillen zu 
»Sehnenfäserchenc an dem Polster der Unterlippe des 
Kaninchens macht W. W. Podwissotzki (87) aufmerksam, 
und zwar mit der Methode: Flemmingsche Flüssigkeit, 
Safranin imd Ausziehen mit Pikrinsäure. Er hat gefunden, 
daß eine jede Muskelfibrille sich in eine Sehnenfibrille un- 
mittelbar fortsetzt. 

577. Palladiamchloriir in einer 1— 27ooig®'^ Lösung 
angewandt, färbt quergestreifte Muskeln bräunlich, die 
glatten Muskelzellen strohgelb (die Markscheiden der Nerven 
färben sich dabei schwarzgrau); da andere Elemente, be- 
sonders Bindegewebe, sich dabei nicht färben, ist dieses 
Reagens für den Nachweis glatter, zerstreuter Muskel- 
elemente von Bedeutung. Anwendung: Kleine Stücke 



170 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 578 — 580» 

kommen in eine — mit einem Tropfen konzentrierter Salz- 
säure auf 100 — angesäuerte Palladiumchlorürlösung auf 
24 Stunden und länger, dann werden sie in fließendem 
Wasser gewaschen und mit Alkoholen von steigender Kon- 
zentration entwässert. (F. E. Schulze.) 

578« Glatte Muskelfasern werden mit starker bis 
20ö/oiger rauchender Salpetersäure isoliert. (Reichert, 
49 a). Frische Stücke der Muskelhaut eines Darmstückes 
werden in die eben angegebene Salpetersäure auf einige 
Stunden (2 — 3 Stunden) eingelegt. So vorbereitete Muskeln 
werden mit Wasser gewaschen und lassen sich sehr gut 
auf dem Objektträger zerfasern. Läßt man die Stücke in 
der Salpetersäure längere Zeit (12 — 24 Stunden), so fallen 
die Muskeln beim Schütteln von selbst auseinander; die 
einzelnen Muskelzellen aber sind schlecht erhalten, un- 
regelmäßig gezackt, imd der Kern ist vollkommen aufgelöst. 
Solche Präparate können in Glyzerin als Dauerpräparate 
eingeschlossen werden. 

Um die glatten Muskelzellen gut zu erhalten, kocht 
man Darmmuscularis in 2,5 böiger Salizylsäure (Froriep» 
78) und bewahrt sie darin auf. Nach Monaten läßt sich 
die Muskelhaut vollkommen zerschütteln. 

579« Legt man aber kleinere Stückchen in eine Kali» 
laugelösniig, 1,33 (32,5%) spezifischen Gewichte und be- 
läßt sie dort V2 — IV2 Stimden, so lassen sich in derselben 
Flüssigkeit durch Fasern zahlreiche deutliche Spindeln 
darstellen. Ist der Mazerationsprozeß vollkommen gelungen^ 
so zerfallen die Muskelmembranen in lauter Fasern schon 
infolge des Druckes des Deckgläschens; sie werden in 
Kalilauge untersucht. In derselben Weise isoliert man die 
verzweigten quergestreiften Muskelzellen aus der Zunge des 
Frosches. Auch in Spiritus gewesene Präparate lassen sich 
auf die angegebene Weise mazerieren (Moleschott, 5^ 
und 63). Will man die Mazeration imterbrechen, so setze 
man der Kalilauge etwa 60% KaU aceticum zu; will man 
färben, so wasche man mit Alaun aus. 

580. Es ist zwar möglich, durch vorsichtiges Neutralisieren 
der Kalilauge rait Säuren, Auswaschen und Färben solche 
Präparate in Glyzerin überzuführen, die Prozedur ist aber eine 
komplizierte und minuziöse. 

Ewald (97) gießt SO^/oige Essigsäure im Überschuß zum 
Brei der mit Kalilauge isolierten Elemente, läßt absetzen, hebert 
ab, färbt mit Hämatoxylin und verfährt weiter, wie in § 375 
angegeben wurde. 



§ 681 — 585. Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. 171 

Born bereitet die durch die Kalilauge isolierten Muskel- 
fasern dadurch zum Einschließen vor, daß er sie zunächst in 
Glyzerin zerteilt und darauf 2—3 iSropfen salzsäurehaltigen 
Glyzerins und Jodtinktur so lange zusetzt, bis beim Umrühren 
die braune Jodfärbung des Glyzerins nicht mehr verschwindet. 
Die Jodfärbung der Fasern schwindet später wieder, kann 
aber durch Karminfärbung ersetzt werden, siehe auch Gage. 

581« Levi (04) isoliert glatte Muskelfasern mit einer 
1 — 2Voig6^ Natronfluoridlösang ; letztere soll überhaupt 
Kittsubstanzen lösen. Auch mit dieser Methode isolierte 
Elemente lassen sich schlecht färben. 

582. An kleinen Gefäßen, z.B. den Mesenterien kleinerer 
Tiere, lassen sich die Kittlinien der glatten Muskelfasern 
sehr schön darstellen. Solche Bilder findet man gelegent- 
lich an Mesenterien die man zum Zwecke der Endothel- 
Zeichnung hergestellt hat, vor (siehe § 378). 

583. Mit einer l%igen Osmiumsäure fixierte glatte 
Damuuuskulatur kleinerer Tiere, z. B. des Frosches, wird 
mit Paraffin durchtränkt und genau senkrecht auf die 
Richtung der Fasern möglichst dünn (unter 5 /i) geschnitten. 
Die Querschnittbilder sind instruktiv und sehr charakte- 
ristisch. An gefärbten Längsschnitten studiere man die 
stabförmigen Kerne der Muskelfasern. Die sog. Naklein- 
Spiralen der Kerne sind sehr empfindlich und vergehen 
schon ^/4 Stunde nach dem Tode. Die beste Fixierung 
frischen Materials ist Sublimat-Eisessig. Münch. 

584. Albert Müller hat den bedeutenden Form- und 
Größenunterschied der glatten Muskelzellen in kontrahierten 
und vollen Organen beschrieben und auf eine verschiedene 
Anordnung der kontraktilen Elemente in beiden Zuständen 
hingewiesen. Bei der ümordnung der Elemente ist das 
intermuskuläre Bindegewebe tätig. 

585« An dünnen (5 /,i) Querschnitten durch gut fixierte 
(z. B. mit Flemmingscher Lösung) glatte Muskelfasern, etwa 
der Muscularis des Darmes einer Katze, sieht man zwischen 
den Muskelfasern Zellbrücken, die den Querschnitten der 
Zelleisten entsprechen (Barfurth, 91). Vgl. auch § 386 f. 

Schaffer (99), welcher die an Querschnitten glatter 
Muskelfasern zu beobachtenden, Interzellularbrücken ähn- 
lichen Verbindungen (Kultschitzky, Barfurth) als ein 
Kunstprodukt bezeichnet, weist ein zwischen den Muskel- 
fasern sich findendes zartes, von Lücken durchsetztes 
Bindegewebe mit Pikrofuchsin (siehe § 455) und Pikroni- 
grosin (siehe § 455) nach, siehe auch § 458. 



172 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 586 — 589^ 

586. Ein vortreffliches Objekt für Untersuchung der 
glatten Muskelbündel ohne Isolation findet man im Mesen- 
terium des Enddarmes von Salamandern (sie verlaufen hier 
in der Richtung des Darmes), Ebner (82), und in der 
gedehnten Harnblase desselben Tieres oder des Frosches. 
»Um dieses Präparat von der Froschblase gut zu erhalten, 
l^inde ich den Darm oberhalb der Blase ab und injiziere 
vom After aus Drittelalkohol, bis die Blase prall gespannt 
ist. Die Kanüle bindet man in der Weise ein, daß man 
die Haut um den Anus herum umschneidet und sie über 
der Kanüle zusammenbindet. Beim Herausziehen der 
letzteren bindet man den Anus auf dieselbe Weise ab. 
Nunmehr schneide ich den ganzen Körper des Frosches 
rund um die Blase herum ab und hänge diese auf 24 Stunden 
in Drittelalkohol ein. Am nächsten Tage wird die Blase 
^b- und aufgeschnitten, in Hämatoxylin gefärbt imd das 
Epithel abgepinselt. Die Kongofärbung folgt zuletzt nach.« 
Heidenhain (03b.) 

587. Die Uerzmuskelfasem vom Myokard des er- 
wachsenen Menschen zerfallen mitimter durch Mazeration 
in 20%iger rauchender Salpetersäure (bis 24 Stunden) in 
xiie den Myoblasten entsprechenden Stücke mit je einem 
Kern. (Kalilauge vom spez. Gewichte 1,33 V2 — 1 Stunde 
angewandt, tut dasselbe). Die Grenzen zwischen den Myo- 
blasten des Myokards verschwinden nicht immer spurlos 
und lassen sich z. B. mit Hämatein mitunter, wenn auch 
^ur stellenweise, nachweisen, vgl. § 562. 

588. Die Muskelzellen der Parkiigescheii Fäden werden 
in der Weise dargestellt, daß man V2 i^^i dicke Lamellen 
mit dem Endokard in wenig Ranvierschen 1/3 Alkohol auf 
24 Stunden einlegt. Auch 5 % ige Lösung von Ammonium 
monochromat in Wasser leistet Vorzügliches (Ran vier, 89). 

Es läßt sich nun das Endokard ganz glatt abziehen, 
die Purkinj eschen Fäden werden abgehoben und zer- 
zupft. Es lassen sich die Zellen bequem mit Nadeln iso- 
lieren, eventuell isolierte Zellen beispielsweise mit Pikro- 
karmin nachfärben (nicht zu stark) und in Glyzerin ein- 
schließen. Sehr geeignete Objekte liefern die Herzen der 
Schafe, Ziegen und Pferde, nicht des Menschen. 

589. Die markhaltigen Nervenfasern kann man im 
überlebenden Zustande in einer indifferenten Flüssigkeit 
(siehe § 11 ff,) zerfasern und in dieser Weise studieren. 

Frische Nerven, einem eben getöteten Tiere, z. B. 
Frosch (Nervus ischiadicus), entnommen, werden auf dem 



§ 590 — 592. Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. 173 

Objektträger sorgfältig der Länge nach gefasert. Es empfiehlt 
sich, auch hier die Ran vi ersehe Halbeintrocknungs- 
methode zu befolgen (siehe § 450). Ist die Prozedur fertig, 
fc»o kann man physiologische Kochsalzlösung hinzusetzen 
und den eigentümlichen Glanz der Markscheide, den ho- 
mogen erscheinenden Achsenraum, die Ranvierschen 
Einschnürungen, mitunter L an t er man sehe Segmente und 
selten die Kerne sehen. 

590. Setzt man Wasser hinzu und namentlich de- 
stilliertes, so verändern sich die Markscheiden in kürzester 
Zeit in eigentümlicher Weise; es verschwinden die Ran- 
vierschen Einschniirnngen , später auch die Lant er- 
manschen Segmente, imd es treten innerhalb der Mark- 
scheide eigenartige Gerinnungen auf. An den freien Enden 
fließt das Mark aus und gerinnt zu sehr typisch aussehenden 
Myelintropfen. Diese letzteren trifft man auch massen* 
haft, wenn man weiße Substanz des zentralen Nerven- 
systems fasert. 

591. Zu frisch hergesteUten Zupfpräparaten kann man 
auch eine l%ige Überosmiumsäure zusetzen und in 
einer feuchten Kammer V2 Stunde einwirken lassen. Die 
Nerven sind fixiert, und die Markscheiden fangen an, 
schwarz zu werden. Die Ranvierschen Einschnürungen 
bleiben farblos und heben sich dadurch scharf ab. Ent- 
fernt man die Osmiumsäure mit Fließpapier, legt ein Deck- 
gläschen auf die zerzupften Nerven, wäscht zunächst mit 
destilliertem Wasser, welches man von einer Seite des 
Deckglases zufließen läßt und auf der anderen mit einem 
Streifen Fließpapier aufsaugt, gut aus und läßt dann an- 
statt des Wassers langsam Glyzerin zufließen, so kann man 
in der letzteren Flüssigkeit dauernd einschließen (s. § 209), 

592. Zu frißchen gezupften Präparaten kann man femer 
wässerige Silbernitratlösung etwa Vio% hinzusetzen 
(auch nach § 381). Nach 5 Minuten entfernt man den 
Tropfen mit Fließpapier und verfährt im übrigen wie im 
vorigen Falle, d. h. man wäscht mit destilliertem Wasser 
unter dem Deckglase, setzt allmählich Glyzerin zu etc. 

Man erhält auf diese Weise die bekannten Ranvier^ 
sehen Kreuze und die From mann sehen (64) Linien; 
die letzteren pflegen erst später unter dem Einflüsse des 
Lichtes zu erscheinen. Will man solche Präparate in 
Kanadabalsam einschließen, so kann man Wasser durch 
Alkohol unter dem Deckglase ersetzen, den letzteren mit 



174 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 593 — 596. 

Nelkenöl^ dieses wird mit Fließpapier entfernt, und man 
läßt Kanadabalsam hinzufließen. 

Auch folgende Methoden können mit Vorteil in An- 
wendung gebracht werden. 

593. Ein dünner Nerv, etwa der Ischiadicus eines 
Frosches, wird in situ auf einem Stückchen Holz mit 
Nähfäden aufgespannt, herausgeschnitten und mit einer 
^/2^/oigen Osmiumsäure etwa 12 Stunden behandelt. Der 
fixierte Nerv wird etwa 1/2 Stunde mit destilliertem Wasser 
gewaschen, kommt dann direkt in absoluten Alkohol auf 
etwa 2 Stunden, wird in einem ätherischen Öle ebenso- 
lange aufgehellt und kann nun auf dem Objektträger zer- 
fasert werden. Es wird dazu aber nur das Stück gebraucht, 
welches zwischen den Schnürstellen gelegen ist, und zwar 
in einiger Entfernung, etwa 1/2 mm von derselben entfernt. 
Solche gezupfte Präparate können direkt in Kanadabalsam 
eingeschlossen werden, nachdem man das überflüssige Öl 
mit Fließpapier entfernt hat. 

594. Beliebig dicke Nerven, z. B. eines Säugetieres, 
werden in mäßig gespanntem Zustande in eine V2 ^is 
l^/^ige wässerige Silbemitratlösung auf 12 — 24 Stunden 
gelegt, kurze Zeit mit destilliertem Wasser gewaschen und 
in Alkohol übertragen. Solche Nerven können entweder 
wie im vorigen Beispiel gezupft oder aber nach den all- 
gemeinen Regeln, z. B. mit Paraffin, durchtränkt und der 
Länge nach geschnitten werden. Es erscheinen nach kurzer 
Zeit im Lichte Ranviersche Kreuze und Frommann- 
sehe Linien und Grenzen der Endothelzellen der Peri- 
neurien (lamellöse Scheiden). 

695. Vor Jahren haben Kühne und Chittenden (89) 
auf eigentümliche Netze innerhalb der Markscheide auf- 
merksam gemacht, die man vermittelst der Verdauung der 
Nervenfasern mit Trypsin (§ 471 ff.) oder Pepsin gewinnen 
kann. Noch einfacher bringt man diese znr Anschauung, 
wenn man markhaltige Nerven mit Alkohol und Schwefel- 
äther behandelt, zerfasert und mit Hämatoxylin, z. B. mit 
Böhmerschem, auf dem Objektträger färbt. Diese Netze, deren 
Präexistenz noch nicht strikte nachgewiesen ist, färben sich 
blau und sind die Hornspongiosanetze Kühnes. 

596« Björkenheim gibt genau die Methode von 
Unna (vgl. Max Joseph), wie man Schnitte mit Pepsin 
auf dem Objektträger behandelt, wieder. Nachdem die 
Schnitte 24 Stunden in Barytwasser gelegen haben (§472) 
und gründHch mit Wasser ausgespült worden sind, kommen 



§ 597—600. Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. 175 

43ie auf 1—6 Tage bei 37 — 40® in .die Verdauungeflüssig- 
keit, welche aus einer 0,5% igen Lösung von pejisinum 
Langebeckineinerl %igen Salzsäurelösung bestellt (0,5 g 
auf 100 com), bis alles für das bloße Auge verschwunden zu 
öein scheint. Man wäscht dann mit Wasser aus, trocknet 
mit Fließpapier ab, färbt 1 Minute mit polychromem Me- 
thylenblau, trocknet mit Fließpapier, trägt die Schnitte in 
eine l%ige wässerige Lösung von rotem Blutlaugensalz, 
trocknet mit Fließpapier zum letztenmal ab, wäscht mit 
salzsaurem Alkohol aus und führt durch Bergamottöl in 
Kanadabalsam über. »Alles, was hierbei unverändert ge- 
blieben und blau gefärbt bleibt, ist Keratin.c 

597« Die Scliwannsche Scheide and die Kerne stu- 
diert man an mit Osmiumsäure behandelten, gezupften 
xmd eventuell gefärbten Präparaten. 

598. Die Uenlesche Scheide untersucht man an sehr 
{einen Nerven, die man mit Silbemitrat nach der bei den 
Endothehen (siehe § 378) angegebenen Methode behandelt. 

599. Behandelt man nach Fleischl (74) die Nerven, 
um sie zu fixieren, mit Chromsäure, Alkohol oder chrom- 
sauren Salzen und zerlegt sie in Quer- oder Längsschnitte, 
so sieht man keine diskreten Fibrillen im Achsenraume 
mehr, sondern diese sind mehr oder minder zu einem 
dünneren (Chromsäure) oder dickeren (Alkohol-) Faden 
zusammengebacken — sog. Achsenzylinder. 

Um den Achsenzylinder zu isolieren, empfiehlt es 
sich, die Nerven mit sehr schwacher Chromsäure, etwa 
Vio^O) oder mit schwachem doppeltchromsaurem Kalium 
in etwa Voriger Lösung oder m Holzessig (mit nach- 
folgender Safraninfärbung) einige Tage bis zu einer Woche 
zu behandeln und dann zu fasern. Es gelingt meistens 
beim Zupfen, die geronnene Markscheide stellenweise ab: 
zustreifen und so den sog. Achsenzylinder bloßzulegen. 
Ganz besonders große Strecken des Achsenzylinders quellen 
hervor, wenn man zu den frisch gezupften Präparaten Eis- 
essig zusetzt, eine Methode, die von v. Kölliker (93) 
empfohlen wird. 

ÖOO. Um die Fibrillen zur Darstell iing zu bringen, empfiehlt 
dch folgende Methode Kupffers (83): Nervus ischiadicus 
eines Frosches z. B. wird bloßgelegt, auf einem Stückchen 
Holz in seiner natürlichen Spannung mit Faden befestigt, 
ausgeschnitten, auf etwa 4 Stunden in Vs^/qI^^ wässerige 
Überosmiumsäurelösung gebracht, ebensolange Zeit in destillier- 



176 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 601—603. 

tem Wasser ausgewaschen und mit 90%^^^^ Alkohol etwa 
24 Stunden nachbehandelt. Den so fixierten Nerven werden 
Stückchen von etwa V» cm Länge entnommen und in einer 
gesättigten, wässerigen Lösung des sauren (?) Fuchsina 
12 Stunden lang gefärbt und dreimal 24 Stunden in absolutenx 
Alkohol nachbehandelt. Man durchtränke solche Stuckcheix 
in gewöhnlicher Weise mit Paraffin (belasse sie aber nur je 
Vs Stunde in den Durchtränkungsfiüssigkeiten) und schneide 
möglichst dünn, nicht über 3 fi. Die Fibrillen erscheinen» 
wenn die Färbung gelungen ist, rot, das interfibrilläre Plasma 
farblos; am instruktivsten sind die Längsschnitte, welche mit 
besonderer Sorgfalt orientiert sein müssen. 

Man kann ähnliche, jedoch nicht so schöne Resultate er« 
zielen, wenn man statt des sauren Fuchsins Bismarckbrauu 
(Kölliker) und ähnliches in analoger Weise anwendet. 

Die Gebilde des Achsenraumes lösen sich in einer \^l^\%eii 
Salzsäurelösung und in einer 10% igen Kochsalzlösung (Halli- 
burton). 

601« Mönkeberg-Bethe fixieren in 0,25 % iger 
Osmiumsäure 24 Stunden, wässern 4 — 6 Stunden, behandeln 
direkt mit QO^oig^^^ Alkohol 10 Stunden und darüber,, 
wieder mit Wasser 4 Stunden, dann 6—12 Stunden mit 
einer 2% igen Lösung von Natriumbisulfit, zu welcher 2 bis 
4 Tropfen Salzsäure auf je 10 ccm zugesetzt werden. Wasser 
1 — 2 Stunden, Einbetten in Paraffin durch Alkohol und 
Xylol, Aufkleben der Schnitte von 2 — 3/t4 mit sehr ver- 
dünntem Eiweiß ; nach Entfernung des Paraffins mit Xylol 
werden die Schnitte mit Alkohol und Wasser behandelt 
und kommen in eine 1 — 4 o/o ige Ammoniummolybdatlösung; 
auf 5 — 10 Minuten in den Thermostat bei 25®. Nach 
mehrmaliger Spülung mit Wasser, um den Niederschlag- 
mit der Farbe zu vermeiden, wird mit 0,05 — 0,l7oiger 
Toluidinlösung 5 Minuten bei 50—600 C gefärbt (man 
überschüttet die Schnitte mit der Farbe I) ; Wasser, Alkohol,. 
Xylol, Kanadabalsam. Die Methode geht für die Dar* 
Stellung der Fibrillen peripherer Nerven und der des zen- 
tralen Nervensystems. (Warnke.) 

602. Nach Bethe (04) sind die Fibrillen basophil 
und behalten die Basophilie nach Fixierung mit Alkohol. 
Die Fibrillen färbt man mit Toluidinblau, sie werden röt- 
lich. Da sich auch die Markscheide etwas mitfärbt, be- 
handelt man die gefärbten Präparate längere Zeit mit 
Toluol, wo sie die Farbe verliert, die FibriUeu aber ihre 
Färbung beibehalten. 

603« Remaksche Fasern werden am besten dargestellt, 
indem man den Sympathicus, oder besser, den Vagus. 



§ 604 — ^608. Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. 177 

eines Säugetiers mit Osmiumsäure behandelt und dann 
fasert. Zwischen den markhaltigen schwarzen Fasern des 
Vagus findet man zahlreiche sympathische. Die letzteren 
bleiben bei dieser Behandlung nahezu ungefärbt. 

604. Zum Studium der allgemeinen Verbreitung von 
Nerven in Muskeln empfiehlt sich 8—12 Tropfen Essig- 
säure auf 100 ccm destilliertes Wasser; kleine Muskeln 
werden darin in wenigen Stunden durchsichtig (Kölliker). 
Ebenso gute Dienste tut die Salzsäure l^ooigJ sie löst das 
Syntonin und verschont die Nerven (Engelmann). 

605« Für die Darstellung der Nervenenden in den 
quergestreiften Muskeln wähle man, wenn möglich, kurze 
Muskeln, z. B. die Augenmuskeln. Solche werden ausge- 
schnitten, auf einem Objektträger ausgebreitet und mit 
Nadeln vorsichtig der Länge nach gefasert. Setzt man eine 
l®/oige Essigsäure zu, bedeckt mit einem Deckglase, so 
treten nach ein paar Stunden die Nerven hervor, und man 
kann diese bis in den Muskel verfolgen. Die Essigsäure- 
Präparate lassen sich nicht dauernd einschüeßen. 

606« Für das Studium der Nervenendigungen über- 
haupt, und der im Muskel insbesondere, ist die von Cohn- 
heim (67a) (für Cornea) eingeführte sogenannte Ver- 
goldung von Bedeutung. Die Vorschrift lautet: Kleinere 
Stücke (in unserem Fall Muskel) kommen in eine V2%ige, 
mit einer Spur Essigsäure angesäuerte Goldchloridlösung, 
bis sie gelb werden (einige Minuten bis 1/2 Stunde). Dann 
werden sie mit dest. Wasser flüchtig abgespült und bleiben 
in mit Essigsäure wenig angesäuertem Wasser im Dunkeln 
stehen. In der Regel verändern die Stücke hierbei die 
Farbe, werden gelbgrau, grauviolett, rot, wofür unter Um- 
ständen 1 — 3 Tage nötig sind. Die günstigsten Stellen 
sucht man in den Nuancen von Violett zu Rot. — Die 
Goldmethode ist keine sichere. Sie führt gar oft zu 
schlechten oder gar keinen Resultaten, imd man ist in 
den meisten Fällen nicht einmal imstande, die Fehler- 
quellen anzugeben. 

607. Goldchlorid wird mit Wasserstoff hyperoxyd 
augenblicklich reduziert. 

Von den für die Nervenenden im Muskel gebräuch- 
lichen Methoden nennen wir als die zwei relativ sichersten 
die Löwit-Fischersche und die Ranviersche. 

608. Die Löwitsche (Löwit, 75, Fischer, 76, Bre- 
mer, 82) Methode. Kleine Muskelstücke (1 mm) werden 

Böhm, Taschenb. f. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 12 



178 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 609-=-611. 

in Vs Ameisensäure (Ameisensäure 1, destilliertes Wasser 2) 
gelegt, bis sie durchsichtig werden (ein paar Minuten). 
Sie werden alsdann in eine kleine Quantität einer 1 % igen 
Goldchloridlösimg (andere Forscher, wie z. B. Grabower 
02, nehmen schwächere Lösungen, z. B. V4 7o) ^^^ ^^wa 
V4 Stunde übertragen, in dieser Flüssigkeit werden sie gelb. 
Die Stücke kommen in die 1/3 Ameisensäure zurück und 
verbleiben darin 24 Stunden in der Dunkelheit; man kann 
sie dann auf ebensolange in eine konzentrierte Ameisen- 
säurelösung übertragen, in welcher sie ebenfalls im Dunkeln 
gehalten werden. 

Die Stücke werden mit destilliertem Wasser gewaschen 
und auf dem Objektträger gezupft. Die zentrale Partie 
der Stücke ist gewöhnUch violett, die periphere schmutzig- 
braun. Zwischen den beiden Schichten liegen Muskel- 
fasern, welche die am besten tingierten Nerven und Nerven- 
endapparate aufweisen. 

609. Kühne (86) säuert mit y2Voiger Ameisensäure 
vor, behandelt die Stücke mit l^/oigem Goldchlorid und 
reduziert mit 20 bis 25 % iger Ameisensäure, gelöst in Gly- 
zerin und Wasser zu gleichen Teilen. 

610. Ranvier (89) behandelt Muskelstücke, bevor er 
sie in eine 1 % ige Goldchloridlösung überführt, mit Zitronen- 
saft. (Ranvier macht darauf aufmerksam, daß nur frisch 
gereifte Zitronen geeignet sind; dieselben werden ausge- 
preßt und durch Flanell filtriert.) Im Zitronensaft ver- 
bleiben die Stücke, bis sie durchsichtig werden (Minuten); 
von da überträgt man die Stücke in eine l^oige Gold- 
chloridlösung auf ca. 20 Minuten ; mit destilliertem Wasser 
kurz abgespult, kommen sie in ein schwach angesäuertes 
Wasser (1 Tropfen Eisessig auf 30 ccm Wasser), worin sie 
24 — 48 Stunden im Lichte stehen gelassen werden. Bei 
so behandelten Stücken ist die Reduktion des Goldes keine 
vollkommene, deshalb dunkeln die daraus gewonnenen 
Präparate in der Regel nach ; dies ist nicht der Fall, wenn 
man statt des schwachen Essigsäurewassers Vs Ameisen- 
säure (wie bei Löwitscher Methode) 24 Stunden im Dunkeln 
einwirken läßt. 

611. Golgi (80, siehe 94) säuert mit V2Voigör Arsen- 
säure vor, statt Goldchlorid gebraucht er Goldchloridkalium 
V2 7oig I2 Stunde, spült mit Wasser ab und bringt dann 
in 1^0 ige Arsensäure, worin die Reduktion im Sonnen- 
lichte vor sich geht. 



§ 612 — 617. Muskel, Nervenfaser u« Nervenendigungen etc. 179 

612. Muschenkoff empfiehlt: 

Objekte, nicht über V2 ccm, kommen entweder in eine 
2 % ige doppeltchromsaure Ammoniaklösmig oder in doppelt- 
chromsaures Kalium derselben Konzentration auf etwa 
30 Tage. Nach dem Waschen werden die Stücke in frischen 
Zitronensaft oder in 20% Ameisensäure auf 15 — 20 Minuten 
übertragen. Nach Abspülen mit destilliertem Wasser werden 
die Stücke in eine V2%ige Goldchlorid- oder Goldchlorid- 
kaliumlösung auf V2 Stunde eingelegt Reduziert wird in 
mit Essigsäure etwas angesäuertem Wasser. 

613. Die Vergoldungsmethoden sind alle unsicher. Am 
leichtesten gehngen die Vergoldungen bei Reptilien (unter 
diesen bei Pseudopus Pallasii), dann konamen die Säuger, 
ungünstig sind die Vögel, Amphibien und Fische. Augen- 
muskeln der Knochenfische sollen aber günstig sein. 

614. Goliris Nervenendoriraiie in den Sehnen der Säugetiere 
und Vögel werden gleichfalls durch Vergoldung dargestellt. 

615. Stöhr (94) empfiehlt folgende Methode: Em- 
tauchen in eine Mischung von 8 Teilen Goldchlorürlösung 
zu 1^0 ^^d 2 Teilen reiner Ameisensäure (die Mischung 
muß dreimal gekocht werden), 40 — 55 Minuten lang. Aus- 
waschen in destilliertem Wasser. Übertragung in eine 
Mischung von reiner Ameisensäure, 10 Teile, und destil- 
liertem Wasser, 40 Teile. Reduktion am Licht 36 Stunden 
lang. Aufbewahren in Spiritus im Dimkeln. 

616. Ncgrro (87) empfiehlt, namentlich für Eidechse und 
Frosch, Hämatoxylin, um an frischen Muskeln in wenigen 
Minuten die Nervenenden sichtbar zu machen. | 

617. Gad (95) teilte folgende Methode von Sihler 
zur Darstellung der Nervenenden in den quergestreiften 
Muskeln mit : Muskelbündel in der Dicke eines Gänsekieles 
werden auf etwa 18 Stimden in 

1. GewöhnHche Essigsäure .... 1 

Glyzerin 1 

Chloralhydratlösung 1 0/0 wässerig . 6 

eingelegt, in reinem Glyzerin weiter gezupft und dann in 
die Färbeflüssigkeit 

2. Ehrlichsches Hämatoxylin ... 1 

Glyzerin 1 

Chloralhydratlösung l7oig6 • • • 6 

übertragen, worin die Stücke 3 — 10 Tajge verweilen. Die 
Stücke werden nun in Essigsäure-Glyzerin eingelegt, worin 

12* 



180 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 618 — 621. 

die Farbe differenziert wird und zwax so, daß die Nerven 
und Nervenenden an den Muskeln und Gefäßen intensiv 
tingiert werden, das übrige hell erscheint. Aus der Farbe 2 
kann man die Stückchen in reinem Glyzerin aufheben und 
erst später mit Essigsäure (Lösung 1) behandeln. Nach 
Sihler auch von B alter für sensible Organe des Muskels 
empfohlen. 

618. Die Vergoldung der Nervenenden in der glatten und 
in der Herzmuskulatur ist eine äußerst unsichere. 

Literatur zu Kap. 7: Ranvier (78 und 80). 

619. Für Behandlung der Schnitte mit Goldchlorid 
verfährt Nabias (04) in folgender Weise : Schnitte, Objekten 
entnommen, welche in Alkohol, Sublimat, Flemming scher 
Flüssigkeit oder Osmiumsäure fixiert wurden, werden mit 
Wasser geklebt und auf dem Objektträger entwässert. Man 
unterwirft sie den folgenden Manipulationen, a) Behand- 
lung mit Jodlösung (Jod 1, JodkaUum 2, Wasser 300 — 1000) 
wenige Minuten, b) Spülung mit Wasser, c) Behandlung 
mit 1^0 Goldchloridlösung 3—6 Minuten; die Schnitte 
werden weiß, d) Spülen mit destilliertem Wasser, e) Spülen 
in Anilinwasser (1 ccm Anilin öl auf 100 — 1000 Wasser). 
In 1 oder 2 Minuten werden die Schnitte violett. Man 
lasse aber die Schnitte nicht zu dunkel werden, f) Waschen 
mit destilliertem Wasser etc. Statt Anilin wasser wird auch 
Res orzin, 1 : 100; 1000— 10000 empfohlen. Unter an- 
derem sind die Neurofibrillen deuthch gefärbt. 

620. nerton H., 07, vergoldet Schnitte in folgender 
Weise: In Hermann scher Mischung fixiertes Material 
wird in Schnitte zerlegt und je 10 Minuten mit 3®/oiger 
Tanninlösung, 5 % iger Brechweinsteinlösung, 1 o/q iger Gold- 
chloridlösung und Anilinwasser behandelt. Zwischen den 
einzelnen Lösungen werden die Schnitte mit dest. Wasser 
ausgewaschen. 

621« Da die Methode Bielschowskys, wie er sie 

fürs Zentralnervensystem angab, außer den Neurofibrillen 
auch Bindegewebsfibrillen, welche im Zentralnervensystem 
fehlen, färbt, so kann man sie im verändert auf periphere 
Nervenendigungen im Bindegewebe nicht anwenden. B i e 1 - 
schowsky, 05, gab folgende Modifikation an. Stücke 
von ca. 1 cm Dicke werden, mit Formol fixiert, in dest. 
Wasser gewaschen und auf dem Gefriermikrotom 10 fji 
dick geschnitten, kommen dann 24 Stunden und länger in 
2% ige Silbernitratlösung, dann auf 15 Minuten in eine 



§ 622. Maskel, Nervenfaser n. Nervenendigungen etc. 181 

ammoniakaJische Silberlösung, welche so bereitet wird, daß 
auf 5 ccm einer 10% igen Silbemitratlösung 5 Tropfen einer 
40 7oig6n Natronlauge kommen, dann tropfen weiser Zusatz 
von Ammoniak bis zur Lösung. Die Lösung wird biß auf 
20 ccm verdünnt. In dieser Lösung bleiben die Schnitte 
15 Minuten, bis sie dunkelbraun werden. Von hier über- 
trägt man die Schnitte in Essigsäure, 5 Tropfen Eisessig 
auf 20 ccm Wasser, in welcher die Schnitte gelblich werden. 
Man überträgt die Schnitte in 207oige Formollösung und 
hält sie in dieser, bis sich noch weißliche Wolken aus 
ihnen entfernen. Die Reduktion ist nun beendigt. Jetzt 
werden die ganz blassen Schnitte vergoldet, und zwar in 
neutralem Goldbad, 5 Tropfen Goldchlorid von l^/o auf 
10 ccm Wasser ; hier bleiben sie, bis der Grundton rot- 
violett wird — etwa 1 Stunde. Die Lösung der nicht 
reduzierten Lösung geschieht in ö^igerNatriumthiosulfat- 
lösung. Nach sorgfältigem Waschen in dest. Wasser wird 
durch Karbolxylol (10 o/o ig) ^ Kanadabalsam einge- 
schlossen. 

Auch für diese Zwecke ist die Behandlung in Blöcken 
zulässig, nur die einzelnen Operationen müssen länger 
ausgeführt werden. 

Mit dieser Methode lassen sich z.B. Meißner sehe, 
Gran dry sehe .Körper, motorische Nervenenden in quer- 
gestreiften Muskeln usw. darstellen. 

622« Die sogenannte vitale Methylenblau-Färbung 
von P. Ehrlich (85) zuerst angegeben, mit welcher man 
Nerven in fast allen Organen — außer dem Zentralnerven- 
system, relativ sicher darstellen kann, ist in der letzten 
Zeit genau von Dogiel (02, 03) im Zusammenhange ge- 
schildert worden. — 

Um die Nerven zu färben, verfährt man, indem man 
Methylenblaulösung A) in die Blutgefäße eines eben ge- 
töteten Tieres injiziert, B) in sonstige natürliche Höh- 
len, oder C) durch Einstich in das subkutane Binde- 
gewebe oder Bindegewebe eines anderen zu untersuchenden 
Organes einführt, D) indem man Organe, resp. Organteile, 
unmittelbar mit Methylenblau färbt. — 

In allen FäUen gebraucht man Methylenblau (bezogen 
von Dr. Grübler in Leipzig imter der Marke »für vitale 
Färbung«) gelöst in 0,75Voiger chemisch reiner Kochsalz- 
lösung in destilliertem Wasser. Man nimmt für A) eine 
V4— ^AVoige Methylenblaulösung; f ür B) V*— Vs % ige ; für 



182 Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 62?^ 

C) eine Ve— ^/sVoige und für D) eine V*— Ve— VsVoige 
Lösung. Die Lösungen dieser Konzentrationen können 
leicht aus einer 1 o/o igen Methylenblaulösung hergestellt 
werden. — 

A) Die Blutgefäße der Organe oder die des ganzen 
Tieres, wenn dasselbe klein ist, werden mit physiologischer 
Kochsalzlösung, welche auf 37 ^ C gewärmt ist, ausgespritzt, 
und erst dann wird eine ebenso gewärmte Methylenblau- 
lösung injiziert. Nach 20 — 30 Minuten werden ganze Or- 
gane oder, wenn sie größer sind, 1 — 2 — 3 cm große Stücke 
derselben herausgeschnitten und auf Glaswolle, welche mit 
Vö — i/i6 o/o ig^r Methylenblaulösung gut angefeuchtet ist, in 
eine flache Schale übertragen; diese schließt man mit einem 
nicht fest schließenden Deckel, um den Luftzutritt 
zu ermöglichen, und stellt sie in einen auf 36 ^ C ge- 
wärmten Thermostaten. Nach 10 — 30 Minuten oder, bei 
größeren Stücken, nach 1, IV2. 2 Stunden werden die Prä- 
parate aus dem Thermostaten herausgenommen und, wie 
weiter unten angegeben, fixiert. — 

Sind die Organe konsistent, so mache man davon 
15 Minuten nach der Methylenblau-Injektion Rasiermesser- 
Bchnitte und behandle sie in ähnlicher Weise, d.h. befeuchte 
luit Vi6**/oig€r Methylenblaulösmig und setze in einer 
feuchten Kammer in den Thermostaten. Alle 5 Minuten 
werden die Schnitte mit dem Mikroskop angesehen, um 
die Nervenfärbung zu kontrollieren. — 

Bei Kaltblütern wird die ganze Prozedur bei Zimmer- 
temperatur ausgeführt: man injiziert V4 — VsVo ige Lösung; 
nach 1/2 — 1 — 2 Stunden wird das zu untersuchende Organ 
freigelegt und nach 20—30 Minuten herausgeschnitten, 
um fixiert zu werden. Methylenblau wird unter Luft- 
abschluß zu farbloser Leukobase, welche in Be- 
rührung mit Sauerstoff der Luft wieder blau wird. 
Einige Forscher führen in diesem Stadium des Verfahrens 
Sauerstoff zu. — Bei der Methode B) und C) verfährt man 
mutatis mutandis in analoger Weise wie bei A). 

D) Ganze Organe oder Stücke derselben von 1 — 2 cm 
Größe, in einzelnen Fällen sogar von größeren Dimensionen, 
werden herausgeschnitten und auf den mit Glaswolle be- 
deckten Boden einer flachen Schale gebracht und mit 
Methylenblau benetzt; nachdem man die Schale mit einem 
nicht luftdicht schließenden Deckel bedeckt hat, bringt man 
das Ganze in einen Thermostaten (36 C); in demselben 



§ 623 — 624. Muskel, Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. 183 

verbleibt das Präparat 1 — 2, höchstens 2V2 Stunden und 
wird dann fixiert. Während das Präparat im Thermostaten 
verweilt, wird es von Zeit zu Zeit mit einer ^/i^^/oigen 
Methylenblaulösimg befeuchtet, damit es nicht eintrocknet. 
Auch bei dieser unmittelbaren Färbung wird an Kaltblütern 
bei Zimmertemperatur operiert. — 

Von derben Organen, wie z. B. die Wachshaut des Schna- 
bels oder der harte Gaumen von Wasservögeln, werden 
Schnitte mit Rasiermesser hergestellt und auf einem Ob- 
jektträger mit Ve — VsVoiger Methylenblaulösung benetzt, 
in einer feuchten Kammer wie oben gefärbt; die Schnitte 
dürfen nicht schwimmen und müssen vor Verdunstung 
durch Befeuchten geschützt werden. Die Färbung geht 
hierbei sehr rasch, in 10 — 15 — 20 Minuten vor sich; cUinn 
wird fixiert. — 

Bei allen diesen Methoden sind kleine Modifikationen, 
welche dem Charakter des ganzen Verfahrens nicht zuwider 
sind, selbstverständlich zulässig. 

Hat man nun nach einer der vorgetragenen Methoden 
die Nerven mit Methylenblau gefärbt, so muß die sonst 
vergängliche Färbung fixiert werden. Dazu gebraucht 
man entweder pikrinsaures oder molybdänsaures 
Ammonium, oder beide Salze nacheinander. — 

623. Um mit pikrinsaurem Ammoniak (von Grübler 
bezogen, explodiert beim Erhitzen!) zu flxiereii, verwendet 
man eine konzentrierte wässerige Lösung. Wenn die Nerven 
intensiv genug mit Methylenblau gefärbt erscheinen, über- 
trägt man die Präparate in nicht zu wenig der eben er- 
wähnten Lösung auf 2 — 6—12 — 24 Stunden, je nachdem 
die Stücke groß waren, auf keinen Fall aber länger wie 
48 Stunden. Dann wird in Glyzerin und Fixierungsflüssig- 
keit zu gleichen Teilen eingeschlossen. — Sind die zu 
untersuchenden Präparate zu undurchsichtig und dick, so 
muß man sie in zweckmäßiger Weise mit Nadeln, Pinzetten 
und Scheren zerteilen, indem man sie zupft, aufschneidet 
in Lamellen zerreißt usw. 

Fügt man zu 100 ccm der Fixierungsflüssigkeit 1 — 2 ccm 
einer 2% igen Osmiumsäure hinzu, so kann man die Prä- 
parate nachträglich mit Pikrokarmin färben und wie vorhin 
einschließen. 

624. Molybdänsaares Ammoniam gebraucht man zur 
Fixation von Methylenblaupräparaten in 5 — S^/oiger Lö- 
sung bei Zimmertemperatur. Die gefärbten Präparate 



184 Muskel; Nervenfaser u. Nervenendigungen etc. § 625« 

kommen sofort in ziemlich viel Fixiermigsflüssigkeit, je 
nach der Größe auf 10 Minuten bis 24 Stimden; langer 
Aufenthalt in derselben schadet den Präparaten nicht. 
Dann wäscht man die Präparate in einer großen Menge 
destillierten Wassers, welches man, wenn nötig, wechselt, 
imd überträgt sie in absoluten Alkohol, worin sie nur 
möglichst kurze Zeit, nicht länger als gerade zur Ent- 
wässerung nötig ist, verweilen dürfen, jedenfalls nicht 
länger als 6 Stunden. Durch Xylol kann man sie nun 
in Kanadabalsam einschließen. Um die histologischen Ele- 
mente besser zu erhalten, setzt man zur Fixationsflüssig- 
keit Osmiumsäure hinzu, und zwar 4 — 6 Tropfen einer 
l%igen Lösung auf 100 ccm; die Weiterbehandlung bleibt 
im übrigen die gleiche. — 

Will man fixierte Stücke mikrotomieren, so überträgt 
man sie aus dem absoluten Alkohol in eine mitteldicke 
Zelloidinlösung auf ein paar Stunden, klebt sie auf einen 
Holzblock und härtet das Ganze in TO^oigem Spiritus. 
Will man nicht sofort schneiden, so hebt man die Blöcke 
in Wasser, worin die Färbung 2 — 3 Tage lang nicht 
aJteriert wird (Markovitin). Will man in Paraffin 
schneiden, so fixiere man nach Bethe, § 625. Die Pa- 
raffineinbettung jedoch greift die Farbe imter Umständen 
doch sehr an. 

Das 1. Fixationsverfahren wird bei dickeren Präpa- 
raten und der Retina, das 2. bei dünnen Flächenpräpa- 
raten und bei Präparaten, welche in Schnitte zerlegt werden, 
angewandt. Man kann, wenn man z. B. in pikrinsaurem 
Ammoniak fixierte Objekte schneiden will, diese nach- 
träglich in molybdänsaures Ammonium überführen, kom- 
binierte Fixierung. 

625. Um Methylenblaupräparate zu fixieren, empfiehlt 
Bethe (95) folgendes Gemisch: Aminoniummolybdat 
— lg, destilliertes Wasser — 10 ccm, Wasserstoffsaper- 
oxyd — 1 ccm und offiz. Salzsäure — 1 Tropfen. In 
dieser Flüssigkeit bleiben die Stücke, bei einer Temperatur 
von 4- 2 bis — 2^0, je nach ihrer Größe, kleinere 2—3, 
größere (bis 1 ccm) 4 — 5 Stunden, hernach noch einige 
Zeit bei Zimmertemperatur. Sie werden dann 1/2 — 2 Stun- 
den in destilliertem Wasser gewaschen, mit kaltem Alkohol 
entwässert und in Paraffin oder Zelloidin eingebettet. Eine 
Nachfärbung mit Alaunkarmin oder mit Anilinfarben ist 
zulässig. Setzt man nach einiger Zeit der Fixierungsflüssig- 



§ 626—628. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 186 

keit Osmiumsäure zu, so wird die entstehende Methylen- 
blaufärbung dunkler \md alkoholbeständiger. 

626. Weiter empfiehlt Bethe (96), namentlich — um 
die niedere Temperatur der vorigen Methode zu umgehen — 
folgende Verfahren: nach dem Vorgang von Smirnow 
und Dogiel benutzt er als Vorfixienmgsflüssigkeit eine 
konzentrische wässerige Lösung von pikrinsaurem Am- 
monium (Ammoniumpikrat), in welcher die mit Methylen- 
blau behandelten, nicht zu großen Objekte 10—15 Minuten 
verweilen. Ohne zu spülen, überträgt man dicke Objekte 
(für Totalpräparate) 1. in Ammoniummolybdat (oder phos- 
phormolybdänsaures Natron) 1 g, dest. Wasser 20 ccm \md 
offiz. Salzsäure 1 Tropfen. Für dieselben Zwecke dienen 
auch weitere Mischungen. 2. Ammoniummolybdat (oder 
phosphormolybdänsaures Natron) 1 g, dest. Wasser — 
10 ccm, 2 o/o ige Chromsäurelösung — 10 ccm und Salz- 
säure — 1 Tropfen. . Für Schnittzwecke oder bei sehr 
dünnen Totalpräparaten wende man 3. Ammoniummolybdat 
(oder phosphormolybdänsaures Natron) 1 g, dest. Wasser 
— 10 ccm, V2%ige Osmiumsäure — 10 ccm und Salz- 
säure 1 Tropfen, an. In sub 1. imd 2. genannten Flüssig- 
keiten belasse man kleine Objekte ^U — 1 Stunde (nicht 
länger), in sub 2. angegebenen 4 — 12 Stunden. Nach dem 
Fixieren wird in Wasser gewaschen, in Alkohol übergeführt 
und durch Xylol in Paraffin eingebettet. Eine Nachfär- 
bung mit Alaunkarmin, Alauncochenille oder mit neutralen 
Anilinfarben kann ausgeführt werden. 

8. Kapitel. Rfickenmark, Gehirn und Ganglien. 

627. Das ganze Nervensystem kleinerer Tiere, oder 
Teile davon größerer, kann man isoliert darstellen, indem 
man 20 ^/o ige rauchende Salpetersäure ca. 3 Tage anwendet 
und dann die Präparate wässert. »Läßt man ein Neun- 
auge (z. B.) 3 Tage in dieser Flüssigkeit (207oige rauchende 
Salpetersäure, Reichert) liegen und wässert dasselbe einen 
Tag lang aus, so ist fast sämtliches Bindegewebe bis auf rein 
zelßge Elemente aufgelöst. « Zieht man die Haut ab und ent- 
fernt mit Pinzette und durch vorsichtiges Schütteln die Mus- 
keln usw., so läßt sich das ganze Nervensystem isolieren, 
und die Nerven bleiben in Zusammenhang. Langerhans, 

628. Beim Herausnehmen des Gehirns imd Rücken- 
marks verfahre man so, daß man zuerst Haut und Mus- 
keln in den betreffenden Partien möglichst vollständig ent- 



186 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 629—637. 

f ernt. Der Rückenmarkskanal wird dann mit einer Knochen- 
zange eröffnet, die Schädelhöhle kann bei kleinen Tieren^ 
z. B. manchen Fischen, Fröschen etc., mit dem Messer, 
bei jungen Meerschweinchen, Kaninchen der Hauptsache 
nach mit einer starken Pinzette eröffnet werden; soweit 
dies möglich ist, ergibt es meist bessere Resultate, als wenn 
bei kleineren Tieren die Anwendung von Knochenzange 
oder Säge nötig wird. Ist das Gehirn, resp. Rückenmark, 
freigelegt, so geht der Herausnahme der Teile das Durch- 
schneiden der zugehörigen Nerven voraus. In die Fixie- 
rungsflüssigkeit werden die Stücke auf Glaswolle oder 
Wattebäusche eingelegt oder an einem weißen Faden ein- 
gehängt. Gehirn und Rückenmark großer Säugetiere, die 
man sich aus dem Schlachthaus verschaffe, geben auch 
noch, wenn sie erst wenige Stimden nach dem Tode des 
Tieres eingelegt werden, wenigstens gute Orientierungs- 
büder. Geeignete Fixierungsflüssigkeiten sind hierfür 
Kalium bichromicum, Müllersche Flüssigkeit, auch Alkohol» 
imd bei frischen Präparaten Sublimat. 

629. Um Ganglienzellen zu isolieren, hat man 
eine Reihe von Methoden angegeben, die das mühsame 
Herauszupfen erleichtern. Nach Levi (04) haben große 
Tiere und die Katze sehr große Ganglienzellen. 

630. Eine l^/qoige Osmiumsäure oder 1/3 Alkohol 
(siehe § 369) wird in das Vorderhorn des Rückenmarks 
durch Einstechen injiziert, die so fixierte Stelle herausge- 
schnitten, gezupft und in Glyzerin eingeschlossen. 

631. Kleinere Stücke, z. B. aus den Vorderhömem 
des Rückenmarks, werden herausgeschnitten und mazeriert. 
Dazu können folgende IsolationB-Flüssi^keiten verwendet 
werden, in welche Stückchen bis zu 1/2 ccm eingelegt 
werden : 

632. Vs Alkohol 1—2 Wochen (Ran vi er). 

633. Jodserum, Max Schultze (64), 24 Stunden. 

634. 0,5— 0,25 %oigö Chromsäure auf 3, 5 Tage und länger. 

635. l%oigö Kalium bichromicum -Lösung 2 Wochen und 
länger. 

636. IVoo^gö Osmiumsäure 24 Stunden und länger. 
Durch Schütteln oder Zupfen lassen sich dann die 

Ganglienzellen isolieren. Die Präparate werden in Wasser 
oder Glyzerin imtersucht, sie können vorher durch Zusatz 
zum Glyzerin, von etwas Eosin z. B., gefärbt werden. 

687. Die Ganglienzellen sind der Fäulnis gegenüber 
sehr resistent; man kann geradezu graue Substanz in Wasser 



§ 638—639. Bückenmark, Gehirn und Ganglien. 187 

oder sehr verdünnter Chromsäure faulen lassen und danu 
Ganglienzellen mit langen Fortsätzen durch Zupfen isolieren 
»und sie entziehen sich unseren Blicken, wenn die Ver- 
wesung eine ganz unkenntliche Masse erzeugt hat.« Falk. 

688. Gewisse Strukturen, auf die man bis jetzt nur 
wenig achtete, lassen sich relativ leicht in den Ganglien- 
zellen darstellen. Nißl (95) und Flemming (95b S. 380 
Anm. 6). An in Alkohol fixierten Präparaten, welche in 
Thionin gefärbt wurden, oder an in Alkohol oder Sublimat 
behandelten, mit nachträglicher Färbimg mit basischen 
Anilinfarben (siehe § 272) oder Hämatoxylin sieht man 
tingible Körper in den Ganglienzellen deutlich abstechen. 

639. Die Nißlsche Methode, um seine Äquivalent- 
bilder von Ganglienzellen zu erzeugen, Nißl, 91a, 03, 
besteht in folgendem: Objekte in Würfelform, nicht unter 
1 cm Seite, werden mit einer scharfen Schere herausge- 
schnitten und mit oft zu wechselndem Spiritus von 96% 
mindestens 5 Tage lang gehärtet, dann werden sie auf 
Kork oder Holzklotz mit Fischleim oder Gummi aufgeleimt 
und ohne vorherige Durchtränkung mit Spiritus von 96 % 
befeuchtet, geschnitten; die Schnitte werden in einem Uhr- 
schälchen mit einer mindestens 1/4 Jahr alten Lösung von 
Methylenblau B- Patent 3,75 g, geschabter venezianischer 
Seife 1,75 g, gelöst in 1000 ccm dest. Wassers — gefärbt» 
dabei erwärme man die Lösung bis Blasen aufsteigen. 
Man differenziert die Schnitte in wasserhellem Anilinöl 
10 ccm, Spiritus von 96% 90 ccm, bis keine gröberen 
Farbwolken mehr abgehen. Der auf den Objektträger ge- 
brachte Schnitt wird mit Fließpapier getrocknet, mit Kajeput- 
öl aufgehellt, wieder mit Fließpapier getrocknet, mit Benzin 
geschwemmt, um das Öl zu vertreiben, und in Xylol-Kolo- 
phonium, Kolophonium, in Xylol gesättigte, filtrierte Lö- 
sung darauf gebracht. Der Objektträger wird durch die 
Flamme gezogen (Vorsicht!), bis Xylol verdunstet ist. Mau 
bedecke nun noch heiß mit einem heiß gemachten Deck- 
glase. Da diese Methode eine konventionelle ist und die 
mit ihr hergestellten Präparate Nißl miteinander vergleicht, 
so hat sie nur Wert, wenn sie peinUchst genau eingehalten 
wird und womöglich unter ganz gleichen Bedingungen 
gehandhabt wird. Resultate: Distinkte Färbung der Nißl- 
schen Körper. Durch andere Methoden hergestellte Bilder 
der Granula in den Ganglienzellen decken sich selbstver- 
ständlich mit denen der Nißl sehen Äquivalentpräpai-ate 
nie ganz. 



188 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 640—643. 

640. Für Grannla der GanirlieiLzellen empfiehlt Cox (98), 
in einer der drei folgenden Mischungen zu fixieren: 

Mischung 1: Sublimat gesättigt 30, IVo^g® Osmiumsäure 10, 
Eisessig 5; 

> 2 : Sublimat gesättigt 15, 5 ®/o iges Platinchlorid 15, 

1^0 ige Osmiumsäure 10, Eisessig 5; 

> 3: Sublimat gesättigt 30, Formol 10, Eisessig 5. 
Einwirkung 2—3 Tage, Auswaschen, 60, 70, 90, 98Voig©r 
Alkohol, A&ohol-Bergamottöl, Bergamottöl, Paraf fin-Bergamottöl, 
Paraffin. Aufkleben mit Wasser-Eiweiß. Paraffin wird mit 
Xylol entfernt, Alkohol, dann in Tannin von 20 — 26^ Iq auf 
B Stunden, dann 5 Minuten waschen, dann 

-entweder in Eisenoxyd- Ammonium-Sulfat (2,5*/©) 5 — 10 Mi- 
nuten lang, 

dann in I: Phenol (2^0 ig) 15> cUizu 1—2 ccm von folgen- 
dem, 5 Minuten lang auf dem Wasserbade zu 
kochendem Gemisch : Methylenblau 2, Kaüum- 
Karbonat 2, Wasser 200, 
oder in Brechweinstein (5®/oig) 5 — 10 Minuten lang, 

dann in 11: ein Gemisch von öVoig^Da ^Is-uii 10, 5%igem 
Indoidinblau BB 20 (resp. besser: Baumwoll- 
blau BB) (Anilin- und Sodafabrik E. Merk, 
Ludwigshafen). 

In Flüssigkeit I oder 11 wird 12—18 Stunden gefärbt, dann 
in vielem Wasser abgespült; die Schnitte werden mit Filtiier- 
papier getrocknet, mit einer Mischung von Xylol 90 zu 95**/oigem 
Alkohol 60, dann mit reinem Xylol behandelt und in Kanada- 
balsam (unverdünnt durch Erwärmen flüssig gemacht) ein- 
geschlossen. Ist die Färbung zu stark, so entfärbt man mit 
Unnas Alaun-Anilin (Zeitschr. f. wiss. Mikrosk. Bd. 12, p. 560). 

Ist mit Mischung 3 fixiert worden, so färbe man mit Me- 
thylenblau (obiges Rezept) ohne Beize 24 Stunden, dann Wasser, 
Xylol-Alkohol etc. ; auch Delafieldsches Hämatoxylin färbt in 
diesem Falle gut. 

641. Bielschowsky und Plien färben die Nießl- 
Bchen Granula mit Cresylviolett RR, 6 — 8 Tropfen einer 
wässerigen, konzentrierten Lösung auf 50 ccm Wasser, 
24 Stunden. 

642. Lugaro fixiert in einer Mischung von Salpeter- 
Bäure 5 und abs. Alkohol 100 Teile 48 Stunden. Nach 
Behandlung mit Alkohol färbt er Paraffinschnitte mit 
Toluidinblaa 1:2000 und fixiert die Farbe in 40/oiger 
Ammoniummolybdatlösung. 

643. Zur Darstellung des Golgi-Netzes in Ganglien- 
zellen fixiert Kopsch (02) Spinalganglien in 2%iger Os- 



§ 644—647. Rückenmark, Gehirn und GangUen. 18^ 

miumsäure. Die Netze fangen schon am 5. Tage an, sich 
zu färben, erreichen aber das Optimum am 8. Tage. Für 
Ganglien des Hundes und der Katze 14 Tage. Bei Über- 
färbung wende man Terpentinöl an, 36 — 48 Stunden. Von 
Bergen. 

644. Sjövoll stellt die Golgi-Netze dar, indem er 
die Ganglien in 10% ige Formollösung bei 5 — 7° C 8 Stun- 
den einlegt, mit Wasser 5 Stunden und dann mit 2pro- 
zentiger Osmiumsäurelösung bei 35 ^ 2 Tage lang behandelt. 
Frische der Formollösung und Einwirkung derselben unter 
Abschluß des Lichtes sind Bedingungen eines guten Er- 
folges. 

645. LenhosBÖk (98) und Holmgren (99) empfehlen 
die unverdünnte Rabische Lösung (s. § 80) ; für Nervenzellen- 
färbung : Toluidin und Erythrosin (wird wie Eosin angewandt). 
Intrazelluläre Kanälchen werden sichtbar. 

Um die Kanäle in den Ganglienzellen sichtbar zu 
machen, wendet Holmgren (Ol) die folgende Methode 
an; 1. Fixierung 8 — 24 Stunden in ö^oiger Trichlormilch- 
säure; 2. Behandlung mit ansteigendem Alkohol von 40» 
50, 70, 80, 90 7o je 24 Stunden, 3. abs. Alkohol und 
Paraffineinbettung, 4. Schneiden 2—5 [x dick, 5. Färbung 
nach Weigert (Elastinfärbung § 461), 6. Kanadabalsam. 

646. Um grobe Ganglienzellen-Fortsätze und Neryen« 
faserzüge im Zentralnervensystem darzustellen, ist die alte 
Methode von Ger lach (71, 72) noch immer zu empfehlen. 
Schwalbe (Ol) hat neuerdings darauf aufmerksam ge- 
macht, daß die Färbung in einer lange gestandenen, 
stark verdünnten ammoniakalischen Karminlösung (1 g 
Karmin auf 100 g Wasser, Salmiakgeist bis zur Lösimg 
eintröpfeln und die Lösung alt werden lassen, bis der 
Ammoniakgeruch fast schwindet), nur dann gelingt, wenn 
man die Schnitte vor der Färbung 14 Tage mit Müllerscher 
Flüssigkeit oder 1 — 2 Tage mit 1»/^ Chromsäure im Brüt- 
ofen behandelt; gefärbt wird 24 Stunden. 

647« Ich füge hier im Kleindruck Notizen von Forel 
(77) bei, welche die Anwendung der Gerlaehschen Me-^ 
thode näher behandeln. 

Um eine gute Karminfärbung zu erzielen, müssen die 
Zentralnerventeile in Kaliumbichromat fixiert werden, 
und man muß peinlichst vor der Färbung den Alkohol 
vermeiden. — Am schnellsten lassen sich Großhirn, am 
längsten Medulla und Rückenmark, mittellang Kleinhirn, 
Pons und oberer Teil der Medulla oblongata fixieren. 



190 Rackenmark, Gehirn und Ganglien. § 648. 

Die Fixierungsdauer ist sehr verschieden: 

^Kanarien- oder Froschhim in wenigen Wochen fixiert, 
Menschenhirn und vor allem Menschenrückenmark hraucht 
Monate, ja Jahre und konzentrierte Lösung dazu. 

Die Härtungszeit ist durchaus nicht der Größe des Hirnes 
proportional. 

Schimmelbildung wird vermieden durch Härtung im kühlen 
Keller. Um gute Färbung zu erzielen, muß das Präparat nicht 
zu wenig und nicht zu viel (spröde) gehärtet sein. 

Dünne Schnitte richtig gehärteter Präparate werden 

1. einige Stunden in Wasser gewaschen; 

2. das Wasser wird durch in der Luft durch langes 
Stehen neutral gewordene ammoniakalische Karmin- 
lösung ersetzt. 

NB. Das Färbungsvermögen der Lösung muß erst aus- 
probiert werden und man richtet durch passendes Verdünnen 
das Färben so ein, daß die Schnitte 12 — 24 Stunden im Kar- 
min verbleiben. 

Die Karminlösung kann unzählige Male gebraucht 
werden: sie wird mit der Zeit eher besser. 

Nach der Tinktion werden die Schnitte mit leicht mit 
Essigsäure angesäuertem Wasser 1—2 Stunden behandelt; 
Alkohol, Nelkenöl, Kanadabalsam. 

Resultate: Gefäßkerne, Körner der Hirnsubstanz, die 
Ganglienzellen mit allen ihren Fortsätzen (auch 
dem Nervenfortsatz der großen Zellen), sowie 
der Achsenzylinder der Nervenfasern, intensiv 
rot gefärbt. Die Zwischensubstauz ist heller rot 
oder rosa gefärbt. Die Markscheide der Nerven- 
fasern bleibt ganz weiß oder gelb. Die Kerne und 
Nucleoli der Zellen sind dunkler gefärbt als das Protoplasma. 

Wendet man aber Alkohol vor der Färbung an, 
so färbt sich das Ganze ganz anders: die Färbung tritt rasch 
ein, und die Zwischensubstanz färbt sich am intensivsten. 

648. Für Achsenzylinder bediene man sich fol- 
gender Methode von Schmaus, welche Chilesotti 
modifiziert hat. 1 g karminsanres Natron wird mit 0,1 g 
Uran. nitr. verrieben, 1/2 Stmide mit 100 ccm Wasser ge- 
kocht, filtriert mid vor dem Gebrauche angesäuert (2 Tropfen 
eines l^/oigen salzsauren Alkohols auf 1 ccm Farbe). Vor 
dem Färben können die Schnitte mit Müll er scher Flüssig- 
keit oder Weigertscher Neuroglia-Beize behandelt werden. 
Man färbt etwa 1 Stande lang. Ist eine Überfärbung ein- 
getreten, so taucht man die überfärbten Schnitte in 1/2% 
Salzsäuren Alkohols ein. 



§ 649—652. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 191 

649. Die Fasern der weißen Substanz, wie auch die in 
peripheren Nerven (§ 594) lassen sich (in kleinsten Stück- 
chen) mit Silbernitrat behandeln und zeigen dann From- 
mannsche Linien. 

650. Für Bückenmark leistet (Ganglienzellen und grobe 
Fasern) eine weitere Methode, die ebenfalls von Gerlaeh 
(67, 71/72) herrührt. Hervorragendes. Rückenmark vom Kind 
wird in einer 1 — 2 <^/,, igen, doppeltchromsauren Ammoniak- 
lösung 2—3 Wochen lang fixiert, geschnitten und in eine 
Goldchloridkaliumlösung 1 auf 10 000, welche mit Salz- 
säure ganz schwach angesäuert ist, auf 10 — 12 Stunden gelegt. 
Es werden die Schnitte in ^/j — */, *^/oo iger Salzsäure gewaschen 
und kommen in 60°/pigen Alkohol mit l*^/ooiger Salzsäure- 
lösung auf 10 Minuten. 

Nachdem das Präparat durch absoluten Alkohol und Nelkenöl 
in Kanadabalsam übergeführt ist, sieht man die Nerven erst 
blaß, nach einigen Stunden sehr deutlich. Die Färbung nach 
dieser Methode ist aber keine so sichere, und es dunkeln die 
Präparate oft in Kanadabalsam so nach, daß sie unbrauchbar 
weiden. 

661. Ströbe(93) empfiehlt zur Achsen zylinderfärbung 
im zentralen und peripheren Nervensystem : 10 i« dicke Zel- 
loidinschnitte von in Müllerscher Flüssigkeit 4 — 5 Monate 
fixierten Präparaten werden in gesättigter, wässeriger Anilin- 
blaulösung 10 Minuten bis Vs bis 1 Stunde gefärbt. Abspülen 
in Wasser, Differenzierung in Ätzkali-Alkohol (1 g Kali causti- 
cum in 100 ccm Alkohol 24 Stunden stehen lassen, davon 
20 bis 30 Tropfen auf 100 ccm Alkohol), bis sie hellbraunrot 
geworden sind (eine bis mehrere Minuten), destilliertes Wasser 
5 Minuten (hier werden die Schnitte blau), Nachfärbung in 
konzentrierter wässeriger Safraninlösung, die zur Hälfte mit 
Wasser verdünnt ist; 7* — Vj Stunde lang. Alkohol absolutus, 
Xylol , Kanadabalsam. — Resultat : Achsenzylinder blau, 
Markscheide farblos mit blauen Pünktchen, Schwannsche 
Scheide rot. 

Für Färbung der Ganglienzellen und ihrer Ausläufer 
in den Zentralorganen hat Golgi folgende Methoden an- 
gegeben: 

652. Snblimatmethode. Golgri (94) behandelt frische Stücke 
der Zentralorgane von 1 — 2 cm Durchmesser 2 — 3 Wochen 
lang mit der Müllerschen Flüssigkeit öder mit doppeltchrom- 
saurem Kalium allein, letzteres in von 3 auf 6 ^/^ ansteigender 
Lösung. Es kommen weiterhin die Stücke in eine V*- bis 
*/«®/oigö Sublimatlösung, die oft zu wechseln ist, auf 8—10 Tage 
und darüber. Sie können nun geschnitten, gut gewaschen 
und entweder in Glyzerin oder Balsam aufbewahrt werden. 
Besonders günstig für diese Methode ist die Großhirnrinde. 



192 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 653—654» 

Es sind jedoch die Resultate der Methode nicht konstant, es 
färben sich, wie auch bei den folgenden Golgi sehen Me- 
thoden, einmal Ganglienzellen, ein anderes Mal die Gliazellen 
und die Gefäße. Das Gefärbte erscheint bei durchfallendem 
Lichte schwarz. 

Pal empfiehlt, um die Schnitte reiner zu erhalten, die 
Nachbehandlung derselben mit Natriumsulfid. Auch die Prä- 
parate, die statt mit Sublimat mit SUbemitrat (siehe unten) 
behandelt worden sind, werden nach Pal mit Vorteil mit 
Natriumsulfid (Vj — X^U) abgespült. 

658. €ox (90 und 91) empfiehlt folgende Methode: Nicht 
zu große Stücke der nervösen Zentren werden mit 

5%iger Lösung von Kalium bichromicum 20 Teile 

b^l^iger Lösung von Sublimat 20 > 

Aqua destillata 30—40 > 

8 °/oiger Lösung von chromsaurem Kalium 

(von starkalkalischer Reaktion) ... 16 > 
2 — 3 Monate lang im Winter und mindestens einen Monat im 
Sommer behandelt. Kürzere Behandlung mit Alkohol (Stunden). 
Bei jungen Tieren geht die Methode besser wie bei aus- 
gewachsenen (am besten beim einen Monat alten Kaninchen). 
— Färbt in erster Linie marklose Fasern. 

G. Günther (vgl. SchafEer, 96) beläßt die Stücke auf acht 
Tage in Ooxscher Lösung im Thermostat bei Körpertemperatur^ 
wäscht sorgfältig aus, behandelt eventuell länger mit Alkohol 
und durchtränkt mit Zelloidin. Eine nachträgliche Reduktion 
der Schnitte in Goldchlorid oder schwacher Ammoniaklösung 
(zwei bis drei Tropfen auf ein Uhrglas Wasser) durch fünf 
Minuten macht die imprägnierten Ganglienzellen und Nerven- 
fasern so widerstandsfähig, daß die Schnitte nachgefärbt, allen- 
falls mit verdünnten Säuren behandelt und unter dem Deck> 
glas eingeschlossen werden können. 

654. Eine weitere Methode Golgi s (94), bei welcher 
die Färbung auf Bildung di chromsauren Silbers beruht, 
besprechen wir eingehender, indem wir zunächst dem 
Autor selbst folgen: 

Im Jahre 1875 gebrauchte Golgi seine Methode in folgender 
Weise : Er fixierte (Bulbus olfactorius) in M üll e r scher Flüssig- 
keit, wobei er den Gehalt an chromsaurem Kali beim Wechseln 
der Flüssigkeit etwas erhöhte (bis 4 g). Die Fixierung dauerte 
im Sommer 5 — 6 Wochen, im Winter 3 — 4 Monate und darüber. 
Dann behandelte er Stücke der Objekte (nach 3 Monaten im 
Winter und nach 30 — 40 Tagen im Sommer) alle 4 — 5 Tage 
probeweise mit Silbemitrat (von Vs — 1 lo)- 1°^ Sommer dauerte 
die Versilberung 24, im Winter Ä Stunden. Es ist aber ein 
längeres Verweilen im Silber zulässig. Diese Methode ist in- 
sofern als eine kapriziöse zu bezeichnen, als man die Zeit 



§ 655. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 193 

des Verweilens der Stücke in der Müll er sehen Flüssigkeit 
ganz genau abpassen muß, da die Zeit der Einwirkung von 
der Temperatur in Abhängigkeit steht. Ist einmal die Silber- 
reaktion eingetreten, so können die Stücke entweder in der 
Silberlösung selbst oder in Alkohol weiter aufbewahrt werden. 
Die Objekte werden geschnitten, in abs. Alkohol ausgewaschen, 
mit Kreosot aufgehellt und in Kanadabalsam eingeschlossen. 
Die Färbung geht in kurzer Zeit verloren. 

Im Jahre 1885 hat Golgi weiteres über seine Methode 
mitgeteilt, indem er für die Fixierung neben der Müll er- 
sehen Flüssigkeit auch das reine doppeltchromsaure Kali 
empfahl. Es werden 1 — IVs ccm große Stücke des Hirns und 
Rückenmarks, am besten frisch getöteter Tiere, verwendet 
(mitunter gelingt die Reaktion auch 24 — 48 Stunden nach dem 
Tode). Man fixiere in Kaliumbichrom at in allmählich steigender 
Konzentration (von 2 — 5%) in nicht zu wenig Flüssigkeit und 
in gut verschlossenen Gefäßen. Selbstverständlich muß die 
Flüssigkeit oft erneuert und, um Schimmelbildung zu ver- 
meiden, ihr Kampfer oder Salizylsäure zugefügt werden. 

Es ist nun sehr schwer zu bestimmen, wann die Fixierung 
in Kaliumbichromat ihren für die spätere Einwirkung des 
Silbemitrats günstigsten Zeitpunkt erreicht hat, . was von der 
Temperatur und der Menge der Flüssigkeit in Abhängigkeit 
steht. Man ist also auch hier auf das Ausprobieren an- 
gewiesen. Man kann etwa nach 6 Wochen bereits Versuche 
anstellen, um zu sehen, ob die Einwirkung des Silbemitrats 
gute Erfolge hat oder nicht. Diese Versuche wiederhole man 
alle 8 Tage. 

Auch hier ist die Silbernitratlösung ^'g^/oig zu nehmen 
(etwa * 2 Trinkglas auf 1 ccm Objekt). Zuerst entsteht ein 
üppiger Niederschlag. Die Silberlösung muß dann gewechselt 
werden, eventuell nach einigen Stunden noch einmal. Nach 
24 bis höchstens 48 Stunden ist die Behandlung gewöhnlich 
zu Ende, worauf die Schnitte rasch mit absolutem Alkohol 
entwässert, in Kreosot aufgehellt und ohne Deckglas in 
Kanadabalsam aufgehoben werden. 

Heute sind vor allem zwei Modifikationen der G olgi- 
schen Methode gebräuchlich, welche als die langsame 
und die rasche bezeichnet werden. 

655. Bei der langsamen Methode Golgis werden die 
Stücke zunächst mit einer von 3 auf 5 % rasch ansteigen- 
den Lösung von Kalium bichromicum, welches mehrmals 
gewechselt werden muß, behandelt. Die Dauer der Fixie- 
rung hängt von der Temperatur und der Menge der Flüssig- 
keit ab. Man ist daher auf Ausprobieren angewiesen. Man 
kann nach 4 — 6 Wochen bereits Versuche anstellen, um 
zu sehen, ob die Einwirkung des Silbernitrats gute Erfolge 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 13 



194 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 656—660. 

hat oder nicht. Im letzteren Falle wiederhole man den 
Versuch alle 8 Tage. Die Stücke werden aus dem Kalium 
bichromicum in eine 1/2- bis l^oige salpetersaure Silber- 
lös ang übertragen, welche eventuell nach einigen Stunden 
noch einmal zu wechseln ist. Die Reaktion vollzieht sich 
meist in 20 — 30 Stunden. Dieses Verfahren gibt keine 
konstanten Resultate. 

656. Rascheres Arbeiten gestattet folgende Methode 
Golgis (94): Die Stücke werden vorbehandelt in 8 Teilen 
einer 2% igen Kalium bichromicum-Lösung, gemischt mit 
einem Teil einer lo/^igen Osmiumsäurelösung, und dann 
(schon nach 2 — 3 Tagen) in eine V2 Ws l%ige Lösung 
von salpetersaurem Silber übertragen. 

657. Ramon y Gajal (94b) hat letztere Methode 
folgendermaßen modifiziert: Die Stücke kommen auf 3 Tage 
in 3% ige Kalium bichromicum-Lösung, 4 Vol., l^oig^ 
Osmiumsäurelösung, 1 Vol., und dann auf 1 — 2 Tage in 
eine ^/4%ige Silbernitratlösung; nur für sehr kleine Stücke, 
namentlich für Zentralnervensystem von Embryonen, ge- 
eignet. 

658. Gelingt die Golgische Methode nicht (dies gilt 
für alle Modifikationen), so kann man die Präparate in 
Kalium bichromicum-Osmiumsäure mit etwas schwächerem 
Osmiumsäuregehalt zurückbringen und nach 24 bis 
48 Stunden abermals in Silber übertragen imd diese Pro- 
zedur eventuell wiederholen. 

659. Bei Anwendung des Formols bei der Golgischen 
Methode verfährt Kopsch (96) folgendermaßen: Kurz vor 
dem Gebrauch werden zu 40 ccm einer 3,5% igen Kalium 
bichromat-Lösung 10 ccm Formol gegossen ; hierein kommen 
die Organstückchen, und zwar mehrere je bis zu 2 ccm 
Substanz auf 50 ccm Flüssigkeit. Bei größeren Stücken 
ist die Flüssigkeit nach 12 Stunden zu wechseln. Nach 
24 Stunden wird die Flüssigkeit durch 3,5% ige Kalium 
bichromat-Lösung (ohne Formolzusatz) ersetzt, übertragen 
in 0,75% ige Silberlösung für Leber, Magen §573 u. 747 
schon am zweiten Tag, für Netzhaut, wie für Zentral- 
nervensystem, nach 3 — 6 Tagen. Statt Silbernitrat wendet 
H. Gudden das milchsaure Silber, Aktol an. 

660. Es werden die Stücke in 40% igen und dann in 
absoluten Alkohol übertragen und geschnitten (die Paraffin- 
methode, in möglichst kurzer Zeit durchgeführt, ist nicht 
ausgeschlossen). Die Schnitte dürfen in Kanadabalsam 



§ 661—663. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 195 

eingeschlossen, aber nicht mit einem Deckglase bedeckt 
werden. Man überträgt sie deshalb auf ein Deckgläschen 
in eine dicke Kanadabalsamlösung, welche rasch hart wird. 
Dieses Deckgläschen wird in ein hölzernes Rähmchen oder 
in einen durchbohrten Objektträger eingesetzt und die 
Schnitte von der Seite des Deckglases untersucht. 

661. Weniger empfiehlt sich ein Verfahren, das allerdings 
rascher zu arbeiten gestattet, nämlich die Schnitte auf den 
Objektträger ohne Deckglas in Kanadabalsam einzuschließen. 
Einmal gestattet dies, nur mit schwacher Vergrößerung zu 
untersuchen, und auch hierbei stört die nie vollständig glatt 
bleibende Oberfläche der Kanadabalsamschicht. 

662. E. KalliuB (92) reduziert das chromsaure Silber 
direkt in metallisches durch den sog. »fünffachen Hydro- 
chinonentwickler« (5 g Hydrochinon, 40 g Na. sul- 
furosum, 75 g Kalium carbonicum, 250 ccm Aq. 
dest.). Man nimmt von diesem Präparate 20 ccm auf 
230 ccm dest. Wassers. (Diese Lösung hält sich wochen- 
lang gut verschlossen im Dunkeln.) Mit dieser Lösung, 
welche vor dem Gebrauche mit ^/g bis höchstens Va ^^s 
Vol. abs. Alkohols verdünnt wird, werden die Schnitte 
mehrere Minuten in einem Uhrschälchen behandelt, bis sie 
dunkelgrau bis schwarz werden. — Um zu kontrollieren, 
ob die Reduktion vollendet ist, lege man einen Schnitt 
in 20% ige Lösung von unterschwefeligsaurem Na., worin 
alles chromsaure Silber gelöst wird (das reduzierte metal- 
lische aber nicht). Um die grauschwarze Färbung der 
Schnitte zu entfernen, verfahre man also : Aus der Hydro- 
chinonlösung kommen die Schnitte auf 10 — 15 Minuten in 
70^0 ig® J^ Spiritus, dann auf 5 Minuten in 20% ige Lösung 
von unterschwefeligsaurem Natron und zuletzt in eine 
größere Schale Aq. dest. auf längere Zeit bis 24 Stunden. 
Man darf die Schnitte dann entwässern und in Kanada- 
balsam überführen, oder aber färben (Karmin, Hämatox-, 
Naphthylaminbraun werden vorgeschlagen) und dann in 
Kanadabalsam einschließen. — Die Behandlung der Schnitte 
mit Kalilauge oder mit salzsaurem Alkohol ist ebenfalls 
zulässig. 

Zu § 654—662 vergleiche auch Riese (91). 

663. Kronthals (99) Methode als Ersatz für die Gogli- 
Ramon y Cajalschen. 

Wenn man in eine wässerige Lösung von Plumbum 
aceticum langsam Ameisensäure eintröpfelt, so bilden sich 

13* 



196 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 664—665. 

feine, weiße Kristallnadeln, die unter allmählichem weiterem 
Zutropfen von Ameisensäure schließlich das ganze Gefäß 
erfüllen. Dieses ameisensaure Blei ist im Wasser viel 
schwerer löslich als das essigsaure Blei, weshalb auch bei 
der Reaktion Essigsäure frei wird. 

Von dem ameisensauren Blei wird die Flüssigkeit 
abfiltriert und der Rückstand in Wasser derart gelöst, 
daß es eine gesättigte wässerige Lösung von ameisensaurem 
Blei gibt. In ein Gemisch von gleichen Teilen dieser 
Lösung und einer 10%igen Pormalinlösung (also mit 4% 
Formaldehydgehalt) bringe man jetzt die frischen, d. h. 
vorher in keiner anderen Flüssigkeit gewesenen Stückchen 
Gehirn oder Rückenmark für 5 Tage und übertrage sie 
dann, ohne auszuwaschen, direkt in ein Gemisch von 
gleichen Teilen 10%iger FormaJinlösung und Schwefel- 
wasserstoff-Wasser. »Man gieße von diesem Gemisch, um 
es nicht durch das Einwerfen der Präparate stark zu färben, 
vorher etwas über die Stückchen weg.« In dem Schwefel- 
wasserstoff-Wasser-Formalingemisch bleiben die Präparate 
ebenfalls 5 Tage. Dann überführt man die Stückchen 
durch steigenden Alkohol in Zelloidin, schneidet, hellt mit 
Karbol-Xylol auf und hebt die Präparate in Xylol-Kanada- 
baisam unter Deckglas auf. Die Präparate halten sich 
unverändert. Die Färbung beruht auf Bildung von 
Schwefelbleiniederschlägen in den nervösen und Glia- 
dementen. 

664. Corning (1900) teilt mit, daß er die'Kron- 
thalsche Methode an in lO^/oigem Formalin fixierten 
Material anwendet, jedoch mit folgender Modifikation : statt 
des ameisensauren Bleis, aus essigsaurem Blei und Ameisen- 
säure hergestellt, wendet er Plumbum formicicum 
(bezogen von Merck in Darmstadt) an. 

665« Alle vorher aufgezählten Imprägnationsmethoden, 
besonders die von Golgi imdR. y Cajal, so viel sie auch 
in mancher Beziehung imzweifelhaft geleistet haben, haben 
große Nachteile. Weigert (95) schreibt darüber: »Alle 
Elemente des Zentralnervensystems, mit Ausnahme der 
Markscheiden, werden ja von der G olgischen Methode 
imprägniert: Nervenzellen mit ihren Dendriten und Achsen- 
zyunderf ortsätzen , Neurogliazellen imd -Fasern, Ependym- 
zellen, ja sogar Gefäße, freilich je nach der Dauer der 
Tinktion, jeder Bestandteil bald einzeln, bald in den ver- 
schiedensten, ganz unberechenbaren Kombinationen mit 



§ 666-667, Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 197 

einem oder mehreren der anderen . . . Bei der Golgi sehen 
Methode fallen die Strukturbilder wegen der Undurch- 
sichtigkeit der Silberverbindung ganz oder so gut wie ganz 
fort; das gesamte imprägnierte System einer Zelle erscheint 
einfach als Silhouette. Selbst der Kern ist nur hier und 
da als hellerer Fleck angedeutet, ja sogar die Gefäße er- 
scheinen oft nicht als hohle Röhren, sondern als solide 
Stränge.« 

666. Semi Meyer empfiehlt folgende Methode: Mittel- 
große Stücke werden in 4 % iger Formollösung 24 Stunden 
fixiert, auf 8 — 20 Tage in 2V2 7oige Ferrocyankalium- 
lösung gebracht und dann 2 — 4 Tage lang mit Eisen- 
alaun behandelt. Nachdem man die Stücke wenige 
Stunden mit destilliertem Wasser gewaschen hat, übertrage 
man sie in Alkohol und überführe, wie gewöhnlich, durch 
Xylol in Paraffin. Die Schnitte können beliebig nach- 
behandelt werden unter Vermeidung von Alkalien, da diese 
Berlinerblau zersetzen. Die Resultate sind nicht sicher 
imd ähnlich wie die mit G o 1 g i sehen Methoden erzielten; 
— es treten aber mitunter Fibrillen in den Ganglienzellen 
und Nervenfasern gefärbt auf. 

667. Bethe (02, 03) gibt die folgende Methode für 
Darstellung von Neurofibrillen und Golgi-Netzen im Rücken- 
mark und Gehirn auf Schnitten an: 

1. Fixierung in 3 — 7,5%iger Salpetersäure von sp. G. 
1,40 24 Stunden. 2. Übertragen direkt in 95 böigen Alkohol, 
dann 3. in Ammoniak (sp. G. 0,95), 1 Teil in 3 Teilen 
Wasser und 8 Teilen 96 böigen Alkohols gelöst auf 24 Stun- 
den, daraus 4. auf 6—10 Stunden in 96®/oigen Alkohol, 
dann 5. auf 24 Stunden in Salzsäure (sp. G. 1,18) 1, Wasser 3 
und 96% igen Alkohol 8—12 Teile, darauf 6. in 96% igen 
Alkohol 10—24 Stunden, 7. 2—6 Stunden dest. Wasser, 
8- 4:%ige8 Ammoniummolybdat 24 Stunden, 9. Alkohol von 
96% 12— 20 Stunden, abs. Alkohol etc. Geschnitten wird 
in Paraffin, geklebt mit Eiweiß, da Wasser Ammonium- 
molybdat löst. Die Fixierung darf bei einer Temperatur 
unter 20® C, wenn man Fibrillen, über 20^ C, wenn man 
Golgi-Netze darstellen will, geschehen. 

»Differenzierung: Nachdem die Schnitte durch Alkohol 
in Wasser gebracht sind, werden sie gut (nach Gariaeff 
nur wenig) mit destilliertem Wasser abgespült, dann der 
Objektträger unten gut trocken gemacht, eine Wasserschicht 
von ungefähr 1 — 2 cm auf die Schnitte geschichtet imd 
der Objektträger so in den Wärmeschrank gelegt (ca. 60® C). 



198 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 668—669. 

Hier bleibt der Objektträger 2 — 10 Minuten. Abgießen des 
Wassers, kurzes Spülen, dann Aufschichten einer Toluidin- 
blaulösung (1 : 3000), 10 Minuten färben bei 58— 60 ^ Wärme, 
Abspülen mit Wasser, Alkohol, bis keine Farbwolken mehr 
abgehen, abs. Alkohol, Xylol, Kanadabalsam. (Für die 
Haltbarkeit der Präparate ist es sehr wesentlich, daß Xylol 
und Kanadabalsam ganz wasserfrei sind. Haltbarkeit 
3 Monate bis 4 Jahre.)« S. Mönkeberg-Bethe § 601. 

668. von Ap&thy (97) stellt die leitenden Elemente des 
Nervensystems bei wirbellösen (hauptsächlich Hirudineen) 
und Wirbeltieren vermittelst einer eigens ausgearbeiteten 
Goldmethode dar. Man kann a) frische, Vorvergoldung^, 
und b) vorher konservierte Objekte, Nachvergoldung, mit 
Gold behandeln. Im ersteren' Falle kommen kleinere Objekte, 
namentlich dünne Membranen, im Dunkeln in eine l%ige 
Lösung von Aurum chloratum flavum auf mindestens 
2 Stunden, dann ohne Auswaschen in eine l%]ge Lösung 
von Ameisensäure (spez. Gew. 1,223), worauf sie sofort 
derart dem Lichte (für 6 — 8 Stunden) ausgesetzt werden, 
daß sie von allen Seiten von Lichtstrahlen durchdrungen 
werden (die Ameisensäurelösung ist eventuell zu wechseln). 
Einschließen am besten direkt in Gummisirup oder in 
konzentriertes Glyzerin. 



J, Bei Nachvergoldung fixiere man bei Wirbel- 
tieren in Sublimat-Osmium (1 Vol. gesättigte Sublimat- 
lösung in V2^/o Kochsalzlösung + 1 Vol. 1% ige Osmium- 
säurelösung) 24 Stunden, Waschen in oft erneuertem dest. 
Wasser, alsdann in wässeriger Jodjodkaliumlösimg (lg KJ 
und V2 g J auf 100) 12 Stunden. Weiter wie nach einfacher 
Sublimatfixierung. Schließlich wird durch Chloroform mit 
Paraffin durchtränkt, geschnitten und mit Wasser aufge- 
klebt. Bis zum Durchtränken mit Paraffin wird im Dun- 
keln gearbeitet. Durch Chloroform imd Alkohol werden 
die Schnitte in Wasser gebracht, wo sie mindestens 6 Stun- 
den verweilen, oder man spült sie in Wasser ab, bringt 
sie auf eine Minute in eine l^/qige Ameisensäure, sptüt 
abermals in Wasser ab und kann sie dann weiter behandeln. 
Sie kommen zunächst für 24 Stimden in eine l^oige Lö- 
sung von Goldchlorid im Dunkeln, werden dann kurz in 
Wasser abgespült, in eine l%ige Ameisensäurelösung 
gebracht und dem Lichte ausgesetzt. Hierzu benützt man 
Glastuben (s. §235), in welchen der Objektträger schräg 
gesteUt werden muß, in der Weise, daß die Schnitte nach 



§ 670. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 199 

unten stehen. Unerläßliche Bedingung für das Gelingen 
des Verfahrens ist eine allseitige Belichtung der Schnitte 
»bei möglichst intensivem Lichte und möglichst geringer 
Temperatur.« Man spült sie dann wieder in Wasser ab 
und überträgt sie in nerkömmlicher Weise in Kanadabal- 
sam, oder schließt direkt in konzentriertes Glyzerin oder 
Gummisirup ein. — Dünne Membranen werden auf eigens 
hierzu gefertigten Rähmchen von Lindenholz ausgespannt 
und ebenso wie aufgeklebte Schnitte behandelt. Sind die 
Präparate gut gelungen, so erscheinen die Neurofibrillen 
dunkelviolett bis schwarz. Als besonders geeignetes Ma- 
terial werden bei Wirbeltieren die großen Ganglien des 
Rückenmarks von Lophius, des Kalbes etc. empfohlen. 

Die Methode ist, wie bekannt, sagt London, ein 
Schüler von v. Apathy, sehr leicht auszuführen, gibt aber 
sehr selten befriedigende Resultate, sogar in den erfahren- 
sten Händen; jedoch von 100 fertiggestellten Präparaten 
sind immer einige tauglich, und diese sind dann so instruk- 
tiv, daß sie den Verlust an Zeit und Mühe reich- 
lich vergelten. 

670. Bielschowskysche Methode. In Formol fixierte 
Stücke des Zentralnervensystems werden auf einige Stunden 
in dest. Wasser gebracht, um den Formolüberschuß zu ent- 
fernen und werden mit dem Gefriermikrotom möglichst 
dünn (10 ^e) geschnitten; die Schnitte werden in dest. 
Wasser aufgefangen und kommen in 2% ige Silbernitrat- 
lösung, in welcher sie 24 Stunden verweilen. Man bereitet 
sich nun eine Lösung von ammoniakalischem Silber, in- 
dem man zu 20 ccm einer lO^oig^ii Silberlösung unter 
Schütteln 8 — 12 Tropfen einer 40% igen Natronlauge zu- 
setzt; es bilden sich erst Niederschläge von schwarzbraunem 
Silberoxyd, welche bei Zusatz von Ammoniak vergehen. 
In diese eben hell gewordene, auf das 4 — 5 fache verdünnte 
Lösung kommen die Schnitte auf 5 — 10 Minuten. Nach 
Durchziehen durch dest. Wasser werden die Schnitte in 
neutraler 20 7oig^r> ^ait Brunnenwasser hergestellter Formol- 
lösung reduziert; diese Prozedur ist die wichtigste, und 
man kann, wenn sie gelungen ist, schon jetzt unter dem 
Mikroskop Fibrillen sehen. Die Präparate sind aber in 
diesem Stadium nicht haltbar; man wäscht deshalb die 
braungewordenen Schnitte kurz mit dest. Wasser aus und 
behandelt mit angesäuerter Goldchloridlösung : auf 10 ccm 
Wasser 2—3 Tropfen einer l^/oigen Goldchloridlösung und 
ebensoviel Eisessig. (Statt Gold kann man angesäuerte 



200 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. §671. 

Platinchloridlösung nehmen). Zum Schluß behandle man 
die Präparate mit 5%iger Thiosulfatlösung (etwa 1/2 Minute), 
welche bei vorhergehender Behandlung mit Essigsäure 
einen Zusatz von schwefelsaurem Natron erhält — 
1 Tropfen der konzentrierten Lösung auf 10 ccm Thio- 
sulfat. 

Silberimprägnation in Blöcken. Möglichst dünn 
herzustellende Blöcke oder natürliche dünne Objekte — 
Retina — kommen je nach ihrem Volumen auf 1—8 Tage 
in 2% ige Silbernitratlösung, dann 1/2 — 6 Stunden in (üe 
ammoniakalische Silberlösung und dann nach raschem 
Durchziehen durch Wasser in 20% ige Formollösung, 
worin sie 12 — 24 Stunden, aber auch ohne Schaden, länger 
verweilen können. Nach möglichst rascher Entwässe- 
rung in Alkoholen von sukzessiv steigender Konzentration 
und möglichster Beschleunigung der weiteren Prozeduren 
wird in Paraffin resp. Zelloidin eingebettet. Die weitere 
Behandlung wie oben. 

Wolff 05, ein gründlicher Kenner der Bi eise ho wsky- 
schen Methode, sagt: Es wird also niemanden, der auf 
diesem Gebiete Erfahrungen hat, verwundern, daß die 
Bielschowskysche Methode in mannigfacher Weise 
wird modifiziert werden müssen, wenn man überall gleich 
präzise Erfolge haben will. 

Besonders elektiv färben sich die glomeruli olfac- 
torii, wenn man statt einer 2 folgen Silbemitratlösung 
eine lO^oig® anwendet und die Schnitte längere Zeit, 
z. B. 24 Stunden, in einer Ojl^/oig^n Goldchloridlösung 
liegen läßt. (Faworski.) 

671. Viel gebraucht für Wirbeltiere sind die nun fol- 
genden Methoden von R. y Cajal: Um Fibrillen in kleinen 
und mittelgroßen Nervenzellen darzustellen, legt R. y 
Cajal (03, 04) ca. 3 mm große frische Stücke auf 3 Tage 
in 0,75— 37oige Silbemitratlösung bei 30 — 35 C ein, gi-ößere 
Objekte (z. B. Rückenmark des Kaninchens) kommen auf 
5 Tage in dieselbe Lösung. Die Stücke werden 1 Minute 
in destilliertem Wasser gewaschen und dann in die Re- 
duktionsflüssigkeit: 1 — 2 Pyrogallussäure oder Hydrochinon, 
Formol 5 ccm, destilliertes Wasser 100 auf 24 Stunden über- 
tragen, dann wieder einige Minuten mit dest. Wasser ge- 
waschen und in Zelloidin eingebettet. Paraffineinbettung 
ist nicht ausgeschlossen, nur werden die Schnitte brüchig. 
0,75^/0 ige Lösungen von Silbernitrat verwendet man für 



§ 672. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 201 

Embryonen und neugeborene Tiere, 3% ige für ausge- 
wachsene Säugetiere. Resultate: Fibrillen in Zellen und 
Fasern, Neuroglia aber nicht, werden bei allen Wirbeltier- 
Massen, Embryonen wie Ausgewachsenen, dargestellt. 

Um Achsenzylinder markhaltiger Fasern und Neuro- 
fibrillen großer Zellen zu imprägnieren, fixiert man 
die Objekte in 96%igem Alkohol 24 Stimden, behandelt 
dann mit einer 1 % igen Silbernitratlösung bei 30 — 35 ^ C 
4 Tage. Nach ganz kurzem Abspülen in dest. Wasser 
kommen die Stücke in Hydrochinon 2, Wasser 100, For- 
mol 5 auf 24 Stunden; weitere Behandlung wie vorhin. 
Resultate: Achsenzylinder kaffeeschwarz, Neurofibrillen 
braun, Körbe der Purkinjeschen Zellen braun. Ist die 
Farbe zu schwach ausgefallen, so behandelt man die 
Schnitte kurze Zeit mit der Lösung: sulfocyansaures Am- 
monium 3 g, unterschwefliges Natrium 3 g, Goldchlorid 
1 7o, einige Tropfen auf 100 Wasser. 

P'ür marklose Fasern und Endverzweigungen 
modifiziert man die vorhergehende Methode, indem man 
in Alkohol 3 Tage härtet, sonst aber gleich verfährt. 

Um Neurofibrillen großer Zellen und feine 
Nervenfasern zu färben, kann*man auch in 967oigem 
Alkohol mit Zusatz von 0,5— l^o Ammoniak (für größere 
Stücke 1,5%) 24 — 36 Stunden härten, in dest. Wasser 
waschen, mit l,5%iger Süberlösung 3 — 5 Tage bei 30 bis 
35^0 behandeln und in 27oiger Hydrochinonlösung mit 
öVoigem Formolzusatz 24 Stunden reduzieren. Weitere 
Behandlung wie vorher. — Statt Alkohol kann man als 
Härtungsflüssigkeit: Formol 20, Wasser 100, Ammoniak 0,5 
24 Stunden verwenden; in diesem Falle muß vor dem 
Versilbern 12 Stunden lang in fließendem Wasser gewaschen 
werden. Diese letztere Methode eignet sich für Färbung 
von Nervenendigungen, man wendet aber eine S^/oige 
Silberlösung an. — v. Lenhossek empfiehlt als Nach- 
behandlung der Schnitte Goldchloridlösung 5 — 30 Minuten 
(4 ccm einer l^/gigen Goldchloridlösung auf 150 ccm 
Wasser). Die Fibrillen erscheinen dann schwarz auf farb- 
losem Grunde, siehe auch Poscharinsky. 

672. Joris R. färbt Nervenfibrillen mit kolloidalem Gold. 
Fixierung in Sublimat, Formol, Essigsäure, Salpetersäure, 
Pikrinsäure sind zulässig, nicht aber Bichromate, Osmium- 
säure. Kleine Stücke vom zentralen Nervensystem werden 
in Eisessig 5, Sublimat 8, dest. Wasser 100, oder Formol 10, 
Salpetersäiure 6, Wasser 100 fixiert; in ersterem Falle 



202 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 673^ 

4—6 Stunden, im zweiten 24 Stunden. Die Fixation kann 
auch nach Bethe § 667 erfolgen. Nach dem Fixieren spült 
man mit dest. Wasser ab (kurze Zeit) und überträgt auf 
8 — 12 Stunden in Ammoniummolybdat 5 g und dest. 
Wasser 100 ccm. Man schließt in Paraffin ein, indem man 
das Verweilen in Alkohol möglichst abkürzt und durch 
Chloroform einbettet, schneidet etwa 10 /w dick, klebt mit 
Wasser an. Das Paraffin wird mit Chloroform gelöst, die 
Schnitte werden in Alkohol übertragen mid darauf längere 
Zeit, 1 — 4 Stunden, mit oft zu wechselndem Wasser be- 
handelt, um Ammoniummolybdat bis auf Spuren zu ent- 
fernen. Nun werden die Schnitte mit einigen Tropfen 
1,5 kolloidalem Gold gelöst in 100 ccm Wasser, bedeckt,, 
und etwa nach 1/4 Stunde sind die Fibrillen gefärbt. Man 
wasche mit Wasser usw. und schließe in itanadabalsani 
ein. Das kolloidale Gold löst sich langsam ; je frischer die 
Ijösung, desto rascher färbt sie. Zunächst erscheinen die 
Fibrillen schwach gefärbt, sie dunkeln aber in Alkohol 
und Chloroform nach. Die Präparate halten sich unver- 
ändert. Wir haben mit der Jorisschen Methode seinerzeit 
sehr deutliche Präparate erzielt. Wie Joris bemerkt, sind 
einige Neuronen, z. B. »die des Olivenkernes, Zellen der 
molekularen Schicht im Groß- und Kleinhirn usw. dieser 
Färbung unzugänglich. (Das kolloidale Gold ist von 
de Heyden, Radebeul bei Dresden, zu beziehen.) 

Zum Zwecke der Darstellung der markhaltigen Fasern 
im Zentralnervensystem verdanken wir Weigert eine Reihe 
von Methoden, von denen wir folgende erwähnen: 

673. Die nrsprttngrliche Weigert sehe Hämatoxylin- 
metliode bestand in folgendem: Schnitte in Müllerscher oder 
Erlickischer Flüssigkeit fixierter (nicht mit Wasser aus- 
gewaschener) Präparate, die braun, aber nicht grün sein 
dürfen (Zelloidindurchtränkung), kommen in eine Hämatoxylin- 
lösung : 

1 g Hämatoxylin, 
10 g Alkohol und 
90 ccm Wasser 

(vor dem Gebrauch muß die Lösung einige Tage stehenbleiben) 
auf 3 Stunden in den Thermostat, welcher auf ca. 30 — 46 ^ C er- 
wärmt ist; entsprechend länger (1—2 Tage) bei gewöhnlicher 
Zimmertemperatur. Die schwarz gewordenen Schnitte werden 
oberflächlich mit destilliertem Wasser abgespült und in 

Borax 2 g 

Ferricyankalium . . . 2Vag und 
Wasser 100 g übertragen. 



§ 674—675. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 20^ 

In dieser Flüssigkeit vollzieht sich die gewünschte Diffe- 
renzierung, und zwar in der Weise, daß die graue Substanz 
gelb wird und die weiße dunkel bleibt. Unter Umständen 
erreicht man diese Differenzierung erst nach Stunden. Sämt- 
liche Markscheiden erscheinen alsdann schwarz, die übrigen 
Elemente gelb bis bräunlich. 

674. Femer erwähnen wir folgende von Weigert ange- 
gebene Methode : Die (Fixierung wie in § 673) mit Zelloidia 
durchtränkten und auf Kork, resp. Holz, befestigten Stücke 
(siehe § 119 und 120) kommen in eine neutrale essigsaure 
Kupferoxydlösung (eine gesättigte Lösung des Salzes wird mit 
gleichem Volumen Wasser verdünnt), in einen Thermostat bei 
40® C auf ein- bis zweimal 24 Stunden; die Stücke sehen nun 
dunkelgrün aus und der Zelloidinmantel hellgrün. Nach dieser 
Prozedur können die Stücke in SOVoigem Spiritus bis zum 
Schneiden aufbewahrt werden. Sind die Schnitte angefertigt,, 
so kommen sie in folgende Hämatoxylinlösung (Weigert- 
sches Hämatoxylin): 

1 g Hämatoxylin, 
10 ccm absoluter Alkohol, 
90 ccm Wasser und 

1 ccm gesättigtes Lithium carbonicum in Wasser. 

Vor dem Gebrauche wird der Farbe Essigsäure (einen 
Tropfen auf ein Uhrschälchen) zugesetzt. 

In dieser Flüssigkeit verbleiben die Schnitte, je nach dem 
Objekt, 2 — 24 Stunden (bei schwer sich färbenden Objekten 
auch im Thermostat bei 40 ° C) und kommen dann in die 
Differenzierungsflüssigkeit, welche dieselbe wie bei der eben 
erwähnten WeigertschenHämatoxylinmethode geblieben ist, d. h. 

2 g Borax, 

2 ^/j g Ferricyankalium auf 
100 ccm Wasser. 

Der Prozeß der Dift'erenzierung dauert lange, mitunter Tage, 
und darf nicht eher unterbrochen werden, bis die weiße Sub- 
stanz dunkel und die graue hell geworden ist. 

675, Das nenere Verfahren von Weigert (91) ist 
scheinbar komplizierter, führt aber desto sicherer zum Ziel. 
Die Vorbehandlung bleibt dieselbe. Nachdem die mit Zelloi- 
din durchtränkten Stücke in 80^Joigem Spiritus fest ge- 
worden sind, kommen sie, auf folgender Mischung schwim- 
mend, in den Brütofen : eine kaltgesättigte, wässerige Lösung 
von Cuprum aceticum neutrale und Tartarus natronatus, 
(Seignettesalz) 10 ^/o wässerige Lösung zu gleichen Teilen. 
Größere Stücke, wie z. B. Pons Varoli des Menschen, können 
länger als 24 Stunden in der Lösung verbleiben. In diesem 
Falle wird sie nach 24 Stunden gewechselt. In keinem 



204 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 675. 

Fall verbleiben die Stücke länger in der Lösung als 
48 Stunden; die Temperatur in dem Thermostaten darf 
keine hohe sein, sonst werden sie brüchig. Dann werden 
die Objekte auf einer wässerigen, entweder gesättigten 
oder halb mit Wasser verdünnten gesättigten Lösung von 
Cuprum aceticum neutrale schwimmend, abermals auf 
24 Stunden, in den Brütofen gebracht. Dann werden sie 
flüchtig mit destilliertem Wasser abgespült und in 80 böigen 
Spiritus übertragen, in welchem sie schon nach einer 
Stunde schnittfähig sind, können aber in demselben auch 
länger aufgehoben werden. Es wird in der gewöhnlichen 
Weise geschnitten. Als Färbemittel bereite man sich fol- 
gende Lösungen: a) Lithion carbonicum, eine ge- 
sättigte wässerige Lösung = 7 ccm und 92 ccm Aq. dest. ; 
b) Hämatoxylin lg imd Alk. abs. 10 ccm; a und b 
halten sich längere Zeit, und man kann beide Lösungen 
in unverändertem Zustande vorrätig halten. Kurz vor 
dem Gebrauch werden 9 Teile a und 1 Teil b miteinan- 
der gemischt. Nach 4 — 5 Stunden bei Zimmertemperatur 
sind die in dieser Mischung gelegenen Schnitte gefärbt, 
aber auch nach 24 stündigem Aufenthalt in der Farbe 
nicht überfärbt. Für lose^ nicht angeklebte Zelloidinschnitte 
ist die Differenzierungsflüssigkeit überflüssig, und kann 
diese Methode infolgedessen mit großem Vorteil gerade 
dort gebraucht werden, wo graue und weiße Substanz 
makroskopisch nicht unterschieden werden können, und 
wo infolgedessen die Beurteilung der Differenzierung auf 
makroskopischem Wege erschwert oder überhaupt unmöglich 
ist. Die Schnitte werden schließlich mit Wasser abgespült, 
mit 90%igem Alkohol behandelt, mit Karbol-Xylol oder 
Anilin-Xylol aufgehellt (in letzterem Fall sorgfältig mit 
Xylol gewaschen) und in Xylol-Balsam eingeschlossen. 
Die markhaltigen Fasern erscheinen dunkelblau bis schwarz, 
der Grund hell bis hellrosa und der Zelloidinrand manch- 
mal bläulich. Will man letztere Farbe entfernen, so braucht 
man nur statt mit gewöhnlichem Wasser mit einer ^/2®/oigen 
Essigsäure auszuwaschen, was jedoch bei sehr zarten 
Objekten, z. B. bei der Großhirnrinde, nicht empfehlens- 
wert ist. 

Bei der Anwendung der Weigert sehen Methoden 
wird eine Schnittdicke vorausgesetzt, die nicht 1/40 mm 
übertrifft, weil bei dickeren Schnitten die Markscheiden 
sich nicht genügend deutUch von dem nicht ganz farb- 
losen Untergrunde abheben. 



§ 676. Rückenmark, Gehirn und Granglien. 205 

Will man auch diese Färbung des Untergrundes ent- 
fernen, so nimmt man statt des zweiten Auswaechwassers 
eine ^/s— V2%ige Essigsäure. (Dann Wasser, Alkohol). 
Bei zarten Präparaten (z. B. Großhirnrinde) ist die Essig- 
säurebehandlung, wie schon gesagt, zu vermeiden. 

676. Die Falsche (86) Methode (die Färbung ist sehr 
präzis, aber nicht so intensiv wie bei der Weigertschen 
Methode, und deshalb ist sie namentlich für dicke Schnitte 
zu empfehlen); sie ist nichts anderes als eine modifizierte 
Weigertsche. Die Fixierung ist wie bei der eben erwähnten 
Methode ; die Schnitte kommen entweder gleich in Häma- 
toxylin, oder, wenn sie nicht genügend braun sind, den 
Stich ins Grüne zeigen, auf einige Stunden in ^/2%ige 
Chromsäure, resp. in eine 2 — S%ige Kalium bichromi- 
cum-Lösung. Es werden nun die Schnitte in eine der 
folgenden Hämatoxylinlösungen übertragen, entweder Wei- 
gertsches Hämatoxylin (siehe §674) oder 
0,75 g Hämatoxylin, 
10 g Alkohol, 

90 ccm Wasser, unter Erwärmen lösen und 
2 ccm einer gesättigten wässerigen Lithium carboni- 
cum-Lösung hinzufügen. Nach mindestens 24 Stunden bei 
Zimmertemperatur überträgt man die Schnitte in ^/4%ige 
wässerige KaHum hypermanganicum- Lösung, die frisch be- 
reitet werden muß, auf 20—30 Sekunden, und darauf auf 
längere Zeit in 

Oxalsäure 1 

Kalium sulfurosum 1 und 

Wasser 200, 

in welcher Flüssigkeit sich die Differenzierung vollends 
vollzieht, so daß makroskopisch die graue Substanz farblos 
und die weiße dunkel erscheint; sämtliche Markscheiden 
sind alsdann dunkelblau, alles übrige ist farblos. Es wird 
mit Wasser gewaschen usw. Ein Nachfärben mit anderen 
Farben, wie z. B. mit Eosin, Alaunkarmin usw., ist nicht 
ausgeschlossen. 

Auch folgender Weg führt zum Ziele: 
Die Schnitte werden mit Erückischer Flüssigkeit 1 bis 
2 Stunden bei einer Temperatur von 40 — 50^ behandelt, 
sie bleiben nach einem ganz oberflächlichen Abspülen mit 
Wasser in 

Hämatoxylin 1 g, 

Alkohol abs. 10 g und 

Wasser 90 ccm 



206 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. §677—678. 

ebenfalls 2 — 3 Stunden bei der eben angegebenen Tempe- 
ratur; dann werden sie mit unterchlorigsaurem Natron 
(einige Tropfen einer Lösung mit 27oigepa Chlorgehalt auf 
eine Uhrechale mit Wasser) behandelt, in welcher Flüssig- 
keit sich direkt die Differenzierung unter den Augen des 
Eeobachters in kurzer Zeit vollzieht, in der Weise, daß die 
Markscheiden gefärbt bleiben und alles übrige entfärbt wird. 
Auch verdünnte Aqua Javelli kann als differenzierende 
Flüssigkeit analog angewandt werden. 

Hat man nach irgendeiner der zitierten Methoden 
die Differenzierung der grauen und weißen Masse erlangt, 
so werden die Schnitte sorgfältig mit dest. Wasser abge- 
spült, entwässert und eingeschlossen. 

677. Für den früheren Nachweis der Markscheiden 
besitzen wir eine sehr empfindliche Methode von 0. Schultze 

(06). Kahumbichromat als Fixierungsmittel bei Weigert- 
schen Färbungen färbt die Markscheide nur zum Teil, so 
daß sehr geringe Mengen, z. B. im Entstehen derselben, 
sehr leicht übersehen werden können. »Mit Osmium- 
säure konservierte Stücke werden in l%ig6 Kalium- 
bichromatlösung übertragen, und diese wird im Verlauf 
von 24 Stunden mindestens 3 mal gewechselt, um über- 
schüssige Osmiumsäure auszuwaschen. Dann folgt Über- 
tragung in 50%igen Alkohol (Dunkelstellung) für 24 Stun- 
den; dann kommen die Stücke in eine gereifte Häma- 
toxylinlösung von V27o in TO^oige^a Alkohol für 24 bis 
48 Stunden, je nach der Größe, werden 1 — 2 Tage in 
"•^O^oigem Alkohol ausgewaschen usw. und eingebettet. Die 
Stücke sind tiefschwarz, und deshalb sind Schnitte von 
unter 5 /.i erforderlich. Auch die feinsten Markscheiden 
sind anfangs als äußerst schwache Ringe zu sehen. So 
kommt es, daß Objekte, in denen man in der Regel nur 
marklose Fasern annahm, wie z. B. im Marke junger 
Amphibienlarven, bereits massenhaft markhaltige Fasern 
zeigen . . .« 

678. Wie Weigert (95 und 94) nachgewiesen hat, ist 
seine Fäbung auch nach Fixation nicht nur in Müll er- 
«cher, Marchischer Flüssigkeit, sondern auch in Formol 
imöglich. Die Prozedur ist dann die folgende; 

Einbetten in Zelloidin, 
Schneiden (nicht kupfern!). 

Chromsäure 1%; erwärmen, bis Dämpfe aufsteigen; 
vorher muß man die Schnitte gut ausbreiten. 



§ 679—682. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 207 

Abspülen in Wasser. 

Färbung in Weigertschem Hämatoxylin unter Erwär- 
men, bis Dämpfe aufsteigen. 

Wasser. — Differenzierung nach Pal. Wasser, dem 
einige Tropfen Ammoniak (wenn braun) oder Lithium 
carbon. (wenn blau) zugesetzt sind. — Einschließen. 

679. Man kann die Weigertsche Methode auch an 
in Formol fixiertem Material in einer anderen Weise an- 
wenden. Man verfährt nach Ben da (00) folgendermaßen: 
Die Stücke kommen auf beliebige Zeit in die Gliabeize 
von Weigert (5 g essigsaures Kupferoxyd, 5 ccm konz. Essig- 
säure, 2,5 g Chromalaun auf 100 Wasser), aber davon min- 
destens 2 Tage in den Thermostat, dann werden sie 1 Tag ge- 
waschen und endlich 2 Tage mit einer ^/27oigen Chrom- 
säure nachbehandelt. Die weitere Behandlung wie bei der 
AVeigert sehen Methode. 

680. Beliebig große Stücke werden nacheinander in 5 bis 
10 %iger Formollösung und 967oigö™L ^kohol behandelt und 
in Zelloidin geschnitten. Die Schnitte kann man inMethylen- 
b 1 a u (für NüSl), Thionin (v. Lenhoss^k) usw. verwerten ; aber 
wenn man die Schnitte inO,5<*/oiger Chromsäure ca. 10 Stunden 
beizt, mit Wasser abspült und kurz mit 80^/oigem Spiritus 
behandelt, kann man nach Pal färben; die Schnitte verhalten 
sich wie nach Müller. Besonders gelingt die Färbung, wenn 
man zu Weigertschem Hämatoxylin einige Tropfen ver- 
dünnter Salpetersäure zufügt. Minnich. Gudden (97). 

681. Noch einfacher scheint folgende Markmethode, welche 
durch Kultschitzky (90) angegeben wurde, zu sein: 

Objekte aus MtiUerscher oder Erlickischer Flüssigkeit werden 
mit Zelloidin durchtränkt, geschnitten und die Schnitte in die 
Hämatoxylinlösung übertragen : 

1 g Hämatoxylin wird in ein paar ccm Alkohol vollkommen 
gelöst und zu 100 ccm einer 20°/oigen wässerigen Borsäure- 
lösung hinzugefügt. Diese Hämatoxylinlösung wird vor dem 
Gebrauch mit 2 — 3 Tropfen Essigsäure auf ein Uhrschälchen 
angesäuert. Oder noch einfacher: 

Man löse 1 g Hämatoxylin in ein paar ccm Alkohol und 
füge 100 ccm einer 2Voig6i^ wässerigen Essigsäurelösung 
hinzu. 

Es erscheinen nach 24 Stunden sämtliche Markscheiden 
dunkelblau, alles übrige fast ungefärbt mit einem Stich ins 
Rötliche. Das nachträgliche Behandeln mit der Weigertschen 
Differenzierungsflüssigkeit (§ 674) führt jedoch sicherer zum 
Ziele. 

682. Nach Kultschitzky (87 b) und Wolters (90) geben 
wir folgende Methode zur Mark- und Achsenzylinderfär- 
bung an: 



208 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 683—684- 

a) Kultschitzky: In 50^/oigen Alkohol bringt man ad 
libitum feingestoßenes doppeltch romsaures Kalium und schwe- 
felsaures Kupferoxyd. Nach 24 Stunden löst sich ein Teil 
dieser Salze in absoluter Dunkelheit auf. Vor dem Gebrauch 
wird diese Flüssigkeit mit Essigsäure, 5 — 6 Tropfen auf 
100 ccm, angesäuert. — Je nach der Größe werden die Ob- 
jekte 12 — 24 Stunden im Dunkeln fixiert und dann in starken 
Alkohol übertragen. Nach abermals 12 — 24 Stunden können 
dieselben geschnitten werden. 

b) Wolters: Die mit der Kultschitzkyschen Flüssigkeit 
fixierten Stücke werden in Zelloidin möglichst dünn geschnitten 
(5 — 10 fi) und dann auf 24 Stunden in folgende Beize über- 
tragen : 

10%iges Vanadium chloratum .... 2 Teile 
87oig6s Aluminium aceticum liquidum . 8 » 
Nach kurzem (10 Minuten) Abwaschen mit Wasser kommen 
die Schnitte in die Hämatoxylinlösung von Kultschitzky: 
Hämatoxylin 2,0 (alkoholische Lösung), 
20/oige Essigsäure —100, 

eventuell ein paar Tropfen Osmiumsäure (Kaes, 91) 
auf 24 Stunden (bei 30°) und werden dann in 80®/oigem salz- 
säurehaltigem Alkohol entfärbt, bis die Schnitte einen hellen 
blauroten Ton zeigen. Übung beim Entfärben ist erforderlich, 

683, Borchert schlägt für Rückenraarke, resp. Gehirne 
kleineren Volumens von niederen Wirbeltieren folgendes 
Verfahren vor: In Formalin fixierte Objekte werden in 
3 mm große (wenn es angeht, in noch kleinere) Scheiben 
zerschnitten und in l%ige Osmiumsäure auf 24 Stunden 
übertragen. Nach mehrstündigem Waschen und Behand- 
lung mit allmählich verstärkten Alkoholen wird in Paraffin 
eingebettet und geschnitten (20 ^ dick). Die angeklebten 
Schnitte werden wenige Sekunden mit ^/^^/oigem Kalium 
hypermanganicum behandelt, mit dest. Wasser gespült und 
in Acid. oxalicum 1,0, Kai. sulfurosum 1,0 und Aq. dest. 200 
(wie bei Pal) gebleicht. Nach beendeter Differenzierimg 
wäscht man mehrere Stunden in fließendem Wasser, ent- 
wässert und schließt in Kanadabalsam ein. (Ausprobiert 
für Frösche, Selachier, Schafe.) 

684. Streeter färbt die Markscheiden in Paraffin* 
schnitten* Fixierung in 5%igem Kaliumbichromat mit 
2% Fluorchrom 4 — 8 Tage bei Zimmertemperatur; wäh- 
rend dieser Zeit wird die Flüssigkeit einmal gewechselt. 
Dann werden die Stücke in oft zu wechselndem 807oigßii 
Alkohol 1 — 2 Wochen gewaschen (Waschen mit Wasser wurde 
nicht probiert). Dann werden die Stücke 4 — 6 Tage in 
Weigertschem Hämatoxylin (§ 674) gefärbt. Die Lösung 



§ 685—687. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 209 

ist nach dem 1. und 3. Tage zu erneuern. Die Stücke 
werden 48 Stunden in 70%igem Alkohol gewaschen und 
durch absoluten Alkohol usw. in Paraffin eingebettet und 
geschnitten. Die mit Eiweiß angeklebten Schnitte werden 
nun nach Weigert oder Pal differenziert. 

685* Azoulay (94) empfiehlt für die Färbung der Mark- 
scheiden, namentlich im Zentralnervensystem, folgende Me- 
thode: Man fixiere die Stücke in Müll er scher Flüssigkeit, 
wasche 1 — 2 Tage in Wasser aus, durchtränke mit Zelloidin 
und schneide. Möglichst dünne Schnitte werden kurze Zeit 
mit Wasser gewaschen und in eine 1— 27ooig© Osmiumsäure 
auf 5 — 15 Minuten übertragen, dann abermals mit Wasser kurz 
gewaschen. Nun kommen die Schnitte in eine 5— lO^/oig© 
Tanninlösung und werden auf 50—55 ° C ca. 5 Minuten (2—5) 
erwärmt, wobei die gewünschte Färbung aufzutreten pflegt. 
Man wasche jetzt ordentlich mit Wasser aus, färbe eventuell 
mit Karmin oder Eosin nach und überführe die Schnitte durch 
Alkohol, Xylol in Kanadabalsam. Sind die Schnitte zu dick 
geraten, so wende man nach der Tanninbehandlung 
die Falsche Methode (hypermangansaures Kalium 0,25 ^/^ ig. 
Waschen mit Wasser, schwefelsaures Kalium iVo^K + Oxal- 
säure l.Volg zu gleichen Teilen [vor dem Gebrauch zu mischen]), 
oder auch aq. Javelli 1 auf 50 Wasser an und fahre, wie oben, 
weiter fort. — Die Zeitdauer der Entfärbung mit Pal scher 
Methode oder aq. Javelli ist nicht anzugeben, vielmehr muß 
mit dem Mikroskop kontrolliert werden. 

Sind die Stücke in einem osmiumhaltigen Gemisch (Flem- 
mingsche Lösung, Osmiumbichromat von R. y Oajal, Mar- 
chische Flüssigkeit etc.) gewesen^ so überträgt man die Schnitte 
aus dem Wasser in 5 — lO'/olg© Tanninlösung und verfährt im 
übrigen wie oben. 

Auf dieselbe Weise kann man auch Fett in beliebigen 
Organen färben. 

686* Flechsig (76) hat darauf aufmerksam gemacht, daß 
bei Embryonen, Föten und jungen Tieren Nervenbahnen nicht 
gleichzeitig markhaltig werden, und darauf eine Methode für 
das Studium des Faserverlaufs im Zentralnervensystem ge- 
gründet. 

687. Färbemethode nach Marchi (85) : 
1. Müllersche Flüssigkeit 8 Tage. 2. Möglichst kleine 
Stücke kommen ohne Auswaschen in : Müllersche Flüssig- 
keit 2 + Osmiumisäure l%ig 1 Teil 5—8 Tage. 3. Aus- 
waschen (einige Tage). 4. Zelloidin etc. 

Die degenerierenden (nicht die degenerierten) 
Fasern werden schwarz, alles andere leicht gelb. Vgl. 
Weigert (98). 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 14 



210 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 688. 

Da bei der Marchischen Färbung bloß kleine Gehim- 
stücke sich gut färben, weil sonst schwarze Schollen an 
solchen Stellen sich ablagern, die nicht degeneriert sind, 
empfiehlt Teljatnik (97) zur Beseitigung dieser der 
Methode anhaftenden Mängel folgende Modifikation: Es 
werden 1^/2 cm dicke Stücke vom Nervensystem in eine 
Müllersche Lösung eingelegt, dann gelangen sie in Chrom- 
osmiumlösungen, deren Konzentration allmählich gesteigert 
wird ; zuletzt werden die Präparate mit hypermangansaurem 
Kalium und mit Oxalsäure behandelt (wie in der Fal- 
schen Methode); bei dieser Behandlung sollen diejenigen 
schwarzen Schollen, die keine Degenerationsprodukte sind, 
verschwinden, 

688. Weigerts (95) Neurogliafärbnng : 

1. Fixierung (und Beizung). 

Diese beiden Prozeduren kann man getrennt oder ver- 
eint vornehmen. Man trennt sie, wenn man die Präparate 
auch nach anderen Methoden, z. B. der Marchi-, öolgi-, 
Nißl- oder Markscheiden - Methode , behandeln wiU. In 
diesem Fall Fixation mit Formol 1 : 10. Stücke nicht über 
einen halben Zentimeter dick! Material möglichst frisch. 
Große Schalen mit Fließpapier belegt. Die Flüssigkeit ist 
nach dem 1. Tage zu wechseln ; etwa 4 Tage genügen zur 
Fixierung. Die so fixierten Stücke können jahrelang ohne 
Nachteil für die Neurogliafärbung aufbewahrt werden. 

2. Beizung (siehe Merkel-Bonnet, Ergebnisse, 94). 
Besonders zu empfehlen ist: 

50/0 essigsaures Kupferoxyd, 
5% gewöhnliche Essigsäure, 
2V2% Cbromalaun in Wasser, 

Hierbei ist zu beachten: der Chromalaun wird zuerst 
in Wasser gekocht, dann werden die beiden anderen 
Komponenten zugesetzt, und zwar zuerst die Essigsäure 
und dann das feingepulverte, neutrale essigsaure Kupfer- 
oxyd. Man rührt gehörig um und läßt erkalten. 

In diese Lösung, welche auch für Markscheidenfärbung 
zu empfehlen ist, kommen die in Formol fixierten Stücke 
auf 4 — 5 Tage bei Brutofentemperatur oder bei Zimmer- 
temperatur auf etwa 8 Tage. Will man nur die Neuroglia ge- 
färbt erhalten, so ist es besser, die frischen, nicht über 
1/2 cm dicken Stücke mit Umgehung des einfachen For- 
mols direkt in jene Kupferchromalaunlösung zu bringen, 



§ 689. Rückenmark, Gehirn und Ganglien. 211 

der man dann 10% Formol zusetzen muß. Wechseln der 
Flüssigkeit! 

Zum Schneiden werden die Stücke mit Wasser ab- 
gespült, in Alkohol entwässert und mit Zelloidin durch- 
tränkt. 

Die Schnitte kommen auf etwa 10 Minuten in eine 
VsVoigc Lösung von Kalium hypermanganicum, dann Aus- 
waschen durch Aufgießen von Wasser, dann Verbringen 
der Schnitte in die Keduktionsflüssigkeit (5% Chrömogen 
und 5% Ameisensäure [spez. Gewicht 1,20] in Wasser). 
Man filtriert sorgfältig. Vor dem Gebrauch setzt man zu 
90 ccm dieser Flüssigkeit 10 ccm einer lO^oig^^^ Lösung 
Ton Natriumsulfit (einfach schwefligsaures Natron). Schon 
nach wenigen Minuten sind die durch Kalium hyperm. 
gebräunten Schnitte entfärbt, aber man läßt sie zweck- 
mäßiger noch 2 — 4 Stunden in der Lösung. Will man das 
Bindegewebe farblos erhalten, so kann man jetzt die Vor- 
bereitungen für die Färbung abschließen ; wenn nicht, und 
man will das Bindegewebe und das Nervöse in der Kon- 
trastfarbe tingieren, so bringe man die Schnitte nach dem 
Abgießen der Reduktionsflüssigkeit und nach zweimaligem 
Aufgießen von Wasser in eine gesättigte, wässerige Chromo- 
genlösung (5®/o Chrömogen in Aqua destillata). Man filtriere 
sorgfältig! In dieser Lösung bleiben die Schnitte über 
Nacht, je länger, desto intensiver wird die Kontrastfärbung des 
Nervensvstems, dann gießt man wieder zweimal Wasser 
auf, und nun sind die Schnitte fertig zur Färbung. 

3. Färbung; diese ist eine modifizierte Fibrinfärbung, 
s. § 440. Die Jodjodkaliumlösung ist unverändert (gesättigte 
Lösung von Jod in 5%iger Jodkaliumlösung). Statt der 
üblichen Gentianaviolettlösung benutzt man aber eine heiß- 
gesättigte und nach dem Erkalten von dem Bodensatz ab- 
gegossene alkoholische Lösung (70 — 80% Alkohol) von 
Methylviolett. Dieser Lösung setzt man auf je 100 ccm 
5 ccm einer ö^oig^i^ wässerigen Oxalsäurelösung zu. Die 
Anilinölxylollösung ist nicht im Verhältnis von 2 Anilinöl : 
1 Xylol, sondern 1:1. Im übrigen ist die Färbung wie 
bei der Fibrinmethode, die Reaktionen gehen sehr rasch 
vor sich. Schnittdicke nicht über 20 f.i. 

689. Bartel schlägt folgende Modifikation vor: er 
bettet Objekte statt in Zelloidin in Paraffin ein und behandelt 
die Schnitte, — ohne d^Ä Paraffin zu entfernen bis Jodjod- 
kalium inklusive ebenso, dann wäscht er die Schnitte gut mit 

14* 



212 Rückenmark, Gehirn und Ganglien. § 690. 

destilliertem Wasser, fängt sie auf Objektträger auf § 178, 
trocknet sie bei 38® C und überträgt sie in Anilinöl-Xylol 
(1 zu 10 bis 1—100); hier löst sich Paraffin, und die Dif- 
ferenzierung geht nur sehr langsam, 12 — 24 Stunden, vor sich. 
Nach dieser Methode kann auch am Material bis 36 Stunden 
nach dem Tode gefärbt werden. — Bartel gibt annähernd 
die Zeiten an, welche für Paraffinschnitte, welche nach der 
Weigertschen Glia-Methode gefärbt, angewendet werden 
sollen iKaliumhypermanganicumVsVo ^A — 1 Stunde ; 
Chro mögen- Ameisensäure-Natriumsulfitlösung 
6 — 12 Stunden: alkoholische Methylviolettlösung 
12 — 24 Stunden; Jodjodkaüum V4 — V2 Stunde. 

690. Die so wichtigen Methoden von Benda (00) über 
Neuroglia-Färbung gebe ich in extenso: 
Härtung: 

1. Kleinste Stückchen möglichst frischen Materials auf 
zwei Tage in mindestens 10 0/0 bis reinem Formaiin 
(Schering). 

2. Beizung beliebig lange, aber mindestens zwei Tage im 
Brütofen mit Weigerts Gliabeize (heißgelöst 2,5 g Chrom- 
alaun auf 100 aqu. ; dazu 5 g essigsaures Kupferoxyd. 
5 g konzentr. Essigsäure). Hiernach gründliche (ca. 
24 stund.) Wässerung. 

3. Nachbeizung zwei Tage mit 0,5^0 wässeriger Chrom- 
säurelösung. Dann 24 stündige Wässerung. 

4. Entwässern in steigendem Alkohol. 

5. Paraffindurchtränkung. 

6. Schneiden und Aufkleben der Schnitte. 

7. Auswaschung des Paraffins mit Xylol oder Benzin, 
Alkohol absol., Alkohol 90%, Wässern. 

Färbung A: 

8. Beizung der Schnitte, 24 Stunden, in 4 % Eisenalaun- 
lösung oder in verdünntem Liqu. ferr. sulfur. oxyd. 
1 : 2 Vol. Aqu. dest. 

9. Abspülen in fließendem Wasser 15 — 30 Sekunden. 

10. Färben in dünner (bernsteingelber), wässeriger Lösung 
von sulfalizarinsaurem Natron (Kahlbaum). 

11. Eintauchen in destilliertes Wasser und Abtupfen mit 
Fließpapier. 

12. Färben in 0,l%iger wässeriger Lösung von Toluidin- 
blau (Erwärmen im Uhrschälchen, dann ca. 15 Minuten 
in der erkaltenden Flüssigkeit). 

13. Abspülen in l%iger Essigsäure. 



§ 691—693. Herz, Blutgefäße und deren Verteilung etc. 213 

14. Abtrocknen mit Fließpapier, Eintauchen in Alkohol 
absolutus. 

15. Differenzieren in Kreosot ca. 10 Minuten unter schließ- 
licher Kontrolle des Mikroskops. 

16. Abtrocknen mit Fließpapier, Xylol (mehrmals über- 
spülen), Balsam. 

Färbung B : 

10. 24 Stunden in weingelber, wässeriger Hämatoxylin- 
lösung. 

11. Differenzieren in 30%iger Essigsäure, bis der Schnitt 
blaugrau ist. 

12. Abspülen mit Aqu. dest. und Abtupfen mit Fließ- 
papier. 

13. Aufgießen von Anilin wasser - Gen tianalösung (nach 
Ehrlich) oder Methyl violett - Oxalsäure Weigert, 
konzentrierte Lösung in 707oig®^^ Alkohol und 5 com 
auf 100 einer 5% igen Oxalsäurelösung, oder Kristall- 
violett- Anilin wasser-Salzsäure (Benda), Erwärmen, bis 
Dämpfe aufsteigen. 

14. Abspülen und Abtupfen mit Fließpapier. 

15. Überspülen von Jodjodkaliumlösung. 

16. Abspülen, Abtrocknen. 

17. Differenzieren mit Anilin-Xylol aa. 

18. Abtupfen, mehrmaliges Überspülen von Xylolbalsam. 
Oder endlich 

Färbung C: 

10. 24 Stunden in weingelber, wässeriger Hämatoxylin- 
lösung. 

11. Differenzieren und Nachfärben mit Pikrinsäure, Säure- 
fuchßin (nach v. Gieson). 

12. Alkohol usw. Balsam. 

691. Uuber hat die Methode A von Benda etwas 
modifiziert und ist der Meinung, daß es sich mit dieser 
Modifikation sicherer arbeiten läßt. 

692. Rubaschkin beschreibt in einer leicht zugäng- 
lichen Quelle eine Färbnng der NeurogUa mit Methyl- 
violett B. Vgl. auch Hoppe und Wimmer. 

9. Kapitel. Herz, Blutgefäße und deren Verteilung, 
Lymphgefäße und Saftkanäle. 

693. Um die Anordnung und die gegenseitige Lage 
der verschiedenen Gewebsteile, welche die Uerzwand zu- 



214 Herz, Blutgefäße und deren Verteilung etc. § 694—699. 

sammensetzen, kennen zu lernen, ist es nötig, Schnitte 
durch die Herzwand anzufertigen, die man in beliebiger 
Weise (Müll er sehe Lösung, Chromsäure, Alkohol etc.) 
fixiert und weiter behandelt hat. Für die Isolation von 
Zellen der Purkinjeschen Eäden, glatten und Herz» 
muskelzellen, verfahre man nach § 578. 

694. Das Endo- und Perikard können (siehe § 378) 
versilbert, mit der Pinzette abgezogen (oder durch Flächenr 
schnitt mit dem Rasiermesser als dünne Lamelle abgetragen) 
und ia Glyzerin eingeschlossen werden. 

695. Größte und große Gefäße fixiere man beliebig 
und schneide sie in Zelloidin. Färbung für elastische Fasern 
mit der Orzeinmethode (siehe § 463) und der Weigert- 
schen Methode (siehe § 461), für Bindegewebe nach § 454. 

696. Die Media dieser Gefäße wird mit Kali- (Natron-) 
lauge, 1/3 Alkohol (24 Stunden und länger) oder einer 
l%igen Weinsäure einige Stunden behandelt; es lassen 
sich nach dieser Vorbehandlung elastische Elemente — 
Platten, Netze imd Fasern durch sorgfältiges Spalten und 
Zupfen stellenweise isolieren. 

697. Mittlere Arterien imd Venen werden geschnitten 
und mit Pikrokarmin § 288 tingiert (Muscularis). 

698. Kleine und kleinste Gefäße (ohne vasa vasorum 
mit einer dünnen [aus einer Reihe Muskelelemente be- 
stehenden] Muskulatur, in der Arterie zirkulär und der 
Vene der Länge nach verlaufend) studiert man sehr be- 
quem an Zupfpräparaten der weißen, resp. grauen Substanz 
des Zentralnervensystems, wo sie als willkommene Neben- 
befunde erscheinen. Dieselben, aber auch die klein- 
sten der mittleren studiere man an Schnitten durch ver- 
schiedene Organe, vornehmlich an denen der Lunge, die 
in der Nähe des Hilus derselben gewonnen wurden. 

699« Man kann die Kapillaren und allenfalls kleine 
Arterien und Venen an etwas nachgedunkelten, ver- 
silberten (siehe § 378) dünnen Lamellen, die z. B. mit 
HämatoxyJin nachgefärbt worden sind, imtersuchen. 

Noch bessere und sicherere Resultate für die Unter- 
suchung derselben Objekte erhält man, wenn man einem 
durch Chloroform getöteten Frosch z. B., den man durch 
Abschneiden der Herzspitze verbluten ließ, eine dünne 
(1—50/00 ig®) Silbemitratlösung, oder Silber-Gelatine, 
§ 709, in die Gefäße einspritzt, bis das ganze Gefäßsystem 



§ 700—702. Herz, Blutgefäße und deren Verteilung etc. 215 

gefüllt ist (Frosch 10 — 15 ccm). Von so vorbehandelten 
Fröschen können Mesenterien, Lungenalveolen, Harnblase 
entnommen, abgespült, mit Alkohol fixiert und einge- 
schlossen werden; solche Präparate zeigen außer den 
Endothelgrenzen die Grenzen der glatten Muskeln. 

100« Fixiert man Blutgefäße, z. B. die art. tibialiB, in 
Orthschem Gemisch (§39), oder mit Formol allein, beizt 
die Schnitte mit Kupferazetat und Ghromsäure § 679, färbt 
mit WeigertschemHämatoxylin (§674) und zieht vorsich- 
tig unter Kontrolle mit Borax-Ferricyankalium aus § 674, 
so färben sich in der Media der Blutgefäßwände Fasern, 
»welche sich durch ihren geradlinigen Verlauf und durch 
ihre starre, schweinsborstenähnliche BeschafEenheit aus- 
zeichnen, c Ebensolche Fasern findet man zerstreut im 
Bindegewebe. D ü r c k. 

701« Nicht injizierte Kapillaren kollabieren in dem 
Maße> daß man sie oft in Schnitten nicht erkennen kann» 
Um die Verbreitung derselben zur Anschauung zu bringen, 
injiziert man die Gefäße. 

Die Iiyektionsteohnik ist zu einem besonderen, um- 
fangreichen Zweige der mikroskopischen Technik heran- 
gewachsen. Wir sehen von der Schilderung der Injektions- 
apparate, Technik des Einführens und Befestigens der 
Kanüle etc. ab und begnügen uns mit der Angabe zweier 
wohlerprobter Injektionsmassen: einer roten und einer 
blauen. 

702. Es ist dies zunächst die Gelatine-Karminlosung. 
Sie wird folgendermaßen hergestellt: Man bereite sich 
einen Karminbrei (etwa 4 g Karmin und 8 ccm Wasser). 
Zu diesem Karminbrei gieße man so viel Ammoniak hinzu, 
wie nötig ist, um den Karmin in Lösung zu bringen, was 
daran zu erkennen ist, daß das Ganze lackfarben wird. 
Anderseits lege man etwa 50 g Gelatine in destilliertes 
Wasser und lasse sie darin etwa 24 Stunden aufquellen. 
Ist die Gtelatine aufgequollen, so erwärme man dieselbCr 
nachdem man das Wasser mit den Händen ausgepreßt 
hat, auf dem Wasserbade auf etwa 60 «C und sorge dafür, 
daß die Gelatine nicht überwärmt werde; ist sie ge- 
schmolzen, so füge man unter beständigem Umrühren so 
viel von dem Karminbrei hinzu, als nötig ist, um eine 
bestimmte Farbenintensität zu erzielen. Man mische sorg- 
fältig mit einem Glasstabe, bis sich der Karmin gleich- 
mäßig in der Gelatinemasse verteilt hat. Nun tröpfle man 



216 Herz, Blutgefäße und deren Yerteilung etc. § 703 

in diese Lösung eine etwa 25% ige Essigsäurelösung unter 
beständigem Umrühren hinzu, bis die dunkel-kirschrote 
Lackfarbe in eine ziegekote überzugehen anfängt. Ist das 
der Fall, so ist die Masse neutral, und man filtriere sie 
durch Flanell. 

Die Masse wird in warmem Zustande einem vorher auf 
37 — 38 C in warmem Wasser gewärmten, durch Massieren 
vor Einbinden der Kanüle mögüchst blutleer gemachten 
Tiere injiziert (bei Amphibien genügen schon ca. 30^ C). 
Die so injizierten Organstücke werden in Spiritus [fixiert. 

Will man kleine Tiere ganz injizieren, so empfiehlt es 
sich, die Kanüle durch das linke Herz in die Aorta ein- 
zuführen und so einzubinden, oder, bei größeren Tieren, 
resp. bei genauer auszuführenden Injektionen, indem man 
in eines der zuführenden Gefäße des zu injizierenden 
Organes die Kanüle einführt. Eine passende Unterbindung 
einiger der übrigen Gefäße ist zu berücksichtigen usw. 
Man injiziere langsam unter geringem Druck. 

703. Das im Wasser lösliche Berlinerblau, Ranvier (89), 
in einer im Wasser gesättigten Lösung zu der wie in § 702 
hergestellten Gelatine in der Wärme hinzugesetzt, liefert 
eine blaue Injektionsmasse. Hat man kein lösliches Berliner- 
blau, so kann man es sich in folgender Weise beschaffen 
(nach Ran vier) : Man gieße gelbes Blutlaugensalz und Ferro- 
sulfat in bestimmten Proportionen zusammen, es bildet 
sich ein blauer Niederschlag von unlösHchem Berlinerblau. 
Man filtriere die Flüssigkeit, und die blaue pulverige Masse 
bleibt auf dem Filter. Nun wasche man die auf dem 
Filter gebliebene Masse mit Wasser, bis das Filtrat blau 
gefärbt erscheint. (Es dauert unter Umständen 24 Stunden 
und länger). Das unlösliche Berlinerblau ist nun löslich 
geworden, und die auf dem Filter gebliebene breiige Masse 
kann getrocknet und als lösliches Berlinerblau benutzt 
werden. 

Die mit Berlinerblau injizierten Stücke lassen ein 
nachheriges Fixieren mit Chromsäure, chromsauren Salzen 
etc. zu. 

Blaß gewordene Stücke (oder Schnitte) erlangen ihre 
blaue Farbe in Nelkenöl wieder. 

Behandelt man die mit Berlinerblau injizierten Stücke 
oder Schnitte mit einer Palladium chlorürlösung, so 
geht die blaue Farbe in eine tiefbraune über, und diese 
Farbe bleibt unverändert (Kupffer). 



§ 704—708. Herz, Blutgefäße und deren Verteilung etc. 217 

Fertige Injektionsmassen sind durch Grübler und Co. 
zu beziehen. 

704. Bearbeitet man mit Gelatinemassen injizierte 
Präparate (kleine Stücke) mit Osmiumsäure, so quellen sie 
nicht mehr in kaltem und lösen sich in heißem Wasser 
nicht mehr. Ran vier 85. 

705. Gelatine, welche bei Zimmertemperatur flüssig 
bleibt, kann man nach Tandler durch Jodkaüumzusatz 
folgenderweise gewinnen : Man löst 5 g Gelatine in 100 g 
Wasser unter leichtem Erwärmen, fügt dann, je nach Be- 
darf, ob man eine dunkler oder heller gefärbte Masse her- 
stellen will, Berlinerblau ein und setzt zuletzt langsam, 
unter Umrühren eintragend, 5 g Jodkalium hinzu. Die so 
gewonnene Masse ist bei 17^0 flüssig. Setzt man noch 
mehr Jodkalium zu, so kann man die Masse bei noch 
tieferen Temperaturen flüssig erhalten. 

706. Grosser empfiehlt als kalte Injektionsmasse 
filtriertes UfihnereiweiB, welches mit Tusche verrieben 
wird. 

707. Es ist vor Jahren von Alt mann (79) ein Verfahren 
vorgeschlagen worden, das in folgendem besteht: 

Man injiziert Gefäße (z. B. der Niere, Iris, Ohorioidea, 
Eetina, Haut) mit Olivenöl; so injizierte Organe werden mit 
Osmiumsäure (siehe § 47) behandelt, wobei sich die injizierten 
Gefäße schwarz färben. Die nicht durchsichtigen massigen 
Organe können auf einem Gefriermikrotom in dünne Scheiben 
zerlegt werden, worauf sie ebenfalls in Osmiumsäure (1 Vo ^^^ 
24 Stunden) kommen. Es werden dabei die mit öl gefüllten 
Gefäße schwarz. Diese mit Osmiumsäure fixierten schwarzen 
ölstränge (Gefäße) sind so widerstandsfähig geworden, daß 
man allerdings mit großer Vorsicht solche Schnitte auf dem 
Objektträger mit aqua Javelli behandeln kann, wobei sämt- 
liche Gewebsteile gelöst wer^len. Auf diese Weise ist man 
imstande, mikroskopische Korrosionspräparate der kleinsten 
Gefäße und Kapillaren zu erhalten. 

Solche Präparate können auch durch Wasser in Glyzerin 
oder durch Alkohol in Kanadabalsam übergeführt werden. 
Diese Prozedur erfordert aber eine besondere Sorgfalt, da die 
korrodierten Präparate ungemein brüchig werden. 

708. Eine andere Methode, die sogenannte Fettimprägnation 
der Lymphwege, ist ebenfalls von Altmann angegeben. Man 
bereite zu diesem Zweck entweder: 

1. Olivenöl 1 Volumen 

Alkohol abs. Va > 

Schwefeläther Vs > 

das Ganze muß klar aussehen, oder 



218 Lymphdrüsen, Milz und Knochenmark. § 709— 710* 

2. Bizinnsöl 2 Volumina 

Alkohol abs. 1 Volumen. 

Man lege frische Gewebsstticke, z. B. Hornhaut, in nicht zu 
wenig Mischung von 1 oder 2. Nach 5 — 8 Tagen kommen die 
betreffenden Stückchen aus dem Gemisch 1 oder 2 direkt auf 
einige Stunden in Wasser, wobei die äußerlich anhaftenden 
Fetteilchen abgespült und die in den Kanälen enthaltenen 
niedergeschlagen werden. Es kommen die Gewebsstücke auf 
24 Stunden in eine 1 % ige Osmiumsäure und können, wie bei 
den Gefäßen, entweder direkt mit aqua Javelli corrodiert wer- 
den, oder, wenn nötig, erst nachdem sie auf einem Gefrier« 
mikrotom geschnitten worden sind. 

Will man die Korrosion möglichst sorgfältig machen und 
auf längere Zeit ausdehnen, so kann man aqua Javelli mit 
1 oder 2 Volumen Wasser verdünnen. 

709. Um Lymphkapillaren, resp. Lymphspalten » zu inji* 
zieren, wird die Methode der Injektion durch Einstich ange- 
wandt, die entweder mit Berlinerblau (siehe § 703) geübt wird» 
oder mit wässeriger Silbernitratlösung 1 : 1000 oder aber mit 
Silbemitrat, gelöst in Gelatine (V4 auf 100) (Ranvier, 89). Man. 
lege Gelatine auf 12 Stunden in eine reichliche Wassermenge^ 
presse dann dieselbe mit den Händen möglichst gut aus und 
verflüssige dieselbe durch Erwärmen, dann erfolgt der Silber- 
nitratzusatz. 



10. Kapitel. Lymphdrfisen, Milz und Knochenmark. 

710. Für die grobe Orientierung über den Bau der 
Lymphdrüsen genügen Schnitte durch kleinere Drüsen, 
die dem Mesenterium einer Katze etwa entnommen und 
mit Alkohol, Flemmingscher Flüssigkeit, Sublimat, 
Pikrinsäure fixiert worden sind. 

An Schnitten, die mit Hämatoxylin imd Eosin ge- 
färbt worden sind, kann man sich bequem über die Ver- 
breitung der Mark- und Rindensubstanz orientieren; die 
Trabekel und die Kapsel erscheinen in der Eosinfarbe; 
für Bindegewebe färbe man nach § 299, 300, 301, 454, 
455 oder 456. 

Um das Endothel der Trabekel zur Darstellung zu 
bringen, spritze man von einem vas afEerens aus, oder ein- 
facher, durch Einstich in die Lymphdrüse, eine schwache, 
z. B. ^/io°/oige Silbemitratlösung ein. Nach einer halben 
Stunde wird die Drüse in Alkohol fixiert. Schnitte, die 
nicht unter 15 (jl dünn sein dürfen, zeigen die bekannte 
Endothelzeichnung auf den Trabekeln. 



§ 711—713. Lymphdrüsen, Milz und Knochenmark. 219 

Zellige Elemente der Milz untersucht man an Strich- 
präparaten aus der frischen Milz, die man wie Blütpräpa* 
rate behandelt. 

711. Für das Studium der Keimzentren Flem- 
mings empfehlen sich neben den Lymphdrüsen selbst 
die solitäxen Knötchen des Darmes. L3maphdrüsen oder 
Darmstücke werden am besten mit Fl e m m i n gscher Lösung 
fixiert und mit Safranin gefärbt. 

712. Das retikulierte oder adenoide Gewebe ist an 
intakten Schnittpräparaten nur wenig oder gar nicht wahr- 
zunehmen, an sehr dünnen Schnitten (1 — 3 u) ist dasselbe 
aber gut zu sehen. An dickeren Schnitten kommt es erst 
dann zu Gesicht, wenn man die Zellen auf irgendeine 
Weise entfernt. 

Schnitte durch Lymphdrüsen, die entweder frisch oder 
mittels eines Gefriermikrotoms angefertigt worden sind, 
werden auf einem Objektträger mit wenig Flüssigkeit aus- 
gebreitet und mit einem feinen Malerpinsel vorsichtig be- 
tupft; die Leukozyten bleiben am Pinsel zum Teil hängen, 
imd man kann das Präparat nachträglich etwa mit Häma- 
toxylin färben, wobei sich die adenoiden Netze blau tin- 
gieren. Pinselmethode. (His, 61.) 

Aber auch an zuvor fixierten Präparaten, die ge- 
schnitten worden sind und einige Zeit im Wasser gelegen 
haben, kann man das Pinseln sowohl, wie die nächst- 
folgende Methode üben; sie ist ebenfalls von His ange- 
geben und besteht darin, daß man Schnitte in einem zur 
Hälfte mit Wasser gefüllten Probiergläschen einige Zeit 
schüttelt. Setzten wir zum Wasser Froschgalle zu, so 
schien es uns, als ob wir in kürzerer Zeit bessere Resultate 
erzielten; es ist nicht unmöglich, daß ein Teil der in den 
Maschen des Retikulums gelegenen Elemente sich in der 
Galle löst. — Bei dieser Prozedur werden die meisten Leuko- 
zyten entfernt, und wenn man nun die Schnitte aus- 
breitet und färbt, so sieht man deutUch das retikuläre 
Bindegewebe. 

713. Nach längerer Beleuchtung lebender Tiere mit 
Bontgenstrahlen schwinden die Lymphdrüsen fast ganz, 
und das cytogene Gewebe der blutbildenden Organe bleibt 
intakt Solche Präparate sehen wie ausgepinselt aus, 
H. Heineke, Erich Meyer. Thies machte darauf 
aufmerksam, daß sich auch das cytogene Bindegewebe mit 
Radiumbestrahlung isolieren läßt. 



220 Lymphdrüsen, Milz und Knochenmark. § 714—718. 

714« Auch durch Verdauen der Schnitte mit Trypsin 
kann man das retikuläre Bindegewebe darstellen (s. § 471 ff .)• 

715. Flint J. M. verdaut in Stücken, um das Netz- 
werk in den Organen zu isolieren. Die Stücke, welche 
nicht über 3 mm dick sein dürfen, werden z. B. in 
C a r n o y scher Flüssigkeit gehärtet. Formalin, Chromsäure 
und deren Salze, auch Osmiumsäure darf man nicht zur 
Fixierung benutzen. Man entwässere vollständig, lege die 
Präparate in Äther (S o x h 1 e t - Apparat). Nach Extraktion 
der Fette werden die Stücke durch aUmählich verstärkten 
Alkohol gezogen, während 24 Stunden ausgewaschen und 
in Pankreatin Grüblers, es werden davon nur ganz 
kleine Mengen genonmien, übertragen. Es muß alle 
48 Stunden gewechselt werden. Die Verdauung soll so 
lange dauern, bis alles Zellige verschwunden ist, was mit- 
imter einen vollen Monat in Anspruch nimmt. 

716. Retikuliertes Gewebe kommt in Lymphdrüsen, 
Milz, Schleimhäuten, Leber, Niere, Lunge vor und wird 
nach Mall (91) dargestellt, indem man in Pankreatin ver- 
daute Schnitte auf einem Objektglas ausbreitet und ein- 
trocknen läßt. Dann wird dasselbe mit einem Tropfen 
der Lösung befeuchtet: Pikrinsäure 10 g, absoluter Alkohol 
150 ccm, Wasser 300 ccm. Dies läßt man wiederum ein- 
trocknen, worauf man den Schnitt mit einigen Tropfen 
Säurefuchsin bedeckt und etwa eine halbe Stunde stehen 
läßt. (Säurefuchsin 10 g, absoluter Alkohol 33 ccm, Wasser 
66 ccm.) Das überschüssige Fuchsin wird dann abgegossen, 
der Objektträger für sehr kurze Zeit in die Pilo-insäure- 
lösung gebracht und dann in absoluten Alkohol übertragen. 
Xylol, Kanadabalsam (ist im wesentlichen Altmanns Granula- 
methode, siehe § 358; vgl. auch §§ 473, 475 u. fi.). 

717. Die Bielschowskysche Methode §458 eignet 
sich sehr gut, namentlich an Lymphdrüsen, zur Darstel- 
lung des retikulären Gewebes. Färbt man nachträglich 
dünne Schnitte mit Hämatoxylin, so sieht man neben 
dem kernlosen Retikulum auch gleichzeitig das eigentliche 
cytogene Syncytium. 

718. Um Bindegewebe der Milz klar zur Anschau- 
ung zu bringen, injiziert Woronin erst eine physiolo- 
gische Kochsalzlösung in die Blutgefäße, art. oder vena 
henalis, um Blut wegzuspülen, und erst dann eine passende 
Fixationsflüssigkeit auf demselben Wege nach. Dabei 
unterbindet er die bei der Herausnahme der Milz durch- 



§ 719-721. Lymphdrüsen, Milz und Knochenmark, 221 

schnittenen Gefäße sorgfältigst und erhöht dann den In- 
iektionsdruck, bis die Milz das 3 — 4 fache des ursprüng- 
lichen Volumens angenommen hat. Die Kanüle wird ab- 
gebunden und das Organ in dieselbe Fixierungsflüssigkeit 
übertragen; es kollabiert in derselben nur wenig. Nach 
einiger Zeit wird es in Stücke zerlegt und weiter behandelt. 
Die Bestandteile der auf diese Weise behandelten Milz 
rücken auseinander, und es erscheinen, vom Blut nicht 
mehr verdeckt, das retikuläre Bindegewebe und die 
fixen Zellen in großer Deutlichkeit. — 

Ein analoges Verfahren läßt sich auch auf das Studium 
der Tunicae propriae der Schleimhäute des Darmes durch 
Injektion der Blutgefäße des zu untersuchenden Bezirkes, 
auf die Untersuchung der L3anphdrüsen durch forcierte 
Injektion, durch Einstich in die Smuse etc. anwenden. 
Man gewinnt so klarere Bilder, welche aber immer noch 
innerhalb der Norm liegen, da ja alle diese Organe großen 
Volumveränderungen angepaßt sind. — Färbung nach § 388 
gibt sehr klare BUder. 

719. Bilder, welche sich zum Teil von denen unter- 
scheiden, welche die eben beschriebenen Methoden liefern, 
erhält man bei Anwendung der in § 795 beschriebenen 
Silbermethode auf in Alkohol fixierte Stücke von Milz und 
Lymphdrüse. Vor Anwendung der Methode schneide man 
von den Stücken die Kapsel weg. In der Milz färben sich 
Fasern in der Pulpa, Fasern im Malpighischen Körperchen 
und eine besondere, auch die Gefäße überkleidende Kinden- 
schicht des Malpighischen Körperchens (Oppel, 91). Im 
Knochenmark hat Enderlen mit derselben Methode eben- 
falls ähnliche Fasern nachgewiesen. 

720. Für die Untersuchung der Zellen würde man die 
verschiedenen Färbungen anzuwenden haben, die bei der 
Untersuchung des Blutes (siehe § 391 £E.) verwandt werden, 
auf Schnitte, oder indem man sich durch Abschaben einer 
frischen Schnittfläche Material verschafft, welches man 
ganz in der Weise, wie es bei Blut gesagt worden ist, be- 
handelt. 

721. Die Methode der Untersuchimg der Milz ist 
ganz dieselbe wie die der Lymphdrüsen. Elastische (?) 
Fasern der venösen Kapillaren färbe man mit Orzei'n 
V. Ebner (99) (siehe §463) oder nach Weigert, besser 
mit Bleu de Lyon, Bindegewebsfibrillen nach Hansen. 
Wie wir gefunden haben, färben sich die »Fadennetze« 



222 Lymphdrüsen, Milz und Knochenmark. § 722—724. 

Henles der Billrothschen venösen Kapillaren in der 
Milz nicht nur mit Orzein und nach dem Weigert sehen 
Verfahren (siehe §461), sondern auch nach dem Hansen- 
schen Verfahren (siehe § 454). 

Die Injektion der Milzgefäße gehört zu den schwierigsten 
Problemen der Injektionstechnik, ein Umstand, der in der An- 
ordnung und Beschaffenheit der Blutgefäße gelegen sein mag. 

122. Zum Nachweis von nicht organisch gebundenem 
Eisen in Schnitten der Milz, überhaupt eisenhaltiger 
Organe, empfiehlt sich die Berlinerblaureaktion (nach dem 
Verfahren von Wicklein, 89). Am besten nicht aufge- 
klebte Schnitte in Alkohol fixierter Präparate werden mittels 
Glashäkchen in ein 25 ccm l^/Qiger Salzsäure enthalten- 
des Glasschälchen gebracht, unmittelbar darauf mittels 
einer Pipette 3* Tropfen einer frisch zubereiteten kalt ge- 
sättigten wässerigen Lösung von Ferrocyankalium hinzu- 
gesetzt, es wird umgerührt und 5 Minuten gewartet. Dann 
kommen die Schnitte in reichliche Mengen mehrfach zu 
erneuernden destillierten Wassers (etwa 1/4 Stunde) imd 
werden ev. mit Alaunkarmin nachgefärbt und in Kanada- 
balsam eingeschlossen. In solchen Schnitten ist alles eisen- 
oxydhaltige Pigment gebläut. 

723. Als eine kombinierte Methode gab Tartakowsky 
für Eisennachweis in den Geweben folgendes Verfahren für 
Stücke an. Kleine Organstücke kommen auf 24 Stunden 
in Hallsche Flüssigkeit (95 ccm von 757oigem Alkohol, 
5 ccm Schwefelammonium), dann in reinen 95 Vo^g®'^ 
Alkohol, dem einige Tropfen Schwefelammonium zugeMgt 
sind (Saleski). Es tritt genügende Härtung ein, und 
bei Gegenwart von Eisen nehmen die Stücke schwarz- 
grüne bis schwarze Färbung an. Das Schwefeleisen wird nun 
in Berlinerblau übergeführt; die Stücke kommen aus dem 
Alkohol in dest. Wasser, dann auf 15 — 20 Minuten bei 
größeren Stücken auf eine halbe Stande, in 1,5 ^o^g^ 
Ferrocyankaliumlösung und dann auf 5—10 Minuten in 
0,45% ige Salzsäurelösung. In der Salzsäure werden die 
Stücke etwas trüb, wenn sie jedoch einige Stunden mit 
dest. Wasser gewaschen werden, so tritt die Blaufärbung 
deutlich hervor. Nun fixiert man beliebig (nicht Formol), 
schließt in Paraffin ein und schneidet usw. 

724. Eine Methode, bei welcher neben Eisen Kerne 
und Fett gefärbt werden können, rührt von Wallart her. 
A. 2 g Karmin werden in 10 ccm Wasser und 8 Tropfen 



% 725—727. Dann und Drüsen, 223 

reiner Salzsäure unter Kochen gelöst, 40 ccm abs. Alkohol 
zugesetzt und tüchtig umgerührt, das Ganze wird noch 
warm filtriert und das Filtrat bis auf 50 ccm aufgefüllt. 
B. Gesättigte Lösung in Sudan III oder Fettponceau in 
80— 907oigem Alkohol. C. 1 g FerrocyankaUum wird in 
20 ccm dest. Wasser unter Erwärmen gelöst, also eineö^oige 
Lösung. Nun mischt man im Verhaltnisse 2 ccm von Lö- 
sung A, 2 ccm von Lösung B imd 2 — 3 Tropfen reiner 
Salzsäure ; zuletzt fügt man noch 2 ccm von Lösung C 
hinzu. Wird die Mischung trüb, so wird sie filtriert. Die 
in Formol in gewöhnUcher Weise fixierten Objekte werden 
auf dem Gefriermikrotom geschnitten, die Schnitte im 
Wasser aufgefangen, kurz in 50 — 70% igen Alkohol mit 
oder ohne 1% Salzsäure getan und dann 3 — 15 Minuten 
in der Mischung belassen. Hierauf folgt ein bis 1/2 Minute 
langes Abspülen in l%iger Salzsäure in 50— 70%igem 
Alkohol, Waschen in Wasser und Einlegen in Glyzerin. 
Man könnte dieselben Resultate auch bei einer Behand- 
lung nacheinander erzielen, dabei würde das Pigment sogar 
lebhafter gefärbt erscheinen, aber die vorgetragene Methode 
ist ungemein einfach imd nimmt viel weniger Zeit in 
Anspruch. 

726. Die Behandlung der Schnitte mit Schwefel- 
ammoniam, wobei Eisen schwarz wird, diene zur Kontrolle. 

Über die Resorption und Ausscheidung des Eisens s. Erich 
Meyer 06. 

Knochenmark siehe §§ 525, 527, 529 und 719. 

726. H. Heineke hat nachgewiesen, daß nach mehr- 
stündiger Beleuchtung mit Röntgenstrahlen die spezi- 
fischen Zellen des Kiiochenmarkes in einer bestimmten 
Reihenfolge zugrunde gehen und die Stützelemente, cytogenes 
Gewebe, übrig bleiben. 

11. Kapitel. Darm und Drfisen. 

727. Die Mundhohlenschleimhaut wird in der ge- 
wöhnlichen Weise fixiert, also z. B. mit Alkohol, Sublimat, 
Flemmingscher Lösung, und bietet an mit Karmin usw. 
gefärbten Präparaten instruktive Orientierungsbilder. 

Faßt man Spezielles ins Auge, will man beispielsweise 
das Epithel oder die Drüsen usw. eingehender unter- 
suchen, so würde man dementsprechend d&e Methoden zu 
modifizieren haben. 



224 Dann und Drüsen. § 728—732. 

728. Die Speiehelkorperchen zeigen molekulare Be- 
wegung, welche aber keine Lebensfunktion darstellt: sie 
wird nämlich durch Narkose nicht beeinflußt. Ebenso 
sind die Molekularbewegungen in den weißen Blutzellen 
zu beurteilen. Hagem Clara. 

129. Die Papilla circumvallata und foliata (seltener 
fungiformis) sind Träger von Gesehmacksknospen, welche 
aus Stütz- imd Sinneszellen zusammengesetzt sind; diese 
werden bei weitem am besten mit der Flemmingschen 
Lösung fixiert. 

Dünne Schnitte, die entweder längs durch die Knospe 
oder quer durch dieselbe (sehr genaue Orientierung er- 
forderhch) geführt worden sind, werden entweder mit 
R. Heidenhainscher Hämatoxylinlösung oder mit Safranin- 
Gentianaviolett (siehe § 856) gefärbt. 

730. Will man die Nerven bis zu den Schmeck- 
bechern, resp. den Epithelien, verfolgen, so bedient man 
sich der Golgischen Methode (siehe § 654 £E.), der vitalen 
Methylenblaufärbung (siehe §622£E.), nach R. y Gayal 
§ 671, oder man verfährt in folgender Weise: 

Eine Papilla foliata eines Kaninchens wird mit 
einem Rasiermesser flach abgeschnitten, in vorher filtrierten 
Zitronensaft auf 10 Minuten eingelegt und auf 40 bis 
60 Minuten in Goldchlorid übertragen. Überträgt man 
nun die Papille in ein schwach mit Essigsäure angesäuertes 
Wasser, so vollzieht sich die Reduktion im Lichte (Ran- 
vier), und es kann das Objekt mit Alkohol nachbehandelt 
und dann senkrecht auf die Leisten der Papille geschnitten 
werden. Nachdem die Schnitte eine kurze Zeit mit Ameisen- 
säure, worin sie etwas quellen, behandelt worden sind, wird 
das Präparat in Glyzerin eingeschlossen. 

731. Für alle Drüsen achte man darauf, daß man es 
hier nicht mit in gleichem Zustande bleibenden Gebilden 
zu tim hat. Die Drüsenzelle bietet ein ganz anderes Bild, 
wenn sie sezerniert oder einige Zeit sezerniert hat, als in 
der Ruhe. 

Die Drüsenzellen ändern sich fortwährend. Man wird 
daher einzelne Stadien derselben herauszugreifen imd be- 
sonders zu untersuchen, z. B. für Magen im 1., 2. und 
3. Verdauungsstadium (siehe physiologische Handbücher), 
und die verschiedenen Bilder vergleichend zu studieren 
haben. 

732. Geeignetes Material verschafft man sich, indem 
man Tiere zunächst hungern läßt, dann füttert und nach 



§ 733—738. Darm und Drüsen. 225 

bestimmten Zeiten tötet. Hierzu eignen sich am besten 
Hunde. Kaninchen oder Mäuse mit leerem Magen zu be- 
kommen, ist schwieriger. Frösche kann man künstlich 
vermittelst eines kleinen Glastrichters, z. B. mit defi- 
briniertem Blut, füttern. 

Die verschiedenen Stadien kann man auch erzeugen, 
indem man bestimmte Reize einwirken läßt, z. B. Nerven- 
reizung und gewisse Gifte. 

7S3. Von großer praktischer Bedeutung für die histo- 
logische Untersuchung sind in erster Linie Pilokarpia 
und Atropin, da bei Atropin-lntoxikation die Sekretion 
unterdrückt, bei Pilokarpin befördert wird; auf diese 
Weise bekonamt man geladene und erschöpfte Drüsen - 
Zellen. Die beiden Gifte werden in folgenden Dosen beim 
Kaninchen pro Kilo Tier angewendet : Hlokarp. hydrochlor. 
1 ccm einer b^/oigen Lösung; Atropin. sulf. 1 ccm einer 
0,5% igen Lösung. 

734. Drüsen können an geeigneten Objekten frisch 
untersucht werden, z. B. Schleimdrüsen an der Nick- 
haut des Frosches (s. § 770). 

735. Zur Fixierung kleiner Stücke von Speicheldrüsen 
verwende man Flemmingsche Lösung oder auch Sublimat. 

736. Solger (96) empfiehlt für Untersuchung frischer 
Drüsen Gefriersehnitte (nach dem Vorgang von Köl- 
liker) ohne Zusatzflüssigkeit zu untersuchen; Umran- 
dung des Deckgläschens verhütet Verdunstung. Die hier 
sichtbaren Sekretgranula seröser Drüsen erhalten sich nach 
Fixierung in 10%iger Formalinlösung (3 Tage), auch in 
Sublimat und Altmanns Osmiumbichromatgemisch. 

787. Zur Darstellung der Sekretkapillaren seröser 
Drüsenzellen und der Giannuzzischen Halbmonde dient die 
rasche Golgische Methode (siehe §656) und M. Heide n - 
ha ins Eisenhämatoxylinfärbung (siehe § 266), letztere 
mit nachfolgender oder vorausgehender Rubinfärbung. 
Auch EhrUch-Biondis Triazidgemisch (siehe § 309) führt 
zum Ziel. 

Zur Färbung der Giannuzzischen Halbmonde 
empfehlen sich auch Doppelfärbungen von mit Alkohol, 
Sublimat etc. fixierten Stücken, z. B. Hämatoxylin- und 
Eosinfärbung, wobei die Halbmonde blau erscheinen. 

738. Die Zellen der Schaltstücke v. Ebners färben 
sich mit Karmin und mit Hämatoxylin intensiver als die 
übrigen der Drüse. 

Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 15 



226 Darm und Drüsen. § 739—742. 

789. Die Strichelung der basalen Teile der Epithelien 
der SpeiehelrShren in Speicheldrüsen sieht man ani 
besten an mit Osmiumsäure imd mit Osmiumsäuregemischen 
behandelten ungefärbten und in Glyzerin eingeschlossenen 
Präparaten, in Kanadabalsam auch an gefärbten Präpa- 
raten weniger deutlich. Das gestrichelte Epithel der 
Speichelröhren färbt sich mit Hämatoxylin-Kongorot 
(§ 750) rotbraun. 

740. An der Mehrzahl der Speicheldrüsen (nicht an der 
Parotis des Kaninchens oder Sublingualis vom Hund z. B.) 
lassen sich durch Schütteln (um den Zutritt der Luft zu 
begünstigen) kleiner Stücke derselben mit P3rrogallussäure, 
die Speichelröhren dunkelbraun färben (K^lkreaktion) ; die 
Farbe halt. sich in Alkohol (Merkel, 83). 

741. Ösophagus. Für Übersichtsbilder wähle man den 
Ösophagus kleinerer Tiere. Von größeren Säugern muß 
man entweder die Schleimhaut abpräparieren und diese 
allein schneiden, oder mit Zelloidin durchtränken, da sich 
Schnitte, z. B. durch ein Stück des ganzen Ösophagus des 
Menschen, in Paraffin nur schwer herstellen lassen. 

742« Für Magen und Darm dienen die gewöhnlichen 
Fixierungsmethoden, vor allem Sublimat. Stets lege man 
einige Kontrollstücke in Alkohol ein. Man nehme mög- 
lichst frische Objekte, bei welchen noch keine Selbstver- 
dauung stattgefunden hat. Man fixiere kürzere Stücke 
ganz oder schneide den Darm auf. Abwaschen mit Wasser 
kann schaden. 

Will man größere Darmstücke in toto fixieren, so 
fülle man den Darm mittels einer geeigneten Spritze, die 
man in das eine Ende einbindet, mit Fixierungsflüssigkeit, 
z. B. Sublimat (Glasspritze), nachdem man das andere Ende 
zugebunden hat ; ist er mäßig gefüllt, so binde man vor der 
Spritze auch zu imd lege den Darm in eine reichliche Menge 
derselben Fixierungsflüssigkeit. Beim Auswässern werden 
die beiden unterbundenen Enden abgeschnitten. 

Übersichtsbilder über die Verteilung der Drüsenregionen 
des Magens (auch unter Erhaltung des Oberflächen- 
epithels) bekommt man am besten mit SubUmat (Glas- 
spritze). Will man Schnitte durch einen ganzen Magen 
(man wähle anfangs kleine Tiere) anfertigen, so empfiehlt 
es sich, in den fixierten Magen Fenster einzuschneiden, 
um das Eindringen der Durchtränkungsflüssigkeiten zu er- 
leichtern. 



§743—747. Darm und Drüsen. 227 

74S« Für spezielle Untersuchung der Mukosa empfiehlt 
es sich, dieselbe mit einem scharfen Messer abzupräparieren 
und dann mit Nadeln auf einer Korkplatte auszuspannen. 
Die Korkplatte läßt man auf der Fixierungsflüssigkeit mit 
der Präparatseite nach unten schwimmen. ^ 

744. Magen-Drüsenzellen. Besonders für Sublimat- 
schnitte ist die Doppelfärbung Hämatoxylin-Eosin geeignet. 
Eosin färbt bei niederen Vertebraten die gekörnten Drüsen- 
grundzellen, während die Halszellen hell bleiben; bei 
Säugern färbt es die Belegzellen. Überhaupt scheinen die 
sauren Aniline die Belegzellen zu färben, und es können 
dabei die roten mit Hämatoxylin imd die blauen mit 
Karmin kombiniert werden. 

745. Für die Beurteilung des Materials sind folgende 
Daten nötig: Im Hunger sind die Belegzellen klein, die 
Hauptzellen mittelgroß mit basalstäncügem Kern und 
wenigen Granulationen im Zelleib (hell). In der 5. Ver- 
dauungsstunde schwellen die Belegzellen etwas an und 
runden sich ab, die Hauptzellen werden ebenfalls größer. 
13 Stunden nach der Mahlzeit werden die Belegzellen und 
die Hauptzellen etwas kleiner, letztere erscheinen aber granu- 
liert, dunkel (R. Heidenhain). Nach geringen Pilokarpin- 
gaben erscheinen die Hauptzellen groß und hell, nach 
größeren dagegen klein imd granuliert; dabei bleiben die 
Belegzellen unverändert. Chloroform bewirkt Granula- 
tionen in den Belegzellen (Fi eher a). Während der Tätig- 
keit des Organs nehmen die Granula der Hauptzellen ab, 
um in der ruhenden Zelle anzuwachsen; ob die Anzahl 
der Granula hierbei im Spiele ist (L a n g 1 e y imd L e w a 1 1) 
oder nur das Volumen derselben sich ändert (Noll und 
Sokolof f), ist eine andere Frage. 

746. Man unterlasse nicht, die Magendrüsenzellen 
frisch in isotonischen Lösungen zu untersuchen ; die Magen- 
zellen werden mehr wie andere Zellarten durch Fixierungs- 
flüssigkeiten verändert. Besonders empfindlich sind me 
Belegzellengranula. 

747. Korbförmige Sekretkapillaren werden an den 
Belegzellen durch die G olgische Methode dargestellt. 
(E. M ü 1 1 e r , 92). Zimmermann (98) fixiert dieselben mit 
Kochsalz. In physiologische Kochsalzlösung 100 und Alkohol 
96 % ig 200 werden die Schnitte für 10 — 15 Minuten eingelegt 
(häufig umrühren); Chromsilber geht in Chlorsilber über, 
die Schnitte bleiben dann in 75 — 9ß^/oigem Alkohol einen 

15* 



228 Darm und Drüsen. § 748—752.; 

halben Tag im Licht stehen. Nachfärben mit Hämatoxylin 
und Eosin oder Säurefuchsin. 

748. Mineralsäuren (Salpeter-, Schwefel-, Salzsäure 0,5— 6 Vo) 
trüben und machen schrumpfen sowohl die Beleg-, als die 
Hauptzellen (Salpetersäure von weniger wie 0,5 Vo bringt 
die Belegzellen zum Aufquellen, ebenso Essigsäure von 
0,5 — 5*^/0) mit steigender Konzentration in immer höherem, 
Grade. Spült man die Säure aber mit Wasser ab, so hellen 
sich die Belegzellen unter Quellen auf, die Hauptzellen bleiben 
trüb und scheinen noch weiter zu schrumpfen (R. Heiden - 
hain, 70). 

749. Osmiumsäure und Kaliumbichromat haben beide die 
Eigenschaft, Belegzellen granuliert und die Hauptzellen mehr 
homogen erscheinen zu lassen. Vielleicht deutet das granu- 
lierte Aussehen der Belegzellen auf die Anwesenheit einer 
freien Säure hin. § 27. 

750. Hämatoxylin-Kongorot. Schnitte der in 
Alkohol oder Sublimat fixierten Fundusschleimhaut werden 
1 bis 1^/2 Minuten in Böhmersches Hämatoxylin gebracht, 
einige Sekunden in l^oo^g® wässerige Salzsäure, sodann 
mehrere Minuten in Wasser, oder wenn man eine stärkere 
Blaufärbung der Kerne und der Hauptzellen beabsichtigt, 
direkt in Wasser abgespült. Darauf kommen sie für 
2—5 Minuten in eine verdünnte (im Uhrschälchen sattrot, 
aber gut durchsichtige) wässerige Lösung von Kongorot, 
aus dieser so lange in Wasser oder verdünnten Alkohol, 
bis das zimächst überfärbte Präparat genügend ausgezogen 
erscheint. Absoluter Alkohol zieht den Farbstoff sehr 
langsam aus. Belegzellen erscheinen dann rot und die 
Hauptzellen bläulich. Auch die eosinophilen Zellen können 
mit Kongorot dargestellt werden (Stintzing, 99). 

751. Magen- und Darmepithelien können mittels der in 
§ 368 ff. angeführten Isolationsmethoden untersucht werden ; 
besonders eignet sich hierfür die l%oige Osmiumsäure. 

Das Ausfließen der freien Enden der Magenepithelien, 
welches bei Anwendung vieler Fixierungsflüssigkeiten er- 
folgt, kann man durch Fixieren mit Sublimat verhüten. 
Für Darmepithelien empfehlen sich Osmiumsäuregemische, 
speziell die Flemmingsche Lösung. 

752. Bilder über die Fettresorption erhält man an 
mit F 1 emm in g scher Lösung behandelten Darmstücken, 
doch beachte man § 482. 

Ewalds Isolationsmethode und die Zentrifuge (siehe 
§ 375 und 377) eignen sich sehr gut für Demonstration 



§ 763—755. Darm und Drüsen. 229 

des Fettes in isolierten Darmepithelien nach Fettfüttening 

758. Bei Untersuchung der Fettresorption ist zu be- 
achten, daß das Fett, wie durch die Ftitterungsversuche 
Biedermanns (98) mit alkannisiertem Fett nachgewiesen 
ist, vor seiner Aufnahme in die Zylinderepithelien in seine 
Bestandteil«, Fettsäuren, bzw. Seifen und Glyzerin, wasser- 
lösliche Verbindungen, zerlegt wird. — Man muß ferner 
bedenken, daß die Darmepithelzelle den größeren Teil des 
Fettes in derselben Form weitergibt, in welcher sie ihn 
gebildet hat. Es hätten dann die in den Darmepithel- 
zellen und in fast allen Geweben des Darmes nacn weis- 
baren Fettröpfchen, die zweifellos gleichfalls aus den resor- 
bierten Spaltungsprodukten des Fettes entstanden sind, doch 
eine ganz andere, dem eigenthchen Wesen der direkten 
Fettaufnahme mehr fernstehende Bedeutung. Die Sjnithese 
ta Neutralfett findet in den Zellen des Darmes in Tropho- 
plasten ähnlichen Gebilden statt. Altmann, Frank. 

754. Man kann dieselben Granula, welche die Fett- 
synthese besorgen, nach G. Schmidt vital färben. Füt- 
tert man einen Frosch mit 0,1 — l%iger Methylenblau- 
lösmig, tötet ihn nach 4 Stunden, schneidet den Darm 
auf und spült ihn mit Ringerscher Flüssigkeit (8 Koch- 
salz, 1 doppelsaures Natron, 1 Chlorcalzium , 0,075 Chlor- 
kalium auf 1000 Wasser), so beobachtet man eine inten- 
sive Granulafärbung. Um diese zu fixieren, muß man 
folgende Operationen durchmachen: 1. Einlegen auf 
24 Stunden in pikrinsaures Ammoniak und 2% ige Osmium- 
säure 4:2; 2. 6 Stunden in 10%iges Ammoniummolybdat; 
3. 2 stündiges Auswaschen in fließendem Wasser ; 4. Durch- 
führen sehr kleiner Stücke durch 70, 90, abs. Alkohol, 
welche mit pikrinsaurem Ammoniak vorher gesättigt 
wurden, je 5 Minuten; 5. Zedernholzöl, welches man öfters 
wechselt, 24 Stunden; 6. Zedemholzöl mit Paraffin gesättigt 
im Thermostaten, 24 Stunden; 7. Paraffin und Paraffin- 
einbettung. Es sind dieselben Granula, welche bei Fett- 
resorption tätig sind, welche Methylenblau aufspeichern, 
MaioDlasten, Gebilde , welche mit Chromophoren und 
Trophoplasten zum Teil verglichen werden können. 

755. Zotten können frisch imtersucht werden in in- 
difEerenten Lösungen (s. § 11 ff.j; namentlich eignen sich 
die Zotten von Mäusen und Ziegen hierfür. 

Bei allen Fixierungsmethoden hat man mit Kontrak- 
tion der axialen Muskeln der Zotten zu rechnen, welche 



230 Darm und Drüsen. § 756—761. 

zur Ablösung d^s Epithels und ähnlichen Artefakten, 
Grünhagen sehe Eäume, Heizmann sehe Spitzenlöcher, 
führen kann. Verhältnismäßig gute Resultate erzielt man 
mit Osmiumsäure. 

756. Nicht aufgeschnittene Därme weisen weniger oder 
keine Epithelablösungen auf, da die Muskulatur, bis die 
Fixierungsflüssigkeit die Zotten erreicht hat, abgestorben 
ist. Ist der Darm aufgeschnitten, so fixiere man ihn nicht 
sofort, sondern lasse ihn, vor Austrocknung geschützt, 
liegen. Nach einer halben Stunde kontrahieren sich die 
Muskeln in der Regel nicht mehr. Auch an Muskelgifte, 
mit welchen vor der Pixierimg das zu opfernde Tier ge- 
tötet wird, ist in schwierigen Fällen zu denken. 

757. Das Muzin in Schleimdrüsen und Becher- 
zellen des Darmes verschiedener Tiere wird durch die 
basischen Teerfarbstoffe (im Sinne Ehrlichs, s. § 272) 
mehr oder weniger intensiv gefärbt, z. B. durch Methylen- 
blau imd Thionin (vgl. Hoyer, 90). 

758. Nach Langley, Proc. Physiol. Soc. 2, 89, äußert 
sich die stark quellende Wirkimg von Alkohol auf frische 
Sohleimgranula bis zur Konzentration von TO^oI stärkerer 
Alkohol läßt die Granula zu unregelmäßigen Formen 
schrumpfen. Dieselbe Wirkung äußert 0,5 — 2% Osmium- 
säure. Auch Xylol, welches man beim Einschließen in 
Paraffin gebraucht, soll nicht indifferent sein. 

Farblösungen zur sicheren Schleimfärbung verdanken 
wir Paul Mayer (96); 

759. Muzikarmin. Karmin 1 g, Chloraluminium 0,5 g, 
dest. Wasser 2 ccm über kleiner Flamme etwa 2 Minuten 
lang erhitzen, bis das Gemisch ganz dunkel geworden. 
Dazu 100 ccm Alkohol von 50 %• Diese Stammlösung 
ausnahmsweise entweder direkt oder nach Verdünnung 
auf ^/ß— ^/lo mit Alkohol von 50 oder 70 o/o zu gebrauchen, 
in der Regel aber mit (destilliertem oder) gewöhnlichem 
Wasser auf ^/lo zu Muzikarmin (Gehalt an Karmin Viooo) 
zu verdünnen. Diese Farbe soll in den Schnitten oder 
dünnen Membranen nur den Schleim rot färben. Eventuell 
zur Nachfärbung nach Hämalaun. 

760. Sind auch die Kerne gefärbt, so enthält die Farbe 
freie Säure, und man neutraUsiert sie dann durch Zusatz 
von lo/oigem doppelkohlensaurem Natron tropfenweise. 

761. Muchämatein. Hämatein 0,2 g zu zerreiben mit 
einigen Tropfen Glyzerin, dazu Chloraluminium 0,1 g. 



§ 762—766. Darm und Drüsen. 231 

Glyzerin 40 ccm, dest. Wasser 60 ccm. — Spirituöse 
Lösung: Hämatein 0,2 g, Chloraluminium 0,1 g, Alkohol 
(von 70 7o) 100 ccm, Salpetersäure 1 — 2 Tropfen. Auch 
diese Lösung zur Färbung des Schleimes in Schnitten oder 
dünnen Membranen. 

762. Das Muzin löst sich in verdünnten Alkalien, z. B. in 
Ealkwasser, und kann aus diesen Lösungen mit Essigsäure 
gefällt werden. Der Niederschlag löst sich im Überschuß der 
Essigsäure nicht. Durch Alkohol wird Muzin gefällt, beim 
Kochen nicht. Muzinogen färht sich nicht mit Hämatoxylin, 
wohl aber das Muzin selbst. Man kann durch diese Methoden 
eine tätige und eine ruhende Drüse unterscheiden. R. Heide n- 
hain (80). 

Bei der Untersuchung des Schleimes haben wir im Auge 
zu behalten, daß diejenigen Müzine, welche man bisher rein 
darzuslellen vermochte (Muzin der Submaxillardrüse vom Rind» 
Muzin der Sehnenscheiden und des Nabelstranges, sowie die 
Müzine der Weinbergschnecke), zwar die wesentlichsten Eigen- 
schaften gemein haben, jedoch durch Löslichkeits- und Fällungs- 
verhältnisse voneinander abweichen. 

763. Die Panethschen Zellen kommen in allen Ab- 
schnitten des Dünndarmes, im Caecum mid im Appendix, 
nicht aber im Kolon, vor. Sie wurden bei Schwein, Hund 
und Katze nicht gefunden, wohl aber bei Menschen, 
Kaninchen, Maus, Bind, Schaf. Die Granula der Paneth- 
schen Zellen färben sich nicht mit Muzinf arben ; sie färben 
sich mit Eisenhämatoxylin, Rubin S usw. Der basale Teil 
dieser Zellen ist basophil und färbt sich z. B. mit Toluidin- 
blau. Klein 06. 

764. Für die Untersuchung der Tunica propria 
vgl. § 712 u. ff. 

765. Stfitzgewebe des Darmrohres. Zum Studium 
der Verteilung der elastischen Fasern dient die Orzein- 
färbung (siehe § 463) und das Weigert sehe Verfahren 
(siehe § 461), für die Anordnung der Bindegewebsfibrillen 
die Hansen sehe Färbung (siehe §454, auch § 458.) 

766. Bei Stückfärbung mit Boraxkarmin mit folgender 
Schnittfärbung in wässeriger 27ooiger Lösung von Indulin 
4 Stunden wenden nach Maas (99) im Darm (Myxine^ Kerne 
rot, Plasmazellen und Muskularis rosa, Bindegeweoe tief- 
blau. — Ferner erzielt Maas (99) durch Stückfärbung in 
etwa 2%iger Lösung von Kongorot 2—3 Stunden, Aus- 
spülen und schnelles Durchziehen durch schwächeren Alkohol 
zu Alkoh. abs. mit folgender Schnittfärbung in stark ver- 



232 Dann und Drüsen. § 767—771. 

dünntem (durchsichtigem) Böhmerschem Hämatoxylin 5 bis 
iO Minuten Differenzierung des Bindegewebes. 

767. Zum Studium des Darmstützgewebes empfiehlt 
Maas (99) bei Trypsinverdauung, dem Pankreasextrakt 
(vom Schwein) Kongorot zuzusetzen, so daß mit dem Ende 
des Versuches das unverdaute Bindegewebe bereits gefärbt 
vorliegt. Verdaut man statt bei gewöhnlicher Temperatur 
in der Wärme (bei 37 — 42 o), so sind im Gegenteil nach 
2 Stunden alle bindegewebigen Bestandteile gelöst, alle zel- 
ligen noch erhalten (nach 4 — 5 Stunden werden auch diese 
gelöst). Man hat also nach Maas (99) im Pankreassaft 
nicht nur ein Mittel, Bindegewebe von den zelligen Ele- 
menten getrennt zu erhalten, sondern auch diese isoliert 
vom Bindegewebe darzustellen (fixiertes Material). 

768. Material für Untersuchung der Noduli (siehe auch 
§ 711 ff.). Besonders geeignet sind Pe y ersehe NoduU, welche 
makroskopisch gesucht, ausgeschnitten imd z. B. mit 
Flemmingscher Lösung behandelt werden. Dünndarm, 
Oaecum vom Meerschwein, Kaninchen; Processus vermi- 
formis vom Menschen enthält eine kontinuierliche Reihe 
von Noduli. 

So behandelte Noduli können geschnitten und gefärbt werden, 
wobei man Beziehungen zwischen den basalen Enden des 
Epithels und dem darunter liegenden Gewebe sieht (nament- 
lich in Kanadabalsampräparaten). 

769. Die Darmschleimhaut junger Tiere ist reicher 
an zytogenem Gewebe wie die der alten; im Alter nimmt 
das zytogene Gewebe fortwährend ab. Die Menge des 
zytogenen Gewebes ist bei verschiedenen Tieren verschieden: 
am reichsten daran sind Schwein, Mensch und Affe, weniger 
reich die Einhufer, Wiederkäuer und Fleischfresser. Ellen- 
berger, 06. 

770. Frische Pankreasstückchen, in physiologischer 
Kochsalzlösung vorsichtig ausgebreitet, lassen die Kömchen 
der Innenzone erkennen (Kühne und Lea, 74). 

771. Um die Innen- und AuBenzone der Pankreas- 
driisenzellen durch Färbung darzustellen, gibt es zwei 
Wege, entweder färbt man die Innenzone odf r die Außen- 
zone. 

Zur Färbung der Außenzone hat R. Heidenhain (80) 
vorgeschlagen, in Alkohol fixierte Stücke mit ammoniaka- 
Uschem Karmin oder mit Hämatoxylin zu färben (Borax- 
karmin gibt ebenfalls gute Resultate). 



^ 772—774. Leben 233 

Zur Färbung der Körnchen der Innenzone empfehlen 
sich für Sublimatpräparate Methylgrün - Eosin -M&chung 
{s. § 305) oder Methylgrün-Fuchsin-S-Mischung (s. § 306) 
oder das Ehrlich-Biondische Triazidgemisch (s. § 309). 

Die Kömchen werden dann rot, während die Außen- 
zone hell bleibt. Material: besonders geeignet sind Am- 
phibien (Salamander), weniger geeignet Säugetiere, besser 
im Hungerzustand. 

Bei Behandlung mit Flemmingscher Lösung, Färbung 
mit Safranin und Auswaschen nüt Pikrinsäure, färben sich 
die Kömchen der Lmenzone rot. 

772. Mit der Golgischen Methode (s. §656) lassen 
sich auch Sekretions- und Ausführungswege verschiedener 
Drüsen, z. B. Magendrüsen, Pankreas und Speicheldrüsen, 
2ur Darstellung bringen. 

778. Auerbachscher und Meißnerscher Plexus. 

Beide lassen sich an aufgespannten Darmstücken mit 
der Goldmethode (s. § 608) darstellen. Aber auch in Al- 
kohol fixierte aufgespannte Darmstücke, die mit schwachen 
Hämatoxylinlösungen , z. B. der Ehrlichschen (s. § 257), 
gefärbt werden, zeigen mitunter in blauer Farbe die ge- 
nannten Plexus. (Auch ältere Methoden, Holzessig, ver- 
dünnte Essigsäure, führen zum Ziele). An Schnitten wende 
tnan die Bielschowskysche Methode für periphere Endor- 
gane an. § 691. 

12. Kapitel. Leber« 

774. Bei der Wahl des Materials für Übersichtsbilder 

wähle man zunächst die leicht zu erlangende Schweins- 
leber. Diese zeigt annähernd kugehge Läppchen, die durch 
sehr viel interlobuläres Bindegewebe voneinander geschieden 
sind. Die Leber des Menschen (Rind, Kaninchen, Meer- 
schweinchen etc.) zeigt keineswegs so gut abgegrenzte 
Läppchen; diese konfluieren sehr oft miteinander zu dop- 
pelten und dreifachen Läppchen, die dann gemeinsam vom 
mterlobulären Bindegewebe umgeben werden, welches unter 
Umständen sehr schwach entwickelt ist. 

Das Besehen der lieber von Embryonen und Föten 
bietet insofern ein Interesse, als man dabei erfährt, daß 
die Gliederung in Läppchen ^amicht oder weniger, als 
bei der definitiven, ausgeprägt ist und daß sie, im Gegen- 
satze zur definitiven Leber, reich an zjrtogenem Gewebe ist. 



234 J^ber. § 775—780. 

775. Die Wahl der Methoden richtet sich danach, ob 
man die Leberzellen, die Blutgefäße, die Gallen- 
kapillaren oder das Bindegewebe der Leber im Auge 
hat. Instruktive Übersichtsbilder liefern fast alle für 
allgemeine Zwecke gebräuchlichen Fixierungsmethoden. 
Hämatoxylinfärbungen liefern die instruktivsten Bilder. 
Mit Flemmingscher Chrom-Essig-Osmiumsäure erzielt man 
gut erhaltene Einzelheiten der Zellstruktur. 

776. Bei Ankleben der Leber mit Wasser oder Eiweiß 
lösen sich die Schnitte aus unbekannten Gründen oft stück- 
weise ab. Bei sehr wertvollen Objekten wäre auf § 187 Rück* 
sieht zu nehmen. 

777. Leberzellen und Leberzellenbalken isoUert man 
nach Heidenhain, 03, indem man von den frischen 
Schnittflächen einer nicht fetten Leber mit einem Skalpell 
schabt, das Geschabte mit 1/3 Alkohol 24 Stunden behandelt 
und auf der Zentrifuge isoüert § 377. Kaninchen haben, 
nach Levi, sehr große, 24 /u messende Leberzellen. 

778. Leberzellen einer Leber, welche man 24 Stunden 
nach dem Tode einem nicht eröffneten Tiere entnimmt, 
lassen sich viel leichter, als die eines eben getöteten, durch 
Zupfen isolieren. 

779. Die Blutgefäße der Leber werden gewöhnlich 
von der Pfortader aus injiziert (siehe § 701 ff.), nachdem 
man die Vena Cava inf. unterbunden hat. Doch ist die 
Injektion auch von der Arterie und von den Venen aus 
möglich. 

780. Auch die Gallenwege kann man vermittelst der 
Injektionsmethode zur Darstellung bringen, am besten 
mit in Wasser löslichem Berlinerblau, imd zwar mit einer 
konzentrierten Lösung. Man injiziert entweder vom ductus 
hepaticus oder vom ductus choledochus aus. Die Iniektions- 
masse gerät im letzteren Falle zunächst in die (Gallenblase 
und erst, nachdem diese prall gefüllt ist, verbreitet sie sich 
durch den ductus hepaticus in die Leber. Es wird auf 
diese Weise ein zu hoher Druck unmöglich, da die Gallen- 
blase die Regulierung des Druckes übernimmt. Die Re- 
sultate dieser Injektion sind gar zu oft nicht befriedigende. 
Man hat mit Extravasaten zu kämpfen, und im günstigsten 
Falle sind an ganz beschränkten Stellen der Leber kleine 
Distrikte des Läppchens, gewöhnlich die der Peripherie, 
injiziert. Bei kleinen Tieren injiziert Ran vier die Gallen- 
kapillaren von der Gallenblase. 



§ 781—785. Leber. 235 

781. Heilmeyer war einer der ersten, der die Gallen- 
kapillaren durch Färbung dargestellt hat. Er hat sie nach 
der Methode § 676, 2. Hälfte, dargestellt. 

782. Eine andere historisch ältere ist die sog. Methode 
der physiologischen Selbstiojektion, von Chrzonsz- 
czewsky (64 und 66) angegeben. Man injiziert in die vena 

i'ugularis ext. eine gesättigte wässerige Lösung des Indigo- 
:armins (Hund auf einmal je 50 ccm, Kitze 30 ccm, aus- 
gewachsenes Kaninchen 20 ccm) dreimal im Laufe von 
1^/2 Stimden. Nach Verlauf dieser Zeit tötet man das Tier 
imd fixiert kleinere Leberstücke mit absolutem Alkohol, 
Chlorkalium, oder indem man die Blutgefäße der Tiere mit 
einer gesättigten wässerigen Chlorkaliumlösung von der 
Pfortader aus ausspritzt. Man kann auch nachträglich die 
Gefäße mit Karminleim injizieren und mit Alkohol härten; 
man bekommt alsdann mit Indigokarmin natürlich injizierte 
Gallenkapillaren und mit Karminleim injizierte Blutgefäße 
nebeneinander. 

Schneidet man die so fixierte Leber, so findet man 
die GallenkapiDaren, falls die Zeit des Abtötens gut ge- 
troffen wurde, gefüllt mit Indigokarmin, welcher aus den 
Blut- und Lymphbahnen durch die Leberzellen in diese 
ausgeschieden worden ist. 

788. Beim Frosch läßt sich das Ganze noch einfacher 
machen: Man injiziert in den L)maphsack des Frosches 
etwa 2 ccm einer wässerigen Indigokarminlösung; nach ein 
paar Stunden wird das Tier getötet und die Leber, wie 
eben angegeben, fixiert und weiter behandelt. 

784* Darstellung der Gallenkapillaren mit dichrom- 
saurem Silber. (Böhm A., siehe Kupffer, 89.) Frische 
Leberstücke, die nicht mehr wie 1 ccm groß sein dürfen, 
werden auf 3 mal 24 Stunden in folgende von Ramon 
y Cajal für andere Zwecke angegebene Flüssigkeit über- 
tragen: 3% ige Lösimg von Kalium bichromicum 4 Volu- 
mina, l%igeÜberosmiumsäure-Lösung 1 Volumen. Hieraus 
auf 24 — 48 Stunden in eine ^/^o/^ige wässerige Silbemitrat- 
Lösimg. Die Stücke werden alsdann mit destilliertem 
Wasser abgespült, in Alkohol kurz nachgehärtet und ge- 
schnitten. Die Gallenkapillaren erscheinen deutlich 
markiert. 

785. Ein Stück Leber eines eben getöteten Tieres wird 
mit Kalium bichromicum in von 2 auf 57o rasch an- 
steigender Lösung fixiert. Nach drei Wochen bringe man 



236 Leber. § 786—789. 

das Stück in eine V4%ig6 Lösung von Argentum nitricum. 
Nach wenigen Tagen, nach acht Tagen sehr ausgebreitet, 
färben sich die Gallenkapillaren (Oppel, 90). 

786. Braus (96) imprägniert die GaUenkapillaren mit 
Argentum nitricum nach Anwendung von Miscnungen von 
Vs^iger Chromsäurelösung und Pormol oder einem Gemisch 
von Müllerscher Flüssigkeit imd Formol (75 Volumprozent 
Chromlösune und 25 Volumprozent 407oig®r wässeriger 
Formaldehydlösung, besonders für fettreiche Lebern). Oft 
kann ein Erfolg durch wiederholtes Überführen der Stück- 
chen von Chromlösung in Silber noch nach Wochen erzielt 
werden. Vgl. auch das von Kopsch (96) angegebene Ver- 
fahren in § 659 (Kaliumbichromat-Formol). 

787. Die Färbung der Gallenkapillaren ist nach der 
M. Heidenhainschen Eisenbämatoxylin-Methode (siehe § 266), 
sowie mit dem Ehrlich-Biondischen Triazidgemisch (siehe § 309) 
möglich. Vgl. darüber R. Krause (93), E. Müller (95). 

788. F. Behrens (98) empfiehlt zur Darstellung der Gallen- 
kapillaren: Formolscbnitte werden mit Merkelscher 
Beize (Chromalaun 2,5 Teile in 100 Teilen Wasser gekocht, dazu 
5 Teile Eisessig und 5 Teile Kupferazetat) 4 bis 5 Tage gebeizt, 
dann mit Kaliumpermanganat oxydiert und mit Natriumsulfit 
und Ameisensäure reduziert, mit Wasser abgespült und in 
Methylviolett gefärbt. — Der Inhalt der Gallenkapillaren wird 
durch Formalin für Wasser und Alkohol schwer löslich ge- 
macht. So bleiben die Gallenkapillaren mit ihrem Inhalt voll 
erhalten. 

789. Darstellung des Bindegeifebes der Leber nachKupf- 
ier (76) hat nun bloß ein historisches Interesse. 

Aus der frischen Leber mittels des Doppelmessers ange- 
fertigte Schnitte werden in 0,6^/oiger Kochsalzlösung abgespült 
oder aber, und das empfiehlt sich mehr, eine Viertelstunde 
lang mit verdünnter Chromsäurelösung (Ofib^/^) behandelt, 
hierauf in eine stark verdünnte Goldchloridlösung nach Ger- 
lachs Vorschrift 

1 Teil Goldchlorid, 
1 Teil Salzsäure und 
10000 Teile Wasser 

übertragen und verbleiben in der Lösung, unter Ausschluß 
des Lichtes, bis sie sich rot oder rot violett gefärbt haben. 
Ist diese Färbung in 48 oder mehr Stunden erreicht, so sind 
die Schnitte unmittelbar darauf zur Beobachtung zu verwenden. 
Starke Lösungen des Goldsatzes von V4 bis Vj^/o tmd dem- 
entsprechend kürzere Behandlung der Schnitte mit der Lösung 
sind für den vorliegenden Zweck nicht geeignet. Das voraus- 
gegangene Abspülen der Schnitte mit verdünnter Ohromsäure 



§ 790—794. Leber. 237 

ist keineswegs conditio sine qua non des Gelingens, trägt 
aber wesentlich dazu bei. Zur Untersuchung bringt man die 
Schnitte in mit Salzsäure angesäuertem Glyzerin auf den Ob- 
jektträger. 

790. Piese Methode, für welche man die Schnitte auch 
vermittelst des Gefriermikrotoms entnehmen kann (P. Bothe)^ 
führt unter Umständen auch zur Darstellung der Stern- 
z eilen Kupffers. 

791. Neuere Methode von Kupffer (99) für Sternzellen, 
Ein Teil Goldchlorid und ein Teil Formol (== 0,4 Formal- 
dehyd, Formol muß frisch bereitet sein) wurden in 10 000 Teilen 
destillierten Wassers gelöst. Mit dem Doppelmesser herge- 
stellte Leberschnitte wurden zunächst auf 10 Minuten in eine 
ganz schwache Chromsäurelösung 1 : 10000 gesetzt, darauf in 
jene Löung übertragen; in flachen Glasgefäßen, in welchen 
die Lösung etwa 3 cm hoch steht, wurden die Leberschnitte 
in einfacher Schicht ausgebreitet. Nach 36 Stunden oder später 
tritt in der Kegel die Färbung ein, wobei die Sternzellen schwär« 
erscheinen. Die Schnitte können durch Alkohol und Toluol 
in Kanadabalsam überführt werden, sie dunkeln aber in der 
Regel nach. Fetthaltige Lebern dürfen nicht verwendet werden, 
da die Fetttropfen sich ebenfalls schwärzen. Diese Methode 
ist viel sicherer als die in § 789 angegebene. 

792. Spritzt man einem Kaninchen Tusche, etwa Vs g, 
fein verrieben in physiologischer Kochsalzlösung 10 ccm 
in die Blutbahn (Vena jugularis) ein und tötet das Tier 
nach 24 — 36 Stunden, fixiert die Leber in beliebiger Weise 
und schneidet, so findet man die Sternzellen mit Tusche 
gefüllt. Ähnliches erzielt man, wenn man Tusche in den 
Lymphsack des Frosches oder die Bauchhöhle einer Maus 
einspritzt. Zinnober statt Tusche zu nehmen, ist weniger zu 
empfehlen (v. Kupffer, 99). 

793. Cohn injiziert einem Kaninchen in die Rand- 
vene des Ohres 1 g Argentum colloidale Credo, gelöst in 
5 ccm Wasser. Schon nach 3 Minuten findet man schwarze 
Körnchen des ausgefällten Silbers in vielen Sternzellen. 
Man töte das Tier durch Verbluten erst nach 1 Stunde, 
fixiere die Leber in Alkohol und schneide. Färbung 
zulässig. 

Ribbert injiziert, um Sternzellen darzustellen, mög- 
lichst konzentrierte Lithionkarminlösung, § 462, von der er 
einem ausgewachsenen Kaninchen 27 ccm auf 9 Tage verteilt. 

794. Heilmeyer hat gezeigt, daß unter Umständen 
das intralobuläre Bindegewebe mit der Falschen Methode 



238 Leber. § 795—798. 

färbbar ist. Seine Methode gelang öfter als die von 
Kupffer. 

795. Darstellung des intralobulären Bindegewebes 
nach Oppel, 90 und 91: In Alkohol fixierte große Stücke 
der Leber werden auf 24 Stunden in eine 5 o/o ige wässerige 
Lösung von Kalium chromicum flavum gebracht. Man 
spüle sie dann mit einer sehr dünnen Höllensteinlösung 
(einige Tropfen einer ^/^^/oigen Lösung auf 30 ccm destil- 
lierten Wassers) ab und lege sie in eine V4%ig® Lösung 
von Argentum nitricum. Nach 24 Stunden haben sich in 
der Leber intralobuläre Fasemetze (Gitterfasern) gefärbt, 
welche die Blutkapillaren umspinnen. Die Stücke kommen 
einige Stunden in destilliertes Wasser, dann in Alkohol. 
Paraffin-Durchtränkung ist zulässig, doch schneidet man 
besser mit freier Hand. Auch verhältnismäßig dicke 
Schnitte (30 — 40 f,i) sind brauchbar für das Studium der 
Gitterfasern. — Stets sind nur die Randpartien des 
Stückes gefärbt, und das ist eben der Fehler der Methode. 
Die Schnitte sind parallel zu einer Seite nahe der Ober- 
fläche des Stückes zu entnehmen. 

796. Am sichersten und reinsten lassen sich die Gitter- 
fasern (das intralobuläre Bindegewebe) nach der Methode 
von Bielschowsky-Maresch, § 458, darstellen. 

Siehe auch die Malische Methode, §716; vgL §475. 

797. Um das Glykogen der Leber zu studieren, ver- 
fährt Ran vi er folgendermaßen: Es wird ein Hund 2 Tage 
lang mit gekochten Kartoffeln gefüttert, die durch Zusatz 
von Fett schmackhafter gemacht werden, danach getötet, 
und kleine Leberstücke mit einem Gefriermikrotom in 
Schnitte zerlegt. Die Schnitte werden in Jodserum (siehe 
§ 15 gebracht und darin untersucht. Man findet zimächst 
das Glykogen in der Leberzelle in diffuser Form; es ballt 
sich aber später zu unregelmäßigen Massen, welche noch 
später auch an der Oberfäche der Leberzellen auftreten. 
Solche Schnitte, welche die Glykogenjodreaktion (wein- 
rote Farbe desselben) zeigen, kann man mit Osmium- 
dämpfen räuchern imd so für 24 bis 48 Stunden fixieren. 
Später verschwindet die weinrote Farbe gänzlich. 

798. Das mit Alkohol fixierte Glykogen bindet die 
Gerbsäure; diese Verbindung ist in Wasser löslich, kann 
aber durch Behandlung mit Kaliumbichromat unlöslich 
gemacht werden. Davon ausgehend hat A. Fischer, 05, 



§ 799—800. Atmungsorgane. Thyreoidea u. Thymus. 239 

folgende Methode angegeben. Fixierung in Alkohol. Die 
in Paraffin eingebetteten Objekte werden geschnitten, mit 
Eiweiß auf dem Objektträger befestigt, mit Toluol und 
Alkohol behandelt und aus diesem direkt in 10% ige 
Tanninlösung auf 10 — 15 Minuten übertragen; man spiSt 
mit einer l^igen Kaliumbichromatlösung ganz kurze Zeit 
ab und überträgt nun die Schnitte auf 10 — 15 Minuten in 
eine 10% ige Kaliumbichromatlösung. Nun ist Glykogen 
unlöslich geworden, und man kann es mit wässerigen 
Lösungen behandeln. Färbung mit basischen Farben, z. B. 
Safranin, gelöst in Anilin wasser. S. auch Diessen. 

799. Zur Darstellung der Nerfen in der Leber empfiehlt 
Berkley (93) folgende Methode: Vi — 1 mm breite Streifen 
des frischen Organs kommen in zur Hälfte mit heißem Wasser 
verdünnte gesättigte Lösung von Pikrinsäure in Wasser auf 
15 — 30 Minuten und dann in eine Lösung von Kalium bichro- 
micum und 2 Vo ig^r Osmiumsäure (100 : 16) im Dunkeln bei 
25® C auf 48 Stunden. (Diese Lösung muß man vor dem 
Gebrauche einige Tage in der Sonne stehen lassen). Die 
Objekte werden dann mit einer V4 — '/4°/olS®^ wässerigen 
Silbernitratlösung 5 — 6 Tage behandelt, gewaschen, geschnitten 
(rasche Zelloidindurchtränkung nicht ausgeschlossen). Berga- 
mottöl, Xylol-Kanadabalsam. 

13. Kapitel. Atmungsorgane, Thyreoidea und Thymus. 

800. Kehlkopf und Trachea kleinerer Tiere, die 
nicht alt sein dürfen, werden am besten in der Flemming- 
schen Flüssigkeit fixiert, aber auch andere Fixieriings- 
mittel, wie z. B. Sublimat, Zenker sehe Flüssigkeit und 
auch Alkohol, geben ganz befriedigende Bilder. 

Die Knorpel des Kehlkopfes, auch der Trachea älterer 
Tiere, sind häufig verkalkt, daher schwer im ganzen zu 
schneiden. Bei solchen präpariere man die Schleimhaut 
nach dem Fixieren sorgfältig ab, durchtränke und schneide 
diese allein. Oder aber man durchtränke zunächst den 
Kehlkopf ganz mit (weichem) Paraffin und schneide dann 
mit einem Messer die harten Knorpelpartien ab; letzteres 
Verfahren gibt bessere Resultate. Größere Kehlköpfe 
schneide man (wenn im ganzen zu schneiden) in Zelloidin. 

Die mit der Flemmingschen Flüssigkeit (siehe § 53) 
vorbereiteten Stücke werden in Schnitte zerlegt und mit 
Safranin tingiert. Außer der Kerntinktion des Safranins 
erhält man bräunlich tingierte Becherzellen und rotbraun 



240 Atmungsorgane. Thyreoidea u. Thymus. § 801— 806^ 

tingierte elastische Netze des Stratum proprium der Mukosa 
und der Submukosa. 

Nach Sublimat, Chromsäure und Alkohol kann man 
mit Erfolg die Stückfärbung mit Borax-Karmüi anwenden. 

801. Beobachtung des Epithels von der Fläche, s. § 390, 
ibt Aufschluß über die Verteilung des Flimmer- und 



802« Faßt man speziell das Studium der Drüsen ins 
Auge, so fixiere man sorgfältig, z. B. mit Flemmingscher 
Lösung, isoliere die Schleimhaut durch Abschneiden mit 
dem Rasiermesser, durchtränke, schneide und färbe für 
spezielle Zwecke. 

803. Selbstverständlich kann das Flimmer- und Pflaster- 
Epithel der Respirationswege im frischen Zustande sowohl, 
als auch mazeriert (Vorzügliches leistet Ranvierscher ^/, Alko- 
hol) beobachtet werden (siehe § 369 ff.). 

804. Die Wahl des Materials für die Untersuchung 
der Lunge muß mit besonderer Sorgfalt getroffen werden, 
da man sehr oft pathologische Verhältnisse antrifft. 

805* Um den Zusammenhang kleinster Bronchien mit 
den Alveolargängen und dieser mit den Trichtern zu 
sehen, fertige man Schnitte senkrecht auf die Oberfläche 
der Lunge an. 

806. Um das sonst so schwer zu sehende respirato- 
rische Epithel sichtbar zu machen, empfiehlt es sich, die 
Lunge mit Silbemitratlösung zu injizieren. Man verfahre 
dabei folgendermaßen (F. E. Schulze, 71 xmd Kol- 
li ker, 81): Man spritze eine 0,05%ige SilbemitraÜösung 
von der Trachea oder einem großen Bronchus aus in die 
Lunge ein, die man, ohne sie zu verletzen, dem Tiere eben 
entnommen hat. Ist so die Lunge mäßig gefüllt, so binde 
man die Trachea an der Spitze der Kanüle ab, um das 
Zurückfließen der injizierten Flüssigkeit zu verhindern, 
xmd lege dann die so eingespritzte Lunge in eine ^^Vo^g® 
Lösung desselben Salzes. Nach einer Stunde etwa wird 
die Lunge in Stücke zerschnitten und in Spiritus von 
etwa 80% aufbewahrt. Man kann auch die ganze Lunge 
in Spiritus einlegen und erst später zerschneiden. Die mit 
Paraffin durchtränkten Lungenstückchen werden geschnitten 
(das Au&leben der Schnitte mit Eiweiß ist zu vermeiden, 
wegen des späteren Nachdunkeins desselben). Solche dem 
Lichte ausgesetzte Schnitte zeigen nach einiger Zeit Silber* 



§ 807—811. Atmungsorgane. Thyreoidea u. Thymus. 241 

linien, sowohl der Alveolenepithelien, als der Alveolar- 
gänge. Die Kernfärbung ist zulässig (Hämatoxylin oder 
Safranin). 

807. Kopsch06 gibt folgendes an: Ein kleines Tier 
wird geköpft, dessen Lunge herausgenommen und mit einer 
^/4^/oig^ii Silbemitratlösung von der Trachea aus injiziert 
und in einer Lösung derselben Konzentration im Dunkeln 
gehalten und dann in eine dünne Formollösung, 3 — 4 com 
Formol auf 100 com Wasser, tibertragen. In diese diffun- 
diert die noch nicht verbrauchte Silberlösung und wird 
von Formol reduziert; Formol wird trüb und nach einer 
Stunde erneuert. In der erneuerten Lösung bleibt die 
Lunge 12—24 Stunden liegen. Man schneidet mit dem 
Gefriermikrotom, — die Lunge erlangt im Formol eine für 
das Gefrierschneiden günstige Konsistenz, läßt die Schnitte 
im Wasser im Lichte stehen, um eine endgültige Reduk- 
tion des Silberalbuminats zu erzielen. Die Schnitte werden 
entwässert usw. 

808. Elastische Fasern der Lungenalveolen unter- 
sucht man an frischen, mit Kalilauge behandelten Präpa- 
raten (siehe § 460); aber auch mit Vs Alkohol mazerierte 
Lungenalveolen, die nachträglich auf dem Objektträger 
mit Pikrokarmin gefärbt werden können, liefern gute 
Bilder. 

809. An Schnitten färbe man die elastischen Fasern 
(Kehlkopf, Trachea, Bronchen, Lunge) mit der Orzein- 
methode (siehe § 463) und dem Weigertschen Verfahren 
(siehe § 461). 

810. Orsös injiziert die Lunge mit alkoholischer 
Formalinlösung: 8% ige Formollösung 70 Teile und 30 Teile 
96 7oig^n Alkohols. Nach 2 — 3tägiger Fixierung wird die 
Lunge in 96% igen Alkohol, welcher oft gewechselt wird, 
gebracht, dann nicht allzudicke Scheiben der Lunge 
3 Stunden in Weig er tscher Elastinfärbung gefärbt. Nach- 
dem 1/2 — 1 Stunde mit salzsaurem Alkohol und nachher 
V2— 1 Stunde mit 1/2% ^g^^ Chromsäurelösung differenziert 
wurde, werden die Stücke nach Waschung und Entwässe- 
rung in Paraffin eingebettet und geschnitten. 

811. Die Blutgefäße der Lunge lassen sich verhältnis- 
mäßig leicht mit Karmin- oder Berlinerblau-Leim (s. § 703 ff.) 
injizieren, oder man kann bei Amphibien z. B. die mit Blut 
gefüllten Blutgefäße in vivo beobachten (siehe Blutkreislauf 
§ 443 ff.). 

Böhm, Taschenb. d. mUcroBk. Technik. 6. Aufl. 16 



242 Niere und Hamwege. Nebenniere. §812—815. 

818. Man fixiere kleine Stückchen der Schilddrfise in 
der Flemmingschen Lösung (siehe §53) 1 — 3 Stunden (sie), 
wasche 24 Stunden in oft zu wechselndem destilliertem 
Wasser aus und behandle mit allmählich verstärktem Alko- 
hol (70%, 90%, 96%). Man färbe entweder im Stück 
mit R. Hei den hainscher Hämatoxylinlösung (s. §263) 
oder, und dies mit besserem Erfolg, mit Ehrlich-ßiondischer 
Lösung (siehe § 309) nach Fixierung in Sublimat. (Lan- 
gendorff, 89). 

813. Die Kolloidsabstanz sieht homogen aus, trübt sich 
mit Alkohol und Chromsäure nicht, wird durch Essigsäure nicht 
geronnen, im Gegensatz zu Schleim, und färbt sich mit vielen 
Farbstoffen, z. B. mit sauren Anilinfarben. 

Kolloid quillt in Essigsäure auf (Waschen in physio- 
logischer Kochsalzlösung bringt die Masse auf das frühere 
Volumen zurück), weniger in y^^loiger Salzsäure. 

33°/oige Kalilauge oder starke Natronlauge läßt Kolloid 
weniger aufquellen ; setzt man aber Wasser zu, so zerfällt 
Kolloid eher, als sich Bindegewebe löst 10 % ige Kalilauge 
löst nach längerer Zeit Kolloid. Salpetersäure macht Kolloid 
etwas schrumpfen. Sublimatfixierungen bringen Kolloid zum 
Schrumpfen, was Osmiumsäuregemisch nicht tut. 

814. Die Technik der Thymus ausgewachsener Tiere 
schließt sich eng an die der Lymphdrüsen an. Als Material 
sind besonders fötale Thymusdrüsen zu beachten. Die 
Hassa Ischen Körperchen sind beim Meerschweinchen in 
jedem Alter besonders deutUch zu sehen (Renaut, 99). 

14. Kapitel. Niere uiad Harnwege. Nebenniere. 

815. Über die Leichenveränderungen in der Nieren- 
substanz der Ratte haben Policard und Garnier wert- 
volle Beobachtungen veröffentUcht. Die Malpighi sehen 
Körperchen verändern sich erst nach 2 — 4 Stunden nach 
dem Tode, indem die Epithelien des Glomerulus und der 
Ampulle trüb werden. Schon nach 20 — 30 Minuten .werden 
die Heidenhain sehen Basalstäbchen grobgranuliert, das 
Protoplasma der Zellen der gewundenen Kanälchen wird 
basophil und ihr Kern acidophil. Der Bürstenbesatz, ent- 
gegen der Behauptung vieler Autoren, ist nur wenig emp- 
findlich, er schwindet sehr spät, und 4 Stunden nach dem 
Tode ist er deutlicher als zuvor zu sehen. Von der 
15. Minute an erscheinen im Lumen der Kanälchen hyaline 
Kugeln, zuerst in den gewundenen Kanälchen, später 



§ 816—819. Niere und Harnwege. Nebenniere. 243 

distal. He nie sehe Schleifen verändern sich weniger rasch 
usw. Die gewundenen Kanäle wären demnach am empfind- 
lichsten, und man kann sie nur mit Osmiumsäuredämpfen 
tadellos fixieren. 

816. Beliebig fixierte Nieren, mit Alkohol z. B., werden 
in einer passenden Richtung mikrotomiert oder mit der 
Hand geschnitten und geben instruktive Bilder über die 
Verbreitung der Mark- und Rindensubstanz. 

817. Will man die Blutgefäße der Niere spezieller 
ansehen, so untersucht man injizierte und fixierte Nieren. 
Die Injektion an kleineren Tieren wird von der Aorta 
descendens aus vollzogen, bei größeren Tieren von der 
Arteria renalis aus. Die mit Karmin- oder Berlinerblau- 
Leim (siehe § 703 ff.) injizierten Nieren werden mit Spiritus 
fixiert und geschnitten; nicht gefärbte Schnitte, die in 
Kanadabalsam aufgehellt sind, zeigen nur die Gefäßbahnen. 
Färbt man aber solche Schnitte, so sieht man neben den 
Gefäßbahnen die nicht besonders gut konservierten Harn- 
kanälchen. 

818. Um die Uarnkanälchen zu isolieren, gebraucht 
man die reine Salzsäure von 1,12 spezifischem Gewicht 
und läßt diese 15—20 Stunden (unter Umständen genügen 
auch 4 — 6 Stunden) auf kleine Stücke (etwa 0,5 cm Seite) 
einer nicht zu frischen Niere (etwa 24 Stunden nach dem 
Tode) einwirken. Nach der angegebenen Frist werden 
die Stücke mit destilliertem Wasser gewaschen, auf dem 
Objektträger gezupft und in verdünntem Glyzerin unter- 
sucht (Schweigger- Seidel, 65). Das Glyzerin muß 
zu den isolierten Stücken sehr vorsichtig zugesetzt werden, 
damit dieselben durch Strömungen nicht verwickelt, resp. 
gebrochen werden. 

819. Mit gutem Erfolge haben wir für die Isolation der 
Harnkanälchen kleine frische Stücke der Niere in eine starke, 
bis auf 40 °/o verdünnte rauchende Salpetersäure auf 2 (bis 4) 
Stunden eingelegt. Die Stücke werden mit destilliertem Wasser 
gewaschen, und man kann unter Umständen durch bloßes 
Schütteln in einem Uhrschälchen sehr lange Abschnitte 
isolieren. 

Ein sehr gutes Objekt für diese Methode scheint die Niere 
der Schildkröte (aber auch die der Maus) zu sein, denn wir 
haben vor Jahren in zahlreichen Fällen im Zusammenhange 
Ampulle, gewundenes Stück, H e n 1 e sehe Schleife, Schaltstück, 
Sammelröhre bis zum Konfluieren mit der nächsten Sammel- 
röhre gesehen. Sind die Präparate gut ausgewaschen, so 

16» 



244 Niere und Hamwege. Nebenniere. § 820—825. 

empfiehlt sich das Nachfärben mit saurem Fuchsin, von 
welchem man einige Tropfen dem Wasser zusetzt, in welchem 
die mazerierten Stücke gewaschen werden. Untersucht und 
eingeschlossen werden die gezupften Präparate in mit Wasser 
verdünntem Glyzerin, welches vorsichtig an Stelle des Wassers 
substituiert wird. 

820. Eine Methode, die rasch zum Ziele führt, die 
Zellen aber unkenntlich macht (zerstört), ist die Anwendung 
der konzentrierten Kalilauge. Kleinere Stücke einer frischen 
Niere werden auf 1 — 1^/2 Stunden in konzentrierte Kali- 
lauge gelegt. Die so behandelten Stücke werden in dieser 
Flüssigkeit zerzupft und untersucht; man hüte sich, Wasser 
hinzuzusetzen. 

821. In analoger Weise, wie in der Leber die Gallen- 
kapillaren, kann man in der Niere mit Indigokarmin die Harn- 
kanälchen zur Anschauung bringen (Chrzonszczewsky, 
siehe § 782). 

822. Will man Näheres über die Epithelien der Harn- 
kanälchen erfahren, so fixiere man ganz kleine Stücke der 
Niere in Sublimat oder Fl emmingscher Flüssigkeit. Die 
Schnitte führe man so, daß man entweder die Kanäichen 
längs im Schnitte oder aber bestimmte Abschnitte senk- 
recht auf die Längsachse derselben trifft. 

Sehr günstig für die Untersuchung des Epithels der 
Bowm ansehen Kapsel und dessen Übergang in das ge- 
wundene Kanälchen ist nach Ben da (87 a) die Mäuse- 
niere. 

823. Um Epithelien isoliert zu bekommen, empfiehlt 
sich die Mazerierung kleiner Stücke in Ranvierschem 
Alkohol (siehe § 369) oder nach R. Heidenhain (80) in 
ö%iger Lösung von neutralem chromsaurem Ammoniak, in 
welchem besonders klar die Stäbchenstrukturen der Zellen 
bestimmter Abschnitte der Harnkanälchen zum Vorschein 
kommen sollen. 

824. Imprägnationen mit Silbernitrat (mit der Methode 
von Golgi oder von Cox, siehe § 656 und 653) liefern 
wichtige Aufschlüsse über die gegenseitigen Beziehungen der 
Zellen der Harnkanälchen, Böhm und v. Davidoff, 95. 

825. Zur Darstellung der Strichelung der Epithelien 
empfiehlt Sauer die Carnoysche oder die Per^nyische 
Flüssigkeit, 3 — 5 Stunden. Übertragen in absoluten Alkohol, 
sehr vorsichtiges Übertragen in Paraffin mit Einschaltung 
von ZwischenSüssigkeiten (siehe § 112). — Färben: 1 bis 



§ 826—831. Geschlechtsorgane. 245 

2 Stunden inl,5%igerEisenalaunlösung, Spülung mit Wasser, 
Hämatoxylin (0,5 % ig^s Hämatoxylin 100 + 5 ccm einer 
l%igen Kalium hypermanganicum • Lösimg) 3 Stunden, 
Eisenalaunlösung, Wasser, Alkohol 90^0 ig» Rubin S. (2 bis 

3 Tropfen auf 15 ccm 90% igen Alkohols) wenige Minuten 
(Membranae propriae und Bürstenbesätze werden in- 
tensiv rot). 

826. NachBielschowsky-Maresch § 458 läßt sich 
in ausgezeichneter Weise das Bindegewebe der Niere 
darstellen. 

827. Am Ureter und der Harnblase wird man nament- 
lich auf das Studium des Epithels einige Zeit verwenden, 
indem man die erwähnten Organe im kollabierten und 
dann im gedehnten Zustande untersucht. Letzterer wird 
dadurch hervorgerufen, daß man den Ureter, resp. die 
Harnblase, prall mit derselben Flüssigkeit injiziert, in 
welcher man sie (nach Unterbindung) zu fixieren beab- 
sichtigt. In letzterem Falle erscheint das Epithel außer- 
ordentlich niedrig, in einer bestimmten Weise gedehnt, 
aber kontinuierlich. (Eine ähnliche Dehnimg der Epithe- 
lien kann man in allen epithelialen Röhren beobachten). 
London (81) und Kann (89). 

828. Nebenniere. Chromsäure, chromsaure Salze und 
deren Mischungen, angewendet in der gewöhnlichen Weise, 
färben die Marksubstanz der Nebenniere eigentümlich braun. 
Dieses Verhalten findet auch bei den Tieren statt, bei 
welchen Mark und Rinde getrennt liegen (Eberth, 71/72, 
vgl. H. Rabl, 91). Es ist schwer, die Nebenniere tadellos zu 
fixieren ; man nehme frisches Material und sehr kleine Stücke. 

829. Die mit Formol, Sublimat oder Carnoyscher 
Lösung fixierten Nebennieren zeigen an mit Hämatoxylin 
(z. B. B ö h m erschem) gefärbten Präparaten das Protoplasma 
der Zellen der Marksubstanz blau gefärbt. (Srdinko). 

830. Das in don Zellen der Rinde der Nebenniere vor- 
handene Fett ist nicht mit dem gewöhnlichen Körperfett iden- 
tisch, es löst sich nach Osmierung in Chloroform und Berga- 
mottöl (H. Rabl, 91). 

15. Kapitel. Gesdileditsorgane. 

831. Für das Studium der Keimdrüsen, sofern es vom 
zellulären Standpunkte geschieht, gelten die Methoden, 
welche im 1. Kapitel auseinandergesetzt worden sind. 



246 Geschlechtsorgane. § 832—836. 

882. Für das Studium der Oyarien wähle man, je 
nachdem man reifere oder sich entwickelnde Follikel und 
Eier untersuchen will, das Material. Dabei diene als leitend 
die Berücksichtigung der Brunstzeit, des Eierlegens usw. 

838. Will man die Entwicklung der Follikel und 
Eier studieren, so wähle man embryonales Material oder 
junge Tiere. 

884. Die unreifen, sehr kleinen Eier der niederen 
Wirbeltiere, Fische, Amphibien, auch Reptilien und Vögel 
kann man dazu benutzen, um sich daraus frische Präparate 
anzufertigen. Man braucht nur die unreifen, ganz hellen 
(gewöhnlich dorsal liegenden) Partien des Eierstockes auf- 
zusuchen, mit einer Schere herauszuschneiden, auf einem 
Objektträger in einer indifferenten Flüssigkeit auszubreiten 
und mit schwacher Vergrößerung zu untersuchen. 

Will man bei stärkerer Vergrößerung untersuchen, so 
muß man die kleineren Eier isolieren und vorsichtig mit 
einem mit Schutzleisten oder Wachsfüßchen versehenen 
Deckglase bedecken. 

885. An größeren Eiern, welche man in SubUmat oder 
Sublimat-Eisessig fixiert hat, mit Boraxkarmin überfärbt 
und ein paar Tage vorsichtig mit einer ^^Voig^n Salzsäure 
in 70 böigem Alkohol ausgezogen hat, bis Chromatin allein 
exakt gefärbt erscheint, kann man durch Zupfen die relativ 
großen KeimbläscheD unter der Lupe isolieren imd in 
Kanadabalsam einschließen. Rückert 92. 

836. Aber es gelingt auch, die viel kleineren Eier der 
Säugetiere zu isolieren. Man führe zu diesem Zwecke 
mit einem scharfen Rasiermesser einen Schnitt durch ein 
frisches Ovarium. Die Oberfläche wird mit wenig in- 
differenter Flüssigkeit benetzt und mit einem Skalpell oder 
mit der Rasiermesserklinge selbst geschabt. Es werden 
infolge des sanften Druckes zahlreiche unreife Follikel die 
Eier in die indifferente Flüssigkeit entleeren, und wenn 
man diese auf einen Objektträger überführt und mit einer 
schwachen Vergrößerung untersucht, so findet man das 
Gewünschte in zahlreichen Exemplaren. 

Einzelne davon werden ins Auge gefaßt, die übrigen 
samt der Flüssigkeit auf einen anderen Objektträger über- 
tragen, um später untersucht zu werden. Es wird ein 
Deckgläschen mit Vorsicht (eventuell mit Stützleistchen) 
darauf gelegt, und es ist nun möglich, mit einer stärkeren 
Vergrößerung zu untersuchen. 



§887—841. Geschlechtsorgane. 24? 

837. Die Fixierung der so isolierten Eier auf dem Objekt- 
ti'äger, z. B. mit üsmiumsäure durch Räuchern oder durch 
Zugießen derselben unter das Deckgläschen, ist möglich, man 
muß aber bei der Überführung der so fixierten Eier in Glyzerin 
oder Alkohol außerordentlich vorsichtig sein, indem man 
mit der schwächsten Konzentration derselben anfängt und 
ganz allmählich steigert, um schließlich zu der gewünschten 
zu gelangen. 

838. Die reifen Eier, welche bei unseren einheimischen 
Fischen, Amphibien und Reptilien verhältnismäßig 
voluminös und im großen und ganzen undurchsichtig sind, 
kann man nicht ohne weiteres bei durchfallendem Lichte 
untersuchen; wohl sieht man manches bei auffallendem, 
wobei entweder Lupe oder die schwächsten Objektive des 
zusammengesetzten Mikroskops in Betracht kommen, aber 
nur das Zerlegen der Keimscheiben in Schnitte gestattet 
eine nähere Einsicht. 

839. Weit günstiger in dieser Beziehung sind die reifen 
Eier der Säuger. Ovarien der ausgewachsenen Tiere un- 
mittelbar vor oder während der Brunstzeit liefern solches 
Material. 

Die größten reifen Follikel, die sich sehr gespannt 
anfühlen, werden mit einer scharfen Nadel so angestochen, 
daß der in einem Strahl austretende, das Ei mit der 
Zona radiata enthaltende Liquor folhculi nicht in die 
Höhe spritzt (0. Schnitze, 97), sondern in ein ühr- 
schälchen fließt. Der Inhalt wird mit Vorsicht unter 
einer Lupe untersucht und das Ei mit der Zona radiata 
meist gefunden; es wird vorsichtig mit einer Pipette auf 
einen Objektträger übertragen, ein Deckglas mit Stütz- 
leistchen (diese sind hier unbedingt nötig) aufgelegt und 
untersucht. 

Wendet man keine Stützleistchen an, so drückt das Deck- 
gläschen auf das immerhin ziemlich voluminöse Gebilde, und 
es zeigt alsbald die Zona pellucida einen in der Sehebene 
liegenden strichförmigen Riß (künstliche Mikropylel), was 
durch die Druckrichtung bedingt ist. Dieser vergrößert sich 
allmählich unter steigendem Drucke. 

840. Auch solche Eier können wie die unreifen (siehe 
§ 837) fixiert werden; aber hier erfordert es noch mehr 
Geduld und Übung, um einigermaßen brauchbare Präparate 
zu erzielen. 

841. Um Übersichtsbilder durch Eierstöcke zu er- 
langen, führen die im allgemeinen Teile angegebenen Me- 



248 Geschlechtsorgane. § 842— 84ß. 

thoden mehr oder weniger zum Ziele; vor allem bei sehr 
kleinen Ovarien die Flemmingsche Lösimg, welche neben 
anderen Vorzügen den hat, daß sie die komplizierten Struk- 
turen des Eiprotoplasmas, sowie auch die Zona pellucida, 
vorzüglich erhält. Safranin als Farbe ist hier wohl ge- 
eignet. 

Sublimat und Zenkersche Flüssigkeit geben z. B. eben- 
falls instruktive Bilder; man färbt am besten mit Karmin 
oder Hämatoxylin. Bei diesem letzteren liefert die Kom- 
bination mit Eosin lehrreiche Bilder. 

842. Man wählt am zweckmäßigsten zur Orientierung Eier- 
stöcke kleiner Tiere, wie Mäuse, Ratten, Fledermäuse etc., da 
dieselben sich viel besser fixieren lassen und leichter zu 
haben sind. Große Ovarien, Kuh, Mensch, lassen sich nicht 
gleichmäßig in oben angeführter Flüssigkeit durchfixieren. 
Man fixiere deshalb in diesem Falle entweder kleinere Stücke 
wie oben, oder greife zu chromsauren Salzen (siehe § 35 ff). 

843« Das Keiiiiepithel, das auf dem Schnitt gut sicht- 
bar ist, kann auch von der Fläche durch Versilberung dar- 
gestellt werden (siehe § 378). Das Ovarium wird mit Al- 
kohol nachbehandelt, und ein dünner tangentialer Schnitt 
zeigt die Silberlinien des Keimepithels. 

Ganz kleine Ovarien junger Mäuse, Fledermäuse etc. 
lassen sich nach der Versilbermig im ganzen einschließen 
und die Silberlinien des Keimepithels bei passender Ein- 
stellung beobachten. 

84:4:« Tuben werden wie Darm behandelt. Da aber 
die Tube sehr stark und vielfach gewunden ist, so ist es, 
falls es auf genaue Querschnitte ankommt, notwendig, die 
Tube vor dem Fixieren zu strecken, indem man zuvor die 
peritoneale Duplikatur möglichst nahe der Anheftungsstelle 
der Tube mit einer krnmmen Schere entfernt, welche 
Operation bei kleinen Tuben, z. B. von Fledermäusen, einer 
großen Übung bedarf. Auch Einspritzen der Fixierungs- 
flüssigkeit in die Tube nach Abschneiden der Mesosalpinx 
vor dem Übertragen in die Fixierungsflüssigkeit ist anzu- 
raten. Man sieht dabei, daß sehr viele Falten sich aus- 
gleichen. 

845. Der Uteras wird ebenfalls nach der Methode, 
die im Abschnitt Darm angegeben worden ist, behandelt. 
Schlauchförmige Uteri bestimmter Tiere, namentlich junger, 
ganz kleiner Tiere, Mäuse etc., dann Katzen, Hunde, Schafe, 
lassen sich mit der Fixierungsflüssigkeit, bevor sie in die- 



§ 846— 86ä. Geßchlechtsorgane. 249 

selbe eingelegt werden, ebenfalls ausspritzen, wobei die 
Tube, wenn dies erwünscht ist, mitbehandelt werden kann. 
Die Weiterbehandlung ist die gewöhnliche. 

846. Die gelegentlich vorkommenden Plattenepithel- 
inseln studiere man wie Zilliacus nach §390. 

847. FürNepyen des Uterus, vgl. Lebhardt, welcher 
mit Methylenblau gearbeitet hat. 

848. Die Scheide behandle man wie Oesophagus 
oder Haut. 

849. Das Bindegewebe der weiblichen Geschlechts- 
organe ist von K. Hörmann mit der Methode von Biel- 
schowky-Maresch § 458 eingehend untersucht worden. 

850. Die Spermatozoen , Spermien, und deren Be- 
wegungen kann man frisch untersuchen. Eine aus den 
Samenwegen oder einem frisch gemachten Schnitt durch 
einen Nebenhoden entnommene geringe Menge Samen- 
flüssigkeit wird mit einem Tropfen physiologischer Koch- 
salzlösung versetzt und direkt eventuell auf dem heizbaren 
Objekttisch beobachtet. 

Spermatozoen von Salamandra atra und maculosa 
lassen mit Leichtigkeit schon bei mittlerer Vergrößerung 
alle bis jetzt beschriebenen Bestandteile (Spieß, Kopf, Mittel- 
stück, Schwanz, undulierende Membran, Randfaden etc.) 
erkennen. Man vergesse nicht, Wasser zuzusetzen; dieses 
sistiert bald die Bewegungen. Schwache Säuren und Al- 
kalien wirken ähnlich wie bei der Flimmerbewegimg. Für 
Anfertigung von Dauerpräparaten verfährt Ewald (97) wie 
für Blut und isolierte Epithelien (siehe § 375.) 

851. In den Spermatozoen färbt sich der Kopf mit 
Kernfärbemitteln und das Verbindungsstück mit dem Re- 
agens auf Centrosomen, der Metallsalz-Hämatoxylinfärbung 
schwarz. Bei dieser Färbung kommt es nicht auf die An- 
wendung des Ferriammonsulfates an, sie gelingt auch mit 
anderen Eisensalzen, sowohl mit Ferri-, als mit Ferro- 
verbindungen, sowohl mit Sulfaten, als mit Chloriden, ja 
auch mit anderen Metallsalzen, z. B. Kupfersalzen (R. Fi ck, 
93 a.) vgl. §837. 

852. An mazerierten Spermatozoen, z. B. mit sehr 
verdünnter Chromsäure, aber auch in einer längere Zeit in 
der feuchten Kammer sich selbst überlassenen Samen- 
flüssigkeit, sieht man nicht selten die fibrilläre Struktur 



250 aeschlechtsorgane. § 853—856. 

des Rand- und Achsenfadens, namentlich bei Zusatz 
von einer sehr verdünnten Gentianaviolettlösung in Wasser. 
(Ballowitz, E. 88.) Auch können die Spermatozoen 
als Trockenpräparate (wie Blut) aufgehoben und nachträg- 
lich (z. B. mit Safranin) gefärbt werden. Die Osmiumsäure, 
deren Gemische und Osmiumsäuredämpfe konservieren die 
Spermatozoen gut. Manche Strukturen kommen hier besser 
als bei Trockenpräparaten zum Vorschein. 

683. Die Spermien schwimmen immer gegen den Strom. 
Bringt man Sperma unter das Deckglas und erzeugt eine 
Strömung mit einem Stück Fließpapier, welches man in 
die unmittelbare Nähe des Deckglases bringt, so kann man 
das Phänomen beobachten — Rheotaxis. Roth. 

854. Hoden. Für die Untersuchung der Sperma- 
togenese ist die Wahl des Materials von Belang (Jahreszeit, 
Alter, Größe der Elemente etc., bei verschiedenen Tieren). 
— Man muß im Auge behalten, daß, wenn die Hoden vor 
der Fixiermig zerstückelt werden, die Samenkanalchen 
durch Hervorquellen disloziert werden. Hermann, 93). 

855. Orientierungspräparate beschafft man sich da- 
durch, daß man kleinere Hoden in gewöhnUcher Weise 
etwa mit SubUmat oder Pikrinsäure fixiert. Für die feineren 
histogene tischen Vorgänge ist die Flemmingsche Lösung 
in angegebener Weise (siehe § 53) anzuwenden; nachträg- 
liche Färbung auf dem Objektträger mit Safranin. 

856. Mit sehr gutem Erfolge wendet man die von 
Hermann (93) empfohlene Flüssigkeit an: 

für Säugetiere l%iges Platinchlorid 75 ccm 
2^ folge Osmiumsäure 20 » 
Eisessig 5 » 

für Salamander l^/oiges Platin chlorid 75 » 
2 % ige Osmiumsäure 10 » 
Eisessig 5 » 

Man lasse die Flüssigkeit auf nicht zu große Stücke 
24 Stunden lang, besser länger (wie bei Flemmingscher 
Lösung) einwirken , wasche mit Wasser aus und entwässere 
mit Alkohol von allmählich steigender Konzentration 50, 
70, 900/o. 

So fixierte, auf dem Objektträger aufgeklebte Paraffin- 
schnitte können entweder mit Safranin-Anilinwasser 
allein nach der Formel: 



§ 857. Geschlechtsorgane. 251 

1 g Safranin 
10 ccm abs. Alkohol 
90 ccm Anilinwasser 

24 — 48 Stunden lang gefärbt und dann mit Wasser ab- 
gespült, mit saurem Alkohol und Alkohol absol. (siehe § 276) 
behandelt oder nach einer solchen Färbung mit der 
Gramschen Lösung nachgefärbt werden, d. h. auf 3—5 Mi- 
nuten in Gentianaviolettlösung (gesättigte alkoholische 
Lösung 5 auf 100 Anilinwasser [Anilinöl 4 wird mit 100 ccm 
dest. Wassers geschüttelt und filtriert]) gefärbt, in Alkohol 
flüchtig abgespült und mit Jod-JodkaUumlösung (Jod 1, 
Jodkalium 2, Wasser 300) 1—3 Stunden behandelt werden, 
bis die Schnitte vollkommen schwarz werden ; nun werden 
sie in Alkohol übertragen, bis sie violett mit einem Stich 
ins Bräunliche werden. Die Chromatinnetze der ruhenden 
Kerne, sowie auch im Spirem- und Dyspiremstadium er- 
scheinen blau violett, die echten Nukleolen rot tingiert. 
Im Aster- und Dyasterstadium dagegen färbt sich das Chro- 
matin rot usw^ (siehe Hermann, 93). 

Die Protoplasmastrukturen sind ebenfalls sehr deutlich 
sichtbar und gelbbraun tingiert. Die Köpfe, die Mittel- 
stücke, Schwänze, Spiralfäden etc. erscheinen deutlich und 
in verschiedenen Farben rotblau, violettblau etc. 

Hermann (91) legt kleine Objekte (z. B. Proteus- 
hoden) in: Hämatbxylin 1 g, absoluten Alkohol 70, Wasser 30 
auf 12 — 18 Stunden im Dunkeln. Auswaschen in 70Voigem 
Alkohol im Dunkeln. Paraffinschnitte, Ausziehen mit hell- 
rosa KaHumpermanganat, bis sie ockerfarbig werden, weitere 
Entfärbung mit 5 — 10 fach verdünntem Pal schem Gemisch 
(siehe § 676); Safranin 3 — 5 Minuten. Besonders geeignet 
zur Hervorhebung der achromatischen Elemente, Zentral- 
körper etc. 

857. Für das Studium der Spermatogenese empfiehlt 
Benda (87b) folgendes Verfahren: In Flemmingscher 
Lösung konservierte Hodenstücke werden geschnitten, auf- 
geklebt und 24 Stunden im Thermostat auf 38—400 C in 
einer sehr starken Lösung von Kupferoxyd gelassen. Sie 
werden sorgfältig mit Wasser ausgewaschen und kommen 
in eine l%ige wässerige Hämatoxylinlösung, bis sie intensiv 
schwarz werden, was etwa 5 Minuten in Anspruch nimmt. 
Sie kommen dann in eine ^/sVoig® wässerige Salzsäure- 
lösung, bis die Schnitte gelb werden, und aus dieser in 



252 Embryologische Technik. §858—861. 

die Kupferlösung zurück, worin sie so lange bleiben, bis 
sie violettblau werden. Dann werden sie mit destilliertem 
Wasser abgespült, mit Alkohol behandelt und in Kanada- 
balsam übergeführt. 

16. Kapitel. Bmbryologische Technik. 

858. Es bietet sich bei uns Gelegenheit, Embryonen, 
resp. abgelegte befrachtete Eier, mit Leichtigkeit zu er- 
langen, daher lassen wir einige diesbezügliche Notizen und 
Erfahrungen hierüber folgen. 

859. Im Frühjahr und im Sommer hat man Gelegen- 
heit, zahlreiche Eier und Kokons verschiedener wirbelloser 
Tiere, namentlich Schnecken, in den stehenden Gewässern, 
Bächen, die nicht rasch fließen, usw. zu sammeln, was, 
wenn die Eier nicht zu weit entwickelt sind, allgemein 
interessantes Beobachtungsmaterial abgibt. Man kann bei- 
spielsweise das Austreten der Richtungskörperchen an der 
Tellerschnecke und weiter die Furchung frisch am lebenden 
Ei beobachten. Anleitung hierzu gibt Hacker (99). 

860« In dem im Darm der Pferde (namentlich im 
Winter) vorkommenden Spulwurm Ascaris megalocephala 
hat man ein verhältnismäßig leicht zu beschaffendes Ob- 
jekt für das eingehendste Studium der Befruchtung sowohl, 
als der Teilungsvorgänge an sich furchenden Eiern. In 
den verschiedenen Regionen der Eiröhren desselben Tieres 
findet man zahlreich die verschiedensten Stadien: Ein- 
dringen des Zoosperms, Bildung des Spermakems, Bildung 
der Richtungskörper etc. bis zur Furchung. Die Ascaris 
der Pferde kommt in zwei Varietäten vor: die eine hat 
vier und die andere, selten vorkommende, gar nur zwei 
Chromosomen in den somatischen Zellen (Boveri). 

861. Man verfährt nach Hacker folgendermaßen: 

Am besten werden die Eiröhren der Würmer unmittel- 
bar nach der Herausnahme der letzteren aus dem Darm 
des eben geschlachteten Pferdes in die Konservierimgs- 
flüssigkeit gebracht. Ist ein Transport über kürzere Strecken 
notwendig, so empfiehlt es sich, die Würmer innerhalb 
des durch zwei Ligaturen geschlossenen Darmes zu behalten 
(Herla) oder sie in warmem Pferdemist zu verpacken. 

Boveri (87) verwandte behufs Darstellung der achroma- 
tischen Strukturen Pikrin-Essigsäure (konzentrierte wässerige 



§ 862—863. Embryologische Technik. 253 

Lösung von Pikrinsäure wird mit zwei Teilen Wasser ver- 
dünnt und dieser Lösung dann 1% Eisessig zugesetzt). 

Nach 24 stündiger Behandlung mit dieser Flüssigkeit 
und nach sehr sorgfältigem Auswaschen mit 70% igem Al- 
kohol kommen die Eiröhren auf 24 Stunden in Gre- 
nachers alkoholischen Boraxkarmin, 24 Stunden in 
70%igen Alkohol mit 1 Prozent Salzsäure, dann in reinen 
Alkohol. Bringt man dann die Eiröhren aus dem Alkohol 
in eine Mischung von 1 Teil Glyzerin auf 3 Teile Alkohol 
abs. und läßt diese so lange stehen, bis der Alkohol ver- 
dunstet ist, so erhält man die Eier ohne alle Schrumpfung. 

862. Kostanecki-Siedleckische Schnittmethode. 
Kostanecki und Siedlecki haben u. a. mit Sublimat (Sub- 
limat heiß in physiologischer Kochsalzlösung bis zur Sätti- 
gung gekocht und abgekühlt), Sublimat +3 Prozent Salpeter- 
säure imd mit einer Lösung aus gleichen Volumteilen Sub- 
limat (wässerige, konzentrierte Lösung), Eisessig und Alkohol 
abs. gearbeitet. Nach 24 Stunden Übertragung in schwachen 
Alkohol (+ etwas Jodtinktur), dann je 24 Stunden in 
Alkohol von 50, 70, 90, 95, 100 o/q. Überführung der vollen 
Eileiter in Chloroform -|- Alkohol abs. (1:2), dann Chloro- 
form + Alkohol abs. (2 : 1), dann reines Chloroform. Die 
weitere Behandlung erfordert wegen der Härte und 
Dicke der Eihüllen besondere Vorsicht. Es werden in 
dem Chloroform bei Zimmertemperatur kleine Stückchen 
Paraffin (Schmelzpunkt 48 ^C) aufgelöst, bis eine kalt kon- 
zentrierte Lösung von Chloroform-Paraffin entsteht. Das- 
selbe Verfahren wird bei 30^ C (obere Fläche des Ther- 
mostaten) bis zur Sättigung wiederholt. »Dann ließen wir 
die Temperatur auf 40 ^ C allmählich steigen und über- 
trugen die Objekte in Chloroform-Paraffin zu gleichen 
TeUen, nach einigen Stunden bei steigender Temperatur 
in Paraffin-Chloroform (3 : 1) und endlich in Paraffin von 
48 ö C, dann in ein Gemenge von zwei Paraffinsorten (Schmelz- 
punkt 48 ö C und 520 C), worauf sie eingebettet wurden. 
Hierbei muß man beachten, daß die Eier nicht länger als 
höchstens 8 Stunden der Temperatur über 35 ^ C ausgesetzt 
werden, sonst treten starke Schrumpf ungen ein. Die 5 — 10 /u 
dicken Schnitte werden mit Wasser aufgeklebt, mit Bordeaux 
vorgefärbt und mit Heidenhainschem Hämatoxylin-Eisen- 
lack gefärbt.« 

863, Neunaugen, Petromyzon fluviatilis und Petro- 
myzon Planeri, das bis jetzt wenig gebrauchte Material, 



254 Embryologische Technik. § 864—865. 

lassen leicht künstliche Befruchtung an reifen Eiern zu 
welche man durch Streichen zum Porus abdominalis aus- 
preßt und mit reifem Sperma besamt. Sie laichen im Herbst^ 
resp. im Frühjahr und sind aus den Fischhandlungen in 
Memel, Danzig, Elbing, Stettin, Kiel und Bremen zu be 
ziehen, Kops eh. Im Frühjahr findet man solche bei 
Bamberg, Troisdorf, Niederlahnstein, Harburg, Wittenberge 
Magdeburg, Rathenow, Cressen und Schwedt a. 0., Brona 
berg. L u b o s c h hat sein Material aus Jenno witz im Riesen 
gebirge, Mergensheim in Württemberg, Haynau in Schlesien 
Tharand, Taubenbischoffsheim, bei Königsbronn imd Itzel 
heim in Württemberg und Lockwitz bei Dresden, Petro 
myzon Plan eri kommt in Mühlengraben vor (aus Lu 
bosch). An eben befruchteten Petromyzoneiern beobachtet 
man frisch mit genügender Schärfe die Befruchtungsvor- 
gänge. Die Eier stellen sich von selbst mit dem animalen 
Pol in die Sehebene, und man sieht das Eindringen der Sper- 
mien begleitet von verschiedenen Protoplasmabewegungen 
von Seite des Eies. Der ganze Vorgang dauert nur wenige 
Minuten, kann aber beliebig oft wiederholt werden. Kupf f er 
und Benecke. 

864. Fiacheier sind gelegentlich das ganze Jahr hin- 
durch zu bekommen. Bei den meisten kann man frisch 
an der Oberfläche den Keim bei günstiger Beleuchtung 
sehen und studieren. 

Die Laichzeit einiger Fische notieren wir nach dem 
bayerischen Königskalender (83) und nach H. Stork: Äsche 
März, April; Amaul: April, Mai; Barbe: Mai, Juni; Barsch 
März, April, Mai; Bartgrundel (Schmerle): März, April 
Elritze: Mai, Juni; Felchen: November, Dezember; Forelle 
Oktober, November, Dezember; Gareisl (Karausche): Juni 
Gründling: Mai, Juni; Hecht: April, Mai; Huchen: April 
Karpfen: Mai, Juni; Kaulbarsch: April, Mai: Lachs 
September, Oktober, November; (Fluß-)Neunauge : April 
Quappe: Januar; Renke: November, Dezember; Rotauge 
AprU, Mai; Saibling: Juni, Oktober, November; Schleie; 
Mai, Juni; Waller (Wels): Juni, Juli. 

865. Man kann sehr leicht bei den Fischen eine so- 
genannte kÜDStlicIie Befrachtung der Eier vornehmen. 
Zur Zeit, wo die Geschlechtsprodukte reif sind, was man 
daran erkennt, daß beim leichten Streichen der Bauchseite 
die Geschlechtsprodukte, Eier, resp. Sperma (Milch), ohne 



§ 866. EmbryologiBche Technik, 255 

weiteres abgegeben werden, verfahre man folgendermaßen: 
In eine reine Schüssel werden die Eier eines Rogners 
durch mehrfaches sanftes Massieren vom Kopf bis zur 
Analöffnung zum Austritt gebracht. Man darf dieses Ver- 
fahren nur so lange fortsetzen, bis eine Spur Blut aus der 
Analöffnung herauskommt. Es wird wenig Milch in der- 
selben Weise gewonnen und auf die Eier möglichst gleich- 
mäßig verteilt, dann das Ganze ohne jeglichen Zusatz 
(trockene, sog. russische Methode) umgerührt, etwa mit 
der Fahne einer Gänsefeder, dann wird Wasser zugesetzt, 
und zwar so viel, daß die Eier reichlich damit bedeckt 
werden. Es wird wiederum einige Minuten gewartet (bis 
10 Minuten), das mit Milch getrübte, weißlich aussehende 
Wasser abgegossen und durch frisches so oft ersetzt, bis 
die Trübung nicht mehr wahrzunehmen ist. Die Besamung 
ist vollzogen, und man kann die Eier in reinem fließendem, 
z. B. Wasserleitungswasser, zur Weiterentwicklung bringen. 
Für diesen Zweck gibt es ganz spezielle Apparate. 

866, Die künstlich befruchteten Forelleneier kann 
man, unmittelbar nach der Besamung beginnend, öfter 
(etwa alle 5 Minuten) nach § 870 konservieren (die Eihaut 
darf man nicht entfernen) bis zum Auftreten der ersten 
Furche etwa. — An solchem Material, welches man schneidet 
und passend färbt, kann man die Befruchtung — ein- 
gedrungenes Zoosperm, Bildung der Richtungskörper, des 
Eikernes, des Furchungskernes etc. — bequem studieren. 

Wir heben hier die Vorzüge dieses Objektes hervor: 
Leichtigkeit der Beschaffung kontinuierlicher Serie, relative 
Leichtigkeit der Konservierung, Klarheit der Bilder. Wir 
empfehlen dieses Objekt für Demonstrationen und Studium. 

H. Blanc bedient sich folgender Methode : Forellen- 
eier, welche nach der russischen Methode befruchtet sind, 
werden in Pikrinschwefelsäure und Eisessig fixiert (600 Vol. 
Wasser, 2 Vol. Schwefelsäure, 100 Vol. konzentrierte Pikrin- 
säure und 8 Vol. Eisessig). Die Eier können in dieser 
Flüssigkeit einige Stunden bleiben, ein längeres Verbleiben 
schadet keineswegs. Die Eier werden sodann in einer 
lO^oig^i^ Essigsäure geöffnet, welche den Dotter löst und 
die Extraktion des Keimes mit Hilfe einer Lanzette und 
des Pinsels erlaubt. Die Keimscheiben werden mit 80 bis 
90 böigem, dann absolutem Alkohol behandelt, mit Borax- 
karmin gefärbt und in toto in Balsam oder Glyzerin ein- 
geschlossen. Bei jungen Stadien muß man den animaJen 



256 Embryologische Technik. § 867—870 

Pol des Eies abschneiden, man erhält dann die Keimscheibe 
und die Schalenhaut. 

867. Die leichteste Methode für rasche Orientierung 
über die Keime und Embryonen ist das Fixieren der 
frischen Eier in einer 1/3% igen Chromsäure 12 — 24 Stunden. 
Man übertrage alsdann (üe Eier in fließendes Wasser; 
nach einigen Stunden hebt sich die Eischale etwas ab, 
was allerdings eine geringe Kompression des Eies bedingt. 
Ist die Eihaut abgehoben, so kann man den Teil des Eies, 
welcher die Keimscheibe enthält, mit einem scharfen Rasier- 
messer abschneiden, indem man das Ei mit der linken 
Hand festhält.' Die so abgetragenen Segmente werden 
noch weiter mit Wasser gewaschen, bis die gelbe Farbe 
die Embryonen, resp. die Keime, vollständig verläßt. (Der 
Dotter bleibt immer etwas gefärbt.) 

868. Für die Untersuchung von jungen Forellen- 
Keimscheiben empfiehlt H. Virchow (Kopsch, 98) eine 
Vorbehandlung der ganzen Eier mit Chromsäure 2, destil- 
liertem Wasser 900, Eisessig 100 etwa 10 Minuten lang; 
für Embryonen mit kleinerwerdendem Dotterloch eine 
etwas kürzere Zeit bis zu 5 Minuten. Die Eier werden in 
eine 2^/00 ige wässerige Chromsäure gebracht und dann 
einzeln, wenn möglich sofort, weiter behandelt : Man über- 
trägt das Ei in eine physiologische Kochsalzlösung, eröffnet 
dasselbe schonend, entfernt die Eihaut und bläst den nicht 
geronnenen Dotter von der Keimscheibe mit einem mit der 
erwähnten Kochsalzlösung gefüllten, fein ausgezogenen 
Röhrchen weg. So vom Dotter gereinigte Keimscheiben 
fixiert man nun vollends, z. B. mit Sublimat (2 Std.), 
Flemmingschem Gemisch (sorgfältiges Auswaschen!) usw. 
Derart behandelte Keimscheiben bieten gute Oberflächen- 
ansichten und lassen sich gut in Paraffin schneiden. 

869. Boeke J. fixiert mit Sublimat-Eisessig oder mit 
Zenkerscher Flüssigkeit kurze Zeit und härtet in lO^/Qigei 
Formollösung nach ; nach einigen Stunden überträgt er die 
Eier in 30%igen Alkohol, um sie weiter mit 40, öO^o ^sw. 
zu behandeln. Der Dotter der Salmoniden wird sehr hart, 
der des Gobius capito z. B. dagegen läßt sich in Paraffin 
gut schneiden. 

870. Gute Resultate erzielt man (sehr junge Forellen- 
keime) mit Sublimat-Eisessig. 80 ccm konz. wässerige 
Sublimatlösung und 20 ccm Eisessig läßt man 1/2 — Vi Stunde 



§ 871—872. Embryologische Technik. 257 

lang einwirken. Die so fixierten Eier werden in 70% igen 
Spiritus übertragen, und nach 1 Stunde werden, wie dies 
in § 867 bereits angegeben worden ist, die Keime mit dem 
Rasiermesser abgeschnitten. Die weitere Behandlung wie 
bei Sublimat (siehe § 63), nur darf man zum Aufbewahren 
keinen stärkeren Alkohol wie Sö^o^g®^ anwenden. Noch 
besser ist folgende Methode: Die Eier kommen in eine 
stärkere Sublimat-Eisessiglösung (207oig) ^^d schon nach 
weniger wie einer halben Minute trübt sich der Keim — 
ist also abgetötet. Alsdann überträgt man die Eier in eine 
schwächere (ö^o^gß) Sublimat-Eisessiglösung, resp. gießt die 
nötige Menge reiner Sublimatlösung hinzu; nach ^U Stunde 
etwa kommen die Eier in 70% igen Spiritus (mit ein paar 
Tropfen Jodtinktur), und wiederum nach ca. 3/4 Stunde 
wird die den Keim enthaltende Kugelkalotte sorgsam mit 
einem Rasiermesser mit Eihaut und möglichst wenig Dotter 
abgetragen. Die Keime dürfen nicht mit stärkerem Spiritus 
als 80 böigem in Kontakt kommen. In dieser Weise kon- 
serviertes Material läßt sich mit gewisser Übung (auch ohne 
Anwendung der kombinierten Zelloidin- Paraffinmethode) 
nach Durchtränkung mit Paraffin allein mit der Eihaut in 
lückenlose Serien zerlegen (A. Böhm, 91). 

87 !• Bei Vorhandensein von schlecht schneidbarem 
hartem Dotter schliesse man in Paraffin durch Azeton : 
70 — 80%igen Alkohol, Azeton, Xylol usw ein. Man vermeide 
mit andern Worten den absoluten Alkohol. 

872. Es muß als allgemeine Regel gelten, daß das ge- 
samte Fischmaterial möglichst rasch bearbeitet werde; 
denn werden die Eier längere Zeit in Spiritus aufgehoben, 
so wird, wenn derselbe auch schwach gewählt wird, die 
Dottersubstanz doch so hart und brüchig, daß man sie gar 
nicht mehr, wenigstens nicht mit gewöhnlicher Paraffindurch- 
tränkung, schneiden kann. Mit reiner Zelloidindurchtränkung 
kann man keine für embryologische Zwecke genügend 
feinen Schnitte erzielen. Die kombinierte Zelloidin Paraffin- 
methode führt hier manchmal noch zum Ziele. Liegen 
aber solche Eier ein paar Jahre in Spiritus, so lassen sich 
zwar die Keime und Embryonen bei großer Übung mit 
Starnadeln und Skalpellspitzen absprengen und weiter- 
schneiden, aber der Dotter nicht mehr. 

Man kann solche Objekte aber in gewöhnlicher Weise 
durch Chloroform in Paraffin einbetten und in diesem be- 
liebig lange Zeit aufbewahren. 

Böhm, Taschenb. d. mlkrosk. Technik. 6. Aufl. 17 



258 Embryologische Technik. § 873—875. 

Diese Methode kann selbstverständlich auch für ' andere 
Objekte mit Vorteil angewandt werden und empfiehlt sich 
als ganz besonders zweckmäßig für Amphibieneier. 

878« Amphibien. Ende März bis Mitte April findet 
man in Teichen, Pfützen und Bächen Frosch- und Kröten- 
laich. Die Frösche laichen in Klumpen, die Kröten in 
Schnüren. Solche Eier kann man schon frisch der Unter- 
suchung unterwerfen und bei auffallendem Licht beispiels- 
weise die Furch ung studieren. 

Die Paarungszeit ist bei uns: Triton aJpestris März 
bis Mai; T. cristatus April bis Juni; T. taeniatus Mai; 
Rana esculenta Mai und Anfang Juni; R. temporaria 
März; Pelobates fuscus Anfang April; Bombinator 
igneus Mai und Juni; Alytes obstetricans zweimal im 
Jahre (Frühjahr und Herbst); Bufo vulgaris and variabilis 
April; B. calamita im Frühjahr, zuletzt imter den Kröten 
(vgl. darüber auch A. Franke, 81). 

874« Bei verschiedenen Amphibien ist die kiinst- 
iiclie Befruehtang möglich. Beim Frosch verfährt man 
folgenderweise : Eier aus dem Eileiter oder der Leibeshöhle 
kommen trocken in eine Schale und werden mit Samen- 
wasser, d. h. dem Inhalt der Samenbläschen oder zer- 
quetschter Hodenstücke mit wenig Wasser Übergossen; 
nach 5 — 10 Minuten gießt man das Samen wasser ab und 
ersetzt durch gewöhnliches, welches öfters zu erneuern ist. 
Die Eier entwickeln sich dann weiter, nur die die Eier be- 
deckende Schicht Wasser darf nicht zu hoch sein — höchstens 
1 cm. 

875. O. Schnitze (99) hat durch jahrelange Ver- 
suche an Froscheiern eine Fixierungsmethode heraus- 
gefunden, welche ihn nun befriedigt. Nach der EntferDung 
der Gallertliülle bis auf die die Dotterhaut umgebende 
innerste Gallertschicht kommen die Eier für 5 Minuten in 
eine 5% ige (20 mal verdünnte) wässerige Formollösung 
von 75 — 80^ C. Sie sterben momentan ab, die Hüllen heben 
sich vom Ei ab, und dieses kann mit Leichtigkeit mit 
Nadeln herausgeholt werden. Die Eier nehmen eine elastische, 
lederähnliche Konsistenz an bei ausgezeichnet erhaltenen 
Oberflächenzeichnungen und lassen sich ideal schneiden; 
sie lassen sich monatelang in der 5%igen 
Formollösung in den schützenden Hüllen auf- 
heben, ohne dabei ihre guten Eigenschaften zu verlieren. 



§ 876—879. Embryologische Technik. 259 

O. Schultze (99) empfiehlt für die Durehtränkung mit 
Paraffin folgenden Weg: Geschälte Eier kommen aus der 
Formollösung in TO^oig^n, dann 95% igen Alkohol, dann 
in Bergamottöl je 2 Stunden mindestens, darauf auf 10 Mi- 
nuten in einmal gewechseltes Paraffin und werden dann einge- 
bettet. Ob diese Methode für andere dotterreiche Eier sich 
ebensogut eignet, hat O. Schultze nicht erprobt. 

876. 0. Hertwig (83) behandelt die Eier mit auf 
ca. 90 gewärmtem Wasser etwa 5 Minuten. Dann kühlt 
er die Eier rasch ab, indem er zu dem warmen Wasser 
kaltes hinzugießt, und schält nun die Eier also: Er faßt 
die Schleimhülle mit einer Pinzette imd schneidet mit einer 
sehr scharfen Schere dicht am Ei vorbei; es gelingt oft, 
schon nach dem ersten oder zweiten Schnitt, bei einer ge- 
wissen Übung, den Eiraum zu öffnen, imd es fällt dann 
ohne weiteres das Ei heraus. Das so auspräparierte Ei 
wird nun mit Spiritus von allmählich ansteigender Kon- 
zentration weiter behandelt. 

877. Um die Schleimhülle zu entfernen, verfährt 
Whitman (88) folgendermaßen: 

Eine lO^Qige Lösung des Natriumhypochlorits wird 
mit 5—6 Teilen Wasser vermengt. Die durch Hitze oder 
auf andere Art abgetöteten Eier kommen in diese Lösung 
so lange, bis sie aus der Schleimhülle herausfallen. 

878. Die mit Chrom-Osmium-Essigsäure beispielsweise 
fixierten Eier können auch, nachdem sie gut mit Wasser 
gewaschen worden sind, in eine aufs 3 — 4 fache verdünnte 
Lösung von aqua Javelli, welche etwa 8% Natriumhypo- 
chlorit enthält, kommen. In dieser verbleiben sie ^U-r^k 
Stunde, während welcher Zeit das Gefäß einigemal ge- 
schüttelt wird; die von der Gallertschicht befreiten Eier 
senken sich zu Boden, werden vorsichtig mit Wasser ge- 
waschen und allmählich in stärkeren Spiritus übergeführt 
(Blochmann, 89). 

Auch Eier von Tritonen, die einzeln an Grashalmen etc. 
abgelegt werden, lassen sich mit gutem Erfolg in derselben 
Weise fixieren und weiter behandeln. 

Zur Fixierung^ geschälter Amphibieneier ist die Subli- 
matchromsäure (siehe § 72) geeignet. 

879. R. Fick (93b) verfährt folgendermaßen: Die 
Eier werden mit den Hüllen in Chromessigsäure von 
Flemming (25 ccm l%ige Chromsäure -^- 75 ccm Wasser 

17» 



260 Embryologische Technik. § 880—882. 

^0,1 Eisessig) 24 Stunden fixiert, geschält, 24 Stunden 
in fließendem Wasser belassen, entwässert (eo^/oiger, dann 
SOyQigeT Spiritus je 24 Stunden), mit alkoholischem Borax- 
karmin 24 Stunden gefärbt, mit salzsaurem, TO^igem 
Alkohol ausgezogen; 90%iger Spiritus, Bergamottöl (2 bis 
4 Stunden, nicht länger), Paraffin 50^ Schmelzpunkt 
1/2 — 1 Stunde (nicht länger, sonst werden die Eier hart und 
brüchig), schneiden 10—15 f,i dick (vgl. 0. Schnitze, 87). 

880. Barfurth (93) empfiehlt Einlegen in Wasser 
von 80 C. für einige Minuten oder in Chrom-Essigsäure 
von derselben Temperatur. Mit letzterer Methode Vierte 
Eier wasche man 24 Stunden mit Wasser, schüttle, wobei 
die Gallerthülle weggeht. Oder man behandle mit Eau 
de Javelle der Apotheke, welches man auf das dreifache 
verdünnt (im Brütofen rascher als bei Zimmertemperatur), 
wobei bei vorsichtiger Bewegung des Glases die Hülle bald 
ganz entfernt wird. Vorsicht nötig; Materialverlust! — 
Weitere Behandlung wie nach Fick-Schultze (siehe 
§879). Statt Chromessigsäure kann man Zenk ersehe 
Flüssigkeit anwenden. — Objekte in den Hüllen werden 
am besten konserviert (nach Abtöten im Wasser von 80 ^ C) 
in: Alkohol 125, Glyzerin 25, Wasser 350; geeignet für 
Zeichnen und Demonstrieren. 

881. Voluminöse Amphibieneier (Salamandra mac. 
z. B.) färbe man vor dem Schneiden, schneide in weichem 
Paraffin (45 — 50^0 Schmelzpunkt) und befestige auf dem 
Objektträger entweder mit folgender, von Born emp- 
fohlener Masse: 2 Vol. Kollodium, 2 Vol. Äther, 3 Vol. 
Ol. Ricini (Strassersche Klebemasse), mit welcher der 
Objektträger mittels eines Glasstabes in dünner Schicht 
überzogen wird, oder befestige mit Eiweißwasser (siehe 
§ 185), wobei sich die Falten ausgleichen. Ist ein Objekt- 
träger voll, so überstreicht man die ganze, die Schnitte 
tragende Fläche mit einem weichen Pinsel mit der Kol- 
lodium-Rizinusölmischung. Jetzt kommen die Objektträger 
entweder direkt in Xylol, absoluter Alkohol muß ver- 
mieden werden, daher Stückfärbung (R. S e m o n), oder nach 
Eiweißbefestigung durch Spiritus etc. in Kanadabalsam. 

882. Carnoy und Lebrun heben mit Recht hervor, 
daß auf übliche Weise fixierte Amphibieneier sich schlecht 
und solche von größerem Volumen gar nicht schneiden 
lassen, und zwar wegen ihrer ßrüchigkeit. Carnoy und 



§ 883—884. Embryologische Technik. 261 

Lebrun empfehlen nun, zunächst für Ovarialeier und 
ganze Ovarien, folgende Methode. Junge Eier werden V4» 
ältere ^4 — 1 Stunde in van Giesonschem Sublimat- 
gemisch (Salpetersäure von sp. g. 1,456 — 15 com, Eisessig 
4 ccm, Subhmat 20 g, Alkohol von 60^0 100 ccm, dest. 
Wasser 880 ccm) belassen, 1 Stunde mit Wasser ge- 
waschen und durch allmählich verstärkte Alkohole in 
80% igen übergeführt. Nun werden die Objekte, um in 
Paraffin eingeschlossen zu werden, kurze Zeit, etwa V4 Stunde, 
mit 95%igem, dann 5 Minuten mit absolutem Alkohol 
behandelt; aus diesem kommen sie in Alkohol-Chloroform 
zu gleichen Volumteilen. In letzterer Flüssigkeit senken 
sich die Objekte zu Boden; man ersetzt dann Alkohol- 
Chloroform durch reines Chloroform und nach 3 — 15 Mi- 
nuten fügt man Paraffin von 52® Schmelzpunkt, bis das 
Volumen verdoppelt wird, hinzu und stellt das Gefäß in 
einen auf 37 gewärmten Thermostat. Hier verbleiben die 
Objekte 2^/2 — 3 Stunden und werden nun in reines flüssiges 
Paraffin von 52° Schmelzpimkt bei möglichst niederer 
Temperatur auf 5 Minuten gelegt und in demselben Paraffin 
eingebettet. Die Schneidbarkeit, auch der diffizilsten Ob- 
jekte, ist eine auffallend gute. 

883. Peter 04 färbt Dotterelemento bei Amphibien 
mit Eisenalauncochenille. Man koche 10 g gepulverte 
Cochenille mit 250 ccm destilliertem Wasser und dampfe 
das Dekokt unter stetem Umrühren auf etwa 50 ccm ein. 
Darauf wird destilliertes Wasser zu 150 ccm aufgefüllt, 
filtriert und auf je 40 ccm des Filtrats 3 Tropfen konzen- 
trierter Salzsäure zugefügt. Der entstehende feine Nieder- 
schlag hat sich in 1 — 2 Tagen gesenkt imd die klare 
orangerote Flüssigkeit ist gebrauchsfertig. Sie kommt 
unverdünnt zur Anwendung. 

Die mit Eiweißglyzerin aufgeklebten Schnitte werden 
von Paraffin befreit, kommen durch die Alkohole, und 
aus destilliertem Wasser in die Farblösung, in welcher sie 
bei Brütofentemperatur 18 — 24 Stunden verbleiben. (Ab- 
spülen der Schnitte mit destilliertem Wasser kann weg- 
fallen) . Übergießen mit einer l^/oigen Eisenalaunlösimg 
in destilliertem Wasser, die, wenn sie schwarz wird, ge- 
wechselt werden soll. Dauer der Einwirkung 1/2 — 2 Minuten. 
Abspülen in destilliertem Wasser. Alkohol 50, 70, 90, 
96%, absoL, Xylol. Balsam. 

884. Vgl. auch die Bemerkung in § 871. - 



Embryologische Technik. 



§885=-887. 



885. Reptilien* Im Mai, Juni und später trifft man 
trächtige Eidechsen an, denen man nach geeigneter Tötung 
die Eier entnehmen kann. Da die Tiere (außer den vivi- 
paren) die Eier in ziemlich frühem Stadium ablegen, findet 
man meistens nur junge Stadien vor. 





Paarung 


Gebär-, resp. Legezeit 


Lacerta agilis . . . 

> muralis . . 

> vivipara . 
Anguis fragilis . . 
Pelias berus . . . 

Ooronella austriaca 

Tropidonotus natrix 


Mai bis Juni 

April 

Ende April 

Mai 

•Anfang April bis Mai 

Mitte April 

Mitte Mai 


Juli 

Mitte Juli 

August (sogar Oktob.) 

Ende August bis 

Anfang September 

Ende August bis 

Anfang September 

Mitte Juli bis Ende 

August 



(Vgl. darüber auch A. Franke, 81.) Selbstverständlich ist 
hierbei der Standort, von welchem die Tiere bezogen werden, 
zu berücksichtigen. 

886. Man erzielt die besten Resultate, wenn man frisch 
unter physiologischer Kochsalzlösung die Schalenhaut 
entfernt, was man nicht schwer erreicht, wenn man mit 
einer spitzen Pinzette das Ei so faßt, daß sich eine niedrige 
Falte bildet; diese vdrd nait einem möglichst langen 
Schnitt entfernt. (Ist die Öffnung eine sehr kleine ge- 
worden, so kommt es zur Bildung eines Extraovats, 
welches in der Regel mit dem Platzen der Dotterhaut, 
resp. Ausfließen des Dotters, [das Ei geht dabei zugrunde] 
endet). In der Fortsetzimg des Schnittes hebe man aber- 
mals eine Falte auf und schneide weiter ringsum, bis das 
Ei aus der Schalenhaut fällt. 

887. Ist es gelungen, das Ei, ohne es zu verletzen, 
von den Eihüllen zu befreien, so wird es mit einem 
passenden Hornlöffel in die Fixierungsflüssigkeit übertragen, 
und als solche eignet sich Pikrin-Schwefelsäure 5 Stunden 
oder Sublimat-Eisessig (siehe § 78 und 870) 1 — IV2 Stimden 
mit nachträglicher Behandlung mit reinem Sublimat oder 
Sublimat-Chromsäure (siehe § 72) 24 Stunden. Nach dieser 
Frist werden die Eier in Wasser übertragen und die Area 
embryonalis, resp. vasculosa, mit einer scharfen, spitzen 



§888—892. Embryologiflche Technik. 263 

Schere umschnitten und dann mittels eines HornlöSels in 
Alkohol übertragen (nach Sublimat: Jodzusatz!) 

888. In späteren Stadien der Entwickelung, nachdem 
sich die Keimblätter bereits differenziert haben, läßt sich 
der Keim allein nach der Entfernung der Dotterhaut, welche 
Operation in späteren Stadien keine Schwierigkeit mehr 
zu machen pflegt, abheben. 

889* Bei den jüngeren Stadien entferne man den 
fixierten Keim mit einer darunter liegenden Dotterschicht 
und behandle das Ganze weiter. 

890. Eine (für den Anfänger namentlich) recht be- 
queme Methode, die übrigens nicht einmal sehr schlechte 
Resultate gibt, ist die folgende: 

Man übertrage die Eier mit Schalen in Pikrin-Schwefel- 
säure auf 5 — 6 Stimden oder in Pikrin-Essigsäure (konzen- 
trierte wässerige Pikrinsäure wird mit zwei Teilen Wasser 
verdünnt und dieser Lösung 1% Eisessig zugesetzt [auf 
das ganze Volumen berechnet]) auf 24 Stunden. 

Hierauf überträgt man die Eier in destilliertes Wasser 
und entfernt darin die Schalenhaut mit Pinzette und Schere, 
was mit großer Leichtigkeit geschieht. Die weitere Be- 
handlung nach der Entfernung der Eihaut und dem Heraus- 
schneiden des Embryos, resp. Keimes, ist wie die oben an- 
gegebene. 

891. Man findet gelegentlich zu Haufen abgelegte 
Eidechsen- und Schlangeneier; diese letzteren enthalten 
stets spätere Entwicklungsstadien, resistentere Embryonen, 
die schon spiralig gewunden sein können, an denen man 
Pulsationen des Herzens usw. wahrnimmt. 

Die Eier sind gewöhnlich kollabiert, wenn sie etwas 
eingetrocknet sind, die Embryonen darinnen brauchen aber 
nicht tot zu sein. In feuchtem Moos oder ähnlichem 
nehmen sie die ursprüngliche Spannung wieder an. 

892. Junge Reptilieneier (Befruchtung, Furchimg, 
erstere Stadien sind an den dünnen, leicht mit zwei Pin- 
zetten abziehbaren Schalen kenntlich), die man bisweilen 
im Eileiter findet, fixiere man, wie oben angegeben, nach 
dem Schälen und übertrage sodann die ganzen Eier in 
70% igen Spiritus. Nach 24 Stunden bringe man die Eier 
in 80% igen Spiritus und schneide nach 2 — 4 Stimden die 
Keimscheiben vom Dotter mit dem Rasiermesser ab, indem 
man die Eier vorsichtig mit den Fingern faßt. Die Keim- 



264 Embryologische Technik. §893—894. 

Scheiben können dann weiter behandelt, mit Paraffin 
durchtränkt und geschnitten werden. Stück- oder Schnitt- 
färbung. 

893» Eine Methode, welche sehr gute (erprobt an 
Blindschleichen und Eidechsen) Resultate gibt, nament- 
lich in bezug auf die Ausnützung des Materials, ist fol- 
gende: 2 — 3 Stunden Sublimat-Eisessig (5% von letzterem), 
dann übertragen in eine gesättigte Pikrinsäure in Wasser 
8 — 12 — 24 Stunden , es wird in Wasser geschält imd ganze 
Eier oder abgelöste Embryonen, in 70% igen Spiritus 
übertragen, dann in gewöhnlicher Weise weiterbehandelt. 
Materialverlust ist bei einiger Übung sehr gering, das 
Färben mit Boraxkarmin, Hämalaun im Stück gelingt 
stets, die Konservierung ist tadellos. — Es ist ausdrücklich 
hervorzuheben, daß sich sehr junge Stadien auf diese 
Weise ebenfalls behandeln lassen. Oppel. 

894. Das bequemste Material zur Untersuchung von 
Vogeleiern sind die Hühnereier, von denen nur die 
ersten Furchungsstadien sehr schwer zu bekommen sind. 
Die Furchung des Hühnereies geht parallel mit der Bildung 
des Eiweißes und der Schalenhäute (resp. Schalen) im 
unteren Abschnitt der Tube und im sog. Uterus usw. vor 
sich. Das Ei wird im Stadium des durchfurchten Keimes 
abgelegt, wenn sich eben die Keimblätter zu bilden an- 
fangen (einzelne Vögel, z. B. Kanarienvögel, legen die Eier 
in viel jüngeren Stadien ab, Raub er, 76). Die weitere 
Entwickelung geht außerhalb des Mutterleibes bei Luft- 
zutritt bei einer höheren (37— 40^ C) Temperatur (Brut- 
temperatur) vor sich und ist nicht schwer zu untersuchen. 
Das Brüten kann entweder der Henne überlassen werden, 
oder in einem gewärmten Räume vor sich gehen. Ein 
beliebiger Thermostat (siehe § 113), auf die geforderte 
Temperatur geheizt, kann diesem speziellen Zwecke dienen 
und in einen Brutofen umgewandelt werden; man kann 
so in bequemer Weise alle möglichen Entwickelimgsstadien 
erlangen. Man darf nur nicht unterlassen, auf folgende 
Punkte zu achten: Die Eier müssen mindestens alle 
24 Stimden um die lange Achse etwas (z. B. um 90®) ge- 
dreht werden, die Luft im Brutraume darf nicht trocken 
sein, und der Brutraum muß von Zeit zu Zeit ventiliert 
werden. Die Brütedauer beträgt bei der Taube 17 bis 
19 Tage, bei Huhn und Ente 21 Tage, Gans 29 Tage, 
Pfau 31 Tage. 



§ 895—896. Embryologische Technik. 265 

895. Novak gibt für Bearbeitung von jungen Hühner- 
keimscheiben mit unterliegendem Dotter folgende Methode 
an : Nach Entfernung des Eiweißes unter auf 37 ® erwärmter 
0,6%iger Kochsalzlösung zieht man die Flüssigkeit mit 
einer Pipette ab und substituiert sie durch die Fixierungs- 
flüssigkeit: 0,5 o/o Chromsäure 30 ccm, konzentrierte wässe- 
rige Sublimatlösimg 30 ccm, Eisessig 3 ccm, destilliertes 
Wasser 37 ccm. Nach 24 Stunden wechselt man die Flüssig- 
keit, und nach 48 Stimden ersetzt man sie durch 55% 
Alkohol. 70%, 85% Alkohol, letzterer mit Zusatz von 
Jodjodkaliumlösung folgen nach; in letzterem Spiritus 
zieht man die Dotterhaut ab, was leicht zu geschehen pflegt. 
— Weitere Behandlimg wie sonst. — 

896. Am leichtesten sind die Keimscheiben vom Ende 
des zweiten Brütetages an zu präparieren. Zimächst wird 
die Eischale am stumpfen Pol, wo sich der Luftraum be- 
findet, aufgeschlagen, die Schalenhaut mit einer Pinzette 
eröffnet und das Eiweiß zum Ausfließen gebracht, während 
man mit einer starken Schere die Schale entfernt. Man 
hat dabei auf die Chalazen zu achten imd dieselben erst 
an der einen Seite imd dann an der anderen Seite abzu- 
schneiden, indem man sie mit dem Eiweiß durch passendes 
Neigen imd Drehen des Eies zum Ausfließen bringt. Hat 
man die Schale so weit umschnitten, bis man dicht an der 
Dotterhaut angelangt ist, wobei das meiste Eiweiß bereits 
entfernt wurde, so gieße man den Dotter sehr vorsichtig 
entweder in eine indifferente Flüssigkeit, z. B. eine auf die 
Bruttemperatur erwärmte ^/2%ige Kochsalzlösung, oder 
direkt in die fixierende Flüssigkeit. Ist das erstere der 
Fall, so ziehe man vorsichtig mit der Pinzette die Reste 
des Eiweißes in der Region der Keimscheibe weg, man 
beobachte dabei frisch, was zu sehen ist, Pulsation des 
Herzens etc. und umschneide mit einer scharfen Schere 
den Keim um den Sinus terminalis. Die Dotterhaut, falls 
sie nicht von selbst abgegangen ist, wird durch sanftes 
Anfassen derselben mit Pinzette entfernt und der Keim 
auf einem Spatel oder einem ührschälchen aufgefangen, 
die Kochsalzlösung möglichst abgegossen und die Fixie- 
rungsflüssigkeit tropfenweise auf den Embryo selbst ge- 
bracht. Als Fixierimgsflüssigkeit kann man bei Vogel- 
embryonen Salpetersäure , Pikrinschwef elsäure usw. für 
Orientienmgspräparate, oder Flemmingsche, Zenkersche 
Lösung für Studienzwecke anwenden. 



266 Embryologische Technik. § 897—901. 

897. Man kann aber auch folgendermaßen verfahren : 
Der Dotter mit möglichst wenig Eiweiß wird in die 
Fixiermigsflüssigkeit übertragen. In dieser koagulieren die 
Reste des Eiweißes allmählich und werden mit Pinzette, 
resp. Pinsel, schichtenweise entfernt, bis die Dotterhaut 
in der Region des Embryos vollkommen bloßliegt. Das 
Ei wird in einer Fixierungsflüssigkeit, je nach derselben, 
längere oder kürzere Zeit belassen, z. B. in einer 3 — 5% igen 
Salpetersäure 2-3 Stunden, Pikrinschwefelsäure 3-4 Stunden, 
Sublimat-Eisessig 2 Stunden und dann Sublimatlösung allein 
24 Stunden usw. Nach dieser Zeit werden die Keime ganz 
oder in den älteren Stadien um den Smus terminalis um- 
schnitten und weiterbehandelt, die Dotterhaut durch Schüt- 
teln des Keimes in einer Uhrschale, resp. durch sanftes 
Ziehen mit der Pinzette, entfernt; aus der Salpeter- und 
Pikrinschwefelsäure in 70% igen Spiritus usw. nach den 
bekannten Regeln übertragen. 

Verfolgt man spezielle Zwecke, so steht der Anwendung 
anderer Fixierungsflüssigkeiten nichts im Wege. 

898. Da sich die Dotterhaut und der Dotter am leich- 
testen in Salpetersäure entfernen lassen, so ist es zweck- 
mäßig, die Behandlung mit Salpetersäure, etwa 10%, 
1/4 Stunde, in welcher man die Dotterhaut und den Dotter 
vom Embryo entfernt, mit anderen Fixienmgsmitteln, welche 
man darauf einwirken läßt (z. B. Sublimat- Eisessig, Tel- 
lyesniczkysche oder Zenker sehe Flüssigkeit) zu kom- 
binieren. 

899. Die Keime können gefärbt und geschnitten, resp. 
geschnitten, aufgeklebt und gefärbt werden. 

900. Solche Keime, die man vorher gefärbt hat, kann 
man aber auch als Übersiohtspräparate ganz einschließen, 
indem man die gefärbten Keimscheiben vorher entwässert 
und durch Xylol in Kanadabalsam überführt. Man 
imterlafise nie, der Dicke des Keimes entsprechend, dicke 
Schutzleisten anzuwenden ; ohne diese Vorsicht werden die 
Keimscheiben stark platt gedrückt imd die Organe ver- 
schoben. 

901. Ganz instruktive Bilder erhält man, wenn man 
zu der Salpetersäure von der eben angegebenen Konzen- 
tration 5 — 10 ccm einer l^/oigen wässerigen Silberjaitrat- 
lösung auf 100 ccm hinzusetzt. Es erscheinen dabei in 
den oberflächlich gelagerten Schichten sehr reine Zell- 
grenzen. 



§ 902—907. Embryologische Technik. 267 

902. Die angegebenen Verfahren werden bei größeren 
Embryonen etwas modifiziert . werden müssen, und ebenso 
bei ganz jungen Stadien. 

Bei diesen letzteren ist die Anwendung des Sublimats 
nicht zu umgehen. Möglichst vom Eiweiß befreite Dotter 
kommen in eine Sublimat-Eisessiglösung auf ca. 2 Stunden, 
die Keimscheibe wird rasch mit dem darunter liegenden 
Dotter umschnitten und sehr vorsichtig mit einem Horn- 
löffel abgehoben. Die weitere Behandlung siehe Sublimat- 
Eisessig. Stückfärbimg mit Boraxkarmin ist in diesem Falle 
sehr zu empfehlen. 

90S. Auch andere Vogeleier sind bei uns leicht zu 
beschaffen, z. B. von Tauben, Sperlingen etc. Manche 
Vogeleier sind infolge der besonderen Zähigkeit des Eiweißes 
sehr schwer zu behandeln, z. B. Kiebitzeier, eine Eigen- 
schaft, die sie mit Schildkröteneiern teilen. 

904. Säug^etiere. Die Embryonen, die man zum syste- 
matischen Studium am leichtesten bekommt, sind die des 
Kaninchens und des Meerschweinchens. 

905. Die Tragzeit beträgt bei Maus imd Meerschwein 3, 
Kaninchen und Ratte 5, Igel 7, Katze 7—8, Hund 8—9, 
Schwein 17—18, Schaf und Ziege 20—21, Reh 25, Kuh 40, 
Pferd 48 Wochen. 

906. Am meisten Übimg imd Sorgfalt in der Fixierung 
erfordern die noch nicht angehefteten Eier. Die trächtigen 
Uteri werden imter einer indifferenten oder fixierenden 
Flüssigkeit sorgfältig aufgeschnitten, mit Nadeln (man 
nehme eine mit Wachs ausgegossene Schale) aufgesteckt, 
und die Oberfläche des Epithels wird, falls die zu erwar- 
tenden Stadien jung, resp. die Eier klein sind, auf das sorg- 
fältigste Bodt einer Lupe untersucht. Sind die Eier auf- 
gefunden worden, so kann man die indifferente Flüssig- 
keit mit einer Pipette aufsaugen und mit einer fixierenden 
vertauschen, oder aber die Eichen selbst können mit einem 
Löffelchen aufgefangen und in die fixierende Flüssigkeit 
übertragen werden. 

907. Als Fixierungsflüssigkeit benütze man bei jungen 
Stadien (Primitivstreifen, wenige Urwirbel) Pikrinschwefel- 
säure, oder Zenker sehe Flüssigkeit, worauf die Eier, wie 
andere Objekte, weiterbehandelt werden. Da die Keim- 
blase aber gewöhnlich schrumpft, so empfiehlt es sich, den 
Embryonalschild mit einer scharfen, spitzen Schere sofort 



268 Embryologische Technik. §908—911. 

nach der Trübung in der Fixieningsflüssigkeit zu um- 
schneiden. 

908. Auch schwache Osmiumsäure, etwa VsVoigß» 
oder Osmiumsäure-Gemische (siehe § 53) führen hier zum 
Ziel. Spätere Stadien, wenn der Embryo deutlich mit 
unbewaffnetem Auge sichtbar ist, die Kenntnis der ana- 
tomischen Verhältnisse der Lage und Eihäute des Embryos 
vorausgesetzt, sind leichter zu behandeln; man gewöhne 
sich nur, stets unter einer indifferenten oder fixierenden 
Flüssigkeit zu präparieren. 

909. 0. Schnitze (97) findet es praktisch, die Er- 
öffnung der Fruchtkapseln nicht sofort nach dem Tode 
vorzunehmen, sondern die durch Querschnitte des Uterus 
isolierten Kapseln zuerst für V4 — ^k Stunde in Flemming- 
sche Lösung, starke Mischung, einzulegen. Hierdurch wird 
die Fruchtkapsel schnell oberflächlich gehärtet und kolla- 
biert nicht mehr beim Aufschneiden, so daß es leichter ist, 
die Embryonalanlage von den Eihäuten zu lösen und in 
die Fixierungsflüssigkeit zu übertragen. 

910. Kleinere Uteri trächtiger Tiere, Mäuse, Fleder- 
mäuse etc. können samt dem Inhalt am besten mit Car- 
noy scher Flüssigkeit (siehe § 85), aber auch Sublimat 
nach den bekannten Regeln fixiert werden. Die den 
Embryonen entsprechenden Anschwellungen des Uterus 
werden in toto durchtränkt imd in Schnitte zerlegt, am 
zweckmäßigsten senkrecht auf die Längsachse des Uterus. 

Da die Muscularis des Uterus sehr hart ist, so kann 
sie vor dem Schneiden nach Durchtränkung mit Paraffin 
mit einem scharfen Skalpell oder Rasiermesser entfernt 
werden. 

911. Die Tube der Mäuse und namentlich der Fleder- 
mäuse ist sehr durchsichtig, und wenn man ein frisches 
corpus luteum bemerkt und am Uterus nichts Verdächtiges 
findet, so unterlasse man nicht, die Tubenfältchen auf die 
angegebene Weise (siehe § 844) auszugleichen und in einer 
indifferenten Flüssigkeit mit einer mittleren Vergrößerung 
(etwa 70 mal) sich genau anzusehen. Hat man das Glück 
gehabt, ein sehr junges Ei, etwa im Furch ungsstadium, 
anzutreffen, so trachte man, dasselbe aus der Tuoe heraus- 
zubekommen, und zwar in der Weise, daß man die Tube 
in Stücke zerschneidet. Schon die Kontraktionen der 
Muskulatur pressen solche imverletzt heraus; oder man 



§ 912--915. Embryologische Technik. 269 

hilft sich damit, daß man solche Stückchen von einem 
Ende zum anderen mit dem Deckglase drückt, wobei die 
Eier ebenfalls frei werden. Solche Eier kann man nach 
derselben Methode, wie reife Follikeleier, behandeln und 
dauernd einschließen. 

912. Siiugetiereier in Furchung gewinnt man. nach 
0. Schnitze (97) am leichtesten aus dem Eileiter des 
Kaninchens im Laufe des zweiten Tages nach der Be- 
gattung, indem man den mit einem etwa 5 cm langen 
Stück des Uterus von letzterem abgetrennten imd vorsichtig 
präparierten Eileiter vom Uterinende her mit 0,6%iger 
wässeriger Kochsalzlösung (viermal je 1 ccm in vier Schalen 
von nicht mehr als 4 cm Durchmesser) ausspritzt. Meist 
findet man beim Durchsuchen mit dem Mikroskop bei 
schwacher Vergrößerung in den ersten Schalen die Eier. 

913. Um Befruchtungsstadien der Maus zu erhalten, 
schneidet Sobotta (95) die Tuben mit den frisch befruch- 
teten Eiern nach Fixierung in der schwächeren Flem- 
m in g sehen Lösung (24 Stunden oder etwas länger), Aus- 
waschen in Wasser, 60 — 70%iger, am nächsten Tage 
90%iger Alkohol, Schnittfärbung mit Eisenhämatoxylin. 

Die Begattung findet beim Meerschwein unmittelbar 
post partum statt, bei Kaninchen und Maus bisweilen 
ebenfalls. Muß man aber die Tiere unmittelbar nach dem 
Wurf töten, so verliert man die Jungen. Sobotta teilt 
daher mit, daß bei der Maus 21 Tage post partum ein 
neuer Ovulationstermin liegt. 

914. Sehr leicht ist das Behandeln der Meerschwein- 
chenembryonen vom 10. — 15. Tage. Spannt man die 
Anschwellung des Uterus, die den Embryo enthält, mit 
Nadeln, schneidet die Muscularis an der dem Mesometrium 
entgegengesetzten Seite longitudmal an und durchtrennt 
alsdann vorsichtig die weiche Dezidualschieht unter der 
fixierenden Flüssigkeit ebenfalls mit einem longitudinal 
verlaufenden Schnitt, so tritt der Zapfen mit dem Embryo 
unverletzt hervor und kann ohne weiteres fixiert werden. 

Die Eröffnung geschieht am zweckmäßigsten unter der 
fixierenden Flüssigkeit. Jüngere, kleinere Anschwellungen 
können samt den Eiern wie die der Mäuse behandelt 
werden. 

915. Ohne besondere Schwierigkeiten kann man sich 
verschiedene Stadien der Schafembryonen aus den Schlacht- 



270 Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. § 916 — 919. 

häusern verschaffen, man verwerte sie aber unmittelbar 
nach dem Schlachten, denn schon nach wenigen Stmiden 
verändern sie sich sehr stark, ja, jüngere Stadien zerfallen, 
resp. werden unbrauchbar. 

916. Um freie kleine Eier, die im frischen Zustande 
sehr wenig resistent und vollkommen wasserklar sind, 
leichter aufzufinden, kann man in den Uterus vor dem 
Eröffnen z. B. Müll ersehe Flüssigkeit injizieren und erst, 
nachdem die Eier fixiert und undurchsichtig geworden sind, 
den Uterus unter derselben Flüssigkeit vorsichtig auf- 
schneiden, aufstecken, die Eier aufsuchen und weiter be- 
handeln (Hensen, 76). 

917. Wie schon für Fische angegeben wurde, ist es 
von der größten Wichtigkeit, falls man nicht die geeignete 
Zeit dazu hat, Eier, Keimscheiben und Embryonen auch 
der Übrigisn Klassen sofort zu untersuchen, diese möglichst 
bald zu färben imd geeignet orientiert mit Paraffin zu 
durchtränken ; tut man es nicht, so läuft man Gefahr, daß 
die Objekte bis zur Unbrauchbarkeit brüchig werden und 
sich noch dazu nicht färben lassen. 

918. Was die Färbung embryologisehen Materials 
anbelangt, so empfehlen sich im allgemeinen Stückfär- 
bungen mit Hämalaun und Karmin (Borax-, Alaun- und 
Parakarmin) oder nach§ 247, 250, 264; weniger geeignet sind 
hierfür die Anilinfarben. Sehr gute Dienste leistet hier 
auch die Doppelfärbung nach Hämalaun mit Eosin oder 
Prikrinsäure, und nach den Karminen mit Pikrinsäure oder 
Bleu de Lyon, auf Schnitte angewendet ; bei Befruchtungs- 
stadien versuche man die Doppelfärbung Karmin (im 
Stück) -Hämalaun (im Schnitt); bei mit Flemmingscher 
Lösung fixierten Objekten greife man zu Safranin im 
Schnitt. — Schon bei Anwendung der Karmine allein er- 
hält man für nicht zu große Embryonen bei Stückfärbung 
instruktive Präparate. 

Weitere Literatur : Ballowitz E. 03, Röthig, Schnitze 
0. 97, Ziegler H. E. 

17. Kapitel. Haut, Haare, Nägel und sensible Nerven- 
endigungen in der Haut. 

919. Die Haut des Menschen muß in unserem Fall 
der der anderen Säugetiere für die Untersuchung vorgezogen 



§ 920 — 921. Haat, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. 271 

werden. Da diese in der Regel erst nach vielen Stunden 
nach dem Tode zur Untersuchung kommt, so ist es 
ziemlich gleichwertig, wie sie fixiert wird, Müll ersehe 
Flüssigkeit, allmählich stärkerer Alkohol. Kann man 
frische menschliche Hautstücke, z. B. aus chirurgischen 
Kliniken von Operationen, erhalten, so fixiere man mit 
Sublimat, Flemming scher Flüssigkeit oder Osmiumsäure. 

Das Schneiden der Haut ist mit vielen Schwierigkeiten 
verknüpft, imd man kann größere Stücke derselben nur in 
Zelloidin schneiden. — Mittelgroße und kleinere Stücke der 
Haut lassen sich auch in Paraffin schneiden ; hierbei muß 
aber folgendes berücksichtigt werden : Die Haut muß mög- 
lichst rasch mit Paraffin durchtränkt werden, d. h,, sie darf 
weder in Alkohol, noch in Chloroform etc. lange verweilen. 
Das zum Schneiden verwendete Paraffin muß von der 
weichsten, das Schneiden eben noch zulassenden Sorte 
sein (etwa von 50® Schmelzpunkt). 

Haut, Haare (auch glatte Muskulatur) werden mit der 
Zeit in Alkohol steinhart; kann das Material nicht sofort 
verarbeitet werden, so empfiehlt es sich, dasselbe, in 
Paraffin eingebettet, aufzuheben, oder dasselbe in Paraffi- 
num liquidum überzuführen (siehe § 93) und darin auf- 
zubewahren. 

920. Die Einbettung in Paraffin durch Azeton, unter 
Vermeidimg starken Alkohols, ist zu empfehlen. 

921. Um von der Haut gute Parafflnschnitte zu er- 
halten, verfährt Barlow (95) folgendermaßen: Die in 
Osmiumsäure oder in Flemmingscher Lösung fixierten 
Stücke werden in 96%igem Spiritus aufgehoben, dann 
auf höchstens 24 Stunden in abs. Alkohol übertragen und 
durch Chloroform in Paraffin übergeführt. In Chloroform 
bleiben sie etwa 1 Stunde und ebensolange in Chloroform- 
Paraffin und auch 1 Stunde in reinem Paraffin. Die 
Paraffinsorte wird am zweckmäßigsten so zusammengesetzt, 
daß man 2/3 Paraffin von 42 — 45 ^ Schmelzpimkt imd 
1/3 Paraffin von 45 — 50 Schmelzpunkt nimmt. Den Ther- 
mostat erwärme man auf 50 0. 

Auf dem Objektträger dürfen die Schnitte nicht mit 
Eiweiß, sondern am besten mit Wasser festgeklebt werden, 
da beim Erwärmen oder nach einer Behandlung mit Säuren, 
ja schon bei der Berührimg mit Wasser, die von Paraffin 
befreiten angeklebten Schnitte sich werfen. 



272 Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. § 922—928. 

922. Vor dem Schneiden kann man durch Schaben 
das Stratum corneum, wenn es zulässig ist, entfernen. 
Das Stratum corneum schneidet sich in Paraffin am aller- 
schlechtesten. 

923. Verhornte Epidermiszellen können abge- 
schabt und nach § 367 untersucht werden. 

924. An einer frischen Epidermis, die mit Überosmium- 
säure fixiert imd geschnitten wurde, differenziert sich das 
Stratum corneum in drei Schichten: in eine schwarze 
oberflächliche, eine farblose mittlere und eine schwarze 
tiefere. Über Keratin s. § 596. 

925. Das Stratum lucidum an in Alkohol, Chrom- 
säure (gut ausgewaschen) und an in Müll er scher Flüssig- 
keit fixierten Präparaten färbt sich mit Pikrokarmin 
gelblich. 

926. Im Stratum g^ranulosum lassen sich die Kerato- 
hyalinkömer durch Karmin (resp. Pikrokarmin), Safranin, 
Hämalaun färben. Von diesen sind zu unterscheiden die 
ElSidintropfen, welche sich mit zahlreichen fettfärbenden 
Substanzen (Alkanna, Osmiumsäure, spritlöslichem Nigrosin), 
dagegen nicht mit Hämatoxylinen tingieren (vgl. Buzzi 
in Ledermann und Ratkowski, 94). 

927. Konzentrierte wässerige Cresylechtviolett- 
lösung färbt Keratohyalinkörner metachromatisch rot. Man 
färbt 3 — 4 Minuten, wäscht mit Wasser aus, zieht dann 
die Farbe mit 950/oigem Alkohol solange aus, bis das 
Bindegewebe die Farbe verloren hat und führt dann rasch 
durch abs. Alkohol, Xylol in Kanadabalsam über. Fick J. 

928. Einige Eigenschaften der Keratohyalinkörner 
entnehmen wir den Untersuchungen Waldeyers (82): 

Sie lassen sich intensiv mit Karmin und Hämatoxylin 
imbibieren. In 1 — 5%iger Kalilauge quellen die Körner 
in der Kälte auf und werden dabei hell. In der Wärme 
lösen sie sich gleichzeitig mit den Zellen, worin sie ein- 
geschlossen sind (Pferdehuf). Durch Ammoniak werden 
die Körner nicht verändert, im d man kann dieses Reagens 
zum Nachweis des Keratohyalins mit Vorteil gebrauchen, 
da die meisten Gewebe in Ammoniak durchsichtig werden. 
Salpeter- und Salzsäure wirken ähnlich wie Alkalien. In 
Essigsäure und Eisessig bleiben die Keratohyalinkörner 
längere Zeit im verändert; da die Essigsäure die Epithelien 
rasch zum Quellen bringt und aufhellt, so kann man diese 



§ 929 — 933. Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. 273 

ähnlich wie Ammoniak vorteilhaft zum Nachweis des 
Keratohyalins benutzen. Das kohlensaure Natron l%ig 
macht die größeren Schollen durchsichtiger und läßt sie 
aufquellen. Überhaupt sind die größeren Körner weniger 
widerstandsfähig wie die kleinen. In Alkohol, Chloroform 
und Äther bleiben die Körner unverändert. In Glyzerin- 
Pepsin-Extrakt und Trypsin lösen sie sich auf. 

929. Die Beziehungen der Riffe der Zellen des Stratum 
Malpighii, spinosum, zueinander sind an dünnen 
Schnitten ohne weiteres wahrzunehmen (vgl. § 386 f.). 

930. Um Zellyerbindungen deutlicher darzustellen, 
färbt Schuberg die Schnitte mit Dahlia 0,3 — 1 g, Eis- 
essig 12 — 20 ccm und Wasser 80—85 ccm einige Minuten 
lang; es wird mit Wasser gewaschen, in 10%iger Tannin- 
lösung 5 Minuten fixiert, wieder gewaschen, mit l^iger 
Brechweinsteinlösung 5 Minuten behandelt; Wasser, Alko- 
hol, Xylol, Kanadabalsam. 

931. Will man Zellen der Epidermis, namentlich des 
Stratum Malpighii, isolieren, so empfiehlt sich eine 
kurze Behandlung mit Trypsin. Frische Epidermis wird in 
einer wässerigen, in der Kälte gesättigten, filtrierten Lösung 
von Pancreatinum siccum auf 3 — 4 Stunden in einem auf 
400 gewärmten Raum mazeriert. Die so behandelten Stücke 
können lange Zeit in Glyzerin- Wasser-Alkohol zu gleichen 
Teilen aufbewahrt werden. Solchen Stücken entnommene 
Fetzen lassen sich zerzupfen und zeigen sehr instruktive 
Bilder der Riffzellen (Schiefferdecker, 86). 

932. Um die Fibrillen in den Epithelzellen der Epi- 
dermis darzustellen, gebraucht man gewöhnlich die Methode 
von Herxheimer (modifizierte Fibrinmethode von Gram- 
Weigert). In Alkohol fixierte Stücke Epidermis werden 
dünn geschnitten und mit gesättigter Gentianaviolettlösung 
in Anilinwasser gefärbt, dann 1 — 2 Minuten mit L u g o 1 scher 
Lösung (1 Jod, 2 Jodjodkalium auf 100 Wasser) behandelt 
und in Anilinxylol, 1 Anilinöl auf 2 Xylol entfärbt, wobei 
mit dem Mikroskope kontrolliert wh'd. Kromayer färbt 
ähnlich ; er nimmt statt Gentiana Methylviolett 6 B, färbt 
5 Minuten und behandelt mit Lugol scher Lösung nur 
1 Sekunde. Vorfärbung mit Karmin. 

983, Fischel, R. färbt Epithelflbriiien ähnlich wie 
Kromayer in mit Wasser angeklebten Schnitten. Von 
Paraffin befreite Schnitte werden inGentianaviolett 6 b, 

Böhm, Taschenb. d. mlkroskop. Technik. 6. Aufl. 18 



274 Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. § 934 — 938. 

konzentriert gelöst in Anilinwasser, 10 — 15 Minuten ge- 
färbt; darauf folgt gründliches Auswaschen in Wasser, 
1 — 30 Sekunden in Lugolscher Lösung und abermaliges 
Auswaschen in Wasser. Jetzt werden die Schnitte vor- 
sichtig mit faserfreiem Filtrierpapier, jedoch so, daß eine 
Spur eines feuchten Glanzes zurückbleibt (nicht voll- 
ständig abtrocknen), abgetrocknet und in Anilinxylol 
— Vii V2> Vs Wasser, je nach der Schnittdicke — im 
Paraffinschrank differenziert, Xylol, Kanadabalsam. Nach 
Ehrmann und Fick. Vgl. auch Posini. 

984. Korium und die Papillen derselben werden an in 
Flemmingscher Lösung, Überosmiumsäure und Sublimat 
(nachfärben mit Boraxkarmin) fixierten Präparaten unter- 
sucht. (Die Darstellung der Nervenendapparate in den 
Papillen siehe § 948 ff.) An Schnitten sind die Schweiß- 
drüsen (glatte Muskeln derselben I) gut erhalten (sehr groß 
z. B. in der Achselhöhle des Menschen). Das Bindegewebe 
der Cutis wird nach der im § 470 angegebenen Methode 
dargestellt. 

Mit 10%iger Kochsalzlösung läßt sich die Epidermis 
vom Korium abmazerieren. 

935. Maximoff löst Neutralrot in physiologischer 
Kochsalzlösung bis zur Sättigung und erzeugt, unter An- 
wendung einer Pravaz sehen Spritze mit einer Spitzen- 
kanüle, durch Einstich eine Ödemkugel im Korium. Dieser 
Kugel werden mit einer Schere Fetzen entnommen und 
gezupft. Kerne, Mastzellen, die Körper der Bindegewebs- 
zellen usw. erscheinen mehr oder weniger gefärbt. 

936. Für die Darstellung elastischer Elemente der 
Cutis an Schnitten bediene man sich des Weigertschen 
Verfahrens (siehe § 461) und der Taenzer-Unnaschen 
Orzeinmethode (siehe § 463) ; ferner erwähnen wir folgende 
Methoden. 

987, Nach Stöhr und 0. Schnitze färbt Safranin 
nach der Methode von Flemming für Kernfärbung an- 
gewendet, auch elastische Fasern der Haut und der Gefäße 
rot. Mit Osmiumsäure allein behandelte Präparate zeigen 
ebenfalls spezifisch gefärbte elastische Fasern. 

938. Nach Martinotti kommen frische Hautstücke von 
2 — 3 ccm in eine 2 Vo ige Lösung von Arsensäure auf 24 Stun- 
den, dann auf 5—15 Minuten in Mtillersche Flüssigkeit, dann 
in folgende Lösung: 2 g Silbernitrat werden in 3 ccm destil- 



§ 939 — ^942. Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. 275 

Herten Wassers gelöst und 15 — 20 ccm reines Glyzerin hinzu- 
gefügt. Nach 24 Stunden wird mit destilliertem Wasser ge- 
waschen und in Alkohol gebracht und in diesem geschnitten. 
Die Schnitte kommen ganz kurze Zeit in eine physiologische 
Kochsalzlösung, dann in absoluten Alkohol. Diese Methode 
ist auch für andere Organe anwendbar. 

Um nach der Färbung mit der Martinottischen Methode 
die elastischen Fasern rein schwarz, resp. den Grund farblos 
zu erhalten, empfiehlt Ferria, die Schnitte eine kurze Zeit 
in Ätzkalilösung zu behandeln, resp. bis 24 Stunden in ab- 
solutem Alkohol liegen zu lassen. 

939. In jugendlicher Haut kommen normal elastischen Fasern 
ähnliche vor, welche sich mit basischen Farbstoffen imbibieren 
— Elaelnfasem. Auch trifft man Fasern an, welche wie ela- 
stische sich färben lassen, aber das Aussehen von kollagenen 
Fasern haben — Kollastin fasern. Wie kollagene aussehende 
Fasern, welche aber basische Farbstoffe halten, heißt man 
Kolla ein fasern. 

940. Färbt man mit saurer Orceinlösung die Haut 10 bis 
15 Minuten, wäscht mit verdünntem Alkohol und Wasser aus, 
färbt dann mit polychromer Methylenblaulösung 2 Minuten, 
wäscht wieder mit Wasser aus, behandelt die Schnitte mit 
83 böiger Tanninlösung mit etwas Orange G-Zusatz einige Mi- 
nutisn, wäscht nun mit Wasser längere Zeit gründlich aus und 
schließt (durch Alkohol abs., Xylol) in ICanadabalsam ein, so 
färbt sich dabei nach Krzysztalowicz Elastin und mit 
diesem verwandtes Kollastin mit Orcein dunkelbraun, Elacin 
und das ihm verwandte KoUacln und die Zellkerne blau, ge- 
wöhnliches Kollagen mit Orange gelb. 

941. Haare von Menschen und Tieren können unmittel- 
bar unter das Mikroskop gebracht und unter Wasser unter- 
sucht werden. Die Nager haben eine sehr entwickelte 
Marksubstanz, und bei denselben ist auch das Oberhäutchen 
prägnant zu sehen. Für das Isolieren der Rinden- und 
Oberhäutchenzellen empfiehlt sich das Mazerieren in Kali- 
lauge (von 33% unter Erwärmen, oder tagelang bei ge- 
wöhnlicher Temperatur) oder Natronlauge; mit Schwefel- 
säure konzentriert oder verdünnt, erzielt man ähnliche 
Resultate; auch Ammoniak (wochenlange Mazeration) führt 
zum selben Ziel. — Man erwärme das Haar mit Schwefel- 
säure in einem Uhrschälchen, bis sich das Haar zu krümmen 
beginnt, und untersuche alsdann in Wasser : Rinden- und 
Markschicht sind zerfallen in ihre Bestandteile, das Haar- 
oberhäutchen ebenfalls. 

942. Für die Untersuchung der Haare und deren 
Wnrzelscheideii verwende man mit Müll er scher Flüssig- 

18 • 



276 Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. § 943 — 947. 

keit oder mit Alkohol fixierte Objekte, welche beliebig ge- 
färbt und so geschnitten werden, daß die Haare entweder 
genau quer oder längs (das Orientieren macht oft Schwierig- 
keiten) getroffen werden. Alles im § 919 Gesagte hat auch 
hier Gültigkeit. 

943. Zur Gewinnung feiner Schnitte durch die Haare 
rasierte sich Henle zweimal kurz hintereinander mid nahm 
die beim zweiten Male erhaltenen Haarschnitte unter das 
Mikroskop. 

944. Will man aber verschiedene Teile der Haare 
und der Haarwurzelscheiden in verschiedenen Farben zur 
Darstellung bringen, so verwende man Karmalaun-Indigo- 
karmin (siehe § 292) oder färbe nach Hämalaun mit Eosin, 
Orange- und anderen Teerfarbstoffen nach. 

Jodmethylviolett färbt besonders leicht die innere Haar- 
wurzelscheide (Unna). 

»Es gibt wohl kaum ein Körpergebilde, welches sich 
besser für die reiche Skala der Teerfarben eignet, wie Haar 
und HaarbaJg« (Fr. Merkel, Ergebnisse B. I., S. 226 [92]). 

945. Das Material für Untersuchung der Nägel an 
Schnitten, wenn man den harten Nagel selbst nicht durch 
Schaben entfernen will, wird Föten und Kindern der 
ersten Lebensjahre entnommen. Die Elemente des Nagels 
isoliert man in konzentrierter Kalilauge, welche man bis 
zum Kochen erwärmt, dann abkühlt. Fetzen des weich 
gewordenen Nagels lassen sich auf dem Objektträger durch 
Andrücken des Deckglases isolieren. 

946. Onychin ist in Essigsäure, Salnetersäure, in 
Alkalien, sowie in künstlicher Verdauungsnüssigkeit un- 
löslich. W. Krause, Hertwigs Handbuch. 

947. Sensible Nervenendigungen der Haut. Wir 
beschränken uns auf die Darstellungsweise weniger sen- 
sibler Nervenendapparate: Meißnersche, Herb st sehe, 
G r and ry sehe, Vater-Pacinische Körper, Fibrillen und 
Telodendrien der Epidermis und die Tastscheiben. Diese 
Endapparate haben wir aus der großen Zahl der bereits 
bekannten herausgegriffen, weil sie leicht zugänglich sind 
und ohne besondere Schwierigkeiten zur Ansicht gebracht 
werden können, und weil sie von allen Typen der sen- 
siblen Nervenendigungen eine Vorstellung zu geben ge- 
eignet sind. Für das Studium der sensiblen Nerven- 
endigungen berücksichtige man in erster Linie die Gold- 



§ 948 — 954. Haut, Haare, Nägel u. sensible Nervenendigungen. 277 

methoden: die von Ehrlich, Golgi-Ramon y Cajal 
und Bielschowsky; speziell heben wir nachstehend 
folgendes hervor. 

948. Die Meißnerschen Körperchen sind an beliebig 
fixierten und tingierten Querschnitten durch die Papillen 
der Haut an denjenigen Stellen, wo sie zahlreich vor- 
kommen, z. ß. an der Volarfläche der Endglieder der Finger, 
ohne weiteres auf jedem Schnitt als quergestrichelte ovale 
Körper in denselben zu erkennen. 

949. Eine alte Methode besteht in folgendem: Die Haut 
wird von der Endphalanx der Finger oder Zehe abpräpariert 
und einige (bis 10) Minuten gekocht. Das Wasser samt dem 
Hautstück läßt man kalt werden, dann nimmt man es heraus. 
Es läßt sich nun die Epidermis abziehen ; auf dem Cutissttick 
sieht man mit der Lupe intakte Papillen, die man mit einem 
Rasiermesser abtragen kann. Diese Papillen werden auf einem 
Objektträger deponiert, mit einer etwa 3 ^/^ igen wässerigen 
Eisessiglösung behandelt und mit einem Deckglase bedeckt. 
Nach einer Stunde bereits sieht man in vielen Papillen Meiß- 
nersche Tastkörperchen als ovale quergestreifte Körper und 
zuweilen sogar den hinzutretenden Nerv. 

950. Will man die Ausdehnung der Markscheide der 
hinzutretenden Nervenfaser kennen lernen, so behandle 
man ein kleines Hautstück mit Osmiumsäure (s. § 47) 
und schneide senkrecht auf die Oberfläche der Haut, um 
die Papillen der Länge nach zu treffen. 

951. Um die Beziehungen der Nervenfasern zum 
Meißnerschen Körperchen zu eruieren, vergolde man 
die Hautstücke nach der im § 608 erwähnten Lö witschen 
Methode. 

952. Die Herbstschen und die Grandryschen Körper- 
chen kommen in der Wachshaut des Entenschnabels und 
in den Gaumenleisten desselben Vogels vor. Sie lassen 
sich als solche bei beliebiger Fixierung und Färbung er- 
kennen. 

Eine wahre Fundgrube der Herbstschen Körperchen 
ist die Zunge von Spechten (Dr. Ludwig Ferdinand, 
Prinz von Bayern, 84). 

953. An mit Osmiumsäure behandelten Stücken sieht 
man den Nerv, soweit er markhaltig ist, in Beziehung zu 
den Körperchen treten. 

954. Will man die Nerven weiter verfolgen, so greife 
man zu einer von Carri^re (82) empfohlenen Böhmschen 



278 Haut, Haare, Nägel u. sensible l^^ervenendigungen. § 956 — d6l. 

Methode: Stücke einer frischen, mit dem Rasiermesser 
abgetragenen Wachshaut (mit Cutis bis zum Periost) des 
Entenschnabels kommen in 50% ige Ameisensäure auf 
20 Minuten; sie werden mit destilliertem Wasser flüchtig 
gewaschen und kommen auf ebensolange Zeit (20 Minuten) 
in eine geringe Menge einer l^/oigen Goldchloridlösung. 
i)ie Stücke werden abermals einige Sekunden in destillier- 
tem Wasser gewaschen, um in eine große Menge (etwa 
300 ccm) Prich ardscher Lösung übertragen zu werden; 
diese besteht aus Amylalkohol 1, Ameisensäure 1, destil- 
liertem Wasser 98; in dieser verbleiben die Stücke im 
Dunkeln 24 — 36 Stunden, werden mit Wasser abgespült, 
mit Alkohol gehärtet und geschnitten, 

955. Die größten und bekanntesten sensiblen End- 
apparate sind die Vater -Pacini sehen Kl^rperchen. Die 
Verbreitung derselben ist eine sehr große, wir erwähnen 
das Mesenterium der Katze als eine Fundgrube für solche ; 
sie sind da mit bloßem Auge leicht wahrzunehmen. 

956. Diese Körperchen lassen schon im frischen Zu- 
stande unter dem Mikroskop vieles erkennen. Man imter- 
suche in physiologischer Kochsalzlösung. 

957. Will man sich überzeugen, d^ die Lamellen aus , 
Endothelzellen zusammengesetzt sind, so versilbere man J| 
die Körperchen nach § 378. 

958. Nerven der Epidermis. Nach der Goldmethode 
(siehe § 608) oder nach der folgenden : 

959. Stückchen der Haut werden mit einer 1/2 ^o^g^^^ 
Arsensäure angesäuert, sie kommen sodann 1/2 Stunde in 
eine 1 — 27oig6 Goldchloridlösung und werden schließlich 
in eine l%ige Arsensäure übertragen, wo die Reduktion 
erfolgt (Goldscheider, 86). (Objekt Tastballen). 

960. Tastscheiben vom Rüssel des Schweins. Methode 
von Löwit (siehe § 608), hierfür empfohlen von 
Bonnet (78). 

Bonn et verfährt nach einer modifizierten Weigertschen 
Methode. Die Hautstücke werden in ^/sVoiger Chromsäure 
fixiert, geschnitten, mit Hämatoxylin überfärbt und mit 
alkoholischer Lösung von rotem Blutlaugensalz bis zur 
scharfen Differenzierung behandelt. 

961. Haut etc. jüngerer Tiere behandle man auch nach 
Ramon y Cajal (siehe §657 und 671). 

Literatur zu Kapitel 17: Ledermann und Ratkowski (94), 
Joseph und Loewenbach (00). 



§ 962—967. Auge. 279 



18. Kapitel. Auge. 

962. Der von Muskeln und lockerem Bindegewebe bis 
auf die Sklera befreite ganz frische Augapfel wird mit 
Müllerscher Flüssigkeit (siehe § 37) fixiert. Ein Augapfel 
von der Größe des menschlichen darf mindestens 3 Wochen 
darin belassen werden. Der Bulbus wird dann sorgfältig 
in fließendem Wasser ausgewaschen und in Spiritus von 
allmählich steigender Konzentration übergeführt. Ist ein 
Auge sehr klein, so kann man es ganz im Stück färben 
und schneiden. Auch nach § 69, aber nur 1 Tag. 

968. Es ist von einer Paraffindurchtränkung hierbei 
abzuraten, da Sklera, und namentlich die Linse, in Paraffin 
viel zu hart werden. Man durchtränke daher mit Zelloidin. 
Größere fixierte Augen werden unter Spiritus mit einer 
scharfen Schere durch einen äquatorialen Schnitt eröffnet, 
der Glaskörper entfernt und Stücke aus verschiedenen 
Regionen, die alle Augenhäute enthalten, herausgeschnitten 
und weiter bearbeitet. 

964. Flemmingsche, Merkeische, Zenkersche 
Flüssigkeit, Salpetersäure (siehe §76) Sublimat-Salpetersäure 
(gesättigte Sublimatlösung 100, Salpetersäure 5) können 
ebenfalls als Fixierungsmittel für das ganze Auge emp- 
fohlen werden. 

Merke Ische (70) Flüssigkeit: Platinchlorid 1: Wasser 
400, Chromsäure 1: Wasser 400 zu gleichen Teilen. Die 
Bulbi werden halbiert und 3 — 4 Tage eingelegt. 

965. Schnitte, welche durch die ganze Dicke des Auges 
geführt sind, lassen eine allgemeine Orientierung über die 
Topographie der Außenhäute und deren Schichtung zu, 
sind aber nicht geeignet für das Studium feinerer Details, 
dafür sind speziellere Wege einzuschlagen. 

966. Corneae kleinerer Tiere, frisch ausgeschnitten, 
können in indifferenten Flüssigkeiten oder in der Kammer- 
flüssigkeit, die man durch Einstich einer fein ausgezogenen 
Kapillarröhre in den Augapfel gewinnt, vor Verdunstung 
geschützt, untersucht werden. 

967. Das vordere Epithel wird an Schnitten, einer mit 
Müllerscher oder Flemmingscher Lösung behandelten 
Hornhaut entnommen, studiert. Als Mazerations- 
flüssigkeit verwende man Vs Alkohol. 



280 Auge. § 968-973. 

968. Das Descemetsche Endothel kann durch Ver- 
silberung und nachträgliche Färbung zur Darstellung ge- 
bracht werden (siehe § 378). 

969. Zur Untersuchung des Endothels der Cornea injiziert 
Nuel sofort, nachdem das Tier getötet wurde (Kaninchen, 
Vogel), in die vordere Augenkammer 1— 2°/oige Ameisensäure, 
nachdem vorher Humor aqueus abgeflossen ist. Dann wird 
das Auge enukleirt und 3 — 5 Minuten in 1 ^/q ige Osmiumsäure 
gelegt. Dann kann man die Cornea ausschneiden und sofort 
oder nach Karminfärbung untersuchen, Nuel etCornil (90). 

970. Bei einem frisch getöteten Tiere schneidet man 
die Cornea am Homhautrande heraus, krempelt sie um 
und taucht sie auf 5 bis höchstens 10 Minuten in Eisessigsubli- 
matlösung. Das fixierte Epithel der Descemetschen Haut 
läßt sich nun bequem mit einem Pinsel fetzenweise ab- 
lösen. Statt Sublimat-Eisessig kann die Flemmingsche 
Lösung gebraucht werden. Weitere Behandlung mit Al- 
kohol ; Färb ung mit Hämatoxylinlack nach M. Heidenhain. 
Als besonders günstiges Objekt wird die Katze empfohlen. 
Es färben sich in Epithelien Gebilde, welche an Golgi- 
Netze in Spinalganglien erinnern. (Ballowitz 00). 

971. Die Grandsabstanz der Hornhaut läßt sich nach 
Mazeration in Kalkwasser z. B. (auch übermangansaurem 
Kalium) in Lamellen und Fibrillen zerlegen (Rollett, 72). 
Gewöhnliche kollagene Bindegewebsfasern quellen in Wasser 
nicht auf, wohl aber die Fasern der Hornhautgrundsubstanz. 
In der Grundsubstanz der Pferdehornhaut findet man nach 
Ciaccio eine beträchtliche Menge elastischer Fasern vor. 

972. Die Hornhaatkörpercheii können in vielfacher 
Weise untersucht werden. Es wird mit einem Lapisstift 
die vom vorderen Epithel befreite Hornhaut am lebenden 
Tiere (Frosch) geätzt. Schneidet man alsdann die Cornea 
aus und überträgt dieselbe in Wasser, so erscheinen alsbald 
die Hornhautkörperchen mit Ausläufern hell auf dunklem 
Grunde: negative Versilberung (Ranvier 81). 

973. Die dickeren Hornhäute größerer Tiere werden 
ebenso behandelt, müssen jedoch an Flachschnitten, die 
man mit der Hand anfertigt, studiert werden. Läßt man 
solche mit Höllenstein behandelte Hornhäute ein paar 
Tage im Wasser liegen, so entfärbt sich die Grundsubstanz, 
und die Hornhautkörperchen werden dunkel: positive 
Bilder (Ranvier 81). 



§ 974—982. Auge. 281 

974. Leber (68) behandelt die Cornea eines Frosches kurze 
Zeit mit einer ^/j—l^/oigen Lösung von Eisenoxydsulfat; 
die Hornhaut wird auf einen Augenblick in destilliertes Wasser 
eingetaucht und kommt sofort in eine l°/oige Lösung von 
Ferricyankalium. Nach einigen Minuten sind die Hornhaut- 
körperchen, zuweilen in der ganzen Dicke der Cornea, mit 
ihren Ausläufern gefärbt. 

975. Die Hornhautkörperchen können aber auch durch 
Vergoldung dargestellt werden, wobei die Nerven der 
Cornea ebenfalls gefärbt werden. 

Speziell für die Hornhaut empfiehlt Ran vier (89) 
Goldchloridkalium in einer l%igen Lösung. 

Eine Froschhornhaut kommt auf 5 Minuten in Zitronen- 
saft (siehe § 610), dann auf 1/4 Stunde in die eben er- 
wähnte Goldlösung; reduziert wird im Lichte in schwach 
mit Essigsäure (2 Tropfen auf 30 ccm) angesäuertem Wasser 
1—2 Tage. 

976. Hornhautkörperchen mit Ausläufern (deren Aus- 
güsse) können auch nach der Altmann sehen Methode 
(siehe § 708) dargestellt werden. 

Siehe auch Ranvier (81). 

977. Wenn man die Hornhaut in einerfeuchten Kammer 
Osmiumsäuredämpfen aussetzt und dann in Wasser unter- 
sucht, so bekommt man sehr deutliche Bilder der Horn- 
hautkörperchen. Hornhautfibrillen, im Gegensatz zu ge- 
wöhnlichen KoUagenen , quellen im Wasser und brechen 
im aufgequollenen Zustande das Licht anders wie die 
Hornhautzellen, und deshalb werden diese deutlich sichtbar. 

978. Die Sklera wird nach den Methoden, die für 
Bindegewebe (§ 449 ff.) angegeben worden sind, behandelt. 

979. Die Vaseulosa und Iris werden am bequemsten 
an albinotischen Kaninchen studiert. Man unterlasse nicht, 
die Iris an sehr gut orientiei-ten Objekten flach zu schneiden. 

980. Die Lymphgefäße der Chorioidea können mit der 
Altmannschen Methode zur Anschauung gebracht werden 
(siehe § 707 und bei Altmann [79], Seite 500 ff.). 

981. An fixierten pigmentierten Augen kann man auf 
Kosten der guten Konservierung das Pigment mit Chlor- 
oder Bromwasser zerstören, (s. Bleichen der Pigmente 
§ 363 ff.). 

982. Die Linse ausgewachsener Tiere läßt sich, es mag 
die Vorbehandlung sein, welche sie wolle, schlecht schneiden. 



Ö8Ö Auge. §983-988. 

eher in Zelloidin, in Paraffin nur dann, wenn man nach 

i'edem Schnitt die Schnittfläche des Paraffinblockß nait 
leißem Paraffin vermittelst eines weichen Pinsels rasch 
bestreicht. Diese Methode ist für harte und brüchige Objekte 
überhaupt zu empfehlen. Die Linsen älterer Tiere müssen 
vor dem Schneiden ausgebohrt , d. h. es muß der sog. Kern 
entfernt werden (C. Rabl, 94 und 00). 

983. An mit starker Salpetersäure (bis 30Vo)i"azerierten 
Linsen lassen sich leicht die Linsenfasern isolieren. 

984. Levi (04) wendet für die Isolation der Linsen- 
fasern 1— 2%ige Natron-Fluoridlösung an. 

985. Isolation der Linsenfasern mit Vs Alkohol. 
Frische Linsen werden 2 Stunden eingelegt, dann wird die 
Linsenkapsel durch Anstechen eröffnet, es verbleiben die 
Linsen noch 24 Stunden in Vs Alkohol; es wird nun auf 
dem Objektträger in Glyzerin gezupft und nach Pikro- 
karminzusatz eingelegt und umrandet. Man studiere die 
verschiedenen Formen der Linsenfasern, vor allem beim 
Fisch und Säugetier. 

986. Retinae größerer Tiere sind an in toto behandelten 
Augen in der Regel mangelhaft fixiert, weil sie sich ver- 
ändern, ehe die fixierende Flüssigkeit durch die Sklera 
gedrungen ist. In solchen Fällen muß die Retina nebst 
Chorioidea unter Kochsalz rasch nach den bekannten 
Regeln isoliert und dann fixiert werden, oder das Auge 
wird durch einen Schnitt (äquatorialen) halbiert und nach 
Entfernung des Glaskörpers mit fixierender Flüssigkeit be- 
handelt. 

987. Alssolche sind zu empfehlen -.Müllersche Flüssigkeit 
(1 — 2 Wochen lang), Salpetersäure von 3% (24 Stunden 
auswaschen und dann TO^oig^r Spiritus), Flemmingsche 
Flüssigkeit und vor allem die Osmiumsäure. 

988. Diese wird nach Ran vier (89) folgendermaßen 
angewandt: Augen kleinerer Tiere: Maus, Triton, Frosch etc. 
werden herausgenommen, vorsichtig (ohne auf den Bulbus 
zu drücken) mit Schere von Muskeln etc. befreit und mit 
Osmiumgäuredämpfen ^/^—'^k Stunde geräuchert (siehe § 49). 
(Größere Bulbi müssen vor der Räuclierung eröffnet und 
Glaskörper und Retina von innen geräuchert werden.) 
Nach der Raucher ung ist die Retina genügend fixiert, 
imd man kann das Auge unter 1/3 Alkohol durch einen 



§ 98Ö— 994. Auge. Ö8ft 

äquatorialen Schnitt eröffnen und in diesem einige (3 — 4) 
Stunden belassen. Die hintere Augenhälfte (mit dem Nerven) 
wird mit Pikrokarmin einige Stunden gefärbt und aus 
diesem in l%ige Osmiumsäurelösimg auf 12 Stunden über- 
tragen, worin die definitive Fixierung der Elemente erfolgt. 
Es wird mit Wasser gewaschen, mit Alkohol behandelt und 
in Paraffin geschnitten. 

989. Zürn empfiehlt eine heißgesättigte Sublimatlösung 
in physiologischer Kochsalzlösung mit 1 — 1,5^0 Eisessig 
als die beste Fixierungsflüssigkeit für Retina. 

990. Man achte darauf, ob man Dunkeltiere oder 
dem Licht ausgesetzte fixiert, denn die Pigmentverteilung 
in der Retina und die Länge der Innenglieder der Zapfen 
verändern sich. Letztere werden nach Engelmann (85) 
bei belichteten Tieren kürzer. 

991. Osmiumsäure schwärzt die Stäbchen verschiedener 
Tiere, z. B. die des Frosches (Ranvier). 

992. Um Sehpurpur in Schnittpräparaten sichtbar zu 
machen, gibtStern (Referat von Schief ferdecker) folgende 
Methode an: Ein Frosch wird 2 Stunden im Dunkeln ge- 
halten (maximale Purpurbildung nach Kühne), bei rotem 

||L Lichte dekapitiert, die vordere Bulbushälfte samt Linse 
(bei erhaltenen Orbitalknochen, welche erst später entfernt 
werden) weggeschnitten und in 2,5% ige Platinchloridlösung 
(0,5 — 10%ige wirkt annähernd gleich) auf 12 — 14 Stunden 
eingelegt. Man entfernt nun die Orbitalknochen, entwässert 
in Alkohol, bettet durch Xylol in Paraffin ein und schneidet 
10 — 20 /ti dick. Die Außenglieder der Stäbchen sind intensiv 
orange gefärbt. Außer beim Frosch geht diese Methode bei 
Kaninchen und Katze sehr gut. Auch Sublimat fixiert 
Sehpurpur in gelber Farbe, diese geht aber durch die Be- 
handlung mit Alkohol, Xylol usw. verloren. 

993. Ist die Sklera zu hart, so kann man sie mit 
scharfem Messer an mit Paraffin durchtränkten Stücken 
nach Bedarf entfernen. 

994. Beim Studium der Retina begnüge man sich nie 
mit Querschnitten, sondern fertige auch gut orientierte 
Flachschnitte an. Mit Recht weist W. Krause auf 
diesen Umstand hin und bemerkt, daß man, ohne Flach- 
schnitte untersucht zu haben, schwerlich zu einer richtigen 
Vorstellung über den Bau der Zwischenkömerschicht z. B. 
gelangen kann. 



284 Auge. § 995—999. 

995. Als weiteres Fixierungsmittel, das sehr gut die 
Außenglieder konserviert, aber auch bei der Isolation der 
Stützfasern Gutes leistet, ist die lO^o^ge Chloralhydrat- 
lösung anzuführen (Krause, 84). 

996. Die Retinae lassen sich im allgemeinen gut färben, 
und die Mehrfacbfärbungen liefern (außer nach Osmiumsäure- 
behandlung) farbenreiche Bilder, welche für Demonstrations- 
zwecke z. B. unter Umständen Nutzen bringen. 

997. Dogiel setzt seine Methode der Retinafärbung 
näher auseinander: »Ein eben enukleirtes Auge eines Warm- 
blüters wird durchschnitten, die Retina in Fetzen mit 
Pigmentschicht und Glaskörperresten vorsichtig aufgehoben, 
mit der äußeren Fläche nach oben, auf breite Objektträger 
gebracht und deren Oberfläche oder aber der Objektträger 
am Rande des Präparats mit einigen Tropfen einer Ve hiß 
Vs^igen Methylenblaulösung benetzt. Nach 5 Minuten 
wird jedes Stück auf ein reines Objektglas, doch dieses Mal 
mit der Nervenfaserschicht nach oben, übertragen, der 
Glaskörper teilweise vorsichtig mit einer Schere entfernt 
und dasselbe oder der Objektträger am Rande des Präpa- 
rats mit 2 — 3 Tropfen einer Methylenblaulösung ange- 
feuchtet. Die Objektgläser werden alsdann in einer flachen 
Schale, die gut schließt, geordnet und in derselben in einem 
Thermostaten aufgestellt ; von Zeit zu Zeit muß die Färbung 
der Nervenelemente unter dem Mikroskop kontrolliert 
werden; nach 30— 40 Minuten hat die Färbung gewöhnlich 
den Höhepunkt erreicht, worauf die Präparate entweder 
direkt auf dem Objektglas fixiert oder aber von letzterem 
abgehoben und in die Fixierungsflüssigkeit gebracht werden. 
Bei kleinen Warmblütern nimmt man am besten die ganze 
Netzhaut auf einmal heraus, ebenso wie bei kleinen Kalt- 
blütern (Frosch), bei denen jedoch die Färbung bei Zimmer- 
temperatur vor sich geht.« 

998. Wenn man den Glaskörper entfernt und die 
Innenfläche der Retina versilbert, so erhält man deutliche 
Silberbilder von den Grenzen der Füßchen der Müllerschen 
Fasern. 

999. Für die Retina empfiehlt Ramon y Cajal (94a; 
vgl. auch §671) folgendes, nach Golgi modifiziertes Ver- 
fahren : 

1. Eintauchen der hinteren Bulbushälfte nach Ent- 
fernung des Glaskörpers in 



§ 1000-1002. Ohr. 285 

Kaliumbichromat 3% — 20 ccm 
Osmiumsäure 1 7o— 5 — 6 ccm 
auf 1—2 Tage. 

2. Man trocknet dann die Stücke vorsichtig mit Fließ- 
papier und überträgt sie in ^U^Iq Höllensteinlösung auf 
24 Stunden. 

3. Ohne vorheriges Abwaschen kommen die Stücke in 
die erste Osmiumbichromatlösung. Letztere muß etwas 
weniger Osmiumsäure enthalten (auf 20 ccm Kaliumbichro- 
mat von 3% ßtwa nur 2 — 3 ccm der lo/oig^i^ Osmium- 
säure). 24—36 Stunden. 

4. Abermaliges Einlegen in ^/4% Höllensteinlösung 
auf mindestens einen Tag. 

Um Niederschläge auf ein Minimum zu reduzieren, 
empfiehlt es sich, die abgelösten Retinae vor der Behand- 
lung aufzurollen. Um das Wiederabrollen zu verhüten, 
übergießt man die Rolle mit dünnem Kollodium oder Zelloidin . 

1000. Um Neurofibrillen der Retina darzustellen, 
gibt R. y Cajal (04) zwei Methoden an. A. Frische Netz- 
hautstücke von ausgewachsenen Kaninchen werden mit 
Sclera 3 Tage lang im Thermostat bei 30—35® in einer 
l,57oigen Lösung von Silbernitrat belassen, in dest. Wasser 
einige Sekunden abgespült und auf 24 Stunden in Hydro- 
chinon (resp. Pyrogallussäure) 1 g, Formol 5 — 10 ccm und 
100 ccm dest. Wasser eingelegt. Nach kurzem (einige 
Minuten) Abspülen in dest. Wasser härtet man in Alkohol 
von steigender Konzentration und schneidet in Zelloidin. 
B. Man fixiert in 50 ccm Alkohol von 96 ^/^ mit 5 Tropfen 
Ammoniak, 24 Stunden ; nachdem man einige Sekunden 
in dest. Wasser gewaschen, überträgt man das Präparat 
auf 4 Tage in eine l%ige Silbernitratlösung bei 30®; weiter 
wie bei A. Wenn man zu der Reduktionsflüssigkeit 1/5 von 
96% Alkohol zusetzt, so heben sich die Fibrillen besser 
von der Grundsubstanz ab. In dieser Arbeit gibt R. y Cajal 
einen Versuch einer vorläufigen Theorie seiner Färbung. 

1001. Galle wirkt eigentümlich lösend auf die Außen- 
glieder der Stäbchen und Zapfen (Kühne, Dreser, (86). 

Weitere Literatur zu Kapitel 18: Greef, Seligmann. 

19. Kapitel. Ohr. 

1002. Bei der Behandlung der schallperzipierenden 
Organe gebricht es beim Anfänger in der Regel an der 



286 Ohr. § 1003—1008. 

genauen- Kenntnis der Lage derselben innerhalb des Felsen- 
beins bei den verschiedenen Tieren. Man fange deshalb 
•lieber mit Objekten an, die, ohne genauer makroskopisch 
zergliedert zu werden, eine Behandlung mit dem (von 
Weichteilen befreiten) Felsenbeine zulassen. 

Die Cochlea erzeugt bei Nagern scharf gezeichnete 
Vorsprünge im Cavum T^^mpani, und es ist die Möglichkeit 
des genauen Orientierens vor dem Schneiden dadurch ge- 
geben. Bei größeren Nagern kann man vor oder nach 
dem Fixieren die Schnecke abmeißeln, resp. abzwicken, und 
erst dann weiter behandeln. 

1003. Solche Felsenbeine werden in Müll er scher 
Flüssigkeit oder in Fl em min g scher Lösung fixiert und 
dann eventuell entkalkt. 

1004. Die Schnecke wird, nach Retzius (84) eröffnet, 
eine halbe Stunde mit einer V2%ig®ii Überosmiumsäure- 
lösung fixiert, darauf ebensolange Zeit mit V27oig®r Gold- 
chloridlösimg behandelt. Es wird nicht weiter entkalkt, 
das Cortische Organ stückweise herauspräpariert und 
untersucht oder nach Entfernung von Knochen geschnitten. 

1005. Nach Ran vier (89) eröffnet man die Schnecke 
mit einem Skalpell unter einem Osmiumsäuregemisch 
(20/q gelöst in physiologischer Kochsalzlösung). Man lasse 
alsdann dasselbe zwölf Stunden einwirken und entkalke 
mit einer 2Voigen, oft zu wechselnden Chromsäure. Die 
Entkalkung für Meerschweinchen dauert eine ganze Woche. 

1006. Das Cortische Organ kann nach § 1014 behandelt 
werden ( Vs Alkohol, dann Überosmiumsäure, resp. deren Dämpfe), 
(siehe § 49). 

1007. Als Entkalkungsflussigkeit ist die schweflige 
Säure, für sehr kleine Schnecken (wie die des Meerschwein- 
chens) auch eine 3% ige Salpetersäure und gesättigte 
Pikrinsäurelösung anderen vorzuziehen. Schnecken größerer 
Tiere müssen unter der fixierenden Flüssigkeit eröffnet, 
fixiert und dann entkalkt werden. Geschnitten wird in 
Zelloidin oder Photoxylin. Letzteres, da durchsichtig, er- 
leichtert die Orientierung.) 

1008. Labyrinth des erwachsenen Menschen. Wir 

führen hier zwei Beispiele an , die sehr befriedigende Re- 
sultate, auch was die Erhaltung des Sinnesepithels betrifft, 
ergaben (A. Scheibe). 



§ 1009—1010. Ohr. 287 

Die Felsenbeinpyramide wird nach den üblichen Regeln 
abgetrennt, die Schnecke und der obere Bogengang werden 
eröffnet. Man lasse die Müllersche Flüssigkeit 3 Wochen 
lang einwirken, wechsle diese in der ersten Woche alle 
Tage einmal, dann alle zwei Tage. Es wird alsdann 
24 Stunden mit fließendem Wasser gewaschen, in 80 böigen 
Alkohol auf 14 Tage, in 967oigen auf ein paar Tage und 
in die Entkalkungsflüssigkeit — 5 ^oige Salpetersäure, welche 
tägUch zu wechseln ist (§ 509) — auf 10—15 Tage über- 
tragen. Es wird nun 2 Tage lang in fließendem Wasser- 
leitungswasser gewaschen und in 80 böigen Spiritus auf 
24 Stunden, dann in 96% igen übertragen; im Spiritus 
letzterer Konzentration verbleiben die Stücke 6 — 8 Tage 
und werden mit Zelloidin durchtränkt (siehe § 119 f.) und 
geschnitten. Auch folgende Methode hat befriedigende Re- 
sultate ergeben: Die abgetrennte Pyramide mit eröffneter 
Schnecke und eröffnetem oberen Bogengang wird 2 Tage 
lang mit Müll er scher Flüssigkeit bei Zimmertemperatur 
behandelt, kommt alsdann in derselben oft zu wechselnden 
Flüssigkeit auf 3 Wochen in einen Thermostaten (33 ^ C), 
wird 48 Stunden in fließendem Wasser gewaschen, wird in 
00% igen Spiritus auf 14 Tage, aus diesem in dßyQigen 
auf 8 Tage übertragen, entkalkt usw. und dann mit Zelloidin 
durchtränkt und geschnitten. 

1009. Alexander, G. benutzt als Entkalkungsflüssig- 
keit Formol 5, Salpetersäure v. spez. Gew. 1,40 5, Wasser 100. 
Die Gehörorgane werden nach der üblichen Teilung, Iso- 
lierung und Verkleinerung der Felsenbeine möglichst rasch 
nach dem Tode in 10%igem Formol fixiert, in Alkohol 
nachgehärtet und in Zelloidin eingebettet; sie werden samt 
Zelloidin entkalkt. Die Entkalkungsflüssigkeit dann täglich 
gewechselt. Entkalkungsdauer für menschliches Material 
etwa 15 Tage. Nach der Entkalkung, die an dem in 
Zelloidin eingebetteten Objekt vorzüglich gelingt, wird 
das Präparat entsäuert, nachgehärtet und auf 2 Stunden 
in absol. Alkoholäther zu gleichen Teilen, sodann auf 
12 Stunden in dicke Zelloidinlösung gebracht, eingebettet 
und in 80%igen Alkohol gelegt; das Objekt ist nun 
schnittfähig. 

1010. Pray, A. fixiert Felsenbeine, bettet sie in 
Paraffin ein, entfernt das Paraffin nach der Erkaltung des- 
selben mit dem Messer bis auf den Knochen und nimmt 
die Entkalkung samt dem Paraffin vor. Nach Wässerung 



288 Nase. § 1011-1015. 

und Nachhärtung mit Alkohol wird noch einmal in Paraffin 
eingebettet, um zu schneiden. Das häutige Labyrinth 
wird dabei viel besser als sonst erhalten, und die Teile 
werden kaum disloziert. 

Alte Literatur für Kapitel 19: Politzer A. (89). 

20. Kapitel. Nase. 

1011. Um Orientierungspräparate von der Nasen- 
schleimhaut zu erlangen, muß man von z. B. in Flem- 
mingscher Lösung fixierten, natürlich der regio respira- 
toria sowohl, als der regio olfactoria entnommenen Stücken 
Querschnitte anfertigen. Es empfiehlt sich, Schleimhaut- 
stücke der letztgenannten Region in reiner Osmiumsäure 
(1%, siehe § 47) zu fixieren, da die Olfactoriusfasern und 
Fibrillen, im Gegensatz zu den Remakschen Fasern 
(siehe § 603), sich mit Osmiumsäure bräunen. 

1012. Epithelien der regio respiratoria werden mit 
Vs Alkohol (siehe § 369) isoliert. 

1013. Epithelien der regio olfactoria lassen sich eben- 
falls in Vs Alkohol mazerieren, die isolierten Sinneszellen 
aber, die sehr lang sind, verkrümmen sich und werden 
sonst vielfach verändert. 

1014. Um diesen Mißständen aus dem Wege zu gehen, 
empfiehlt Ran vier ein ebenso einfaches als vorzügliches 
Mittel. Epithelfetzen werden 1—2 Stunden mit i/g Alkohol 
mazeriert, dann fünf Minuten bis eine Viertelstunde mit 
Osmiumsäure behandelt. Jetzt kann im Wasser gezupft 
werden, die Zellen behalten ihre Form und können in 
Glyzerin eingeschlossen werden. 

1015. Die Methode von Golgi, auf die Schleimhaut 
der Nase jugendlicher Tiere und der Föten angewendet, 
hat hier zur Erkenntnis der bedeutungsvollen Tatsache 
geführt, daß die Riechzellen der regio olfactoria peripher 
gelegene Ganglienzellen sind (Ramon y Cajal, 94 b). 



Literatur -Verzeichnis.*) 



Im Literaturverzeichnis steht hinter dem Namen der Autoren eine fettgedruckte 

Zahl, welche die Jahreszahl, in der die betreffende Arbeit erschienen ist, 

bezeichnet. Die Zahlen sind abgekürzt und beziehen sich meistens auf die 

Jahre des vorigen Jahrhunderts. 00—08 bedeutet 1900—1908. 

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*) Enthält die im Texte zitierten Arbeiten; bei mehreren 
Arbeiten ein und desselben Autors entscheidet die beigesetzte 
Jahreszahl, eventuell bei mehreren Arbeiten aus einem Jahr 
a, b etc. — Wir haben weniger Wert darauf gelegt, diejenigen 
Arbeiten zu zitieren, durch welche neue Methoden zuerst ein- 
geführt wurden, vielmehr beabsichtigen wir, ein Nachschlagen 
zu weiterer Information zu ermöglichen. 

Böhm, Taschenb. t mikrosk. Technik. 6. Aufl. 19 



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— , 95. Beiträge zur Kenntnis der normalen menschl. Neu- 

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Westphai, E., 80. Über Mastzellen. Inaug.-Diss. Berlin. 
Whitmann, G. 0., 88. The eggs of amphibia. American Naturalist. 

Vol. 22. 
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WIssozky, N., 77. Über das Eosin als Beagens auf Hämoglobin 

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WoifT, Elise, 02. Beobachtungen bei der Färbung der elastischen 

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13. Bd. 
WoifT, Max, 05. Neue Beiträge zur Kenntnis des Neurons. Biolog. 

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(Russisch.) 



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Autoren-Register. 



§§ 

Abbe 335, 448. 

Achard et Aynand 379. 

Afanassiew 398. 

Albrecht 392. 

Alexander 338, 1009. 

Altmann 27, 174, 358, 360, 361, 

362, 707, 708, 716, 736, 976, 

980. 
V. Apäthy 119, 126, 133, 139, 156, 

188, 192, 194, 216, 250, 251, 

259, 263, 294, 300, 304, 668. 
Argutinsky 195. 
Auerbach 773. 
Azoulay 482, 685. 

Balfour 78. 

Ballowitz 852, 970. 

Balter 617. 

Barfurth 585, 880. 

Barlow 921. 

Bartel 689. 

Bastian 566. 

Behrens 788. 

Benda 106, 270, 354, 465, 690, 

822, 857. 
Beneden, siehe Van Beneden. 
Beneke 512. 
Berkley 799. 

Bethe 223, 601 f., 625, 667. 
Biedermann 753. 
Bielschowsky 458, 621, 641, 670, 

773, 796, 826, 947. 
Biondi 309, 404, 424, 429, 771, 

787, 812. 



§§ 
Bizzozero 24. 
Björkenheim 474, 596. 
Blanc 866. 
Blum 88. 

Böhm 784, 824, 870, 954. 
Böhmer 251, 253, 255, 264, 302, 

750. 
Boeke 869. 
Bokay 503. 
Bonnet 960. 
Bonney 350. 
Born 154, 177, 328, 332, 333, 336, 

338, 580, 881. 
Boveri 860. 
Bowman 565. 
Brandt 131. 
Braus 786. 
Bremer 608. 
Browicz 88. 
Brunk 91. 
Bürker 430. 
Burchardt 36. 
Burkhardt 24. 
Bütschli 357. 
Buzzi 926. 

Gajal Ramon y 307, 657, 671, 
686, 784, 961, 999, 1000, 1015. 
Carnoy 85, 357. 
Carnoy et Lebrun 882. 
Carriöre 954. 

CauUery et Charppelier 118. 
Chatin 494. 
Chilesotti 648. 



Autoren- Register. 



319 



§§ 
Chrzonszczewsky 782, 821. 
Ciaccio 971. 
CocciuB 380. 
Cohn 793. 

Cohnheim 446, 5G6, 569, 606. 
Cohnstein 396. 
Cornil 969. 
Coming 664. 
Corti 1004, 1006. 
Cox 640, 653, 824. 
Czokor 246. 

Daddi 483. 

Davidoff, v. 824. 

Deetjen 90, 408. 

Delafield 255, 299, 345, 640. 

Delamare 308. 

Descemet 968. 

Diessen 798. 

Dogiel 622, 997. 

Dieser 1001. 

Dürck 700. 

Duesberg 354. 

Duval 95. 

Eberth 828. 

Ebner, v. 512, 533, 539, 542, 555, 

586, 738. 
Edinger 43. 
Ehrlich 213, 257, 272, 309, 404, 

416, 417, 418, 420, 422, 423, 

429, 448, 737, 757, 771, 787, 

812, 997. 
EUenberger 769. 
Enderlen 719. 
Engel 448. 
Engelmann 13, 604. 
Erlicki 35, 38, 42, 673, 676, 681. 
Ewald 375, 376, 399, 438, 446, 

471, 531, 558, 580, 7ö2, 850. 

Faworski 670. 
Ferria 938. 

Fick 851, 879, 880, 927. 
Filatoff 187, 254. 
Fischel 933. 

Fischer, A. 27, 29, 41, 52, 88, 89, 
221, 223, 362, 798. 



§§ 

Fischer, E. 297, 607, 608. 

Flechsig 686. 

Flemming 27, 50, 53, 56, 57, 58, 
276, 278, 345, 348, 353, 461, 
482, 515, 537, 576, 585, 638, 
685, 710, 711, 727, 729, 752, 
7f)8, 771, 800, 802, 812, 841, 
855, 857, 868, 896, 909, 921, 
934, 964, 1003, 1011. 

Fleischl 599. 

Flesch 503. 

Flinser 380. 

Flint 476, 715. 

Fol 57. 

Forel 647. 

Foster 78. 

Franke 873, 885. 

Freeborn 455. 

Frey 251. 

Friedenthal 87. 

Friedländer 256. 

Frommann 592, 594, 649. 

Froriep 560, 578. 

Gad 617. 

Gasser 77. 

Gaule 174. 

Gerlach 646, 650, 789. 

Giannuzzi 737. 

Gierke 314. 

Giesbrecht 99. 

Gieson, siehe Van Gieson. 

Gilson 85. 

Götsch 523. 

Goldscheider 959. 

Goldschmidt 356. 

Golgi 88, 611, 614, 651, 652, 654, 
655, 658, 659, 688, 730, 737, 
747, 772, 824, 999, 1015. 

Grabower 608. 

Gram 282, 345, 856. 

Grandry 947, 952. 

Grawitz 448. 

Greef 1001. 

Grenacher 421. 

Grosser 706. 

Grünwald 425. 



320 



Autoren -Register. 



§§ 

Gscheidlen 435. 
Gudden 659, 680. 
Günther 653. 
Gulenko 526. 
GuUand 174. 
Gurwitsch 267. 

Hacker 859. 

Hagen, Clara 728. 

Hällstän 446. 

Halliburton 600. 

Hamburger 13. 

Hammer 344. 

Hannover 32. 

Hansen 259, 454, 491 fE., 501, 

721, 765. 
Hart 462. 
Hassal 814. 
Haug 505, 518. 
Hayem 431. 
Heidenbain, M. 86, 99, 184, 221, 

223, 262, 266, 276, 309, 314, 

352, 377, 399, 562, 578, 586, 

737, 787, 862. 
Heidenbain, R., 263, 309, 314, 

404, 429, 729, 748, 762, 771, 

812, 823. 
Heider 127. 
Heilmeyer 781, 794. 
Heineke, H., 713, 726. 
Held 36. 
Helly 74, 176. 
Henle 598, 819, 943. 
Henneguy 185. 
Hensen 49, 916. 
Herbst 947, 952. 
Hermann 27, 58, 88, 294, 345, 

854, 856. 
Hertwig, 0., 876. 
Herxbeimer 484. 
His 331, 338, 712. 
Höhl 473. 
Hörmann 849. 
Holmgren 86, 446, 510, 645. 
Hoyer 757. 
Huber 412, 691. 



§§ 
Jackson 475. 
Jacobson 32. 
Jordan 127. 
Joris 672. 
Joseph 961. 
Jung 131. 

Kaes 682. 

Kablbaum 354. 

Kahlden. v. 299, 518. 

Kaiser 218. 

Kaiserling u. Germer 26. 

Kallius 662. 

Kann 827. 

Kastschenko 331, 338. 

Key 21. 

Klaatsch 554. 

Klebs 95. 

Klein 763. 

Kleinenberg 78, 258. 

Koch V., G. 529. 

Koch, L. 135. 

Kockel 441. 

KöUiker, v., 547, 548, 599, 604, 

736, 806. 
Kolossow 386, 387. 
Kopsch 355, 643, 659, 786, 807, 868. 
Kostanecki 862 
Krause, C. 380. 
Krause, R. 310, 787. 
Krause, W., 565, 946, 994, 995. 
Krönig 217. 
Kronecker 16. 
Kronthal 663 f. 
Krysinski 123. 
Krzysztalowicz 940. 
Kühne 471, 575, 595, 609, 770, 

1001. 
Kultschitzky 270, 585, 681, 682. 
Kupffer, V., 600, 703, 775, 784, 

789, 790, 791, 792. 
Kupffer und Benecke 863. 

Lakhart 204. 
Lang 63, 71. 
LangendorfP 812. 
Langerhans 627. 



Antoren -Register. 



321 



§§ 
Langley 745, 758. 
Lanterman 589, 590. 
Lea 770. 
Leber 974. 
Lebhardt 847. 
Ledennann 926, 961. 
Lee 122. 
Lefas 424. 
Lenhoss^k 503, 645. 
Lepkowsky 545. 
Levi 374, 581, 777, 984. 
Lewall 745. 
Lindemann 484. 
Lo Bianco 72. 
Löwenbach 961. 
Loewenthal 43. 
Löwit 607, 608, 610, 951, 960. 
London 689, 827. 
Lubosch 863. 
Ludwig Ferdinand, Dr., Prinz von 

Bayern 952. 
Lugaro 642. 
Lundvall 502. 

Maas 766, 767. 

Mall 472, 716. 

Mallassez 528. 

Mallory 261, 456. 

Marchi 678, 685, 687, 688. 

Maresch 458. 

Markovitin 624. 

Martinotti 938. 

MaximofE 935. 

May 425, 427. 

Mayer, P., 64, 78, 179, 181, 238, 
242, 244, 245, 249, 250, 259, 
260, 278, 280, 286; 292, 758. 

Mayer, S., 666. 

Mays 376, 399. 

Meißner 773, 947, 948, 949, 951. 

Mercier 73. 

Merkel 740, 788, 944, 964. 

Merton 620. 

Metzner 278, 359. 

Meves 354, 397. 

Meyer Erich 426, 428, 713, 725. 

Michaelis 186. 



§§ 

Mönkeberg 601. 

Moleschott 579. 

Morel et Dolöris 312. 

Müller, Albert, 584. 

Müller, E., 10, 747, 787. 

Müller, H., 27, 35, 37, 42, 73, 
299, 461, 482, 483, 516, 651, 
652, 654, 673, 678, 681, 685, 
687, 693, 786, 916, 919, 925, 
938, 942, 962, 987, 1003, 1008. 

Müller, H. F., 404, 448. 

Münch 583. 

Muschenkoff 612. 

Muthmann 32. 

Nabias 619. 

Nägeli 411. 

Neelsen 124, 440. 

Negro 616. 

Neyt 350, 357. 

Nikiforoff 416. 

NüJl 269, 638, 639, 688. 

NoU 745. 

Novak 895. 

Nuel 969. 

Oberhäuser 335. 
Obregia 190. 
Oppel 719, 785, 795. 
Orsös 810. 
Orth 462. 

Pacini 947, 955. 

Pal 270, 652, 676, 678, 685, 687, 

856. 
Partsch 421. 
Peränyi 81, 825. 
Peter 333, 338,883. 
Petersen 191. 
Pfitzner 208, 276. 
Plehn 433. 
Plien 641. 
Pleuge 21. 

Podwissotzki 276, 576. 
Policard et Garnier 24, 815. 
Politzer 1008. 
Poll 87. 



Böhm, Taschenb. d. mikrosk. Technik. 6. Aufl. 



21 



Autoren -Register. 



§§ 
Popoff 355. 
Pranther 464. 
Pray 1009. 
Prichard 566, 954. 
Purkinje 328, 588, 693. 
Purkyne, siehe Purkinje. 
Prudden 255. 

Rabl, C, 80, 81, 84, 127, 246, 
345, 645, 982. 

Rabl, H., 482, 828. 

Ranke, H., 3. 

Ranvier 17, 369, 378, 3S4, 450, 
538, 546, 567, 568, 571, 573, 
588, 589, 592, 594, 607, 610, 
703,709, 730, 797, 803, 823, 972, 
973, 975, 976, 988, 1005, 1014. 

Rath, vom, 59. 

Ratkowski 926, 961. 

Rauber 894. 

Rawitz 298. 

Reichert 434, 578. 

Reinke 89, 185, 349. 

Remak 603, 1011. 

Renaut 814. 

Retzius 21, r^40, 566, 1004. 

Ribbert 793. 

Rieder 426, 428. 

Riese 662. 

Rivet 131. 

Röntgen 713. 

Rose 290, 529, 553. 

Röthig 466 

Rollett 438, 453, 565, 566, 569, 
574, 971. 

Rosenthal, W., 484. 

Roth 853. 

Rothe 790. 

Rouville, de, 20. 

Rubaschkin 197, 692. 

Rudneff 46, 92, 445. 

Rückert 854. 

Sabin 457. 
Saleski 723. 
Samassa 93. 
Sauer 825. 



§§ 
Schaffer 80, 455, 482, 509, 555, 

585, 653. 
Scheibe 1008. 
Schiefferdecker 124, 931. 
Schmaus 648. 
Schmorl 522. 
Schneider 183. 
Schridde 359, 389, 432. 
Schridde und Fricke 239, 313. 
Schuberg 293, 930. 
Schueninoff 442. 
Schnitze, M., 15, 32, 46, 210, 370, 

407, 633. 
Schnitze, O., 51, 108, 211, 265, 

382, 555, 677, 839, 875, 879, 

909, 912, 937. 
Schulze. F. E., 46, 577, 806. 
Schwalbe, E., 393. 
Schwann 597. 
Schweigger-Seidel 818. 
Seligmann 1001. 
Semon 881. 

Sharpey 543, 546, 547, 548. 
Siedlecki 862. 
Sihler 617. 
Sitten 91. 
Sjövall 355, 644. 
Sobotta 913. 
Sokoloff 745. 

Solger 141, 353, 486, 559, 736. 
Spalteholz 472, 475. 
Spee, Graf, 109, 540. 
Spuler 73, 247. 
Srdinko 829. 
Ssobolew 277. 
Stern 992. 
Stintzing 750. 
Stöhr 615, 937. 
Stöltzner 69, 514. 
Stork 864. 
Strasburger 268. 
Strasser 334, 336, 338, 881, 
Streeter 684. 
Streiff 328. 
Strelzoff 551, 552. 
Strobansky 291. 
Ströbe 651. 



Autoren -Register. 



323 



Taenzer 463, 936. 

Tandler 705. 

Tappeiner, v., 32. 

Tartakowsky 723. 

Teichmann 436. 

Teljatnik 687. 

Tellyesniczky 26, 30, 36, 40, 76, 

196. 
ThanhofEer, v., 402. 
Thies 713. 

Thoma 131, 448, 519. 
Thomä 141. 
Tonkoff 290. 

Unna 259, 389, 463, 482, 640, 936 
Urban 170. 

Van Beneden 350, 357. 
Van Gieson 299. 
Vater 947, 955. 
Virchow, H., 45, 868. 
Virchow, R., 437, 549. 

Waldeyer 248, 928. 
Wallert 724. 



§§ 

Weidenreich 411. 

Weigert 88, 147, 170, 189, 190, 
269, 270, 280, 288, 301, 440, 
441, 460, 461, 496, 645, 665, 
673, 674, 675, 676, 678, 681, 
688, 695, 721, 765, 809, 936, 
960. 

Weil 529. 

Weismann 571, 572. 

Welch 170. 

Westphal 421. 

Whitman 877. 

Wicklein 722. 

Wissozky 402. 

Wolfrum 122. 

Wolters 682. 

Woronin 388. 

Zachariadäs 472. 
Zenker 73, 841, 896, 964. 
Ziegler, P., 505. 
Zieler 432. 
Zilliacus 390. 
Zimmermann, K. W., 747. 



2P 



Sachregister. 



A. 

Ablösung des Eiweißes . . 181 
Absoluter Alkohol ... 100 
Abtupfen von Schnitten . 170 
Abziehen des Mikrotom- 
messers 140 

Abziehen d. Rasiermessers 7 
Achsenzylinder . . . 599, 648 

Acidophilie 273 

Adenoides Gewebe 469, 712 ff. 
Afanassiewsche Flüssigkeit 398 
Alaunkarmin . . . 237, 239 
Alaunkarmin-Dahlia . . . 421 

Alkanna 753, 926 

Alkohol absolutus . . . 100 
Alkoholbetäubung . . . 445 
Alkohol Vj (Ranvier) . . 369 
Alkohol-Eisessig .... 31 
Alkoholfixierung .... 28 
Alkoholhärtung .... 19 
Alkoholische Boraxkarmin- 
lösung 241 

Alkoholtabelle 20 

Alkohol Verdünnung ... 20 
Altmanns Gefriermethode . 360 
> Granulamethoden 358 ff. 
Altmannsche Korrosions- 
methode .... 707, 980 
Alveoläres Bindegewebe . 471 
Alveolenepithel der Lunge 806 f. 
Amöboide Bewegung . . 406 
Amphibieneier 834, 838, 873 ff. 
Anilinblau für Knochen 538 



Anilinblau (Ströbe) ... 651 
Anilinfarben, s. Teerfarben. 
Apdthys Goldmethode . . 668 
Aqua Javelli . . 676, 707, 878 
Areoläres Gewebe . . . 468 
Argentum nitricum . . . 378 
Ascaris megalocephala . . 351 
Atmungsorgane . . . 800 ff. 

Atropin 733 

Auerbachscher Plexus . . 773 
Aufhellungsmittel für 
Zelloidinpräparate , . . 169 

Aufkleben 171 ff. 

von Zelloidinschnitten 189 ff. 

nach Apäthy . . 192, 194 

» Argutinsky . . 195 

» Michaelis ... 186 

» Obregia .... 190 

» 01t 198 

» Rubaschkin . . 197 

> Weigert. ... 189 

von Paraffinschnitten 175 ff. 

mit Alkohol .... 174 

> Eiweiß .... 181 
» Eiweiß-Wasser . . 185 

> Farblösung ... 179 

> Gelatine .... 198 

> Kollodium-Rizinusöl 334 
t Traumatizin etc. . 358 
f Wasser .... 179 
y Zucker-Dextrin . 191 

von Zelloidin-Paraffin- 
schnitten 188 



Sachregister. 



325 



Aufspannen der Nerven 593, 600 
Aufspannen V Darmstücken 743 

Auge 962 fP. 

Außenzone des Pankreas . 771 
Auswaschen ... 32, 42, 225 

Azeton 27, 99, 102 

Azetonfixierung .... 91 
Azoulays Markscheiden- 
fttrbung 685 

B. 

Bänderschneiden . . 109, 159 
Bariumbichromat .... 36 

Basichromatin 341 

Basische Teerfarben 272, 276 ff. 

Basophilie 273 

Bauchspeicheldrüse . . 770 ff. 
Becherzellen .... 757 ff. 
Befruchtung, künstliche 865, 874 
Befruchtung, Neunaugen . 863 

Belegzellen 744 ff. 

Belegzellengranula . . 745 ff. 
Beleuchtungsapparat . . . 319 
Bendasche Hämatoxylin- 

färbung 857 

Benzoazurin 183 

Berlinerblau, Herstellung . 703 

> Imprägnation 666, 974 

> Leim .... 703 

> Reaktion . . 722 
Bezeichnung der Schnitt- 
reihenfolge 172 

Bindegewebe .... 449 ff. 
Bindegewebe der Leber 789 ff. 

Vergoldung 789 

Dichromsaures Silber . 795 
Verhalten gegenReagenzien 472 
Bindegewebsfärbung 454 f., 765 ff. 
Bindegewebsknorpel . . . 501 
Biondi-Ehrlichs Dreifarb- 
gemisch .... 309, 404 

Bismarckbraun 280 

Bleichmittel 363 ff 

Blende 316 

Bleu de Lyon . . . 290, 553 
Bleu de Lyon-Pikrinsäure . 291 



Blut 391 ff. 

> -Gefäße . 695, 779, 811, 817 

> -Körperchen ... 391 ff. 
Blutkörperchen, Glockenform 411 
Blutkörperchenmembran . 392 
Blutkörperchenzählapparat 448 
Blutkreislauf .... 443 ff . 

Blutkristalle 434 ff . 

Blutplättchen . . . 398, 430 
Böhmersches Hämatoxylin 251 
Bonnetsche Hämatoxylin- 

methode 960 

Boraxkarminlösung, alko- 
holische 241 

Boraxkarminlösung, 

wässerige 240 

Borns Plattenmodellier- 

methode 332 ff. 

Borns Wärmtischchen . . 177 
Brownsche Bewegung . . 366 
Brüten 894 

C. 

Calciumbichromat .... 36 
Calciumchlorid .... 14, 90 
Chlor, naszierendes . . . 365 
Chloralhydratlösung ... 995 
Chloroform für Paraffin- 
durchtränkung .... 99 

Chlorwasser 364 

Chondroitinschwefelsäure . 491 
Chondromucoid .... 491 

Chorioidea 980 

Chromameisensäure ... 82 

Chromatin 55, 340 

Chrom-Essigsäuregemisch . 868 

879, 880 

Chromidien .... 355, 357 

Chromophoren 754 

Chrom-Osmiumessigsäure- 
gemisch . . 33. 53, 56, 57 
Chromsäure . 32, 372, 516, 867 
Chromsaures Ammoniak 

(neutral) 823 

Chromsaures Öilber, siehe 
dichromsaures Silber. 



326 



Sachregister. 



Chrzonszcezwskys 
Methoden . . . 
Cochenille-Alaun . 
> -Tinktur 
Cornea .... 
Corneafibrillen . . 
Cortisches Organ . 
Cox Granulafärbung 
Cox Sublimatfärbung 
Cresylechtviolett . 
Cresylviolett . . 
Cutisbindegewebe 
Cyanophilie . . . 



782, 821 
246, 247 
. 245 
966 ff. 
. 977 
. 1007 
. 640 
. 653 
. 927 
. 611 
933 ff. 
. 346 



Dahlia-Alaunkarmin . . . 421 

Dammarharz 208 

Darm .... 727 ff., 742 ff. 
Darm, zytogenes Gewebe . 769 
Dauerpräparate von Blut- 
körperchen . . 399, 410 ff. 

Deckgläschen 2 

Deckglaspräparate . . . 413 

Definierflächen 331 

Delafields Hämatoxylin . 255 
Dentinfibrillen .... 541 f. 
Descemetsches Endothel 968 f. 
Dichromsaures Kalium, siehe 

Kalium bichromicum. 
Dichromsaures Silber 654 ff., 719, 
784 ff., 795. 799 
Doppelfärbungen ... 285 ff. 

Doppelmesser 8 f. 

Doppeltchromsaur. Kalium, 
8. Kalium bichromicum. 

Dotterfärbung 883 

Drüsen . . 731 ff., 734 ff., 802 

Durchtränkung .... 94ff 

y langsame . 103 

> s-Schema . 128 



E. 

Eau de Javelle 676, 707, 878 
Ebnersche Entkalkungs- 

fiüssigkeit 512 



Ehrlich-Biondische Fär- 
bung . . 309, 404, 429, 737 
Ehrlichs Hämatoxylin 256, 773 
Ehrlichsche Granula . . 417 ff. 
Eier 833 ff., 858 ff. 

> von Amphibien . 834, 838, 

873 ff. 
» > Fischen 834, 838, 864 ff. 

> y Reptilien 834, 838, 885 ff. 

> > Säugetieren 836 f , 839 f . , 

904ff. 

* » Vögeln 834, 894 ff. 

» > Wu-bellosen 351, 859 
Eier, dotterreiche .... 871 
Eierstock . . . 832 ff., 841 ff. 
Eileiter ....... 844f. 

Einbetten 115f. 

Einbetträhmchen . . 115,333 
Einschließen .... 201 ff. 
Einschließen von 

Knochenschliffen . . 536ff. 
Einschlußmassen . . . 202 ff. 

Einspannen 146 

Einstellen mit dem Mikro- 
skop 323 ff . 

Einstichinjektion .... 709 
Eisenhämatoxylin 266, 267, 301 
Eisennach weia .... 722 ff. 
Eisessig, siehe Essigsäure. 
Eiweiß (aufkleben) . 181, 197 
Eiweiß-Injektionsmasse . 706 

Eiweißkörper 27 

Eiweißlösende Reagentien 183 

Elacin 939 

Elastin 940 

Elastische Fasern der Cutis 936 ff. 

> > > Lunge 808 f. 
Elastische Netze .... 696 
Elastischer Knorpel . . 495 ff. 
Elastisches Gewebe . . 459 ff. 

Eleidintropfen 926 

Embryologische Technik 858 ff. 

Endokard 694 

Endothelien .... 378ff. 
Entkalken 504 ff. 

> nach Alexander 1009 
» > Pray . 1010 



Sachregister. 



327 



EntkalkungsflOssIgkeiten. 

Alkohol- Salpetersäure . . 519 

Chromsäure 516 

Ebnersche Entkalkungs- 

flüssigkeit 512 

Flemmingsche Lösung . 515 
Formol-Salpetersäure . . 1009 
Konzentrierte Pikrin- 
säure 508 

MüUersche Lösung . . 516 
Phlorogluzin mit Salz- 
säure 518 

Pikrin- und Salpetersäure 508 
Pikrinsäure, konzentr. . 508 
Salpetersäure .... 509 

Salzsäure 506 

Salzsäure- Chromsäure . 507 
Schweflige Säure ... 505 
Eosin 296 ff., 305, 401 f., 418 f. 
Eosinophile Zellen . . . 418 
Epidermiszellen .... 923 
Epithelfasem . . . 389, 933 
Epithelien . . 367ff., 471, 751 
Epithelien der regio ol- 

factoria 1013 

Epithelien der regio respira- 

toria 1012 

Epithelverteilung .... 390 
Erhitzen der Blutpräparate 416 
Erlickische Flüssigkeit . . 38 
Erwärmbarer Objekttisch . 407 

Erythrosin 645 

Erythrozyten .... 391 ff. 

Essigsäure 27, 34, 40, 53 ff., 73, 

451, 454 f., 460, 605, 762, 870 

Essigsaures Kalium . . . 210 

F. 

Fällungskraft d. Fixiorungs- 

mittel 27 

Färbbarkeit, Herstellung 

ders 277 

Färbetechnik, Einübung 230 ff. 

Färbung 220 ff. 

y adjektive .... 227 
* progressive . 228, 271 



§§ 
Färbung regressive . 228, 271 

* simultane . . . 285 
> Substantive . . . 227 

* succedane . . . 285 
Färbemethoden. 

Alaunkarmin .... 237 
> -Dahlia . . 421 
Alkoholische Borax- 
karminlösung . . . 241 
AnUinblau . . . 538, 651 
Anilinfarben, siehe Teer- 
farben. 
Azoulays Markscheiden- 
färbung 685 

Bendas Hämatoxylin . . 857 

Benzoazurin 184 

Berlinerblau 703 

Biondi-Ehrlich, s. Ehrlich- 

Biondi. 
Bismarckbraun .... 280 
Bleu de Lyon . . 290, 553 
Böhmers Hämatoxylin . 251 
Boraxkarminlösung, 

alkoholische .... 241 
Boraxkarminlösung, 

wässerige 240 

Cochenille-Alaun . . . 246 
Dahlia-Alaunkarmin . . 421 
Delatields Hämatoxylin . 228 
255 
Doppelfärbungen . . 285 ff. 
Ehrlich -Bioncüsche Fär- 
bung . . . 309, 404, 429 
Ehrlichs Hämatoxylin . 257 
Eisenhämatoxylin . . 266 
Eosin 296 ff.. 305, 4011, 418f. 
551 

Erythrosin 645 

Friedländers Hämatoxylin 256 

Fuchsin 281 

Fuchsin S. 299, 306, 309, 358, 
423, 454, 455, 461, 497, 716 
Gentianaviolett 282, 348, 856 
van Giesonsche Färbung 299 
Glychämalaun .... 260 
Goldmethoden, s diese. 
Golgis Methoden, s. diese. 



328 



Sachregister. 



Färbemethoden. 

Gramsche Methode 282, 856 

Grenachersche Karmine . 287 
241 

Hämalaim (P. Mayer) . 249 

Hämatoxylin, s. dieses. 

HämatoxyJin-Eosin . . 298 f. 

Hämatoxylin-lndigo- 

karmin 292 

Hämatoxvlin-Pikrin- 

säure .'.... 295, 484 

Hansens Bindegewebs- 

färbung 454 

Hansens Hämatoxylin . 259 

M. Heidenhains Häma- 
toxylin 266 

R. Heidenhains Häma- 
toxylin 263 

Indigokarmin 292, 782, 821, 944 

Indulin 418 f. 

Karmin-Bleu de Lyon 290 

Karminfärbung, s. diese. 

Karmin-Hämatoxylin . 551 
> -Indigokarmin . 292 

Kernfärbung. . . . 225 ff. 

Kleinenbergs Häma- 
toxylin 258 

Kongorot . . . .750, 766ff. 

Kultschitzkys Häma- 
toxylin 681 f. 

Magenta, s. Fuchsin. 

Magenta-Pikroindigokarmin307 

Mayer, P., Glychämalaun 260 

> > Hämalaun . 249 

> > Karmalaun . 238 

> > Muchämatein 761 

> > Muzikarmin . 759 

> > Parakarmin . 244 
Mehrfachfärbungen . . 285 f. 
Methylenazur .... 427 f. 
Methylenblau 384, 422, 423, 

490, 503, 639, 640, 730, 757, 

997 

Methylenblau-Eosin . 425 ff. 

Methylgrün 279, 305, 306, 309 

357, 551 

Methylgrün-Eosin . . . 305 



Färbemethoden. 

Methylgrün-Fuchsin S. . 306 
Methylgrün - Fuchsin S. 

Orange 309 

Methylviolett .... 538 
Muchämatein .... 761 

Muzikarmin 759 

Neutraler Farbstoff . . 423 

Nigrosin 455 

Nißls Hämatoxylinfärbung 269 
Orange . 302, 309, 348, 418 
Orzein . . . 463, 721, 765 
Orzein-Hämatoxylin- 

Fuchsin S.-Pikrinsäure 308 
Osmiumsäure .... 47 
Palsche Hämatoxylin- 
färbung 676 

Pikrinsäure . 276, 299, 358 
Pikrokarmin . . . 287, 288 
Pikromagnesia-Karmin . 286 
Pikronigrosin .... 455 
Rubin §., s. Fuchsin 8. 
Safranin . . . 276, 342, 348 

> -Gentiana violett . 856 
Safranin-Indigokarmin . 294 

> -Pikrinsäure . . 295 
Schneiders Karmin . . 183 
Schnittfärbung ... 229 f. 
Stückfärbung ... 229 f. 

Sublimat 652 ff. 

Sudan IH 483 

Tabelle der Mehrfachfär- 
bungen 314 

Taenzer-UnnascheOrzein- 

färbung 463 

Teerfarben, siehe diese. 
Thionin . . 278, 638, 757 
Triazidgemisch .... 309 

Urankarmin 648 

Versilberungsmethoden, 

siehe diese. 
Wässerige Boraxkarmin- 
lösung 240 

Weigert, elastische Fasern 46 1 

> Fibrinfärbung . 440 

Weigerts Hämatoxylin 673 ff. 

Färbetechnik, Einübung . 230 



Sachregister. 



329 



Färbung 220 fP. 

Färbung durch Fixations- 

methoden 220 

Färbung durch Osmium- 
säure 47, 220 

Farbgläser 235 

Fett 480 ff., 685 

Fettfärbung 483 ff. 

Fettimprägnation .... 708 

Fettlöslichkeit 482 

Fettponceau 484 

Fettresorption .... 752 ff. 

Fettzellen 480 ff. 

Fibrillen der Muskeln . 563 ff. 

> des Nerven . . 600 

> der Sehne . . 453 ff. 
Fibrinfärbung . . 439 ff., 442 
Fischeier . . . 834, 838, 864 ff. 
Fixationsmethoden ... 22 ff. 

Afanassiewsche Flüssigkeit 398 
Alkohol -Eisessig ... 31 
Alkoholfixierung . . 28 ff. 

Azeton 91 

Carnoysche Flüssigkeit . 85 
Chloralhydratlösung . . 995 
Chromameisensäure . . 82 
Chromessigsäure 868, 879, 880 
Chromosmiumessigsäure 53, 56, 

57 
Chromsäure . . 32, 516, 867 
Doppeltchromsaures Kalium 35 
Erhitzen der Blutpräparate 416 
Erlickische Flüssigkeit . 38 
FlemmingscheLösung53,56,878 
Folsche Mischung . . 57 

Formol 88, 875 

Gefrieren . 18, 21, 141, 360 
Gilsonsche Flüssigkeit . 85 
Hermanns Gemisch 58, 856 
KaliumbichromatEssigsäure 40 
Kalium bichromicum . . 35 

Lysol 89 

Merkeische Flüssigkeit . 964 
Molybdän saures Ammo- 
niak-Chromsäure . . 361 
Müllersche Flüssigkeit . 37 
Orths Gemisch .... 39 



Fixationsmethoden. 

Osmiumsäure, siehe Os- 

miumtetroxyd. 
Osmiumtetroxyd 46ff., 881, 399, 
410, 482, 567, 591, 693, 600, 
988 
Per^nyische Flüssigkeit 81, 826 
Pikrinessigsäure . . . 890 
Pikrinosmiumessigsäure . 60 
Pikrinosraium-Platin- 

chlorid-Essigsäure . . 61 
Pikrinsäure 77, 295, 299, 358, 
508, 716 
Pikrinsalpetersäure . 78, 508 
Pikrinschwefelsäure 78, 887, 
896, 907 
Pikrinsublimat .... 80 
Pikrinsublimatosmiumsäure 62 
Platinchloridlösung . 83, 345 
Platinchlorid-Osmium- 
säure-Eisessig . . 58, 856 
Platinchloridsublimat . . 84 
vom Rathsche Gemische 60, 
61, 62 
Salpetersäure 76, 342, 381. 896, 
987 
Salpetersäure -Silbernitrat 38 1 , 
901 
Sauersche Flüssigkeit . 825 
Subümat 63 ff., 342, 415, 902 

> -Alkohol . . 70 

> -Blutpräparate 415 

> -Chromsäure . 72 

> -Eisessig . . 870 

> -Kochsalz . 68, 415 

Trocknen 18 

Uberosmiumsäure, siehe 

Osmiumtetroxyd. 

ZeUoidin 92 

Zenkersche Flüssigkeit 73 

Fixierung und Färbung 

zugleich 313 

Fixierungsflüssigkeiten . 22 ff. 

Flächenhafte Rekonstruk- 
tion 329, 331 

Flechsigsche Methode . . 686 

Flemmingsche Flüssigkeit 53, 56 



330 



Sachregister. 



Flimmerepithelien . . . 367 
Folsche Mischung ... 57 
Form zum Einbetten . . 116 
Formaldehyd, siehe Formol- 
Formalin, siehe Formol. 
Formol .... 21, 88, 875 
Formolpigment .... 88 
Formolräucherung . . . 412 
Friedländers Hämatoxylin 256 
Frische Organe . . . I, 367 
Fromannsche Linien 592, 594, 

649 

Fuchsin 281 

Fuchsin S. 299, 306, 309. 358, 

423, 454, 455, 461, 497, 716 

Fußplatte des Mikroskops . 315 

G. 

Galle 395, 1001 

Gallen kapillaren. 
Färbung .... 787, 788 

Injektion 780 

Selbstinjektion .... 782 

Silbermethode 784, 785, 786 

Ganglienzellen .... 629 ff. 

Ganglienzellenfäulnis . . 637 

Gedehnter Muskel . . . 567 

Gefäße 695 ff. 

Gefrierapparat 141 

Gefrieren .... 18, 21, 141 
Gefriermethode Altmanns . 360 
Gefriermikrotom .... 142 

Gehirn 628 ff. 

Gelatine, kaltfltissige . . 705 
Gelatinekarminlösung . . 702 
Geldrollen -An Ordnung der 

roten Blutkörperchen . 391 
Gentianaviolett 282, 348, 856 
> neutrales . 349 

Gerlachsche Goldmethode 650 
Geschlechtsorgane . . 832 ff. 
Geschmacksknospen . . 730 
Giannuzzische Halbmonde 737 

Gitterfasern 795 

van Giesonsche Färbung . 299 
Glatte Muskelfasern . . 578 ff. 



Glomeruli olfactorii . . . 670 

Glychämalaun 260 

Glykogen . . . 495, 797, 798 
Glyzerin . . 168, 201, 202, 209 
Gold, kolloidales .... 672 

Goldchlorid 608 

Goldchloridkalium . 611, 650 

Goldmethoden .... 606 ff. 

Apäthysche G. . . . 668 f. 

Böhmsche G 954 

Cohnhoimsche G. . . . 606 
Geriachsche G. . 650, 789 

Golgische G 611 

Kühnesche G 609 

V. Kupffers G. . . 789, 791 
Lepkowskysche G. für 

Knochen 545 

Löwit-Fischersche G. 608 

Muschenkoff 612 

Nabias 619 

Ranviersche G. ... 610 
Rolletsche G. f. Muskeln 566 

Stöhrsche G 615 

Golgische Goldmethode . 611 
Golgische Sublimatmethode 652 
Golgis Silbermethoden 654 ff., 665 
Golgls Nervenendorgane . 614 
Gram sehe Methode . . . 856 
Grandrysche Körperchen 952 ff. 
Granula der Ganglienzellen 640 
Granulamethoden Alt- 
manns 358 ff. 

Granulierte Leukozyten . 417 ff. 
Graphische Isolierung . . 331 
Grenachersche Karmine 237 ff. 

H. 

j}qqj.q 941 £f^ 

Hämalaun (P. Mayer) 231 ff., 249 
Hämatoidinkristalle . . . 437 
Hämatoxilin. 

Apäthy 250 

Benda 857 

Böhmer 251 

Bonnet 960 

Delafield .... 228, 255 



Sachregister. 



331 



Hämatoxylin. 

Ehrlich 256 

Friedländer 256 

Hansen 259 

Heidenhain, M. . 262, 266 
Heidenhain, R. ... 263 

Hermann 856 

Kleinenberg 258 

Kultschitzky .... 681 f. 

Mallory 261 

Mayer, P. (Glychämalaun) 260 

> > (Hämalaun). . 249 

> > (Muchämatein) 761 

Nißl 269 

Pal 676 

Sabin 457 

Schnitze, 265 

Weigert . . 301, 678, 674 ff. 
Wolters 682 

Hämatoxylin^Eisessig . . 254 
Hämatoxylin-Eosin . . 296 f. 

> -Färbung . 230 ff., 

249 ff., 253 

> -Fuchsin S.-Pi- 
krin säure , . 301 

> -Indigokarmin 292 

> -Kongorot 750, 766 

> -Orange G. . 302 

> -Pikrinsäure . 295 

> -Rubin-Ammo- 
niumpikrat . i^OO 

Hämatoxylintinte .... 264 

Häminkristalle 436 

Hämoglobin 393 

» -Kristalle . 434 f. 

Härtung 19, 21 

Halbeintrocknung Ranvier 450 
Hallsche Flüssigkeit ... 723 
Hansens Bindegewebsfär- 

bung 454, 721, 765 

» Hämatoxylin . . 259 

Harnblase . 4, 367, 586, 827 

Hamkanälchen ... 818 ff. 

Hartgebilde 530 ff . 

Hauptzellen .... 745, 748 

Haut 919 ff. 

Heber nach Mays . . . 376 



Heidenhain, M., Häma- 

toxylinfärbung .... 266 
Heidenhain, R., Hämatoxy- 

linfärbung 263 

Heizbarer Objekttisch . . 407 
Henlesche Scheide . . . 598 
Herbstsche Körperchen 952 ff. 
Hermannsches Gemisch 58, 856 

Herz 693 ff. 

Herzmuskel 587 ff. 

Hissche Pinsel- u. Schüttel- 
methode 712 

Hoden 854 ff. 

Höllenstein 378 

Hollundermark .... 6, 409 

Holzessig 59, 773 

Hornhaut 966 ff. 

Hornhautkörperchen . . 972 ff. 
Homspongiosanetze . . . 595 
Hornsubstanz . . 471, 924 ff. 
Humor aqueus .... 12 
Hyaliner Knorpel . . 487 ff. 
Hydrargyrum bi chloratum 

s. Sublimat. 
Hydrochinon 662 

I. 

Immersionslinsen . . . 320 f. 
Indifferente Lösungen . 11 ff. 
Indigokarmin 292, 782, 821, 944 

Indulin 419 

Injektionsverfahren . . . 702 
Injektion der Blutgefäße 701 ff. 
Injektion der Blutgefäße 

der lieber 779 

Injektion der Blutgefäße 

der Niere 817 

Injektion der Gallenwege . 780 
Injektionsmassen . . . 702 f. 
Injizieren von Fixation s- 

flüssigkeit 742 

Innenzone des Pankreas . 771 
Instrumente für Sublimat . 63 
» » Versilbe- 

rung ....... 383 

Intei-zellularbrücken 386 f., 585 



832 



Sachregister. 



Jodfärbung 496 

Jod-Jodkalium 17 

Jodserum, M. Schultze . 15, 370 

Iris 979 

Isolationsmittel 

368ff., 563fP., 630ff, 818 f. 
Abhebem .... 375. 376 
Alkohol, Ranvier 369, 375, 588, 

630, 632, 823, 985, 1012 ff. 
Ammonium bichromicum 373 

» monochromat. 588 

Barytwasser 453 

Chloralhydrat .... 995 
Chromsäure 372, 563, 599, 634 
Erhitzen im Sandbad . 674 

Essigsäure 564 

Jodserum . .15, 370, 633 
Kalilauge 572,579,587,696,820 
Kalium bichromicum . 373 
599, 635 
Kalkwasser . . . 453, 971 

Magensaft 564 

Natronlauge 696 

Neutrales chroms. Am- 
moniak 823 

Osmiumsäure 371,630,636,751 

Rauchende Salpetersäure 578, 

819 

Salizylsäure 578 

Salpetersäure .578, 819, 983 
Salzsäure .... 564, 818 
Schwefelsäure .... 575 

Trypsin 471 ff. 

Übermangansaures Ka- 
lium 971 

Weinsäure 696 

Zentrifuge 377 

Jungsches (Thoma) Mikro- 
tom 131 ff. 

E. 

Käfermuskeln 565 

Kaiserscher Maskenlack . 218 

Kali aceticum 2l0f 

Kalilauge 452, 460, 572, 579, 587, 
696, 820 



Kaliumbichromat-Essigsäure 40 
Kalium bichromicum . 35, 373 
Kaliumhypermanganat . . 364 
Kalkreaktion . . 514, 552, 740 

Kanadabalsam 205 f. 

Kapillaren 701 

Karmalaun 238 

Karminffirbung .... 237 ff. 

Alaunkarmin 237 

Boraxkarmin, alkoh. . . 241 
Boraxkarmin, Wässer. . 240 
Cochenille-Alaun . . . 246 

n. Forel 647 

n. Gerlach 646 

Grenachersche Karmine 

237, 240, 241 
P. Mayerscher Karm- 
alaun 238 

P. Mayers Muzikarmin . 759 
P. Mayers Parakarmin . 244 
Orthfl Karmin .... 462 
Schmaus Urankarmin . 648 
Karmin-Bleu de Lyon 290, 553 

> -Hämatoxylin . . 551 

> -Indigokarmin . . 292 
• -Osmium-Holzessig . 293 

> -Pikrinsäure . . . 295 

Karminleim 702 

Karyokinesen .... 342 ff. 

Kehlkopf 800 ff. 

Keimbläschen 835 

Keimepithel 843 

Keimzentren 711 

Kephalopoden-Knorpel . . 494 
Keratohyalinkörner . . . 926 f. 

Kern 340 ff. 

Kernfärbung . . 226 ff., 248 ff., 

276ff. 
Kerntoilungen .... 342 ff. 
Kittlinienversilberung 379, 382 
Klassifikation d. Teerfarben 272 
Kleinenbergs Hämatoxylin .258 

Knochen 504ff. 

Knochenentwicklung 544, 550, 

562 
Knochenfärbung . . . 523 ff. 
Knochenfibrillen . . 512, 523 



Sachregister. 



383 



Knochengrenzscheiden . . 522 
Enochenhöhlen .... 522 
Knochenkörperchen Vir- 

chows 549 

Knochenmark . 525, 527 ff., 726 
Knochenschliffe . . . 532 ff. 

Knorpel 487 ff. 

Knorpelfibrillen .... 491 
Knorpelzellen, verzweigte . 494 
Kochsalzlösung physiologi- 
sche 13 

V. Kochsche Methode . . 529 
Kockels Fibrinfärbung . . 441 
Kohlensaures Ammoniak . 559 

KoUacin 939f. 

Kollastin 939 f. 

Kollodieren der Schnitte . 187 
Kolloidreaktionen .... 813 
Kolloidsubstanz .... 813 
Kongorot .... 750, 766, 767 

Konservierung 25 

Konservierungs-, siehe 
Fixationsmethoden . 
Kontrahierter Muskel . . 567 

Korium 470, 934 ff. 

Korrektion der Über- 
färbung .... 226, 253 
Korrosionspräparate . . . 707 

Kresofuchsin 460 

Kreuze Ranviers . . 592, 594 
Kristallhalt. Blutkörperchen 438 

Kristallviolett 354 

Krönigscher Lack . . . 217 
Kroneckersche Flüssigkeit 16 
Kronthals Schwefelblei. . 663 
Kühnesche Goldmethode . 609 

> Netze .... 695 

> Trypsinverdauung 471 
Künstliche Befruchtung . 865 
Kultschitzkys Mark- 
Methode 681 ff. 

Kupferbichromat .... 36 
Kupferoxyd-Hämatoxylin . 857 

Kurare 444 

L. 
Labyrinth des Menschen 1008 f. 
Lävulose 213 



Laichzeit 864, 873 

Lantermannsche Segmente 589 f. 
Leber 774 ff. 

> Bindegewebe . . 789 ff. 

> Gallenkapillaren . 780 ff. 
» Glykogen .... 797 
» Nerven 799 

> Sternzellen . . 790, 791 
Lebersche Berlinerblau- 
methode 974 

Leberzelle 775 

Leidenfrostsches Phänomen 413 
Lepkowskys Methode . . 545 

Leukozyten 405 ff. 

Leukozytengranula in 

Schnitten 432 

Linse 982 ff. 

Linsenfasem . . . 374, 983 f. 
Lösung des Eiweißes . . 183 
Lösungsmittel für Silber- 
nitrat 831 

Löwit-Fischersche Gold- 
methode 608 

Lunge 804 ff. 

> Respiratorisch. Epithel 806 

> Elastische Fasern 808 ff. 
Lymphdrüsen .... 710ff. 

Lymphe 391 ff. 

Lymphknoten ... 711, 768 
Lymphspalten-Fettimpräg- 

nation 708 
» -Einstich- 
injektion 709 
Lysol 89 

M. 

Magen 742 ff. 

Magendrüsenzellen . . . 746 
Magenta, siehe Fuchsin. 
Magenta-Pikroindigokarmin 307 
Malische Methode ... 716 
Manganoxydbeseiügung . 364 
Marchis Methode . . . 687f. 
Markfärbung n. O. Schnitze 677 
» nach Formol- 

behandlung 670, 
679, 683 



834 



Sachregister. 



§§ 
Markfärbung in Paraffin- 
schnitten . . 684 
Markhaltige Nervenfasern 589 flP., 
673fE. 
Marklose Nervenfasern 603 

Martinottische Methode . 938 

Mastzellen 420 

Material für Muskelvergol- 
dung 613 

P. Mayers Karmin . 238, 244 
> > Hämalaun . . 249 

Mays' Heber 376 

Media der Gefäße ... 696 
Mehrfachfärbungen . . . 229, 
285 ff., 314 
Meißnersche Körperchen 948 fiP. 
Meißnerscher Plexus . . 773 
Merkeische Flüssigkeit . . 964 
Mesenterium 1, 4, 378, 384, 582 
Messer für Mikrotome 1391, 148 
Messerhalter 133 



Messerschlitten . . 131, 132 
Messerstellung . . 148, 159 
Metachromasie .... 274 

Methylenazur 428 

Methylenazumachfärbung 427 

Methylenblau . . . 384, 422 f. 

622, 639, 640, 730, 757, 997 

Methylenblau für Knorpel 490, 

503 
Methylenblaufixation . 623 fE. 
Mcthylenblauleukobase . 622 
Methylenblau-Eosin . . 425 ff. 
Methylgrün . . 279, 305, 306, 
309, 357, 551 
» -Eosin ... 305 

> -Fuchsin S. . 306 

» Fuchsin S.- 

Orange . . . 309, 404, 429 

Methylviolett 538 

Mikrometerschrau ben - 

Schlitten 137 f. 

Mikrotom 129 ff. 

Jung (Thoma-Rivet- 
Brandt) M. . . . 131 ff. 
Mikrotommesser . . . . 139 
Milz 710 ff. 



Mitochondria 354 

Mitosen 342 ff . 

Modellieren 332 ff . 

Molybdänsaures Ammonium, 

Fixierung 624 ff. 

Molybdänsaures Ammoniak- 
Chromsäure 361 

Motorische Nervenendi- 
gungen 605 ff. 

Muchämatein 761 

Müllersche Fasern ... 998 
> Flüssigkeit . 37, 516 

Mukosa 743 

Mundhöhlenschleimhaut . 727 
Muschenkoffs Goldmethode 612 
Muskelfibrillendarstellung 563 f. 
Muskeln .... 374, 556 ff. 
Muskelscheibendarstellung 564 
Muskel und Sehne . . 571 ff. 

Muzikarmin 759 

Muzin 757, 762 

Myelintropfen 590 

Myokard 587 

N. 

Nase 1011 ff. 

Natriumhypochlorid . . . 877 
Natronfluorid . . 374, 581, 984 
Natürliche Färbung ... 220 
Neapler Wasserbad . . . 113 

Nebenniere 828 ff. 

Negros Methode .... 616 
Nelkenöl . . . 168, 201, 283 

Nerv 589 ff. 

Nerven der Epidermis . 958 f. 
Nerven der Leber. . . . 799 
Nervenendigungen 605 ff., 621 
947 ff. 
Nervenfasern .... 589 ff. 
Nervenfibrillen 600 ff., 621, 670, 

672 
Nervensystemisolierung . 627 
Netzknorpel . . . 489, 495 ff. 
Neunaugenfundstätten . . 863 
Neurogliafärbung ... 688 ff . 
Neutrale Teerfarben . . . 272 



Sachregister. 



836 



Neutralrot 283 fP. 

Neutrophilie 273 

Niere 815 ff. 

Niere, Bindegewebe . . . 826 
> Leichenerscheinungen 815 

Nigrosin 455 

Nißls Hämatoxylinfärbung 269 
Nißlsche Körperchen . 638 ff. 

Noduli 711, 768 

Nucleinspiralen .... 583 
Nuelsche Methode ... 969 

0. 

Objektiv 318 

Objektschlitten . . 131, 134 

Objektträger 2 

Objektträger aus Bergkristall 408 
» » Quarz . . 408 

Objekttisch 315 

Objektträgerputzen . . . 176 

öle 99, 124 

ölen des Mikrotoms . . . 145 

Oesophagus 741 

Ohr 1002 ff. 

Okular 318 

Omentum 1 

Onychin 948 

Orange 302, 309, 348, 349, 418 
Orientieren .... 116, 118 
Orientierungsapparat . . 135 
Origanumöl .... 124, 169 
Orzein . . 463, 721, 765, 809 

Orzein, Benda 465 

Orzein -Hämatoxylin - Fuch- 
sin 8-Pikrinsäure ... 308 
Orzein, Panther .... 464 
Osmiumsäure, s. Osmium- 

tetroxyd. 
Osmiumtetroxyd 46 ff, 381, 399 
410, 482, 567. 591, 593, 600, 988 
Osmiumtetroxyd als Isola- 
tionsmittel 371 

Osmiumtetroxyd-Kalium- 

bichromat 51, 108 

Osmiumtetroxyd-Tannin . 685 
Ossifikation 550 



Ovarien ... 832 ff., 841 ff. 
Oxychromatin 341 

P. 

Pacinische Körperchen . 955 ff. 
Palladiumchlorür . . 577, 703 
Palsche Hämatoxylinfär- 
bung 676 

Panethsche Zellen ... 763 

Pankreas 770 ff. 

Pankreatinum siccum 473 ff. 
Papillen der Zunge . . 729 £. 

Paraffin 94 ff., 215 

Paraffinbefreiung . 163 ff., 199 
Paraffin-Kanadabalsam . . 216 
Paraffindurchtränkung . 98 ff. 
Paraffinlösende Flüssigkeiten 99 

Paraffinsorten 108 

Paraffin, überwärmtes . . 109 
Paraffinum liquidum 93, 212, 433 

Parakarmin m^ 244 

Parallelfaseriges Binde- 
gewebe 449 

Pepsinverdauung .... 596 
Per^nyische Flüssigkeit 81, 825 

Perikard 694 

Pflasterepithehen .... 367 

Phlorogluzin 518 

Photoxylin 123 

Physiologische Kochsalz- 
lösung 13, 367 

Physiologische Selbst- 
injektion .... 782, 821 
Pigmentzellen . . 4, 220, 353 
Pigmentzeretörende Mittel 363 ff., 

981 
Pikrinessigsäure .... 890 
Pikrinosmiumplatinchlorid- 

Essigsäure 61 

Pikrinsäure 77, 295, 299, 358, 
508, 716 
Pikrinsalpetersäure, 

P. Mayer .... 78, 508 
Pikrinsaures Ammoniak . 623 
Pikrinschwefelsäure, Klei- 
nenberg . 78, 887, 896, 907 



336 



Sachregister. 



Pikrineublimat 80 

Pikrinsublimatosmiamsäare 62 
Pikrokannin .... 287 fP. 
Pikromagnesiakarmin . . 286 

Pikronigrosin 455 

Pilokarpin 733 

Pinselmethode 712 

Plastische Rekonstruktion 332 ff. 
Platinchloridlösung, Rabl . 83 
> Osmium- 

säure Eisessig . . .58, 856 
Platincbloridsublimat . . 84 
Plattenmodelliermethode 332 ff. 
Plumbum aceticum . . . 663 
> formicicum . . 664 
Postmortale Änderungen . 24 
Prichardsche Lösung . . 954 
Progressive Färbung 226, 271 
Projektive Rekonstruktion 331 
Protoplasmastrukturen 348, 349 
354, 357 ff. 
Purkinjesche Fäden . . . 588 
Pyrogallussäurereaktion . 740 

Q. 

Quecksilberchlorid, siehe 
Sublimat. 

Quergestreifte Muskeln 556 ff. 

Querstellung des Mikrotom- 
messers 159 

B. 

Radium 713 

Ramon y Cajals Modifi- 
kation 657 

Ranviers «/, Alkohol . . 369 
Ranviers Kreuze . . 592, 594 
Ranviersche Einschnürun- 
gen .. . 589 ff. 
> Goldmethode 610 

Rasiermesser 6f. 

vom Raths Gemische 60, 61, 62 
Regressive Färbung . 226, 271 
Regulator, s. Thermoregulator. 
Reifen des Hämatoxylins . 259 
Reifen des Ammoniakkar- 
mins 287 



Rekonstruktionsmethoden 328 flf. 
Reraaksche Fasern . . . 603 
Reptilieneier .834, 838, 873 fP. 
Respirationsorgane . . 800 ff. 
Respiratorisches Epithel . 806 
Retikuläres Gewebe 469, 712 ff. 
Retikuliertes Gewebe (Mall) 716 

Retina 986 ff. 

Retina belichtet .... 990 

> dunkel 990 

> Nervenfibrillen . . 1000 

Richtebene 333 

Richtfläche .... 331, 333 
Richtleisten ... 331, 333 

Richtlinie 333 

Rillentrog 235 f. 

Ringersche Flüssigkeit . . 754 

Rippenknorpel 498 

RoUetts Goldmethode . . 566 
Rote Blutkörperchen 391 ff. 

> > auf 

Schnitten 400 ff. 

Rote und weiße Muskeln . 568 
Rubin S., siehe Fuchsin S. 
Rückenmark .... 628 ff. 

S. 

Säugetiereier 836f., 839f., 904ff. 
Safranin 276, 348 

> -Anilinwasser . . 856 
» Gentianaviolett . 856 

> -Indigokarmin . . 294 
» Pikrinsäure . 276, 295 

Salpetersäure 76, 342, 381, 509, 

578, 819, 983, 987 

Salpetersäure-Silbemitrat 381, 901 

Salzsäure 506 

> -Chromsäure . . 507 

Sarkolemma 557 f. 

Sarkoplasma 570 

Saure Teerfarben .... 272 

Schaltstücko 738 

Scharlach R 484 

Scheide 847 

Schema für Weiterbehand- 
lung des Paraffinschnittö 219 



Sachregister. 



Schema für Durchtränkung 128 

Schilddrüse 812f. 

Schlaffer Muskel .... 567 

Schleifen 532 fiP. 

Schleimdrüsen .... 757 if. 
Schleimfärbung . . . 758 ff. 
Schleimgranula .... 758 
Schlittenmikrotome . . . 129 
Schlußleistennetz .... 266 
Schmeckbecher . . . .7291 
Schmelzpunkt des Paraffins 105 

Schnecke 1005 ff. 

Schneiden brüchiger Objekte 127 
Schneiden mit dem Gefrier- 

mikrotom 162 

Schneiden mit dem Rasier- 
messer 6 f. 

Schneiden mit dem Doppel- 
messer 9 

Schneiden mitd. Mikrotom 153 ff., 

156 
Schneiden von Zelloidin- 

präparaten 161 

Schneiders Karmin . . . 183 

Schnittdicke 137 ff. 

Schnittfärbung 229 

Schnittstrecker 154 

Schrumpfung bei Fixierung 26 
Schüttelmethode .... 712 
Schultzesches Jodserum 15, 370 
Schutzleisten der Deck- 
gläschen 836 

Schwannsche Scheide . . 597 
Schwefelammonium . . . 724 
Schwefelbleifärbung ... 663 
Schwefelkohlenstoff ... 99 
Schweflige Säure . . 505, 1007 

Sehne 449ff., 471 

Sehpurpur 992 

Sekretkapillaren . . 737, 747 
Selbstinjektion der Gallen- 
kapillaren 782 

Sensible Nervenendigungen 947 
Serienschneiden . . . . 164 
Serumalbumin, Klebemittel 184 
Sharpeysche Fasern 543, 546 ff. 
Sihlersche Methode . . . 617 



Böhm, Taschenb. d. mikiosk. Technik. 6. Aufl. 



Silbermethoden 378ff., 470, 592, 
594, 654, 710, 719, 747, 795, 
799, 806, 824, 972, 999, 1015 
Silbermethode am Spiritus- 
präparat .... 719, 795 
Silbernitrat für Cutis . . 470 
Silbernitratgelatine . . . 709 

Sklera 978 

Speichelkörperchen . . . 728 
Speichelröhren .... 739 f. 
Spermatozoen .... 849 ff. 
Spiegel am Mikroskop . . 315 
Stechapfelform der roten 

Blutkörperchen .... 393 
Stemzellen . 790, 791, 792, 793 
Stöhrsche Goldmethode . 615 
Strassersche Klebemasse 334, 881 
Stratum comeum .... 924 

> granulosum . . . 926 

> lucidum .... 925 

> spinosum . . 929 f. 
Strohes Achsenzylinderfär- 

bung 651 

Stückfärbung 229 

Stützgewebe des Darms 765 ff. 
Sublimat . . 63, 342, 415, 902 
Sublimatalkohol .... 70 
Sublimatchromsäure ... 72 
Sublimat-Eisessig ... 71, 870 
Sublimat-Kochsalzlösung 68, 415 
Sublimatkristalle .... 63 
Sublimatniederschlöge 64 f., 75 
Sublimatrohrzucker ... 69 

Sudan 483 

Sympathicus 603 

T. 

Tabelle der Durch tränkungs- 
dauer 110 

Tabelle der Mehrfachfär- 
bungen 314 

Tabelle der Termini technici 339 

Tabelle zur Alkoholverdün- 
nung 20 

Taenzer -Unnasche Orzel'n- 

färbung 463 

22 



338 



Sachregister. 



Tastscheiben 960f. 

Teerfarben . . .271 ff., 276 ff. 
Anilinblau . . . 588, 651 
Bismarckbraun .... 280 
Bleu de Lyon . . 290, 553 
Dahlia .... 420, 421, 490 
Eosin . . 296 f., 305, 401 f. 
4181, 551 

Erythrosin 645 

Fuchsin .... 281, 461 

Fuchsin S. 299, 306, 309, 358, 

423, 454, 455, 497, 716 

Gentianaviolett 282, 348, 349, 

856 

Indulin 418, 419 

Kongorot . . 750, 766, 767 
Magenta, s. Enchsin. 
Methylenblau 384, 422, 423, 
622, 639, 640. 730, 757, 997 
Methylgrtin 279, 305, 306, 309, 
357, 551 

Methyl violett 538 

Nigrosin 455 

Orange 302, 309, 348, 349, 418 
Rubin S., s. Fuchsin S. 
Safranin . . . 276, 342, 348 
Thionin . . . 278, 638, 757 
Teichmannsche Hämin- 

kristalle 436 

Temperatur von 120® . . 413 
Termini technici .... 339 
Tetrajodfluorescein s. Erythrosin. 
Thermoregulator .... 114 

Thermostat 113 f. 

Thiazinrot 562 

Thionin 278 

Thionin-Eisenalaun . . . 278 
Thomasche Entkalkungs- 

flüssigkeit 519 

Thoma-Zeißscher Blutkör- 
perchen-Zählapparat . . 448 

Thrombocyten 431 

Thymus 814 

Thyreoidea 812 f. 

Töten der Tiere .... 3 
Toluodinblau . . . 278, 667 
Toluol 99 



Trachea 800ff. 

Triacidgemisch . . . . 309 ff. 
Trichloressigsäure . . 86, 510 
Trichloressigsäureuranazetat 87 

Trocknen 18 

Trocknen von Kanadabalsam 205 

Trophoplasten 754 

Trypsin Verdauung 471 ff., 714, 
767, 931 

Tube 844f. 

Tubus d. Mikroskops . . 315 

ü. 

Überfärbung . . . . . . 226 

Überosmiumsäure, siehe Os- 

miumtetroxyd. 
Überwärmtes Paraffin . . 109 
Umdrehungswert der Mikro- 
meterschraube des Jung- 
schen Mikrotoms . . . 137 
Umrandung . . . 202, 214 ff. 
Umrandungsmassen . . 215 ff. 
Unna(-Taenzer)sche Orzein- 
färbung 463 

Unterchlorigsaures Natron 676 

Urankarmin 648 

Ureter 827 

Uterus 845 

Uterusbindegewebc . . . 849 

Uterusnerven 847 

Y. 

Vagina 847 

Vanadium-Hämatoxylin . 682 
Van Giesonsche Färbung . 299 

Vasculosa 979 

Vatersche Körperchen 955 ff. 
Verdauungsmethode 471 ff., 714, 

767 
Verdauungsorgane . . 727 ff. 
Verdauungsstadien . . 731 f. 
Vergoldung 545, 566, 606 ff., 650, 

668, 730, 773, 789, 791, 954, 
960 f., 975 

s. auch Goldmethoden. 
Verkalkter Knorpel ... 498 



Sachregister. 



Versilberung, siehe Silber- 
methoden. 

Vesuvin . 424 

Versteinerungsmethode 529 

Vogeleier .... 834, 894 £E. 

W. 

Wachspapierplatten . . . 336 
Wasseraufkleben .... 179 

Wasserblau 389 

Wasserfreier Alkohol . . 100 
Wasserstoffhyperoxyd . . 363 
Wärmtischchen .... 177 
Wässerige Boraxkarmin- 
lösung 240 

Weichteile des Knochens . 526 
Weigerts Färbung elasti- 
scher Fasern 461 f., 721, 765, 
809 
Weigertsche Fibrinfärbung 440 
» Hämatoxylin- 

methoden 673 ff. 

Weigerts Neurogliafärbung 688 
WeiiJe Blutkörperchen . 405 ff. 
Weiße Muskeln .... 568 
Weiterbehandlung des 

Schnitts 163 ff. 

Schema hierfür .... 219 
Winkel zum Einbetten 115, 333 
Wolterssche Methode . . 682 
Wurzelscheiden der Haare 942 



X. 

Xylol 99, 199 

Z. 

Zählapparat für Blutkörper- 
chen 448 

Zähne .... 504 ff., 539 ff. 

Zedemholzöl 108 

Zeit für Paraffin durchträn - 

kung 110 f. 

Zellbrücken ... 386 f., 585 

Zelle 340 ff. 

Zellengranula Altmanns 358 ff. 

Zellgrenzen 389 

Zelloidin 94 ff. 

Zelloidindurchtränkung . 97 ff., 
119 ff. 
Zelloidin-Löslichkeit ... 124 
» -Paraffindurch- 
tränkung 125 ff. 

Zelloidinschnitte, Auf- 
kleben 189 ff. 

Zelloidintrockenmethode . 121 
Zelloidinurlösung .... 119 
Zenkers Gemisch .... 73 

Zentrifuge 377 

Zentrosomen 348, 352, 856 

Zerkleinerungsmaschine . 10 

Zotten 755 

Zupfen 5, 450 

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den Studierenden der technischen Hochschulen speziell zu einem 
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schon aus diesem Grunde mit Freuden zu begrüßen, daß nunmehr in dem 
Nußbaumschen Leitfaden ein solches Werk vorliegt. Daß Nußbaum zum 
Verfasser desselben der Berufensten einer war, wird a priori wohl allseitig 
zugegeben werden, hat er doch in zahlreichen Schriften gezeigt, daß er das 
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der Bakterien ist somit in ein neues Stadium getreten, denn mit der Ver- 
öffentlichung der Arbeiten Diinbars darf wohl angenommen werden, daß 
diese einen ungeheueren Umschwung unserer gegenwärtigen Anschaumigen 
über die Möglichkeit der Transformation von einem Organismus in einen 
anderen — selbst bei den niedersten Organismen — herbeiführen werden. 

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